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Meldung des Tages: GOLD-AUSBRUCH: Von der PEA zum Milliarden-Potenzial

Die Kurse werden weiter steigen


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Libuda:

Die Kurse werden weiter steigen

7
14.12.05 22:51
True Ecnomoy zuckt weiter

"Emporgeschossen ist im Sommer die Produktivität in den USA. Die Herstellung pro Arbeitsstunde stieg auf das Jahr hochgerechnet um fast fünf Prozent - wie zu den guten alten Zeiten der New Economy."

Und in der FTD, der ich die obigen Zeilen entnommen habe, heißt es dann an anderer Stelle weiter:

"Als Grund hatten Ökonomen damals die hohen Investitionen in IT- und Kommunikationsausrüstung ausgemacht. Dies habe die Effizienzzuwächse der Firmen stark erhöht. Umstritten bleibt aber, ob dahinter mehr als nur ein einmaliger Schub steckte oder künfitig ein dauerhaft höherer Produktivitätszuwachs möglich sei. In der Krise nach 2000 ließen die Expansionsraten teils kräftig nach, die anschließenden Fortschritte wurden von Skeptikern vor allem als Folge einer stark krisenbedingten Rationalisierung in den Betrieben eingestuft. Optimisten sehen das anders. "Es wird auch in den nächsten Jahren ein hohes Produktivitätswachstum geben", so Jörg Kramer, Chefvolkswirt der HypoVereinsbank. Kurzfristig hat die Effizienzsteigerung aber noch einen positiven Nebeneffekt. Die Lohnkosten pro Produkteinheit wachsen kaum noch. Zuletzt gab sogar ein leichtes Minus. Das senkt den Ínflaitonsdruck und erlaubt der Fed, ihre Zinsen länger niedrig zu halten."

Bei Libuda konnte ihr diese Argumentation schon die letzten Monate lesen und wer das nachvollzog hat sich mit Aktien vollgesogen und sollte das auch weiterhin massiv tun. Denn die für Aktien fantastische Zangenwirkung, steigende Gewinne und niedrige Kapitalmarktzinsen, ist durch die enormen Produktivitätssteigerunge n für die USA voll intakt. Und wir in Europa kommen auch immer stärker in den Genuss dieser überaus vorteilhaften Entwicklung. Krämer als Optimisten zu bezeichnen, wie das die FTD tut, ist aber ein schlechter Witz. Denn der hat leider die falschen Schlussfolgerunen aus einer richtigen Tatsachenfeststellung getroffen, er hat nämlich in den letzten beiden Jahren, auf welchem Posten auch immer, den Anlegern häufiger von Käufen abgeraten als zugeraten - seine "Schutzbefohlenen" waren also arm dran bzw. sind weiterhin arm.



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Libuda:

Die Wucht des 5. Kondratieffs

2
14.12.05 23:06


Kondratieffs sind langfristige Auf- und Abwärtsbewegungen der wirtschaftlichen Aktivität, die seit Beginn der Industrialisierung zu beobachten sind. Der Aufschwung im Rahmen einer derartigen Langen Welle ist geprägt von einer oder mehreren Basisinnovationen. Das war in allen fünf bisherigen Langen Wellen seit Beginn der Industrialisierung so. Der erste Kondratieff, also der zu Beginn der Industrialisierung, und der jetzige fünfte haben aber bei ihrer Aufwärtsbewegungen eine besondere Wucht, weil hier zu den technischen Innovationen noch ein weiteres Phänomen hinzukam, das von vielen auch in dem laufenden Kondratieff übersehen wird: Die Intensivierung der Arbeitsteilung ist für die Steigerung der Produktivität und somit des Wachstum der produzierten Güter und Dienstleistungen, die unseren Wohlstand ausmachen, von genauso großer Bedeutung wie die technischen Innovationen. Allerdings haben die technischen Innovationen, vor allem das Internet, diese Intensivierung der Arbeitsteilung erst möglich gemacht. War es im ersten Kondratieff die Intensivierung der innerbetrieblichen Arbeitsteilung, Adam Smith' berühmtes Stecknadelbeispiel ist der berühmte Beleg dafür, so ist es heute im fünften Kondratieff die zwischenbetriebliche Arbeitsteilung, das Outsouring, auch über Ländergrenzen hinweg, die Triebfeder, die alles antreibt.
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Libuda:

Wie lange trägt der 5. Kondratieff?

 
15.12.05 14:38


Und wenn sich die Geschichte wiederholt, was sehr wahrscheinlich ist, werden sich die hohen Steigerungsraten der Produktivität auch wieder zurückbilden.

Die spannende Frage ist also: Wie lange trägt der 5. Kondratieff?

Das ist in der Tat eine schwierige und die wohl wichtigste Frage für Anlageentscheidungen - sehr viel wichtiger als die Frage nach den Konjunkturzyklen, die die Kondratieffs nur überlagern.

Man könnte da mit dem Zeitraster rangehen und von der durchschnitllichen Zeitdauer in der Vergangenheit von 56 Jahren. Aber auch das ist umstritten, niemand kann so genau sagen, wenn ein Kodratieff angefangen und wann er aufgehört hat. Und noch mehr Schwierigkeiten resultieren aus dem Tatbestand, dass es nicht 28 Jahre Aufstieg und 28 Jahre Abstieg gab. Die Abstiegsphasen waren immer kurzer, aber nie konstant. Fragen über Fragen also, wenn man mit zeitlichen Mustern arbeitet.

Am besten kommt man meines Erachtens noch zurecht, wenn man sich die Haupttriebfeder des 5. Kondratieffs vornimmt: die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung. Ist sie schon ausgereizt oder trägt sie noch?

Hierauf traue ich mir keine exakte Antwort zu. Ad hoc bin ich aber der Meinung, dass das noch einige Jahre trägt. Die renommierteste US-Institution auf diesem Gebiet, der Conference Board geht noch von einigen Jahren hoher Produktivitätssteigerunge n aus. In 2004 hat z.B. der FED von New York, gestützt auf Untersuchungen des Conferenz Boards, die Steigerungen der Produktivität von einem Schnitt von 2,3% auf 2,8% für den kommenden Zehn-Jahres-Zeitraum erhöht. Knapp 3% ist zwar weniger als die momentanen Steigerungsraten, aber immer noch gut. Zusammen mit dem 1% Bevolkerungswachstum in den USA kommt man dann auf die 3,5% bis 4%, die auch die FED als die langfristige Wachstumsrate in den USA zur Zeit unterstellt. Dass sich diese Prognosen noch längst nicht in den Aktienkursen widerspiegeln, wenn wir beim S&P500 für 2006 ein KGV von 14 haben, dürfte wohl auch klar sein. Und daher auch meine seit Jahren starken Worte zu den Chancen auf dem Aktienmarkt, die noch nicht wahrgenommen wurden, weil die wohl stärkste Risikoaversion seit vielen Jahrzehnten dies verhindert. Aber wenn wir in die Aktiengeschichte zurückblicken, wissen wir auch das Hysterie nie ewig dauert - zumindest beim Schnitt der Anleger, bei einigen schon, die ich hier logischerweise nicht anführe, weil sie sonst dem Webmaster wieder eins heulen.

Auch für Europa kann man Hoffnungen haben, das Wachstumspotenzial ist höher als viele vermuten - es ist absurd, dass einige Institute, die sich wissenschaftlich nennen, uns nur Trendextrapolationen liefern und keine Ursachenanalyse - eine in meine Augen unglaubliche Geschichte, denn das kann ein einigermaßen begabter Fünftklässler mit seinem Excel-Programm auch. Solidere Institutionen wie z.B. die Bereich der Wachstumforschung in Europa führende Universität Groningen kommen da zu viel ermutigenderen Ergebnissen. Wir werden also in Eruopa einges, was in den USA schon war, noch nachholen, manches ist sogar schon gelaufen, nur der Konjunkturzyklus hat es bisher überdeckt.

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Libuda:

Vor uns noch fette Jahre

 
17.12.05 11:56
Egänzung zu meinen vorherigen Postings:

Zunehmende Arbeitsteilung und technische Innovation sind miteinander verbunden:
1) Die Qualität der aktuellen industriellen Fertigung ist ohne Informationstechnologie nicht möglich und umgekehrt;
2) Die Verbesserung der Informationstechnologie bewirkt zunehmende Arbeitsteilung.

Aus diesen beiden Faktoren ergibt sich durch die Verbeeserung der Allokation der Prod.faktoren automatisch Wachstum und damit vermehrter materieller Wohlstand; weltweit ! Wohlgemerkt spreche ich hier nicht über die Verteilung des Wohlstandes.

Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen, da die Informationstechnologie und deren Anwendung noch lange nicht technisch ausgereizt ist: vom Idealzustand eines "vollkommenen Informationsmarktes" sind wir noch meilenweit entfernt. Dieser Zustand würde dann errreicht sein, wenn jedes Gut und jeder Prodfaktor in jedem Winkel der Welt seine optimale Verwendung im Sinne einer Mehrung des "Wohlstandes" findet. Es liegt nur an uns, den Begriff "Wohlstand" zu definieren.

Diese Ausführungen helfen einem kurzfristig orientierten Aktien-Anleger, auch Zocker genannt, nicht. Das ist auch nicht beabsichtigt.Für den mittel- bis langfristig denkenden Investor aber:
Solange keine "Verwerfungen" ( wie z.B. Kriege, weltweite pol. Krisen, Naturkatastrophen mit weltweiter Auswirkung) stattfinden die diesen Wachstumsmotor behindern, treiben die o.g. Faktoren die Weltwirtschaft weiter an.
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Libuda:

Aktuelle Zahlen entsprechenen Langfristtrend

 
17.12.05 15:29


Sensationelle Produktivitätssteigerung

und die ist bekanntlich, beinahe hätte ich gesagte die einzige, wichtige wirtschaftliche Größe.

Denn sie bestimmt, wieviel Güter und Dienstleistungen mehr hergestellt werden können, die kann man dann verbrauchen und das Ganze heißt dann Lebensstandard.

Stocks Climb on Surge in Productivity
Tuesday December 6, 1:16 pm ET
By Ellen Simon, AP Business Writer
Stocks Get Boost From Jump in Productivity, Allowing Investors to Find Bargains


NEW YORK (AP) -- A sharp jump in industrial productivity, the biggest surge in two years, lifted stocks Tuesday, allowing investors to find bargains after the previous session's decline.
Investors welcomed word from the Labor Department that the nation's productivity rose 4.7 percent over the summer. That helped push labor costs lower, easing fears of inflation on Wall Street.

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Despite the advance, trading volume was light, leading analysts to question whether the market could climb substantially higher during the next few weeks.

"There's still an element of the self-fulfilling prophecy here, in that you're seeing people jump into a rally just because it's the end of the year and we're supposed to have a rally," said Chris Johnson, manager of quantitative analysis at Schaeffer's Investment Research. "I wouldn't be surprised if we're lollygagging around here until the end of the year."

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Libuda:

2006: USA und Deutschland werden am besten laufen

 
17.12.05 18:38
bei Libuda konntet Ihr das schon lange vor dieser Umfrage lesen.

Merrill Lynch-Umfrage
Für Fondsmanager verlieren japanische Aktien an Reiz


14. Dezember 2005 In den vergangenen Monaten haben Investoren rund um Nach vielen Monaten der Euphorie bezüglich japanischer Aktien überprüfen die institutionellen Investoren ihre Anlagestrategie. Die monatliche Umfrage der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch zeigt, daß eine Rekordanzahl von globalen Fondsmanagern derzeit japanische Aktien halten.


Aber die Zahl derjenigen, die ihre Investitionen am japanischen Markt ausweiten wollen, ist seit Oktober deutlich gesunken. Seit zwei Monaten betonen die meisten Fondsmanager, daß sie nicht mehr glauben, daß der japanische Aktienmarkt nach der jüngsten scharfen Hausse noch unterbewertet sei.

Amerikanische Aktien wieder gefragter?

Die Blickrichtung dieser Investoren schwenkt eher wieder auf den amerikanischen Aktienmarkt. Zwar rechnen viele Marktteilnehmer damit, daß die Gewinne je Aktie am amerikanischen Markt im nächsten Jahr etwas rückläufig sein könnten, und auch die Inflationssorgen sind trotz der Zinserhöhungen der Federal Reserve noch nicht verflogen. Aber ein Großteil der global anlegenden Fondsmanager plant, wieder stärker am amerikanischen Aktienmarkt zu investieren.

Die Anleger gaben bei der Umfrage von Merrill Lynch an, daß sie nicht besorgt um die Weltwirtschaft seien, solange der Ölpreis nicht auf mehr als 69 Dollar je Barrel steige. Innerhalb Europas sind die Fondsmanager weiterhin sehr am deutschen Aktienmarkt interessiert.

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Libuda:

2006: Aktien - was sonst - vergesst die anderen

 
17.12.05 20:10
dümmlichen Heulnummern.


Die Überlegenheit der Aktie als Anlageform hatte ich ja früher schon damit begründet, dass Wachstum überwiegend auf technischem Fortschritt basiert, wie das Nobelpreisträger Solow für die USA für den Zeitraum seit 1900 nachgewiesen hat, nur in sehr geringem Umfang dagegen auf Kapitalakkumulation. Die Früchte des Wachstums durch den technischen Fortschritt kommen den beiden Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital zugute, wobei der auf das Kapital entfallender Anteil ausschließlich dem Eigenkapital zugute kommt. Die durch die Kapitalakkumulation entstehen Wachstumsfrüchte entfallen auf Eigen- und Fremdkapital. Damit ist erklärt, warum sich Eigenkapital mit einer höheren Rendite verzinst als Fremdkapital, denn die Beobachtungen im Rahmen der Portfoliotheorie und ihrer empirischen Überprüfung, dass höheres Risiko mit höheren Renditen belohnt wird, muss ja eine Ursache haben. Leider stellen viele zu sehr die Beobachtungen im Rahmen der Portfolioanalyse heraus und die Tatsache, dass höheres Risiko stärker belohnt werden müsse, verzichten aber auf die Erklärung dafür, warum man dies beobachten kann.

Die mehr gesamtwirtschaftlich orientierte Erklärung lässt sich aber auch betriebswirtschaftlich ganz einfach und einleuchtend ergänzen. Eigenkapital wird nur dann investiert, wenn die Eigenkapitalrendite höher ist als der Fremdkapitalzins plus eine Risikoprämie. Folglich ist bei ausreichend langem Betrachtungszeitraum die EK-Rendite immer höher als der Fremdkapitalzins. Daraus folgt die langfristige Überlegenheit der Aktie gegenüber anderen Asset-Klassen, denn Fremdkapital kann nur kurzfristig höher verzinst sein als Eigenkapital. Aus diesem Grund gibt es auch keinen einzigen 30-Jahres-Zeitraum seit die Beachtung eingesetzt hat (und es gibt 150 Dreissig-Jahres-Zeiträume seit Beginn der Beobachtungen: 1850 – 1880, 1851 – 1881 ......usw. 1972 – 2002, 1973 – 2003, 1974 – 2004), in der Renten Aktien renditemäßig schlagen. Wer diese simplen Zusammenhänge, die ein mittelprächtiger Handelsschüler beherrscht, verleugnet, ist schlicht und einfach blöööööd. Leider gehört zu diesen Schwachsinnigen auch die Wirtschaftswoche. Die folgende Dummsprüche, die man dort lesen kann, sind daher eine Verhöhnung der Leser, die seit Frühjahr 2003 eine Verdoppelung der Aktienkurse verpasst haben: „Wer der Beste bleiben will, muss immer besser werden. Jetzt erscheint die beste Wirtschaftswoche, die es je gab. Noch relevanter für Ihre berufliche Zukunft. Noch nützlicher für Ihre privaten Lebenschancen.“ Das mit den privaten Lebenschancen sehen alle diejenigen, die den Verzockern von der Wiwo in den letzten beiden Jahren aufgesessen sind, sicher ganz anders, ihnen wird vermutlich angesichts dieser dreisten Lügerei und unanständigen Heuchelei speiübel.

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Libuda:

Lustiges von einem Jo

 
18.12.05 00:01
glücklicherweise nicht von diesem Board, denn das würde ein Kainsmerkmal für die Qualität sein.

Einmal im Ernst, ist der nachstehende Poster so naiv oder will er uns verarschen:



Visitenkarte von jo

zuletzt Online  17.12.2005  

Angaben zu
persönlichen
Interessen  Meine Interesse liegen im Bereich der schnelle Geldvermehrung bzw. Kapitalaufbau für später. Dazu habe ich ein Seminar besucht dass Aktien und OS handeln in steigenden sowie fallenden Zeiten gewinne ermöglicht.Und das funktionniert sehr gut.!!!  

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Libuda:

Aktien nachwievor einzig günstig

 
18.12.05 10:16
Aktien sind derzeit die einzige günstig bewertete Anlage-Alternative Marktperspektiven

Kolumne von Gottfried Heller

2005 war in verschiedener Hinsicht ein Jahr der Extreme: Der Ölpreis erreichte mit 70 Dollar je Barrel ein historisches Hoch, der Rohstoffpreis-Index überstieg den Höchststand von 1980, die Immobilienpreise schossen in einigen Regionen der USA buchstäblich durchs Dach und die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen fielen kurzfristig auf ein Tief von drei Prozent. Das Jahr 2006 wird hingegen voraussichtlich einen anderen Charakter haben. "Entspannung" ist vielleicht die treffendste Vokabel. Die Voraussetzungen für diesen Klimawandel, der auch eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums bedeutet, hat nicht zuletzt der scheidende Fed-Chef Alan Greenspan mit einer Serie von Leitzinserhöhungen geschaffen. Die bis vor kurzem extrem niedrigen US-Zinsen luden geradezu ein, sich zu verschulden. Ein weiterer Treibsatz des Konsums war die Beleihung von Wohnimmobilien. Doch die Kredite sind inzwischen teuer geworden, weil die variablen Zinsen im Lauf nur eines Jahres von etwa fünf auf 8,25 Prozent gestiegen sind. Diese Finanzierungsquelle wird dem Konsum also bald fehlen.  Auch die hohen Öl- und Benzinpreise schwächen die Kaufkraft. Als Folge wird das Wachstum im Jahr 2006 in den USA wahrscheinlich unter drei Prozent sinken - auch weltweit wird es schwächer ausfallen als dieses Jahr. Gleichzeitig sorgen die höheren US-Zinsen dafür, daß die Spekulation an den Terminmärkten teurer, wenn nicht gar verlustreich werden wird. All dies wird dazu führen, daß die Nachfrage nach Öl und Rohstoffen nachläßt und die Preise hierfür fallen. Dann werden sich auch die aktuellen Inflationsängste wieder legen. In den USA gibt es bereits erste Anzeichen für eine nachlassende Teuerung. So stieg die Kerninflationsrate im Oktober nur mit einer Jahresrate von 1,8 Prozent - das ist der niedrigste Anstieg seit 19 Monaten. Sobald sich deutlicher abzeichnet, daß das Ende der Zinsanhebungen nahe ist, wird die Börse Aufwind bekommen. Sie hat sich trotz des Gegenwinds im Laufe des Jahres 2005 - Naturkatastrophen, Terroranschläge, extrem hohe Ölpreise und steigende Zinsen - sehr widerstandsfähig gezeigt. Außerdem sind alle wichtigen Triebkräfte für Aktien weiter in Kraft: Die Unternehmensgewinne liegen weiterhin über den Erwartungen und die langfristigen Zinsen sind immer noch sehr niedrig. Im Verhältnis zu Anleihen sind Aktien noch billiger geworden. Überdies sind die Kurse nicht so stark gestiegen wie die Gewinne. Die Bewertung liegt beispielsweise beim Dax mit einem geschätzten Kurs/Gewinn-Verhältnis von 11,5 etwa 30 Prozent unter dem historischen Durchschnitt. Aktien haben also Nachholbedarf. In einer Hausse gibt es drei verschiedene Phasen. Zunächst die Korrekturphase einer Übertreibung nach unten; sie endete im Frühjahr 2004. Dann die Begleitphase, die im wesentlichen von der Entwicklung der Unternehmensgewinne bestimmt wird. In dieser Phase befinden wir uns derzeit. Von der letzten Stufe einer Hausse, der Übertreibungsphase, sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Natürlich gibt es auch Risiken zu beachten. Es gab selten eine Phase mit steigenden Zinsen ohne einen größeren Unglücksfall bei einem Finanzinstitut oder einem Hedge-Fonds. Der Bankrott des größten US-Derivatehändlers Refco ist kein gutes Omen.

Auf jeden Fall bleibt aber der Anlagenotstand für Investoren bestehen. Anleihen mit ihren mageren Renditen sind unattraktiv, wenn nicht gar riskant; das gleiche gilt für Garantie- und Rohstoff-Zertifikate sowie für Hedge-Fonds; offene Immobilienfonds sind mit Zweifeln behaftet. Dagegen sind Aktien die einzige günstig bewertete Anlageklasse. Dies gilt besonders für die Dividendenpapiere in Europa und in den Emerging Markets.



Gottfried Heller ist Fondsmanager und Chef der Fiduka Vermögensverwaltung
Artikel erschienen am Sa, 17. Dezember 2005
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Libuda:

Rückkehr der Techies

 
18.12.05 11:53
In Euro am Sonntag heißt es dazu:

"Amerikanische Technologiewerte gefällig? Lieber nicht. Jahrelang winkten die Fondsmanager und professionelle Aktienstrategen gelangweilt ab, wenn sie auf Investments in die alten Wachstumsklassiker wie Cisco, Sun oder EMC angesprochen wurden. Zu Recht. Was an der Börse gut lief, waren Small Caps und klassische Value-Werte, die eine hohe Dividendenrendite und verläßlich gute Zahlen lieferten. Cisco und Co. enttäuschten dagegen. Doch jetzt wendet sich das Blatt wieder.

Kaum eine Investmentbank, die bei ihren Top-Themen für das Jahr 2006 nicht auf Wachstumsaktien zu sprechen kam. "Defensive Werte laufen seit viereinhalb Jahren gut und sind inzwischen teuer", sagt Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burghardt. Auch Goldman Sachs sieht "einen Wechsel von Value- zu Growth-Aktien".
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Libuda:

Value oder Growth eine Bewertungsfrage

 
18.12.05 14:48
Value oder Growth is für mich keine Glaubensfrage

sondern eine Frage der Bewertung.

Fakt ist aber nun einmal, dass eine Growth-Aktie ein höheres KGV verdient als eine Aktie, deren Umsätze und Gewinne nicht wachsen. Das war Jahrhunderte so und wird auch immer so bleiben - von kurzen Phasen der Hysterie und extremer Risikoaversion abgesehen. Die wohl längste Hysteriephase seit Menschengedenken hatten wir in den letzten vier bis fünf Jahren. Ein Unternehmen A mit einem KGV von 10, dessen Gewinn nicht wächst hat, hat auch in zehn Jahren noch einen Gewinn, der zu einem KGV von 10 führt. Ein Unternehmen B mit einem KGV von 15, dessen Gewinn in nächsten 10 Jahren auch nur mit 7% pro Jahr wächst, hat nach zehn Jahren seinen Gewinn verdoppelt und ein KGV von 7,5. Deshalb wäre es durchaus in Ordnung, dass das Unternehmen heute ein KGV von 10 und das Unternehmen B ein KGV von 15 aufweist. Diese simple Tatbestand wurde vier Jahre lange von den Katastrophenheulern geleugnet und viele arme Teufel wurden von den Herren Montier und Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein, Stephen Roach von Morgan Stanley oder Jan Hatzius von Goldman Sachs und wie sie alle hießen in Armut gehalten.

Was letztens in Euro am Sonntag zu diesem Thema stand, war den Lesern vom ariva-Board schon viele Monate vertraut: "Defensive Aktien laufen seit viereinhalb Jahren gut und sind inzwischen teuer, sagt Borghoff. Gerade im Vergleich zu Wachstumsaktien. Deren höhere Bewertung ist im Vergleich zu defensiven Aktien vom 1,8fachen auf das 1,5fache gefallen, hat Goldman Sachs nachgerechnet. Während der 90er Jahre, in den Boomzeiten der Wachstumstitel, waren die Papier noch mit dem 2,7fachen sogenannter Value-Aktien bewertet."
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Aktienwolf:

Growth zum Value-Preis

 
18.12.05 15:07
In den Boomzeiten waren die Growth-Werte mit 2,7 vermutlich ein wenig zu teuer, sonst wären sie auch nicht billiger geworden.
Häufig stellt sich auch heraus, das das erwartete Gewinnwachstum gar nicht zu erreichen war.
Wäre es da nicht eine gute Idee sogenannte Growth-Werte mit einem aktuellen KGV von unter 10 zu kaufen ?
Habe hierzu den Vorschlag: Catalis

Gibt es weitere Vorschläge?
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Libuda:

Natürlich ist es ideal

 
18.12.05 18:21
wenn ein niedriges KGV und hohes Wachstum zusammenfällt - das ist sozusagen die Eier legende Wollmilchsau. Aber das ist eben die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Zu dem Wert Catalis kann und will ich mich allerdings nicht äussern, da ich ihn nicht kenne. Als fundamental orientierter Anleger gebe ich nur dann Urteile ab, wenn eine Aktie sehr gut kenne und mich mit ihrem Zahlenwerk intensiv beschäftigt habe.
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Libuda:

Wer zu spät kommt, den bestraft Herr Steinbrück

 
18.12.05 20:30
Wer zu spät kommt, den bestraft Herr Steinbrück  

denn es sind nur noch ganze zehn Tage Zeit, um Internet Capital-Aktien zu kaufen und den Kursgewinn bei einem Kauf in den letzten Tagen des Jahres 2006 steuerfrei kassieren zu können. Verkauft ihr vorher, fällt die bisher übliche Spekulationssteuer an, ihr müsst nach dem Halbeinkünfteverfahren die Hälfte des Kursgewinnes mit Eurem persönlichen Grenzsteuersatz versteuern. Wartet ihr bis 2007, müsst ihr dann vermutlich unabhängig von der Haltedauer Euren Kursgewinn mit vielleicht 20% versteuern.    


Dieser Effekt wird meines Erachtens den DAX bis zum Jahresende bis auf 5.500 bis 5.600 treiben. Wer heute in einem Jahr dann allerdings auszusteigen versucht, wird auch erleben, dass viele gleichzeitig durch die gleiche Tür wollen. Wenn dann aber der DAX von 6.500 auf 6.200 taucht ist das auch einmal kein Beinbruch. Bei ausländischen Werten wird dieser zuletzt beschriebene negative Effekt Ende 2006 nicht eintreten. Hier ist es also noch wichtiger, dass man sich in den nächsten zehn Börsentagen durch Käufe in aussichtsreichen Werte steuerfreie Kursgewinne sichert.
Antworten
Klaus_Dieter:

Interessant

 
18.12.05 21:33
Und wie ist das, wenn einer heute kauft und in drei Jahren verkauft?

Ist das dann auch noch nach alter Regelung - sprich - dann steuerfrei?

Oder meinste es gibt eine Übergangsfrist, dass man vielleicht sagt bis ende 2007 gilt noch für die alte Käufe das alte Recht?

Oder Verluste?
Sollte man diese in diesem Jahr realisieren, auch wenn man nicht mit Gewinnen gegenrechnen kann, um diese dann im kommenden Jahr zu nutzen?
Antworten
Libuda:

Fragen über Fragen

 
18.12.05 23:07
Aussagen zu diesem Thema sind sehr schwierig. Vermutlich weiss dazu der Herr Steinbrück auch nicht mehr als wir beide. Das Problem dabei ist, dass sich auf diesem Feld zu viele Juristen herumtummeln, die keinerlei ökonomische Kenntnisse haben und für die erschwerend hinzu kommt, was glaube ich Ludwig Thoma richtigerweise von denen sagte: Durchschnittliche Menschen mit durchschnittlichem Verstand.

Und daher kommt bei diesen durchschnittlichen Menschen mit dem durchschnittlichen Verstand bei einer für sie zu komplizierten Materie nur Scheisse heraus, die den Standort Deutschland extrem beschädigt.

Was diese durchschnittlichen Juristenmenschen mit ihrem durchschnittlichen Verstand in dieser komplizierten Materie übersehen, ist, dass sie ausgerechnet das knappe Risikokapital gegenüber den risikoscheuen Zinshengsten, zu denen sie wahrscheinlich selber gehören, benachteiligen. Fakt ist nämlich, dass Kursgewinne schon besteuert werden, und zwar durch die momentan erhobene 25% Körperschaftssteuer auf einbehaltene Gewinne. In "the long run" sind nämlich Kursgewinne das Ergebnis der einbehaltenen Gewinne. Wären z.B. die einbehaltenen Gewinne nicht durch die Körperschaftssteuer schon um 25% gekürzt wurden, hätte mehr investiert werden können, was zu mehr Gewinnen geführt hätte - und das hätte logischerweise auch zu höheren Aktienkursen geführt. Folglich sind Kursgewinne schon mit 25% besteuert, zusätzliche Besteuerungen führen ausgerechnet beim wichtigsten Kapital einer Volkswirtschaft zu einer Doppelbesteuerung. Würde das kommen, wäre das das negativste Ergebnis der an sich bisher gut arbeitenden Großen Koalition: Ein Kombination von unfähigen CDU-Juristen mit den Resten der ideologieverschroben verbliebenen Lafontaine-Bande.


Es ist unfassbar, dass bei der Konzipierung dieses Steuerbereiches nur Banausen am Werk sind, der diesen eigentlich gar nicht so schwiergen Tatbestand nicht begreift, und auf diese Weise der deutschen Volkswirtschaft extremen Schaden zufügen wird. Das momentane System ist das beste, das je nach dem 2. Weltkrieg existierte. Es zu verändern, nur weil geltungssüchtige und unfähige Juristenpolitiker sich profilieren wollen, ist eine Unverschämtheit und Frechheit von dramatischen Ausmaßen, die wegen ihre Komplexität aber zu wenig erkannt und thematisiert wird, da viele Wirtschaftsjournalisten ihr Handwerk in der Baumschule bei Prof. Dr. Axt gelernt haben, wo sie einige Sylvester studiert haben.
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Libuda:

Gobale Welt total stabil

 
20.12.05 13:44
Währungsfonds lobt Stabilität des globalen Finanzsystems

Das weltweite Finanzsystem hat nach Einschätzung der Internationalen Währungsfonds an Stärke gewonnen ist heute stabil wie lange nicht mehr. Die anhaltende wirtschschaftliche Expansion und die Anstrengungen, Kosten zu senken, haben es vielen Finanzinstitutionen erlaubt, in den vergangenen drei Jahren erhebliche Gewinne zu erzielen, schreibt der IWF in seinem Global Financial Strategie Report. Dadurch hätten Banken und Firmen ihre Bilanzen so verbessert, dass sie finanzielle Schocks von signifikantem Ausmaß wegstecken könnten, ohne dass es zu systemweiten Krisen kommt. In einer Zeit, in der an den Märkten derzeit viel die Gefahr einer globalen Liquiditätsschwemme die Rede sei, sendet der IWF damit ein optimistisches Signal über den Zustand der der Finanzmärkte. Das Finanzsystem sei weniger anfällig für eine Krise als in der Vergangenheit, schreibt der IWF. Neben der verbesserten Bilanzsituation spiele dabei eine wichtige Rolle, dass die Schwellenländer Devisenreserven angehäuft und ihre Verschuldung reduziert hätten. Damit sei ein wichtiger Krisenherd entschärft.

