Anzeige
Meldung des Tages: KI für Verteidigung! Der Countdown zu einer der heißesten AI-Hightech-Stories 2026 beginnt jetzt

Die Kurse werden weiter steigen


Beiträge: 102
Zugriffe: 10.950 / Heute: 2
Libuda:

Warum lag Shiller falsch

 
13.01.06 14:24
mit seiner Prognose, dass man von 1996 bis 2006 eine Rendite von null erzielen werde?

Darauf antwortet Bradford deLong, heute Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Berkeley und früher Wirtschaftsberater von Clinton wie folgt:


„Wir können hie drei Faktoren ausmachen, von denen jeder ungefähr zu einem Drittel dazu beitrug, dass die jährlichen Erträge im vergangenen Jahrzehnt bei sechs Prozent und nicht wie von Shiller vorhergesagt bei null lagen. Diese sind im Einzelnen

Die Hightech-Revolutionen, die hinter der sehr realen New Economy standen und die Produktivitätswachstum der US-Unternehmen beschleunigten.

Verschiebungen in der Verteilung von Einkommen vorm Faktor Arbeit hin zum Faktor Kapital, wodurch die Gewinne der Unternehmen als Anteil an der Produktion stiegen.

Eine gesteigerte Risikotoleranz auf Seiten der Aktienmarktinvestoren. Dadurch scheinen die langfristigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse um rund 20 Prozent gestiegen zu sein.“


Zustimmung zu den beiden ersten Punkten, aber völlig Ablehnung des stritten Punktes. Da hat der gute Bradford deLong wohl aus einem alten Aufsatz aus dem Frühjahr 2000 abgeschrieben, wo das noch stimmte. Inzwischen befinden wir uns, was Aktien anbetrifft, nach wie vor seit der Krise der New Economy in einer Phase der Risikoaversion. Nie war in den letzten 100 Jahrhundert das Renten-KGV um so viel höher als das Aktien-KGV. Und trotz der extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen liegen die Aktien-KGV’s sogar untern den langfristigen weltweiten  absoluten Durchschnitten. Hier rächt sich bei Bradford deLong offensichtlich, dass viele Ökonomieprofessoren von der Börse nicht sehr viel mehr verstehen als Joe Sixpack.

Und seinen beiden Gründen für das Wachstum möchten ich auch nur zusammen einen Anteil von 50% am beschleunigten Wachstum zubilligen. Den wichtigsten Wachstumstreiber hat er vergessen, ist damit aber in bester Professorengemeinschaft: die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung, die durch das Internet möglich wurde, weil die Transaktionskosten dramatisch gesunken sind. Die extrem gesunkenen Grenzkosten der Arbeitsteilung machen schon bei sehr viel niedrigeren Grenznutzen der Arbeitsteilung die zwischenbetriebliche Arbeitsteilung sinnvoll.
Antworten
Libuda:

Auch Joseph Stieglitz ist ein Kumpel von Shiller

 
13.01.06 23:43
in Sachen Fehlprognosen. Offensichtlicht schützt auch ein Nobelpreis nicht davor, dass man vor lauter Schaum vor dem Mund nicht mehr zu normalem Denken fähig ist.

Ich mag den Kriegstreiber Bush auch nicht und halte den Klu Klux Clan, der an dieser Marionette zieht, auch nicht für ein erbauliches Ding, aber das darf nicht den Blick dafür versperren, das wir in einer Zeit mit sehr hohen Steigerungsraten der Produktivität leben. Und genau das schafft Einkommen und Kaufkraft, was der Stieglitz nun schon seit mehreren Jahren leugnet. Die Dumm-Dumm-Nummern mit Häuserpreisen und ähnlichen Heulnummern sollten einer nüchternen Überlegung weichen, die der Mr. Stieglitz eigentlich schon seinen Anfangssemestern beibringen müsste. Entscheidend für das Wachstum einer Volkswirtschaft ist die Entwicklung der Einkommen. Und wenn eine Volkswirtschaft wie die USA es seit mehreren Jahren schafft, die Produktivität um 3% zu steigern, steigen auch die Einkommen. Zusammen mit dem Bevölkerungswachsum ergibt sich dadurch ein Potenzialwachstum von 3,5 bis 4%. Das ist der lanfristiger Wachstumpfad der nächsten Jahre - der beste seit 60 Jahre.
Antworten
Libuda:

Wie gut die USA dastehen

 
14.01.06 11:52
zeigt selbst diese scheinbar nicht gute Nachricht von heute:

"Hurrikankosten erhöhen US-Haushaltsdefizit

Washington - Die US-Regierung rechnet für das laufende Haushaltsjahr (30. September) wegen der Wiederaufbaukosten in den Hurrikangebieten mit einem Etatdefizit von mehr als 400 Mrd. Dollar (330,6 Mrd. Euro). Die Summe entspricht voraussichtlich 3,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes, wie Joel Kaplan vom Amt für Management und Haushaltsplanung in Washington berichtete. Ursprünglich hatte das Amt mit einem Defizit von 341 Mrd. Dollar gerechnet. AFP

Artikel erschienen am Sa, 14. Januar 2006"

Ihr habt es sicher selbst erkannt, nach einer Verschlechterung des Defizits auf 3,1% würden die meisten Eurolandstaaten regelrecht gieren. Und dazu muss man noch einen draufsetzen: 3,1% Neuverschuldung bedeuten zumindest für die USA einen Rückgang der Verschuldung. Einige werden jetzt sicher fragen: Was soll denn nun dieser Blödsinn? Absolut gesehen steigen logischerweise die Schulden durch eine zusätzliche Neuverschuldung, relativ sinkt aber die Neuverschuldung der USA. Denn man muss sie ja einer Vergleichsgröße in Beziehung setzen; die adäquate Größe dafür ist das nominale BIP. Und das wächst selbst bei der angenommen leichten Wachstumsabschwächung in den USA sicher stärker als 3,1 - denn ein Wert von 5% (resulierend aus einem Wachstum von 3% und 2% Inflation) ist sicher die untere Grenze.

Diese Überlegungen zeigen aber auch, wie schwachsinnig die Festlegung einer zahlenmäßigen Angabe für das Defizit ist. Für Länder mit einem Wachstum des nominalen BIP von über 3% ist eine Neuverschuldung von 3% eine Reduzierung ihrer Schulden. Für Lander mit sehr niedrigem Wachstum des BIP ist die Einhaltung der 3%-Grenze dagegen sogar eine Erhöhung der Verschuldung. Gerade dieser Überlegung zeigen, wie haushoch die den USA selbst in Sachen Staatsverschuldung vielen Staaten in der Welt überlegen sind und Heulnummern wie die z.B. von Stieglitz (siehe weiter oben) und Bankanalysten wie die von Roach von Morgan Stanley oder Edwards von Dresdner Kleinwortt Wasserstein, der sich mit der Erotik ohnehin besser auskennt als mit der Wirtschaft eben Heulnummern sind, um ihre in den letzten Jahren gezeigte Unfähigkeit zu übertünchen.
Antworten
Libuda:

Der Chefschwätzer von Barclays Deutschland

 
14.01.06 13:12

darf heute in der FAZ wieder einmal seinen Schwachsinn ablassen. Das wäre noch nicht besonders schlimm, schlimmer ist aber schon, dass man diesen sich maßlos selbst überschätzenden, einbildeten und eitlen Selbstdarsteller dem deutschen Bankernachwuchs an der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt vorsetzt.

Hier ein Auszug aus der FAZ:

"Liquiditätsschwemme beflügelt die Finanzmärkte”


13. Januar 2006 Trotz einer boomenden Weltwirtschaft befinden sich die realen Zinsen - also die Nominalzinsen bereinigt um die Preisentwicklung - noch beinahe weltweit auf historischen Tiefs. Dabei haben in den vergangenen Wochen nicht nur die offiziellen Preisindizes angezogen, sondern in manchen Bereichen kam es zu deutlichen Preissteigerungen.


Gleichzeitig befinden sich nicht nur die Börsen auf dem Höhenflug, sondern auch die Rentenmärkte befinden und halten sich auf einem hohen Bewertungniveau. Wie paßt das zusammen? Im folgenden Interview gibt Thorsten Polleit Antwort auf einige kritische Fragen. Er ist Chefökonom für Deutschland bei der britischen Bank Barclays Capital.

FAZ: Die Zinsen - sowohl die kurzen als auch die lange - sind in den vergangenen Jahren beinahe weltweit im Trend gefallen und verharren real betrachtet auf tiefem Niveau. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Polleit: Der Zinsniedergang zeigt zum einen, daß die Finanzmärkte mit künftig geringen Wachstumsraten rechnen. Zum anderen reflektiert er auch die Folgen einer internationalen Geldpolitik, die sich quasi auf einem „Feldzug gegen den Zins” befindet: Die Politik des billigen Geldes löst fortwährend Konjunktur- und Finanzmarktkrisen aus, die dann, weil sie die Verschuldung von Privaten, Unternehmen und Staaten immer weiter ansteigen läßt, durch noch billigere Gelder geheilt werden sollen. Und so fallen die Kurz- und Langfristzinsen von Konjunkturzyklus zu Konjunkturzyklus. Das Grundproblem ist: Die Notenbanken steuern den Zins, und sie vernachlässigen die Ausweitung der Geld- und Kreditmengen."

Dieser Polleit und noch einige aus der Zunft haben noch nicht mitbekommen, dass sich die letzten 20 Jahren dramatische Veränderungen ergeben haben: Zinsen machen nicht die Notenbanken, sondern Zinsen machen die Märkte. Bei all der Aura die Alan Greenspan umgeben hat, ist folgendes richtig: Greenspan hat bewusst und richtigerweise dazu beigetragen, sich selbst zu entmachten. Die Überbetonung der Geldmarktzinsen durch Pollet ist lächerlich und korrespondiert mit der Niveau eines Volkshochschuldezenten an der Volkshochschule in Buxtertupfing, denn das Maß aller Dinge sind nun einmal die Kapitalmarktzinsen, auf die Notenbanken heute weniger Einfluss haben, als es je einmal der Fall war.

Und diese Kapitalmarktzinsen sind momentan am wenigsten so niedrig, weil die Geldmarktzinsen noch nicht sehr hoch sind. Warum sie niedrig sind, hat fast nichts mit der Geldpolitik der Notenbanken zu tun.

1. Der wichtigste Grund für die niedrigen Kapitalmarktzinsen sind die niedrigen Inflationsraten und die noch niedrigeren Inflationsaussichten. Dafür gibt es im wesentlichen zwei Gründe: Erstens sinken die Lohnstückkosten durch die sehr hohen Produktivitätssteigerungen selbst bei steigenden Löhnen und zweitens haben wir Preisdruck durch weltweite Konkurrenz und durch eine gesteigerte Transparenz. In 2006 wird dieser Prozess durch sinkende Rohstoffpreise noch gestärkt werden.

2. Weltweit sind die Ersparnisse der Privathaushalte sehr hoch. Inbesondere in den asiatischen Staaten haben wir hier extreme hohe Werte. Und auch die Heulnummer in Sachen USA ist lächerlich. Im Schnitt der letzten drei Jahr hatten wir in den USA eine Quote von im Schnitt 3% verglichen mit negativen Werten in den Jahren um die Jahrtausendwende. Wichtig sind aber in der volkswirtschaftlichen Analyse nicht absolute Werte, sondern Veränderungen. Dass in den USA Ausgaben für das selbst genutzte Wohnen als Konsum zählen und so nicht in die Sparquote eingehen, sei nur nebenbei erwähnt. Bei uns zählen Ausgaben für das selbst genutzte Wohnen als Investitionen und erhöhen die Sparquote. Schaltet man diese Effekte aus, kann es sogar durchaus sein, dass die Sparquote in den USA höher liegt als bei bzw. bei uns niedriger als in den USA.

