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Der USA Bären-Thread


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Anti Lemming:

China: Pleiten ebenfalls unter Staatslenkung?

 
28.05.16 21:48
aus Weltartikel in # 251

....Auch Chinas Parteispitze scheint nun umzudenken. Anfang der Woche erschien auf der Titelseite des Parteiorgans "Volkszeitung" ein langes Interview mit einem namentlich nicht genannten "autoritativen" Vertreter zur Wirtschaftslage. Er kündigte an, dass Peking künstlich gepushtes Wirtschaftswachstum auf Pump nicht mehr erlauben werde. Das sei so sinnlos, wie einen "Baum in der Luft wachsen zu lassen". Nicht mehr überlebensfähige Zombie-Unternehmen würden "abgestillt und vom Tropf genommen".* Einige Regionen werde das "schmerzhaft treffen". Doch Peking habe keine Wahl. Wenn es so weitermache wie bisher, werde es noch mehr Schulden anhäufen und die Finanzkrise verschärfen. "Am Ende würde auch die Bevölkerung ihr Erspartes verlieren."

A.L.:

* Da es keinen Markt gibt in der Planwirtschaft, kann nur der Staat den Konkurs eines Staatsunternehmens "beschließen". Die perfekte Kapitalismus-Simulation ;-)
Antworten
Armitage:

Goldman Sachs: Trend-Wende beim Ölpreis

4
28.05.16 22:01
Goldman Sachs ruft die Trend-Wende beim Ölpreis aus

deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...beim-oelpreis-aus/

"Zu den Vertretern dieser Theorie gehört die Großbank Goldman Sachs. In einem kürzlich erschienenen Report schreibt sie, dass die globale Nachfrage das Angebot im Mai sogar überstiegen habe – ein Quartal früher als erwartet. „Die Entwicklung hin zu einem physischen Gleichgewicht hat endlich begonnen“, heißt es in dem Report. Die Prognose für Öl der Sorte WTI hat die Bank für das laufende Jahr von 38,40 Dollar auf 44,60 Dollar pro Barrel (159 Liter) angehoben, wie Bloomberg schreibt."

Schautr Euch den letzten Zacken der Large-Kurve an:
GS fährt die Longs zurück und predigt steigende Preise...

Einige Faktoren sprechen jedoch auch weiterhin für tiefe Preisniveaus:
(1) Ankündigung Saudi-Arabiens, die Förderung kurzfristig hochfahren.
(2) Exorbitant hohen weltweiten Lagerbestände.
(3) Rückläufige Nachfrage aus China

(Verkleinert auf 87%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 916776
Antworten
alisupero:

Also alle Banken schauen nicht weg in China

 
29.05.16 07:41
Es hat also schon begonnen! Wenn soetwas schon eine Bank schreibt. Wir sollten uns warm anziehen oder nicht?

MFG
Antworten
Anti Lemming:

Kritik an TTIP

 
29.05.16 14:50
Für mich ist das geplante TTIP-Abkommen eine weiter neoliberale Brechstange zur "Finanzialisierung" allen Weltgeschehens. Wohin diese Finanzialisierung führte, sahen wir 2008.

www.ariva.de/forum/...-Verteilungsfrage-472111?page=2202#jumppos55061
Antworten
Anti Lemming:

# 254

2
29.05.16 15:25
Mich würde nicht wundern, wenn Wall Street (speziell Goldman) die Ölpreisanstiege seit den Februar-Tiefs wieder einmal dazu missbrauchen würde, um eine neue, fundamental widersinnige Aufwärtsspirale beim Ölpreis zu loszutreten - wie zuletzt 2007/2008..

Die Methode funktioniert so: Wall Streets Investmentbanken zeigen Firmen, die viel Öl benötigen (z. B. Luftfahrtgesellschaften), die seit Februar steil angestiegenen Ölpreis-Charts. Die Anstiege "begründen" sie mit Behauptungen, die Lagerbestände seien rückläufig (klare Lüge, Lager in Cushings laufen über) und gleichzeitig würde die Nachfrage wieder deutlich steigen. So wird (wie 2008 mit Oil Peak) ein scheinbarer Sachzwang zur Absicherung in den Raum gestellt.

Motto: "Wenn Sie sich jetzt nicht das Öl zum noch günstigen Preis von 50 Dollar sichern, müssen Sie im Dezember 80 Dollar bezahlen."

