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Meldung des Tages: 1 Billion Dollar reichen nicht: Europas kritisches Rohstoffproblem

Die Kurse werden weiter steigen


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Libuda:

Die Kurse werden weiter steigen

7
14.12.05 22:51
True Ecnomoy zuckt weiter

"Emporgeschossen ist im Sommer die Produktivität in den USA. Die Herstellung pro Arbeitsstunde stieg auf das Jahr hochgerechnet um fast fünf Prozent - wie zu den guten alten Zeiten der New Economy."

Und in der FTD, der ich die obigen Zeilen entnommen habe, heißt es dann an anderer Stelle weiter:

"Als Grund hatten Ökonomen damals die hohen Investitionen in IT- und Kommunikationsausrüstung ausgemacht. Dies habe die Effizienzzuwächse der Firmen stark erhöht. Umstritten bleibt aber, ob dahinter mehr als nur ein einmaliger Schub steckte oder künfitig ein dauerhaft höherer Produktivitätszuwachs möglich sei. In der Krise nach 2000 ließen die Expansionsraten teils kräftig nach, die anschließenden Fortschritte wurden von Skeptikern vor allem als Folge einer stark krisenbedingten Rationalisierung in den Betrieben eingestuft. Optimisten sehen das anders. "Es wird auch in den nächsten Jahren ein hohes Produktivitätswachstum geben", so Jörg Kramer, Chefvolkswirt der HypoVereinsbank. Kurzfristig hat die Effizienzsteigerung aber noch einen positiven Nebeneffekt. Die Lohnkosten pro Produkteinheit wachsen kaum noch. Zuletzt gab sogar ein leichtes Minus. Das senkt den Ínflaitonsdruck und erlaubt der Fed, ihre Zinsen länger niedrig zu halten."

Bei Libuda konnte ihr diese Argumentation schon die letzten Monate lesen und wer das nachvollzog hat sich mit Aktien vollgesogen und sollte das auch weiterhin massiv tun. Denn die für Aktien fantastische Zangenwirkung, steigende Gewinne und niedrige Kapitalmarktzinsen, ist durch die enormen Produktivitätssteigerunge n für die USA voll intakt. Und wir in Europa kommen auch immer stärker in den Genuss dieser überaus vorteilhaften Entwicklung. Krämer als Optimisten zu bezeichnen, wie das die FTD tut, ist aber ein schlechter Witz. Denn der hat leider die falschen Schlussfolgerunen aus einer richtigen Tatsachenfeststellung getroffen, er hat nämlich in den letzten beiden Jahren, auf welchem Posten auch immer, den Anlegern häufiger von Käufen abgeraten als zugeraten - seine "Schutzbefohlenen" waren also arm dran bzw. sind weiterhin arm.



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Libuda:

Die Wucht des 5. Kondratieffs

2
14.12.05 23:06


Kondratieffs sind langfristige Auf- und Abwärtsbewegungen der wirtschaftlichen Aktivität, die seit Beginn der Industrialisierung zu beobachten sind. Der Aufschwung im Rahmen einer derartigen Langen Welle ist geprägt von einer oder mehreren Basisinnovationen. Das war in allen fünf bisherigen Langen Wellen seit Beginn der Industrialisierung so. Der erste Kondratieff, also der zu Beginn der Industrialisierung, und der jetzige fünfte haben aber bei ihrer Aufwärtsbewegungen eine besondere Wucht, weil hier zu den technischen Innovationen noch ein weiteres Phänomen hinzukam, das von vielen auch in dem laufenden Kondratieff übersehen wird: Die Intensivierung der Arbeitsteilung ist für die Steigerung der Produktivität und somit des Wachstum der produzierten Güter und Dienstleistungen, die unseren Wohlstand ausmachen, von genauso großer Bedeutung wie die technischen Innovationen. Allerdings haben die technischen Innovationen, vor allem das Internet, diese Intensivierung der Arbeitsteilung erst möglich gemacht. War es im ersten Kondratieff die Intensivierung der innerbetrieblichen Arbeitsteilung, Adam Smith' berühmtes Stecknadelbeispiel ist der berühmte Beleg dafür, so ist es heute im fünften Kondratieff die zwischenbetriebliche Arbeitsteilung, das Outsouring, auch über Ländergrenzen hinweg, die Triebfeder, die alles antreibt.
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Libuda:

Wie lange trägt der 5. Kondratieff?

 
15.12.05 14:38


Und wenn sich die Geschichte wiederholt, was sehr wahrscheinlich ist, werden sich die hohen Steigerungsraten der Produktivität auch wieder zurückbilden.

Die spannende Frage ist also: Wie lange trägt der 5. Kondratieff?

Das ist in der Tat eine schwierige und die wohl wichtigste Frage für Anlageentscheidungen - sehr viel wichtiger als die Frage nach den Konjunkturzyklen, die die Kondratieffs nur überlagern.

Man könnte da mit dem Zeitraster rangehen und von der durchschnitllichen Zeitdauer in der Vergangenheit von 56 Jahren. Aber auch das ist umstritten, niemand kann so genau sagen, wenn ein Kodratieff angefangen und wann er aufgehört hat. Und noch mehr Schwierigkeiten resultieren aus dem Tatbestand, dass es nicht 28 Jahre Aufstieg und 28 Jahre Abstieg gab. Die Abstiegsphasen waren immer kurzer, aber nie konstant. Fragen über Fragen also, wenn man mit zeitlichen Mustern arbeitet.

Am besten kommt man meines Erachtens noch zurecht, wenn man sich die Haupttriebfeder des 5. Kondratieffs vornimmt: die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung. Ist sie schon ausgereizt oder trägt sie noch?

Hierauf traue ich mir keine exakte Antwort zu. Ad hoc bin ich aber der Meinung, dass das noch einige Jahre trägt. Die renommierteste US-Institution auf diesem Gebiet, der Conference Board geht noch von einigen Jahren hoher Produktivitätssteigerunge n aus. In 2004 hat z.B. der FED von New York, gestützt auf Untersuchungen des Conferenz Boards, die Steigerungen der Produktivität von einem Schnitt von 2,3% auf 2,8% für den kommenden Zehn-Jahres-Zeitraum erhöht. Knapp 3% ist zwar weniger als die momentanen Steigerungsraten, aber immer noch gut. Zusammen mit dem 1% Bevolkerungswachstum in den USA kommt man dann auf die 3,5% bis 4%, die auch die FED als die langfristige Wachstumsrate in den USA zur Zeit unterstellt. Dass sich diese Prognosen noch längst nicht in den Aktienkursen widerspiegeln, wenn wir beim S&P500 für 2006 ein KGV von 14 haben, dürfte wohl auch klar sein. Und daher auch meine seit Jahren starken Worte zu den Chancen auf dem Aktienmarkt, die noch nicht wahrgenommen wurden, weil die wohl stärkste Risikoaversion seit vielen Jahrzehnten dies verhindert. Aber wenn wir in die Aktiengeschichte zurückblicken, wissen wir auch das Hysterie nie ewig dauert - zumindest beim Schnitt der Anleger, bei einigen schon, die ich hier logischerweise nicht anführe, weil sie sonst dem Webmaster wieder eins heulen.