3. Normalerweise absorbiert der Unternehmensbereich Kapital, weil die einbehaltenen Gewinnne plus Abschreibungen nicht zur Finanzierungen der Investitionen ausreichen. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall - statt Kapital aufzunehmen, konnten Unternehmen Kapital am Kapitalmarkt anlegen, da ihr Cash Flow höher war als die Investitionen. Insbesondere in der USA speichern Unternehmen wie Microsoft, Intel oder Google gigantische Summen, die übrigen in keiner Sparquote auftauchen. Als vor einiger Zeit Microsoft eine Sonderausschüttung vornahm, schoss die Sparqutoe im Untersuchungszeitraum raketenhaftig nach oben - interessanterweise wurde dann die Normalisierung im darauf folgenden Zeitabschnitt von den Weltuntergangspropheten frenetisch als Zeichen des Weltuntergangs gefeiert.

4. Weltweit reduzieren die Staaten ihre Budgetdefizite - die USA im letzten Jahr um 100 Milliarden Dollar. Und in Euroland haben wir den Stabilitäts- und Wachstumspakt, der hier seine Wirkungen entfaltet.

Antworten
Libuda:

Meines Erachtens kriminell

 
14.01.06 18:16


und eine Angelegenheit für die Staatsanwälte und die Börsenaufsicht sind die Lügereien die nach Angaben von FTD Goldman Sachs streuen lässt, um vermutlich seine Spekulationen abzusichern und das Gewinnniveau des Jahres 2005 abzusichern.

Diese dreiste Verarschungsnummer, die die Regierungen doch einmal zu Überlegungen veranlassen sollten, ob Investmentbanken durch künstliches Herbeiführen von Intransparenzen und unvollkommener Märkte, den Rest der Menschheit abkochen sollen (was meines Erachtens in der Nach-Bush-Zeit auf die Tagesordnung kommt, weshalb ich langfristig um Aktien von Investmentbanken einen weiten Bogen machen würde), konnte man am Dienstag in der FTD lesen:

„Nach einer Studie von Goldman Sachs sind die Grenzkosten der Ölforderung, also die Kosten der teuersten produzierenden Abbaustätte, seit 2002 von 20 Dollar auf 45 Dollar je Barrel in die Höhe geschossen.“

Ich will zwar nicht ausschließen, dass sich das ein gewisser Claus Hecking von der FTD nur aus den eigenen Rippen geleiert hat, um seinem Boss, der sich dem Weltuntergang widmet, zu gefallen, aber die Zahlen sind dreist gelogen. Selbst die Ölgewinnung aus kanadischen Ölsänden oder Kohleverflüssigungen liegen bei Produktionskosten von unter 30 Dollar.

Meines Erachtens würde Mr. Spitzer der Menschheit keinen Gefallen tun, wenn er Governor von New York wird – er sollte lieber weiter Finanzverbrecher jagen.
Antworten
Libuda:

Outperformer 2006: US-Aktien

 
15.01.06 11:30
Auch Euro am Sonntag macht heute mit diesem Thema auf. Allerdings ziehen die auch wieder - aus Blödheit oder Faulheit - die unsinnige Nummer auf, die ich schon oben kritisiert haben: Sie vergleichen das KGV des DAX und des S+P 500, wobei sie von den unterschiedlichen Varianten zum 2006er KGV zwischen 14 und 16 die höchste Zahl prasentieren. Dieser Vergleich führt, dazu die Unterbewertung der US-Aktien nicht so zum Ausdrck kommt, wie sie tatsächlich ist. Das hat im wesentlichen zwei Gründe:

1. Um einen realistichen Vergleich mit dem S+P500 zu haben, in den 500 Aktien einfließen, müssten in einen deutschen Vergleichsindex nicht nur 30 DAX-Werte eingehen, sondern auch alle M-DAX-Werte, die großen Tecdax-Werte und einige große Werte aus dem S-Dax. Schon dann hätten wir vermutlich einen Gleichstand zwischen den US-Werten und den deutschen Werten, die logischerweise auch noch erhebliches Potenzial in 2006 haben.

2. Im S+P500 sind eine Reihe von Werte mit hohen KGV's enthalten, die es dieser Qualitat in Deutschland nicht gibt und die durch ihre sehr hohen Marktkapitalisierungen mit einem sehr hohen Gewicht in den ermittelten Durchschnitt, der je nach Meßart zwischen 14 und 16 liegt, eingehen.

Beispielweise haben die folgenden sieben Unternehmen, die im S+P500 enthalen, im Durchschnit ein KGV von ca. 40 (Marktkpaitaliserungen in Klammern:

Google (104 Milliarden)

Amgen (80 Milliarden)

Qualcomm (65 Milliarden)

Apple (57 Milliarden)

Ebay (52 Milliarden)

Yahoo (45 Milliarden)

Comcast (30 Milliarden)

Und da ließen sich noch einige anführen. Nimmt man diese Werte, die es in dieser Form/Qualität und Größe generell in Euroland nicht gibt, heraus, sinkt das KGV des Rest-S+P's noch einmal dramatisch und liegt mit Sicherheit unter dem KGV eines um M-DAX, Tec-Dax- und S-Dax erweiterten Durchschnitts deutscher Werte.


Antworten
Libuda:

Hier der Text, auf den sich mein vorheriges

 
15.01.06 18:17
Posting bezog:

Zurück zur Wall Street (EurAmS)

Zwei lange Jahre traten die US-Börse praktisch auf der Stelle. Jetzt kommt wieder Schwung in die Kurse. Die Gründe, die Aussichten, die Investments.

Euro am Sonntag, Ausgabe 03/06

Seine bislang wohl schwerste Niederlage traf Ben Bernanke bereits mit elf. Bennie-Boy, schon als Junge wegen seines unstillbaren Wissensdursts gefürchtet, nahm damals an den in Amerika populären Buchstabierwettbewerben teil und gewann. Als erster im US-Bundesstaat Georgia hatte er sich 1965 für die US-Meisterschaften qualifiziert. Doch dort ereilte den Überflieger das Aus. Bernanke stolperte über die korrekte Schreibweise des Worts Edelweiß. Als 26. trat der kleine Ben vorzeitig die Heimreise an. Den Rückschlag hat Bernanke offenbar ohne bleibende Schäden verkraftet. Am 1. Februar rückt der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Notenbank-Gouverneur als Nachfolger von Alan Greenspan an die Spitze der US-Notenbank Federal Reserve.

Der 52jährige tritt in riesige Fußstapfen. Schließlich gilt Greenspan schon zu Lebzeiten als Legende. Sicher wie keiner seiner Amtsvorgänger an der Fed-Spitze steuerte Greenspan die US-Wirtschaft durch unruhige Zeiten. Egal ob Börsencrash, die Folgen des Terroranschlags vom 11. September oder der jüngste Ölpreisanstieg: Mit seiner weitsichtigen und verlässlichen Zinspolitik bewahrte Amerikas oberster Währungshüter das Land zuverlässig vor einer Rezession.

Jetzt ist Bernanke dran. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor an der Elite-Universität Princeton übernimmt den Job als Oberaufseher der US-Wirtschaft mit reichlich Vorschußlorbeeren. Bernanke sei "hoch-kompetent", lobte etwa im Oktober der scheidende US-Chef-Volkswirt von Goldman Sachs, Bill Dudley. "Ben ist ein brillanter Ökonom", urteilt auch Kenneth S. Rogoff, ehemaliger Studienkollege Bernankes und inzwischen selbst Wirtschaftsprofessor in Harvard.

Sein überragendes Fachwissen und sein brillanter Intellekt werden Bernanke auf seinem neuen Posten zugute kommen. Doch die Meßlatte für den neuen Fed-Boss liegt ziemlich hoch. Immerhin übergibt Greenspan die US-Wirtschaft praktisch besenrein. So meldet die größte Volkswirtschaft der Welt mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,5 Prozent nahezu Vollbeschäftigung. Dazu brummt die Konjunktur ungebrochen. Im dritten Quartal legte die US-Wirtschaft um 4,1 Prozent zu. Seit November 2001 ist das Land damit pausenlos auf Wachstumskurs.

Auch an der Börse stehen die Ampeln endlich wieder auf Grün. Allein seit Mitte Oktober hat etwa der S&P 500, der die führenden US-Werte umfaßt, neun Prozent zugelegt und notiert inzwischen auf Viereinhalb-Jahres-Hoch. Und erst vergangene Woche überwand der Dow Jones vorübergehend die 11000-Punkte-Marke. Bis zum Allzeithoch von 11750 Punkten aus dem Jahr 2000 ist es nun nicht mehr weit.

Auf den Kursaufschwung an der Wall Street hatten Investoren lange warten müssen. Denn während die Börsen in Japan, Indien oder Österreich zuletzt eine fulminante Rally hinlegten, trat der Dow in den vergangenen zwei Jahren praktisch auf der Stelle. "Investoren haben sich eben in Märkten engagiert, die günstiger bewertet waren", sagt Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin bei der Landesbank Hessen-Thüringen Helaba. Und davon gab’s in der Tat genug. Während etwa der DAX 2005 mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 bewertet wurde, lag das KGV im S&P 500 im Vorjahr bei 19,8. Doch inzwischen sehen die US-Werte wieder deutlich interessanter aus. Derzeit notiert etwa der S&P 500 mit dem 16fachen erwarteten Jahresgewinn. "Das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren", sagt Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart.

Die attraktiveren Bewertungen der US-Aktien führen Experten vor allem auf die hohe Ergebnisdynamik zurück. Denn zuletzt sprudelten die Gewinne der amerikanischen Firmen wie noch nie. Im gerade abgeschlossenen vierten Quartal dürften die Konzern-Gewinne im Durchschnitt um gut 15 Prozent zugelegt haben, erwarten Analysten. So geht das jetzt schon seit über drei Jahren. Nach einer Übersicht von Goldman Sachs kommen die 500 führenden US-Konzerne im laufenden Jahr zusammengerechnet auf 68,50 Dollar Gewinn je Aktie, über 37 Prozent mehr als im Boom-Jahr 2000. Und das bei ungewöhnlich niedrigen Kosten: Aus 100 Dollar Umsatz machen die Firmen laut Analyst Thomas McManus von der Bank of America derzeit gut neun Dollar Gewinn. Noch vor zehn Jahren waren es gerade sechs Dollar. Kein Wunder, daß die Unternehmen derzeit im Geld schwimmen. Atemberaubende 2000 Milliarden Dollar haben allein die Firmen aus dem S&P 500 zuletzt aufgetürmt, hat die Investmentbank Goldman Sachs ausgerechnet. Angesichts dieser Entwicklung und der stagnierenden Kurse sei es "nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich Investoren wieder für US-Aktien interessieren", sagt Schallenberger. Dazu kommt die Entwicklung an der Zinsfront. Pünktlich zu Greenspans Abschied aus 20th Street/Ecke Constitution Avenue zum Monatsende nähert sich der jüngste Zinserhöhungszyklus dem Ende. Darauf deutet jedenfalls das Protokoll der Fed zur jüngsten Sitzung von Mitte Dezember hin. Zwar erhöhten die Notenbanker den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf aktuell 4,25 Prozent. Zudem sprachen die Währungshüter laut Protokoll von der Notwendigkeit "weiterer maßvoller Schritte, um die Risiken für das Erreichen eines nachhaltigen Wachstums und für die Preisstabilität in etwa ausgeglichen zu halten". Allerdings wolle man auch "auf Änderungen reagieren", die diese Ziele gefährdeten, hieß es in der von Bankern rund um den Globus stets minutiös studierten Veröffentlichung. Für Beobachter war das die entscheidende Passage. Kaum war der Satz draußen, drehten die US-Börsen auf breiter Front nach oben. "Das absehbare Ende der Zinserhöhungen war sicherlich der Haupttreiber für die jüngste Aufwärtsentwicklung an den US-Märkten", sagt Thomas Radinger, Fondsmanager für amerikanische Werte bei Activest. Noch "einen Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent", erwartet etwa Gerhard Schwarz, Stratege bei der HypoVereinsbank (HVB). Seine Kollegin Traud von Helaba hält zwar insgesamt zwei bis drei kleine Schritte auf dann fünf Prozent für möglich. Doch das dürfte es nach übereinstimmender Einschätzung der Auguren auch gewesen sein. Zumal Bernanke bereits angekündigt hat, die Währungspolitik im Sinne Greenspans fortzusetzen.

