Super Micro Computer mit Mega-Rallye: Ist das der Befreiungsschlag für die Aktie?
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Für die Aktie von Serverhersteller Super Micro Computer geht es nach vorläufigen Quartalszahlen steil bergauf. Platzt damit endlich der Knoten für das Papier?
Für dich zusammengefasst:
Super Micro Computer hat vorläufige Quartalszahlen vorgelegt.
Die Aktie stieg um fast 25 Prozent im US-Gesamtmarktindex.
Der Auftragsbestand beträgt einen Rekordwert von 60 Milliarden.
Super Micro Computer überrascht mit vorläufigen Zahlen
Der bei Investoren in Ungnade gefallene KI-Server-Hersteller Super Micro Computer konnte in diesem Jahr bislang nicht überzeugen. Noch am Dienstag handelte die Aktie gegenüber dem Jahresauftakt mit einem Minus von fast 20 Prozent,
Doch die schwache Bilanz hat sich schlagartig verbessert, nach dem das Unternehmen nach Handelsschluss vorläufige Quartalszahlen vorgelegt und seinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr angehoben hat. Mit einem Plus von fast 25 Prozent stellt die Aktie heute den größten Gewinner im US-Gesamtmarktindex S&P 500.
Margenexplosion und hoher Auftragsbestand sorgen für Begeisterung
Für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres erwartet Super Micro Computer ein Umsatzergebnis am unteren Ende seiner Prognosespanne von 11,0 bis 12,5 Milliarden US-Dollar. Damit dürften die Erlöse unter den Schätzungen des Marktes von 11,68 Milliarden US-Dollar ausfallen.
Allerdings hatte es dafür die Margenprognose in sich. Bislang war mit einer Bruttomarge von 8,2 bis 8,4 Prozent gerechnet worden, jetzt hat Super Micro Computer 15 bis 17 Prozent in Aussicht gestellt. Damit dürften die Gewinne deutlich höher liegen als vom Markt bislang erwartet.
In seiner Pressemitteilung verwies Super Micro Computer auf einen "günstigen Kunden- und Produkt-Mix". Außerdem gab das Unternehmen ein Update zum Auftragsbestand, der sich auf einen Rekordwert von 60 Milliarden US-Dollar beläuft. Damit besteht weiterer Spielraum für zusätzliches Umsatz- und Gewinnwachstum.
Plus 25 Prozent und trotzdem (noch) kein Befreiungsschlag
Noch in der US-Nachbörse legte die Super-Micro-Computer-Aktie zweistellig zu. Am späten Mittwochnachmittag steuerte sie dann auf Zugewinne in Höhe von fast 25 Prozent zu, womit wie einleitend erwähnt, gegenüber dem Jahresauftakt der Vorzeichenwechsel gelingt.
Einen charttechnischen Befreiungsschlag stellen die Gewinne aber noch nicht dar, da weder die 50-, noch die 200-Tage-Linie zurückerobert sind. Zumindest mit Blick auf die technischen Indikatoren verbessert sich die Ausgangslage jedoch. Der Trendstärkeindikator MACD ist über seine Signallinie klettert, was Entspannung im intakten Abwärtstrend anzeigt. Unterdessen hat sich der RSI aus dem Schwäche- in den Stärke-Bereich vorgeschoben, was für Rückenwind sorgen dürfte.
Fazit: Attraktive Bewertung, aber erhebliche Restrisiken
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist Super Micro Computer auch nach dem Kurssprung einer der am günstigsten bewerteten Titel aus der KI-Wertschöpfungskette – das hat allerdings auch viel mit dem in den vergangenen Jahren aufgrund fragwürdiger Unternehmens- und Managementpraktiken verspielten Vertrauen zu tun.
Für 2026 steht mit 9,65 ein einstelliges KGV zu Buche und das bei einem sehr günstigen Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 0,33. Das spricht gemeinsam mit dem um ein Viertel unter dem Branchendurchschnitt liegenden EV/EBITDA-Verhältnis für eine signifikante Unterbewertung der Anteile und eine Einstiegschance auch nach den großzügigen Kursgewinnen am Mittwoch noch.
Allerdings sollten Anlegerinnen und Anleger nicht vergessen, dass das Unternehmen gegenwärtig verdächtigt wird, am Schmuggel von KI-Hardware nach China beteiligt zu sein. Gut möglich daher, dass die nächste Enttäuschung nur eine Schlagzeile entfernt ist.
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