Zur Untermauerung legt Wall Street hauseigene Sell-Side-Analysen vor, die im Prinzip nichts anderes sind als charttechnische Strichverlängerungen, garniert mit pseudo-fundamentalen und teils verlogenem Beiwerk.

Da die Profitabilität von Airlines stark am Ölpreis hängt und der Chart von Tag zu Tag steigt - Goldman und Co. erzeugen und nutzen hier geschickt das Momentum -, bleibt den Luftfahrtgesellschaften nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und die Absicherungen letztlich von Wall Street zu kaufen.

Damit aber wird das Ganze zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: Die Absicherungsgeschäfte der Firmen führen nämlich (via Investmentbanken) zum Kauf von Futures mit Fälligkeit zum jeweiligen Termin. Damit wird das Aufwärtsmomentum beim Ölpreis in Gang gehalten, was zugleich die Glaubwürdigkeit" der verlogenen Sell-Side-Analysen erhöht.

Wie üblich "versichert" Wall Street die Ölpreis-sensitiven Firmen gegen Ölpreis-Anstiege, die ohne Wall Streets manipulativen Machenschaften am Terminmarkt überhaupt nicht auftreten würden.

Volcker hatte solche Geschäfte 2009 verbieten wollen. Doch Obama hat sich von der Wall-Street-Lobby zu einem "weiter wie bisher" weichklopfen lassen. Hillary Clinton dürfte in Obamas Fußstapfen treten.

Mit TTIP erhält das Wall-Street-Geschacher sogar eine noch höhere Brisanz (Link in # 256).

Seit 2. März 2016 - d.h. seit fast vier Monaten! - listet Bigcharts (= CBS Marketwatch) die unten gezeigte, offenbar als Bären-Köder lancierte "News" stets unverrückbar an erste Stelle. Denn Öl-Bären arbeiten den Goldman-Schacherern in die Hände. Niemand kauft zuverlässiger als ein gesqueezter gehebelter Bär.

bigcharts.marketwatch.com

Das im Screenshot von mir grün unterstrichene (Pseudo-)Argument wird natürlich hinfällig, wenn Wall Street den Öl-Preis wieder auf +60 Dollar treibt. Dann arbeiten nämlich auch die US-Fracker wieder profitabel. Folge: Flüssiggas kann nach Osteuropa und Griechenland geliefert werden, um den Russen Marktanteile abzunehmen. US-Geostrategie ist daher ebenfalls mit im Spiel.

Antworten
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#123256

gnomon:

#258 ÖL

 
29.05.16 16:30
Du meinst Lufthansa fragt Goldmann wann sie Öl kaufen soll?
Antworten
Anti Lemming:

Nein

 
29.05.16 17:16
Goldman warnt Lufthansa, jetzt (auf Termin im Dezember) zu kaufen, weil Öl zurzeit "noch" billig sei, im Dezember jedoch gemäß Goldman-Prognose wesentlich teurer.

So wird Konsum aus der Zukunft in die Gegenwart verlagert. Das Schneeballsystem geht solange gut, bis es bricht. Von Juli 2008 bis Dez. 2008 fiel US-Öl von 147 auf 35 Dollar.

Lufthansa hatte sich damals im Sommer das teure Öl auf Termin gesichert. LH hätte daher im Dez. zu Konditionen höher als am ATH im Juli kaufen müssen.

Doch Lufthansa hatte damals Glück im Unglück. Die Absicherung erfolgte bei Lehman. Und Lehman ging bekanntlich im Herbst 2008 pleite. Damit wurden auch die "Absicherungs"-Verträge hinfällig, und LH konnte wider Erwarten im Herbst supergünstig tanken (am Spotmarkt).
Antworten
Armitage:

zu "oben"

2
29.05.16 17:20
Was AL hier schreibt, ist im Prinzip richtig - aber er sieht es durch seine Bärenbrille - aber die Player bei Öl, bei Gold sind auch nicht blöd, die haben auch Spezialisten, die vielleicht noch schlauer sind, als die Regenmacher bei GS.

Und natürlich geht ein Comm wie Goldcorp um mal über Gold zu sprechen, nicht shorter, nur weil ein Vogel von GS ihm das erzählt hat. Ich denke, dass diese sich genau überlegen, wann sie sich wie positionieren - und irgendwer - hier mal GS - gibt ja noch anderer bietet gegen Geld die notwendige Gegenposition. GS kann sich dann überlegen, wie sie sich positionieren, ob sie Risiken eingehen, oder Risiken weiterreichen.