Investoren hören das gern. Denn steigende Zinsen verteuern Kredite und damit Investitionen, was auf die Unternehmensgewinne drückt. Angesichts der Aussichten auf Stillstand der Zinsschraube und weiter steigender Ergebnisse sind die meisten Strategen denn auch positiv für den US-Aktienmarkt gestimmt. Erst unlängst hob etwa Goldman Sachs das Kursziel für den Dow zum Jahresende auf 12000 Punkte an. Auch im relativen Vergleich zu anderen Aktienmärkten dürften die Amerikaner im laufenden Jahr wohl deutlich besser abschneiden als 2005. "Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Europa und den USA", erwartet LBBW-Mann Schallenberger. Auch bei der HVB gibt man sich optimistischer. "Im zweiten Halbjahr verbessern sich die Rahmenbedingungen für eine Outperformance des US-Markts", so Stratege Schwarz. Allerdings sollten sich Anleger der Risiken bewußt sein. Als Sorgenkind gilt weiter der US-Immobilienmarkt. In einigen Regionen steigen die Preise seit Jahren zweistellig. Von "klaren Anzeichen einer Überhitzung", spricht denn auch Wolf-Rütger Teuscher, Volkswirt bei der DZ Bank. Immer häufiger werden Häuser in begehrten Lagen bereits nach wenigen Monaten weiterverkauft, ohne daß die neuen Eigentümer überhaupt eingezogen sind. Das Problem: Die meisten Kaufverträge laufen auf Pump. Weil die Häuserpreise steigen, fühlen sich viele Amerikaner reicher, als sie sind und konsumieren fleißig. Immerhin: Derzeit scheint sich die Situation an der Preisfront zu beruhigen, so die Citigroup in einer Studie. Damit scheint das Risiko eines Immo-Crashs vorerst gebannt. Als größere Gefahr gilt da schon der hohe Ölpreis. Er drückt auf den Konsum und heizt die Inflation an. Schon jetzt liegt der Preisauftrieb mit 4,2 Prozent auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Gleichzeitig brummt die Wirtschaft, während es immer weniger Arbeitslose gibt. Volkswirte warnen daher bereits vor steigenden Lohnforderungen, was den Inflationsdruck ebenfalls erhöhen könnte.

Dazu kommt für Investoren auch noch das Währungsrisiko. Bis Ende des Jahres könnte der Dollar gegenüber dem Euro deutlich an Wert verlieren, warnt etwa Helaba-Chef-Volkswirtin Gertrud Traud: "Wir gehen zum Jahresende von einem Wechselkurs von 1,30 Dollar aus." Gegenüber dem aktuellen Niveau würde das eine Abwertung von acht Prozent bedeuten. Auch charttechnisch ist der Greenback angeschlagen, sagt Marcus Metz von Staud Research in Bad Homburg. "Wir halten einen Rückschlag bis in die Zone von 1,28 bis 1,30 Dollar je Euro bis Sommer für möglich." Und das könnte erst der Auftakt sein. Um sich abzusichern, können Anleger jedoch Calls auf den Dollar oder Zertifikate kaufen. Wer so abgesichert ist, sollte angesichts satter Gewinne, hoher Margen und günstiger Bewertungen von US-Aktien die Gelegenheit zum Einstieg nutzen. Immerhin bleiben die Aussichten für die US-Konjunktur selbst bei der für 2006 erwarteten leichten Abkühlung auf rund 3,4 Prozent Wirtschaftswachstum und steigender Investitionsneigung der Unternehmen "weiter gut", so Activest-Mann Radinger. Ben Bernanke wird die Zahlen jedenfalls aufmerksam studieren. Dem künftigen Fed-Chef eilt ähnlich wie Greenspan der Ruf des nimmersatten Zahlenfressers voraus. Nur mit seiner Dienstkleidung dürfte sich Bernanke wohl auch künftig schwer tun. Der Wirtschaftsguru gilt als bekennender Anzughasser. "Mein Vorschlag, die Verbundenheit der Notenbank-Gouverneure mit dem öffentlichen Dienst über das Tragen von Bermudas und Hemden auszudrücken", witzelte Bernanke vor knapp einem Jahr, "blieb bislang unbeachtet." Aber das dürfte er wohl locker verkraften. Eine Niederlage im Buchstabierwettbewerb stählt fürs ganze Leben.

Antworten
Libuda:

Unentdeckte und unterbewertete Wachstumswerte

 
15.01.06 22:03
Peter Oppenheimer, Goldman Sachs:

"Wir favorisieren unentdeckte oder unterbewertete Wachstumswerte. Sie bieten momentan eine Menge Value. In den vergangenen drei, vier Jahren haben Investoren sehr stark auf Unternehmen mit hohen Dividenden- oder Cashflow-Rendite gesetzt. Das führte zu einer kräftigen Outperformance dieser Wertpapiere und Einebnung der Bewertung. Überdurchschnittliches Wachstum wird nicht angemessen honoriert."

Bei Libuda konntet Ihre das schon im Oktober lesen, ehe diese US-Werte ihre ersten Schritte nach oben machten - aber es sind ja erst die ersten Schritte von weiteren nach oben.
Antworten
Libuda:

Greenspan hinterlässt geordnetes Haus

 
16.01.06 19:43


Holger Schmieding von der Bank of America gibt den Chaoten, deren Weltuntergangsträume nicht aufgegangen sind, wie z.B. der vor Unverfrorenheit, Unverschämtheit, Flegelhaftigkeit, Verlogenheit, Erfolgslosigkeit  und Rotzfrechheit nur so triefende Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein, heute in der FAZ die richtige Antwort:

„Wer Greenspan als sereinmäßgien „Blasenbläher“ verunglimpft, wirft ihm letztlich vor, eine allzu lockere Geldpolitik getrieben zu haben. Manche Kritiker beginnen ihre Litanei bereits mit dem Verweis auf 1987. Das ist absurd. Schließlich gehört es zu den Grunderkenntnissen der Geldtheorie, dass eine übermäßige Geldschwemme auf Dauer die Inflation anheizt. Statt dessen ist die Inflationsrate unter Greenspan im Trend weiter leicht gesunken, wenn auch mit einigen Schwankungen.

Gemessen an allen sichtbaren Ergebnissen, ist der Herr des Dollar seinem Auftrag, die Inflation niedrig und die Konjunktur möglichst auf Kurs zu halten, voll gerecht geworden. Damit bleibt nur noch der Einwand, dass Spätfolgen seiner Politik noch nicht erkennbar sein könnten. Bisher weist die Evidenz zumeist in eine andere Richtung. Seit den späten neunziger Jahren hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft beschleunigt, dank der ´Reformen im ehemals sozialistischen Eurasien und eines stärkeren Produktivitätsfortschritts in den Vereinigten Staaten. Die Feld hat der Welt die notwendige Liquidität zur Verfügung gestellt, um dieses schnellere Wachstum spannungsarm zu finanzieren.

Mit den weiteren Spielräumen für ein angebotsbestimmtes Wachstum und dem zunehmenden Konkurrenzdruck aus den neuen Marktwirtschaften haben die Inflationsgefahren insgesamt abgenommen. Damit können die Aufschläge für Inflationsrisiken in Kredit- und Anleihezinsen geringer ausfallen als zuvor. Niedriger Zinsen erleichtern es den Menschen, langlebige Wirtschaftsgüter zu halten, und regen sie an, mehr Liquidität zu halten. Sowohl die höheren Immobilienpreise in weiten Teilen der Welt auch die größere Geldnachfrage spiegeln vor allem die erreichte Preisstabilität wider.“

In Deutschland führt sich ein gewisser Polleit als Oberdummschwätzer in Sachen Zinsen auf. Wenn er selbst nicht in der Lage ist, den Einfluss niedrigerer Kapitalmarktzinsen z.B. auf den Wert von Immobilien zu erfassen, kann er ja einmal seine Studenten an Hochschule für Bankwirtschaft fragen, welche Einfluss das hat. Die haben bevor sie von ihm mit Schwachsinn zu Zinsen vollgestopft werden vielleicht in ihrer vorhergehenden Ausbildung schon etwas Vernünftiges gelernt, z.B. dass der Ertragswert eines Miethauses mit 100.000 Euro jährlichen Einnahmen bei einem Rechnungszins von 5% einen Wert von 2.000.000 ist, bei einem Rechungszins von 10% sich aber nur ein Ertragswert von 1.000.000 ergibt. Der Wert von Immobilien bestimmt sich wie der aller Vermögenswerte als Summe der auf heutigen Tag abgezinsten zukünftigen Zahlungen – und diese Summe wird nun einmal bei sinkenden Zinsen größer. Vielleicht sollte sich der Polleit von einem Mathematik-Kollegen wieder einmal ein paar Stunden Nachhilfe zur Wissensauffrischung geben lassen.
Antworten
Libuda:

Warum die Ami-Aktien 2006 vorn liegen werden

 
16.01.06 22:52

konnte man gestern in Euro am Sonntag lesen:

„Die attraktiven Bewertungen der US-Aktien führen Experten vor allem auf die hohe Ergebnisdynamik zurück. Denn zuletzt sprudelten die Gewinne der amerikanischen Gewinne wie noch nie. Im gerade abgeschlossenen Quartals dürften die Konzerngewinne im Durchschnitt um 13 Prozent zugelegt haben.

Aus 100 Dollar Umsatz machen die Firmen laut Analyst Thomas McManus von der Bank of America derzeit gut neun Dollar Gewinn. Noch vor zehn Jahren waren es gerade sechs Dollar.

