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Der USA Bären-Thread


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Irland stellt sich taub

9
23.11.10 08:13
EU fordert Zugeständnisse

Irland stellt sich taub

Nach der Rettungsaktion mehren sich die Stimmen aus der EU, die fordern, dass Irland im Gegenzug für die Finanzhilfe aus Europa die Unternehmenssteuer anhebt. Aber Irland lehnt eine Erhöhung strikt ab. Von Druck aus der EU sei diesbezüglich in Dublin auch nichts zu spüren, behauptet Finanzminister Lenihan.

Der irische Finanzminister Brian Lenihan hat eine Erhöhung der irischen Unternehmensteuer-Sätze abgelehnt. Auf die Frage, ob Irland dem Druck der Europäischen Union in dieser Frage nachgeben werde, sagte Lenihan der "Bild"-Zeitung: "Nein, es gibt derzeit keinen direkten oder indirekten Druck wegen unserer Unternehmensteuer-Sätze." Die Mehrheit ausländischer Direktinvestitionen in Irland komme nicht aus EU-Staaten, sagte Lenihan. "Um diese Investments konkurrieren wir nicht mit anderen EU-Staaten, sondern mit dem Fernen Osten."

Lenihan betonte in der "Bild"-Zeitung zudem, dass Irland nicht bankrott sei. "Wir haben 22 Mrd. Euro an Reserven und einen Rentenfonds mit 25 Mrd. Euro", sagte er. Außerdem befinde sich Irland nicht in einer Rezession. "Die angefragte Unterstützung soll zeigen, dass Irland im Falle des Falles über weitere Möglichkeiten verfügt, sich zu finanzieren. Und es könnte gut sein, dass diese Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft werden."

"Alle Schulden werden zurückgezahlt"

Lenihan zeigte sich zuversichtlich, dass Irland alle aufgenommenen Kredite zurückzahlen könne. "Irland ist dankbar für die Hilfe und wird die Kredite zurückzahlen", sagte er. Die irische Handelsbilanz werde 2011 ein kleines Plus aufweisen. Das bedeute, "dass die irische Wirtschaft insgesamt die internationalen Schulden zurückbezahlt".

Irland kämpft mit massiven Haushaltsproblemen, am Sonntag hatte Dublin Hilfen aus dem Rettungsfonds für klamme Euro-Staaten beantragt. Laut Diplomaten sind 80 Mrd. bis 90 Mrd. Euro im Gespräch. Nach den Vorgaben des Euro-Rettungsschirms dürfte ein Teil der Kredite von der EU kommen und ein weiterer vom Internationalen Währungsfonds. Für die EU-Kredite muss unter anderem Deutschland als Bürge gerade stehen. Die Regierung in Dublin geriet wegen ihres Krisenmanagements innenpolitisch unter Druck, am Vortag kündigte Ministerpräsident vorgezogene Neuwahlen an.

Voraussetzung für Neuwahlen sei, dass das Parlament den Haushalt für 2011 verabschiede, sagte Ministerpräsiden Brian Cowen in Dublin. Der werde Kürzungen in Höhe von sechs Mrd. Euro umfassen. Für Mittwoch kündigte er einen Vierjahres-Plan an, der Einsparungen in Höhe von 15 Mrd. Euro umfassen soll.

Voraussetzung für Neuwahlen sei, dass das Parlament den Haushalt für 2011 verabschiede. Der werde Kürzungen in Höhe von sechs Mrd. Euro umfassen. Für Mittwoch kündigte er einen Vierjahres-Plan an, der Einsparungen in Höhe von 15 Mrd. Euro umfassen soll.

Zankapfel Unternehmenssteuer

In Irland ist die Unternehmenssteuer mit 12,5 Prozent im europaweiten Vergleich besonders niedrig - ein großer Anreiz für ausländische Unternehmen, sich anzusiedeln. Das wird von vielen EU-Ländern, darunter auch Deutschland, als unlauterer Vorteil angesehen, der nun abgeschafft werden sollte.