Quelle: FTD

Meiner Meinung nach ist das auch ein Grund von mehreren für die niedrigen Kapitalmarktzinsen, die dort eingepreisten Risikoprämien können niedriger ausfallen. Noch nicht angekommen ist diese positive Entwicklung auf den Aktienmärkten, die immer noch eine absurde Risikoaversion einpreisen und daher weltweit noch erhebliches Potenzial aufweisen. Das Aktien-KGV liegt um mehr als die Hälfte unter dem Renten-KGV, obwohl wir da über Jahrhunderte in etwa einen Gleichlauf hatten - ja das Aktien-KGV im Schnitt sogar leicht über dem Renten-KGV lag. Berücksicht man den Aspekt der gestiegenen Stabilität kann man die Risikoaversion als hysterisch bezeichnen. Hysteriker bleiben zwar immer hysterisch, aber die gesamte Menschheit besteht vermutlich nicht komplett aus Hysterikern, sondern letztere sind auf lange Sicht seit Adam und Eva immer eine Minderheit gewesen.

Antworten
Libuda:

Stärkung des Standortes Deutschland

 
21.12.05 11:11
und die Aktienkurse zeigen das auch. Mauscheleien von Managern werden zumindest in absehbarer Zeit weniger wahrscheinlich. Nach den USA mit Sarbanes-Oxley und Mr. Spitzer zeigt die die deutsche dritte Gewalt endlich einmal, dass Deutschland keine Bananenrepublik ist und wir keiner vierten Gewalt bedürfen, die zudem noch aus London dirgiert wird. Dieser Abbau der Risikoprämie durch eine internationalen Anspruchen entsprechende Rechtssicherheit auf dem Kapitalmarkt wird die Kurse deutscher Aktien steigen lassen. Das Kirchurteil gegen Breuer war ein wichtiger erster Schritt, dem jetzt ein wichtiger zweiter gefolgt ist.

ROUNDUP: Bundesgerichtshof hebt Freisprüche im Mannesmann-Prozess auf

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Deutsche-Bank-Chef  Josef Ackermann und die übrigen Angeklagten im Mannesmann-Prozess müssen erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hob die Freisprüche des Düsseldorfer Landgerichts am Mittwoch in Karlsruhe auf. Das Verfahren muss nun vor einem Landgericht wiederholt werden. Welches Gericht dies sein wird, blieb zunächst offen.

In dem spektakulären Fall geht es um insgesamt 57 Millionen Euro an Prämien und Pensionsabfindungen, die an Manager und Ex- Vorstände gezahlt worden waren, nachdem der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Anfang 2000 den Mannesmann-Konzern übernommen hatte.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie der Ex-IG- Metallvorsitzende Klaus Zwickel und der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk waren wegen des Verdachts der schweren Untreue angeklagt worden. Sie hatten dem für die Ausschüttungen zuständigen Aufsichtsrats-Präsidium angehört.

Dem einstigem Mannesmann-Chef Klaus Esser, der - zusätzlich zur vertraglichen Abfindung von rund 15 Millionen Euro - einen 16- Millionen-Euro-Bonus bekommen hatte, war Beihilfe zur Untreue vorgeworfen worden. Auf der Anklagebank saßen außerdem Jürgen Ladberg, Ex-Betriebsratsvorsitzender und Dietmar Droste, ein früherer Mitarbeiter, der mit den umstrittenen Beschlüssen befasst war./fc/DP/sb

Quelle: dpa-AFX

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Libuda:

Ein Verzocker sucht Ausreden

 
22.12.05 00:13
"Habe Risiken für Anleger reduziert"
DWS-Star Kaldemorgen über die schwache Entwicklung seines Vorzeigefonds
von Karsten Seibel

DIE WELT: Herr Kaldemorgen, der größte deutsche Aktienfonds, der DWS Vermögensbildungsfonds I, ist in diesem Jahr einer der schlechtesten. Wie erklären Sie das den vielen Privatanlegern?

Klaus Kaldemorgen: Die meisten Anleger dürften nicht unzufrieden sein. Die absolute Wertentwicklung kann sich mit knapp 20 Prozent sehen lassen.

DIE WELT: Aber mit 269 anderen Fonds hätte man mehr verdient.

Kaldemorgen: Das gefällt auch mir nicht. Ich kann aber drei Gründe für die Entwicklung nennen. Erstens habe ich den Dollar zu Jahresbeginn falsch eingeschätzt. Da ich ihn schwach erwartete, habe ich Teile des Portfolios gegen Währungsverluste abgesichert. Positiv gesagt, ich habe den Anleger vor Risiken bewahrt.

DIE WELT: ...aber letztendlich Rendite-Chancen genommen.

Kaldemorgen: Im Nachhinein ist das richtig. Der Dollar zeigte sich überraschend robust.

DIE WELT: Der zweite Grund?

Kaldemorgen: Die Aktien kleinerer Unternehmen haben sich auch in diesem Jahr wieder sehr gut entwickelt - besser als die Titel der Großkonzerne. Leider sind viele Nebenwerte für einen Fonds mit einem Volumen von sieben Mrd. Euro aber zu klein. So viele Aktien kann ich gar nicht kaufen, daß sich ihr Kursanstieg auf die Wertentwicklung des Fonds nennenswert niederschlägt. Selbst wenn ich ein vergleichsweise großes Paket von zehn Prozent an einem Unternehmen mit einem Börsenwert von 400 Mio. Euro halte, hat dies gerade einmal ein Gewicht von einem halben Prozent am Gesamtportfolio.

DIE WELT: Ist der Vermögensbildungsfonds I mittlerweile zu groß?

Kaldemorgen: Ich könnte auch neun Mrd. Euro verwalten. Sie dürfen nicht vergessen, die zwangsläufige Konzentration auf Titel großer Unternehmen bewahrt Anleger über die Jahre hinweg vor zu großen Verlusten. Zwar laufen kleine Werte im Börsenaufschwung besser, aber sie verlieren auch mehr im Abschwung.

DIE WELT: Ist es nicht Aufgabe eines Fondsmanagers in guten wie in schwachen Phasen besser als der Gesamtmarkt zu sein?

Kaldemorgen: Ich will mich nicht rausreden. Ich will nur zeigen, daß es Gründe für die diesjährige Entwicklung gibt. Der dritte Punkt ist, daß ich den Gesamtmarkt nicht so stark erwartet habe. Statt eines Anstiegs des Deutschen Aktienindex Dax um 25 Prozent hatte ich unter größeren Schwankungen lediglich mit zehn bis 15 Prozent gerechnet. Zur Abfederung möglicher Verluste in schwächeren Wochen habe ich den Bargeldanteil im Fonds mit zeitweise bis zu acht Prozent recht hoch gehalten.

DIE WELT: Das heißt, weil sie nicht alle Kunden-Gelder investierten, ist Anlegern eine höhere Rendite entgangen?

Kaldemorgen: Wie gesagt: Ich habe die Börsenentwicklung falsch eingeschätzt. Darüber ärgere ich mich am meisten. Ich kann mir aber zugute halten, daß die vergleichsweise schwache Wertentwicklung des Fonds in diesem Jahr nicht durch irgendwelche gewagten Manöver zustande kam. Im Gegenteil: durch alle drei genannten Punkte habe ich die Risiken für den Anleger reduziert.

DIE WELT: Mit einem einfachen Indexprodukt, das den Markt annähernd eins zu eins abbildet, wäre ein Sparer aber besser gefahren.

Kaldemorgen: In diesem Jahr mag das stimmen. Aber in den vergangenen acht Jahren habe ich sechsmal den Index geschlagen. Und ich sehe keinen Grund, warum mir das im nächsten Jahr nicht wieder gelingen sollte.

DIE WELT: Umgekehrt gefragt: Warum sollte es Ihnen im nächsten Jahr wieder gelingen?

Kaldemorgen: Unter anderem weil ich davon ausgehe, daß 2006 der Unterschied zwischen kleinen und großen Werten nicht mehr so groß sein wird. Zudem bleibe ich dabei, der Dollar wird sich gegenüber dem Euro schwächer entwickeln - was schon in den vergangenen Wochen zu sehen war. Und dann habe ich in Erwartung einer weiteren Verbesserung der Aktienmärkte bereits die Barquote reduziert.

DIE WELT: Das klingt nach Prinzip Hoffnung.

Kaldemorgen: Anleger sollten nicht mit zweierlei Maß messen: Als alle Aktienfonds im Minus lagen und sich mit ihnen kein Geld verdienen ließ, beschwerten sich alle über die schwache absolute Wertentwicklung. Jetzt, wo alle Fonds im Plus sind, wird darüber geklagt, daß es nicht mehr als 20 Prozent sind.



Das Gespräch führte Karsten Seibel


Artikel erschienen am Do, 22. Dezember 2005



Da bleibt nicht mehr viel hinzufügen - außer ein paar Fragen.

1. Wurden hier ähnliche seltsame Geschäfte gemacht wie beim Immo-fonds, wo über Bausch (noch behaupte ich nicht "Busch") und Bogen (was immer sich dahinter verbirgt) an einen australischen Investor nicht genau definierbare Verkäufe zu welchen Preisen auch immer getätigt wurden?

2. Diente der Invesmtentfonds als Abladeplatz für die Investmentbankabteilung, damit die schlauen Londoner zu Lasten der deutschen Anleger Schrott entsorgen konnten, damit die Erfolgsprämien der Londoner Investmentbänker (hoffentlich muss ich das nicht in Investmentbängster ändern) stiegen?

Ihr seht also, Fragen über Fragen. Auch die Aktie der Deutschen Bank würde ich nur mit der Beißzange anfassen, denn das ist inzwischen ein Hedgefonds mit unsicherem Ausgang. Denn machen wir uns nicht vor, es macht keinen Sinn ein Jahr besonders herauszustreichen, wo die einmal Geld verdient haben, was vorher nicht so war - und noch viel schlimmer, was in Zukunft keinesfalls sicher ist. Denn ob Hedgefonds wie die Deutsche Bank etwas verdienen, hängt sehr stark davon ab, ob sie die Politik lässt und ob die Unvollkommenheit der Märkte, an der man als Investmentbank nur verdienen kann, weiterhin besteht. Daran glaube ich nicht. Bei aller Bewunderung, die ich Greenspan immer entgegengebracht habe, hatte er einen Fehler, er versorgte seine Ex-Kumpels in den Investmentbanken mit Geld, das sie nicht verdient hatten. Sein Nachfolger wird dem nicht mehr zustimmten und der Nachfolger von Bush, dessen Wahlkämpfe die Investmentbanken finanzierten, sicher auch nicht. Investmentbanken verdienen ihr Geld zu recht, wenn sie Ineffizienzen des Marktes beseitigen. Sie verdienen es nicht nicht, wenn sie Ineffizienzen herbeiführen und dann abkassieren. Und letzteres haben sich in der letzten Zeit häufig getan. Ein Beispiel dafür war die Nummer der Citybank beim Rentenhandel in England. Leider ist für diese extrem kriminellen Taten von denen niemand in den Knast gekommen und die Ausbeutung der europäischen Bevölkerung ist noch nicht einmal abgeschöpft worden. Der Schutzpatron dieser Kriminellen ist Tony Blair, obwohl der angeblich jeden Sonntag in die Kirche geht. Und das hat einen simplen Grund. Da diese Kriminellen in Großbritannien ihre Sitz haben, profitiert Großbritannien von solchen kriminellen Handlungen. Die Gewinne der City-Bank aus diesen kriminellen Handlungen zu Lasten der europäischen Bevölkerung sind gestiegen und der Blair hat über die Steuer mitkassiert. Daher bleibt meines Erachtens nur eines übrig, wir sollten uns von den Sozialkundeunterrichtromantikvorstellungen lösen und die Engländer aus der EG werfen. Denn eines Tages darf man dann in Schottland auch Rauschgift züchten, wenn es in die anderen EU-Staaten exportiert wird, es Großbritanniern Arbeitsplätze schafft und dort den Steuersäckel füllt

Europäer wehrt Euch und werft die Schmarotzer aus dem Netz. Für Deutschland entstehen dadurch enorme Vorteile, insbesondere für den Finanzplatz Frankfurt.
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Libuda:

Libuda schlägt Bankanalyisten haushoch

 
22.12.05 18:35

Vielleícht erinnert sich der eine oder andere an einen gewissen Libuda, der den DAX zum Jahresende 2005 bei 5.500 bis 6.000 Punkten sah. Wie das aussieht, wird das eine Punktlandung werden. Keiner der Bankverzocker lag über 5.000, im Schnitt lagen sie bei 4.600.

 

In diesem Zusammenhang sollte man auch daran erinnern, dass dieser Libuda unter anderen Namen, die heute hier so breit diskutiert wurden, dieses Ziel für Ende 2005 auch schon im Frühjahr 2003 nannte und logischerweise extrem angegriffen wurde, am unverschämtesten von einem gewissen Motzky, an den sich heute sicher bei einigen Postings der eine oder andere erinnert hat. Bereits in 2003 war das Kursziel 5.500 bis 6.000 aber kein Nennen von Zahlen ins Blaue hinein, sondern das geschah alles wohlbegründet auf der Basis von Fakten, die heute eingetreten sind.

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Libuda:

Auch mit seiner Währungsprognose von 1,10 bis 1,15

 
23.12.05 11:29
lag Libuda, auch wenn Eigenlob stinkt, haushoch besser als alle Bankanalysten und Wirtschaftsjournalisten, die offensichtlich ihre Köpfe nur zum Haareschneiden haben. Denn wenn man ein wenig nachdenkt, kommt nicht ein derartiger Müll raus, wie man ihn beispielhaft in der neuesten Ausgabe von BörseOnline lesen kann: "Das Leistungsbilanzdefizit wird 2005 rund 6,5% des BIP erreichen. Damit steigt die Verschuldung der USA im Ausland rapide weiter."

Dazu kann man nur sagen: Hier war ein Schwachkopf am Werk, den keine Selbstzweifel plagen und der von ökonomischen Kenntnissen unbeleckt ist. Er ist nicht auf die Idee gekommen, dass die Anleger die USA für das gelobte Land halten, weil dort Firmen wie Google entstehen, die fast aus dem Nichts einen Wert von 100 Milliarden verkörpern und an deren Wertsteigerungen man auch gerne teilhaben möchte. Und es nicht nur Google, da gibt es auch Ebay, Yahoo, GE, Citybank, Microsoft, Intel, Genetech, Pfizer usw. und usw. Und wenn dieser doch ziemlich blöde Schreiberling auch nur geringste ökonomische Kenntnisse hätte, wüsste er, dass nach den Gesetzen der Saldenmechanik der Zahlungsbilanz Kapitalzuflüsse (da nimmt nicht Joe Sixpack einen Kredit auf)mit einem Leistungsbilanzdefizit einhergehen. Degenerierte Länder, aus denen wegen mangelnder Anlagemöglichkeiten Geld abfließt, haben dann gezwungenermaßen Leistungsbilanzüberschüsse.

Genau so lächerlich ist, ausschließlich die Leistungsbilanzsalden als Kriterien für die Erklärung von Wechselkursbewegung heranzuziehen, denn es gibt im wesentlichen drei Aspekte:

1. Kurzfristig sind Renditeunterschiede von entscheidender Bedeutung.

2. Mittelfristig gesehen haben auch die Leistungsbilanzsalden einen Einfluss.

3. Langfristig kehren Wechselkurse immer wieder auf den durch die Kaufkraftparität vorgegebenen Pfad zurück.

Die Punkte 1. und 3. sprechen für einen sinkenden Eurokurs, der Punkt 2. eher für einen steigenden Eurokurs. Daher werden wir uns in 2006 wohl eher auf die Kaufkraftparität, die je nach Berechnungsweise zwischen 1,00 und 1,10 liegt, zubewegen. Denn eines darf man auch nicht vergessen. Der momentan Kurs des Dollars liegt unter der Kaufkraftparität, was zu einem Abbau des Leistungsbilanzdefizits führt. Die Märkte haben diesen längst in Gang gekommenen Prozess, der Geduld erfordert und durch die Rohstoffhausse verzögert wurde, schon in ihrer Preisbildung berücksichtigt. Warum ist die Prozess so langwierig? Da gibt es viele Faktoren, nur zwei Beispiele: Porsche hat z.B. seine Dollarerlöse noch bis 2008 kursgesichert, ein extremes Beispiel, und daher laufen 2006 viele Kurssicherungen aus. Eine bei 0,85 in Euroland errichtete Anlage nutzt man bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer, ein Abreißen und ein Aufbau in den USA macht keinen Sinn. Aber beim Ersatz der Anlage wird man sich einen Aufbau in den USA überlegen - und da wird es in 2006 Überlegungen geben. Okay, als Redakteur bei einem Börsenblättchen oder Devisenanalyst bei Goldman Sachs muss man ja auch seinen Kopf nicht besonders anstrengen, dass muss höchstens der Friseur, der dieses Monstrum schneidet.
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Libuda:

IPO-Pipeline gut gefüllt

 
26.12.05 17:12
Euro am Sonntag:

"Während es um die Börsengäne 2005 ruhiger wird, mehren sich die Ankündigungen für nächstes Jahr. Laut Finanzdatenanbieter Dealogic warten in den USA 2005 115 Unternehmen mit einem Gesamtemissionsvolumen von 20,09 Milliarden Dollar darauf, an die Börse zu kommen. Das sind weit mehr als die 79 Börsengänge mit einem Wert von 13,51 Milliarden Dollar, die vor einem Jahr entstanden."

Vielleicht können jetzt einige verstehen, warum ich mich so besonderns für einen gefallenen Darling der New Economy, der überlebt hat und weitgehend schuldenfrei ist, auf dem Hot Stock-Board interessiere: Kaum jemand eine andere Unternehmung hat eine so gut gefüllte IPO-Pipeline wie dieser Wagnisfinanzierer auf dem Internet-Sektor, einer der wenigen börsennotierten Wagnisfinanzierer zudem. Denn meistens kann man sich nicht über die Börse an einem Wagnisfinanzierer beteiligen, sondern auf anderen Wegen. Wen das nicht interessiert, hat es ganz einfach, er liest es einfach nicht.
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Libuda:

Die Arbeitsproduktiivität machts

 
26.12.05 22:34


Das stand zwar schon einmal an anderer Stelle, wo es unfähige und schwachsinnige Idioten unter der Mithilfe eines "Webmasters" versaubeutelten und es ist auch schon etwa drei Monate alt, gilt aber nach wie vor.

Wirtschaftswoche: Mrs. Cohen, sie gelten als die ewige Opitmistin der Wall Street. Fällt es ihnen nicht weiterhin schwer, bullish für die amerikanischen Aktienmärkte zu sein?

Abby Cohen: Ich bin nicht immer nur bullish gewesen. Das möchte doch gerne vorwegschicken. Im März 2000, als der S&P seinen Höhepunkt erreichte, haben wir unseren Kunden gesagt, sie sollten einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Besonders Technologieaktien sahen wir damals kritisch.

Wirtschaftswoche: Und wie sieht das aus ihrer Sicht wahrscheinlichste Szenario für die nächsten zwölf Monate aus?

Abby Cohen: Wir sehen überhaupt nicht schwarz. Die zu Grunde liegende US-Wirtschaft sieht nach wie vor sehr robust aus, obwohl die Hurrikans die Wirtschaft kurzfristig beeinträchtigen. In 2005 wird das BIP um rund 3,5% wachsen, im nächsten Jahr rechnen wir mit einem ähnlich hohen Wert. Wir haben eine Phase hinter uns, in der viele Unternehmen sehr stark in die Zukunft investiert haben. Das zahlt sich immer noch aus. Wenn sie mich nach der entscheidenden Größe für die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung fragen, dann ist das für mich eindeutig das Produktivitätswachstum. Und zurzeit wächst die Arbeitsproduktivität hier mit rund drei Prozent pro Jahr. In den Neunzigern lag dieser Wert lag dieser Wert bei etwas mehr als einem Prozent.

 
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Libuda:

Die Produktivitäts machts wirklich

 
27.12.05 11:45
Das sieht auch John Lipsky von J.P. Morgan heute im Handelsblatt so:

"Ein erstaunlicher Produktivitätszuswachs hat viel zu der unerwartet guten wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Deshalb war auch der Aktienmarkt viel widerstandfähiger als die Analysten geglaubt haben. Und es ist auch keine Überraschung, dass die Bond-Renditen zum Jahresschluss vermutlich in der Nähe des Vorjahresniveau liegen werden, da sich die Tendenzen bei der Kerninflation nicht verändert haben."

Das konntet Ihr aber auch alles schon vor einem Jahr von einem gewissen snag lesen, der damals schrieb: "Die Produktivität macht's."
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Libuda:

John Lipsky von J. P. Morgan zu 2006

 
27.12.05 13:11
und den Segnungen der steigenden Produktivität (heute im Handelsblatt):

"Höchstwahrscheinlich wird das Wachstum im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen. Die Kerninflation dürfte innerhalb des von der FED angestrebten Korridors von utner 2% verharren. Bei modratem Wachstum un einer niedrigen und stabilen Kerninflation überrascht es nicht, dass die Renditen zehnjähriger Anleihen unter 4,4% gesunken sind. Unter diesen Umständen ist es alles andere als eindeutig, dass die FED Ende Januar einen Grund für eine weitere Zinsanhebung hat."

Das ist der Stoff, aus dem Kursträume sind: Steigende Gewinne bei stagnierenden Kapitalmarktzinsen. Daher wird der Markt mit Outperfomance schlechthin der US-Markt sein. Und zwar die Segmente, die im Rest der Welt nicht in dieser Form enstehen können: Software der Spitzenklasse, hochwertige IT-Dienstleistungen und Biotech. Oder könnt Ihr Euch vorstellen, das die nächste Google, Ebay oder Genetech aus Deutschland, Frankreich oder von den Fidschi-Inseln kommen? Vielleicht einmal in zehn Jahren aus Indien oder China - vielleicht aber auch erst in zwanzig Jahre. Also warum denn in die Ferne schweifen, wo doch das Gute liegt so nahe? Wenn man an die enormen Chancen denkt, die US-Werte in 2006 haben werden, kann man schon poetisch werden. Noch gibt es sie meist billig, denn zu wenig haben diese Rennpferdchen bisher auf der Rechnung bzw. auf der Rechnung schon, aber noch nicht gekauft. Man(n)/Frau sollten also massiv zuschlagen, ehe die Post ohne sie abgegangen ist.
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Libuda:

Börsenkriminelle aus verschiedene Bereichen

 
29.12.05 00:24
vereinigt Euch, kann man da nur sagen, wenn man sieht, wie da obskure Börsenblättchen und unfähíge Codis in holder Eintracht ihre Leser verdummen lassen:

Hugin-News: Barnabus Energy, Inc.

Barnabus Energy gibt bekannt, dass Suncone-Entwicklung wie geplant voran schreitet

Corporate news- Mitteilung verarbeitet und übermittelt durch Hugin. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

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SOLANA BEACH, CA December 28, 2005 - Barnabus Energy, Inc. (ISIN:US06769P2011 / WKN:A0D8Y7) gab heute den Stand der Suncone-Entwicklung bekannt. Bei Suncone handelt es sich um eine potenziell bahnbrechende, neue Solarkonzentrierungstechnologie. Nach kürzlich abgeschlossenen Treffen mit HYTEC Engineering in Los Alamos, New Mexico, bestätigte Dr. Mel Prueitt, Suncone-Erfinder, dass das Entwicklungsprojekt im Plan liegt und das Unternehmen hofft, den ersten, funktionierenden Prototypen bis zum 31. Januar fertigzustellen. In nur vier Monaten hat das Ingenieursteam unter der Führung von Projektmanager Riney Bennett, die geometrische Konfiguration des CONE etabliert und die notwendigen Materialien für den Prototypen bestimmt, darunter auch die in Glas eingeschlossene Zirkonstange, die als Energiesammelstelle dienen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt meldet das Unternehmen, dass der Suncone-Rahmen fertig gestellt ist, der Sun-Tracker zusammengebaut und getestet und die Kontrollsoftware programmiert wurde. Die Glaszielstangen wurden hergestellt und sind zur Installation bereit. Sobald das erfolgt ist, wird Wasser durch die Stangen fließen, wo es auf mehrere 100 Grad Celsius erhitzt und dann zur Stromerzeugung zu einer externen Turbine gepumpt wird. Das Unternehmen plant, sobald das erste Suncone-Gerät fertig gestellt ist, weitere Designoptionen zu testen und zu optimieren, um schnell ein kommerziell einsetzbares Produkt zu entwickeln. Barnabus hat zudem mit der Entwicklung eines Destillationssystems begonnen, das den überschüssigen Wasserdampf des Systems nutzen und ihn direkt in trinkbares Wassert umwandeln könnte. Dieses System würde die Notwendigkeit, teure, wartungsintensive Osmosefilter einzusetzen eliminieren, was es zu einer konkurrenzfähigeren Wasseraufbereitungstechnologie machen würde, die weltweit installiert werden könnte. Dr. Prueitt sagte: "Wir sind sehr erfreut, mit welchem Einsatz HYTEC und unsere anderen Anbieter arbeiten. Sie haben wundervolle Arbeit bei den Suncone-Komponenten geleistet." Das Unternehmen geht davon aus, bis spätestens Juni 2006 ein kommerzielles Demonstrationsprojekt in Betrieb zu haben. "Ist Suncone erst einmal kommerzialisiert, sind die potenziellen Anwendungen auf dem globalen Markt spektakulär", sagte David Saltman, CEO. ÜBER DAS UNTERNEHMEN Barnabus Energy, Inc. engagiert sich in der Entwicklung eines Portfolios mit Projekten im Bereich erneuerbare Energien (RE). Das Unternehmen übernimmt wirtschaftlich gangbare Projekte im Sektor für erneuerbare Energien, wobei diese Projekte unterschiedlichste Aspekte der Energiebranche umfassen. Die Firmenleitung kooperiert eng mit wichtigen strategischen Partnern, die das Unternehmen bei künftigen Übernahmen unterstützen werden und auf ein weiteres Firmenwachstum abzielen. Das Unternehmen verfolgt einen fokussierten Ansatz bei der gezielten Nutzung von Erschließungsmöglichkeiten mit geringem Risiko. Safe-Harbor-Erklärung bezüglich zukunftsorientierter Aussagen: Abgesehen von Aussagen, die historische Fakten wiedergeben, enthält die hier bereitgestellte Information zukunftsorientierte Aussagen im Sinne des Private Securities Litigation Reform Act aus dem Jahre 1995. Derartige zukunftsorientierte Aussagen beinhalten bekannte und unbekannte Risiken, Unsicherheiten und andere Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse oder Leistungen des Unternehmens deutlich von den Ergebnissen und Leistungen abweichen, die ausdrücklich oder implizit in den zukunftsorientierten Aussagen enthalten sind. Zu diesen Faktoren zählen die allgemeinen Wirtschafts- und Geschäftsbedingungen, die Fähigkeit zum Erwerb und zur Entwicklung spezifischer Projekte, die Fähigkeit zur Finanzierung von Betriebsbereichen und Änderungen im Verbraucherverhalten von Konsumenten und Firmen und andere Faktoren, auf die Barnabus Energy, Inc. keinen oder nur geringen Einfluss hat. IN VERTRETUNG DES VORSTANDS Barnabus Energy, Inc. David Saltman Präsident

Investor Relations Kontakt: Brad Long +1-800-250-2610 Besuchen Sie unsere Website: www.barnabusenergy.com --- Ende der Mitteilung --- WKN: A0D8Y7; ISIN: US06769P2011; Notiert: Freiverkehr in Bayerische Börse München, Freiverkehr in Frankfurter Wertpapierbörse, Freiverkehr in Börse Berlin Bremen;

www.barnabusenergy.com/

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Quelle: dpa-AFX

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Da kann man eigentlich nur fraagen: Liebes Bafin schläfst Du süß?
Antworten
Libuda:

Es gibt deutsche Boards, über die gewaltige Säue

 
29.12.05 22:46
getrieben werden, wie z.B.

Barnabus, gamenznflix und Arnie Verzockernummern.

Wenn ich der Herr oder die Frau Bafin wäre, würde ich mir da so manchen Codi einmal genauer unter die Lupe nehmen. Und wenn ich der Vorstand einer Bank wäre, die die Nr. 2 werden will, sowieso. Es sei denn, die man nimmt sich an der Nr. 1 ein Beispiel, die schon sei Jahren nach dem Motto arbeitet: Ist der Ruf erst ruinert, "ackert" sich völlig ungeniert. (Alte schweizer Volksweisheit)


Antworten
Libuda:

Der lag nicht schlecht

 
31.12.05 18:27
damit meine ich eine Poster von einem Board mit seiner DAX-Vorhersage:


"Forum: Aktien | Deutschland


 
snag  




03.01.05, 16:35 Uhr (486 Klick(s))  

Zwischen 5.500 und 6.000

denn wenn ich bedenke, dass dann das KGV erst zwischen 15 und 17 liegt. Das vergleichbare Renten-KGV liegt momentan fast bei 30%. Selbst wenn die Kapitalmarktzinsen von Werten weit unter 4% auf 5% steigen, haben wir immer noch ein Renten-KGV von 20. Und bekanntlich war ja in den letzten 200 Jahren, um den Schweizer Kapitalmarktguru Heri, Professer für Finanzwirtschaft an der Uni Basel, heute ein zweites Mal zu zitieren, es fast immer so, dass das Aktien-KGV leicht über dem Renten-KGV lag. Dies ist nichts anders als die bekannte FED-Formel, die über Jahrhunderte ihre Gültigkeit hatte. Und daher will zum Schluss noch einmal den Heri zitieren: "Warum sollte es diesmal anders sein?"

Was dieser snag damals auch nicht so voraussah, ist, dass das KGV auch nach dem eingetroffenen Anstieg weiterhine zwischen 12 und 13 liegt, denn dass die Gewinne der DAX-Firmen in 2005 noch schneller gestiegen sind als die Kurse, war ja auch nicht ganz in diesem Maße vorhersehbar. In anderen Ländern ist dieser unterproportionale Anstieg der Kurse im Vergleich zu den Gewinnen noch extremer - am extremsten wohl in den USA. Dort stagnierten die Kurse und die Gewinne zogen um 20% an. Daher dürften allen Unkenrufen zum Trotz die US-Werte den Rest der Welt outperformen, denn die Gewinne werden dort sogar noch weiter steigen, wenn auch vermutlich nur einstellig. Aber es gibt ja auch noch einiges aus 2005 nachzuholen.

Antworten
modeste:

und was sagt Libuda zur nächsten Dax-Woche ? o. T.

 
31.12.05 19:12
Antworten
stefan64:

auf die DAX - Vorhersage von Snag für 2006 mußt

 
31.12.05 19:38

du wahrscheinlich verzichten, er ist seit 14 Tage verschwunden, entweder urlaub oder (was ich für wahrschenlicher halte ) gesperrt wg Pöbelei.

Stefan64

 

Antworten
modeste:

aha..oder besser: oha! thx @64 o. T.

 
31.12.05 20:01
Antworten
Libuda:

An modeste

 
01.01.06 11:55
Wie mir Snag gerade mitteilt, ist der von Comdirect tatsächlich gesperrt worden, und zwar mit folgender Begründung. Hier ein Auszug aus dem entsprechenden Posting von Comdirect.