Es ist also kein Spiel der übermächtigen GS als der dunklen Macht, gegenüber reinen und feinen Rohstoffmultis.

Wenn man denn will, kann man sich den Disaggregated Commitments of Traders Report ansehen; dort sind die Swap-Leute aus der Comm-Gruppe rausgenommen. Also nur noch die Producer/Merchant/Processor/User…

Letztlich gibt es immer wieder Zeitpunkte, an der die Netto-Positionierung einer Gruppe signifikant ist. Und dann kann man seine Schlüsse daraus ziehen.

Ich glaube nicht an die allmächtige Firma GS - sondern die gehen Deals auf Augenhöhe ein - und sie hoffen das Risiko wegzuschieben oder aber aus dem Spiel rechtzeitig auszusteigen.

Jetzt mal in Tradition des Situativen Ansatzes zurück zum Bild.
Extrema der Positionen bedeutet eine Richtungsänderung der Preiskurve.

Interessant wenn man sich den klassischen und den disaggregated Report ansieht - die Swappies machen das Geschäft. Die Producer verkaufen nur träge das, was aus dem Boden hochkommt…
Bei Gold sieht das ganz anders aus - den Quatsch kann man halt doch für wenig Geld lagern...
(Verkleinert auf 97%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 916879
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Anti Lemming:

Quelle zu # 260

 
29.05.16 17:24
New York Times, 13. Nov. 2008

www.nytimes.com/2008/11/13/business/worldbusiness/....4.17803639.html

LONDON — Major European airlines are deciding not to seek new fuel hedging agreements for next year because the global credit crisis and the collapse of Lehman Brothers have raised the cost of such deals.

British Airways, Ryanair and Lufthansa have said their hedging deals will be significantly reduced in the new year, ceding the opportunity to lock in fuel prices that have fallen to 22-month lows.

Oil has come down from highs of $147 a barrel in June to around $55, leaving current airline hedging policies for the price of oil at around $90 looking well out of date.

Analysts and airlines have said that it is far harder and more expensive to make new hedging deals with banks during the credit crisis, especially after the collapse of Lehman Brothers, a big player in the market.

In releasing its third-quarter results late last month, Lufthansa said that its hedging for the current year had been cut to 72 percent from 85 percent of its total fuel bill as a result of the loss of a contract with Lehman Brothers....
Antworten
Armitage:

Tja - das dumme deutsche Geld...

 
29.05.16 17:32
Antworten
gnomon:

@AL ÖL #254(2)

2
29.05.16 17:37
Zustimmung, dass Investmentbanken wie GS viel Unsinn prognostizieren, je nachdem wie es ihnen im Hinblick au ihre jeweiligen Eigenpositionen zuträglich erscheint. Allerdings erscheinen mir eine Reihe der angesprochenen Punkte in #254(2) gelinde gesagt nicht schlüssig.

-1)warum sprichst Du mehrfach von Wall Street, wo doch alle Öl-Future Kontrakte an der NYMEX gehandelt werden, und die ist in  300 Vesey Street NY angesiedelt?

-2)Warum funktioniert Das Wall-Street-Geschacher am besten im Cantango?

-3)Wie kann GS ( oder sonst irgend jemand auf der Welt) zum aktuellen Spotpreis Öl physisch oder Future short verkaufen?

-4)Wieso muss der Kunde im Dec zu $60 noch einmal Öl kaufen, wo er diesen Termin doch schon jetzt gekauft hat? Kann es sein dass der Begriff "kaufen" hier nicht passt und es stattdessen "übernehmen" heissen sollte?

-5)Wieso kann GS die Diferenz zwischen aktuellem Termin- und Spotpreis (im obigen Beispiel 10 Dollar pro Future) sofort als RISIKOFREIEN Gewinn in die Tasche stecken?

-6) In welch bedauernswerter Position befindet sich GS, wenn sie zu $50 spot short gegangen sind, und gleichzeitig dem Kunden  zu $60 Dec. verkauft haben, sie somit 2x short sind?