Kein Wunder, dass die Unternehmen derzeit im Geld schwimmen. Atemberaubende 2000 Milliarden Dollar haben allein die Firmen aus dem S&P 500 zuletzt aufgetürmt, hat die Investmentbank Goldman Sachs ausgerechnet. Angesichts dieser Entwicklung und der stagnierenden Kurse sei es nur noch ein Frage der Zeit gewesen bis sich Investoren wieder für US-Aktien interessieren, sagt der LBWW (Landesbank Bad Würtemberg)-Analyst Schattenberger.“

Noch einmal zu den 2000 Milliarden Dollar, die die US-Unternehmen in den Firmen horten und in keiner Sparquote auftauchen. Würde die z.B. ausgeschüttet und dann über Kapitalerhöhung wieder in die Unternehmungen geholt, würden die 2000 Milliarden als Einkommen der US-Haushalte auftauchen. Allein dadurch läge die Sparquote dann sicher über 10%. Als vor einiger Zeit Microsoft, wenn ich mich recht erinnere, einmal „nur“ 20 Milliarden, vielleicht waren es auch mehr, in einem Quartal ausschüttete, sauste allein aufgrund der Ausschüttung nur eines Unternehmens die Sparquote in den USA auf über 5% hoch. Wir sollten auf daher auf die Heulnummer der Katastropheten nicht allzu viel geben, die Ersparnisse der Amis sind bei den Unternehmen, finanzieren Investition, die das Produktivitätswachstum und die Produktivität nach oben bringen – das ist sehr viel besser als in Sparbriefen wie bei uns, die dann im Gegensatz zu den einbehaltenen Gewinnen in USA, die Sparquote für die Statistiker erhöhen.

In diesem Zusammenhang sollten sich die Seilschaft aus CDU-Populisten um Roland Koch, die nach der Herrschaft über Stammtische gieren, und SPD-Linken, die ihre Vorurteile gegenüber dem Kapitalismus abarbeiten, noch einmal genau überlegen, welchen Unsinn sie in Sachen Kursgewinnbesteuerung vorhaben: Nämlich ausgerechnet die Eigenkapitalbildung in Kapitalgesellschaften soll mit einer Flatrate von 45% besteuert werden. Was diese Bubis nicht kapieren, ist die Tatsache, dass Kursgewinne schon mit 25% besteuert werden. Ohne die 25% Körperschaftssteuer auf einbehaltene Gewinne, bliebe mehr Geld im Unternehmen, es könnte mehr investiert werden, es würden höhere Gewinne erzielt und damit auch höhere Aktienkurse. Aber das ist nun einmal für Juristenschädel zu kompliziert und Ideologen weigern sich darüber nachzudenken. So positiv man in fast allen Dingen die Große Koalition bewerten muss, so schädlich ist dieses Ei, was man sich da aus Populismus und Ideologie ins Netz legt. Langfristig kann dies schädlichere Auswirkungen haben als die vielen an sich positiven Dinge, die die Große Koalition auf den Weg brachte bzw. bringen wird. Denn eine Besteuerung von 20% zusätzlich zu den schon erfolgten 25% führt zu der oben angeführten Flatrate von 45%. Das ist 3% höher als ein Spitzenverdiener für Zinseinkommen bezahlt. Und auch ein Kleinaktionär, der keine Einkommensteuer bezahlen müsste, also bei Zinseinkünften nichts bezahlt, ist hier flat mit 45% dabei. Kaum zu glauben, aber wahr, wie hier unfähige Politiker, die selbst vermutlich nur Zinseinkünfte beziehen, ihr privates Vermögen maximieren und gleichzeitig die Axt an den Wohstand und die Arbeitsplätze in Deutschland anlegen.
Antworten
Libuda:

Delle bei US-Aktien zum Einstieg nutzen

 
21.01.06 10:48
Denn eine der Ursachen könnte sein, was man letzte Woche,in der Zeitung konnte lesen, konnte:

„Im vergangenen Jahr hat sich der Produktivitätszuwachs laut Conference Board in den meisten Industrieländern verlangsamt. Das gilt auf für die USA, wo sich der Produktivitätsanstieg nach drei Prozent im Jahr 2004 nach 1,8 Prozent abschwächte. „Das zurückgehende Produktivitätswachstum in den USA ist zwar kein positives Signal. Meine einem langfristig niedrigen Trend um oder gar einem Prozent müssen wir aber nicht rechnen“, sagte van Ark, Direktorn des internationalen Wirtschaftsforschungsprogramms des Conference Board. Dass die Arbeitsproduktivität im Jahresvergleich gesunken sei, liege an der Verlangsamung des gesamten Wirtschaftswachstum im Vorjahr und daran, dass der Beschäftigungsanstieg größer war als zuvor.“

Dass man nicht Wert um die vier Prozent beim Produktivitätswachstum würde durchhalten können war klar. Dass es stark schwankt und bei Personalaufstockungen vorübergehend zurückgeht auch. Fakt scheint aber zu sein, dass es noch auf absehbare Zeit über dem einen Prozent liegen wird, das wir über viele Jahre bis Ende des letzten Jahrtausends hatten. Für etwas mehr als einem Jahr hatte die FED von New York die durchschnittliche Steigerung der Produktivität für den nächsten Zehnjahresraum mit 2,7% beziffert, was eine Anhebung gegenüber den vorherigen Projektionen in Höhe von 2,2% bedeutete, die auch schon wesentlich höher waren als in den vorhergegangenen Zeiträumen. Denn die Haupttriebfeder, die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung, ist noch lange nicht ausgreizt und wird noch Jahre tragen, von enormen möglichen Effizienzsteigerungen im Bereich der staatlichen Verwaltungen sogar noch abgesehen.

In diesem Umfeld und vor dem Hintergrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen, bei denen auch keine dauerhafte Erhöhungsgründe in Sicht sind, sind die momentanen KGV's immer noch ein schlechter Witz. Und lasst Euch nicht von den Dumm-Dumm-Sprüchen einlullen, dass die Anleger momentan sehr risikobereit seien - das sind beinharte Lügen von Verzockern wie Montier und Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein oder Stephen Roach von Morgan Stanley, die damit ihren Hexenglauben, ihre Unfähigkeit, ihre grenzenlose Blödheit und Borniertheit bemänteln sollen. Wenn die Aktien-KGV's teilweise nur halb so hoch sind wie die Renten-KGV's haben wir eine absurde Risikoabneigung - alle anderen selbstgestrickten Idiotenvergleiche der Verzocker sind die Ausgeburt von Flach- und Schwachsinn. Edwards sollte weiter in der Abteilung für Erotik Untersuchung anstellen.
Antworten
Libuda:

Penny-Stocks statt Penis-Pillen

 
21.01.06 13:24

Vergleichbares wie das nachstehend in der heutigen WELT Berichtete gibt es auch auf Aktienboards. Ein Beispiel dafür ist z.B. der kleine dümmlich Milchzahnzocker auf dem Comdirect-Board, der zu jedem Wert seinen Senf dazu gibt, auch wenn er den Firmennamen gerade zum ersten Mal gehört hat. Am lustigsten war seine Google-Nummer, wo er seit dem Startkurs von 85 Dollar unzählige Mal Puts für die beste aller Anlagen hielt und dann laut "Hier" schreit, wenn von zwanzig Versuchen einer klappt. Natürlich spielt dieser Schulbubi nur, um Aufmerksamkeit zu erwecken und ist insoweit harmloser, aber keineswegs weniger schädlich, als die nachstehende Klientel.

Hier der Bericht aus der WELT:

Penny-Stocks statt Penis-Pillen

Anleger werden von einer Spam-Welle mit fragwürdigen Aktientips überflutet
von Constantin Gillies

New York - Kaufen Sie Aktien von Dark Dynamite Inc.! Seit Dezember ist der Kurs von 65 Cent auf 1,70 Dollar gestiegen! Langfristig sind 4,25 Dollar möglich!" Diesen heißen Anlagetip fanden Millionen Deutsche jüngst in ihrem E-Mail-Postfach vor. Und fast alle Internetnutzer haben ihn wahrscheinlich sofort in den Papierkorb befördert. Bis auf Joshua Cyr: Der Amerikaner liest jede Mail mit einem Aktientip ganz genau - und folgt der Empfehlung. Sein Portfolio besteht nur aus sogenannten Spam-Stocks, also Wertpapieren, die über Massenmails beworben werden. Er will herausfinden, ob die vermeintlichen Geheimtips wirklich durch die Decke gehen. Wächst Dark Dynamite zum Beispiel so explosiv, wie es der Firmenname vermuten läßt?

Für sein kleines Experiment hat der Softwareentwickler eine Webseite aufgesetzt: Unter www.spamstocktracker.com kann die Netzgemeinde jederzeit die Performance seines Depots verfolgen. Und die ist alles andere als rekordverdächtig. Von 17 405 Dollar, die der Amerikaner seit Mai letzten Jahres in Spam Stocks angelegt hat, sind nur noch 8285 Dollar übrig. Mit Hilfe der wohlmeinenden Ratschläge aus dem Postfach hat er seinen Einsatz kurzerhand halbiert.


Zu den Pleiten im Portfolio gehört zum Beispiel die Trimfast Group, ein Anbieter von Telefonkarten. Dessen Aktien sind derzeit 0,6 Cent wert, zum Zeitpunkt des Kaufs waren es immerhin noch 15 Cent. Das entspricht einem Minus von 96 Prozent. Ein Viertel der übrigen Investments entpuppte sich sogar als Totalverlust, weil die Firmen schlichtweg Pleite gingen. Glück für den Mann aus New Hamphire also, daß er Portfolio rein virtuell betreibt. Cyrs Aktiendepot ist eine Simulation, die auf echten Kursen basiert.


Die Stock-Spammer ficht das freilich nicht an. Ihr fragwürdiges Geschäft erlebt derzeit eine wahre Hausse: 8,5 Prozent aller im letzten Jahr zirkulierenden Spam-Nachrichten drehte sich um Wertpapiere, hat das Unternehmen Sophos, ein Anbieter von Mailfiltern, ermittelt. Pornographische Inhalte liegen mit 9,5 Prozent nur knapp in Führung. Aber anders als bei Porno und Penis-Pillen, wo die Spamrate sinkt, schwillt die Flut der Post mit dem Betreff "stOx" weiter an (die echte Schreibweise "Stocks" würde Spamfilter alarmieren). Um zehn Prozent klettert die Zahl der unaufgefordert verschickten Anlagetips derzeit pro Monat.


Hinter den Aussendungen stecken dubiose Spekulanten, die auf die bekannte "Pump and Dump"-Strategie (etwa: Aufblasen und Abstoßen) setzen. Sie basteln sich aus offiziellen Pressemitteilungen und frei erfundenen Prognosen eine Kaufempfehlung zusammen, die dann millionenfach versendet wird - in der Hoffnung, daß zumindest einige Netzbürger auf den Insidertip hereinfallen. Da es sich bei den Papieren meist um extrem billige Papiere handelt, sogenannte Penny-Stocks oder Microcaps, reicht es schon, wenn wenige Naive zugreifen. Dann zuckt die Notierung nach oben, und der Spam-Spekulant kann Gewinne mitnehmen. Zu funktionieren scheint der Trick allerdings nicht, meint Müllmail-Experte Cyr: "Die Kurse der meisten Papiere sind selbst nach der Spam-Aussendung nicht gestiegen."


Auch bei Dark Dynamite Inc. scheint zumindest Vorsicht geboten zu sein. Laut der Spamnachricht betreibt die Firma einen Freizeitpark in der chinesischen Stadt Xian. Bekannte Wirtschaftsdienste im Internet listen die Firma dagegen als Hersteller von T-Shirts und Skibekleidung.