Wir werden mit unseren irischen Freunden über die anstehenden Schritte beraten", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer, am Montag in Brüssel am Rande von Beratungen der EU-Außenminister. "Sie werden sich einem guten Rat nicht verweigern. Deshalb bin ich sicher, dass diese Frage auch mitdiskutiert wird", sagte Hoyer.

Allerdings sind Steuern nationale Angelegenheiten. Der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte dazu denn auch, "es ist Sache der irischen Regierung, über die Einnahmen und Ausgaben selbst zu entscheiden". Rehn sagte aber dem irischen Sender RTE auch: "Irland wird nicht länger eine Niedrigsteuer-Volkswirtschaft sein." Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Körperschaftsteuer oder Unternehmenssteuer sei einer von mehreren Ansatzpunkten, wenn es darum gehe, die Einnahmeseite in Irland zu verbessern.

 

 

Quelle: AFP/dpa

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Anti Lemming:

Permanent - das ist der Preis

4
23.11.10 08:17
für einen David (Irland), der Goliath spielen will. Am Ende kommt er an die Kette.

Mir ging es in obigem Post um die Strukturparallelen der Immo-Krisen in allen angelsächsischen Ländern sowie in Spanien.

Es ist eine unsinnige Wette auf "ewige Preisanstiege" von Betongold, die die Banken jeweils großzügig finanzierten. Als die Hauspreise wider Erwarten zu fallen begannen, weil sie der Tulpenzwiebel-Schwerkraft folgten, gingen erst die Zockerkäufer pleite, dann die Banken als "Zocker 2. Ordnung". Sie mussten anschließend vom Staat ausgebailt werden. Die Massen-Ausbailerei führte nun aber dazu, dass der Staat nolens volens zum "Zocker 3. Ordnung" wurde. Dies führte in kleineren Staaten wie Irland und Dubai bereits zum faktischen (von der EU bzw. Abu Dhabi verhinderten) Staatsbankrott.

In Spanien wurden für das Dogma "Die Preise steigen ewig" ganze Landstriche verwüstet (# 666, Videos) - und ebenso die Staatsfinanzen.
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permanent:

Zuckerbrot und Peitsche

8
23.11.10 08:44

Es ist schwer den Königsweg zu finden. Deine Ausführungen sind durchaus richtig. Irland hat mit hohem Risiko in der Oberliga gespielt und die Kontrollen zu lax gehalten.
Nichts steigt ewig auch wenn die Hoffnungen auf diesen Tatbestand immer wieder aufkommen.
Die Corporate TAX ist  in Irland zu gering, viele sprechen von Steuerdumping. Ein Staat hat Aufgaben die nur bewältigt werden können wenn es entsprechende Einnahmen gibt. So ist das Anliegen einiger Euroländer die Steuer in Irland zu erhöhnen durchaus nachvollziehbar und auch zu begründen.
Auf der anderen Seite wäre es falsch Irland nun noch weiter in den Abwärtstrudel zu stürzen. Eine schnelle Steueranhebung führt nicht notwendigerweise zu mehr Einnahmen.

So ist es wie im Eingangssatz gesagt, schwer, den Königsweg zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu finden und zu wählen.
Wer Kinder hat oder einmal mit guten Lehrern spricht kann die Argumentation wahrscheinlich leicht nachvollziehen.

Permanent

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permanent:

Details zum dt. BIP Q3

9
23.11.10 08:47

Konsumlaune der Deutschen stützt Aufschwung

Der deutsche Aufschwung steht laut jüngsten BIP-Zahlen dank steigender Konsumausgaben auf immer stabileren Füßen. Experten erwarten sogar, dass das Geld der Verbraucher im kommenden Jahr noch lockerer sitzen wird. Die Zahl der Arbeitslosen soll dann so niedrig sein wie seit 1992 nicht mehr

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um 0,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Der private Konsum steuerte ebenso wie die boomenden Exporte mit 0,3 Prozentpunkten knapp die Hälfte zum Wachstum bei. Auch die Investitionen der Unternehmen in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen stützten die Konjunktur. „Somit hat sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft fortgesetzt, wenn auch mit etwas abgeschwächtem Tempo“, schrieben die Statistiker.