-7) Wie kommst Du zu der Annahme, dass der vom Kunden mit GS geschlossener Vertrag,
bei Fälligkeit im Dec. möglicherweise günstig oder ungünstig für den Kunden erscheinen kann, wo der Kunde das Geschäft doch explizit zu Absicherungszwecken geschlossen hat, was bedeutet, dass ihn der aktuelle spot kurs im Dec. nicht mehr zu interessieren hat.?

Falls Interesse besteht, könnte ich bei der Beantwortung o.a. Fragen gerne assistieren.




Antworten
gnomon:

@AL Lufthansa

 
29.05.16 18:22
"Lehman ging bekanntlich im Herbst 2008 pleite. Damit wurden auch die "Absicherungs"-Verträge hinfällig, und LH konnte wider Erwarten im Herbst supergünstig tanken (am Spotmarkt)."

Hat LH etwa den Kokursverwalter bestochen, weil üblicherweise werden solche Kontrakte in jedem Fall exekutiert, im Sinne des Gläubigerschutzes.
Antworten
Anti Lemming:

Antworten

 
29.05.16 18:28
Du hast Recht, mir sind einige Ungenauigkeiten unterlaufen. Ich stelle das im folgenden durch Beantwortung deiner Fragen richtig:

1) "Wall Street" ist ein hier im Thread (und anderswo) verwendetes Synonym für "Wall-Street-Investmentbanken". Diese kaufen oder verkaufen Futures weltweit. Dein Einwand ist daher Korinthenkackerei.

2)Im Contango ist die Preiskurve der Futures nach oben gerichtet. Je ferner in der Zukunft, desto teurer ist der Kontrakt. Der risikofreie Arbitragegewinn kommt zustande, indem Goldman (oder sonstwer) mit dem Kunden einen Vertrag abschließt, der diesen verpflichtet, am Termin (z. B. im Dez.) das Öl zum jetzt für Dez. vom Markt veranschlagten Future-Preis zu kaufen.

Damit hat Goldman die Sicherheit, das Öl im Dez. zum Preis von 60 Dollar an den Absicherungskunden losschlagen zu können. Dieser muss es per Vertrag zu 60 Dollar abnehmen, egal wie teuer Öl dann am Spotmarkt ist.

Damit das Ganze ein risikofreies Arbitragegeschäft wird, kauft Goldman jetzt schon am Spotmarkt zu 50 Dollar. Bei Fälligkeit im Dez. liefert Goldman physisch, und der Abnahmepreis von 60 Dollar ist jetzt schon in trockenen Tüchern.

Folglich sind die 10 Dollar Differenz risikofreier Arbitragegewinn.

3) Hier ist deine Kritik m. E. korrekt. Am Spotmarkt kann man im Prinzip nur physisch kaufen. Es wird an den Börsen allerdings ca. 100 Mal so viel Öl gehandelt, wie wirklich existiert.

Bei physischem Kauf lagert Goldman das Öl in alten Tankern ein, die irgendwo im Meer bis Dezember vor sich hindümpeln. Das ist 2008 im großen Stil praktiziert worden. Auch aktuell liegt eine riesige Zahl von Öl-gefüllten Tankern auf Halde und gefährdet die Umwelt. Physische Metalle lagert Goldman in speziellen Lagerhäusern ein, davon gibt es Hunderte weltweit.

4) Der Absicherungskunde hat das Öl, das er im Dezember erhält, per Vertrag zwar jetzt schon gekauft. Er muss aber nur einen kleinen Teil des Kaufpreises sofort bezahlen, den Rest bei Fälligkeit.

5) Das Arbitragegeschäft ist für Goldman RISIKOFREI, weil Goldman - als Hedge gegen den Absicherungsvertrag - zum aktuellen Spotpreis Öl physisch kauft und dieses einlagert. Der Kunde zahlt im Dezember garantiert 60 Dollar (abzgl. "Anzahlung"). Von den 10 Dollar Reingewinn muss Goldman noch die Kosten für die Lagerung abziehen. Faktisch wird aber nur ein kleiner Teil der vorausverkauften Ölmenge physisch eingelagert. Es gibt auch noch andere Hedging-Strategien.