Auch für Europa kann man Hoffnungen haben, das Wachstumspotenzial ist höher als viele vermuten - es ist absurd, dass einige Institute, die sich wissenschaftlich nennen, uns nur Trendextrapolationen liefern und keine Ursachenanalyse - eine in meine Augen unglaubliche Geschichte, denn das kann ein einigermaßen begabter Fünftklässler mit seinem Excel-Programm auch. Solidere Institutionen wie z.B. die Bereich der Wachstumforschung in Europa führende Universität Groningen kommen da zu viel ermutigenderen Ergebnissen. Wir werden also in Eruopa einges, was in den USA schon war, noch nachholen, manches ist sogar schon gelaufen, nur der Konjunkturzyklus hat es bisher überdeckt.

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Libuda:

Vor uns noch fette Jahre

 
17.12.05 11:56
Egänzung zu meinen vorherigen Postings:

Zunehmende Arbeitsteilung und technische Innovation sind miteinander verbunden:
1) Die Qualität der aktuellen industriellen Fertigung ist ohne Informationstechnologie nicht möglich und umgekehrt;
2) Die Verbesserung der Informationstechnologie bewirkt zunehmende Arbeitsteilung.

Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich durch die Verbeeserung der Allokation der Prod.faktoren automatisch Wachstum und damit vermehrter materieller Wohlstand; weltweit ! Wohlgemerkt spreche ich hier nicht über die Verteilung des Wohlstandes.

Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen, da die Informationstechnologie und deren Anwendung noch lange nicht technisch ausgereizt ist: vom Idealzustand eines "vollkommenen Informationsmarktes" sind wir noch meilenweit entfernt. Dieser Zustand würde dann errreicht sein, wenn jedes Gut und jeder Prodfaktor in jedem Winkel der Welt seine optimale Verwendung im Sinne einer Mehrung des "Wohlstandes" findet. Es liegt nur an uns, den Begriff "Wohlstand" zu definieren.

Diese Ausführungen helfen einem kurzfristig orientierten Aktien-Anleger, auch Zocker genannt, nicht. Das ist auch nicht beabsichtigt.Für den mittel- bis langfristig denkenden Investor aber:
Solange keine "Verwerfungen" ( wie z.B. Kriege, weltweite pol. Krisen, Naturkatastrophen mit weltweiter Auswirkung) stattfinden die diesen Wachstumsmotor behindern, treiben die o.g. Faktoren die Weltwirtschaft weiter an.
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Libuda:

Aktuelle Zahlen entsprechenen Langfristtrend

 
17.12.05 15:29


Sensationelle Produktivitätssteigerung

und die ist bekanntlich, beinahe hätte ich gesagte die einzige, wichtige wirtschaftliche Größe.

Denn sie bestimmt, wieviel Güter und Dienstleistungen mehr hergestellt werden können, die kann man dann verbrauchen und das Ganze heißt dann Lebensstandard.

Stocks Climb on Surge in Productivity
Tuesday December 6, 1:16 pm ET
By Ellen Simon, AP Business Writer
Stocks Get Boost From Jump in Productivity, Allowing Investors to Find Bargains


NEW YORK (AP) -- A sharp jump in industrial productivity, the biggest surge in two years, lifted stocks Tuesday, allowing investors to find bargains after the previous session's decline.
Investors welcomed word from the Labor Department that the nation's productivity rose 4.7 percent over the summer. That helped push labor costs lower, easing fears of inflation on Wall Street.

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Despite the advance, trading volume was light, leading analysts to question whether the market could climb substantially higher during the next few weeks.

"There's still an element of the self-fulfilling prophecy here, in that you're seeing people jump into a rally just because it's the end of the year and we're supposed to have a rally," said Chris Johnson, manager of quantitative analysis at Schaeffer's Investment Research. "I wouldn't be surprised if we're lollygagging around here until the end of the year."

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Libuda:

2006: USA und Deutschland werden am besten laufen

 
17.12.05 18:38
bei Libuda konntet Ihr das schon lange vor dieser Umfrage lesen.

Merrill Lynch-Umfrage
Für Fondsmanager verlieren japanische Aktien an Reiz


14. Dezember 2005 In den vergangenen Monaten haben Investoren rund um Nach vielen Monaten der Euphorie bezüglich japanischer Aktien überprüfen die institutionellen Investoren ihre Anlagestrategie. Die monatliche Umfrage der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch zeigt, daß eine Rekordanzahl von globalen Fondsmanagern derzeit japanische Aktien halten.


Aber die Zahl derjenigen, die ihre Investitionen am japanischen Markt ausweiten wollen, ist seit Oktober deutlich gesunken. Seit zwei Monaten betonen die meisten Fondsmanager, daß sie nicht mehr glauben, daß der japanische Aktienmarkt nach der jüngsten scharfen Hausse noch unterbewertet sei.

Amerikanische Aktien wieder gefragter?

Die Blickrichtung dieser Investoren schwenkt eher wieder auf den amerikanischen Aktienmarkt. Zwar rechnen viele Marktteilnehmer damit, daß die Gewinne je Aktie am amerikanischen Markt im nächsten Jahr etwas rückläufig sein könnten, und auch die Inflationssorgen sind trotz der Zinserhöhungen der Federal Reserve noch nicht verflogen. Aber ein Großteil der global anlegenden Fondsmanager plant, wieder stärker am amerikanischen Aktienmarkt zu investieren.

Die Anleger gaben bei der Umfrage von Merrill Lynch an, daß sie nicht besorgt um die Weltwirtschaft seien, solange der Ölpreis nicht auf mehr als 69 Dollar je Barrel steige. Innerhalb Europas sind die Fondsmanager weiterhin sehr am deutschen Aktienmarkt interessiert.

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Libuda:

2006: Aktien - was sonst - vergesst die anderen

 
17.12.05 20:10
dümmlichen Heulnummern.


Die Überlegenheit der Aktie als Anlageform hatte ich ja früher schon damit begründet, dass Wachstum überwiegend auf technischem Fortschritt basiert, wie das Nobelpreisträger Solow für die USA für den Zeitraum seit 1900 nachgewiesen hat, nur in sehr geringem Umfang dagegen auf Kapitalakkumulation. Die Früchte des Wachstums durch den technischen Fortschritt kommen den beiden Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital zugute, wobei der auf das Kapital entfallender Anteil ausschließlich dem Eigenkapital zugute kommt. Die durch die Kapitalakkumulation entstehen Wachstumsfrüchte entfallen auf Eigen- und Fremdkapital. Damit ist erklärt, warum sich Eigenkapital mit einer höheren Rendite verzinst als Fremdkapital, denn die Beobachtungen im Rahmen der Portfoliotheorie und ihrer empirischen Überprüfung, dass höheres Risiko mit höheren Renditen belohnt wird, muss ja eine Ursache haben. Leider stellen viele zu sehr die Beobachtungen im Rahmen der Portfolioanalyse heraus und die Tatsache, dass höheres Risiko stärker belohnt werden müsse, verzichten aber auf die Erklärung dafür, warum man dies beobachten kann.