Im Frühjahr hatte es mit 2,3 Prozent noch das kräftigste Wachstum seit der Wiedervereinigung gegeben, ......................................

http://www.handelsblatt.com/politik/...hen-stuetzt-aufschwung;2698021

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Anti Lemming:

"Wir zahlen die Schulden voll zurück"

8
23.11.10 08:56
sagt der irische Premier. Denn Irland hat ja einen Haushaltsüberschuss.

Geht man - hedonistisch - davon aus, dass Irlands BIP wie 2008...

www.google.com/...try:IRL&dl=de&hl=de&q=irland+bip

... bei 265 Mrd. Dollar = ca. 200 Mrd. Euro liegt, dass der Überschuss 3 % davon beträgt (= 9 Mrd.) und dass Irland den gesamten Überschuss dazu benutzen wird, die Rückzahlung der 100 Mrd. NEU-Schulden von der EU abzustottern, so dauert dies "nur"

100 Mrd. / 9 Mrd. pro Jahr = 11 Jahre

Realistisch wird das BIP wegen der EU-Sparauflagen freilich sinken, das BIP-Wachstum könnte negativ werden und der Haushaltsüberschuss sich verflüchtigen.

Dadurch verlängert sich die Rückzahlung - wie übrigens auch in Griechenland - bis zum "St. Nimmerleins-Tag".
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pfeifenlümmel:

Die geringe Körperschaftssteuer

10
23.11.10 09:00
ist eine der Hauptursachen für Irlands Krise. Spekulatives Kapital wurde in Unmengen angezogen und musste "angelegt" werden, in starkem Maße in Immobilien. Auch jetzt wollen sich die Iren den geringen Steuersatz nicht nehmen lassen; weiterhin wird viel Kapital nach Irland fließen, es gibt ja Deppen, die immer wieder einspringen werden. Jeder Irländer bekommt nun als Stütze einen neuen Golf ( über 20000 Euro ) und das von den Ländern, deren Kapital durch den geringen Steuersatz nach Irland " ausgewandert" ist.

Aber auch gegenüber Schriftstellern und anderen Künstlern zeigt sich Irland als Schlaraffenland. Dieser Personenkreis ist seit 1969 von der Einkommenssteuer berfreit; dies sollte doch ein Anreiz für die eifrigsten Schriftsteller in diesem Thread sein, ihren Wohnsitz nach Irland zu verlegen.
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Anti Lemming:

Korrektur: muss heißen Handelsbilanzüberschuss

 
23.11.10 09:03
Antworten
permanent:

@pfeiffenlümmel

5
23.11.10 09:20

Deine Argumentation ist richtig und gleicht der von AL. Es wurde viel spekulatives Kapilal von Irland angezogen. Einer der Gründe ist die geringe Steuer.
Dennoch muss es nicht unbedingt richtig sein diese Medizin ad hoc zu entziehen. Irland würde noch stärker in die Abwärtsspirale gedrängt.

Permanent

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Malko07:

Dreiklang (#71659), viel Spaß

6
23.11.10 09:28
bei "süßen" Träumen.

Herauswerfen aus der Eurozone kann man überhaupt keinen. Man kann nur gehen. Gehen würde eventuell der eine oder andere wenn er in einer Zwickmühle steckt. Er bekommt keine Hilfe - ein Anrecht gibt es ja nicht - und der Abgang wird administrativ und finanziell stark begleitet. Es könnte nur ein "Kleiner" sein.

Einer derartigen Währungszone wie dem Euro beizutreten ist relativ einfach. Ein Abgang dagegen ist unerhört schwierig. Auf keinem Euro steht nämlich drauf wo er in Wirklichkeit hingehört. Sogar der nationale Status eines Bankkontos ist stark umstritten. Bezüglich Bargeld kann man nur feststellen, dass es immer noch die Freizügigkeit in Europa gibt. Da bei einem Abgang, im Gegensatz zu einem Zugang, die Relationen stark schwanken würden, müsste das wirtschaftliche Leben für Wochen eingestellt werden. Was wäre mit den laufenden Verträgen?