6) Hier hast Du Recht, die Aussage von mir ist unzutreffend. Goldman hat das Öl entweder physisch am Spotmarkt gekauft (was ein Long ist) oder in einem vergleichbaren Ersatzkonstrukt. Fällt der Öl-Preis "wider Erwarten" auf 20 Dollar, macht Goldman mit der physischen Position keine Verluste, da der Kunde das Öl ja bereits zu 60 Dollar im Voraus auf Termin gekauft hat und dann auch physisch zu dem Kurs abnehmen muss.

7) Der Kunde kann nach Gehirnwäsche der Goldman-Analysten zu der Annahme kommen, das Öl im Dezember am Spotmarkt tatsächlich 75 Dollar kosten wird. Kauft er es (via "Anzahlung") bereits jetzt bei Goldman auf Termin zu 60 Dollar, dann macht er - unter obiger Annahme - einen Gewinn. Er spart 15 Dollar Differenz. Goldman verdient ebenfalls 10 Dollar. Die sind immer drin, egal wie sich der Spotpreis entwickelt.

Sollte Öl jedoch hingegen bis dahin deutlich fallen (wie im zweiten Halbjahr 2008), dann macht der Kunde einen großen Verlust. Er muss Goldman das Öl zu 60 Dollar abnehmen, auch wenn es im Dezember nur 35 Dollar kostet. In dem Fall verliert der Absicherungskunde 25 Dollar. Der o. g. Arbitragegewinn von 10 Dollar für Goldman bleibt jedoch erhalten.

Solche Verluste haben Absicherungskunden 2008/2009 im großen Stil erlitten (außer sie hatten das Glück, bei Lehman abgesichert zu sein).




Beispiel: Öl notiert aktuell am Spotmarkt für 50 Dollar. Die Dezember-Futures kosten 60 Dollar.




die Futures im Kundenauftrag long kauft und am Spotmarkt gleichzeitig die äquivalente Menge physisch einkauft.
Antworten
Anti Lemming:

Korrigierte Version von # 258

 
29.05.16 18:55
(Die Korrekturen hab ich kursiv hervorgehoben. Morgen werde ich # 258 wegen der Fehler löschen lassen. Bis dahin bleibt die alte Version noch für Vergleiche stehen).

-----------------------------

Armitage schreibt in der Bildunterschrift "Das ist die Position von Goldman Sachs".

Ist das wirklich so? Ich habe da meine Zweifel.

Das Geschacher der Wall-Street-Banker funktioniert am besten im Cantango. Dann ist Öl auf Termin (z. B. Lieferung im Dez.) teurer als aktuell am Spotmarkt.

Die vom Ölpreis abhängigen Firmen (= Commercials wie Lufthansa) werden durch die Preisanstiegs-"Propaganda" von Wall Street/Goldman (= large Specs), die auch über Bloomberg flächendeckend in die Hirne gehämmert wird (link in # 254), zu den Absicherungsgeschäften genötigt.

Bei Abschluss eines solchen Absicherungs-Vertrags kauft Goldman Öl zum aktuellen Spotpreis von 50 Dollar am Spotmarkt (physisch oder in einer äquivalenten Position). Via Vertrag verlangt Goldman für die physische Lieferung im Dezember vom Kunden 60 Dollar, wobei ein Teil im Voraus zu zahlen ist. Der Kunde wird durch die Absicherung verpflichtet, Öl im Dezember zu 60 Dollar (abzgl. "Anzahlung") abzunehmen, egal wo der Preis dann tatsächlich steht.

- Das kann für den Kunden vorteilhaft sein, wenn der Ölpreis dann tatsächlich über 60 Dollar notiert. Würde er bei 80 Dollar liegen, hätte der Kunde 20 Dollar gespart.

- Nachteilig hingegen wird das Geschäft für den Kunden, wenn der Preis dann bei sagen wir nur 35 Dollar steht. Er muss dann gemäß Absicherungsvertrag das Öl zwingend zu 60 Dollar abnehmen - verliert also 25 Dollar.

Um die Kunden zur Absicherung zu nötigen, muss Goldman möglichst hohe Kursziele für Dezember nennen. Behaupten also die Goldman-Analysten scheinheilig, dass Öl dann ihren Prognosen zufolge 75 Dollar kosten werde, dann würde der Absicherungskunde - wenn er Öl "via Goldman" zum jetzigen Dezember-Future-Kurs von 60 Dollar kauft - im Dezember 15 Dollar sparen.