"Hallo snag,

.... Beleidigungen - diesmal gegen uns - keine andere Möglichkeit, als deinen Forumszugang zu sperren."

Die Beleidigung von Snag bestand nach dessen Aussage darin, dass er aufgrund einer langen Reaktionszeit ins Netz die Frage stellte, ob das Community-Team vielleicht nur aus einer Teilzeitkraft bestehe. In einem Telefongespräch, das Snag einmal mit dem Justiziar von Comdirect geführt hatte, war nämlich dieser Eindruck bei Snag entstanden. Ob da getroffene Hunde bellen oder nicht, ist sich Snag auch nicht sicher, da im Gegensatz zu anderen Boards, niemand was weiss, was sich hinter dem Community-Team verbirgt. Zum Beispiel nicht, ob dort auch auch Hausmeister, die Putzfrau und der Kantinenchef von Comdirct mitarbeiten, was sich ein sehr kosteneffiziener Personaleinsatz wäre.

Jetzt aber zu Deiner Frage. Als fundamental orientierter Anleger kann ich über den DAX-Verlauf der nächsten Woche keine Aussage machen. Wer das trotzdem versucht, ist eine Scharlatan. Ich kann aber eine Aussage darüber machen, wo ich den DAX Ende 2006 erwarte und dafür eine Begründung liefern. Über einen Zeitraum von über hundert Jahren, hat die sogenannte FED-Formel ihre Gültigkeit bewiesen: In 90% der Zeiträume war das Aktien-KGV leicht über dem Renten-KGV, wofür ich auch schon x-mal Begründungen geliefert habe. Da ich mit Sicherheit den Kapitalmarktzins in 2006 nicht über 5% steigen sehe, haben wir selbst in diesem unwahrscheinlich Fall noch ein Renten-KGV von 20. Selbst wenn das Aktien-KGV in 2006 nicht schon dort hinmarschiert, wird sich aber die unsinnige übermäßige Risikoaversion weiter abbauen, sodass wir bis Jahresende beim Aktien KGV einen Wert von 15 bis 16 erreichen sollten, was ein Plus von 20% gegenüber dem momentanen Wert bedeutet. Da auch Gewinne der DAX-Wert um 10 bis 20% steigen werden, ergibt sich ein Kurspotenzial von 30%. Daraus kannst Du leicht ableiten, dass ich den DAX für Ende 2006 bei 7.0000 erwarte.

Auch wenn das jetzt utopisch klingt, solltest Du Dich dran erinnern, dass ich bereits im Frühjahr 2003 den Wert von 5.500 bis 6.000 für Ende 2005 angab. An das Geheule der vielen Durchgeknallten kannst Du Dich sicher auch erinnern, z.B. an den Müll eines gewissen Motzky oder eines Ebörse. Diese Anstiege sind logischerweise nicht von Dauer, denn normalerweise können Aktienkurse auf lange Sicht nicht stärker steigen als das Wachstum des nominalen BIP. Aber wir haben eben immer noch nicht die Blase nach unten korrigiert, die der Blase nach oben folgte. Ist das geschehen, greifen durchaus auch wieder manche andere Argumentatioen: Dann müssen wir kleinere Brötchen backen und uns mit einstelligen Wachstumsraten beim DAX zufriedengeben. Das ist für mich das Szenario nach 2007, wenn wir zwischen 7000 und 8000 im DAX einen Fair Value erreicht haben und die Risikoaversion wieder ihr langjähriges Mittel erreicht.
Antworten
modeste:

thx @ Libuda:

 
01.01.06 15:20
deine einschätzung erscheint mir durchaus realistisch, wenngleich deine prognose für  2005 ja auch davon getragen wurde, dass unvermutet 2005 das Ereignis der bundestagswahl von 2006 vorweggenommen hat - wo wären wir ohne das Schröder-Selbsttor wohl im DAX 2005 gelandet ?

salut

modeste
Antworten
Libuda:

Wahrscheinlich auch dort, wo wir sind

 
01.01.06 15:58
denn die Politik spielt eine wesentlich kleinere Rolle als wir vermuten, beispielsweise hat die brasilianische Börse unter dem als Börsenschreck angekündigten Lula enorme Kurssteigerungen hinter sich.

Was für den DAX spricht, ist auch, dass Value gegenüber Growth in 2006 das Nachsehen haben wird. Und der DAX enthält im Vergleich zu anderen allgemeinen Indices verhältnismäßig viel Growth. Daher sind der DAX und die Nasdaq meine Favoriten für 2006.

In Euro am Sonntag heißt es heute dazu:

"Growth oder Value? Die Frage nach richtigen Aktiengattung ist derzeit so akut wie schon lange nicht mehr. Denn nachdem werthaltige Aktien seit über fünf Jahren die kalr bessere Wahl waren, gibt es nun Aussichten für einen Trendwechsel. Für Wachstumsaktien sprechen beonders die günstigen Bewertungen im Verhältnis zu Substanzaktien. US-Werte könnten dabei als erste den Höhenflug starten, wenn in diesem Jahr das Ende des Zinserhöhungszyklus ansteht. "Das gegenwäritgen Umfeld ist sehr günstig", meint daher auch Robert Dean, der den Franklin Aggressive Growth managt. "Wir befinden uns im Frühstadium eines Growth-Zyklus, der mehrere Jahre könnte." Dean konzentriert sich mit Erfolg auf US-Unternehmen. Seit Januar 2005 hat der Fonds mit der Note 2 trotz eher ruhiger US-Börsen ein Plus von knapp 30% erzielt."

Weitgehend Zustimmung, für mich wird das Jahr 2006 ein Nasdaq-Jahr, weil es die Growth-Aktien, wenn man es branchenmäßig sieht, nur dort gibt. Growth-Aktien haben dieses Jahr weltweit unter überzogenen Zinssteigerungsbefüchtungen gelitten. Da ihre Gewinne stärker in der Zukunft liegen, führt ein höhere Diskontierungszins für die zukünftigen Erlöse zu niedrigeren Gegenwartswerten. Langsam wird klar, dass die Zinssteigerungsbefürchtungen völlig überzogen waren und im wesentlichen auf dem Einmaleffekt von Rohstoffverteuerungen, die zum einem Großteil auf Zockereien beruhen, fußten. Wir haben ja gerade heute wieder erlebt, worauf der Rohstoffboom teilweise beruht: auf fehlender Marktwirtschaft nämlich. Müsste die Ukraine den Marktpreis für Gas bezahlen, wäre dort der Energieverbrauch sehr viel niedriger. Die Russen müssen in ihren Land auch nicht den Marktpreis bezahlen, die Chinesen nicht und in vielen anderen Ländern auch werden die gezahlten Preise unter den Marktpreis subventioniert. Würden heute schon alle Marktpreise bezahlen, fiele die Nachfrage entsprechend und Spekulation wie ein Kartenhaus zusammen. 2006 werden wir aber eine Reduzierung der Suventionen erleben, niedrige Inflationsraten und moderate Kapitalmarktzinsen.
Antworten
Libuda:

Warum US-Werte ähnlich billig sind wie Dax-Werte

 
01.01.06 17:34
wird durch unsinnige Vergleich zugekleistert.

So heißt es dann beispielsweise, dass der DAX mit einem KGV von 12 bis 13 billiger sei als der S+P500 mit einem KGV voin 14 (beides auf der Basis der Gewinnschätzungen für 2006). Da vergleicht man allerdings Äpfel mit Birnen, denn in den DAX gehen nur 30 Werte ein, in den S+P500 eben wie es der Name sagt 500 Werte. Nimmt man aber die siebzig M-DAX Werte, dann stellt man dort schon ein um 25% höheres KGV fest als beim DAX, auch der Tech-DAX hat ein höheres KGV als die DAX-Werte. Das müsste man bei einem Vergleich berücksichtigen. Da Deutschland kleiner ist als die USA, müsste man bei einem Vergleich z.B. einen DAX 125 basteln, in den die DAX-Werte, die MDAX-Werte und einige aus dem Tech-DAX oder S-DAX hineinkommen müssten. Vermutlich läge dieses KGV dann sogar über dem KGV des damit korrespondierenden S+P 500. Das zeigt meines Erachtens ganz eindeutig, wo 2006 die Musik spielen wird.

Langfrisig positiv bin ich zwar für Schwellenländer bestimmt, aber die sind in 2006 gut gelaufen und werden 2006 ein Problem haben. Häufig wurden dort die Rohstoffpreiserhöhungen nicht weiter gegeben und heruntersubventioniert, sodass der Anpassungsprozess, den stärker marktwirtschaftlich ausgerichtete Staaten schon hinter sich haben, dort noch bevorsteht, denn die Preissubventionen können keine Dauereinrichtung sein.

Kurzfristig sehr negativ sehe ich auch Rohstoffwerte, vor allem Energietitel, obwohl auch hier auf lange Sicht die positiven Einschätzungen überwiegen. Wenn die oben angesprochen Subventionen auslaufen, wird die Nachfrage gerade dort einbrechen, wo der Nachfrageschub seinen Ursprung hatte. Da sich gleichzeitig aber Angebotsausweitungen an dieser teilweise künstlichen (weil nicht von Marktpreisen hervorgerufenen) Nachfragemengen orientieren, ist ein Preiseinbruch in the short run nur eine Frage der Zeit.
Antworten
Libuda:

Noch einmal Ukraine

 
01.01.06 22:24
Ich kann die Argumentation von Juschtschenko nicht nachvollziehen, er muss doch schon ziemlich bekloppt sein, wenn er glaubt, dass die Russen ihn subventionieren und auf diese Weise den Wohlstand ihrer eigenen Bevölkerung reduzieren. Ich kann da auch keine moralische Rechtfertigung erkennen. Aber abseits dieser politisch-moralischen Positionen zeigt uns dieses Beispiel eins: Die Energiepreissteigerungen, die wir in den letzten beiden Jahren hatten, haben relativ wenig mit Knappheit zu tun, sondern im wesentlichen damit, dass in vielen Ländern die marktwirtschaftlichen Mechanismen auf der Nachfrageseite außer Kraft gesetzt wurden. In Russland, der Urkraine, China, Indien, Indonesien usw. werden z.B. die Energiepreissteigerungen nicht weitergegeben, sondern durch Subventionen kaschiert. Ob das für diese Länder vorteilhaft war/ist, ist schwierig zu beurteilen - aber es kann mit Sicherheit nicht durchgehalten werden und ist je länger es durchgehalten wird mit Sicherheit schädlich.

ROUNDUP: Russland dreht Ukrainern Gas ab - Juschtschenko: 'Preis inakzeptabel'

MOSKAU/KIEW (dpa-AFX) - Im russisch-ukrainischen Streit um drastische Preiserhöhungen für Gas hat der vom Kreml kontrollierte Konzern Gasprom   dem Nachbarstaat wie angedroht den Hahn zugedreht. Wenige Stunden nach Ablauf eines Ultimatums zum Jahreswechsel drosselte der weltgrößte Gasproduzent am Neujahrsmorgen seine für die Ukraine bestimmten Exporte. "Wir sind gezwungen, die Lieferungen zu stoppen", sagte ein Konzernsprecher am Sonntag in Moskau. Gasprom fordert Weltmarktpreise von der Ukraine, die die bisherigen Tarife um fast das Fünffache übersteigen. Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko bezeichnete den Preis von 230 Dollar (195 Euro) je 1.000 Kubikmeter als "inakzeptabel". Man müsse neu verhandeln, forderte er.

In der Ukraine wurde im Tagesverlauf ein Druckverlust in den Pipelines zur Inlandsversorgung registriert. Der Energiemarkt sei aber vorerst nicht betroffen, hieß es in Kiew.

Die Gasprom-Führung erhob schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Kiew. "Von Anfang an waren sie darauf aus, ab dem 1. Januar illegal Gas abzuzapfen oder genauer gesagt zu stehlen", betonte der Gasprom- Sprecher Sergej Kuprijanow. Dafür gebe es Beweise. Der ukrainische Regierungschef Juri Jechanurow widersprach am Sonntagabend dem Diebstahl-Vorwurf. Der Energieversorger Neftegas Ukrainy teilte in Kiew mit, man habe Gasprom rechtzeitig einen Vertragsentwurf geschickt, in dem "marktgerechte Preise" fixiert worden seien.

TRANSITGEBÜHR

Die Ukraine will bis zum Abschluss eines neuen Liefervertrages mit eigenen Vorkommen sowie mit Exporten aus Turkmenien über die Runden kommen. Dagegen teilte Gasprom mit, sämtliche turkmenischen Exporte würden ab sofort von Gasprom verwaltet. Kiew hatte zuletzt Anspruch auf 15 Prozent des russischen Gases als Transitgebühr erhoben.

Mit dem Neujahrstag übernahm Russland auch den Vorsitz der G8- Industriestaaten. Nach dem Willen von Präsident Wladimir Putin soll die Energieversorgung im Mittelpunkt der russischen G8-Führung stehen. Putin hatte noch wenige Stunden vor Auslaufen des Altvertrages dem "ukrainischen Brudervolk" einen Aufschub angeboten. Die Ukraine könne noch bis Ende März russisches Gas zum Billigtarif erhalten, wenn sie bis zum Jahreswechsel einem Vertrag mit "marktgerechten Preisen" zustimme.

Bislang zahlte die Ukraine 50 Dollar (43 Euro) je 1.000 Kubikmeter Gas, in Zukunft sollen es nach den Gasprom-Plänen 230 Dollar sein. Juschtschenko wiederholte am Sonntag die Bereitschaft, "marktgerechte Preise" an Russland zu zahlen. Bis zur Fertigstellung der Ostsee- Pipeline im Jahr 2010 wird der Großteil der russischen Gasexporte weiter durch die Ukraine fließen.

'UKRAINE STIEHLT GAS'

Die Gasprom-Führung teilte mit, es bestehe die Gefahr, dass auch die Kunden in der Europäischen Union in Mitleidenschaft gezogen werden. "Sie (die ukrainische Führung) stiehlt das Gas bei den europäischen Verbrauchern", sagte der Gasprom-Sprecher in Moskau. Wenn russisches Gas auf dem Weg zu den Kunden in der Europäischen Union verloren gehe, trage allein die Ukraine die Verantwortung, betonte das Außenministerium in Moskau. Nach Gasprom-Angaben fließt russisches Gas in der Ukraine durch fünf Pipelines, drei davon seien für den Export bestimmt.

Am Vortag hatten noch mehrere EU-Länder Russland aufgefordert, die Gaslieferungen "in vollem Umfang" aufrechtzuerhalten. Eine Reduzierung "könnte zu nicht unerheblichen Problemen für die Gasversorgung in Europa führen", schrieben die für Energie zuständigen Minister mehrerer Abnehmerländer, darunter auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Die Versorgung der deutschen Haushalte mit Gas ist nach Einschätzung von E.ON Ruhrgas trotz des osteuropäischen Streits um Gaslieferungen nicht gefährdet./sv/DP/rw

Quelle: dpa-AFX

Was das für die Öl- und Gaspreise bedeutet, kann sich jeder ausrechnen. Betriebsverlagerungen in die Ukraine, weil es dort so günstige Energiepreise gibt, erscheinen jetzt doch in einem etwas anderen Licht. Logischerweise müssen die auch Weltmarktpreise bezahlen und einen Dauerklau lässt sich der Putin wohl zu recht nicht gefallen.

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Slater:

ähm Libuda

 
01.01.06 23:00
im M-DAX befinden sich aber 50 und nicht 70 Werte (das war früher mal so).

Aber wenn, dann solltest Du den STOXX 50 mit den USA vergleichen... oder den Bloomberg 500 für Europe

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Libuda:

STOXX 50

 
02.01.06 10:39
greift meines Erachtens für einen Vergleich mit dem S+P500 immer noch zu kurz. Wie der Bloomberg 500 aufgebaut ist, weiss ich nicht - vermute aber einmal, dass da die Marktkapitalisierungen eine entscheidene Rolle spielen, vielleicht korrigiert um die Komponenten Sektorenausgewogenheit und eventuell Streubesitz.

Hast Du eine Angabe zum KGV für diesen Bloomberg 500?

Trotzdem aber noch etwas Grundsätzliches: Es scheint also so zu sein, dass es keine Bewertungsunterschiede zwischen europäischen und US-Werten gibt, den Quatsch den in diesem Zusammen ein Reihe von Bankanalysten und Vermögenswaltern von sich gibt, wie z.B. der Ehrhardt, ist somit Dünnpfiff. Ist das KGV nämlich gleich, verdienen europäische Aktien sogar einen Abschlag - denn das Potenzialwachstum der europäischen Volkswirtschaften liegt erheblich unter dem der USA, auch wenn die da etwas aufholen werden. Das Entstehen von Firmen wie Google, Ebay, Yahoo, Genetech, Amgen, Intel, Microsoft usw. ist in Europa fast ausgeschlossen, da hier kaum die dafür notwendige Mischung aus Wissenschaftsleistungen auf Höchstniveau, Risikokapital und Vermarktungskompotenz zusammenkommt. So etwas wie SAP passiert in Europa alle 25 Jahre einmal - in den USA pro Jahr einmal. Und da das auf absehbare Zeit so bleibt und zu den USA höchstens China und Indien hinzukommen, ist es absurd, obwohl die Bewertungen in Europa und den USA momentan in etwa gleich sind, für Europa höhere Kurssteigerungen als in den USA vorherzusagen. Und hinsichtlich der gesamtwirtschaflichen Aspekten sei nur kurz darauf hingewiesen, dass die USA bei der Neuverschuldung nicht die 3%-Hürde reißen würden, wie das fast alle wichtigen Europäer tun. Obwohl ich die 3%-Grenze für Schwachsinn halte, absolute Zahlen machen hier absolut keinen Sinn, da man die Neuverschuldung in Relation zum Wachstum des nominalen BIP setzen muss. Und das macht die Amis noch besser. Da dort z.B. das nominale BIP 2005 um 7% gestiegen ist, hätte erst eine Neuverschuldung über 7% den Schuldenstand (das Verhältnis von BIP zu Gesamtschulden) erhöht. Dass die Amis Ihr Defizit in 2005 um 35% reduziert haben, wovon die Europäer nur träumen können, und statt unter 7% sogar unter 3% liegen, geht in der Rhetorik nach Art der Festansprachen nach Helmut Kohl, unter. Wer etwas blöd ist, ist eben auch zu blöd die Platte zu wechseln.
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Libuda:

Gezielt auf Verlierer setzen

 
02.01.06 14:04
Dazu kann man heute in der FTD lesen:

"Längst haben sich die meisten Anleger entschieden, welche Länder, Regionen und Branchen in diesem Jahr besonders Erfolg versprechend sind. Ganz oben auf der Liste stehen Russland, Lateinamerika, Japan und Edelmetallfonds. Die haben schließlich auch im vergangenen Jahr für gute Renditen gesorgt. Die weiteren Aussichten scheinen darüber hinaus günstig. Warum also nicht weiter auf die Gewinner des Vorjahres setzen? „Das ist eine nachvollziehbare Vorgehensweise“, sagt Gert Bennewitz, geschäftsführender Gesellschafter des SJB Fonds-Skyline. „Doch leider ist sie grundfalsch. Wer immer auf die gerade aktuellen Gewinner setzt, wird am Ende als Verlierer dastehen.“
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Libuda:

Antizyklisches Investieren bringt sensationelle

 
02.01.06 18:20
Ergebnisse, wie man in der Fortsetzung des Artikel aus dem letzten Posting in der FTD von heute lesen kann:

"Bennewitz empfiehlt Investoren deshalb, genau entgegengesetzt zu handeln: „Die Verlierermärkt von heute sind die Top-Performer von morgen. In einer Langfriststudie über 27 Jahre, basierend auf realen historischen Kursdaten, rechneten die SJB-Experten aus, dass ein Vermögensaufbau mit einer antizyklischen Investmentstrategie am besten funktioniert. Dabei verglichen die Experten drei Strategien: eine passive, eine prozyklische und eine antizyklische Strategie.

Der passive Investor investierte Sylvester 1978 exakt 10.000 Euro in die internationalen Aktienmärkte, dargestellt durch den MSCI World Index. Er lässt das Geld dort liegen. Die Summe wächst bis 2005 auf 193.000 Euro. Das sind 11,61% pro Jahr.

Der prozyklische Investor platziert das Geld Sylvester 1978 im besten nationalen Markt des abgelaufenen Jahre, dargestellt durch den MSCI-Index des entsprechenden Einzellandes. Dort lässt er das Geld fünf Jahre lang liegen. Diese Zeit entspricht in etwa einem vollem Marktzyklus. Dann wählt er nach dem gleichen Verfahren erneut den besten Markt des abgelaufenen Jahres aus und überträgt den Gesamtbetrag dorthin. Auf diese Weise erreicht er bis Ende 2005 einen Betrag von rund 86.000 Euro. Das ist eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,31 Prozent.

Der antizyklische Investor folgt dem gleichen Muster, entscheidet sich aber jeweils für den schlechtesten Markt des abgelaufenen Jahres. Für seinen Mut wird er reichlich belohnt. Sein ursprüngliches Vermögen von 10.0000 Euro ist seitdem auf sagenhafte 38 Millionen Euro angewachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 35,8 Prozent entspricht."

Noch nie ist die Technische Analyse eindeutiger als Hokuspokus-Fittipus-Drei-mal-Schwarzer-Kater von Scharlatanen entlarvt worden. Während als der Weg zur Wahrsagerin nicht nützt und wenig schadet (vielleicht 50 Euro Gebühren) macht das Hüpfen auf Trends arm.




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Libuda:

Lieber Leser eines Nachbarboards

 
04.01.06 11:18
 
Forum: Aktien | Deutschland

hier ist die Antwort auf Eure wiederholten Fragen, wer denn im Rahmen der Prognosen für 2005 am besten lag. Offensichtlich gefällt den Initiatoren des Tipp-Wettbewerbs nicht, dass ein gewisser Snag unter den vielen Propheten mit seiner Prognose von 5500 bis 6000 fast eine Punktlandung schaffte und mit haushohem Abstand am besten lag. Nicht auszuschließen ist allerdings auch, dass der Codi, der schon beleidigt ist und User sperrt, wenn man fragt ob er eine Halbtagskraft ist, die entsprechenden Ergebnisverkündigungen gelöscht hat. Denn er löscht alles, was ihn nicht gefällt, unabhängig davon was im Disclaimer steht und was Presserecht vorsieht.
 
JGPINK  




03.01.06, 01:52 Uhr (145 Klick(s))  

Hi Dr. Verstand ! Wer hat gewonnen ???

Hallo und noch'n frohes Neues !
Hat jemand eine Auswertung der Tipps gefahren ? An wen muss ich denn nun die Preise versenden und wann saufen wir den Champus von Mike0311 ?
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass fast alle deutlich zu pessimistisch waren. Auch meine 5050 Punkte waren daneben, allerdings haben meine Stockpicks alle deutlich outperformed und ich bin mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden und sogar begeistert ! Hoffe, es geht vielen so !?

Gruß

Jo.
 
Antworten
Libuda:

Scharlatane - Allianz gesichert

 
07.01.06 10:58
Niemand hat vor diesen beiden nachstehenden Scharlatanen in dem folgnden Artikel auf deutschen Aktienboards mehr gewarnt als Libuda (und auch die beiden Welt-Redakteure, die die beiden Scharlatane jetzt zu recht jetzt "kurz" machen, standen in ihren Weltuntergangsfantasien dem Montier und dem Edwards kaum nach). Wenn das private Scharlatane wären, wäre das weiter nicht schlimm - schlimm ist, dass sie den vermögenszersetzenden Stuss im Namen der Allianztocher Dresdner Bank unters Volk bringen. In Anlehung an einen bekannten Spruch kann man da nur sagen: "Vermögen weg, der Montier kichert, hoffentlich nicht bei Dresdner & Allianz versichert."

Wenn Verkaufsempfehlungen zu Kursraketen werden
Dresdner Kleinwort Wasserstein landet Erfolg der besonderen Art - Prognostizierte Nieten legen 2005 im Schnitt ein Drittel zu
von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

Berlin - Materieller Wohlstand macht nicht glücklich. Diese Weisheit trägt James Montier, seines Zeichens Börsenstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), seit Jahr und Tag wie eine Monstranz vor sich her. Und so mancher Anleger wird sich dabei gedacht haben: Der gute Mann wird schon wissen, warum er dies predigt. Und tatsächlich: Mit den Investmentempfehlungen von Montiers Arbeitgeber kamen Investoren 2005 nicht so schnell zu Wohlstand. Zumindest wer die zehn Top-Verkaufsempfehlungen für 2005 wörtlich nahm, ist finanziell auf die Nase gefallen. Denn keine einzige der "Top Ten Sells 2005" beendete das Handelsjahr mit einem Kursverlust. Vielmehr konnten Anleger mit den von DrKW prognostizierten Nieten Lonmin, Bayer, FMC, Zurich Financial, Nokia, DaimlerChrysler, Novo Nordisk, Scottish&Newcastle, Rentokil und Centrica eine durchschnittliche Performance von 33 Prozent erzielen und damit sogar den MSCI Europa schlagen. Wer in Form von Leerverkäufen - auf diese Weise läßt sich auf fallende Notierungen spekulieren - 100 000 Euro in die zehn Verkaufstips investierte, landete bis zum Jahresende leicht bei 25 000 Euro. Doch auch für dieses Ungemach hat Montier den passenden Rat: "25 000 Euro im Jahr reichen, um glücklich zu sein."


Tatsächlich ist die Performance der "Top Ten Sells" besonders blamabel, weil sich die Investmentbank mit dieser unkonventionellen Liste gegenüber der Konkurrenz abgrenzen will. Peinlich ist dies auch deshalb, weil die Top-Verkaufsempfehlungen zehn Prozent besser liefen als die Top-Kaufempfehlungen für 2005. Ein Wert auf der Favoritenliste, die Royal Bank of Scotland, schaffte sogar das Kunststück, in einem außergewöhnlich guten Börsenjahr wie 2005 mit einem Minus abzuschließen.


Normalerweise veröffentlichen die Institute zu jedem Jahresanfang lediglich die aussichtsreichsten Titel und hüllen den Mantel des Schweigens über die potentiellen Verlierer. Schließlich will es sich keine Bank mit einem Unternehmen durch eine so exponierte Verkaufsempfehlung verscherzen und damit Kunden verprellen.


Aber die Dresdner haben in Zeiten von Hedge-Fonds, die ebenso auf fallende wie auf steigende Notierungen setzen können, mit dieser Konvention werbewirksam gebrochen. Seit dem Jahr 2002 lesen sich deren Verkaufslisten teilweise wie Literaturverrisse. Dumm nur: Während sich in der Belletristik die Qualität der Kritik schwer messen läßt, ist dies in der Finanzbranche anders.


Zumindest sind die Dresdner mit ihren "Top Ten Sells 2005" jetzt zum Gespött der Börsianer geworden. Schon länger haben die DrKW-Strategen eher eine Reputation als Glücksexperten und Gefühlsmanager. Hier gibt es eine klare Aufgabenteilung zwischen Montier und seinem Kollegen Albert Edwards. Ersterer betreibt Glücksforschung und rät Anlegern, Geld nicht mit Glück zu verwechseln. Zudem sollten sie für ihr persönliches Wohlbefinden lieber exotische Berge besteigen und Sex nur mit dem Partner haben, den sie lieben.


Edwards erregte dagegen besondere Aufmerksamkeit, als er in einer DrKW-Studie über seine Erfahrungen beim Speed-Dating, einer innovativen Methode der Partnerfindung, sinnierte. Monate später erfuhren die Investoren dann, wie er mit seiner neuen Flamme durch Amerika tourte, wobei auch Details nicht vorenthalten wurden. Er begründete seine Publikationslust mit den Wünschen der DrKW-Klienten, die offenbar größeres Interesse am Gefühlsleben als an Kursempfehlungen haben.


Artikel erschienen am Do, 5. Januar 2006
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Libuda:

Ein selten dummer und arroganter Heuler

 
07.01.06 17:29


Namens Mandelbrot versucht mit aufschneiderischen Dumm-Dumm-Sprüchen ein Buch zu vermarkten.

Ein Kostprobe seines Dumm-Dumm-Geschwätzes aus der FTD.

„FTD: Passiert das Unwahrscheinliche wirklich so oft an der Börse?

Mandelbrot: Wir haben das berechnet. Nach den konventionellen mathematischen Modellen hätte der Dow Jones zwischen 1916 und 2003 nur 58 Handelstagen um mehr als 3,4 Prozent steigen oder fallen dürfen. Tatsächlich trat dies an 1001 Tagen ein. Oder: Laut Theorie sollte eine Sieben-Prozent-Schwankung des Dow Jones an einem Handelstag nur alle 300.000 Jahre vorkommen. Fakt ist, dass dies zwischen 1916 und 2003 48-mal passierte.“


Diese Mandelbrot-Nummer ist derart dreist und dümmlich, dass man fast nicht kommentieren muss. Denn welchen Anleger interessieren Schwankungen an einen einzigen Tag? Und nun kommt der Hammer: Die Frage nach der relevanten Untersuchungsperiode kommt bei Mandelbrot gar nicht vor. Daher ist er ein Scharlatan, der Aufmerksamkeit erheischen will und dem koreanischen Falsch-Kloner in nichts nachsteht.

Anleger interessieren, welche Risiken Aktien in Fünf-, Zehn-, Zwanzig – oder gar Dreißig-Jahresperioden haben. Und da wissen wir aus der Empirie, dass in 70% der Zehnjahresperioden Aktien die Rentenwerte (die in dieser Zeit auch wachsen, z.B. bei einem Zins von 7% sich verdoppeln) schlagen und in über 90% der Zwanzigjahresperioden Aktien die Renten schlagen. Und es gibt keine geschichtliche untersuchte Dreißigjahresperiode, in der nicht Aktien die Renten geschlagen hätten.

Dass in irgendwelchen Formeln zum fairen Wert von Optionen Werte verwendet werden, die Normalverteilungen voraussetzen, interessiert einen Anleger einen feuchten Kehricht.

Ich muss also meine Warnung vor Juristen (laut Ludwig Thoma = durchschnittliche Menschen mit durchschnittlichem Verstand) leider auch auf viele Mathematiker und Naturwissenschaftler ausweiten, denn ein nicht gerade kleiner Teil von ihnen glaubt im Besitz der Weltformel zu sein. Dabei gibt es in ihrer Branche doch durchaus Vorbilder, aber die sind anscheinend alle von früher: „Ich kann zwar den Lauf der Gestirne berechnen, aber nicht den der Aktienkurse.“ Aber vielleicht ließe sich dieser Vordenker aus einer vergangenen Zeit doch auf folgende Aussage ein: „Auf lange Sicht schlagen Aktien immer Renten, da die höhere Risikobereitschaft in Form höherer Renditen belohnt werden muss.“
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Libuda:

Ölpreisverfall stützt Kursanstiege

 
07.01.06 19:50
Zwei Meldungen von der Nachfrage- und Angebotseite im Energiebereich, die ahnen lassen, dass die Aktien in 2006 auch Antrieb von nachgebenden Ölpreisen bekommen.