Artikel erschienen am Sa, 21. Januar 2006
Antworten
Libuda:

Dummbeutel-Gesappel wie das nachstehende

 
27.01.06 22:15
dümmliche Gesülze haben in gebetsmühlenartiger Wiederholung seit Frühjahr 2003 die Anleger um Kursverdoppelungen bis -verdreifachungen gebracht. Da ist keine Scham um das wertvernichtende Gesülze erkennbar. Der nachstehende kleine Dummschwätzer hat z.B. nicht mitbekommen, dass sich in 2004 das US-Defizit um über 100 Milliarden Dollar reduzierte und jetzt unter der 3%-Grenze liegt. Im Verhältnis zum nominalen BIP, der relevanten Vergleichgröße, ist die Verschuldung somit erheblich gesunken. Heute konnte man gar in den Zeitungen lesen, dass die schon in 2005 reduzierte Verschuldung in den nächsten Jahren dramatisch sinken wird. Statt wie ursrünglich vorgesehen in 2012 wird der US-Haushalt beim Anhalten des Trends jetzt schon in 2008 ausgeglichen sein.
Antworten
Libuda:

Dummbeutel-Gesappel wie das nachstehende

 
27.01.06 22:17
dümmliche Gesülze haben in gebetsmühlenartiger Wiederholung seit Frühjahr 2003 die Anleger um Kursverdoppelungen bis -verdreifachungen gebracht. Da ist keine Scham um das wertvernichtende Gesülze erkennbar. Der nachstehende kleine Dummschwätzer hat z.B. nicht mitbekommen, dass sich in 2004 das US-Defizit um über 100 Milliarden Dollar reduzierte und jetzt unter der 3%-Grenze liegt. Im Verhältnis zum nominalen BIP, der relevanten Vergleichgröße, ist die Verschuldung somit erheblich gesunken. Heute konnte man gar in den Zeitungen lesen, dass die schon in 2005 reduzierte Verschuldung in den nächsten Jahren dramatisch sinken wird. Statt wie ursrünglich vorgesehen in 2012 wird der US-Haushalt beim Anhalten des Trends jetzt schon in 2008 ausgeglichen sein.



 
london  




27.01.06, 19:06 Uhr (33 Klick(s)) Beitrag anzeigen

Trügerische Hoffnung

Die Hoffnung, die lange Serie von Zinserhöhungen könnte wegen der miserablen Wachstumszahlen zu einem Ende kommen, halte ich für trügerisch.
Wie ich vor kurzem in die sem Forum geschrieben habe, legen weltweit Staatsbanken und regierungsnahe Investoren immer weniger Kapital in den USA an.
Die USA können ihre wachsende Staatsverschuldung aber nur mit diesem Fremdkapital finanzieren.
Um für das Ausland attraktiv zu bleiben, werden
die USA mit immer höheren Zinsdifferenzen locken müssen.

Zudem wirken sich die bisherigen Zinserhöhungen erst mit einer gewissen Verzögerung auf das Konsumverhalten und den Aktienmarkt aus.

Gruss
london


Antworten
Libuda:

Schande über die FAZ

 
01.02.06 23:06
deren Anlegerteil ich wegen seiner Ausgewogenheit eigentlich schätze, dass sie einem derart dreisten und seine Kunden im ihr sauer verdientes Geld bringenden Scharlatan eine Bühne bietet.

Lasst Euch von diesem Dummschwätzer, der zu einer differenzierten Argumentation nicht fähig ist, nicht verarschen. Dieser Schwachkopf hat vermutlich seit Frühjahr 2003 die Fastverdreifachung des DAX verpasst und versucht jetzt seine Unfähigkeit reinzuwaschen.

Fakt ist: Das Eingehen höherer Risiken wird belohnt - und mit dem notigen Zeithorizont ist es ein hohes Risiko, Risiken zu vermeiden, weil man dadurch arm wird bzw. bleibt. In den letzten 100 Jahren haben in fast 70% der Zehnjahreszeiträume Aktien die Renten geschlagen, in den Zwanzigjahreszeiträumen waren in über 90% der Zeiträume die Aktien den Renten überlegen. Und es gibt in den letzten 100 Jahren keine 30-Jahreszeitraum, das sind immerhin 100 Stück, in denen Aktien nicht der Rentenanlage überlegen werden.

Und lest einmal nach, wie hier ein dreister Lügner seine Leser verarscht. Wahrscheinlich ist er zu blöd, etwas anderes als Renten auszuwählen. Das kann aber jeder Anleger, der seinen Kopf nicht nur zum Haareschneiden hat, selber. Ein grausamer Dummschwätzer, dem eine seriöse Zeitung - und das ist mein Vorwurf - keine Bühne bieten sollte,

"30. Januar 2006 Vermögensverwalter Johannes Führ fürchtet galoppierende Preissteigerungen und erwartet niedrige Zinsen - noch viele Jahre lang.


Herr Führ, was ist ein Euro wert?

Soviel wie eine D-Mark.

Wie rechnen Sie? 1999 haben wir zwei D-Mark in einen Euro getauscht. Und seither hatten wir viel Glück mit der Inflation.


Euro und D-Mark: Kaum noch Unterschied im Wert

Nein, seit der Euro eingeführt wurde, haben wir in Wahrheit eine galoppierende Inflation. Deren Ende ist bis heute nicht abzusehen.

Ein bis zwei Prozent Preisanstieg im Jahr sind eher schleichend?

Bitte unterscheiden Sie zwischen der statistisch festgelegten und der gefühlten Inflation. Schauen Sie auf Gold und andere Rohstoffe. Überall Fahnenstangen nach oben.

Was in der offiziellen Inflationsrate aber nicht ankommt.

Das ist genau der Punkt: Was ist im Warenkorb und was nicht? Die Autokosten, die Steuern, die Gebühren steigen. Doch wir haben angeblich kaum Inflation. Das stimmt nicht überein.

Ist der Warenkorb für die Inflationsmessung Murks?

Ein Urteil maße ich mir nicht an. Wir sind keine Statistiker.

Sie wiederholen dennoch, was meine Schwiegermutter auch sagt: Ein Euro ist heute eine D-Mark.

Eine vernünftige Dame mit Lebenserfahrung. Genau dies sagen auch 99 Prozent der Normalbürger. Der Handwerker, der mir früher eine Rechnung über 30 DM stellte, schreibt heute - ohne rot zu werden - 30 Euro auf. Und der nächste verlangt schon 45 Euro.

Das Euro-Bargeld wurde 2002 eingeführt. Seither wäre also die Inflationsrate im Schnitt um 19 Prozent pro Jahr gestiegen?

Die gefühlte Inflation, ja. Natürlich stelle ich nun fest, daß meine Gewerbeimmobilien weniger wert und nicht zu verkaufen sind. Doch da, wo ich etwas haben möchte, wird es nicht billiger.

Was brauchen wir denn? Lebensmittel, die sind in der Summe nicht teurer geworden.

Das ist die nächste Diskussion. Nehmen Sie Wein. Vor sechs oder sieben Jahren konnte ich bei Aldi einen Pinot Grigio für 1,99 bis 3,99 DM kaufen. Heute gibt es den billigsten Pinot Grigio ab 2,99 Euro. Wir haben neulich alte Speisekarten gefunden. Damals konnten wir eine Pizza für sechs D-Mark bestellen, heute sind es sechs Euro. Aber das will ich nicht vertiefen. Beides gibt es: die offizielle und die Schwiegermutter-Statistik.

Wer hat recht?

Darauf gebe ich gar keine Antwort mehr. Ich schaue mir statt dessen an, wie die Menschen handeln. Und stelle fest, daß die alten Inflationswerte in die Höhe schießen. Daraus ziehen wir Konsequenzen. Wir kaufen am Aktienmarkt zum Beispiel Rohstoff-, Öl- und Stahlwerte. Wir sind auch bullish für Bauwerte. Denn ich weiß: Bauen wird in den nächsten Jahren nicht billiger. Das stelle ich auch im Ausland fest: Auf einer kleinen Insel in Spanien stehen mehr Kräne als in ganz Hessen. Da wundere ich mich nicht mehr über Immobilienpreissteigerungen von 20 bis 30 Prozent pro Jahr. Oder gehen Sie nach Irland, Portugal oder Italien.

Da müßten doch bald die örtlichen Währungshüter aufschreien und Zinserhöhungen von der Europäischen Zentralbank fordern.

Nein, nein, ganz im Gegenteil, auch in Spanien steigt doch die Staatsverschuldung. Aus den gleichen Gründen wie hierzulande. Die Regierungen haben deshalb ein vitales Interesse an tiefen Leitzinsen. Und die Währungshüter werden sie so lange niedrig halten, wie sie nur können.

Notenbanken sind unabhängig und müssen Inflation bekämpfen.

Nein, die Europäische Zentralbank kann nicht so frei agieren, wie es auf dem Papier steht. Die Währungshüter werden sich auf Jahre hinaus durchmogeln - mit wolkigen Hinweisen auf irgendwelche Rahmenbedingungen, die es auch zu beachten gelte. Ich würde mir wünschen, daß das Gehalt der Notenbanker wie in Neuseeland davon abhängt, wie stark die Inflation unter Kontrolle bleibt.

Kein Problem, bisher ist die offizielle Inflationsrate ja niedrig.

Das bleibt sie nicht, über kurz oder lang. Zunächst jedoch werden wir die niedrigen Leitzinsen behalten. Erst in der Endphase des laufenden Zinszyklus werden sie dazu beitragen, daß sich die gefühlte Inflation in der Statistik zeigt. Irgendwann werden immer mehr Leute beginnen, mit kurzfristig aufgenommenem Kapital langfristige Objekte zu finanzieren, um an der Inflation zu verdienen. Wenn dies auf Hochtouren kommt und die Auswüchse für alle sichtbar werden, wird die Europäische Zentralbank gezwungen sein zu bremsen.

Bedeutet das nun: jetzt Aktien kaufen, weil die Renditen so mickrig sind und steigen könnten?

Nein, erstens haben die Leute noch den Aktiencrash von 2000 in den Knochen. Viele würden es nicht tun und sollten auch nicht übermäßig in Aktien investieren, wenn sie ihr Vermögen sichern wollen. Zweitens werden die Renditen auch in den kommenden Jahren recht niedrig bleiben.

Warum denn das?

Weil die Staaten niedrige Zinsen brauchen, um weiter Schulden zu machen. Nur mit tiefen Zinsen bleibt die rasant ansteigende Staatsschuld bezahlbar. Und nur über hohe Inflationsraten können sich die Staaten auf Dauer entschulden.

Das muß die unabhängigen Anleihemärkte nicht beeindrucken?

Doch! Solange die Leitzinsen niedrig bleiben. Denn die Grundlage der Rentenmärkte bilden immer die kurzfristigen Zinsen. Das wird oft vergessen: Der lange Zins hängt am kurzen. In den vergangenen 150 Jahren hatten wir mit einer Häufigkeit von 90 Prozent eine normale Zinsstruktur. Das heißt: Die Anleiherenditen pendelten etwa ein bis drei Prozentpunkte über den offiziellen Leitzinsen.

Was raten Sie Anlegern?

Vermögen zu erhalten geht am Ende nur über Anleihen. Wenn Aktien in schlechten Zeiten einmal 50 Prozent fallen, brauchen Sie 100 Prozent Gewinn, um zumindest unbeschädigt dazustehen. Schauen Sie nur auf die vergangenen fünf Jahre: Mit Aktien sind sie immer noch im Minus, mit Renten hätten sie 30 Prozent gewonnen. Anleger sind 2005 mit Anleihen gut gefahren, vier bis sieben Prozent sind auch künftig erzielbar.

Selbst bei steigenden Renditen?

Selbst dann. Denn die kurzfristigen wie die langfristigen Zinsen werden nicht sehr stark schwanken. Vielleicht 1 bis 1,5 Prozentpunkte pro Jahr. Das ändert sich erst in vier bis fünf Jahren, wenn die Tiefzinsphase ausläuft, die wir seit Einführung des Euro erleben.