Goldman hingegen kann die 10 Dollar Differenz zwischen aktuellem Terminpreis (60 Dollar) und aktuellen Spotpreis (50 Dollar) in jedem Fall als RISIKOFREIEN Gewinn in die eigene Tasche stecken. Somit trägt das Risiko faktisch allein die sich absichernde Firma.

Die Goldmänner selbst erleiden selbst bei einem Öl-Absturz auf 20 Dollar keine Verluste, weil sie das für 50 Dollar gekaufte Spot-Öl, das sie als Hedge (z. B. in Tankern gelagert) halten, in jedem Fall für 60 Dollar an den Absicherungskunden loswerden. [Auslassung] Ein Restrisiko besteht darin, dass der Kunde bis dahin pleite geht.Da an der Terminbörsen rund 100 Mal so viel Öl gehandelt wird, wie physisch verbraucht wird, sind 99 % der Trades in "Papieröl".

Das Geschäft lässt sich von Goldman nur "in Gang halten", wenn glaubhafte Behauptungen bezüglich Ölpreis-Entwicklungen aufgestellt werden, weil nur dann die Firmen in die Absicherungsgeschäfte gelockt werden können.
Antworten
Anti Lemming:

# 265

 
29.05.16 19:08
Die Absicherung war ein privater Vertrag zwischen Lufthansa und Lehman. Normalerweise wird nur ein Teil der Absicherungssumme im Voraus verlangt. Mit der Pleite von Lehman wurde dieser private Vertrag hinfällig.

Aus dem gleichen Grund haben Anleger, die z. B. DAX-Zertifikate (= Inhaberschuldverschreibungen) von Lehman gekauft hatten, mit der Lehman-Pleite einen Totalverlust erlitten, obwohl der DAX natürlich auch weiterhin existierte.

Lehman verschwand von der Bildfläche. Daher gab es für Lufthansa in den Fälligkeitsmonaten trotz Absicherungsvertrag keine physischen Lieferungen mehr. Etwaiges von Lehman als Hedge gehaltenes physisches Öl sowie Future-Positionen  wurden liquidiert und die Erträge/Verluste daraus der Konkursmasse zugeschlagen. Lufthansa hat allerdings bezüglich der Vorauszahlungen an Lehman einen Totalverlust erlitten. Wie hoch diese prozentual waren, ist mir nicht bekannt.
Antworten
Anti Lemming:

noch zu # 265

 
29.05.16 19:31
gnomon: "Hat LH etwa den Konkursverwalter bestochen, weil üblicherweise werden solche Kontrakte in jedem Fall exekutiert, im Sinne des Gläubigerschutzes.!"

Gemäß dem NYT-Artikel in # 262 sind infolge der Lehman-Pleite die Absicherungspositionen von Lufthansa von zuvor 85 % auf 72 % gefallen (unten). LH hatte die Ölpreis-Absicherung offenbar bei mehreren Investmentbanken betrieben.

Folglich kann es auch keine nachträgliche, von irgendeinem Konkursverwalter veranlasste "Exekutierung der Kontrakte" (aus den Lehman-Verträgen) mehr gegeben haben, denn sonst wäre die Quote nach der Lehman-Pleite nicht au f72 % gefallen. D.h. der auf Lehman entfallende Anteil der Absicherungen hat sich in Luft aufgelöst, wie von mir bereits im letzten Posting beschrieben.

NYT:

...In releasing its third-quarter results late last month, Lufthansa said that its hedging for the current year had been cut to 72 percent from 85 percent of its total fuel bill as a result of the loss of a contract with Lehman Brothers....

Antworten
gnomon:

@AL Contango

 
29.05.16 19:32
Danke für die Antworten, aber warum nennst Du ein grundseriöses Handelsgeschäft mit Bezug auf die wohl wichtigste Funktion der  Börsenterminmärkte, nämlich das Hedging, abwertend "schachern"?