Ein Beispiel zur Nachfrage aus deutschen Zeitungen in der letzten Woche: „Angesichts hoher Benzinpreise fahren die Deutschen immersparsamer. Nach ersten Berechungen des Mineralölwirtschaftsverbandes ist der Absatz von Ottokraftstoff in Deutschland  2005 um 6% gesunken.“

Nun werdet Ihr sicher fragen: In China auch? In der Ukraine auch? In Indien auch? In Indonesien auch? – Vermutlich noch nicht, weil dort die Regierungen aus Steuermitteln den Benzinpreis stabil hielten bzw. die Steigerungen reduzierten. Nach und nach bleibt ihnen keine andere Wahl, als die Subventionen aufzugeben, insbesondere wenn keine Staatsunternehmen den Rohstoff selbst fördert. Es war schon erstaunlich, dass selbst die Amis der Ukraine ein Recht zusprachen, Gas für 50 Dollar statt zum fünffachen Weltmarktpreis geschenkt zu bekommen. Logischerweise nicht von US-Konzernen, die in auch in Anrainerstaaten der Ukraine fördern, sondern von einem russischen Konzern, an dem Ihr auch beteiligt seid, wenn ihr z.B. Eon-Aktien haltet. Und genau dieser Abbau der Subventionen findet in 2006 verstärkt statt. Hinzu kommt, dass die Energienachfrage kurzfristig relativ starr ist, je länger der Betrachtungszeitraum wird, jedoch eine erstaunliche Elastizität aufweist, Preisänderungen also erheblich Mengenänderungen nach sich ziehen.


Ein Beispiel von der Angebotsseite aus deutschen Zeitungen in der letzten Woche: „Ölreserven erreichen neuen Höchststand – Weltweit wurde noch nie so viel Öl gefördert wie in diesem Jahr. Gleichzeitig stiegen auch die Ölreserven auf einen neuen Höchststand teilte der Mineralölwirtschaftsverband unter Berufung auch Hochrechnungen der US-amerikanischen Fachzeitschrift „Oil & Gas-Journal“ mit. Danach erhöhte sich die Rohölförderung um ein Prozent auf 3,59 Milliarden Tonnen. Die weltweiten Reserven, die durch Bohrungen bestätigt sind, kletterten um 2,5 auf 176 Milliarden Tonnen.“

Auch hier gilt ein ziemlich simpler Zusammenhang: Langfristig bestimmen die Kosten des Grenzanbieters (des teuersten Anbieters) die Preise. Und momentan sind Marktpreise mehr als doppelt so hoch als die Gesamtkosten des Grenzanbieters. Dass dies kein stabiler Zustand ist, weiß schon ein Anfänger in Sachen Preistheorie, der sich mit der Anreizfunktion des Preises beschäftigt hat. Hinzu kommen vielfältige Substitutionsprozesse.

Und dann kommt, mehr ein Spaß, noch etwas hinzu, einer der weltweit besten Fehlprognosengeber hat wieder einmal eine Sammlung mit Fehlprognosen abgeliefert, Byron Wien, den sie bei Morgan Stanley offensichtlich gefeuert haben (und das will bei denen schon etwas heißen, wenn dort die Niete Stephen Roach noch herumstümpern darf) hat gesprochen: Er sieht den Ölpreis 2006 bei 80 Dollar.

Ich halte dagegen: Ende 2006 werden wir unter 40 Dollar liegen, vielleicht sind es sogar nur 30 Dollar, womit wir noch weit über den langfristig die Preise bestimmenden Produktionskosten der Grenzanbieter, also der teuersten Anbieter, liegen.
Antworten
Libuda:

Damit lebt es sich ganz ordentlich

 
07.01.06 23:49
Im Handelsblatt konnte man diese Woche lesen:

"Die Weltwirtschaft erreicht im Jahr 2004 mit einer Steigerung des weltweiten BIP von 5,1% den Höhepunkt. 2005 waren es 4,3T. Auf diesem Niveau sollt sich das Wachstum auch in diesem Jahr bewegen."

Wie Ihr seht, leben wir in momentan einer der besten aller Welten - und das sollte man genießen. Wir haben die höchsten Wachstumsraten der letzten 50 Jahre. Der Grund ist ganz simpel: Wir haben die höchsten Steigerungen der Arbeitsproduktivität seit 50 Jahren. Warum, habe ich Euch oben im Rahmen meiner Ausführungen zur Wucht des 5. Kondratieffs schon erklärt. Die Hauptursache ist die Intensivierung der zwischenbetrieblichlich Arbeitsteilung, die das Internet möglich gemacht hat. Die Transaktionskosten, die bisher die wohlstandsteigernden Effekté der Arbeitsteilung nicht rentabel erscheinen ließen, sind dramatisch gesunken. Und das Gute daran: Das ist alles noch lange nicht ausgereitzt.

Das treibt die Gewinne der Unternehmen, den Wohlstand allgemein, senkt die Inflationsraten und folglich auch die Kapitalmarktzinsen. Ein Problem haben wir allerdings, das Wahrnehmungsproblem in der Realität. Und daher sind die KGV's weltweit bei extrem niedrigen Werten, absolut und noch sehr viel extremer, wenn man die durch die oben beschriebenen extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen (die niedrigsten seit über 100 Jahren im letzten Zinszyklus) dazu in Relation setzt.

Daher haben die Aktienmärkte weltweit noch sehr viel nachzuholen, insbesondere die amerikanischen.
Antworten
Libuda:

Ran an die 6.000

 
08.01.06 10:47


Unter dieser Überschrift kann man heute in Euro am Sonntag lesen:

„Die Konjunkturaussichten haben sich deutlich verbessert. Das wird sich auch in den Gewinnen niederschlagen“, sagt Carsten Kluge. Der Stratege der Privatbank M.M.Warburg sieht gute Chancen, dass der DAX schon im ersten Halbjahr die Marke von 6.000 nehmen wird. Derzeit werden die deutschen Standardwerte auf Basis der Warburg-Schätzungen für das kommende Jahr mit einem KGV von 13 noch immer vergleichsweise günstig bewertet. Der langjährige Durchschnitt liegt zwischen 15 und 16.“

Kommt Euch die Argumentation bekannt vor? Mir nicht, da scheinen nach zu langer Abstinenz jetzt doch einige bei Libuda bei ariva mitzulesen. Die Reichweite von ariva scheint doch größer zu sein als die von comdirect und Wallstreet-Online, wo Libuda überwiegend früher postete. Hätte Libuda auch schon im Frühjahr 2003, als er für Ende 2005 ein Kursziel im DAX von 5.500 bis 6.000 setzte, wohlbegründend mit steigenden Gewinnen, bei ariva gepostet, wäre so manchem der damals komplett daneben liegenden Bankanalysten die Blamage katastrophaler Fehlprognosen erspart geblieben.

Das Kursziel von Libuda für 2006 kennt Ihr ja schon: 7.000 DAX-Punkte - dann wären wir gerade einmal auf dem langjährigen Schnitt von 15 bis 16. Dieser langjährige Schnitt wurden allerdings erreicht, als die Kapitalmarktzinsen wesentlich höher lagen als heute und wohl auch in absehbarer Zeit - auch das liefert noch Potenzial. Ist auch dieser Prozess abgeschlossen, haben wir die Blase nach unten, die der Blase nach oben folgte, endlich korrigiert. Dann müssen kleinere Brötchen gebacken werden, nämlich nur noch Aktiengewinne (auf längere Sicht) in Höhe des Wachstums des nominalen BIP. Das schätze ich für Euroland auf knapp 5%. Nutzt also 2006 für Käufe eher die etwas mageren Zeiten kommen, die auch nicht so mager sind, da die Kursgewinne bzw Zinsen nicht wie früher von der Inflation aufgefressen werden. Denn die Inflationsraten werden auf absehbare Zeit niedrig bleiben - besonders in 2006, wo wir durch den Rückgang der überzockten Rohstoffpreise überrascht werden dürften.
Antworten
Libuda:

Umstrukturierung und Substitution

 
08.01.06 14:56


machen auf mittlere und längere Sicht das Angebot an und die Nachfrage nach Energie sehr viel elastischer als uns Sandra Ebner von Deka und der gerade von Morgan Stanley offensichtlich gefeuerte Byron weismachen wollen, der mit einer 80 Dollar Prognose auf sich aufmerksam zu machen versucht.

„Der Ölpreisschock wird der Wirtschaft und dem Ökosystem zugute kommen“, schreibt die Credit Suisse in aktuellen Energiestudie. Investitionen in Forschung und Entwicklung würden angeregt. Im Hausbau werde es oberstes Ziel, den Energieverbrauch so niedrig wie möglich zu halten. Die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen könnte stark steigen. Die Lebensmittelindustrie werde umweltverträglichere Verpackungen entwickeln.

Einer der großen Profiteure der neu aufkommenden Energiediskussion könnte ein alter Bekannter sein. „Ich kann mir vorstellen, dass die Kohle eine Renaissance erlebt, wenn es gelingt, diese Technologie umweltfreundlicher zu machen“, sagt Claudia Kemfort, Energie-Expertin des DIW in Berlin. Nach Erkenntnissen von Geologen könnten die Kohlevorräte die Nachfrage für fast 200 Jahre decken.“

Deshalb werden in 2006 die langfristigen Aufwärtstrend nach oben zu weit ausgerissenen hochgezockten Energiepreise sich wieder dem Langfristpfad annähern, der durch die Produktionskosten der Grenzanbieter bestimmt wird – also kurz- und mittelfristig abstürzen. Eine rationale Anlagestrategie sollte das berücksichtigen. Eine Konsequenz wird die Renaissance der Tech-Aktien sein, die man momentan noch billig einsammeln kann.

Die Devise für 2006 muss daher lauten: Raus aus Energie- und Rohstoffaktien, und allem was dranhängt, und rein in die Techs.
Antworten
Libuda:

Ein interessantes Verzockerpaar.

 
08.01.06 22:35

An Zinker erinnern sich sicher noch viele Leser von Wallstreet Online und man kann nur hoffen, dass sie ihm nicht ins Unglück gefolgt sind. Denn der empfahl im Frühjahr 2003 beim DAX-Stand von 2.300 massiv Puts auf den DAX, weil er die 1.800 in greifbarer Reichweite sah. Ich würde das nicht als kriminell einstufen, denn das war seine Privatmeinung, diejenigen die im allerdings ins Unglück gefolgt sind, lecken immer noch ihre Wunden. Zu seiner Entschuldigung kann man höchstens vorbringen, dass es auf WallstreetOnline noch ähnliche Verrückte wie einen Motzky gab oder den schlimmen New-Economy-Verzocker Ebörse, der sich sogar mit dem Chaoten-CEO von Commerce One ablichten ließ und dieses Bild über di deutschen Boards jagte.

"Dauerposter Snag

Hallo, schaue gelegentlich hier herinnen, was ist eigentlich aus dem Dauerposter "Snag" geworden?



Zuordnungen

Internet Capital Group Inc. Registered Shares DL -,001 US46059C2052 24-Monats-Chart"


Nicht minder gefährlich war ein auf dem comdirect-Board ein gewisser London, der ab 180 den Leser permanent empfahlt Google zu shorten und sie damit ins Verderben trieb. Noch ganz frisch sind seine Vermögen vernichtende Umtriebe aus dem November 2005 in Erinnerung, als er bei einem DAX-Stand von 4.800 weiterer Abwärtspotenzials sah. Wie beschissen die armen Anleger dran sind, die diesem Wahnsinn gefolgt sind, wissen wir alle leider nur zu gut.

          §
Forum: Aktien | USA



    london§




08.01.06, 22:01 Uhr (16 Klick(s))

Weitergezogen

Wurde gesperrt.Wie vorher auf anderen boards.Schreibt jetzt bei Arriva unter "libuda".Inhalt in Kurzfassung:Die Aktienkurse werden weiter steigen.und:ICGE kaufen!Grusslondon

Antworten
Libuda:

Ahnungslose Theorieschwätzer

 
10.01.06 23:19
jagen momentan Untergangssäue durch die Presse. Bevor man sein Maul so weit aufreisst, sollte man nicht mit Volkshochschulwissen herumnerven.

1. Ein Zinsniveau gib es eigentlich nicht, sondern es gibt einen Kapitalmarkt und ein Geldmarkt.

2. Für die wirtschafltichen Aktivitäten sind die Kapitalmarktzinsen sehr viel wichtiger als die Geldmarktzinsen.

3. Die Bedeutung der Geldmarktzinsen wird grenzenlos überschätzt. Es ist schon ziemlich lächerlich, wenn Veränderungen von Geldmarktzinsen, die in bestimmten Situationen die gleiche Bedeutung haben, als ob in China ein Sack Reis umfällt, hochgespielt werden.

4. Wenn also z.B. die FED bei der Erhöhung der Geldmarktzinsen tatsächlich überziehen sollte, tritt dadurch mit Sicherheit nicht die oft beschriebene Katastrophe ein - es ist fast egal, was die Notenbank macht.

5. Die tatsächlich entscheidenden Zinsen, die Kapitalmarktzinsen, bilden sich aufgrund von Angebot und Nachfrage. Das haben unsere Dummschwätzer aus den theoretischen Elfenbeintürmen noch nicht mitbekommen. Das ist auch eine Entmachtung der Notenbanken. Ob der Greenspan jetzt abtritt, Barnanke sein Nachfolger wird, Muhamed Ali, Lassie oder Joe Sixpack, ist somit fast egal. Und die Märkte machen das ohnehin besser und richtiger als Barnanke, Lassie oder Joe Sixpack.

5. Somit sind die jetzigen Zinsdiskussionen über inverse Zinslagen lächerlich. Bildet Euch endlich einmal fort und lasst das dumme Geschwätz von vorgestern, kann man den armseligen Volkswirten nur zurufen. Nicht umsonst behauptete Kostolany, dass er noch nie einen reichen Volkswirt gesehen habe. Mein Opa behauptete, dass wer nichts wird, Wirt werde und wer gar nichts werde, Bahnhofswirt. Gott habe ihn selig, aber die Volkswirte hat er dabei vergessen.
Antworten
Libuda:

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

 
12.01.06 14:19

aber Leute, die sich Wissenschaftler nennen, sollten schon auch wissenschaftlich arbeiten, wozu gehört, dass man die Annahmen für seine Berechnungen offenlegt und auch diese Annahmen laufend revidiert. Genau diesen Vorwurf muss man Shiller machen, dem es vermutlich nur um die Auflagenzahl für einen Reißer ging. Und Wissenschaftlicher sollten auch vor extrem linear ausgerichtetem Denken gefeit sein - auch das ist Shiler nicht. Kommen wir also zum entscheidenen Kackpunkt. Shiller hat ein Produktivitätswachstum von 1,5%, wie es in der Dekade vor 1996 in den USA zu messen war, einfach um zehn Jahre in die Zukunft verlängert. 1996 konnte man sich logischerweise irren, dreist ist es aber diesen Irrtum nicht korrigiert zu haben und mit Dumm-Dumm-Sprüchen die Anleger in die falsche Richtung zu schicken und um ihr Geld zu bringen, nur weil man mit Reißern selbst Kohle machen will und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen versucht. Shiller unterscheidet sich somit keinen Deut von dem Korea-Kloner.


Hier ein Auszug aus der der FTD von heute:

"Auf der Grundlage der von Shiller und dem Wirtschaftsprofessor John Campell von der Universität Harvard durchgeführten ökonometrischen Regressionsanalyse prognostizierte Shiller im Jahr 1996, dass Titel des Index S&P 500 in dem kommenden Jahrzehnt eine schlechte Investition sein würden. Im Jahrzehnt bis Januar 2006, so Robert Shiller, würde der reale Wert der Aktien aus dem S&P 500 fallen. Sogar nach Einrechnung der Dividenden schätzte er den wahrscheinlichen Wert investitionsbereinigter Erträge null – also weit unter dem ungefähr bei sechs Prozent liegenden Ertrag, den man mittlerweise für den amerikanischen Aktienmarkt als typisch annahm.

Aber Shiller lag falsch. Wenn der amerikanischen Aktienmarkt nicht noch vor Ende Januar zusammenbricht, werden für das abgelaufene Jahrzehnt Erträge ausgewiesen, die etwas über den historischen Durchschnittswerten liegen – und viel, viel höher als null. Diejenigen Anleger, die ihr Geld im vergangenen Jahrzehnt am US-Aktienmarkt investierten und reinvestierten haben ihre Einsatz beinahe verdoppelt, selbst unter Berücksichtigung der Inflation."
Antworten
Libuda:

Warum lag Shiller falsch

 
13.01.06 14:24
mit seiner Prognose, dass man von 1996 bis 2006 eine Rendite von null erzielen werde?

Darauf antwortet Bradford deLong, heute Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Berkeley und früher Wirtschaftsberater von Clinton wie folgt:


„Wir können hie drei Faktoren ausmachen, von denen jeder ungefähr zu einem Drittel dazu beitrug, dass die jährlichen Erträge im vergangenen Jahrzehnt bei sechs Prozent und nicht wie von Shiller vorhergesagt bei null lagen. Diese sind im Einzelnen

Die Hightech-Revolutionen, die hinter der sehr realen New Economy standen und die Produktivitätswachstum der US-Unternehmen beschleunigten.

Verschiebungen in der Verteilung von Einkommen vorm Faktor Arbeit hin zum Faktor Kapital, wodurch die Gewinne der Unternehmen als Anteil an der Produktion stiegen.

Eine gesteigerte Risikotoleranz auf Seiten der Aktienmarktinvestoren. Dadurch scheinen die langfristigen Kurs-Gewinn-Verhältnisse um rund 20 Prozent gestiegen zu sein.“


Zustimmung zu den beiden ersten Punkten, aber völlig Ablehnung des stritten Punktes. Da hat der gute Bradford deLong wohl aus einem alten Aufsatz aus dem Frühjahr 2000 abgeschrieben, wo das noch stimmte. Inzwischen befinden wir uns, was Aktien anbetrifft, nach wie vor seit der Krise der New Economy in einer Phase der Risikoaversion. Nie war in den letzten 100 Jahrhundert das Renten-KGV um so viel höher als das Aktien-KGV. Und trotz der extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen liegen die Aktien-KGV’s sogar untern den langfristigen weltweiten  absoluten Durchschnitten. Hier rächt sich bei Bradford deLong offensichtlich, dass viele Ökonomieprofessoren von der Börse nicht sehr viel mehr verstehen als Joe Sixpack.

Und seinen beiden Gründen für das Wachstum möchten ich auch nur zusammen einen Anteil von 50% am beschleunigten Wachstum zubilligen. Den wichtigsten Wachstumstreiber hat er vergessen, ist damit aber in bester Professorengemeinschaft: die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung, die durch das Internet möglich wurde, weil die Transaktionskosten dramatisch gesunken sind. Die extrem gesunkenen Grenzkosten der Arbeitsteilung machen schon bei sehr viel niedrigeren Grenznutzen der Arbeitsteilung die zwischenbetriebliche Arbeitsteilung sinnvoll.
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Libuda:

Auch Joseph Stieglitz ist ein Kumpel von Shiller

 
13.01.06 23:43
in Sachen Fehlprognosen. Offensichtlicht schützt auch ein Nobelpreis nicht davor, dass man vor lauter Schaum vor dem Mund nicht mehr zu normalem Denken fähig ist.

Ich mag den Kriegstreiber Bush auch nicht und halte den Klu Klux Clan, der an dieser Marionette zieht, auch nicht für ein erbauliches Ding, aber das darf nicht den Blick dafür versperren, das wir in einer Zeit mit sehr hohen Steigerungsraten der Produktivität leben. Und genau das schafft Einkommen und Kaufkraft, was der Stieglitz nun schon seit mehreren Jahren leugnet. Die Dumm-Dumm-Nummern mit Häuserpreisen und ähnlichen Heulnummern sollten einer nüchternen Überlegung weichen, die der Mr. Stieglitz eigentlich schon seinen Anfangssemestern beibringen müsste. Entscheidend für das Wachstum einer Volkswirtschaft ist die Entwicklung der Einkommen. Und wenn eine Volkswirtschaft wie die USA es seit mehreren Jahren schafft, die Produktivität um 3% zu steigern, steigen auch die Einkommen. Zusammen mit dem Bevölkerungswachsum ergibt sich dadurch ein Potenzialwachstum von 3,5 bis 4%. Das ist der lanfristiger Wachstumpfad der nächsten Jahre - der beste seit 60 Jahre.
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Libuda:

Wie gut die USA dastehen

 
14.01.06 11:52
zeigt selbst diese scheinbar nicht gute Nachricht von heute:

"Hurrikankosten erhöhen US-Haushaltsdefizit

Washington - Die US-Regierung rechnet für das laufende Haushaltsjahr (30. September) wegen der Wiederaufbaukosten in den Hurrikangebieten mit einem Etatdefizit von mehr als 400 Mrd. Dollar (330,6 Mrd. Euro). Die Summe entspricht voraussichtlich 3,1 Prozent des Bruttoinlandproduktes, wie Joel Kaplan vom Amt für Management und Haushaltsplanung in Washington berichtete. Ursprünglich hatte das Amt mit einem Defizit von 341 Mrd. Dollar gerechnet. AFP

Artikel erschienen am Sa, 14. Januar 2006"

Ihr habt es sicher selbst erkannt, nach einer Verschlechterung des Defizits auf 3,1% würden die meisten Eurolandstaaten regelrecht gieren. Und dazu muss man noch einen draufsetzen: 3,1% Neuverschuldung bedeuten zumindest für die USA einen Rückgang der Verschuldung. Einige werden jetzt sicher fragen: Was soll denn nun dieser Blödsinn? Absolut gesehen steigen logischerweise die Schulden durch eine zusätzliche Neuverschuldung, relativ sinkt aber die Neuverschuldung der USA. Denn man muss sie ja einer Vergleichsgröße in Beziehung setzen; die adäquate Größe dafür ist das nominale BIP. Und das wächst selbst bei der angenommen leichten Wachstumsabschwächung in den USA sicher stärker als 3,1 - denn ein Wert von 5% (resulierend aus einem Wachstum von 3% und 2% Inflation) ist sicher die untere Grenze.

Diese Überlegungen zeigen aber auch, wie schwachsinnig die Festlegung einer zahlenmäßigen Angabe für das Defizit ist. Für Länder mit einem Wachstum des nominalen BIP von über 3% ist eine Neuverschuldung von 3% eine Reduzierung ihrer Schulden. Für Lander mit sehr niedrigem Wachstum des BIP ist die Einhaltung der 3%-Grenze dagegen sogar eine Erhöhung der Verschuldung. Gerade dieser Überlegung zeigen, wie haushoch die den USA selbst in Sachen Staatsverschuldung vielen Staaten in der Welt überlegen sind und Heulnummern wie die z.B. von Stieglitz (siehe weiter oben) und Bankanalysten wie die von Roach von Morgan Stanley oder Edwards von Dresdner Kleinwortt Wasserstein, der sich mit der Erotik ohnehin besser auskennt als mit der Wirtschaft eben Heulnummern sind, um ihre in den letzten Jahren gezeigte Unfähigkeit zu übertünchen.
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Libuda:

Der Chefschwätzer von Barclays Deutschland

 
14.01.06 13:12

darf heute in der FAZ wieder einmal seinen Schwachsinn ablassen. Das wäre noch nicht besonders schlimm, schlimmer ist aber schon, dass man diesen sich maßlos selbst überschätzenden, einbildeten und eitlen Selbstdarsteller dem deutschen Bankernachwuchs an der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt vorsetzt.

Hier ein Auszug aus der FAZ:

"Liquiditätsschwemme beflügelt die Finanzmärkte”


13. Januar 2006 Trotz einer boomenden Weltwirtschaft befinden sich die realen Zinsen - also die Nominalzinsen bereinigt um die Preisentwicklung - noch beinahe weltweit auf historischen Tiefs. Dabei haben in den vergangenen Wochen nicht nur die offiziellen Preisindizes angezogen, sondern in manchen Bereichen kam es zu deutlichen Preissteigerungen.


Gleichzeitig befinden sich nicht nur die Börsen auf dem Höhenflug, sondern auch die Rentenmärkte befinden und halten sich auf einem hohen Bewertungniveau. Wie paßt das zusammen? Im folgenden Interview gibt Thorsten Polleit Antwort auf einige kritische Fragen. Er ist Chefökonom für Deutschland bei der britischen Bank Barclays Capital.

FAZ: Die Zinsen - sowohl die kurzen als auch die lange - sind in den vergangenen Jahren beinahe weltweit im Trend gefallen und verharren real betrachtet auf tiefem Niveau. Welche Gründe sehen Sie dafür?

Polleit: Der Zinsniedergang zeigt zum einen, daß die Finanzmärkte mit künftig geringen Wachstumsraten rechnen. Zum anderen reflektiert er auch die Folgen einer internationalen Geldpolitik, die sich quasi auf einem „Feldzug gegen den Zins” befindet: Die Politik des billigen Geldes löst fortwährend Konjunktur- und Finanzmarktkrisen aus, die dann, weil sie die Verschuldung von Privaten, Unternehmen und Staaten immer weiter ansteigen läßt, durch noch billigere Gelder geheilt werden sollen. Und so fallen die Kurz- und Langfristzinsen von Konjunkturzyklus zu Konjunkturzyklus. Das Grundproblem ist: Die Notenbanken steuern den Zins, und sie vernachlässigen die Ausweitung der Geld- und Kreditmengen."

Dieser Polleit und noch einige aus der Zunft haben noch nicht mitbekommen, dass sich die letzten 20 Jahren dramatische Veränderungen ergeben haben: Zinsen machen nicht die Notenbanken, sondern Zinsen machen die Märkte. Bei all der Aura die Alan Greenspan umgeben hat, ist folgendes richtig: Greenspan hat bewusst und richtigerweise dazu beigetragen, sich selbst zu entmachten. Die Überbetonung der Geldmarktzinsen durch Pollet ist lächerlich und korrespondiert mit der Niveau eines Volkshochschuldezenten an der Volkshochschule in Buxtertupfing, denn das Maß aller Dinge sind nun einmal die Kapitalmarktzinsen, auf die Notenbanken heute weniger Einfluss haben, als es je einmal der Fall war.

Und diese Kapitalmarktzinsen sind momentan am wenigsten so niedrig, weil die Geldmarktzinsen noch nicht sehr hoch sind. Warum sie niedrig sind, hat fast nichts mit der Geldpolitik der Notenbanken zu tun.

1. Der wichtigste Grund für die niedrigen Kapitalmarktzinsen sind die niedrigen Inflationsraten und die noch niedrigeren Inflationsaussichten. Dafür gibt es im wesentlichen zwei Gründe: Erstens sinken die Lohnstückkosten durch die sehr hohen Produktivitätssteigerungen selbst bei steigenden Löhnen und zweitens haben wir Preisdruck durch weltweite Konkurrenz und durch eine gesteigerte Transparenz. In 2006 wird dieser Prozess durch sinkende Rohstoffpreise noch gestärkt werden.

2. Weltweit sind die Ersparnisse der Privathaushalte sehr hoch. Inbesondere in den asiatischen Staaten haben wir hier extreme hohe Werte. Und auch die Heulnummer in Sachen USA ist lächerlich. Im Schnitt der letzten drei Jahr hatten wir in den USA eine Quote von im Schnitt 3% verglichen mit negativen Werten in den Jahren um die Jahrtausendwende. Wichtig sind aber in der volkswirtschaftlichen Analyse nicht absolute Werte, sondern Veränderungen. Dass in den USA Ausgaben für das selbst genutzte Wohnen als Konsum zählen und so nicht in die Sparquote eingehen, sei nur nebenbei erwähnt. Bei uns zählen Ausgaben für das selbst genutzte Wohnen als Investitionen und erhöhen die Sparquote. Schaltet man diese Effekte aus, kann es sogar durchaus sein, dass die Sparquote in den USA höher liegt als bei bzw. bei uns niedriger als in den USA.

3. Normalerweise absorbiert der Unternehmensbereich Kapital, weil die einbehaltenen Gewinnne plus Abschreibungen nicht zur Finanzierungen der Investitionen ausreichen. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall - statt Kapital aufzunehmen, konnten Unternehmen Kapital am Kapitalmarkt anlegen, da ihr Cash Flow höher war als die Investitionen. Insbesondere in der USA speichern Unternehmen wie Microsoft, Intel oder Google gigantische Summen, die übrigen in keiner Sparquote auftauchen. Als vor einiger Zeit Microsoft eine Sonderausschüttung vornahm, schoss die Sparqutoe im Untersuchungszeitraum raketenhaftig nach oben - interessanterweise wurde dann die Normalisierung im darauf folgenden Zeitabschnitt von den Weltuntergangspropheten frenetisch als Zeichen des Weltuntergangs gefeiert.

4. Weltweit reduzieren die Staaten ihre Budgetdefizite - die USA im letzten Jahr um 100 Milliarden Dollar. Und in Euroland haben wir den Stabilitäts- und Wachstumspakt, der hier seine Wirkungen entfaltet.

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Libuda:

Meines Erachtens kriminell

 
14.01.06 18:16


und eine Angelegenheit für die Staatsanwälte und die Börsenaufsicht sind die Lügereien die nach Angaben von FTD Goldman Sachs streuen lässt, um vermutlich seine Spekulationen abzusichern und das Gewinnniveau des Jahres 2005 abzusichern.

Diese dreiste Verarschungsnummer, die die Regierungen doch einmal zu Überlegungen veranlassen sollten, ob Investmentbanken durch künstliches Herbeiführen von Intransparenzen und unvollkommener Märkte, den Rest der Menschheit abkochen sollen (was meines Erachtens in der Nach-Bush-Zeit auf die Tagesordnung kommt, weshalb ich langfristig um Aktien von Investmentbanken einen weiten Bogen machen würde), konnte man am Dienstag in der FTD lesen:

„Nach einer Studie von Goldman Sachs sind die Grenzkosten der Ölforderung, also die Kosten der teuersten produzierenden Abbaustätte, seit 2002 von 20 Dollar auf 45 Dollar je Barrel in die Höhe geschossen.“

Ich will zwar nicht ausschließen, dass sich das ein gewisser Claus Hecking von der FTD nur aus den eigenen Rippen geleiert hat, um seinem Boss, der sich dem Weltuntergang widmet, zu gefallen, aber die Zahlen sind dreist gelogen. Selbst die Ölgewinnung aus kanadischen Ölsänden oder Kohleverflüssigungen liegen bei Produktionskosten von unter 30 Dollar.

Meines Erachtens würde Mr. Spitzer der Menschheit keinen Gefallen tun, wenn er Governor von New York wird – er sollte lieber weiter Finanzverbrecher jagen.
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Libuda:

Outperformer 2006: US-Aktien

 
15.01.06 11:30
Auch Euro am Sonntag macht heute mit diesem Thema auf. Allerdings ziehen die auch wieder - aus Blödheit oder Faulheit - die unsinnige Nummer auf, die ich schon oben kritisiert haben: Sie vergleichen das KGV des DAX und des S+P 500, wobei sie von den unterschiedlichen Varianten zum 2006er KGV zwischen 14 und 16 die höchste Zahl prasentieren. Dieser Vergleich führt, dazu die Unterbewertung der US-Aktien nicht so zum Ausdrck kommt, wie sie tatsächlich ist. Das hat im wesentlichen zwei Gründe:

1. Um einen realistichen Vergleich mit dem S+P500 zu haben, in den 500 Aktien einfließen, müssten in einen deutschen Vergleichsindex nicht nur 30 DAX-Werte eingehen, sondern auch alle M-DAX-Werte, die großen Tecdax-Werte und einige große Werte aus dem S-Dax. Schon dann hätten wir vermutlich einen Gleichstand zwischen den US-Werten und den deutschen Werten, die logischerweise auch noch erhebliches Potenzial in 2006 haben.