Die mehr gesamtwirtschaftlich orientierte Erklärung lässt sich aber auch betriebswirtschaftlich ganz einfach und einleuchtend ergänzen. Eigenkapital wird nur dann investiert, wenn die Eigenkapitalrendite höher ist als der Fremdkapitalzins plus eine Risikoprämie. Folglich ist bei ausreichend langem Betrachtungszeitraum die EK-Rendite immer höher als der Fremdkapitalzins. Daraus folgt die langfristige Überlegenheit der Aktie gegenüber anderen Asset-Klassen, denn Fremdkapital kann nur kurzfristig höher verzinst sein als Eigenkapital. Aus diesem Grund gibt es auch keinen einzigen 30-Jahres-Zeitraum seit die Beachtung eingesetzt hat (und es gibt 150 Dreissig-Jahres-Zeiträume seit Beginn der Beobachtungen: 1850 – 1880, 1851 – 1881 ......usw. 1972 – 2002, 1973 – 2003, 1974 – 2004), in der Renten Aktien renditemäßig schlagen. Wer diese simplen Zusammenhänge, die ein mittelprächtiger Handelsschüler beherrscht, verleugnet, ist schlicht und einfach blöööööd. Leider gehört zu diesen Schwachsinnigen auch die Wirtschaftswoche. Die folgende Dummsprüche, die man dort lesen kann, sind daher eine Verhöhnung der Leser, die seit Frühjahr 2003 eine Verdoppelung der Aktienkurse verpasst haben: „Wer der Beste bleiben will, muss immer besser werden. Jetzt erscheint die beste Wirtschaftswoche, die es je gab. Noch relevanter für Ihre berufliche Zukunft. Noch nützlicher für Ihre privaten Lebenschancen.“ Das mit den privaten Lebenschancen sehen alle diejenigen, die den Verzockern von der Wiwo in den letzten beiden Jahren aufgesessen sind, sicher ganz anders, ihnen wird vermutlich angesichts dieser dreisten Lügerei und unanständigen Heuchelei speiübel.

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Libuda:

Lustiges von einem Jo

 
18.12.05 00:01
glücklicherweise nicht von diesem Board, denn das würde ein Kainsmerkmal für die Qualität sein.

Einmal im Ernst, ist der nachstehende Poster so naiv oder will er uns verarschen:



Visitenkarte von jo

zuletzt Online  17.12.2005  

Angaben zu
persönlichen
Interessen  Meine Interesse liegen im Bereich der schnelle Geldvermehrung bzw. Kapitalaufbau für später. Dazu habe ich ein Seminar besucht dass Aktien und OS handeln in steigenden sowie fallenden Zeiten gewinne ermöglicht.Und das funktionniert sehr gut.!!!  

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Libuda:

Aktien nachwievor einzig günstig

 
18.12.05 10:16
Aktien sind derzeit die einzige günstig bewertete Anlage-Alternative Marktperspektiven

Kolumne von Gottfried Heller

2005 war in verschiedener Hinsicht ein Jahr der Extreme: Der Ölpreis erreichte mit 70 Dollar je Barrel ein historisches Hoch, der Rohstoffpreis-Index überstieg den Höchststand von 1980, die Immobilienpreise schossen in einigen Regionen der USA buchstäblich durchs Dach und die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen fielen kurzfristig auf ein Tief von drei Prozent. Das Jahr 2006 wird hingegen voraussichtlich einen anderen Charakter haben. "Entspannung" ist vielleicht die treffendste Vokabel. Die Voraussetzungen für diesen Klimawandel, der auch eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums bedeutet, hat nicht zuletzt der scheidende Fed-Chef Alan Greenspan mit einer Serie von Leitzinserhöhungen geschaffen. Die bis vor kurzem extrem niedrigen US-Zinsen luden geradezu ein, sich zu verschulden. Ein weiterer Treibsatz des Konsums war die Beleihung von Wohnimmobilien. Doch die Kredite sind inzwischen teuer geworden, weil die variablen Zinsen im Lauf nur eines Jahres von etwa fünf auf 8,25 Prozent gestiegen sind. Diese Finanzierungsquelle wird dem Konsum also bald fehlen.  Auch die hohen Öl- und Benzinpreise schwächen die Kaufkraft. Als Folge wird das Wachstum im Jahr 2006 in den USA wahrscheinlich unter drei Prozent sinken - auch weltweit wird es schwächer ausfallen als dieses Jahr. Gleichzeitig sorgen die höheren US-Zinsen dafür, daß die Spekulation an den Terminmärkten teurer, wenn nicht gar verlustreich werden wird. All dies wird dazu führen, daß die Nachfrage nach Öl und Rohstoffen nachläßt und die Preise hierfür fallen. Dann werden sich auch die aktuellen Inflationsängste wieder legen. In den USA gibt es bereits erste Anzeichen für eine nachlassende Teuerung. So stieg die Kerninflationsrate im Oktober nur mit einer Jahresrate von 1,8 Prozent - das ist der niedrigste Anstieg seit 19 Monaten. Sobald sich deutlicher abzeichnet, daß das Ende der Zinsanhebungen nahe ist, wird die Börse Aufwind bekommen. Sie hat sich trotz des Gegenwinds im Laufe des Jahres 2005 - Naturkatastrophen, Terroranschläge, extrem hohe Ölpreise und steigende Zinsen - sehr widerstandsfähig gezeigt. Außerdem sind alle wichtigen Triebkräfte für Aktien weiter in Kraft: Die Unternehmensgewinne liegen weiterhin über den Erwartungen und die langfristigen Zinsen sind immer noch sehr niedrig. Im Verhältnis zu Anleihen sind Aktien noch billiger geworden. Überdies sind die Kurse nicht so stark gestiegen wie die Gewinne. Die Bewertung liegt beispielsweise beim Dax mit einem geschätzten Kurs/Gewinn-Verhältnis von 11,5 etwa 30 Prozent unter dem historischen Durchschnitt. Aktien haben also Nachholbedarf. In einer Hausse gibt es drei verschiedene Phasen. Zunächst die Korrekturphase einer Übertreibung nach unten; sie endete im Frühjahr 2004. Dann die Begleitphase, die im wesentlichen von der Entwicklung der Unternehmensgewinne bestimmt wird. In dieser Phase befinden wir uns derzeit. Von der letzten Stufe einer Hausse, der Übertreibungsphase, sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Natürlich gibt es auch Risiken zu beachten. Es gab selten eine Phase mit steigenden Zinsen ohne einen größeren Unglücksfall bei einem Finanzinstitut oder einem Hedge-Fonds. Der Bankrott des größten US-Derivatehändlers Refco ist kein gutes Omen.