Betreffend  "der risikofreie Differenzgewinn von $10", kann diesen GS tatsächlich einstecken? Ich möchte das bezweifeln, zum einen weil es theoretisch möglich ist, dass der Kunde pleite geht und die Anzahlung (margin) bei einem plötzlichen und signifikanten Kursverfall nicht ausreicht um den Verlust zu decken (also nicht risikolos), zum anderen, weil die 10$ oder was auch immer Contango oft nicht reichen Lagerkosten, Zinsen, Versicherung, Buy/Sell  spreads und Brokerspesen abzudecken. Bei dieser Gelegenheit wäre noch anzumerken, dass das Contango die Summe aus letztgenannten Kosten grundsätzlich nicht wesentlich, und wenn überhaupt, dann nur kurzfristig, überschreiten kann. Anderenfalls Arbitrageure binnen Sekunden einschreiten würden. Deshalb denke ich, dass die 10$ risikofreier Gewinn, de facto eine Illusion ist. GS lebt von der Kommission, egal ob maximales Contango, Null Contango, oder Backwardation. Aufpreise/Abschläge betreffen ausschliesslich den Kunden. Zur Backwardation wäre noch anzumerken, obwohl ich sicher bin dass das hier jedem geläufig ist, das diese in ihrer allfälligen Höhe unlimitiert ist. Das gilt für alle Commodities, nicht aber für Devisen. Hier sind Termindifferenzen ausschliesslich durch die Zinsdifferenzen der jeweiligen Währungspaare bestimmt.
 
Antworten
Anti Lemming:

Es ist Schachern

 
29.05.16 19:52
weil die Preisanstiege (bei Öl/Rohstoffen) ohne die Absicherungsgeschäfte gar nicht in dem Ausmaß stattfinden würden. Daher sind die Absicherungsgeschäfte SELBER schon ein Preistreiber.

Schachern ist es auch insofern, als die Goldman-Analysten utopisch hohe Kursziele für die Zukunft nennen (vermutlich wider besseres Wissen), weil nur dann den Kunden die Absicherungsgeschäfte aufgenötigt werden können.

Dass Kunden pleite gehen können, ist möglich, bei Lufthansa aber ziemlich unwahrscheinlich. Hatte ich auch oben schon als (minimalen) Risikofaktor angeführt. Auch Banken, die 14 % Dispokredit von verarmten Rentnern verlangen, machen damit unterm Strich einen Gewinn, obwohl es natürlich Ausfälle gibt.

Deine Idee, dass der Contango die tatsächlichen Hedgeing- und Lagerkosten widerspiegelt, ist eine Illusion aus der Zeit, als Ökonomen noch an perfekt funktionierende Märkte mit ausschließlich zweckrational agierenden "eigeninteressierten Nutzenmaximierern"  glaubten. Sprich: Ökonomie aus dem letzten Jahrhundert.

Das heutige Börsengeschehen ist größtenteils spekulative Blasen-Treiberei euphorisch-irrationaler Marktteilnehmer (inkl. Investmentbanker), die mit ihrem Geschacher dementsprechend auch 2008 die Finanzkatastrophe ausgelöst haben - und mMn in nicht allzu ferner Zukunft sogar einen noch größeren Crash auslösen werden.
Antworten
gnomon:

Goldmann

 
29.05.16 19:58
Ein mächtiges Haus, aber der einzelne Trader ist nicht viel höher einzuschätzen als der Groupier im Casino, ein besserer Befehlsempfänger, der keine Ahnung hat warum der Kunde eine Order platziert, ob er hedged oder spekuliert, und der schon gar nicht berufen wäre den Kunden in diesem Fall Grosskunzerne, Empfehlungen für deren Riskmanagement zu geben. Die Leute sitzen in Vorstandsetagen, sind Topprofis und hören sich von den GS Buben bestenfalls die neuesten Witze an. Die in Analysten- und Medienkooperation verbreiteten Prognosephantastereien, und das betrifft mmn alle Investmentbanken, können möglicherweise Millionen Kleinanleger in die Irre führen, aber sicher keinen rohstoffverbrauchenden Konzern. Nicht zuletzt wird sich GS auch um die Abwicklung der korrespondierenden Devisenhedgingkontrakte des Kunden kümmern dürfen,  wenn sie brav sind und die Konditionen stimmen.  Wenn es überhaupt einen Informations,- oder Meinungsaustausch betreffend Marktlage geben sollte, dann erfolgt ein solcher in jedem Fall vom Kunden zur Bank und nicht umgekehrt. Die GS Juppies rufen regelmässig bei den Kunden an, um relevante Marktdaten zu erfragen.
Antworten
Anti Lemming:

vergessener Grafikanhang zu # 257

 
29.05.16 20:00
(Verkleinert auf 75%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 916916
Antworten
Anti Lemming:

# 272 - hier der Gegenbeweis

 
29.05.16 20:11
gnomon: "Die in Analysten- und Medienkooperation verbreiteten Prognosephantastereien, und das betrifft mmn alle Investmentbanken, können möglicherweise Millionen Kleinanleger in die Irre führen, aber sicher keinen rohstoffverbrauchenden Konzern."