Aber jungen Menschen bleibt doch gar nichts anderes übrig, als auf Aktien zu setzen, wenn sie im Alter gut versorgt sein wollen.

Wenn Sie als junger Mensch 10.000 Euro haben, sollten Sie drei Monate durch die Welt reisen. Wenn Sie 30.000 bis 100.000 Euro besitzen, kaufen Sie sich ein Haus, das sie so schnell wie möglich abbezahlen. Damit besitzen Sie die Grundsubstanz, um sich selbständig zu machen. Merken Sie sich: Wenn Sie wirklich zu Geld kommen wollen, verdienen Sie das nicht als Angestellter oder an der Börse. Das geht nur durch Sparen oder als Unternehmer.

Der Vermögenserhalter

„An erster Stelle steht die Erhaltung des Kapitals und erst danach die Maximierung des Wachstums.” Dieses Prinzip machte der 52 Jahre alte Johannes Führ zur Maxime bei seinen Anlageentscheidungen. Folglich favorisiert er Renten deutlich gegenüber Aktien. Führ studierte in Frankfurt am Main und New York und begann bei Merrill Lynch, einer der größten Investmentbanken an der Wall Street. Anfang 1989 gründete er in der Schweiz seine Vermögensverwaltung, innerhalb der er mittlerweile eine Milliarde Euro verwaltet. In der Branche wird er wegen seiner Treffsicherheit bei Wirtschafts- und Zinsprognosen geschätzt. Dies hilft ihm nach eigener Aussage, seine Kunden vor negativen Veränderungen an den Finanzmärkten zu schützen. Seine Einschätzungen werden auch von Banken und professionellen Investoren stark wahrgenommen.


Das Gespräch führte Thomas Schmitt


Text: stt., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.01.2006, Nr. 4 / Seite 43
Bildmaterial: F.A.Z.-Wonge Bergmann, picture-alliance/ ZB"


 
Antworten
Libuda:

US-Aktien sind ein STRONG BUY

 
03.02.06 23:34
wenn es Beifall für den nachstehenden in vielen Passagen schlicht und einfach lügenden Dummbeutel gibt, der die Welt nicht so sieht wie sie ist, sondern sie sich nach seiner Ideologie zurechthämmert.

"Im Klartext von Bill Bonner

Ok. Heute rede ich Klartext. Keine Metaphern, keine Witze, keine Ironie, kein Sarkasmus. Heute werde ich die Geschichte ungeschmückt, unversüßt und unbefleckt wiedergeben, wie einen Old Overholt Pennsylvania Whiskey ohne einen Tropfen Wasser - oh, da hat sich doch wieder eine eingeschlichen!
Es gibt vier große Trends, die alle zusammenhängen und die alle gleichzeitig Einfluss auf die Welt haben.
1. Der Welt geht das billige Öl aus. Es wird zwar immer Energie geben, aber es wird immer schwerer, sie zu kriegen. Die amerikanische Ölproduktion hat schon seit Jahrzehnten ihren Höhepunkt hinter sich. In Großbritannien geht die Produktion in der Nordsee zurück. Niemand weiß genau, wie viel Öl die Saudis noch haben, aber es ist vielleicht weniger als sie behaupten. Die weltweite Produktion soll in den nächsten ein oder zwei Jahren ihren Höhepunkt erreicht haben. Rückgänge beim Angebot könnten sich keinen schlechteren Zeitpunkt ausgesucht haben; heute wollen mehr Leute mehr Öl als zu irgendeiner anderen Zeit. Die Chinesen haben 2004 2 Millionen Neuwagen gekauft. Sie kaufen jedes Jahr ungefähr doppelt so viele wie im Vorjahr. Gegenwärtig verbraucht ein Mensch in China im Schnitt ein Zehntel der Energie, die ein Amerikaner verbraucht. Was wird passieren, wenn sie erst einmal halb so viel verbrauchen? Benzinpreise sind in den USA in der vorletzten Woche gestiegen - der größte Anstieg in 11 Wochen. Drei Dollar für die Gallone gelten schon als so gut wie sicher. In wenigen Jahren wird man das für günstig halten.

2. Der Reichtum der Welt verlagert sich in den Osten. General Motors, bis zuletzt das größte Unternehmen in Amerika, ist 12 Milliarden Dollar wert. Zusammen mit Ford ist General Motors heute nicht einmal halb so viel wert wie Honda und nur ein Fünftel von Toyota, mit einer Marktkapitalisierung von 172 Milliarden Dollar.
" Im Jahr 1970" , erklärt Marc Faber, " hatte allein IBM eine höhere Marktkapitalisierung als der gesamte japanische Aktienmarkt. Innerhalb der nächsten 10-20 Jahre, könnten es die asiatischen Märkte, darunter Japan, auf 25 %, vielleicht sogar 50 % der Marktkapitalisierung der Welt bringen. Heute liegt der Anteil bei 14 %."
Ein Freund von mir ist gerade aus Shanghai zurück:
" Es ist unglaublich, Sie haben eine ganz neue Stadt gebaut. Die Hotels sind die schönsten, die ich je gesehen habe. Die Bars sind fantastisch. Es ist so aufregend. Wenn ich wohnen könnte, wo ich will, dann würde ich - zumindest für zehn Jahre oder so - in Shanghai leben. Es muss der Ort auf der Welt sein, wo mehr Wachstum und Innovation zu finden sind, als irgendwo anders auf diesem Planeten. Es gibt dort so viel Geld, so viel Energie, so viel Leben. So muss es in New York in den zwanziger Jahren gewesen sein."
Die Globalisierung hat den Wettbewerb verschärft. Jetzt essen leichtere und schnellere Wettbewerber aus dem Osten den Amerikanern das Mittagessen weg und treten ihnen in den Hintern - genauso wie die New Yorker es zu Beginn des Jahrhunderts mit den Londonern gemacht haben.
3. Mit dem amerikanischen Imperium geht es bergab. Von Anfang an war das amerikanische Imperium ein schlechter Grog aus dem Schwarzgebrannten von Wilson und den militärischen Spirituosen eines Custer. Diese beiden Komponenten führten schlussendlich zudem Krieg im Irak - ein Krieg, der strategisch inkompetent geführt wird. Die größte Angriffsmacht, die je zusammenkam, bewacht heute Benzinpumpen. Wirklich ausgelaugt wird das Imperium jedoch durch Geld - oder besser, durch fehlendes Geld. Die Amerikaner hätten lieber Granitarbeitsplatten und kostenlose Tabletten als die Kosten eines Imperiums. Sie können sich beides nicht leisten, nicht, wenn die globalisierten Märkte die Tagessätze der amerikanischen Arbeiter nach unten treiben.
Also steigen die Schulden, die Washington Post berichtete:
" Die Verschuldung der amerikanischen Haushalte hat im dritten Quartal des vergangenen Jahres einen Rekord von 11,4 Milliarden Dollar erreicht, nachdem sie schneller als je seit 1985 in die Höhe schoss."
" Die amerikanischen Haushalte geben heute den Rekordwert von 13,75 Prozent ihres Nettoeinkommens aus, um ihre Schulden abzuzahlen."
Getränkt in dem leichten Geld breiten sich überall zerstörerische Stockflecken aus. " Holt es euch solange es noch möglich ist" , sagen die unternehmerischen Luden, die Lifestyle Gurus und die Geldverschieber. An der Wall Street freut man sich z.B. wieder über ein Jahr der Rekordprämien. Henry Paulson, Jr., Geschäftsführer bei Goldman wird 38 Millionen Dollar bekommen.
4. Mit dem Untergang des Imperiums kommt auch der Untergang des imperialen Geldes. Als der Dollar am 15 August 1971 vom Gold getrennt wurde, stellten sich nachdenkliche Menschen eine Frage: Wie lange wird der Dollar noch bleiben? Die Antwort ist immer noch nicht bekannt, aber der Tag seines Untergangs rückt mit jedem Tag näher. Ende letzter Woche ist der Euro auf über 1,23 Dollar gestiegen. Gold machte sich auf den Weg zu 560 Dollar. Dieses experimentelle Drama mit dem Papiergeld in der Hauptrolle hat noch einige Akte vor sich, aber wir wissen alle schon, wie es ausgehen wird. Der Dollar wird fallen, er wird genauso fallen wie MacBeth bei Dunsinane.
Es gibt auch noch einen wichtigen zyklischen Trend zu bedenken Die Märkte gehen auf und ab - selbst während die größten Makrotrends ihren Weg durchsetzen. Eine große Kreditexpansion und ein Anstieg der Preise von Vermögenswerten begannen in den frühen Achtzigern. Bezogen auf wahres Geld (Gold) sind die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien überall auf der Welt gestiegen. Die Inflation der Preise von Vermögenswerten erreichte im Juli 1999 ein Ende. Seitdem ist Gold im Vergleich zu fast allen anderen Klassen von Vermögenswerten gestiegen. Der Trend hat gerade erst angefangen. Und da die meisten Menschen nur den nominalen Wert der Preise berücksichtigen, so wie er in der örtlich verwendete Währung beziffert ist, ist es noch nicht vielen Leuten aufgefallen.Aber den Preisen von Vermögenswerten geht die Luft aus. Gemessen am wahren Geld (Gold) fallen die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien. Auch dieser Trend hätte sich keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können. Die Verschuldungen des amerikanischen Kreditmarktes sind doppelt so hoch wie zu der Zeit, als die Expansion 1980 begann. Sie stieg von 130 % des Bruttoinlandsprodukts auf mehr als 300 %. Diese Schulden - besonders die Hypothekenschulden - basieren auf schwächer werdenden Preisen der Vermögenswerte. Wenn die Preise sinken, werden auch die Schulden sinken. Und dann werden die sich abstrampelnden Hausbesitzer, die armen Konsumenten - der Einkaufsproll - sich umsehen müssen.
Eingezwängt zwischen Schulden und dem realen und verwendbaren Einkommen, mit all den Kosten und Illusionen eines untergehenden Imperiums die aufrecht erhalten werden müssen, mit einem Dollar, der an Wert verliert (und einem Chef der Zentralbank der Dollars aus Helikoptern abwirft) pumpt er Benzin zu drei Dollar die Gallone in den gurgelnden Tank seiner viel zu großen Karre und macht seine monatlichen Zahlungen, um seine Hypotheken zu bedienen, die über seinem Haus schweben, wie das Washingtoner Monument über der Papphütte eines Bettlers - was soll der arme Mensch tun?
Ich glaube fast ich kenne die Antwort, aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll.."

Was lernen wir von einem solchen Dummbeutel, der vergisst, dass alle "Firmenwunder" der letzten zehn Jahre in den USA entstand sind:

1. In welchen Land entstand Google?

2. In welchem Land entstand Ebay?

3. In welchem Land entstand Yahoo?

4. In welchem Land ist Citigroup angesiedelt, die vor zehn Jahren noch hinter vielen japanischen Banken lag?

5. In welchem Land wurde Wal Mart zur weltweiten Nr. 1, obwohl sie noch vor 15 Jahren von Mitsui rettungslos abgehängt waren.