Auf jeden Fall bleibt aber der Anlagenotstand für Investoren bestehen. Anleihen mit ihren mageren Renditen sind unattraktiv, wenn nicht gar riskant; das gleiche gilt für Garantie- und Rohstoff-Zertifikate sowie für Hedge-Fonds; offene Immobilienfonds sind mit Zweifeln behaftet. Dagegen sind Aktien die einzige günstig bewertete Anlageklasse. Dies gilt besonders für die Dividendenpapiere in Europa und in den Emerging Markets.



Gottfried Heller ist Fondsmanager und Chef der Fiduka Vermögensverwaltung
Artikel erschienen am Sa, 17. Dezember 2005
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Libuda:

Rückkehr der Techies

 
18.12.05 11:53
In Euro am Sonntag heißt es dazu:

"Amerikanische Technologiewerte gefällig? Lieber nicht. Jahrelang winkten die Fondsmanager und professionelle Aktienstrategen gelangweilt ab, wenn sie auf Investments in die alten Wachstumsklassiker wie Cisco, Sun oder EMC angesprochen wurden. Zu Recht. Was an der Börse gut lief, waren Small Caps und klassische Value-Werte, die eine hohe Dividendenrendite und verläßlich gute Zahlen lieferten. Cisco und Co. enttäuschten dagegen. Doch jetzt wendet sich das Blatt wieder.

Kaum eine Investmentbank, die bei ihren Top-Themen für das Jahr 2006 nicht auf Wachstumsaktien zu sprechen kam. "Defensive Werte laufen seit viereinhalb Jahren gut und sind inzwischen teuer", sagt Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burghardt. Auch Goldman Sachs sieht "einen Wechsel von Value- zu Growth-Aktien".
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Libuda:

Value oder Growth eine Bewertungsfrage

 
18.12.05 14:48
Value oder Growth is für mich keine Glaubensfrage

sondern eine Frage der Bewertung.

Fakt ist aber nun einmal, dass eine Growth-Aktie ein höheres KGV verdient als eine Aktie, deren Umsätze und Gewinne nicht wachsen. Das war Jahrhunderte so und wird auch immer so bleiben - von kurzen Phasen der Hysterie und extremer Risikoaversion abgesehen. Die wohl längste Hysteriephase seit Menschengedenken hatten wir in den letzten vier bis fünf Jahren. Ein Unternehmen A mit einem KGV von 10, dessen Gewinn nicht wächst hat, hat auch in zehn Jahren noch einen Gewinn, der zu einem KGV von 10 führt. Ein Unternehmen B mit einem KGV von 15, dessen Gewinn in nächsten 10 Jahren auch nur mit 7% pro Jahr wächst, hat nach zehn Jahren seinen Gewinn verdoppelt und ein KGV von 7,5. Deshalb wäre es durchaus in Ordnung, dass das Unternehmen heute ein KGV von 10 und das Unternehmen B ein KGV von 15 aufweist. Diese simple Tatbestand wurde vier Jahre lange von den Katastrophenheulern geleugnet und viele arme Teufel wurden von den Herren Montier und Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein, Stephen Roach von Morgan Stanley oder Jan Hatzius von Goldman Sachs und wie sie alle hießen in Armut gehalten.

Was letztens in Euro am Sonntag zu diesem Thema stand, war den Lesern vom ariva-Board schon viele Monate vertraut: "Defensive Aktien laufen seit viereinhalb Jahren gut und sind inzwischen teuer, sagt Borghoff. Gerade im Vergleich zu Wachstumsaktien. Deren höhere Bewertung ist im Vergleich zu defensiven Aktien vom 1,8fachen auf das 1,5fache gefallen, hat Goldman Sachs nachgerechnet. Während der 90er Jahre, in den Boomzeiten der Wachstumstitel, waren die Papier noch mit dem 2,7fachen sogenannter Value-Aktien bewertet."
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Aktienwolf:

Growth zum Value-Preis

 
18.12.05 15:07
In den Boomzeiten waren die Growth-Werte mit 2,7 vermutlich ein wenig zu teuer, sonst wären sie auch nicht billiger geworden.
Häufig stellt sich auch heraus, das das erwartete Gewinnwachstum gar nicht zu erreichen war.
Wäre es da nicht eine gute Idee sogenannte Growth-Werte mit einem aktuellen KGV von unter 10 zu kaufen ?
Habe hierzu den Vorschlag: Catalis

Gibt es weitere Vorschläge?
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Libuda:

Natürlich ist es ideal

 
18.12.05 18:21
wenn ein niedriges KGV und hohes Wachstum zusammenfällt - das ist sozusagen die Eier legende Wollmilchsau. Aber das ist eben die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Zu dem Wert Catalis kann und will ich mich allerdings nicht äussern, da ich ihn nicht kenne. Als fundamental orientierter Anleger gebe ich nur dann Urteile ab, wenn eine Aktie sehr gut kenne und mich mit ihrem Zahlenwerk intensiv beschäftigt habe.
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Libuda:

Wer zu spät kommt, den bestraft Herr Steinbrück

 
18.12.05 20:30
Wer zu spät kommt, den bestraft Herr Steinbrück  

denn es sind nur noch ganze zehn Tage Zeit, um Internet Capital-Aktien zu kaufen und den Kursgewinn bei einem Kauf in den letzten Tagen des Jahres 2006 steuerfrei kassieren zu können. Verkauft ihr vorher, fällt die bisher übliche Spekulationssteuer an, ihr müsst nach dem Halbeinkünfteverfahren die Hälfte des Kursgewinnes mit Eurem persönlichen Grenzsteuersatz versteuern. Wartet ihr bis 2007, müsst ihr dann vermutlich unabhängig von der Haltedauer Euren Kursgewinn mit vielleicht 20% versteuern.    


Dieser Effekt wird meines Erachtens den DAX bis zum Jahresende bis auf 5.500 bis 5.600 treiben. Wer heute in einem Jahr dann allerdings auszusteigen versucht, wird auch erleben, dass viele gleichzeitig durch die gleiche Tür wollen. Wenn dann aber der DAX von 6.500 auf 6.200 taucht ist das auch einmal kein Beinbruch. Bei ausländischen Werten wird dieser zuletzt beschriebene negative Effekt Ende 2006 nicht eintreten. Hier ist es also noch wichtiger, dass man sich in den nächsten zehn Börsentagen durch Käufe in aussichtsreichen Werte steuerfreie Kursgewinne sichert.
Antworten
Klaus_Dieter:

Interessant

 
18.12.05 21:33
Und wie ist das, wenn einer heute kauft und in drei Jahren verkauft?