2. Im S+P500 sind eine Reihe von Werte mit hohen KGV's enthalten, die es dieser Qualitat in Deutschland nicht gibt und die durch ihre sehr hohen Marktkapitalisierungen mit einem sehr hohen Gewicht in den ermittelten Durchschnitt, der je nach Meßart zwischen 14 und 16 liegt, eingehen.

Beispielweise haben die folgenden sieben Unternehmen, die im S+P500 enthalen, im Durchschnit ein KGV von ca. 40 (Marktkpaitaliserungen in Klammern:

Google (104 Milliarden)

Amgen (80 Milliarden)

Qualcomm (65 Milliarden)

Apple (57 Milliarden)

Ebay (52 Milliarden)

Yahoo (45 Milliarden)

Comcast (30 Milliarden)

Und da ließen sich noch einige anführen. Nimmt man diese Werte, die es in dieser Form/Qualität und Größe generell in Euroland nicht gibt, heraus, sinkt das KGV des Rest-S+P's noch einmal dramatisch und liegt mit Sicherheit unter dem KGV eines um M-DAX, Tec-Dax- und S-Dax erweiterten Durchschnitts deutscher Werte.


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Libuda:

Hier der Text, auf den sich mein vorheriges

 
15.01.06 18:17
Posting bezog:

Zurück zur Wall Street (EurAmS)

Zwei lange Jahre traten die US-Börse praktisch auf der Stelle. Jetzt kommt wieder Schwung in die Kurse. Die Gründe, die Aussichten, die Investments.

Euro am Sonntag, Ausgabe 03/06

Seine bislang wohl schwerste Niederlage traf Ben Bernanke bereits mit elf. Bennie-Boy, schon als Junge wegen seines unstillbaren Wissensdursts gefürchtet, nahm damals an den in Amerika populären Buchstabierwettbewerben teil und gewann. Als erster im US-Bundesstaat Georgia hatte er sich 1965 für die US-Meisterschaften qualifiziert. Doch dort ereilte den Überflieger das Aus. Bernanke stolperte über die korrekte Schreibweise des Worts Edelweiß. Als 26. trat der kleine Ben vorzeitig die Heimreise an. Den Rückschlag hat Bernanke offenbar ohne bleibende Schäden verkraftet. Am 1. Februar rückt der Wirtschaftswissenschaftler und frühere Notenbank-Gouverneur als Nachfolger von Alan Greenspan an die Spitze der US-Notenbank Federal Reserve.

Der 52jährige tritt in riesige Fußstapfen. Schließlich gilt Greenspan schon zu Lebzeiten als Legende. Sicher wie keiner seiner Amtsvorgänger an der Fed-Spitze steuerte Greenspan die US-Wirtschaft durch unruhige Zeiten. Egal ob Börsencrash, die Folgen des Terroranschlags vom 11. September oder der jüngste Ölpreisanstieg: Mit seiner weitsichtigen und verlässlichen Zinspolitik bewahrte Amerikas oberster Währungshüter das Land zuverlässig vor einer Rezession.

Jetzt ist Bernanke dran. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor an der Elite-Universität Princeton übernimmt den Job als Oberaufseher der US-Wirtschaft mit reichlich Vorschußlorbeeren. Bernanke sei "hoch-kompetent", lobte etwa im Oktober der scheidende US-Chef-Volkswirt von Goldman Sachs, Bill Dudley. "Ben ist ein brillanter Ökonom", urteilt auch Kenneth S. Rogoff, ehemaliger Studienkollege Bernankes und inzwischen selbst Wirtschaftsprofessor in Harvard.

Sein überragendes Fachwissen und sein brillanter Intellekt werden Bernanke auf seinem neuen Posten zugute kommen. Doch die Meßlatte für den neuen Fed-Boss liegt ziemlich hoch. Immerhin übergibt Greenspan die US-Wirtschaft praktisch besenrein. So meldet die größte Volkswirtschaft der Welt mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,5 Prozent nahezu Vollbeschäftigung. Dazu brummt die Konjunktur ungebrochen. Im dritten Quartal legte die US-Wirtschaft um 4,1 Prozent zu. Seit November 2001 ist das Land damit pausenlos auf Wachstumskurs.

Auch an der Börse stehen die Ampeln endlich wieder auf Grün. Allein seit Mitte Oktober hat etwa der S&P 500, der die führenden US-Werte umfaßt, neun Prozent zugelegt und notiert inzwischen auf Viereinhalb-Jahres-Hoch. Und erst vergangene Woche überwand der Dow Jones vorübergehend die 11000-Punkte-Marke. Bis zum Allzeithoch von 11750 Punkten aus dem Jahr 2000 ist es nun nicht mehr weit.

Auf den Kursaufschwung an der Wall Street hatten Investoren lange warten müssen. Denn während die Börsen in Japan, Indien oder Österreich zuletzt eine fulminante Rally hinlegten, trat der Dow in den vergangenen zwei Jahren praktisch auf der Stelle. "Investoren haben sich eben in Märkten engagiert, die günstiger bewertet waren", sagt Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin bei der Landesbank Hessen-Thüringen Helaba. Und davon gab’s in der Tat genug. Während etwa der DAX 2005 mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 bewertet wurde, lag das KGV im S&P 500 im Vorjahr bei 19,8. Doch inzwischen sehen die US-Werte wieder deutlich interessanter aus. Derzeit notiert etwa der S&P 500 mit dem 16fachen erwarteten Jahresgewinn. "Das ist der tiefste Stand seit zehn Jahren", sagt Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart.

Die attraktiveren Bewertungen der US-Aktien führen Experten vor allem auf die hohe Ergebnisdynamik zurück. Denn zuletzt sprudelten die Gewinne der amerikanischen Firmen wie noch nie. Im gerade abgeschlossenen vierten Quartal dürften die Konzern-Gewinne im Durchschnitt um gut 15 Prozent zugelegt haben, erwarten Analysten. So geht das jetzt schon seit über drei Jahren. Nach einer Übersicht von Goldman Sachs kommen die 500 führenden US-Konzerne im laufenden Jahr zusammengerechnet auf 68,50 Dollar Gewinn je Aktie, über 37 Prozent mehr als im Boom-Jahr 2000. Und das bei ungewöhnlich niedrigen Kosten: Aus 100 Dollar Umsatz machen die Firmen laut Analyst Thomas McManus von der Bank of America derzeit gut neun Dollar Gewinn. Noch vor zehn Jahren waren es gerade sechs Dollar. Kein Wunder, daß die Unternehmen derzeit im Geld schwimmen. Atemberaubende 2000 Milliarden Dollar haben allein die Firmen aus dem S&P 500 zuletzt aufgetürmt, hat die Investmentbank Goldman Sachs ausgerechnet. Angesichts dieser Entwicklung und der stagnierenden Kurse sei es "nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich Investoren wieder für US-Aktien interessieren", sagt Schallenberger. Dazu kommt die Entwicklung an der Zinsfront. Pünktlich zu Greenspans Abschied aus 20th Street/Ecke Constitution Avenue zum Monatsende nähert sich der jüngste Zinserhöhungszyklus dem Ende. Darauf deutet jedenfalls das Protokoll der Fed zur jüngsten Sitzung von Mitte Dezember hin. Zwar erhöhten die Notenbanker den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte auf aktuell 4,25 Prozent. Zudem sprachen die Währungshüter laut Protokoll von der Notwendigkeit "weiterer maßvoller Schritte, um die Risiken für das Erreichen eines nachhaltigen Wachstums und für die Preisstabilität in etwa ausgeglichen zu halten". Allerdings wolle man auch "auf Änderungen reagieren", die diese Ziele gefährdeten, hieß es in der von Bankern rund um den Globus stets minutiös studierten Veröffentlichung. Für Beobachter war das die entscheidende Passage. Kaum war der Satz draußen, drehten die US-Börsen auf breiter Front nach oben. "Das absehbare Ende der Zinserhöhungen war sicherlich der Haupttreiber für die jüngste Aufwärtsentwicklung an den US-Märkten", sagt Thomas Radinger, Fondsmanager für amerikanische Werte bei Activest. Noch "einen Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent", erwartet etwa Gerhard Schwarz, Stratege bei der HypoVereinsbank (HVB). Seine Kollegin Traud von Helaba hält zwar insgesamt zwei bis drei kleine Schritte auf dann fünf Prozent für möglich. Doch das dürfte es nach übereinstimmender Einschätzung der Auguren auch gewesen sein. Zumal Bernanke bereits angekündigt hat, die Währungspolitik im Sinne Greenspans fortzusetzen.

Investoren hören das gern. Denn steigende Zinsen verteuern Kredite und damit Investitionen, was auf die Unternehmensgewinne drückt. Angesichts der Aussichten auf Stillstand der Zinsschraube und weiter steigender Ergebnisse sind die meisten Strategen denn auch positiv für den US-Aktienmarkt gestimmt. Erst unlängst hob etwa Goldman Sachs das Kursziel für den Dow zum Jahresende auf 12000 Punkte an. Auch im relativen Vergleich zu anderen Aktienmärkten dürften die Amerikaner im laufenden Jahr wohl deutlich besser abschneiden als 2005. "Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Europa und den USA", erwartet LBBW-Mann Schallenberger. Auch bei der HVB gibt man sich optimistischer. "Im zweiten Halbjahr verbessern sich die Rahmenbedingungen für eine Outperformance des US-Markts", so Stratege Schwarz. Allerdings sollten sich Anleger der Risiken bewußt sein. Als Sorgenkind gilt weiter der US-Immobilienmarkt. In einigen Regionen steigen die Preise seit Jahren zweistellig. Von "klaren Anzeichen einer Überhitzung", spricht denn auch Wolf-Rütger Teuscher, Volkswirt bei der DZ Bank. Immer häufiger werden Häuser in begehrten Lagen bereits nach wenigen Monaten weiterverkauft, ohne daß die neuen Eigentümer überhaupt eingezogen sind. Das Problem: Die meisten Kaufverträge laufen auf Pump. Weil die Häuserpreise steigen, fühlen sich viele Amerikaner reicher, als sie sind und konsumieren fleißig. Immerhin: Derzeit scheint sich die Situation an der Preisfront zu beruhigen, so die Citigroup in einer Studie. Damit scheint das Risiko eines Immo-Crashs vorerst gebannt. Als größere Gefahr gilt da schon der hohe Ölpreis. Er drückt auf den Konsum und heizt die Inflation an. Schon jetzt liegt der Preisauftrieb mit 4,2 Prozent auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Gleichzeitig brummt die Wirtschaft, während es immer weniger Arbeitslose gibt. Volkswirte warnen daher bereits vor steigenden Lohnforderungen, was den Inflationsdruck ebenfalls erhöhen könnte.

Dazu kommt für Investoren auch noch das Währungsrisiko. Bis Ende des Jahres könnte der Dollar gegenüber dem Euro deutlich an Wert verlieren, warnt etwa Helaba-Chef-Volkswirtin Gertrud Traud: "Wir gehen zum Jahresende von einem Wechselkurs von 1,30 Dollar aus." Gegenüber dem aktuellen Niveau würde das eine Abwertung von acht Prozent bedeuten. Auch charttechnisch ist der Greenback angeschlagen, sagt Marcus Metz von Staud Research in Bad Homburg. "Wir halten einen Rückschlag bis in die Zone von 1,28 bis 1,30 Dollar je Euro bis Sommer für möglich." Und das könnte erst der Auftakt sein. Um sich abzusichern, können Anleger jedoch Calls auf den Dollar oder Zertifikate kaufen. Wer so abgesichert ist, sollte angesichts satter Gewinne, hoher Margen und günstiger Bewertungen von US-Aktien die Gelegenheit zum Einstieg nutzen. Immerhin bleiben die Aussichten für die US-Konjunktur selbst bei der für 2006 erwarteten leichten Abkühlung auf rund 3,4 Prozent Wirtschaftswachstum und steigender Investitionsneigung der Unternehmen "weiter gut", so Activest-Mann Radinger. Ben Bernanke wird die Zahlen jedenfalls aufmerksam studieren. Dem künftigen Fed-Chef eilt ähnlich wie Greenspan der Ruf des nimmersatten Zahlenfressers voraus. Nur mit seiner Dienstkleidung dürfte sich Bernanke wohl auch künftig schwer tun. Der Wirtschaftsguru gilt als bekennender Anzughasser. "Mein Vorschlag, die Verbundenheit der Notenbank-Gouverneure mit dem öffentlichen Dienst über das Tragen von Bermudas und Hemden auszudrücken", witzelte Bernanke vor knapp einem Jahr, "blieb bislang unbeachtet." Aber das dürfte er wohl locker verkraften. Eine Niederlage im Buchstabierwettbewerb stählt fürs ganze Leben.

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Libuda:

Unentdeckte und unterbewertete Wachstumswerte

 
15.01.06 22:03
Peter Oppenheimer, Goldman Sachs:

"Wir favorisieren unentdeckte oder unterbewertete Wachstumswerte. Sie bieten momentan eine Menge Value. In den vergangenen drei, vier Jahren haben Investoren sehr stark auf Unternehmen mit hohen Dividenden- oder Cashflow-Rendite gesetzt. Das führte zu einer kräftigen Outperformance dieser Wertpapiere und Einebnung der Bewertung. Überdurchschnittliches Wachstum wird nicht angemessen honoriert."

Bei Libuda konntet Ihre das schon im Oktober lesen, ehe diese US-Werte ihre ersten Schritte nach oben machten - aber es sind ja erst die ersten Schritte von weiteren nach oben.
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Libuda:

Greenspan hinterlässt geordnetes Haus

 
16.01.06 19:43


Holger Schmieding von der Bank of America gibt den Chaoten, deren Weltuntergangsträume nicht aufgegangen sind, wie z.B. der vor Unverfrorenheit, Unverschämtheit, Flegelhaftigkeit, Verlogenheit, Erfolgslosigkeit  und Rotzfrechheit nur so triefende Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein, heute in der FAZ die richtige Antwort:

„Wer Greenspan als sereinmäßgien „Blasenbläher“ verunglimpft, wirft ihm letztlich vor, eine allzu lockere Geldpolitik getrieben zu haben. Manche Kritiker beginnen ihre Litanei bereits mit dem Verweis auf 1987. Das ist absurd. Schließlich gehört es zu den Grunderkenntnissen der Geldtheorie, dass eine übermäßige Geldschwemme auf Dauer die Inflation anheizt. Statt dessen ist die Inflationsrate unter Greenspan im Trend weiter leicht gesunken, wenn auch mit einigen Schwankungen.

Gemessen an allen sichtbaren Ergebnissen, ist der Herr des Dollar seinem Auftrag, die Inflation niedrig und die Konjunktur möglichst auf Kurs zu halten, voll gerecht geworden. Damit bleibt nur noch der Einwand, dass Spätfolgen seiner Politik noch nicht erkennbar sein könnten. Bisher weist die Evidenz zumeist in eine andere Richtung. Seit den späten neunziger Jahren hat sich das Wachstum der Weltwirtschaft beschleunigt, dank der ´Reformen im ehemals sozialistischen Eurasien und eines stärkeren Produktivitätsfortschritts in den Vereinigten Staaten. Die Feld hat der Welt die notwendige Liquidität zur Verfügung gestellt, um dieses schnellere Wachstum spannungsarm zu finanzieren.

Mit den weiteren Spielräumen für ein angebotsbestimmtes Wachstum und dem zunehmenden Konkurrenzdruck aus den neuen Marktwirtschaften haben die Inflationsgefahren insgesamt abgenommen. Damit können die Aufschläge für Inflationsrisiken in Kredit- und Anleihezinsen geringer ausfallen als zuvor. Niedriger Zinsen erleichtern es den Menschen, langlebige Wirtschaftsgüter zu halten, und regen sie an, mehr Liquidität zu halten. Sowohl die höheren Immobilienpreise in weiten Teilen der Welt auch die größere Geldnachfrage spiegeln vor allem die erreichte Preisstabilität wider.“

In Deutschland führt sich ein gewisser Polleit als Oberdummschwätzer in Sachen Zinsen auf. Wenn er selbst nicht in der Lage ist, den Einfluss niedrigerer Kapitalmarktzinsen z.B. auf den Wert von Immobilien zu erfassen, kann er ja einmal seine Studenten an Hochschule für Bankwirtschaft fragen, welche Einfluss das hat. Die haben bevor sie von ihm mit Schwachsinn zu Zinsen vollgestopft werden vielleicht in ihrer vorhergehenden Ausbildung schon etwas Vernünftiges gelernt, z.B. dass der Ertragswert eines Miethauses mit 100.000 Euro jährlichen Einnahmen bei einem Rechnungszins von 5% einen Wert von 2.000.000 ist, bei einem Rechungszins von 10% sich aber nur ein Ertragswert von 1.000.000 ergibt. Der Wert von Immobilien bestimmt sich wie der aller Vermögenswerte als Summe der auf heutigen Tag abgezinsten zukünftigen Zahlungen – und diese Summe wird nun einmal bei sinkenden Zinsen größer. Vielleicht sollte sich der Polleit von einem Mathematik-Kollegen wieder einmal ein paar Stunden Nachhilfe zur Wissensauffrischung geben lassen.
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Libuda:

Warum die Ami-Aktien 2006 vorn liegen werden

 
16.01.06 22:52

konnte man gestern in Euro am Sonntag lesen:

„Die attraktiven Bewertungen der US-Aktien führen Experten vor allem auf die hohe Ergebnisdynamik zurück. Denn zuletzt sprudelten die Gewinne der amerikanischen Gewinne wie noch nie. Im gerade abgeschlossenen Quartals dürften die Konzerngewinne im Durchschnitt um 13 Prozent zugelegt haben.

Aus 100 Dollar Umsatz machen die Firmen laut Analyst Thomas McManus von der Bank of America derzeit gut neun Dollar Gewinn. Noch vor zehn Jahren waren es gerade sechs Dollar.

Kein Wunder, dass die Unternehmen derzeit im Geld schwimmen. Atemberaubende 2000 Milliarden Dollar haben allein die Firmen aus dem S&P 500 zuletzt aufgetürmt, hat die Investmentbank Goldman Sachs ausgerechnet. Angesichts dieser Entwicklung und der stagnierenden Kurse sei es nur noch ein Frage der Zeit gewesen bis sich Investoren wieder für US-Aktien interessieren, sagt der LBWW (Landesbank Bad Würtemberg)-Analyst Schattenberger.“

Noch einmal zu den 2000 Milliarden Dollar, die die US-Unternehmen in den Firmen horten und in keiner Sparquote auftauchen. Würde die z.B. ausgeschüttet und dann über Kapitalerhöhung wieder in die Unternehmungen geholt, würden die 2000 Milliarden als Einkommen der US-Haushalte auftauchen. Allein dadurch läge die Sparquote dann sicher über 10%. Als vor einiger Zeit Microsoft, wenn ich mich recht erinnere, einmal „nur“ 20 Milliarden, vielleicht waren es auch mehr, in einem Quartal ausschüttete, sauste allein aufgrund der Ausschüttung nur eines Unternehmens die Sparquote in den USA auf über 5% hoch. Wir sollten auf daher auf die Heulnummer der Katastropheten nicht allzu viel geben, die Ersparnisse der Amis sind bei den Unternehmen, finanzieren Investition, die das Produktivitätswachstum und die Produktivität nach oben bringen – das ist sehr viel besser als in Sparbriefen wie bei uns, die dann im Gegensatz zu den einbehaltenen Gewinnen in USA, die Sparquote für die Statistiker erhöhen.

In diesem Zusammenhang sollten sich die Seilschaft aus CDU-Populisten um Roland Koch, die nach der Herrschaft über Stammtische gieren, und SPD-Linken, die ihre Vorurteile gegenüber dem Kapitalismus abarbeiten, noch einmal genau überlegen, welchen Unsinn sie in Sachen Kursgewinnbesteuerung vorhaben: Nämlich ausgerechnet die Eigenkapitalbildung in Kapitalgesellschaften soll mit einer Flatrate von 45% besteuert werden. Was diese Bubis nicht kapieren, ist die Tatsache, dass Kursgewinne schon mit 25% besteuert werden. Ohne die 25% Körperschaftssteuer auf einbehaltene Gewinne, bliebe mehr Geld im Unternehmen, es könnte mehr investiert werden, es würden höhere Gewinne erzielt und damit auch höhere Aktienkurse. Aber das ist nun einmal für Juristenschädel zu kompliziert und Ideologen weigern sich darüber nachzudenken. So positiv man in fast allen Dingen die Große Koalition bewerten muss, so schädlich ist dieses Ei, was man sich da aus Populismus und Ideologie ins Netz legt. Langfristig kann dies schädlichere Auswirkungen haben als die vielen an sich positiven Dinge, die die Große Koalition auf den Weg brachte bzw. bringen wird. Denn eine Besteuerung von 20% zusätzlich zu den schon erfolgten 25% führt zu der oben angeführten Flatrate von 45%. Das ist 3% höher als ein Spitzenverdiener für Zinseinkommen bezahlt. Und auch ein Kleinaktionär, der keine Einkommensteuer bezahlen müsste, also bei Zinseinkünften nichts bezahlt, ist hier flat mit 45% dabei. Kaum zu glauben, aber wahr, wie hier unfähige Politiker, die selbst vermutlich nur Zinseinkünfte beziehen, ihr privates Vermögen maximieren und gleichzeitig die Axt an den Wohstand und die Arbeitsplätze in Deutschland anlegen.
Antworten
Libuda:

Delle bei US-Aktien zum Einstieg nutzen

 
21.01.06 10:48
Denn eine der Ursachen könnte sein, was man letzte Woche,in der Zeitung konnte lesen, konnte:

„Im vergangenen Jahr hat sich der Produktivitätszuwachs laut Conference Board in den meisten Industrieländern verlangsamt. Das gilt auf für die USA, wo sich der Produktivitätsanstieg nach drei Prozent im Jahr 2004 nach 1,8 Prozent abschwächte. „Das zurückgehende Produktivitätswachstum in den USA ist zwar kein positives Signal. Meine einem langfristig niedrigen Trend um oder gar einem Prozent müssen wir aber nicht rechnen“, sagte van Ark, Direktorn des internationalen Wirtschaftsforschungsprogramms des Conference Board. Dass die Arbeitsproduktivität im Jahresvergleich gesunken sei, liege an der Verlangsamung des gesamten Wirtschaftswachstum im Vorjahr und daran, dass der Beschäftigungsanstieg größer war als zuvor.“

Dass man nicht Wert um die vier Prozent beim Produktivitätswachstum würde durchhalten können war klar. Dass es stark schwankt und bei Personalaufstockungen vorübergehend zurückgeht auch. Fakt scheint aber zu sein, dass es noch auf absehbare Zeit über dem einen Prozent liegen wird, das wir über viele Jahre bis Ende des letzten Jahrtausends hatten. Für etwas mehr als einem Jahr hatte die FED von New York die durchschnittliche Steigerung der Produktivität für den nächsten Zehnjahresraum mit 2,7% beziffert, was eine Anhebung gegenüber den vorherigen Projektionen in Höhe von 2,2% bedeutete, die auch schon wesentlich höher waren als in den vorhergegangenen Zeiträumen. Denn die Haupttriebfeder, die Intensivierung der zwischenbetrieblichen Arbeitsteilung, ist noch lange nicht ausgreizt und wird noch Jahre tragen, von enormen möglichen Effizienzsteigerungen im Bereich der staatlichen Verwaltungen sogar noch abgesehen.

In diesem Umfeld und vor dem Hintergrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen, bei denen auch keine dauerhafte Erhöhungsgründe in Sicht sind, sind die momentanen KGV's immer noch ein schlechter Witz. Und lasst Euch nicht von den Dumm-Dumm-Sprüchen einlullen, dass die Anleger momentan sehr risikobereit seien - das sind beinharte Lügen von Verzockern wie Montier und Edwards von Dresdner Kleinwort Wasserstein oder Stephen Roach von Morgan Stanley, die damit ihren Hexenglauben, ihre Unfähigkeit, ihre grenzenlose Blödheit und Borniertheit bemänteln sollen. Wenn die Aktien-KGV's teilweise nur halb so hoch sind wie die Renten-KGV's haben wir eine absurde Risikoabneigung - alle anderen selbstgestrickten Idiotenvergleiche der Verzocker sind die Ausgeburt von Flach- und Schwachsinn. Edwards sollte weiter in der Abteilung für Erotik Untersuchung anstellen.
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Libuda:

Penny-Stocks statt Penis-Pillen

 
21.01.06 13:24

Vergleichbares wie das nachstehend in der heutigen WELT Berichtete gibt es auch auf Aktienboards. Ein Beispiel dafür ist z.B. der kleine dümmlich Milchzahnzocker auf dem Comdirect-Board, der zu jedem Wert seinen Senf dazu gibt, auch wenn er den Firmennamen gerade zum ersten Mal gehört hat. Am lustigsten war seine Google-Nummer, wo er seit dem Startkurs von 85 Dollar unzählige Mal Puts für die beste aller Anlagen hielt und dann laut "Hier" schreit, wenn von zwanzig Versuchen einer klappt. Natürlich spielt dieser Schulbubi nur, um Aufmerksamkeit zu erwecken und ist insoweit harmloser, aber keineswegs weniger schädlich, als die nachstehende Klientel.

Hier der Bericht aus der WELT:

Penny-Stocks statt Penis-Pillen

Anleger werden von einer Spam-Welle mit fragwürdigen Aktientips überflutet
von Constantin Gillies

New York - Kaufen Sie Aktien von Dark Dynamite Inc.! Seit Dezember ist der Kurs von 65 Cent auf 1,70 Dollar gestiegen! Langfristig sind 4,25 Dollar möglich!" Diesen heißen Anlagetip fanden Millionen Deutsche jüngst in ihrem E-Mail-Postfach vor. Und fast alle Internetnutzer haben ihn wahrscheinlich sofort in den Papierkorb befördert. Bis auf Joshua Cyr: Der Amerikaner liest jede Mail mit einem Aktientip ganz genau - und folgt der Empfehlung. Sein Portfolio besteht nur aus sogenannten Spam-Stocks, also Wertpapieren, die über Massenmails beworben werden. Er will herausfinden, ob die vermeintlichen Geheimtips wirklich durch die Decke gehen. Wächst Dark Dynamite zum Beispiel so explosiv, wie es der Firmenname vermuten läßt?

Für sein kleines Experiment hat der Softwareentwickler eine Webseite aufgesetzt: Unter www.spamstocktracker.com kann die Netzgemeinde jederzeit die Performance seines Depots verfolgen. Und die ist alles andere als rekordverdächtig. Von 17 405 Dollar, die der Amerikaner seit Mai letzten Jahres in Spam Stocks angelegt hat, sind nur noch 8285 Dollar übrig. Mit Hilfe der wohlmeinenden Ratschläge aus dem Postfach hat er seinen Einsatz kurzerhand halbiert.


Zu den Pleiten im Portfolio gehört zum Beispiel die Trimfast Group, ein Anbieter von Telefonkarten. Dessen Aktien sind derzeit 0,6 Cent wert, zum Zeitpunkt des Kaufs waren es immerhin noch 15 Cent. Das entspricht einem Minus von 96 Prozent. Ein Viertel der übrigen Investments entpuppte sich sogar als Totalverlust, weil die Firmen schlichtweg Pleite gingen. Glück für den Mann aus New Hamphire also, daß er Portfolio rein virtuell betreibt. Cyrs Aktiendepot ist eine Simulation, die auf echten Kursen basiert.


Die Stock-Spammer ficht das freilich nicht an. Ihr fragwürdiges Geschäft erlebt derzeit eine wahre Hausse: 8,5 Prozent aller im letzten Jahr zirkulierenden Spam-Nachrichten drehte sich um Wertpapiere, hat das Unternehmen Sophos, ein Anbieter von Mailfiltern, ermittelt. Pornographische Inhalte liegen mit 9,5 Prozent nur knapp in Führung. Aber anders als bei Porno und Penis-Pillen, wo die Spamrate sinkt, schwillt die Flut der Post mit dem Betreff "stOx" weiter an (die echte Schreibweise "Stocks" würde Spamfilter alarmieren). Um zehn Prozent klettert die Zahl der unaufgefordert verschickten Anlagetips derzeit pro Monat.


Hinter den Aussendungen stecken dubiose Spekulanten, die auf die bekannte "Pump and Dump"-Strategie (etwa: Aufblasen und Abstoßen) setzen. Sie basteln sich aus offiziellen Pressemitteilungen und frei erfundenen Prognosen eine Kaufempfehlung zusammen, die dann millionenfach versendet wird - in der Hoffnung, daß zumindest einige Netzbürger auf den Insidertip hereinfallen. Da es sich bei den Papieren meist um extrem billige Papiere handelt, sogenannte Penny-Stocks oder Microcaps, reicht es schon, wenn wenige Naive zugreifen. Dann zuckt die Notierung nach oben, und der Spam-Spekulant kann Gewinne mitnehmen. Zu funktionieren scheint der Trick allerdings nicht, meint Müllmail-Experte Cyr: "Die Kurse der meisten Papiere sind selbst nach der Spam-Aussendung nicht gestiegen."


Auch bei Dark Dynamite Inc. scheint zumindest Vorsicht geboten zu sein. Laut der Spamnachricht betreibt die Firma einen Freizeitpark in der chinesischen Stadt Xian. Bekannte Wirtschaftsdienste im Internet listen die Firma dagegen als Hersteller von T-Shirts und Skibekleidung.


Artikel erschienen am Sa, 21. Januar 2006
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Libuda:

Dummbeutel-Gesappel wie das nachstehende

 
27.01.06 22:15
dümmliche Gesülze haben in gebetsmühlenartiger Wiederholung seit Frühjahr 2003 die Anleger um Kursverdoppelungen bis -verdreifachungen gebracht. Da ist keine Scham um das wertvernichtende Gesülze erkennbar. Der nachstehende kleine Dummschwätzer hat z.B. nicht mitbekommen, dass sich in 2004 das US-Defizit um über 100 Milliarden Dollar reduzierte und jetzt unter der 3%-Grenze liegt. Im Verhältnis zum nominalen BIP, der relevanten Vergleichgröße, ist die Verschuldung somit erheblich gesunken. Heute konnte man gar in den Zeitungen lesen, dass die schon in 2005 reduzierte Verschuldung in den nächsten Jahren dramatisch sinken wird. Statt wie ursrünglich vorgesehen in 2012 wird der US-Haushalt beim Anhalten des Trends jetzt schon in 2008 ausgeglichen sein.
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Libuda:

Dummbeutel-Gesappel wie das nachstehende

 
27.01.06 22:17
dümmliche Gesülze haben in gebetsmühlenartiger Wiederholung seit Frühjahr 2003 die Anleger um Kursverdoppelungen bis -verdreifachungen gebracht. Da ist keine Scham um das wertvernichtende Gesülze erkennbar. Der nachstehende kleine Dummschwätzer hat z.B. nicht mitbekommen, dass sich in 2004 das US-Defizit um über 100 Milliarden Dollar reduzierte und jetzt unter der 3%-Grenze liegt. Im Verhältnis zum nominalen BIP, der relevanten Vergleichgröße, ist die Verschuldung somit erheblich gesunken. Heute konnte man gar in den Zeitungen lesen, dass die schon in 2005 reduzierte Verschuldung in den nächsten Jahren dramatisch sinken wird. Statt wie ursrünglich vorgesehen in 2012 wird der US-Haushalt beim Anhalten des Trends jetzt schon in 2008 ausgeglichen sein.



 
london  




27.01.06, 19:06 Uhr (33 Klick(s)) Beitrag anzeigen

Trügerische Hoffnung

Die Hoffnung, die lange Serie von Zinserhöhungen könnte wegen der miserablen Wachstumszahlen zu einem Ende kommen, halte ich für trügerisch.
Wie ich vor kurzem in die sem Forum geschrieben habe, legen weltweit Staatsbanken und regierungsnahe Investoren immer weniger Kapital in den USA an.
Die USA können ihre wachsende Staatsverschuldung aber nur mit diesem Fremdkapital finanzieren.
Um für das Ausland attraktiv zu bleiben, werden
die USA mit immer höheren Zinsdifferenzen locken müssen.

