Inflation ist immer und überall ein monetäres Phänomen. Die EZB ist der Monopolist der Geldproduktion. Sie kann jede gewünschte Geldmenge schaffen und in Umlauf bringen. Wenn Inflation, auch höhere Inflation, politisch gewollt ist, kann und wird die Zentralbank dieses Verlangen durchdrücken.
Und dass man im Euroraum der Verlockung des Inflationierens bereits erlegen ist, das zeigt die EZB-Politik unter Hr. Draghi deutlich, denn diese Politik hat damit begonnen, die Euro-Staatsschulden zu monetarisieren. Die EZB kauft dementsprechend Anleihen und bezahlt die Käufe mit neu geschaffenen Euronen. Diese gelangen jetzt in die Hände von Banken, Hedge-Fonds und Investoren aus dem In- und Ausland, denen die EZB ihre Schuldpapiere abkauft. Von der Schaffung neuen Geldes profitieren somit diese Gruppen am meisten, weil sie als erste Zugriff auf das frische Geld haben.
Das frische Geld schafft eine steigende Nachfrage nach Vermögensgegenständen wie zum Beispiel Aktien, Anleihen, Immobilien, Kunstobjekten, etc., und lässt folglich deren Preise steigen, Stichwort hier Vermögenspreisinflation. Es profitieren ergo die Halter dieser Vermögensbestände. Allerdings zum weiteren Nachteil der Geldhalter, denn die Kaufkraft des Geldes schwindet: Für einen Euro erhält man fortan weniger Aktien und Immobilien, etc.
Desweiteren hilft das ultrabillige Geld sprich Nullzins der Notenbanken das Eigenkapital renditesteigernd zu hebeln, Stichwort hier "Leverage".
Ein passables Rechenbeispiel dazu, gefunden in Daniel Stelters BTO-Blog:
Nehmen wir an, Sie könnten sich eine Aktie zu 100 Euro kaufen, die eine sichere Dividende von 10 Euro pro Jahr bezahlt. (Ja, in der heutigen Zeit undenkbar, aber dazu kommen wir gleich!). Setzen Sie für den Kauf nur Eigenkapital ein, erzielen Sie eine Rendite von 10 Prozent. Attraktiver wäre es, sich 100 Euro von der Bank zu leihen und gleich zwei Aktien zu kaufen. Gibt die Bank sich mit fünf Prozent Zinsen zufrieden, gehen 5 Euro an die Bank und 15 Euro bleiben bei Ihnen. Macht 15 Prozent Rendite. In der Praxis dürfte die Bank noch großzügiger sein und sich mit nur 20 Prozent Eigenkapital zufriedengeben. Sie können sich also zu Ihren 100 Euro noch 400 Euro von der Bank leihen und fünf Aktien kaufen. Von den 50 Euro Dividende gingen dann 20 Euro an die Bank (5 Prozent auf 400) und Ihnen blieben 30 Euro! Eine Rendite von dreißig Prozent auf das eingesetzte Eigenkapital.
Nun merken auch andere, was für ein gutes Geschäft das ist und geben sich mit Renditen unter 30 Prozent zufrieden, zahlen also mehr für die Aktie. Steigt der Kurs auf 140 Euro, haben Sie nicht nur einen schönen Kursgewinn erzielt, sondern auch wieder erheblich mehr Eigenkapital. Ihre zur Beleihung zur Verfügung stehende „Margin“ erhöht sich dadurch auf 300 Euro (100 plus 200 Kursgewinne). Zwar ist die Dividendenrendite von 10 auf nur noch 7 Prozent gefallen. Doch liegt sie damit immer noch über dem Zinssatz der Bank. Sie leihen sich weitere 840 Euro und kaufen dazu. Dann haben Sie 11 Aktien im Wert von 1540 Euro und Schulden von 1240 Euro. Die Rendite auf Ihr Eigenkapital von 300 Euro sinkt zwar auf 16 Prozent, der Gesamtüberschuss (Dividende minus Zinsen) wächst allerdings von 30 auf 48 Euro. Es lohnt sich, solange mehr Schulden aufzunehmen, wie die Dividendenrendite über dem Zinssatz der Bank liegt. Man spricht vom Hebeleffekt (Leverage). Folge: die Nachfrage nach dem Vermögensgegenstand nimmt zu und der Preis steigt.
Das ist eines der schlichten Geheimnisse, welches sich hinter der Margin Debt und den steigenden Kurse verbirgt.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!