Ist das dann auch noch nach alter Regelung - sprich - dann steuerfrei?

Oder meinste es gibt eine Übergangsfrist, dass man vielleicht sagt bis ende 2007 gilt noch für die alte Käufe das alte Recht?

Oder Verluste?
Sollte man diese in diesem Jahr realisieren, auch wenn man nicht mit Gewinnen gegenrechnen kann, um diese dann im kommenden Jahr zu nutzen?
Antworten
Libuda:

Fragen über Fragen

 
18.12.05 23:07
Aussagen zu diesem Thema sind sehr schwierig. Vermutlich weiss dazu der Herr Steinbrück auch nicht mehr als wir beide. Das Problem dabei ist, dass sich auf diesem Feld zu viele Juristen herumtummeln, die keinerlei ökonomische Kenntnisse haben und für die erschwerend hinzu kommt, was glaube ich Ludwig Thoma richtigerweise von denen sagte: Durchschnittliche Menschen mit durchschnittlichem Verstand.

Und daher kommt bei diesen durchschnittlichen Menschen mit dem durchschnittlichen Verstand bei einer für sie zu komplizierten Materie nur Scheisse heraus, die den Standort Deutschland extrem beschädigt.

Was diese durchschnittlichen Juristenmenschen mit ihrem durchschnittlichen Verstand in dieser komplizierten Materie übersehen, ist, dass sie ausgerechnet das knappe Risikokapital gegenüber den risikoscheuen Zinshengsten, zu denen sie wahrscheinlich selber gehören, benachteiligen. Fakt ist nämlich, dass Kursgewinne schon besteuert werden, und zwar durch die momentan erhobene 25% Körperschaftssteuer auf einbehaltene Gewinne. In "the long run" sind nämlich Kursgewinne das Ergebnis der einbehaltenen Gewinne. Wären z.B. die einbehaltenen Gewinne nicht durch die Körperschaftssteuer schon um 25% gekürzt wurden, hätte mehr investiert werden können, was zu mehr Gewinnen geführt hätte - und das hätte logischerweise auch zu höheren Aktienkursen geführt. Folglich sind Kursgewinne schon mit 25% besteuert, zusätzliche Besteuerungen führen ausgerechnet beim wichtigsten Kapital einer Volkswirtschaft zu einer Doppelbesteuerung. Würde das kommen, wäre das das negativste Ergebnis der an sich bisher gut arbeitenden Großen Koalition: Ein Kombination von unfähigen CDU-Juristen mit den Resten der ideologieverschroben verbliebenen Lafontaine-Bande.


Es ist unfassbar, dass bei der Konzipierung dieses Steuerbereiches nur Banausen am Werk sind, der diesen eigentlich gar nicht so schwiergen Tatbestand nicht begreift, und auf diese Weise der deutschen Volkswirtschaft extremen Schaden zufügen wird. Das momentane System ist das beste, das je nach dem 2. Weltkrieg existierte. Es zu verändern, nur weil geltungssüchtige und unfähige Juristenpolitiker sich profilieren wollen, ist eine Unverschämtheit und Frechheit von dramatischen Ausmaßen, die wegen ihre Komplexität aber zu wenig erkannt und thematisiert wird, da viele Wirtschaftsjournalisten ihr Handwerk in der Baumschule bei Prof. Dr. Axt gelernt haben, wo sie einige Sylvester studiert haben.
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Libuda:

Gobale Welt total stabil

 
20.12.05 13:44
Währungsfonds lobt Stabilität des globalen Finanzsystems

Das weltweite Finanzsystem hat nach Einschätzung der Internationalen Währungsfonds an Stärke gewonnen ist heute stabil wie lange nicht mehr. Die anhaltende wirtschschaftliche Expansion und die Anstrengungen, Kosten zu senken, haben es vielen Finanzinstitutionen erlaubt, in den vergangenen drei Jahren erhebliche Gewinne zu erzielen, schreibt der IWF in seinem Global Financial Strategie Report. Dadurch hätten Banken und Firmen ihre Bilanzen so verbessert, dass sie finanzielle Schocks von signifikantem Ausmaß wegstecken könnten, ohne dass es zu systemweiten Krisen kommt. In einer Zeit, in der an den Märkten derzeit viel die Gefahr einer globalen Liquiditätsschwemme die Rede sei, sendet der IWF damit ein optimistisches Signal über den Zustand der der Finanzmärkte. Das Finanzsystem sei weniger anfällig für eine Krise als in der Vergangenheit, schreibt der IWF. Neben der verbesserten Bilanzsituation spiele dabei eine wichtige Rolle, dass die Schwellenländer Devisenreserven angehäuft und ihre Verschuldung reduziert hätten. Damit sei ein wichtiger Krisenherd entschärft.

Quelle: FTD

Meiner Meinung nach ist das auch ein Grund von mehreren für die niedrigen Kapitalmarktzinsen, die dort eingepreisten Risikoprämien können niedriger ausfallen. Noch nicht angekommen ist diese positive Entwicklung auf den Aktienmärkten, die immer noch eine absurde Risikoaversion einpreisen und daher weltweit noch erhebliches Potenzial aufweisen. Das Aktien-KGV liegt um mehr als die Hälfte unter dem Renten-KGV, obwohl wir da über Jahrhunderte in etwa einen Gleichlauf hatten - ja das Aktien-KGV im Schnitt sogar leicht über dem Renten-KGV lag. Berücksicht man den Aspekt der gestiegenen Stabilität kann man die Risikoaversion als hysterisch bezeichnen. Hysteriker bleiben zwar immer hysterisch, aber die gesamte Menschheit besteht vermutlich nicht komplett aus Hysterikern, sondern letztere sind auf lange Sicht seit Adam und Eva immer eine Minderheit gewesen.

Antworten
Libuda:

Stärkung des Standortes Deutschland

 
21.12.05 11:11
und die Aktienkurse zeigen das auch. Mauscheleien von Managern werden zumindest in absehbarer Zeit weniger wahrscheinlich. Nach den USA mit Sarbanes-Oxley und Mr. Spitzer zeigt die die deutsche dritte Gewalt endlich einmal, dass Deutschland keine Bananenrepublik ist und wir keiner vierten Gewalt bedürfen, die zudem noch aus London dirgiert wird. Dieser Abbau der Risikoprämie durch eine internationalen Anspruchen entsprechende Rechtssicherheit auf dem Kapitalmarkt wird die Kurse deutscher Aktien steigen lassen. Das Kirchurteil gegen Breuer war ein wichtiger erster Schritt, dem jetzt ein wichtiger zweiter gefolgt ist.

ROUNDUP: Bundesgerichtshof hebt Freisprüche im Mannesmann-Prozess auf

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Deutsche-Bank-Chef  Josef Ackermann und die übrigen Angeklagten im Mannesmann-Prozess müssen erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hob die Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts am Mittwoch in Karlsruhe auf. Das Verfahren muss nun vor einem Landgericht wiederholt werden. Welches Gericht dies sein wird, blieb zunächst offen.