Zudem wirken sich die bisherigen Zinserhöhungen erst mit einer gewissen Verzögerung auf das Konsumverhalten und den Aktienmarkt aus.

Gruss
london


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Libuda:

Schande über die FAZ

 
01.02.06 23:06
deren Anlegerteil ich wegen seiner Ausgewogenheit eigentlich schätze, dass sie einem derart dreisten und seine Kunden im ihr sauer verdientes Geld bringenden Scharlatan eine Bühne bietet.

Lasst Euch von diesem Dummschwätzer, der zu einer differenzierten Argumentation nicht fähig ist, nicht verarschen. Dieser Schwachkopf hat vermutlich seit Frühjahr 2003 die Fastverdreifachung des DAX verpasst und versucht jetzt seine Unfähigkeit reinzuwaschen.

Fakt ist: Das Eingehen höherer Risiken wird belohnt - und mit dem notigen Zeithorizont ist es ein hohes Risiko, Risiken zu vermeiden, weil man dadurch arm wird bzw. bleibt. In den letzten 100 Jahren haben in fast 70% der Zehnjahreszeiträume Aktien die Renten geschlagen, in den Zwanzigjahreszeiträumen waren in über 90% der Zeiträume die Aktien den Renten überlegen. Und es gibt in den letzten 100 Jahren keine 30-Jahreszeitraum, das sind immerhin 100 Stück, in denen Aktien nicht der Rentenanlage überlegen werden.

Und lest einmal nach, wie hier ein dreister Lügner seine Leser verarscht. Wahrscheinlich ist er zu blöd, etwas anderes als Renten auszuwählen. Das kann aber jeder Anleger, der seinen Kopf nicht nur zum Haareschneiden hat, selber. Ein grausamer Dummschwätzer, dem eine seriöse Zeitung - und das ist mein Vorwurf - keine Bühne bieten sollte,

"30. Januar 2006 Vermögensverwalter Johannes Führ fürchtet galoppierende Preissteigerungen und erwartet niedrige Zinsen - noch viele Jahre lang.


Herr Führ, was ist ein Euro wert?

Soviel wie eine D-Mark.

Wie rechnen Sie? 1999 haben wir zwei D-Mark in einen Euro getauscht. Und seither hatten wir viel Glück mit der Inflation.


Euro und D-Mark: Kaum noch Unterschied im Wert

Nein, seit der Euro eingeführt wurde, haben wir in Wahrheit eine galoppierende Inflation. Deren Ende ist bis heute nicht abzusehen.

Ein bis zwei Prozent Preisanstieg im Jahr sind eher schleichend?

Bitte unterscheiden Sie zwischen der statistisch festgelegten und der gefühlten Inflation. Schauen Sie auf Gold und andere Rohstoffe. Überall Fahnenstangen nach oben.

Was in der offiziellen Inflationsrate aber nicht ankommt.

Das ist genau der Punkt: Was ist im Warenkorb und was nicht? Die Autokosten, die Steuern, die Gebühren steigen. Doch wir haben angeblich kaum Inflation. Das stimmt nicht überein.

Ist der Warenkorb für die Inflationsmessung Murks?

Ein Urteil maße ich mir nicht an. Wir sind keine Statistiker.

Sie wiederholen dennoch, was meine Schwiegermutter auch sagt: Ein Euro ist heute eine D-Mark.

Eine vernünftige Dame mit Lebenserfahrung. Genau dies sagen auch 99 Prozent der Normalbürger. Der Handwerker, der mir früher eine Rechnung über 30 DM stellte, schreibt heute - ohne rot zu werden - 30 Euro auf. Und der nächste verlangt schon 45 Euro.

Das Euro-Bargeld wurde 2002 eingeführt. Seither wäre also die Inflationsrate im Schnitt um 19 Prozent pro Jahr gestiegen?

Die gefühlte Inflation, ja. Natürlich stelle ich nun fest, daß meine Gewerbeimmobilien weniger wert und nicht zu verkaufen sind. Doch da, wo ich etwas haben möchte, wird es nicht billiger.

Was brauchen wir denn? Lebensmittel, die sind in der Summe nicht teurer geworden.

Das ist die nächste Diskussion. Nehmen Sie Wein. Vor sechs oder sieben Jahren konnte ich bei Aldi einen Pinot Grigio für 1,99 bis 3,99 DM kaufen. Heute gibt es den billigsten Pinot Grigio ab 2,99 Euro. Wir haben neulich alte Speisekarten gefunden. Damals konnten wir eine Pizza für sechs D-Mark bestellen, heute sind es sechs Euro. Aber das will ich nicht vertiefen. Beides gibt es: die offizielle und die Schwiegermutter-Statistik.

Wer hat recht?

Darauf gebe ich gar keine Antwort mehr. Ich schaue mir statt dessen an, wie die Menschen handeln. Und stelle fest, daß die alten Inflationswerte in die Höhe schießen. Daraus ziehen wir Konsequenzen. Wir kaufen am Aktienmarkt zum Beispiel Rohstoff-, Öl- und Stahlwerte. Wir sind auch bullish für Bauwerte. Denn ich weiß: Bauen wird in den nächsten Jahren nicht billiger. Das stelle ich auch im Ausland fest: Auf einer kleinen Insel in Spanien stehen mehr Kräne als in ganz Hessen. Da wundere ich mich nicht mehr über Immobilienpreissteigerungen von 20 bis 30 Prozent pro Jahr. Oder gehen Sie nach Irland, Portugal oder Italien.

Da müßten doch bald die örtlichen Währungshüter aufschreien und Zinserhöhungen von der Europäischen Zentralbank fordern.

Nein, nein, ganz im Gegenteil, auch in Spanien steigt doch die Staatsverschuldung. Aus den gleichen Gründen wie hierzulande. Die Regierungen haben deshalb ein vitales Interesse an tiefen Leitzinsen. Und die Währungshüter werden sie so lange niedrig halten, wie sie nur können.

Notenbanken sind unabhängig und müssen Inflation bekämpfen.

Nein, die Europäische Zentralbank kann nicht so frei agieren, wie es auf dem Papier steht. Die Währungshüter werden sich auf Jahre hinaus durchmogeln - mit wolkigen Hinweisen auf irgendwelche Rahmenbedingungen, die es auch zu beachten gelte. Ich würde mir wünschen, daß das Gehalt der Notenbanker wie in Neuseeland davon abhängt, wie stark die Inflation unter Kontrolle bleibt.

Kein Problem, bisher ist die offizielle Inflationsrate ja niedrig.

Das bleibt sie nicht, über kurz oder lang. Zunächst jedoch werden wir die niedrigen Leitzinsen behalten. Erst in der Endphase des laufenden Zinszyklus werden sie dazu beitragen, daß sich die gefühlte Inflation in der Statistik zeigt. Irgendwann werden immer mehr Leute beginnen, mit kurzfristig aufgenommenem Kapital langfristige Objekte zu finanzieren, um an der Inflation zu verdienen. Wenn dies auf Hochtouren kommt und die Auswüchse für alle sichtbar werden, wird die Europäische Zentralbank gezwungen sein zu bremsen.

Bedeutet das nun: jetzt Aktien kaufen, weil die Renditen so mickrig sind und steigen könnten?

Nein, erstens haben die Leute noch den Aktiencrash von 2000 in den Knochen. Viele würden es nicht tun und sollten auch nicht übermäßig in Aktien investieren, wenn sie ihr Vermögen sichern wollen. Zweitens werden die Renditen auch in den kommenden Jahren recht niedrig bleiben.

Warum denn das?

Weil die Staaten niedrige Zinsen brauchen, um weiter Schulden zu machen. Nur mit tiefen Zinsen bleibt die rasant ansteigende Staatsschuld bezahlbar. Und nur über hohe Inflationsraten können sich die Staaten auf Dauer entschulden.

Das muß die unabhängigen Anleihemärkte nicht beeindrucken?

Doch! Solange die Leitzinsen niedrig bleiben. Denn die Grundlage der Rentenmärkte bilden immer die kurzfristigen Zinsen. Das wird oft vergessen: Der lange Zins hängt am kurzen. In den vergangenen 150 Jahren hatten wir mit einer Häufigkeit von 90 Prozent eine normale Zinsstruktur. Das heißt: Die Anleiherenditen pendelten etwa ein bis drei Prozentpunkte über den offiziellen Leitzinsen.

Was raten Sie Anlegern?

Vermögen zu erhalten geht am Ende nur über Anleihen. Wenn Aktien in schlechten Zeiten einmal 50 Prozent fallen, brauchen Sie 100 Prozent Gewinn, um zumindest unbeschädigt dazustehen. Schauen Sie nur auf die vergangenen fünf Jahre: Mit Aktien sind sie immer noch im Minus, mit Renten hätten sie 30 Prozent gewonnen. Anleger sind 2005 mit Anleihen gut gefahren, vier bis sieben Prozent sind auch künftig erzielbar.

Selbst bei steigenden Renditen?

Selbst dann. Denn die kurzfristigen wie die langfristigen Zinsen werden nicht sehr stark schwanken. Vielleicht 1 bis 1,5 Prozentpunkte pro Jahr. Das ändert sich erst in vier bis fünf Jahren, wenn die Tiefzinsphase ausläuft, die wir seit Einführung des Euro erleben.

Aber jungen Menschen bleibt doch gar nichts anderes übrig, als auf Aktien zu setzen, wenn sie im Alter gut versorgt sein wollen.

Wenn Sie als junger Mensch 10.000 Euro haben, sollten Sie drei Monate durch die Welt reisen. Wenn Sie 30.000 bis 100.000 Euro besitzen, kaufen Sie sich ein Haus, das sie so schnell wie möglich abbezahlen. Damit besitzen Sie die Grundsubstanz, um sich selbständig zu machen. Merken Sie sich: Wenn Sie wirklich zu Geld kommen wollen, verdienen Sie das nicht als Angestellter oder an der Börse. Das geht nur durch Sparen oder als Unternehmer.

Der Vermögenserhalter

„An erster Stelle steht die Erhaltung des Kapitals und erst danach die Maximierung des Wachstums.” Dieses Prinzip machte der 52 Jahre alte Johannes Führ zur Maxime bei seinen Anlageentscheidungen. Folglich favorisiert er Renten deutlich gegenüber Aktien. Führ studierte in Frankfurt am Main und New York und begann bei Merrill Lynch, einer der größten Investmentbanken an der Wall Street. Anfang 1989 gründete er in der Schweiz seine Vermögensverwaltung, innerhalb der er mittlerweile eine Milliarde Euro verwaltet. In der Branche wird er wegen seiner Treffsicherheit bei Wirtschafts- und Zinsprognosen geschätzt. Dies hilft ihm nach eigener Aussage, seine Kunden vor negativen Veränderungen an den Finanzmärkten zu schützen. Seine Einschätzungen werden auch von Banken und professionellen Investoren stark wahrgenommen.


Das Gespräch führte Thomas Schmitt


Text: stt., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.01.2006, Nr. 4 / Seite 43
Bildmaterial: F.A.Z.-Wonge Bergmann, picture-alliance/ ZB"


 
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Libuda:

US-Aktien sind ein STRONG BUY

 
03.02.06 23:34
wenn es Beifall für den nachstehenden in vielen Passagen schlicht und einfach lügenden Dummbeutel gibt, der die Welt nicht so sieht wie sie ist, sondern sie sich nach seiner Ideologie zurechthämmert.

"Im Klartext von Bill Bonner

Ok. Heute rede ich Klartext. Keine Metaphern, keine Witze, keine Ironie, kein Sarkasmus. Heute werde ich die Geschichte ungeschmückt, unversüßt und unbefleckt wiedergeben, wie einen Old Overholt Pennsylvania Whiskey ohne einen Tropfen Wasser - oh, da hat sich doch wieder eine eingeschlichen!
Es gibt vier große Trends, die alle zusammenhängen und die alle gleichzeitig Einfluss auf die Welt haben.
1. Der Welt geht das billige Öl aus. Es wird zwar immer Energie geben, aber es wird immer schwerer, sie zu kriegen. Die amerikanische Ölproduktion hat schon seit Jahrzehnten ihren Höhepunkt hinter sich. In Großbritannien geht die Produktion in der Nordsee zurück. Niemand weiß genau, wie viel Öl die Saudis noch haben, aber es ist vielleicht weniger als sie behaupten. Die weltweite Produktion soll in den nächsten ein oder zwei Jahren ihren Höhepunkt erreicht haben. Rückgänge beim Angebot könnten sich keinen schlechteren Zeitpunkt ausgesucht haben; heute wollen mehr Leute mehr Öl als zu irgendeiner anderen Zeit. Die Chinesen haben 2004 2 Millionen Neuwagen gekauft. Sie kaufen jedes Jahr ungefähr doppelt so viele wie im Vorjahr. Gegenwärtig verbraucht ein Mensch in China im Schnitt ein Zehntel der Energie, die ein Amerikaner verbraucht. Was wird passieren, wenn sie erst einmal halb so viel verbrauchen? Benzinpreise sind in den USA in der vorletzten Woche gestiegen - der größte Anstieg in 11 Wochen. Drei Dollar für die Gallone gelten schon als so gut wie sicher. In wenigen Jahren wird man das für günstig halten.

2. Der Reichtum der Welt verlagert sich in den Osten. General Motors, bis zuletzt das größte Unternehmen in Amerika, ist 12 Milliarden Dollar wert. Zusammen mit Ford ist General Motors heute nicht einmal halb so viel wert wie Honda und nur ein Fünftel von Toyota, mit einer Marktkapitalisierung von 172 Milliarden Dollar.
" Im Jahr 1970" , erklärt Marc Faber, " hatte allein IBM eine höhere Marktkapitalisierung als der gesamte japanische Aktienmarkt. Innerhalb der nächsten 10-20 Jahre, könnten es die asiatischen Märkte, darunter Japan, auf 25 %, vielleicht sogar 50 % der Marktkapitalisierung der Welt bringen. Heute liegt der Anteil bei 14 %."
Ein Freund von mir ist gerade aus Shanghai zurück:
" Es ist unglaublich, Sie haben eine ganz neue Stadt gebaut. Die Hotels sind die schönsten, die ich je gesehen habe. Die Bars sind fantastisch. Es ist so aufregend. Wenn ich wohnen könnte, wo ich will, dann würde ich - zumindest für zehn Jahre oder so - in Shanghai leben. Es muss der Ort auf der Welt sein, wo mehr Wachstum und Innovation zu finden sind, als irgendwo anders auf diesem Planeten. Es gibt dort so viel Geld, so viel Energie, so viel Leben. So muss es in New York in den zwanziger Jahren gewesen sein."
Die Globalisierung hat den Wettbewerb verschärft. Jetzt essen leichtere und schnellere Wettbewerber aus dem Osten den Amerikanern das Mittagessen weg und treten ihnen in den Hintern - genauso wie die New Yorker es zu Beginn des Jahrhunderts mit den Londonern gemacht haben.
3. Mit dem amerikanischen Imperium geht es bergab. Von Anfang an war das amerikanische Imperium ein schlechter Grog aus dem Schwarzgebrannten von Wilson und den militärischen Spirituosen eines Custer. Diese beiden Komponenten führten schlussendlich zudem Krieg im Irak - ein Krieg, der strategisch inkompetent geführt wird. Die größte Angriffsmacht, die je zusammenkam, bewacht heute Benzinpumpen. Wirklich ausgelaugt wird das Imperium jedoch durch Geld - oder besser, durch fehlendes Geld. Die Amerikaner hätten lieber Granitarbeitsplatten und kostenlose Tabletten als die Kosten eines Imperiums. Sie können sich beides nicht leisten, nicht, wenn die globalisierten Märkte die Tagessätze der amerikanischen Arbeiter nach unten treiben.
Also steigen die Schulden, die Washington Post berichtete:
" Die Verschuldung der amerikanischen Haushalte hat im dritten Quartal des vergangenen Jahres einen Rekord von 11,4 Milliarden Dollar erreicht, nachdem sie schneller als je seit 1985 in die Höhe schoss."
" Die amerikanischen Haushalte geben heute den Rekordwert von 13,75 Prozent ihres Nettoeinkommens aus, um ihre Schulden abzuzahlen."
Getränkt in dem leichten Geld breiten sich überall zerstörerische Stockflecken aus. " Holt es euch solange es noch möglich ist" , sagen die unternehmerischen Luden, die Lifestyle Gurus und die Geldverschieber. An der Wall Street freut man sich z.B. wieder über ein Jahr der Rekordprämien. Henry Paulson, Jr., Geschäftsführer bei Goldman wird 38 Millionen Dollar bekommen.
4. Mit dem Untergang des Imperiums kommt auch der Untergang des imperialen Geldes. Als der Dollar am 15 August 1971 vom Gold getrennt wurde, stellten sich nachdenkliche Menschen eine Frage: Wie lange wird der Dollar noch bleiben? Die Antwort ist immer noch nicht bekannt, aber der Tag seines Untergangs rückt mit jedem Tag näher. Ende letzter Woche ist der Euro auf über 1,23 Dollar gestiegen. Gold machte sich auf den Weg zu 560 Dollar. Dieses experimentelle Drama mit dem Papiergeld in der Hauptrolle hat noch einige Akte vor sich, aber wir wissen alle schon, wie es ausgehen wird. Der Dollar wird fallen, er wird genauso fallen wie MacBeth bei Dunsinane.
Es gibt auch noch einen wichtigen zyklischen Trend zu bedenken Die Märkte gehen auf und ab - selbst während die größten Makrotrends ihren Weg durchsetzen. Eine große Kreditexpansion und ein Anstieg der Preise von Vermögenswerten begannen in den frühen Achtzigern. Bezogen auf wahres Geld (Gold) sind die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien überall auf der Welt gestiegen. Die Inflation der Preise von Vermögenswerten erreichte im Juli 1999 ein Ende. Seitdem ist Gold im Vergleich zu fast allen anderen Klassen von Vermögenswerten gestiegen. Der Trend hat gerade erst angefangen. Und da die meisten Menschen nur den nominalen Wert der Preise berücksichtigen, so wie er in der örtlich verwendete Währung beziffert ist, ist es noch nicht vielen Leuten aufgefallen.Aber den Preisen von Vermögenswerten geht die Luft aus. Gemessen am wahren Geld (Gold) fallen die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien. Auch dieser Trend hätte sich keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können. Die Verschuldungen des amerikanischen Kreditmarktes sind doppelt so hoch wie zu der Zeit, als die Expansion 1980 begann. Sie stieg von 130 % des Bruttoinlandsprodukts auf mehr als 300 %. Diese Schulden - besonders die Hypothekenschulden - basieren auf schwächer werdenden Preisen der Vermögenswerte. Wenn die Preise sinken, werden auch die Schulden sinken. Und dann werden die sich abstrampelnden Hausbesitzer, die armen Konsumenten - der Einkaufsproll - sich umsehen müssen.
Eingezwängt zwischen Schulden und dem realen und verwendbaren Einkommen, mit all den Kosten und Illusionen eines untergehenden Imperiums die aufrecht erhalten werden müssen, mit einem Dollar, der an Wert verliert (und einem Chef der Zentralbank der Dollars aus Helikoptern abwirft) pumpt er Benzin zu drei Dollar die Gallone in den gurgelnden Tank seiner viel zu großen Karre und macht seine monatlichen Zahlungen, um seine Hypotheken zu bedienen, die über seinem Haus schweben, wie das Washingtoner Monument über der Papphütte eines Bettlers - was soll der arme Mensch tun?
Ich glaube fast ich kenne die Antwort, aber das ist eine andere Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll.."

Was lernen wir von einem solchen Dummbeutel, der vergisst, dass alle "Firmenwunder" der letzten zehn Jahre in den USA entstand sind:

1. In welchen Land entstand Google?

2. In welchem Land entstand Ebay?

3. In welchem Land entstand Yahoo?

4. In welchem Land ist Citigroup angesiedelt, die vor zehn Jahren noch hinter vielen japanischen Banken lag?

5. In welchem Land wurde Wal Mart zur weltweiten Nr. 1, obwohl sie noch vor 15 Jahren von Mitsui rettungslos abgehängt waren.

6. Aus welchem Land kommt der Konzern, der Microsoft niedermacht?

7. Aus welchem Land kommt der Konzern, der Intel niedermacht?

8. In welchem Land entstand Genetech?

9. Vor zwanzig Jahren waren Hoechst und Bayer die Apotheken der Welt, heute heißen sie Pfizer und Co - oder?

10. IBM verkauft sein PC-Geschäft an die Chinesen, aber sind die Chinesen besser als IBM?

11. Eine US-Firma namens EXXON schaffte in diesem Quartal den höchsten Gewinn eines Unternehmens aller Zeiten. Meint jemand wirklich, dass Karstadt und Holzmann eine Konkurrenz sind?

12. Wird Cisco von Juniper bedrängt oder von Infineon?

13. usw.

Mein Fazit: Lasst Euch von geifernden und fanatisierden Dummschwätzern nicht verarschen, die Euch in ihrem missionarischen Eifer um Euer Geld bringen. Ich mag den Kriegstreiber Bush auch nicht. Aber das ist noch lange kein Grund, um mit Schaum vor dem Mund nur Unsinn zu reden und die Leser in falsche Anlageentscheidungen hineinzujagen. Viele diese geifernden Dummschwätzer haben ein Problem: Nach dem seit 1968 andauernden Marsch durch die Institutionen sind viele ausgerechnet 1999/2000 im Neuen Markt und bei Internetwerten wie Commerce One angelangt, wo sie vor Gier nicht an sich halten konnten. Da hat Karl Marx ausnahmsweise einmal recht: Hier bestimmte das Sein das Bewusstsein.

Ich weiss auch nicht wie es in zehn Jahren aussieht, aber soweit nach vorne antizipiert Börse nicht. Für mich ist bedeutsamer, dass im Shanghai-Ranking, wo die Universitäten weltweit "geratet" werden, folgendes rauskommt: Acht der zehn besten und 23 der 30 besten Unis liegen in den USA. Solange wir noch dieses erdrückende Übergewicht haben, entstehen die Google's, Ebay's, Intel's, Cisco's, Genetech's usw. auf absehbare Zeit in den USA.
Antworten
Libuda:

Raus aus Öl und Rohstoffen und rein in Wachstums-

 
11.02.06 21:00
werte. Thomas Grüner, von dem nachstehender Artikel stammt, war der einzige bekannte deutsche Vermögensverwalter, der damals im Frühjahr 2003 beim DAX-Stand von 2.300 die Entwicklung bis heute in etwa richtig einschätzte. Der Mann hat in Sachen Rohstoffen recht, denn man sollte nicht auf das dümmlich Geblöke vom Super-Zyklus hereinfallen. Wenn die Marktpreise dreimal und mehr höher sind als die Grenzkosten der teuersten Produzenten ist der Preiseinbruch fest programmiert.


Droht Kursrutsch beim Öl?


Ist der nächste Downmove gestartet?

Der Kursrückgang der letzten Woche hat die technische Situation beim Ölpreis deutlich eingetrübt. Die Befürchtungen hinsichtlich eines schwächeren Wachstums der Weltwirtschaft könnten auch die weiteren Rohstoffpreise unter Druck bringen. Hat eine größere Korrektur begonnen?

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Sentiment eindeutig bullish - ein Warnsignal?

Das Sentiment im gesamten Rohstoffsektor ist sehr bullish. In der Umfrage unter Privatanlegern - die wir anlässlich der Erstellung unserer Jahresprognose durchgeführt haben - ist ein sehr deutlicher Optimismus zu erkennen. Private Investoren sind wesentlich bullisher für die Entwicklung des Ölpreises, als dies die Investmentbanken sind. Aus unseren umfangreichen Datenbanken und Statistiken wissen wir, dass Investmentbanken fast immer tendenziell falsch liegen. Wir schließen daher stets den Marktkonsens als eher unwahrscheinlich aus. Man sollte aber eines nicht vergessen: Privatanleger liegen meist noch schlechter mit ihren Einschätzungen. Zu oft werden Extremszenarien erwartet. Die Sorglosigkeit, die viele Kommentatoren in den Aktienmärkten sehen, kann ich wesentlich deutlicher im Rohstoffsektor ausmachen. Die Gefahren in diesem Bereich haben zugenommen. Viele Privatanleger tummeln sich in diesem Sektor, ohne die fundamentale Situation und die damit verbundenen Risiken vernünftig einschätzen zu können.

Eine Verlangsamung des weltweiten Wirtschaftswachstums würde die Rohstoffpreise wesentlich härter treffen als die Aktienmärkte, da diese von einer Entspannung an den Rentenmärkten und einer wieder expansiveren Zinspolitik der Notenbanken profitieren würden. Passen Sie auf - schätzen Sie Ihre Depotrisiken nüchtern ein!


Brent Öl Tageschart

Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde gebrochen. 50% der jüngsten Aufwärtsbewegung sind bereits korrigiert worden. Eine abc-Korrektur (als komplexe Aufwärtswelle b) nach oben kann abgezählt werden. Ein Kursziel zwischen 48 und 50 USD ist damit "aktiviert" worden. Die Hoffnung der Bullen besteht darin, dass lediglich das Gap bei ca. 58 USD geschlossen wurde. Das Kursniveau vom Jahresanfang wurde wieder erreicht - die gesamten Jahresgewinne im Ölpreis sind geschmolzen.


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Brent Öl Wochenchart

Im Wochenchart ist die dreiteilige Bewegung schön zu erkennen. Der Preis attackiert bereits die Unterkante des inneren Aufwärtstrends. Eine gleich lange Abwärtsbewegung als Welle c, würde ein Kursziel von ca. 49 USD bedeuten.


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Brent Öl Monatschart

Der Bereich zwischen 48 und 50 USD erhält zusätzliche Bedeutung, da an dieser Marke auch das 38,2%-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit November 2001 verläuft. Erinnern Sie sich? Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 war der Ölpreis um fast 50% bis auf 16 USD eingebrochen. Das letzte Hoch kann im langfristigen Chart als Ende einer Hauptantriebswelle 3 abgezählt werden. Eine mehrmonatige Korrektur wäre die Folge. Der Aufwärtstrend verläuft derzeit ebenfalls bei ca. 48/50 USD.


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Fazit

Viele Investoren rechnen mit stetig anziehenden Rohstoffpreisen. Es wird vom "Superzyklus" gesprochen und die Produktinnovationen im Rohstoffsektor sind weiterhin auf dem Vormarsch. Die meisten Marktteilnehmer sind sich einig, dass die Preise weiter steigen werden - "zu einig", wie wir meinen. In unseren Depotchecks beobachten wir eine deutliche Übergewichtung im Rohstoffsektor. Ein wenig Vorsicht kann nicht schaden. Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster. Die Risiken sind erheblich.


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Thomas Grüner ist Geschäftsführer und Gründer der Vermögensverwaltung „Grüner Vermögensmanagement“ mit Sitz in Rodenbach bei Kaiserslautern. Grüner Vermögensmanagement arbeitet eng mit „Fisher Investments“, einem der größten amerikanischen Vermögensverwalter zusammen.

Weitere Informationen zum Autor und zum Unternehmen finden Sie unter www.gruener-vm.de.

Bitte beachten Sie den Disclaimer/Nutzungsbedingungen unter www.gruener-vm.de.

Autor: Thomas Grüner, 12:27 11.02.06
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Libuda:

USA und Japan werden postitiv überraschen

 
18.02.06 21:18
Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank Thomas Mayer:

"Für die USA rechnen wir dieses Jahr mit einem Wachstum von 3,9%. Auch Japan ist auf gutem Weg. Beide Volkswirtschaften werden positiv überraschen."

Zustimmung und noch eine Ergänzung: In meinem vorstehenden Posting hatte ich ja schon angedeutet, dass Rohstoffe/Öl abkacken werden. Uns steht dann eine Wiedergeburt der Wachstumswerte bevor und hier vor allem der Technologiewerte.
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Libuda:

Manchmal sind die Börsengötter sogar mit den

 
24.02.06 21:45
Zittrigen, wenn die Märkte nämlich wie momentan immer noch weit unterbewertet sind. Voraussetzung ist allerdings, dass sie nicht in die wieder in Mode gekommenen Zockerbuden der Ex-Neue-Marktgängster wie z.B. Abacho oder Neosino eingestiegen sind.


Jetzt wagen sich auch wieder die "zittrigen Hände" auf das Parkett
Aktienmärkte
von Gottfried Heller

Die Börsen sind rasant ins Neue Jahr gestartet. Der Dax legte über acht Prozent zu, der Euro Stoxx schaffte fast sechs Prozent. Letztes Jahr zur gleichen Zeit lag das Ergebnis der meisten Börsen nahe Null oder gar im Minusbereich. Diesmal hat der Dax schon vor Ende Februar den Durchschnittswert, den die Börsenexperten für Ende 2006 prognostiziert haben, um drei Prozent übertroffen.


Die Stimmung hat umgeschlagen. Besonders in Deutschland hatten sich Kleinanleger und Großinvestoren - an erster Stelle Versicherungen - bis vor kurzem mit Aktienengagements zurückgehalten. Sie sind daher in Aktien unterinvestiert. Viele Kleinanleger, die sich eingedenk der schmerzhaften Baisse von 2000 bis 2003 sicherer bei Investments in Festverzinslichen, Garantiezertifikaten, offenen Immobilienfonds und Hedge-Fonds aufgehoben wähnten, beginnen sich angesichts magerer Ergebnissen wieder vermehrt den Aktien zuzuwenden.


Anzeige:

Es scheint, daß der Schmerz über verpaßte Gewinne bei einer Hausse genauso groß ist, wie der über erlittene Verluste in einer Baisse. Doch diese Spätkommer, die jetzt teils aus Gier, teils unter Kaufzwang vermehrt in den Markt kommen, würde Börsen-Altmeister André Kostolany, als schwache Hände oder "Zittrige" bezeichnen. Sie sind "Zittrige", weil sie sich mangels Geld, Nervenstärke, Erfahrung oder Geduld vom oft hektischen, unerklärlichen Auf und Ab der Börsen zu Fehlreaktionen verleiten lassen.


Heute fragt man sich, ob nach den teilweise kräftigen Kursanstiegen nicht bereits der größte Teil des Rahms an der Börse abgeschöpft ist. Immerhin ist ja der Dax seit seinem Tiefststand in März 2003 um 160 Prozent gestiegen. Wenn man nur nach den Kursen ginge, müßte man wohl eher ans Aussteigen denken.