6. Aus welchem Land kommt der Konzern, der Microsoft niedermacht?

7. Aus welchem Land kommt der Konzern, der Intel niedermacht?

8. In welchem Land entstand Genetech?

9. Vor zwanzig Jahren waren Hoechst und Bayer die Apotheken der Welt, heute heißen sie Pfizer und Co - oder?

10. IBM verkauft sein PC-Geschäft an die Chinesen, aber sind die Chinesen besser als IBM?

11. Eine US-Firma namens EXXON schaffte in diesem Quartal den höchsten Gewinn eines Unternehmens aller Zeiten. Meint jemand wirklich, dass Karstadt und Holzmann eine Konkurrenz sind?

12. Wird Cisco von Juniper bedrängt oder von Infineon?

13. usw.

Mein Fazit: Lasst Euch von geifernden und fanatisierden Dummschwätzern nicht verarschen, die Euch in ihrem missionarischen Eifer um Euer Geld bringen. Ich mag den Kriegstreiber Bush auch nicht. Aber das ist noch lange kein Grund, um mit Schaum vor dem Mund nur Unsinn zu reden und die Leser in falsche Anlageentscheidungen hineinzujagen. Viele diese geifernden Dummschwätzer haben ein Problem: Nach dem seit 1968 andauernden Marsch durch die Institutionen sind viele ausgerechnet 1999/2000 im Neuen Markt und bei Internetwerten wie Commerce One angelangt, wo sie vor Gier nicht an sich halten konnten. Da hat Karl Marx ausnahmsweise einmal recht: Hier bestimmte das Sein das Bewusstsein.

Ich weiss auch nicht wie es in zehn Jahren aussieht, aber soweit nach vorne antizipiert Börse nicht. Für mich ist bedeutsamer, dass im Shanghai-Ranking, wo die Universitäten weltweit "geratet" werden, folgendes rauskommt: Acht der zehn besten und 23 der 30 besten Unis liegen in den USA. Solange wir noch dieses erdrückende Übergewicht haben, entstehen die Google's, Ebay's, Intel's, Cisco's, Genetech's usw. auf absehbare Zeit in den USA.
Antworten
Libuda:

Raus aus Öl und Rohstoffen und rein in Wachstums-

 
11.02.06 21:00
werte. Thomas Grüner, von dem nachstehender Artikel stammt, war der einzige bekannte deutsche Vermögensverwalter, der damals im Frühjahr 2003 beim DAX-Stand von 2.300 die Entwicklung bis heute in etwa richtig einschätzte. Der Mann hat in Sachen Rohstoffen recht, denn man sollte nicht auf das dümmlich Geblöke vom Super-Zyklus hereinfallen. Wenn die Marktpreise dreimal und mehr höher sind als die Grenzkosten der teuersten Produzenten ist der Preiseinbruch fest programmiert.


Droht Kursrutsch beim Öl?


Ist der nächste Downmove gestartet?

Der Kursrückgang der letzten Woche hat die technische Situation beim Ölpreis deutlich eingetrübt. Die Befürchtungen hinsichtlich eines schwächeren Wachstums der Weltwirtschaft könnten auch die weiteren Rohstoffpreise unter Druck bringen. Hat eine größere Korrektur begonnen?

>>Jetzt bestellen! Ihr persönlicher Börsenkompass. << Welche Kursziele sehen wir für den DAX, Euro-Stoxx-50, Nikkei, Dow Jones, S&P 500 und beim Nasdaq 100? Was machen die Zinsen? Bricht der US-Dollar ein? Gerät die US-Wirtschaft durch die inverse Zinsstruktur in eine Rezession? Was sagen die Investmentbanken? Was sagen wir? >>Zur Bestellung der Prognose hier anklicken.<<


Sentiment eindeutig bullish - ein Warnsignal?

Das Sentiment im gesamten Rohstoffsektor ist sehr bullish. In der Umfrage unter Privatanlegern - die wir anlässlich der Erstellung unserer Jahresprognose durchgeführt haben - ist ein sehr deutlicher Optimismus zu erkennen. Private Investoren sind wesentlich bullisher für die Entwicklung des Ölpreises, als dies die Investmentbanken sind. Aus unseren umfangreichen Datenbanken und Statistiken wissen wir, dass Investmentbanken fast immer tendenziell falsch liegen. Wir schließen daher stets den Marktkonsens als eher unwahrscheinlich aus. Man sollte aber eines nicht vergessen: Privatanleger liegen meist noch schlechter mit ihren Einschätzungen. Zu oft werden Extremszenarien erwartet. Die Sorglosigkeit, die viele Kommentatoren in den Aktienmärkten sehen, kann ich wesentlich deutlicher im Rohstoffsektor ausmachen. Die Gefahren in diesem Bereich haben zugenommen. Viele Privatanleger tummeln sich in diesem Sektor, ohne die fundamentale Situation und die damit verbundenen Risiken vernünftig einschätzen zu können.

Eine Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums würde die Rohstoffpreise wesentlich härter treffen als die Aktienmärkte, da diese von einer Entspannung an den Rentenmärkten und einer wieder expansiveren Zinspolitik der Notenbanken profitieren würden. Passen Sie auf - schätzen Sie Ihre Depotrisiken nüchtern ein!


Brent Öl Tageschart

Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde gebrochen. 50% der jüngsten Aufwärtsbewegung sind bereits korrigiert worden. Eine abc-Korrektur (als komplexe Aufwärtswelle b) nach oben kann abgezählt werden. Ein Kursziel zwischen 48 und 50 USD ist damit "aktiviert" worden. Die Hoffnung der Bullen besteht darin, dass lediglich das Gap bei ca. 58 USD geschlossen wurde. Das Kursniveau vom Jahresanfang wurde wieder erreicht - die gesamten Jahresgewinne im Ölpreis sind geschmolzen.


Bild vergrößern




Brent Öl Wochenchart

Im Wochenchart ist die dreiteilige Bewegung schön zu erkennen. Der Preis attackiert bereits die Unterkante des inneren Aufwärtstrends. Eine gleich lange Abwärtsbewegung als Welle c, würde ein Kursziel von ca. 49 USD bedeuten.


Bild vergrößern




Brent Öl Monatschart

Der Bereich zwischen 48 und 50 USD erhält zusätzliche Bedeutung, da an dieser Marke auch das 38,2%-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit November 2001 verläuft. Erinnern Sie sich? Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war der Ölpreis um fast 50% bis auf 16 USD eingebrochen. Das letzte Hoch kann im langfristigen Chart als Ende einer Hauptantriebswelle 3 abgezählt werden. Eine mehrmonatige Korrektur wäre die Folge. Der Aufwärtstrend verläuft derzeit ebenfalls bei ca. 48/50 USD.


Bild vergrößern




Fazit

Viele Investoren rechnen mit stetig anziehenden Rohstoffpreisen. Es wird vom "Superzyklus" gesprochen und die Produktinnovationen im Rohstoffsektor sind weiterhin auf dem Vormarsch. Die meisten Marktteilnehmer sind sich einig, dass die Preise weiter steigen werden - "zu einig", wie wir meinen. In unseren Depotchecks beobachten wir eine deutliche Übergewichtung im Rohstoffsektor. Ein wenig Vorsicht kann nicht schaden. Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster. Die Risiken sind erheblich.


--------------------------------------------------
Thomas Grüner ist Geschäftsführer und Gründer der Vermögensverwaltung „Grüner Vermögensmanagement“ mit Sitz in Rodenbach bei Kaiserslautern. Grüner Vermögensmanagement arbeitet eng mit „Fisher Investments“, einem der größten amerikanischen Vermögensverwalter zusammen.

Weitere Informationen zum Autor und zum Unternehmen finden Sie unter www.gruener-vm.de.

Bitte beachten Sie den Disclaimer/Nutzungsbedingungen unter www.gruener-vm.de.

Autor: Thomas Grüner, 12:27 11.02.06
Antworten
Libuda:

USA und Japan werden postitiv überraschen

 
18.02.06 21:18
Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer:

"Für die USA rechnen wir dieses Jahr mit einem Wachstum von 3,9%. Auch Japan ist auf gutem Weg. Beide Volkswirtschaften werden positiv überraschen."

Zustimmung und noch eine Ergänzung: In meinem vorstehenden Posting hatte ich ja schon angedeutet, dass Rohstoffe/Öl abkacken werden. Uns steht dann eine Wiedergeburt der Wachstumswerte bevor und hier vor allem der Technologiewerte.
Antworten
Libuda:

Manchmal sind die Börsengötter sogar mit den

 
24.02.06 21:45
Zittrigen, wenn die Märkte nämlich wie momentan immer noch weit unterbewertet sind. Voraussetzung ist allerdings, dass sie nicht in die wieder in Mode gekommenen Zockerbuden der Ex-Neue-Marktgängster wie z.B. Abacho oder Neosino eingestiegen sind.


Jetzt wagen sich auch wieder die "zittrigen Hände" auf das Parkett
Aktienmärkte
von Gottfried Heller

Die Börsen sind rasant ins Neue Jahr gestartet. Der Dax legte über acht Prozent zu, der Euro Stoxx schaffte fast sechs Prozent. Letztes Jahr zur gleichen Zeit lag das Ergebnis der meisten Börsen nahe Null oder gar im Minusbereich. Diesmal hat der Dax schon vor Ende Februar den Durchschnittswert, den die Börsenexperten für Ende 2006 prognostiziert haben, um drei Prozent übertroffen.


Die Stimmung hat umgeschlagen. Besonders in Deutschland hatten sich Kleinanleger und Großinvestoren - an erster Stelle Versicherungen - bis vor kurzem mit Aktienengagements zurückgehalten. Sie sind daher in Aktien unterinvestiert. Viele Kleinanleger, die sich eingedenk der schmerzhaften Baisse von 2000 bis 2003 sicherer bei Investments in Festverzinslichen, Garantiezertifikaten, offenen Immobilienfonds und Hedge-Fonds aufgehoben wähnten, beginnen sich angesichts magerer Ergebnissen wieder vermehrt den Aktien zuzuwenden.


Anzeige:

Es scheint, daß der Schmerz über verpaßte Gewinne bei einer Hausse genauso groß ist, wie der über erlittene Verluste in einer Baisse. Doch diese Spätkommer, die jetzt teils aus Gier, teils unter Kaufzwang vermehrt in den Markt kommen, würde Börsen-Altmeister André Kostolany, als schwache Hände oder "Zittrige" bezeichnen. Sie sind "Zittrige", weil sie sich mangels Geld, Nervenstärke, Erfahrung oder Geduld vom oft hektischen, unerklärlichen Auf und Ab der Börsen zu Fehlreaktionen verleiten lassen.


Heute fragt man sich, ob nach den teilweise kräftigen Kursanstiegen nicht bereits der größte Teil des Rahms an der Börse abgeschöpft ist. Immerhin ist ja der Dax seit seinem Tiefststand in März 2003 um 160 Prozent gestiegen. Wenn man nur nach den Kursen ginge, müßte man wohl eher ans Aussteigen denken.


Die Wirklichkeit ist jedoch, daß die Unternehmensgewinne ähnlich stark gestiegen sind wie die Kurse - oft sogar noch mehr. So sind die Gewinne der Dax-Unternehmen von 2003 bis 2005 um 140 Prozent gestiegen. Das bedeutet, daß die Dax-Werte trotz des starken Kursanstiegs dank der genauso stark gestiegenen Gewinne nicht teurer geworden sind und mit einem geschätzten Kurs/Gewinnverhältnis (KGV) von 13 für 2006 auch gegenüber dem historischen Durchschnittswert von 16 niedriger bewertet sind.