In dem spektakulären Fall geht es um insgesamt 57 Millionen Euro an Prämien und Pensionsabfindungen, die an Manager und Ex- Vorstände gezahlt worden waren, nachdem der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Anfang 2000 den Mannesmann-Konzern übernommen hatte.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie der Ex-IG- Metallvorsitzende Klaus Zwickel und der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk waren wegen des Verdachts der schweren Untreue angeklagt worden. Sie hatten dem für die Ausschüttungen zuständigen Aufsichtsrats-Präsidium angehört.

Dem einstigem Mannesmann-Chef Klaus Esser, der - zusätzlich zur vertraglichen Abfindung von rund 15 Millionen Euro - einen 16- Millionen-Euro-Bonus bekommen hatte, war Beihilfe zur Untreue vorgeworfen worden. Auf der Anklagebank saßen außerdem Jürgen Ladberg, Ex-Betriebsratsvorsitzender und Dietmar Droste, ein früherer Mitarbeiter, der mit den umstrittenen Beschlüssen befasst war./fc/DP/sb

Quelle: dpa-AFX

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Libuda:

Ein Verzocker sucht Ausreden

 
22.12.05 00:13
"Habe Risiken für Anleger reduziert"
DWS-Star Kaldemorgen über die schwache Entwicklung seines Vorzeigefonds
von Karsten Seibel

DIE WELT: Herr Kaldemorgen, der größte deutsche Aktienfonds, der DWS Vermögensbildungsfonds I, ist in diesem Jahr einer der schlechtesten. Wie erklären Sie das den vielen Privatanlegern?

Klaus Kaldemorgen: Die meisten Anleger dürften nicht unzufrieden sein. Die absolute Wertentwicklung kann sich mit knapp 20 Prozent sehen lassen.

DIE WELT: Aber mit 269 anderen Fonds hätte man mehr verdient.

Kaldemorgen: Das gefällt auch mir nicht. Ich kann aber drei Gründe für die Entwicklung nennen. Erstens habe ich den Dollar zu Jahresbeginn falsch eingeschätzt. Da ich ihn schwach erwartete, habe ich Teile des Portfolios gegen Währungsverluste abgesichert. Positiv gesagt, ich habe den Anleger vor Risiken bewahrt.

DIE WELT: ...aber letztendlich Rendite-Chancen genommen.

Kaldemorgen: Im Nachhinein ist das richtig. Der Dollar zeigte sich überraschend robust.

DIE WELT: Der zweite Grund?

Kaldemorgen: Die Aktien kleinerer Unternehmen haben sich auch in diesem Jahr wieder sehr gut entwickelt - besser als die Titel der Großkonzerne. Leider sind viele Nebenwerte für einen Fonds mit einem Volumen von sieben Mrd. Euro aber zu klein. So viele Aktien kann ich gar nicht kaufen, daß sich ihr Kursanstieg auf die Wertentwicklung des Fonds nennenswert niederschlägt. Selbst wenn ich ein vergleichsweise großes Paket von zehn Prozent an einem Unternehmen mit einem Börsenwert von 400 Mio. Euro halte, hat dies gerade einmal ein Gewicht von einem halben Prozent am Gesamtportfolio.

DIE WELT: Ist der Vermögensbildungsfonds I mittlerweile zu groß?

Kaldemorgen: Ich könnte auch neun Mrd. Euro verwalten. Sie dürfen nicht vergessen, die zwangsläufige Konzentration auf Titel großer Unternehmen bewahrt Anleger über die Jahre hinweg vor zu großen Verlusten. Zwar laufen kleine Werte im Börsenaufschwung besser, aber sie verlieren auch mehr im Abschwung.

DIE WELT: Ist es nicht Aufgabe eines Fondsmanagers in guten wie in schwachen Phasen besser als der Gesamtmarkt zu sein?

Kaldemorgen: Ich will mich nicht rausreden. Ich will nur zeigen, daß es Gründe für die diesjährige Entwicklung gibt. Der dritte Punkt ist, daß ich den Gesamtmarkt nicht so stark erwartet habe. Statt eines Anstiegs des Deutschen Aktienindex Dax um 25 Prozent hatte ich unter größeren Schwankungen lediglich mit zehn bis 15 Prozent gerechnet. Zur Abfederung möglicher Verluste in schwächeren Wochen habe ich den Bargeldanteil im Fonds mit zeitweise bis zu acht Prozent recht hoch gehalten.

DIE WELT: Das heißt, weil sie nicht alle Kunden-Gelder investierten, ist Anlegern eine höhere Rendite entgangen?

Kaldemorgen: Wie gesagt: Ich habe die Börsenentwicklung falsch eingeschätzt. Darüber ärgere ich mich am meisten. Ich kann mir aber zugute halten, daß die vergleichsweise schwache Wertentwicklung des Fonds in diesem Jahr nicht durch irgendwelche gewagten Manöver zustande kam. Im Gegenteil: durch alle drei genannten Punkte habe ich die Risiken für den Anleger reduziert.

DIE WELT: Mit einem einfachen Indexprodukt, das den Markt annähernd eins zu eins abbildet, wäre ein Sparer aber besser gefahren.

Kaldemorgen: In diesem Jahr mag das stimmen. Aber in den vergangenen acht Jahren habe ich sechsmal den Index geschlagen. Und ich sehe keinen Grund, warum mir das im nächsten Jahr nicht wieder gelingen sollte.

DIE WELT: Umgekehrt gefragt: Warum sollte es Ihnen im nächsten Jahr wieder gelingen?

Kaldemorgen: Unter anderem weil ich davon ausgehe, daß 2006 der Unterschied zwischen kleinen und großen Werten nicht mehr so groß sein wird. Zudem bleibe ich dabei, der Dollar wird sich gegenüber dem Euro schwächer entwickeln - was schon in den vergangenen Wochen zu sehen war. Und dann habe ich in Erwartung einer weiteren Verbesserung der Aktienmärkte bereits die Barquote reduziert.

DIE WELT: Das klingt nach Prinzip Hoffnung.

Kaldemorgen: Anleger sollten nicht mit zweierlei Maß messen: Als alle Aktienfonds im Minus lagen und sich mit ihnen kein Geld verdienen ließ, beschwerten sich alle über die schwache absolute Wertentwicklung. Jetzt, wo alle Fonds im Plus sind, wird darüber geklagt, daß es nicht mehr als 20 Prozent sind.



Das Gespräch führte Karsten Seibel


Artikel erschienen am Do, 22. Dezember 2005



Da bleibt nicht mehr viel hinzufügen - außer ein paar Fragen.

1. Wurden hier ähnliche seltsame Geschäfte gemacht wie beim Immo-fonds, wo über Bausch (noch behaupte ich nicht "Busch") und Bogen (was immer sich dahinter verbirgt) an einen australischen Investor nicht genau definierbare Verkäufe zu welchen Preisen auch immer getätigt wurden?