Die Wirklichkeit ist jedoch, daß die Unternehmensgewinne ähnlich stark gestiegen sind wie die Kurse - oft sogar noch mehr. So sind die Gewinne der Dax-Unternehmen von 2003 bis 2005 um 140 Prozent gestiegen. Das bedeutet, daß die Dax-Werte trotz des starken Kursanstiegs dank der genauso stark gestiegenen Gewinne nicht teurer geworden sind und mit einem geschätzten Kurs/Gewinnverhältnis (KGV) von 13 für 2006 auch gegenüber dem historischen Durchschnittswert von 16 niedriger bewertet sind.


Die Frage, ob man bereits zum Ausstieg blasen sollte, ist im Hinblick auf die Bewertung der Aktien zu verneinen. Auch in Relation zu Anleihen sind Aktien billig: So beträgt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen derzeit 3,45 Prozent, die Dax-Gewinnrendite dagegen mit 7,7 Prozent mehr als das Doppelte. Eine so große Diskrepanz hat es noch nie gegeben.


Zinsen wirken auf Aktien wie die Schwerkraft auf die Materie. Steigt der risikofreie Ertrag von Staatsanleihen, müssen sich alle anderen Kapitalmarktpreise, auch die der Aktien, anpassen - nach unten. Umgekehrt: Ein niedriger Kapitalmarktzins - und entsprechend hoher Anleihekurs - hebt auch die Preise aller anderen Kapitalmarktprodukte. Um auf "Gleichstand" zu kommen, müßten sich die Anleiherenditen verdoppeln. Das ist auszuschließen. Es würde nur dann geschehen, wenn die Inflation stark steigen sollte. Sie hat zwar wegen der gestiegenen Öl- und Benzinpreise etwas angezogen, doch das wird sich als kurzes Aufflackern und nicht als neuer Trend erweisen.


Die Hausse wird noch weitergehen. Wir müssen uns aber auf größere Schwankungen einstellen. Die Zeit, in der man an der Börse blind einsteigen konnte, ist vorbei. Jetzt ist eine vorsichtigere Anlagestrategie angesagt, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich immer mehr "Zittrige" im Markt tummeln.


Artikel erschienen am Sa, 25. Februar 2006
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Libuda:

Weiterhin massiv kaufen

 
26.02.06 12:09
heißt die Devise, denn wie Ihr wisst, ist das Kurziel von Libuda für Ende 2006 im DAX bei 7.000. Ähnlich gut, vermutlich sogar noch besser, dürfte die Nasdaq abschneiden. Viele von Euch erinnern sich sicher noch daran als ein gewisser snag im Frühjahr 2003 für Ende 2005 einen DAX von 5.500 bis 6.000 voraussagte. Er lag nur 14 Tage vom Zeithorizont daneben. Und Ihr erinnert Euch sicher auch noch wie eine ganze Herde von shorten Verzockern pausenlos die Web-Master anmailte, diesen Störenfried zu entfernen. Die Liste dieser Verzocker ist ellenlang, der penetranteste und unverschämteste war sicher ein gewisser Motzky von WallstreetOnline, ein grenzenlos aufgeblasener ahnungsloser Verzocker vorm Herrn.

Dass ich mit dem "massiv kaufen" nicht ganz allein stehe, zeigen folgende Zeilen:

"Aus Sicht der meisten Auguren kann trotz des fulminanten Anstiegs noch nicht von einer Übertreibung die Rede sein. "Deutsche Aktien sind noch immer niedrig bewertet", sagt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin bei der Helaba. Vielmehr sehen Traud und andere Anzeichen dafür, daß sich der Dax in einem neuen Bullenmarkt befindet. "Das globale Umfeld begünstigt exportorientierte Aktienmärkte wie den deutschen." Und dieser Zustand dürfte bis mindestens 2008 anhalten. Denn erstmals in der Wirtschaftsgeschichte wird der globale Aufschwung gleich von zwei Kraftzentren, nämlich von den USA und dem aufstrebenden Asien, angetrieben. Vorteil: Fällt ein Wachstumsmotor aus, fährt die internationale Ökonomie mit dem Ersatzmotor weiter. "Ich mache mir vor 2008 überhaupt keine Sorgen."


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w2505:

und die neue Zyklika hat erst begonnen und dürfte

 
26.02.06 13:06
meiner Einschätzung nach auf jeden Fall bis 2012 gehen. Korrekturphasen gab es immer, dieß liegt nun einmal in der Natur einer jeden Sache.
DAX 7000 ist nachvollziehbar, wer etwas mitbekommt, davon wie sehr große Anlegersummen insbesondere aus dem angelsächsischen Raum Renditeziele (in der zwischenzeit bald panikhaft)suchen, kann sich dazu nicht wundern. Die Gelder aus der Hausse 2000 sind ja nicht im Atlantik versenkt worden, sie sind real da und suchen wieder neue/alte Ebenen.
Wer Einblick in den Immobilienmarkt hat, wird sicherlich verwundert sein, daß hier massivst Gelder, für die Öffentlichkeit unbemerkt (man beschäftigt sich lieber mit Vogelgrippe, Islamis etc. - VERNEBELUNGSTAKTIK!)fast schon panikhaft angelegt werden.
Genauso einher gehen Investment in deutsche Firmen, hier könnte eine Übernahmewelle die Einkaufswelle bald ablösen.
Langfristig sind diese Gelder geparkt, bis die Gewinne kräftig fliesen, denn noch sind in Germany die Hausaufgaben nicht erledigt, es wird vorerst noch darüber debattiert.

Der Dax wird nicht ewig brauchen, um die 10.000 Marke zu durchbrechen und wer den alten Nikkeistand kennt, kann sich ausmalen, wohin der Dow geht.
Besonders davon werden kleine SmallCaps provitieren, wie eine Internet Capital Croup (ICGE) deren Hausse erst bevor steht, die in den letzten zwei Jahren ihre Hausaufgaben erledigt hat und wenn die PE-Fonds diese Beteiligungen sehen, ist eine sehr langer Tournaround die Folge.
Überhaupt ist die Zukunftwirtschaft ein Teil das Internet im besonderen und dort ist ICGE sehr gut mit seinen Beteiligungen aufgestellt, es wäre vielleicht besser, daß Management würde etwas mehr Wagnis an den Tag legen und einige Beteiligungen massiv ausbauen.

Der Internetindex steht am Beginn einer gewaltigen, in der bisherigen Wirtschaftswelt nie dagewesenen Aufwärtsentwicklung, steigen Sie ein und fahren Sie mit in eine neue Welt!
Auch in Germany sind noch diverse Miniperlen im Internetsektor unterbewertet zu finden!
UI und freenet sind zwar noch mit starken Potenzial und guten Kursaussichten bekannt, T-Online verschwindet in der DT (durch klassischen Anlegerbetrug) LYE ist Inline und steht als neuer Star in Kürze im Techdax.

Langsam sollten die Leute erkennen, daß es in Germany nötig ist, sich vorzusorgen und zwar massiv, dazu ist ein Teil die Börse. Wer auf die staatliche Rente hofft, wird sich wundern! In angelsächsischen Bereichen ist bei vielen Anlegern die Börse die klassische Altersvorsorge!
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Libuda:

Weltweiter Aufschwung verstärkt sich

 
26.02.06 17:06
aus dem Handelslbatt von letzter Woche:

"Ungeachtet der hohen Energie- und Rohstoffpreise nimmt die Konjunktur weltweit Fahrt auf. Das signalisiert der Ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima im ersten Quartal dieses Jahres. Er stieg kräftig auf 10,9,2 Punkte von 99,3 Zählern im vierten Quartal 2005 und erreichte damitwieder den Stand vom Herbst 2004. Gleichzeitig übertrifft der Indikator seinen langjährigen Durchschnitt von 94,3 Punkten wesentlich deutlicher als 2005. Das vom Münchener Ifo-Institut vierteljährlich erhobene Weltwirtschaftsklima hatte sich von Anfang 2004 bis Mitte 2005 kontinuerlich abgekühlt. Die Erholung setzte erst im vergangenen Herbst ein und hat sich nun verstärkt."

Auch wenn mich jetzt die Empfänger von Heizkostenrechnungen innerlich steinigen, ohne höhere Öl- und Rohstoffpreise hätten wir momentan vermutlich schon ein Überhitzung. Die mit Sicherheit wieder sinkenden Öl- und Rohstoffpreise, die zwei- bis dreimal so hoch sind wie die Gewinnungskosten, was nie ein Dauerzustand sein kann, könnten der Nachbrenner werden, der den momentanen Konjunkturzýklus noch lange am Leben hält.
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CarpeDies:

Energiekosten werden noch weiter steigen

 
26.02.06 17:32
die Ölkosten mögen zwar deutlich höher als die Gewinnungskosten, dafür ist die Nachfrage aber ungebremst hoch.
Aufgrund der politisch instabilen Lage im Nahen Osten, die sich meiner Ansicht auch über Jahre nicht stabilisieren wird, solange die Amis Weltpolizei spielen, und aufgrund der Gier der grossen Ölkonzerne werden solange keine günstigeren Energiepreise kommen, solange nicht neue (Alternativ-)Quellen erschlossen werden, und bei dem ansteigenden Weltverbrauch in Indien, Lateinamerika und China gibt es wohl abgesehen mal von der Kernfusion keine wirklich Alternative und die ist ja bekanntlicher Weise noch lange nicht verfügbar
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CarpeDies:

Energiekosten werden noch schneller weiter steigen

 
26.02.06 17:33
die Ölkosten mögen zwar deutlich höher als die Gewinnungskosten, dafür ist die Nachfrage aber ungebremst hoch.
Aufgrund der politisch instabilen Lage im Nahen Osten, die sich meiner Ansicht auch über Jahre nicht stabilisieren wird, solange die Amis Weltpolizei spielen, und aufgrund der Gier der grossen Ölkonzerne werden solange keine günstigeren Energiepreise kommen, solange nicht neue (Alternativ-)Quellen erschlossen werden, und bei dem ansteigenden Weltverbrauch in Indien, Lateinamerika und China gibt es wohl abgesehen mal von der Kernfusion keine wirklich Alternative und die ist ja bekanntlicher Weise noch lange nicht verfügbar
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CarpeDies:

Apropos Dummschwätzer

 
26.02.06 18:13
Laut unserem Oberlehrer Libuda sind so ziemlich alle, die seine Meinung nicht teilen, Dummschwätzer; darunter sind Leute, die Milliarden von €/$ verwalten (siehe psoting 65 etc.), oder die sich pessimistisch bez. der Verfügbarkeit von Rohstoffen äussern. Es ist schon unglaublich, mit welcher Dreistigkeit libuda für sich in Anspruch nimmt, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Aber Hochmut kommt vor den Fall, das wussten schon die Griechen und Römer in der Antike.

Ich denke dass sich die Fonds-Verwalter intensiv Gedanken machen, wie sich der Markt in Zukunft entwickeln wird.
Die Aussage von Libuda z.B., dass der Ölpreis wieder sinken wird, weil die Gewinnungskosten deutlich unter den aktuellen Marktpreisen liegt, ist kaum nachvollziehbar, solange nicht ein drastischer Nachfrageeinbruch eintritt; dieses Szenario ist derzeit eher unwahrscheinlich, solange im Fernen Osten und in Latein-amerika die Wirtschaft boomt; auch sollte bekannt sein, dass es Jahrzehnte keine Funde wirklich grosser Erdölvorräte mehr gegeben hat. Desweiteren ist der Peak-Oil in vielen Ländern vielleicht schon erreicht, wenn nicht gar überschritten; sollte das wirklich der Fall sein und die Nachfrage weiter steigen, kann sich jeder ausmalen was das für die Preise bedeuten wird.

Eine Abhilfe kann hier nur die Intensivierung der Nutzung von  Gas oder Kohlevorkommen bieten. Aber hier fehlt bei weitem noch die Infrastruktur, um im wirklich grossen Stil gtl oder ctl zu betreiben.

Ähnliches gilt imho auch für andere Rohstoff-Preise, solange nicht massiv weitere Minen etc. erschlossen werden oder ein entsprechendes Recycling stattfindet
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Libuda:

Milchmädchen sind gut für Säuglinge

 
26.02.06 18:40
aber nicht für Anleger. Dass momentan die Milchmädchen in die Rohstoffe springen, ist kein Grund ihnen nachzuspringen. Wenn man sich einmal ansieht, wer heute auf deutschen Boards in Sachen Rohstoffen trommelt, dann sind das die gleichen Figuren die vor sechs Jahre noch heute arme Leser in Chaoswerte wie Commerce One und ähnlichen Schrott jagten. Der Schlimmste von ihnen ließ sich damals sogar mit dem betrügerischen CEO von Commerce One, Hoffmann, fotografieren und jagte das Bild über die deutschen Aktienboards. Damit das heutige Bild komplett wäre, fehlt jetzt nur noch dass sich der gleiche Chaot zusammen mit Jim Rogers, der heute die Anleger mit teuren Rohstofffonds abkocht, auf dem Motorrad fotografieren lässt: Jim Rogers vorne und ....börse hinten.

Verwerflich ist auch, dass Fondsgesellschaften bei diesem Abkochen der Anleger mitmachen. Deka sollte eigenlich aus dem Jahr 2000 gelernt haben, als man auf dem Höhepunkt des Technologie- und Internethype's neue Fonds auflegte und viele Sparkassenkunden vergraulte. Aber nein, die Katze lässt das mausen nicht, und so darf die einfältige Sandra Ebner weiter durch die Gegend labern und die armen Anleger wieder in falsche Fonds, nämlich Öl- und Rohstofffonds jagen. Vermutlich hilft da nur, wenn sich die Sparkassen vor Ort von dem Deka-Haufen lossagen und Fonds anderer Investmentfondsanbieter verkaufen - von wem die Provision kommt, ist schließlich egal.
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CarpeDies:

ja ja immer das gleiche Geschwätz ...

 
26.02.06 20:21
das libuda in allen Foren immer wieder an der Mann zu bringen versucht. Viele haben kapiert, dass die Welt sich weiter dreht, nur libuda glaubt der Mittelpunkt zu sein, und sich nicht weiterentwickeln zu müssen, aber das haben die Oberlehrer so an sich, bis sie irgendwann mal merken, dass der Zug schon lange abgefahren ist und der einzige der ihre Vorträge lauscht, das eigene Ego ist ...
Wie schade
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CarpeDies:

Hinterher ist man immer schlauer

 
26.02.06 20:29
und libuda bespuckt die, die falsch gelegen haben, aber selber hat er nicht den Mut, mal eine klare und vor allem konkrete Aussage zu machen, wie er denn die Entwicklung des Ölpreises oder die diverser Rohstoffe sieht; so müsste er ja Angst haben, dass ein 2. libuda kommt und ihn dann bespuckt, wenn er falsch liegt mit seinen Prognosen, welch jämmerliches und feiges Verhalten, das können Partisanen genauso gut
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Libuda:

Nicht von den 2000-Verzockern

 
26.02.06 23:54
verarschen lassen, mahnt Rüdiger von Nitzsch, Professor für Betriebswirtschafslehre in Aachen und Vorstand des Forschungsinstituts für Asset Management und Betriebswirtschaft an der TH Aachen.

"Zweitens sollte der Anleger sein Augenmerk nicht darauf richten, wie sich die Marktpreise in der Vergangenheit entwickelt haben und daraus schlüsse für die Zukunft ziehen. Zum einen hängen die Kurse von den Entscheidungen anderer Menschen ab und sind dshalb naturgemäß schwer einzuschätzen. Zum anderen wird der Investor auch nicht für die Übernahme von Marktpreisrisiken belohnt, sondern für die Übernahme des fundamentalen Risikos."

Das beschreibt auch sehr gut das Problem, das die Technische Analyse seit drei Jahren hat, wenn sie fast immer extrem falsch liegt. Wer in den letzten drei Jahren die wöchentlichen Lachnummern in der FAZ zur technischen Analyse nicht beachtet hat, kann sich ins Fäustchen lachen, denn er ist inzwischen reich oder zumindest reicher geworden. Wer die Technischen Kommentare gelesen hat, ist auch reicher geworden - aber nur an Verfahrung, dass man Scharlatanen der Marke "Hokuspokus-Fittipus-Dreimal-Schwarzer-Kater" auch nicht ein gelogenes Wort glauben kann. Wenn Dir also Dein Bankberater etwas von Charts und Technischer Analyse herumschwafelt oder schlimmer noch, etwas von Elliot Wave und dem Goldenen Schnitt erzählt, wechsele sofort die Bank. Denn leider hat der im Gegensatz zur Zigarettenindustrie noch nicht die Auflage für folgendes Schild: "Vorsicht Anlageberatung, Herr/Frau X/Y können ihnen dabei helfen, ein kleines Vermögen zu machen - wenn sie vorher ein großes hatten.
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Libuda:

Wo jeder Angst vor Übertreibungen hat, gibt es

 
04.03.06 13:36
keine Übertreibungen!!!!!!!


Jim O'Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs im Gespräch mit BörseOnline

BörseOnline: Mr. O' Neil, die Aktienkurse steigen und steigen, gleichzeitig werden die Zinskurven invers - etwa in den USA - eigentlich ein Zeichen für einen drohenden Abschwung.

Jim O' Neil: Im Gegenteil. Die Risikoprämien auf Aktien sind noch sehr hoch. Die Anleger sind also trotz steigernder Kurse vorsichtig. Gerade gegenüber Anleihen sind Aktien niedrig bewertet. Sie sind günstig, wenn man ein Trendwachstum der Weltwirtschaft von 2,5% annimmt, und sehr günstig, wenn man den Trend auf Grund des BRIC-Phänomens ehr bei 4,5% sieht wie ich. In einer Welt, in der jeder Angst vor Übertreibungen hat, gibt es keine Übertreibungen.
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Libuda:

Einfach Antwort: DAX 7000

 
05.03.06 10:55
das war die Prognose von Libuda, aber nicht jetzt nach den letzten Anstiegen, sondern im letzten Dezember. Und im Frühjahr 2003 bei einem DAX-Stand von 2.300 pronostizierte wohl als einziger auf deutschen Aktienboards ein gewisser snag für Ende 2005 einen Stand von 5.500 bis 6.000. Und zwar nicht aus einer Bierlaune heraus, sondern aufgrund steigender Gewinne, die er mit der dort einsetzenden Hebelwirkung bei steigender Ausbringung begründete. In einer immer fixkostenlastigeren Wirtschaft bedeuten nämlich steigende Erlöse stark überproportional steigende Gewinne.

DAX 6000 – und dann? (EurAmS)

Trotz der massiven Einbrüche vergangene Woche: Die 6000 Punkte schafft der DAX locker, sagen Experten. Doch dann wird die Luft dünner. Was Anleger jetzt tun sollten

von Jens Castner, Tobias Meister, Euro am Sonntag

Kaum zu glauben: Drei Jahre sind es schon, in denen eitel Sonnenschein an der Börse herrscht – und kaum einer hat’s gemerkt. Erst jetzt, da sich der DAX langsam, aber sicher der 6000-Punkte-Marke nähert, kommt das Gros der Anleger zurück. Erstmals seit 2001 meldet das Deutsche Aktieninstitut wieder eine steigende Anzahl von Aktionären. An den institutionellen Investoren ist die Hausse ebenso vorübergegangen wie an den meisten Privatanlegern. Auch hoch bezahlte Börsenprofis laufen den steigenden Kursen hinterher. Branchenschätzungen zufolge beträgt die Aktienquote der Versicherungen im Schnitt nur etwa zehn Prozent. In den Boom-Jahren 1999 und 2000 waren es 25 Prozent. Da der Druck auf die Lebensversicherungen, endlich wieder akzeptable Renditen zu erwirtschaften, mit jedem guten Börsentag wächst, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der deutsche Leitindex die Hürde von 6000 Punkten überquert. "Was den Markt treibt, ist die hohe Liquidität, auf der viele Institutionelle noch sitzen", sagt Olaf Conrad, Fondsmanager bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Mit anderen Worten: Da die gesamte Versicherungsbranche stets prozyklisch agiert, wird in den kommenden Monaten weiter Geld an die Börsen fließen. Die im ersten Halbjahr anstehende Dividendensaison sollte zusätzlich dafür sorgen, daß der finanzielle Nachschub nicht abreißt. Nicht nur die Versicherer, auch die Banken waren viel zu vorsichtig. Wie eine Umfrage unserer Redaktion unter 20 führenden Instituten im Dezember vergangenen Jahres ergab, trauten die Kapitalmarktexperten dem DAX 2006 im Schnitt einen Anstieg auf knapp 5700 Punkte zu – ein Kursniveau, das längst überschritten ist. "Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß es sich um die Kursziele fürs Jahresende handelte", schränkt Stefan Steib, Leiter der Research-Abteilung bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, ein. Da Steib eine schwächere zweite Jahreshälfte erwartet, sieht er keinen Grund, sein bisheriges Kursziel von 6000 Punkten – seinerzeit das optimistischste aller befragten Banken – anzuheben.

Andere haben das bereits getan. Commerzbank und M.M. Warburg beispielsweise halten inzwischen 6300 Punkte für erreichbar, die Landesbank Baden-Württemberg und SEB-Invest rechnen sogar mit 6500. "Da bewertungstechnisch noch Luft nach oben besteht", räumt auch Steib ein, "könnte die 6000er Marke im zweiten Quartal zeitweise deutlich überschritten werden." Auch HSBC-Fondsmanager Olaf Conrad sieht den Bewertungsspielraum der DAX-Titel noch nicht als ausgereizt an. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) liege mit 14 noch immer unter dem langfristigen Durchschnitt von 16 bis 26, der in konjunkturellen Aufschwungphasen als angemessen erachtet wird. In Punkte umgerechnet lägen die für dieses Jahr prognostizierten Gewinne der DAX-30-Unternehmen bei 422, fürs nächste Jahr erwarten die Analysten einen Anstieg auf 472. Damit sind die Unternehmensgewinne doppelt so hoch wie 2002 und rangieren um 50 Prozent über der bisherigen Rekordmarke aus dem Jahr 2000. "Schon ein Anstieg des Markt-KGVs auf 16 würde einen DAX-Stand von mehr als 7000 Punkten bedeuten", rechnet Conrad vor.

Solche Prognosen seien allerdings stets mit Fragezeichen versehen, gibt der Experte zu bedenken. Zum einen unterstellt dieses Szenario langfristig niedrige Zinsen (in Hochzinsphasen werden Aktien stets schlechter bewertet, da risikoärmere Anlageformen dann ebenfalls hohe Renditen abwerfen). Zum anderen wäre ein weiterhin freundliches Weltwirtschaftsklima die Grundvoraussetzung für eine Höherbewertung des exportlastigen deutschen Blue-Chip-Barometers. Das Gros der Experten rechnet für 2007 jedoch mit einer Abschwächung des Wachstums. Hinzu kommt, daß das durchschnittliche KGV auf Schätzungen für die Zukunft beruht, nicht auf tatsächlich erzielten Gewinnen. Wie stark ein enttäuschendes Ergebnis den Gesamtmarkt belasten kann, zeigte am Donnerstag das Beispiel Adidas. Die schwachen Quartalszahlen brachten die zuvor gute Stimmung der Börsianer mit einem Schlag zum Kippen, der DAX verlor mehr als 1,4 Prozent. Tammo Greetfeld, Marktstratege der HypoVereinsbank, warnt deshalb vor überzogenen Erwartungen. "Die Gewinnschätzungen für 2006 wurden im Verlauf des vergangenen Jahres um 8,5 Prozent nach oben revidiert", erklärt er. Selbst in Boom-Jahren habe es keine derart starke Anhebung der Analystenprognosen gegeben. Zwar werden die Unternehmen 2006 ihre Gewinne im Vergleich zu 2005 weiter steigern können, die Revisionsfreudigkeit der Experten aber dürfte abnehmen – "vor dem Hintergrund des von uns erwarteten zyklischen Hochpunkts der Konjunkturindikatoren in den kommenden Monaten", begründet Greetfeld seine Skepsis. Vor allem im dritten Quartal könne es Enttäuschungen geben. Hinzu kommt, daß die Umstellung auf die internationale Bilanzierungsvorschrift IRFS den Gewinnanstieg ziemlich erhöht. Greetfelds Kursziel für den DAX macht wenig Mut: 5500 Punkte. Das Gros seiner Kollegen teilt diesen Pessimismus nicht – vor allem wegen der robusten Konjunktur. Carsten Klude, Chef-Volkswirt beim Bankhaus M.M. Warburg, traut Deutschland in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu. 2007 werde die Wachstumsdynamik zwar etwas nachlassen, da Treiber wie die Weltmeisterschaft oder vorgezogene Investitionen wegen der Mehrwertsteuer-Erhöhung dann wegfallen. Da Deutschland aber eine Exportnation ist, sei die konjunkturelle Entwicklung in den wichtigen ausländischen Märkten viel entscheidender. "In der zweiten Jahreshälfte dürfte die nachlassende Wachstumsdynamik eingepreist werden. Die Kurse müssen deshalb aber nicht zwangsläufig fallen", so Klude. Auch für Thomas Körfgen, Leiter des Aktienfondsmanagements bei SEB Asset Management, gibt es keinen Grund, schwarzzusehen. Angefacht von Übernahmeplänen, könnte der DAX in nächster Zeit durchaus weitersteigen. Egal ob ThyssenKrupp, Linde, E.on oder BASF – vielerorts arbeiten Manager an Übernahmen. Deutschlands Konzerne können es sich leisten. Durch die Kostensenkungsmaßnahmen verdienen viele Firmen genug, um durch Zukäufe wachsen zu können. "Fusionen und Akquisitionen werden wir in diesem Jahr mit Sicherheit noch öfter sehen", glaubt Körfgen. Beruhigend an der Sache ist für ihn, "daß die Preise für diese Deals wirtschaftlich erklärbar sind. Von Panikkäufen ist noch nichts zu spüren". Trotz des positiven Gesamtbilds will er aber wie seine Kollegen von anderen Banken die Risiken nicht verschweigen. Ein amerikanischer Militärschlag gegen den Iran oder ein Übergreifen der Vogelgrippe auf den Menschen würden die Stimmung an den Börsen schnell verderben. Schon am Faschingsdienstag hatten Händler gemutmaßt, daß für den scharfen Kurseinbruch weniger die schlechten Zahlen des US-Internetgiganten Google oder schwache Konjunkturdaten aus den USA verantwortlich waren, sondern vielmehr die erste tote Katze auf Rügen. Die durch Sars ausgelösten Kursabschläge der letzten Baisse sind vielen Anlegern noch in schmerzhafter Erinnerung.

"Die Gefahren kennen alle, nur lassen sie sich unmöglich bewerten", erklärt Körfgen. Auch Währungsturbulenzen oder stark steigende Rohstoffpreise könnten die Unternehmensgewinne belasten und die Börsen ins Wanken bringen. Außerdem ist fraglich, ob der Zinserhöhungszyklus in den USA tatsächlich zu Ende geht und wie weit die Europäische Zentralbank den Satz noch hochschrauben wird. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat nach der jüngsten Erhöhung auf 2,5 Prozent schließlich weitere Schritte angekündigt. Bereits im Juni könnte der nächste folgen. Die Mehrheit der Volkswirte rechnet zum Jahresende mit einem Zinsniveau von drei bis 3,50 Prozent. Doch selbst wenn das ausbliebe, birgt der Markt jederzeit die Gefahr größerer Rückschläge, wie am Dienstag und Donnerstag vergangener Woche deutlich wurde. Andererseits sind genau diese Einbrüche notwendig, um die Stimmung nicht in Euphorie ausarten zu lassen wie vor der Mega-Baisse, die im März 2000 begann. "Negative Nachrichten wurden kaum mehr wahrgenommen, die Stimmung war schon wieder beunruhigend gut", erklärt Kai Franke, Chef-Stratege der BHF-Bank. "Die Korrektur kam genau zum richtigen Zeitpunkt", pflichtet Warburg-Volkswirt Carsten Klude bei. Der jüngste Schuß vor den Bug der Investorengemeinde wird wohl nicht der letzte gewesen sein. Anleger sind deshalb gut beraten, vorsichtige Strategien zu verfolgen, etwa mit Lock-in- und Bonuszertifikaten. Die 6000er Marke bleibt zwar auch nach der jüngsten Korrektur in Reichweite, doch warnt BHF-Experte Franke nicht ganz zu Unrecht: "Die Luft wird langsam immer dünner."DAX



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Libuda:

Outsourcing leads to global economic growth

 
01.04.06 15:45
Outsourcing leads to global economic growth
The worldwide phenomenon of growth in economic strength is largely a product of outsourcing. The "Strategic Review 2006 — The IT industry in India" has shown that outsourcing contributes the most to the growth engine worldwide, and the growth in India itself is expected to cross $36 billion in annual revenue in 2005-2006. Rediff reports:

Export earnings accounted for 64 per cent of the total IT-ITES aggregate in 2004-05. Strong fundamentals, including a large base of skilled talent, demonstrated quality and service delivery expertise at a significant cost advantage and an enabling environment have ensured that India attracts a larger share of the global IT-ITES demand for off-shored services.

February 20, 2006 in Economics | Permalink | Comments
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Libuda:

Ein wichtiger Kurstreiber: Das Bush-Ende kommt

 
20.04.06 22:45

ein Ereignis, das wie kaum ein anderes die Aktienkurse stabilisieren wird.

Am besten kann man das durch die folgende angeblich wahre Geschichte verdeutlichen: Drei Chirurgen prahlen mit ihren eroflgreichsten Operationen

Chirurg 1: "Ich habe jemanden operiet, dem der rechte Arm abgerissen wurde - und nur ein halbes Jahr später war er Weltmeister im Speerwerfen."

Chirurg 2: "Ich habe jemand operiert, der sein rechtes Bein in die Praxis mitbrachte, sechs Wochen später war er Olympiasieger im 100-Meter-Lauf."

Chirurg 3: "Das ist doch alles fast gar nicht, ich habe in den USA einen Cowboy und sein Pferd operiert, von dem bei einem Unfall nur noch der Arsch des Pferdes und der Hut des Cowboys übrig geblieben war - und der ist heute Präsident der Vereinigten Staaten."
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Sozialaktionär:

Bush-Ende ?

 
21.04.06 08:07
Wenn der vor den Wahlen den Iran bombardiert,könnte er sich vielleicht noch mal retten.
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big_mac:

2008 ist Schluß mit Bush

 
21.04.06 08:13
mehr als 2 Amtszeiten ist nicht.
Antworten
Libuda:

Warum die Welt nicht so oft untergeht

 
23.04.06 20:53
wie in der WELT, Wirtschaftswoche, bei Stephen Roach von Morgan Stanley, Jan Hatzius von Goldman Sachs, dem Polleit von Barclays (der deutschen Bankernachwuchs verdummen darf) und anderen Katastropheten zu lesen ist, beschreibt der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften Joseph Steiglitz. Was er da schreibt, ist eine gute Versicherung auch gegen die angeblichen Risiken von Aktien (trotz des 2000 erlebten), reicht aber nicht aus - denn zusätzlich müssen gute Fundamente für Wachstum gelegt werden, aber auch da läuft momentan alles hervorragend. Denn der wir befinden uns nachwievor in der Aufwärtsbewegung des fünften Kondratieffs, dessen Wucht nur mit der des ersten zu vergleichen ist, denn wie damals gibt es neben technischen Neuererungen (Internet) organisatorische: die Intensivierung der Arbeitsteilung - diesmal nicht der innerbetrieblichen, sondern der betrieblichen, die Effizienssteigerungen ermöglicht macht. Und das ist lange noch nicht ausgereitzt.