Wenn deine Topp-Profis bei Lufthansa so schlau sind, warum hat sich Lufthansa dann im Sommer 2008 bei Ölpreisen über 140 Dollar diesen scheinbar so günstigen Preis per Hedge "gesichert"?

Und warum erfolgte diese Absicherung (teilweise) bei Lehman, dem größten Wackelkandidaten unter den Investmentbanken? Die Bear-Sterns-Pleite vom März 2008 war ja schon ein Warnsignal.

Tatsächlich führten die "Absicherungsgeschäfte" im Sommer 2008 dazu, dass Lufthansa im Herbst Öl zu im Schnitt 91 Dollar abnehmen musste (NYT-Artikel in # 262). Faktisch (spot) kostete Öl im Herbst 2008 aber nur 55 Dollar und zur Jahreswende 2008/2009 nur noch 35 Dollar. D.h. durch die Voraus-Käufe bzw. durch die "Absicherung" gab es für Lufthansa Verluste von bis zu 56 Dollar pro Barrel.

Warum haben deine "Topp-Profis" in den Vorstandetagen dies nicht im Voraus gesehen, wenn sie so durchblicken, wie du glaubst?
Antworten
Armitage:

Unsinn

 
29.05.16 20:23
Die Lufthansa ist eine Firma, die bereits heute Vergangenheit ist, eine Firma, die bereits heute verloren ist. Denen traue ich alles zu - auch schlechte Rohstoffspezialisten - das dumme deutsche Geld eben.

Aus einer Ausprägung auf den Zustand der Gesamtmenge zu schließen, ist wissenschaftlich etwas dünn...

Aber wenn ich auf die Produzentenseite schaue - Imagold, Rio Tinto, Shell, denke ich, dass da erheblich mehr Kompetenz vorhanden ist, als in einem Großraumbüro auf Manhattan.

Antworten
gnomon:

@Al #271

2
29.05.16 20:27
--"Absicherungsgeschäfte ein Preistreiber", bitte um Verzeihung das ist wirklich totaler Unsinn, erspare mir bitte die Mühe das hier erklären zu müssen

--Kursziele von GS interessieren niemanden von Rang und Namen.

--Lufthansa nicht peitegehen, Swissair nicht pleitegehen......

-- Das Contango ist limitiert , und zwar ziemlich exact durch die Summe von Lagerkosten, Zinsen, Versicherung, Buy/Sell Spresds, und Brokerspesen. Jede darüber hinausgehende Spanne löst sofort Arbitrage aus, die das Contango wieder auf sein maximales Limit zurücksetzt. Das bedeutet,  für den Fall dass das Contango sein Maximum überschreitet, gigantische Spotkäufe bei gleichzeitig korrespondierendenTerminverkäufen stattfinden, und die Spotmengen durch das "übergrosse" Contango dann sehr wohl mit kleinem Gewinn auf Lager gehalten werden.

Für den Fall dass ich Dich langweile oder Du beratungsresistent sein möchtest, will ich Dich damit nicht weiter belästigen. Es gib nicht selten Fälle von intellektueller Eitelkeit, wo man nach solchem Gedankenaustausch den Eindruck hat "das hätte ich mir sparen können". Für Informationen, die mir zuvor noch nie zur Verfügung gestanden haben, würde ich ohne viel nachzudenken einfach danke sagen. Keinesfalls aber "geh du mit deinen Geschichten aus dem vorigen Jahrhundert".  
Antworten
gnomon:

@AS Arbitrage

 
29.05.16 20:36
habe ungenügend ausgeführt: durch die riesigen Spot Kauf Mengen bei gleichzeitigen korrespondierenden Terminverkäufen erfolgt unmittelbar ein Anstieg der Kassa und gleichzeitig Druck auf den Termin, sodass der Spuk des "übergrossen" Contangos auch sofort wieder vorbei ist. Da kein Risiko besteht und die Marge oft nur im promille bereich liegt, werden gigantische Summen bewegt. Das ist der Grund warum Contango dieses maximale Limit hat.
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