2. Diente der Invesmtentfonds als Abladeplatz für die Investmentbankabteilung, damit die schlauen Londoner zu Lasten der deutschen Anleger Schrott entsorgen konnten, damit die Erfolgsprämien der Londoner Investmentbänker (hoffentlich muss ich das nicht in Investmentbängster ändern) stiegen?

Ihr seht also, Fragen über Fragen. Auch die Aktie der Deutschen Bank würde ich nur mit der Beißzange anfassen, denn das ist inzwischen ein Hedgefonds mit unsicherem Ausgang. Denn machen wir uns nicht vor, es macht keinen Sinn ein Jahr besonders herauszustreichen, wo die einmal Geld verdient haben, was vorher nicht so war - und noch viel schlimmer, was in Zukunft keinesfalls sicher ist. Denn ob Hedgefonds wie die Deutsche Bank etwas verdienen, hängt sehr stark davon ab, ob sie die Politik lässt und ob die Unvollkommenheit der Märkte, an der man als Investmentbank nur verdienen kann, weiterhin besteht. Daran glaube ich nicht. Bei aller Bewunderung, die ich Greenspan immer entgegengebracht habe, hatte er einen Fehler, er versorgte seine Ex-Kumpels in den Investmentbanken mit Geld, das sie nicht verdient hatten. Sein Nachfolger wird dem nicht mehr zustimmten und der Nachfolger von Bush, dessen Wahlkämpfe die Investmentbanken finanzierten, sicher auch nicht. Investmentbanken verdienen ihr Geld zu recht, wenn sie Ineffizienzen des Marktes beseitigen. Sie verdienen es nicht nicht, wenn sie Ineffizienzen herbeiführen und dann abkassieren. Und letzteres haben sich in der letzten Zeit häufig getan. Ein Beispiel dafür war die Nummer der Citybank beim Rentenhandel in England. Leider ist für diese extrem kriminellen Taten von denen niemand in den Knast gekommen und die Ausbeutung der europäischen Bevölkerung ist noch nicht einmal abgeschöpft worden. Der Schutzpatron dieser Kriminellen ist Tony Blair, obwohl der angeblich jeden Sonntag in die Kirche geht. Und das hat einen simplen Grund. Da diese Kriminellen in Großbritannien ihre Sitz haben, profitiert Großbritannien von solchen kriminellen Handlungen. Die Gewinne der City-Bank aus diesen kriminellen Handlungen zu Lasten der europäischen Bevölkerung sind gestiegen und der Blair hat über die Steuer mitkassiert. Daher bleibt meines Erachtens nur eines übrig, wir sollten uns von den Sozialkundeunterrichtromantikvorstellungen lösen und die Engländer aus der EG werfen. Denn eines Tages darf man dann in Schottland auch Rauschgift züchten, wenn es in die anderen EU-Staaten exportiert wird, es Großbritanniern Arbeitsplätze schafft und dort den Steuersäckel füllt

Europäer wehrt Euch und werft die Schmarotzer aus dem Netz. Für Deutschland entstehen dadurch enorme Vorteile, insbesondere für den Finanzplatz Frankfurt.
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Libuda:

Libuda schlägt Bankanalyisten haushoch

 
22.12.05 18:35

Vielleícht erinnert sich der eine oder andere an einen gewissen Libuda, der den DAX zum Jahresende 2005 bei 5.500 bis 6.000 Punkten sah. Wie das aussieht, wird das eine Punktlandung werden. Keiner der Bankverzocker lag über 5.000, im Schnitt lagen sie bei 4.600.

 

In diesem Zusammenhang sollte man auch daran erinnern, dass dieser Libuda unter anderen Namen, die heute hier so breit diskutiert wurden, dieses Ziel für Ende 2005 auch schon im Frühjahr 2003 nannte und logischerweise extrem angegriffen wurde, am unverschämtesten von einem gewissen Motzky, an den sich heute sicher bei einigen Postings der eine oder andere erinnert hat. Bereits in 2003 war das Kursziel 5.500 bis 6.000 aber kein Nennen von Zahlen ins Blaue hinein, sondern das geschah alles wohlbegründet auf der Basis von Fakten, die heute eingetreten sind.

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Libuda:

Auch mit seiner Währungsprognose von 1,10 bis 1,15

 
23.12.05 11:29
lag Libuda, auch wenn Eigenlob stinkt, haushoch besser als alle Bankanalysten und Wirtschaftsjournalisten, die offensichtlich ihre Köpfe nur zum Haareschneiden haben. Denn wenn man ein wenig nachdenkt, kommt nicht ein derartiger Müll raus, wie man ihn beispielhaft in der neuesten Ausgabe von BörseOnline lesen kann: "Das Leistungsbilanzdefizit wird 2005 rund 6,5% des BIP erreichen. Damit steigt die Verschuldung der USA im Ausland rapide weiter."

Dazu kann man nur sagen: Hier war ein Schwachkopf am Werk, den keine Selbstzweifel plagen und der von ökonomischen Kenntnissen unbeleckt ist. Er ist nicht auf die Idee gekommen, dass die Anleger die USA für das gelobte Land halten, weil dort Firmen wie Google entstehen, die fast aus dem Nichts einen Wert von 100 Milliarden verkörpern und an deren Wertsteigerungen man auch gerne teilhaben möchte. Und es nicht nur Google, da gibt es auch Ebay, Yahoo, GE, Citybank, Microsoft, Intel, Genetech, Pfizer usw. und usw. Und wenn dieser doch ziemlich blöde Schreiberling auch nur geringste ökonomische Kenntnisse hätte, wüsste er, dass nach den Gesetzen der Saldenmechanik der Zahlungsbilanz Kapitalzuflüsse (da nimmt nicht Joe Sixpack einen Kredit auf)mit einem Leistungsbilanzdefizit einhergehen. Degenerierte Länder, aus denen wegen mangelnder Anlagemöglichkeiten Geld abfließt, haben dann gezwungenermaßen Leistungsbilanzüberschüsse.