Ich will hier jetzt keinen auf Harry Dent machen - aber eine weitere Kursverdoppelung der Indizes bis 2012 sehe ich schon - was allerdings auch nur etwas mehr als 10% pro Jahr sind.

Und hier: Warum die Katastrophen irren:

60 Jahre nach Keynes' Tod
Joseph Stiglitz: „Keynes' Einfluss ist heute größer denn je“

Nur wenige Theorien haben den Praxistest so gut überstanden wie die des britischen Ökonomens John Maynard Keynes.
Von Joseph Stiglitz
Rund 75 Jahre nachdem Keynes seine allgemeine Theorie veröffentlicht hat, ist ihr Einfluss stärker denn je. Nicht zuletzt, weil Keynes' Ideen in der Realität immer wieder getestet wurden.

Keynes' drei Kernideen lauten: Erstens, die Marktwirtschaft kann wegen einer zu geringen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ihr Potenzial über längere Zeiträume hinweg nicht voll ausschöpfen. Zweitens, die Regierungen können die Wirtschaftsleistung durch erhöhte Investitionen und Steuersenkungen ankurbeln, selbst wenn dadurch das Haushaltsdefizit steigt. Drittens führt eine Lockerung der Geldpolitik nicht immer zu dem erwünschten konjunkturellen Impuls. Der Mechanismus der geldpolitischen Lockerung ist nicht immer verlässlich.
Theoretisches Fundament verstärkt
Jede dieser Ideen gilt nach wie vor. Wir verstehen sie heute jedoch noch besser und haben sie auf ein stärkeres theoretisches Fundament gestellt. Wir haben mehr über die Unvollkommenheit der Märkte gelernt, die sich aus unvollständigen Informationen ergeben. Behavioral Economics hat die Probleme aufgezeigt, die sich bei Modellen ergeben, die von rein rationalen Entscheidungen ausgehen.
Wir hatten natürlich auch keine Depression mehr vom Ausmaß der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Aber das liegt in erster Linie daran, dass die Regierungen Keynes' Lektionen gelernt haben und die Wirtschaft sowohl mit geld- als auch mit fiskalpolitischen Mitteln angekurbelt haben.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte in den Ländern Ostasiens und Lateinamerikas Steuererhöhungen und Haushaltskürzungen gefordert, als dort ein konjunktureller Abschwung eingesetzt hatte. Das Resultat war genau wie von Keynes vorhergesagt: Der Abschwung wurde zur Rezession und die Rezession zur Depression.
Praxistest bestanden
Vor Keynes hatten viele Finanzmarktteilnehmer (auch der US-Finanzminister) auf die höheren Defizite verwiesen, die durch einen Konjunkturrückgang verursacht werden. Sie hatten deshalb für Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen des Staates plädiert. Keynes sagte, diese Politik würde nicht zur Genesung der Wirtschaft beitragen, sondern die Situation sogar noch verschlimmern. Ein Dreivierteljahrhundert später griff der IWF die Analyse aus Zeiten vor Keynes wieder auf, und einmal mehr bestätigte sich, dass Keynes Recht hatte.
US-Präsident George W. Bush hat mit Steuerkürzungen die US-Wirtschaft stimuliert. Doch - genau wie Keynes es vorhergesagt hätte - fiel das Ausmaß des Impulses geringer aus, als es der Fall gewesen wäre, wenn die Steuerkürzungen auf Personen mit niedrigem Einkommen abgezielt hätten. Japan hat uns allerdings gezeigt, dass unter gewissen Umständen Ausgabenerhöhungen nicht wie gewünscht greifen.
Seit Keynes seine Gedanken niederschrieb, hat sich nicht nur die Wirtschaftstheorie, sondern auch die Welt verändert. Keynes hatte ganz richtig vorhergesehen, dass sich in der Rezession von 2001 Zinssenkungen kaum auf die Investitionen der Unternehmen auswirken würden. Und dennoch haben die niedrigeren Zinsen die US-Wirtschaft stimuliert, gleichzeitig aber auch deren langfristige Stabilität aufs Spiel gesetzt: Die Amerikaner haben ihre Eigenheime refinanziert, Mahnungen zur Umsicht in den Wind geschlagen und munter Geld ausgegeben.
Die Welt ist komplex, und die Lektionen der Geschichte auszulegen ist nicht einfach. Doch wenige Theorien haben so häufig den Praxistest bestanden wie die Ideen Keynes'.
Joseph E. Stiglitz lehrt an der Columbia University in New York. Für seine Arbeit im Bereich der Informationsökonomik gewann er 2001 den Nobelpreis.
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Libuda:

US-Aktien ein STRONG BUY

 
28.04.06 12:13
sagt Bob Doll, Präsident und Chief Invesmtent Officer von Merrill Lynch:

"Volkwirtschaften müssen manchmal einen Schritt zurücktreten, um danach wieder voranzukommen. Vorübergehende wirtschaftliche Schwächephasen legen sogar oft den Grundstein für einen nachfolgenden Börsenaufscheung. Angesichts der gesunden Unternehmenslandschaft in den USA ist mittelfristig von einem anhaltenden, wenn auch etwas gemäßigten Wachstum auszugehen. Solange die amerikanischen Notenbank ihre Zinsen nicht stärker als nötig anhebt und die Inflation unter Kontrolle bleibt, wird der Weg des geringsten Wiederstands die amerikanischen Aktienkurse nach überstandener Konsolidierung nur in eine Richtung führen - nach oben."
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Libuda:

Zumindest weltweit geht es aufwärts

 
05.05.06 23:59
eigentlich in Europa auch, wenn da nicht ein gewisser Herr Trichet wäre, der dummschwätzt als wäre er im Vollrausch.

Dieser Dummschwätzer hat angeregt von noch größeren Dummschwätzern wie dem ahnungslosen Dummschwätzer Polleit von Barclays, der schon klatscht wenn er sich morgens beim Rasieren im Spiegel sieht, und dem Mayer von der Deutschen Bank, den Euro um 4% nach oben gejagt und damit eine Konjunktureintrübung provoziert. Besonders dreist ist, dass sich diese sauberen "Herren" dann auch noch über eine Mehrwertsteuererhöhung von 3% mokieren, die im Vergleich zu der Euroaufwertung ein Nonevent ist.

Meines Erachtens können die drei nicht nur einen zusammen gesoffen haben, da müssen härtere Drogen im Spiel gewesen sein - denn im Suff kann man eigentlich nicht so viel Scheiss labern, Gewinne von Unternehmen reduzieren und Arbeitnehmer um ihre Arbeitsplätze bringen.
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Libuda:

Die Dumm- und Dünnheuler von Finanancial Times

 
07.05.06 18:21
Deutschland haben ähnlich wie die Katastropheten von der Wirtschaftwoche und DER WELT seit dem Frühjahr 2003, als der DAX bei 2.300 stand, nicht wenige Ihre Leser mit ihrem Dumm-Dumm-Geschwätz vom Weltuntergang, und das ohne Unterlass, um ihre Vermögen gebracht. Vielleicht versucht einmal ein Leser die Kosten für ein Zeitungsabo wieder einzzklagen, denn da war teilweise gezielte falsche Berichterstattung dabei - aus Frust darüber, dass sich die "Redakteure" in der Blase nach oben verzockt hatten.

Auch letzten Freitag kann man in FTD wieder so eine Panikmache lesen, die den einen oder anderen davon abhalten könnte beim Anstieg des DAX über die 7.000 und des Nasdaq über die 3.000 mit dabei zu sein.

Hier die Paniknummer aus FTD:

"US-Lohnkosten schnellen hoch

Produktivität kann mit Gehaltsplus nicht mithalten - Inflationssorgen wachsen."

Wenn man dann außer den Überschrifte weiterliest, kann man immerhin die Panikmache durchschauen, denn da heißt es u.a.:

"Das spürbare Anziehen der Lohnstückkosten in den USA hat am Donnerstag Ängste vor einer Zunahme des Inflationsdrucks genährt. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, legten die Kosten pro Produktionseinheit von Januar bis März aufs Jahr gerchnet um 2,5% gegenüber Vorquartal zu. Im vergangenen Jahr waren die Lohnstückkosten zum Teil noch leicht zurückgegangen. Ursache fur den hohen Anstieg der Lohnstückkosten war vor allem ein kräftiger Zuwachs bei den Löhnen und Gehältern. Diese stiegen um 5,7%, der stärkste Anstieg seit mehr als einem Jahr. Die Produktivität legte um 3,2% zu. "Vermutlich geht der kräftige Gehaltsanstieg auf zusätzliche Lohnbestandteile wie etwa Aktienoptionen zurück", sagte Ian Shepherdson vom Beratungsdienst High Frequency Economicx. Angesichts des angespannten Arbeitsmarkts könnten die Beschäftigten eine höhere Bezahlung durchsetzen, sagte Chris Rupkey von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in New York."

Der Ian Sheperdson hat sich als einziger die Mühe gemacht, die an sich fantastischen Zahlen genau zu durchleuchten und nicht zu dummbeuteln. 3,2% Produktivitätsanstieg ist fantastisch und ohne die in vergangenen Perioden bisher nicht verbuchten Aktienoptionen wäre der Lohnanstieg mit Sicherheit nicht 5,7% gewesen. Wenn man den tatsächlichen Lohnanstieg messen will, muss man entweder die Lohnstückkosten des Vorquartals um die dort weniger ausgewiesenen Kosten für Mitarbeiteroptionen erhöhen oder diese vermehrt ausgewiesenen Kosten im 1. Quartal 06 herausnehmen. Man kann also vermuten, dass die Lohnstückkosten konstant geblieben sind, denn bei einem Vorgehen wie beschrieben dürften sich der fantastische Produktivitätsanstieg von 3,2 und der Lohn- und Gehaltsanstieg in etwas die Waage gehalten haben.
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Libuda:

US-Technologiewerte kaufen

 
14.05.06 17:56
und zwar aus zwei Gründen:

1. Die vermeintliche Risikoaversion der Anleger hat momentan wieder einmal einen absurden Höhepunkt erreicht, wie wir das seit 2000 öfter erlebt haben - trotzdem sind die Kurse gestiegen. "Vermeintlich" nenne ich die Risikoaversion weil sie keine ist, sondern eher das Gegenteil. Denn wenn man Aktien mit geringem Gewinnwachstum so hoch treibt, dass die ähnliche KGV's haben wie Aktien mit höherem Gewinnwachstum, begibt man sich in ein Szenario, das nicht auf Dauer ist - auch wenn das Szenario nach den Erfahrunen nach 2000 ein Zeit andauern kann.

2. Man wird bis Ende 2006 Währungsgewinne machen. Denn die ausschließliche Fixierung auf das Leistungsbilanzdefizit der USA, das zudem von zwei Harvard-Forschern in Frage gestellt wird, ist absurd. Sowohl Zinsunterschiede als auch Leistungsbilanzdefizite sind immer nur Zwischenziele - das einzige langfristig maßgebliche Kriterium ist die Kaufkraftparität und danach ist der Dollar massiv unterbewertet. So sicher wie das Amen in der Kirche ist der Zusammenhang, dass ein Eurokurs über der Kaufkraftparität keine Dauereinrichtung ist, da damit ein Abbau des US-Leistungsbilanzdefizits einhergeht. Das ist zugegebenermaßen ein sehr langwieriger Prozess, aber die 2000 bei einem Eurokurs von 0,85 getroffenen Investitionsentscheiungen wirken heute noch noch und entsprechend lange dauert ein Korrektur. Beispielsweise reisst BMW in Euroland keine Fabrik ab und baut sie in den USA wieder auf - aber die Fertigungsstraße für eine neues Modell wandert dann schon in die USA.
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Libuda:

Große US-Adressen liegen momentan schief

 
15.05.06 16:37

wie etwa Goldman Sachs. Sie haben sich noch nicht aus ihrer Long-Position in Rohstoffen und Dollar gelöst und sind noch short bei Technologiewerten. Letztere werden jetzt versucht mit weiteren gigantischen weiteren Leerverkäufen nach unten zu schaukeln. Damit sollen die Kleinzocker zum Mitverkaufen angeregt werden, womit man seine Leerpositionen zu schließen gedenkt. Motto: "Mit Speck fängt man Mäuse."

Seit also keine dummen Mäuse und geht den "goldigen" Sachs-Ganoven nicht in die Mausefalle: Nascht an deren momentanen Shortseller-Gaben und kauft was das Zeug hält.

Vielleicht erinnert Ihr Euch in diesem Zusammenhang an gewissen Snag auf einem anderen Board, der im Frühjahr 2003 bei Aktienkurstiefstständen und ähnlichem Gebaren vielen Investmentbängster auch die Devise "STRONG BUY" ausgab. Besser konnte man damit bisher gar nicht fahren.
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Libuda:

Erinnerung (siehe letztes Posting)

 
18.05.06 14:48
Shortseller-Geschenke annehmen.

Lasst Euch nicht von der Dumm-Dumm-Nummer verarschen, man müsse jetzt erst einmal Gewinne mitnehmen und dann gäbe es wieder günstige Einstiegszeitpunkt. In einer Aufwärtsbewegung, in der wir uns nachwievor befinden, verdient man sein Geld nur damit, dass man drinbleibt, mit der Ar.... also.
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Libuda:

Hohl, Höhler - am höhlsten ist keine Steigerung

 
18.05.06 20:45
Deutschlands dummsalbungsvollste Schwatztante, eine gewisse, Höhler (der Name kommt wahrscheinlich von Hehlerin, speziell Wahrheitshehlerin) laberte vorgestern auf ntv wieder Dünnpfiff ohne Ende. Begleitet wurde der Dünnpfiff vom Dumm-Dumm-Geschwätz eines Oberdummbeutels, der unglaublicherweise einmal Wirtschaftsminister in Rheinland Pfalz mimen durfte.

Wirtschaftspolitik bedeutet für diese Quacksalber Anpassung an die Löhne in China und der Ukraine. Wer dies fordert, bekommt auch in Kürze den entsprechenden Lebensstandard. Vermutlich sucht die Höhler gerade eine Ein-Euro-Putzfrau und der von der F.D.P. einen Ein-Euro-Gärtner und beide schieben Frust, dass sie die noch nicht gefunden haben - einfach ätzend.

Wer das Wort "Mensch" so häufig auf der Zunge führt wie die Höhler, macht sich lächerlich, wenn er nicht die Anpassung über die Strukturveränderungen in Form höherwertiger Produkte und Dienstleistungen fordert, sondern Stukturveränderungen in Form von Lohnsenkungen auf einen Euro - vom Brüderle können wir nicht sehr viel anderes verlangen. Die von mir beschriebene notwendige Strukturveränderungen erfordern Forschungsinvestition, Investitionen in die Infrastruktur und hohe Bildungsausgaben - das kann nur ein Staat leisten, der auch Einnahmen hat. Wer anderes erzählt, lügt dreist und verarscht die Bevölkerung.

Ihr werdet jetzt fragen: Was hat das auf einem Aktienboard zu tun? Ganz einfach: Solange Figuren wie Höhler, Brüderle, Merz, Kirchhof und andere ahnungslose Schwätzer von der Macht ferngehalten werden, steigt der DAX noch auf mindestens 7000 und Dellen beim Anstieg sind hervorragende Einstiegsgelegenheiten.

Ein Kompliment liebe Wähler: Mit der Großen Koalition habt Ihr Euch den Anstieg des DAX auf 7000 Punkte zum Jahresende selbst herbeigewählt. Adam Smith wäre stolz auch Euch: Durch das Verfolgen Eurer eigenen Interessen habt Ihr das Optimale für das Wohl des ganzen Volkes getan: für Arbeitnehmer, Unternehmer und den überwiegenden Rest der Bevölkerung (ausgenommen einige ahnunglose Ex-Politiker, die trotzdem dicke Pensionen bekommen, und Tanten, die Bücher mit höhlen Sprüchen schreiben, die hoffentlich keiner kauft).    
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pfeifenlümmel:

Verprügelte Perlen

 
18.05.06 20:53
Stimme Libuda voll zu und möchte mal verprügelte Wachstumsperlen erwähnen, die nach überstandener Korrektur wieder nach oben schießen werden:
Solarworld
conergy
Nordex
Plambeck
GCI
Wem das kgV zu hoch ist:http://www.ariva.de/board/247974
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Reinyboy:

Sell im May and go away,hehehehe...

 
18.05.06 22:08
........Leithamel Dow Jones wird unter die 10000 gedrückt.



Grüße Reiny
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Libuda:

Nicht auf Energiewerte, alternative Energien

 
18.05.06 23:16
und Rohstoffwerte setzen, denn das ist alles maßlos überzockt. Die Energie- und Rohstoffpreise werden im Jahr 2010 immer noch niedriger liegen als heute - mit entsprechenden Auswirkungen für die entsprechenden Aktien.

Die Betonung liegt "auf den entsprechechenden Aktien", denn die erheblichen Preissenkungen bei den Rohstoffen und der Energiepreisen sind ein Konjunkturprogramm, das meines Erachtens bis 2010 trägt. Hauptprofiteure davon werden die Wachstumsaktien sein - und das sind bei sinkenden Rohstoff- und Energiepreisen nun einmal Technologieaktien. Da es vernünftige Aktien dieser Art nur in den USA gibt, sollte man sich eben US-Techs zulegen. Zusatzprofite winken durch sinkende Euro-Kurse, denn langfristig  kommen wir hier zur Kaufkraftparität, die irgendwo zwischen 1,07 und 1,10 liegt.



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Libuda:

Dellen nutzen, solange gilt

 
20.05.06 12:21
was Heller nachstehend wie folgt formuliert: "Aber Aktien sind weiterhin günstig bewertet und mit Abstand die attraktivste Anlageklasse."

Einige Turbulenzen machen noch keine Baisse
Kolumne Die Aktienmärkte waren reif für eine Korrektur
von Gottfried Heller

Noch letzte Woche war die Rede von ungebrochenem Optimismus für die Aktienbörsen. Der Dax hatte gerade ein Jahreshoch erreicht und damit bereits die Prognosen der meisten Experten fürs Jahresende übertroffen. Doch in den folgenden Tagen ging es weltweit an den Börsen abwärts. Auslöser für die Turbulenzen, so hieß es, sei die Nachricht gewesen, daß die US-Verbraucherpreise im April um 0,6 Prozent gestiegen seien, ein wenig mehr als erwartet. Das schürte die Furcht der Anleger vor weiteren Zinserhöhungen. Aber das ist nach meiner Ansicht ein vorgeschobener Grund. In Wirklichkeit war die Börse reif für eine Korrektur nach einem dreijährigen Aufschwung. Es gibt aber andere konkrete Risiken, die für wachsende Verunsicherung der Anleger sorgen: der hohe Ölpreis, die steigenden Zinsen, der schwache Dollar, der Höhenflug des Goldes, die Rohstoffpreise und schließlich der Atomstreit mit dem Iran. Es gibt Befürchtungen, daß die hohen Rohstoff- und Ölpreise die Inflation anheizen, die Zinsen in die Höhe treiben und schließlich die Konjunktur abwürgen. Die eigentliche Frage ist, ob es auf starker und dauerhafter Nachfrage beruht, daß die Preise an den Rohstoffmärkten buchstäblich durchs Dach schießen. Der Rohstoffindex ist allein in diesem Jahr um 50 Prozent gestiegen. Die Begründung dafür ist, daß China etwa ein Drittel aller Industriemetalle abnimmt. Fast alle Rohstoffcharts - sei es Öl, Kupfer, Silber, Platin oder Gold - sehen aus wie der Nasdaq-Chart zu Zeiten der "New Economy"-Blase: Sie weisen senkrecht in die Höhe.


Es ist eine wilde Spekulation im Gange, die verlustreich enden wird. Denn jede Übertreibung trägt den Keim der Selbstzerstörung in sich. Es ist nur eine Frage der Zeit.


Anzeige:

Die Weltwirtschaft insgesamt befindet sich in einem Umschwung. In den USA flaut das Wachstum etwas ab. Die hohen Zinsen machen es attraktiver, mehr zu sparen und weniger zu konsumieren. Damit werden auch die Importe zurückgehen, während die US-Exporte steigen, wobei sich das Leistungsbilanzdefizit verringern wird. In China wird sich das Wachstum auf hohem Niveau fortsetzen, aber es wird sich mehr hin zum Konsum und weg von Investitionen verlagern, mit der Folge, daß China weniger Rohstoffe einführen und weniger Waren exportieren wird.


Sowohl Japan als auch China sind weiterhin nicht an einer stärkeren Aufwertung ihrer Währungen interessiert. Sie werden sich also einer stärkeren Dollarabwertung entgegenstellen. Der höhere Kurs des Euro wird zwar den Export etwas bremsen, aber er wird auch die Inflation dämpfen und somit braucht es von Seiten der Europäischen Zentralbank auch keiner größeren Zinsanhebungen. Der Inflationsanstieg wird sich eher als kurzfristiges Aufflackern denn als neuer Trend erweisen.

Die Rückkehr zur Normalität - sprich maßvolle Zinsanhebungen - werden mancherlei Schieflagen, angefangen bei Häuslebauern bis zu Finanzinstituten und Hedge-Fonds, zutage fördern und dabei wird es auch Pleiten geben.


Daher werden die Turbulenzen dieser Tage nicht die letzten sein, die wir gesehen haben. Aber Aktien sind weiterhin günstig bewertet und mit Abstand die attraktivste Anlageklasse. Wahrscheinlich werden die Aktien der Groß-Multis in einer von hartem Wettbewerb geprägten Weltwirtschaft besser abschneiden als mittlere oder kleinere Werte.

Der Autor ist Chef der Fiduka Vermögensverwaltung


Artikel erschienen am Sa, 20. Mai 2006

Hellers Aussage zum besseren Abschneiden von Groß-Mulis teile ich nur auf den Feldern, wo Größe wichtiger ist als Flexibilität und das Nichtvorhandensein von Wasserköpfen in den Zentralen. Pauschale Aussagen, wie das Heller tut, lassen sich hier kaum machen - noch am ehesten bei den alten "Industrien" - bei Technologiewerten, die in Wachstumsfeldern tätig sind, sehe ich das genau umgekehrt wie Heller.
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Libuda:

Endlich haben die vielen Wiwo-Dummschwätzer

 
20.05.06 17:48
wieder einmal eine Gelegeneheit Weltuntergangssäue durchs Dorf zu treiben, wie sie das seit dem Tiefststand des DAX bei 2.300 in 2003 x-mal taten und ihre Leser damit um viel Geld brachten.

In der letzten Ausgabe darf ein gewisser Malte Fischer dummpfeifen, der sich ironischerweise auch noch Konjunkturexperte schimpft: "Sollte die US-Regierung Ende dieses Jahres die geforderten Strafzölle von 27,5% auf Importe aus China einführen, würde dies die amerikanische Inflationsrate um 1,1 Prozentpunkte nach oben treiben."

Ein Schwätzer vor dem Herr, fürwahr. Wenn das von ihm Beschriebene eintreten würde, warum sollten die USA ein Interesse haben das zu tun? Das ist jetzt mindestens die tausndste Androhung in eines Strafzolls und Panikmache des Malte Fischer entsprechend tausenfach bzw. unendlich naiv und blööööööd.

Lasst Euch von solchem Geschwätz nichts in die Irre führen. Die Langfristzinsen in den USA, werden kaum wesentlich über 5% hinausgehen - und entsprechen haben die Aktienkurse auch noch nicht gerade wenig Luft.
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Libuda:

Flasche Bill Gross

 
21.05.06 12:17
Nicht nur bei Wiwo gibt es viele Flaschen, sondern Ihr konntet eine auch in Euro am Sonntag erleben, wo ein gewisser Bill Gross fast ein Jahr über den Weltuntergang herumstümpern durfte.

Nun hat Bill Gross, Chief Investment Officer bei Pimco, der US-Tocher der Allianz, sein seine Prognose zurückgezogen, dass die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf drei Prozent sinken wird. In seinem monatlichen Ausblick geht Gross jetzt davon aus, dass die Rendite bis 2010 zwischen vier und 5,5% liegen wird. Vor einem Jahr prognostizierte er noch eine Spanne zwischen 3 und 4,5%.

Bei Libuda könnt Ihr seine jetzige Progose schon seit langem lesen und die immensen Kursverluste bei Rentenpapieren und Rentenfonds, die die Jünger von Gross ereillt haben, sind Euch erspart geblieben. Vielleicht haben die Allianz-Bosse dem Gross auch einmal einen Deutsch-Kurs spendiert und er konnte bei uns bei ariva mitlesen - man lernt ja nie aus, auch nicht so ein GG ("Großschnauze Gross").

Fazit: Das Renten-KGV wird also auf vier bis fünf Jahre bei 20 liegen. Da über Jahrhunderte das Aktien-KGV in der überwältigenden Zahl der Perioden über dem Renten-KGV lag, sollten wir uns auch für den obigen Zeitraum auf dieses Aktien-KGV einrichten. Dass das weitere erheblich Kurssteigerungen auf den Aktienmärkten einschließt, muss ich wohl nicht ausdrücklich betonen.  
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Anti Lemming:

Dollar und US-Tech-Aktien dürften steigen

 
21.05.06 13:10
beim Dollar und bei US-Tech-Aktien sind wir ja einer Meinung. In meinem Dollar-Long-Thread nenne ich ebenfalls die Kaufpreisparität als Kursziel.

Die Rotation von Energie-/Rohstoff-Aktien in Technologiewerte halte ich auch für plausibel.

An US-Tech-Aktien habe ich Donnerstag und Freitag gekauft: Intel zu 18,66 USD, Nachkauf Freitag zu 17,85 (vorbörslich). Microsoft zu 23 USD, dazu noch Pfizer (KGV 11, siehe mein Pfizer-Thread) zu 23,80 USD und Boston Scientific (KGV 13, medizinische Geräte) zu 20,20 USD.

Intel und MSFT haben KGVs von 15 und 16, was für die beiden Weltmarktführer historisch sehr billig ist (selbst unter dem Aspekt, dass die MK bei beiden groß ist und Wachstum daher begrenzt). Intel steht vor einer Trendumkehr (siehe mein Intel-Thread), da gute neue Prozessoren (Core-Serie) kommen, die AMD das fürchten lehren werden. MSFT wird von der Vista-Einführung profitieren.

Dollars habe ich im November 2004 zu 1,3450 gekauft, dann letzten Sommer zu 1,22 verkauft. Jetzt bin ich mit durchschnittlichem EK von 1,26 wieder long Dollar (Cash).

Die steigenden US-Zinsen machen mir allerdings Sorgen - nicht wegen des Dollars, der davon eher profitiert, sondern in Bezug auf US-Aktien. Ich werde daher genau beobachten, ob die nach dem jüngsten Abverkauf für nächste Woche erwartete Erholung mehr ist als nur eine technische Korrektur.
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Libuda:

Hedge-Contrarian sein macht reich

 
30.05.06 13:54
insbesondere bei Rücksetzern in Aufwärtsbewegungen mit nachwievor extrem niedriger Bewertung.

Bei Rücksetzern wirkt sich ein Konstruktionsmerkmal von Hedge-Funds negativ aus: Durch ihre hohe Kreditfinanzierung müssen sie bei sinkenden Kursen die Notbremse ziehen, auch wenn die Fundamentals dagegen sprechen. Die dadurch entstehenden günstige Einstiegskurse sollte man ausnutzen.

Das Geschwätz, dass ein derartiger Kurseinbruch fatale Folgen habe, ist nichts anderes als Geschwätz von Armleuchtern, die glauben mit Stopp-Loss-Marken reich zu werden. Viele von diesen Dummbeuteln sind nämlich seit dem Frühjahr 2003 immer noch nicht drin. Rationales Handeln heisst momentan: Höhere Risiken eingehen und die letzte vorhandene Liquidität mit Käufen bis auf den letzten Tropfen investieren.
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Libuda:

Übersehen oder gezielt ignoriert

 
02.07.06 08:01
wird auch von vielen Dummbeuteln aus den volkswirtschaftlichen Abteilungen der Banken eine der wichtigsten Meldung der letzten Jahre:

"Amerikas Defizit wird kleiner

18. Juni Das Wirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten hat mitgeteilt, dass das Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal dieses Jahres 208,7 Milliarden Dollar betragen hat. Das sind 14,4 Milliarden weniger als im vierten Quartal 2005. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt, habe sich das Defizit von 7 auf 6,4 Prozent verringert, hieß. Der Warenexport habe schneller zugelegt als der Import."


Die im letzten Satz enthaltene Entwicklung läuft mengenmäßig jetzt schon Jahre, die wertmäßige Entwicklung, die dann nach einem gewissen Zeitraum folgt, hatte sich durch den Anstieg der Rohstoffpreise verzögert. Diese Dummbeutel in den volkswirtschaftlichen Abteilungen, die permanent die Welt untergehen sehen, sind zu blöd auch nur simpelste und elementare außenhandelstheoretische Elemente in ihrer Analyse zu berücksichtigen, hier die Elastizitätswirkungen. Entgegen der Annahmen dieser Dummbeutel erhöht nämlich eine Abwertung des Dollar zunächst einmal das Handelbilanzdefizit in Dollar gerechnet, da die Abnahme der Einfuhrmengen von einer Steigerung der Einfuhrpreise, in Dollar gerechnet, überkompensiert wird. Erst wenn der Mengeneffekt sinkender Einfuhren größer ist als der Preiseffekt, geht auch die wertmäßige Einfuhr zurück bzw. steigt langsamer als die Ausfuhr. Diesmal war der Zeitraum zwischen dem mengenmäßigen und dem wertmäßigen Rückgang sehr lang - verursacht vor allem durch den enormen Anstieg der Rohstoffpreise.

Sinken die Rohstoffpreise, wovon auszugehen ist, kann das Ausmaß der Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits geradezu dramatische Formen annehmen. Um das zu verhindern, könnten wir in durchaus absehbarer Zeit unter 1,10 laufen und in Übertreibungsphasen bis unter die Parität. Denn eins sollte auch klar sein: Die Welt kann ohne ein Leistungsbilanzdefizit der USA gar nicht klarkommen, solange der Dollar Leitwährung ist, denn zur Abwicklung des Handels- und der Finanztransaktionen braucht man eine zunehmende Menge Dollar, die durch Leistungsbilanzdefizite entsteht - die internationale Liquidität.

Oder will jemand behaupten, dass die Verflechtung der Weltwirtschaft und der der damit einhergehende Handel in den nächsten Jahren abnehme?

Leider wird in Deutschland einem der größten Dummbeutel und gezieltem Anlegerverarscher eine neue Plattform geboten: einem gewissen Stephen Roach von Morgan Stanley - eine der größten Scharlatane, die je von einer US-Bank beschäftigt wurden und der seit 2003 zum Schaden seiner Leser und der Kunden seiner Bank den Weltuntergang verkündet. Er ersetzt ausgerechnet den mit Abstand besten Bankvolkswirten der Welt, John Lipsky von J.P. Morgan, der inzwischen Vizepräsident beim IWF oder der Weltbank ist (welche Institution weiss ich nicht genau). Eigentlich müsste das Bafin dem Handelsblatt an den Tagen, an denen Stephen Roach dort Kommentare schreibt, die Auflage machen, dass auf der Titelseite dick und fett folgender Warnhinweis steht. "Das Lesen unserer heutigen Ausgabe kann Ihr Vermögen vernichten und sie können eine ganz arme Sau werden."
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