Die Frage, ob man bereits zum Ausstieg blasen sollte, ist im Hinblick auf die Bewertung der Aktien zu verneinen. Auch in Relation zu Anleihen sind Aktien billig: So beträgt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen derzeit 3,45 Prozent, die Dax-Gewinnrendite dagegen mit 7,7 Prozent mehr als das Doppelte. Eine so große Diskrepanz hat es noch nie gegeben.


Zinsen wirken auf Aktien wie die Schwerkraft auf die Materie. Steigt der risikofreie Ertrag von Staatsanleihen, müssen sich alle anderen Kapitalmarktpreise, auch die der Aktien, anpassen - nach unten. Umgekehrt: Ein niedriger Kapitalmarktzins - und entsprechend hoher Anleihekurs - hebt auch die Preise aller anderen Kapitalmarktprodukte. Um auf "Gleichstand" zu kommen, müßten sich die Anleiherenditen verdoppeln. Das ist auszuschließen. Es würde nur dann geschehen, wenn die Inflation stark steigen sollte. Sie hat zwar wegen der gestiegenen Öl- und Benzinpreise etwas angezogen, doch das wird sich als kurzes Aufflackern und nicht als neuer Trend erweisen.


Die Hausse wird noch weitergehen. Wir müssen uns aber auf größere Schwankungen einstellen. Die Zeit, in der man an der Börse blind einsteigen konnte, ist vorbei. Jetzt ist eine vorsichtigere Anlagestrategie angesagt, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer mehr "Zittrige" im Markt tummeln.


Artikel erschienen am Sa, 25. Februar 2006
Antworten
Libuda:

Weiterhin massiv kaufen

 
26.02.06 12:09
heißt die Devise, denn wie Ihr wisst, ist das Kurziel von Libuda für Ende 2006 im DAX bei 7.000. Ähnlich gut, vermutlich sogar noch besser, dürfte die Nasdaq abschneiden. Viele von Euch erinnern sich sicher noch daran als ein gewisser snag im Frühjahr 2003 für Ende 2005 einen DAX von 5.500 bis 6.000 voraussagte. Er lag nur 14 Tage vom Zeithorizont daneben. Und Ihr erinnert Euch sicher auch noch wie eine ganze Herde von shorten Verzockern pausenlos die Web-Master anmailte, diesen Störenfried zu entfernen. Die Liste dieser Verzocker ist ellenlang, der penetranteste und unverschämteste war sicher ein gewisser Motzky von WallstreetOnline, ein grenzenlos aufgeblasener ahnungsloser Verzocker vorm Herrn.

Dass ich mit dem "massiv kaufen" nicht ganz allein stehe, zeigen folgende Zeilen:

"Aus Sicht der meisten Auguren kann trotz des fulminanten Anstiegs noch nicht von einer Übertreibung die Rede sein. "Deutsche Aktien sind noch immer niedrig bewertet", sagt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin bei der Helaba. Vielmehr sehen Traud und andere Anzeichen dafür, daß sich der Dax in einem neuen Bullenmarkt befindet. "Das globale Umfeld begünstigt exportorientierte Aktienmärkte wie den deutschen." Und dieser Zustand dürfte bis mindestens 2008 anhalten. Denn erstmals in der Wirtschaftsgeschichte wird der globale Aufschwung gleich von zwei Kraftzentren, nämlich von den USA und dem aufstrebenden Asien, angetrieben. Vorteil: Fällt ein Wachstumsmotor aus, fährt die internationale Ökonomie mit dem Ersatzmotor weiter. "Ich mache mir vor 2008 überhaupt keine Sorgen."


Antworten
w2505:

und die neue Zyklika hat erst begonnen und dürfte

 
26.02.06 13:06
meiner Einschätzung nach auf jeden Fall bis 2012 gehen. Korrekturphasen gab es immer, dieß liegt nun einmal in der Natur einer jeden Sache.
DAX 7000 ist nachvollziehbar, wer etwas mitbekommt, davon wie sehr große Anlegersummen insbesondere aus dem angelsächsischen Raum Renditeziele (in der zwischenzeit bald panikhaft)suchen, kann sich dazu nicht wundern. Die Gelder aus der Hausse 2000 sind ja nicht im Atlantik versenkt worden, sie sind real da und suchen wieder neue/alte Ebenen.
Wer Einblick in den Immobilienmarkt hat, wird sicherlich verwundert sein, daß hier massivst Gelder, für die Öffentlichkeit unbemerkt (man beschäftigt sich lieber mit Vogelgrippe, Islamis etc. - VERNEBELUNGSTAKTIK!)fast schon panikhaft angelegt werden.
Genauso einher gehen Investment in deutsche Firmen, hier könnte eine Übernahmewelle die Einkaufswelle bald ablösen.
Langfristig sind diese Gelder geparkt, bis die Gewinne kräftig fliesen, denn noch sind in Germany die Hausaufgaben nicht erledigt, es wird vorerst noch darüber debattiert.

Der Dax wird nicht ewig brauchen, um die 10.000 Marke zu durchbrechen und wer den alten Nikkeistand kennt, kann sich ausmalen, wohin der Dow geht.
Besonders davon werden kleine SmallCaps provitieren, wie eine Internet Capital Croup (ICGE) deren Hausse erst bevor steht, die in den letzten zwei Jahren ihre Hausaufgaben erledigt hat und wenn die PE-Fonds diese Beteiligungen sehen, ist eine sehr langer Tournaround die Folge.
Überhaupt ist die Zukunftwirtschaft ein Teil das Internet im besonderen und dort ist ICGE sehr gut mit seinen Beteiligungen aufgestellt, es wäre vielleicht besser, daß Management würde etwas mehr Wagnis an den Tag legen und einige Beteiligungen massiv ausbauen.

Der Internetindex steht am Beginn einer gewaltigen, in der bisherigen Wirtschaftswelt nie dagewesenen Aufwärtsentwicklung, steigen Sie ein und fahren Sie mit in eine neue Welt!
Auch in Germany sind noch diverse Miniperlen im Internetsektor unterbewertet zu finden!
UI und freenet sind zwar noch mit starken Potenzial und guten Kursaussichten bekannt, T-Online verschwindet in der DT (durch klassischen Anlegerbetrug) LYE ist Inline und steht als neuer Star in Kürze im Techdax.

Langsam sollten die Leute erkennen, daß es in Germany nötig ist, sich vorzusorgen und zwar massiv, dazu ist ein Teil die Börse. Wer auf die staatliche Rente hofft, wird sich wundern! In angelsächsischen Bereichen ist bei vielen Anlegern die Börse die klassische Altersvorsorge!
Antworten
Libuda:

Weltweiter Aufschwung verstärkt sich

 
26.02.06 17:06
aus dem Handelslbatt von letzter Woche:

"Ungeachtet der hohen Energie- und Rohstoffpreise nimmt die Konjunktur weltweit Fahrt auf. Das signalisiert der Ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima im ersten Quartal dieses Jahres. Er stieg kräftig auf 10,9,2 Punkte von 99,3 Zählern im vierten Quartal 2005 und erreichte damitwieder den Stand vom Herbst 2004. Gleichzeitig übertrifft der Indikator seinen langjährigen Durchschnitt von 94,3 Punkten wesentlich deutlicher als 2005. Das vom Münchener Ifo-Institut vierteljährlich erhobene Weltwirtschaftsklima hatte sich von Anfang 2004 bis Mitte 2005 kontinuerlich abgekühlt. Die Erholung setzte erst im vergangenen Herbst ein und hat sich nun verstärkt."

Auch wenn mich jetzt die Empfänger von Heizkostenrechnungen innerlich steinigen, ohne höhere Öl- und Rohstoffpreise hätten wir momentan vermutlich schon ein Überhitzung. Die mit Sicherheit wieder sinkenden Öl- und Rohstoffpreise, die zwei- bis dreimal so hoch sind wie die Gewinnungskosten, was nie ein Dauerzustand sein kann, könnten der Nachbrenner werden, der den momentanen Konjunkturzýklus noch lange am Leben hält.
Antworten
CarpeDies:

Energiekosten werden noch weiter steigen

 
26.02.06 17:32
die Ölkosten mögen zwar deutlich höher als die Gewinnungskosten, dafür ist die Nachfrage aber ungebremst hoch.
Aufgrund der politisch instabilen Lage im Nahen Osten, die sich meiner Ansicht auch über Jahre nicht stabilisieren wird, solange die Amis Weltpolizei spielen, und aufgrund der Gier der grossen Ölkonzerne werden solange keine günstigeren Energiepreise kommen, solange nicht neue (Alternativ-)Quellen erschlossen werden, und bei dem ansteigenden Weltverbrauch in Indien, Lateinamerika und China gibt es wohl abgesehen mal von der Kernfusion keine wirklich Alternative und die ist ja bekanntlicher Weise noch lange nicht verfügbar
Antworten
CarpeDies:

Energiekosten werden noch schneller weiter steigen

 
26.02.06 17:33
die Ölkosten mögen zwar deutlich höher als die Gewinnungskosten, dafür ist die Nachfrage aber ungebremst hoch.
Aufgrund der politisch instabilen Lage im Nahen Osten, die sich meiner Ansicht auch über Jahre nicht stabilisieren wird, solange die Amis Weltpolizei spielen, und aufgrund der Gier der grossen Ölkonzerne werden solange keine günstigeren Energiepreise kommen, solange nicht neue (Alternativ-)Quellen erschlossen werden, und bei dem ansteigenden Weltverbrauch in Indien, Lateinamerika und China gibt es wohl abgesehen mal von der Kernfusion keine wirklich Alternative und die ist ja bekanntlicher Weise noch lange nicht verfügbar
Antworten
CarpeDies:

Apropos Dummschwätzer

 
26.02.06 18:13
Laut unserem Oberlehrer Libuda sind so ziemlich alle, die seine Meinung nicht teilen, Dummschwätzer; darunter sind Leute, die Milliarden von €/$ verwalten (siehe psoting 65 etc.), oder die sich pessimistisch bez. der Verfügbarkeit von Rohstoffen äussern. Es ist schon unglaublich, mit welcher Dreistigkeit libuda für sich in Anspruch nimmt, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Aber Hochmut kommt vor den Fall, das wussten schon die Griechen und Römer in der Antike.

Ich denke dass sich die Fonds-Verwalter intensiv Gedanken machen, wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird.
Die Aussage von Libuda z.B., dass der Ölpreis wieder sinken wird, weil die Gewinnungskosten deutlich unter den aktuellen Marktpreisen liegt, ist kaum nachvollziehbar, solange nicht ein drastischer Nachfrageeinbruch eintritt; dieses Szenario ist derzeit eher unwahrscheinlich, solange im Fernen Osten und in Latein-amerika die Wirtschaft boomt; auch sollte bekannt sein, dass es Jahrzehnte keine Funde wirklich grosser Erdölvorräte mehr gegeben hat. Desweiteren ist der Peak-Oil in vielen Ländern vielleicht schon erreicht, wenn nicht gar überschritten; sollte das wirklich der Fall sein und die Nachfrage weiter steigen, kann sich jeder ausmalen was das für die Preise bedeuten wird.

Eine Abhilfe kann hier nur die Intensivierung der Nutzung von  Gas oder Kohlevorkommen bieten. Aber hier fehlt bei weitem noch die Infrastruktur, um im wirklich grossen Stil gtl oder ctl zu betreiben.

Ähnliches gilt imho auch für andere Rohstoff-Preise, solange nicht massiv weitere Minen etc. erschlossen werden oder ein entsprechendes Recycling stattfindet
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht Alle 1 2 3 4 5 ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--