Genau so lächerlich ist, ausschließlich die Leistungsbilanzsalden als Kriterien für die Erklärung von Wechselkursbewegung heranzuziehen, denn es gibt im wesentlichen drei Aspekte:

1. Kurzfristig sind Renditeunterschiede von entscheidender Bedeutung.

2. Mittelfristig gesehen haben auch die Leistungsbilanzsalden einen Einfluss.

3. Langfristig kehren Wechselkurse immer wieder auf den durch die Kaufkraftparität vorgegebenen Pfad zurück.

Die Punkte 1. und 3. sprechen für einen sinkenden Eurokurs, der Punkt 2. eher für einen steigenden Eurokurs. Daher werden wir uns in 2006 wohl eher auf die Kaufkraftparität, die je nach Berechnungsweise zwischen 1,00 und 1,10 liegt, zubewegen. Denn eines darf man auch nicht vergessen. Der momentan Kurs des Dollars liegt unter der Kaufkraftparität, was zu einem Abbau des Leistungsbilanzdefizits führt. Die Märkte haben diesen längst in Gang gekommenen Prozess, der Geduld erfordert und durch die Rohstoffhausse verzögert wurde, schon in ihrer Preisbildung berücksichtigt. Warum ist die Prozess so langwierig? Da gibt es viele Faktoren, nur zwei Beispiele: Porsche hat z.B. seine Dollarerlöse noch bis 2008 kursgesichert, ein extremes Beispiel, und daher laufen 2006 viele Kurssicherungen aus. Eine bei 0,85 in Euroland errichtete Anlage nutzt man bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer, ein Abreißen und ein Aufbau in den USA macht keinen Sinn. Aber beim Ersatz der Anlage wird man sich einen Aufbau in den USA überlegen - und da wird es in 2006 Überlegungen geben. Okay, als Redakteur bei einem Börsenblättchen oder Devisenanalyst bei Goldman Sachs muss man ja auch seinen Kopf nicht besonders anstrengen, dass muss höchstens der Friseur, der dieses Monstrum schneidet.
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Libuda:

IPO-Pipeline gut gefüllt

 
26.12.05 17:12
Euro am Sonntag:

"Während es um die Börsengäne 2005 ruhiger wird, mehren sich die Ankündigungen für nächstes Jahr. Laut Finanzdatenanbieter Dealogic warten in den USA 2005 115 Unternehmen mit einem Gesamtemissionsvolumen von 20,09 Milliarden Dollar darauf, an die Börse zu kommen. Das sind weit mehr als die 79 Börsengänge mit einem Wert von 13,51 Milliarden Dollar, die vor einem Jahr entstanden."

Vielleicht können jetzt einige verstehen, warum ich mich so besonderns für einen gefallenen Darling der New Economy, der überlebt hat und weitgehend schuldenfrei ist, auf dem Hot Stock-Board interessiere: Kaum jemand eine andere Unternehmung hat eine so gut gefüllte IPO-Pipeline wie dieser Wagnisfinanzierer auf dem Internet-Sektor, einer der wenigen börsennotierten Wagnisfinanzierer zudem. Denn meistens kann man sich nicht über die Börse an einem Wagnisfinanzierer beteiligen, sondern auf anderen Wegen. Wen das nicht interessiert, hat es ganz einfach, er liest es einfach nicht.
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Libuda:

Die Arbeitsproduktiivität machts

 
26.12.05 22:34


Das stand zwar schon einmal an anderer Stelle, wo es unfähige und schwachsinnige Idioten unter der Mithilfe eines "Webmasters" versaubeutelten und es ist auch schon etwa drei Monate alt, gilt aber nach wie vor.

Wirtschaftswoche: Mrs. Cohen, sie gelten als die ewige Opitmistin der Wall Street. Fällt es ihnen nicht weiterhin schwer, bullish für die amerikanischen Aktienmärkte zu sein?

Abby Cohen: Ich bin nicht immer nur bullish gewesen. Das möchte doch gerne vorwegschicken. Im März 2000, als der S&P seinen Höhepunkt erreichte, haben wir unseren Kunden gesagt, sie sollten einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Besonders Technologieaktien sahen wir damals kritisch.

Wirtschaftswoche: Und wie sieht das aus ihrer Sicht wahrscheinlichste Szenario für die nächsten zwölf Monate aus?

Abby Cohen: Wir sehen überhaupt nicht schwarz. Die zu Grunde liegende US-Wirtschaft sieht nach wie vor sehr robust aus, obwohl die Hurrikans die Wirtschaft kurzfristig beeinträchtigen. In 2005 wird das BIP um rund 3,5% wachsen, im nächsten Jahr rechnen wir mit einem ähnlich hohen Wert. Wir haben eine Phase hinter uns, in der viele Unternehmen sehr stark in die Zukunft investiert haben. Das zahlt sich immer noch aus. Wenn sie mich nach der entscheidenden Größe für die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung fragen, dann ist das für mich eindeutig das Produktivitätswachstum. Und zurzeit wächst die Arbeitsproduktivität hier mit rund drei Prozent pro Jahr. In den Neunzigern lag dieser Wert lag dieser Wert bei etwas mehr als einem Prozent.

 
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Libuda:

Die Produktivitäts machts wirklich

 
27.12.05 11:45
Das sieht auch John Lipsky von J.P. Morgan heute im Handelsblatt so:

"Ein erstaunlicher Produktivitätszuswachs hat viel zu der unerwartet guten wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Deshalb war auch der Aktienmarkt viel widerstandfähiger als die Analysten geglaubt haben. Und es ist auch keine Überraschung, dass die Bond-Renditen zum Jahresschluss vermutlich in der Nähe des Vorjahresniveau liegen werden, da sich die Tendenzen bei der Kerninflation nicht verändert haben."

Das konntet Ihr aber auch alles schon vor einem Jahr von einem gewissen snag lesen, der damals schrieb: "Die Produktivität macht's."
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Libuda:

John Lipsky von J. P. Morgan zu 2006

 
27.12.05 13:11
und den Segnungen der steigenden Produktivität (heute im Handelsblatt):

"Höchstwahrscheinlich wird das Wachstum im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen. Die Kerninflation dürfte innerhalb des von der FED angestrebten Korridors von utner 2% verharren. Bei modratem Wachstum un einer niedrigen und stabilen Kerninflation überrascht es nicht, dass die Renditen zehnjähriger Anleihen unter 4,4% gesunken sind. Unter diesen Umständen ist es alles andere als eindeutig, dass die FED Ende Januar einen Grund für eine weitere Zinsanhebung hat."

Das ist der Stoff, aus dem Kursträume sind: Steigende Gewinne bei stagnierenden Kapitalmarktzinsen. Daher wird der Markt mit Outperfomance schlechthin der US-Markt sein. Und zwar die Segmente, die im Rest der Welt nicht in dieser Form enstehen können: Software der Spitzenklasse, hochwertige IT-Dienstleistungen und Biotech. Oder könnt Ihr Euch vorstellen, das die nächste Google, Ebay oder Genetech aus Deutschland, Frankreich oder von den Fidschi-Inseln kommen? Vielleicht einmal in zehn Jahren aus Indien oder China - vielleicht aber auch erst in zwanzig Jahre. Also warum denn in die Ferne schweifen, wo doch das Gute liegt so nahe? Wenn man an die enormen Chancen denkt, die US-Werte in 2006 haben werden, kann man schon poetisch werden. Noch gibt es sie meist billig, denn zu wenig haben diese Rennpferdchen bisher auf der Rechnung bzw. auf der Rechnung schon, aber noch nicht gekauft. Man(n)/Frau sollten also massiv zuschlagen, ehe die Post ohne sie abgegangen ist.
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