Weshalb sollte Deutschland sich das antun? Weshalb sollte Deutschland sich einen großen Schaden antun nur um einen kleinen potentiellen Schaden zu vermeiden? Nur um angelsächsische Wünsche und die Träumereien von etlichen hier zu erfüllen? Und wie sähe es dann mit dem Handel aus?
Antworten
Malko07:

Kleiner Nachsatz zu #71684:

5
23.11.10 09:31
Mit dem Euro würde die EU sterben.
Antworten
Malko07:

Das Schicksal des Euro

4
23.11.10 09:44
Der USA Bären-Thread 9154160
Zur Rettung von Irland gibt es keine Alternative - behaupten Politiker. Da müssen die Alarmglocken schrillen, denn wenn Politiker so etwas sagen, gibt es immer Alternativen. Doch welche sind das? Und wie teuer sind sie?
Antworten
Malko07:

Hewlett-Packard wächst

4
23.11.10 09:48
Der USA Bären-Thread 9154222
Der Computerkonzern konnte in allen seinen Geschäftsbereichen zulegen und die Erwartungen übertreffen. Besonders gut lief das Geschäft mit Standard- und Blade-Servern sowie Massenspeichern.
Antworten
Malko07:

China bans hoarding

7
23.11.10 09:54
Kicky:

Irland-Hilfsantrag geht nach hinten los

8
23.11.10 10:50
www.ftd.de/finanzen/...trag-geht-nach-hinten-los/50197221.html
....Die Ratingagentur Moody's teilte am Nachmittag mit, sie werde die gegenwärtig noch mit der zweitbesten Note AA2 bewertete Kreditwürdigkeit Irlands wahrscheinlich um mehrere Stufen absenken. Zur Begründung verwies das US-Unternehmen ausgerechnet auf das geplante Rettungspaket der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Es werde dazu führen, dass die irische Regierung noch mehr Geld in die strauchelnden Banken stecke, und damit die Staatsverschuldung erhöhen.Der Euro gab daraufhin seine Gewinne vom Vormittag wieder ab. ....
Am stärksten brachen die Aktien irischer Kreditinstitute ein. Aber auch die Deutsche Bank  verlor 1,4 Prozent, nachdem der Sprecher der Bundesregierung erklärt hatte, der Branchenprimus sei "in der irischen Schuldenproblematik erheblich belastet". Der Sprecher nahm diese Aussage später zurück.
Der Aktienkurs der Royal Bank of Scotland  brach sogar um 4,5 Prozent ein. ...

Neben der sich abzeichenenden Regierungskrise in Irland verdarb auch die Sorge um weitere hoch verschuldete Euro-Staaten den Märkten die Freude an den zunächst positiv aufgenommenen Nachrichten vom Wochenende. Als nächstes Land könnte Portugal unter der Last seiner Schulden zusammenbrechen, sagte Francesco Garzarelli von der US-Investmentbank Goldman Sachs der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Kosten für die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall Portugals schossen am Montag in die Höhe: Kreditausfallswaps (CDS) auf portugiesische Staatsanleihen verteuerten sich nach Angaben des Datendienstleisters CMA um 39 auf 457 Basispunkte. Damit kostete es 447.000 Euro im Jahr, Anleihen im Wert von 10 Mio. Euro gegen einen Ausfall zu versichern.....
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Kicky:

Eurokrise:Schluss mit den Nebelbomben d.Banken

11
23.11.10 10:53
Spätestens seit den dramatischen Rettungsaktionen während der Finanzkrise 2008 sollte den Regierungen Europas klar sein, dass das Schicksal ihrer Länder in den Händen einiger Tausend Banker liegt - und die tanzen den Staaten offenbar auf der Nase rum.

....ist es umso erstaunlicher, wie sehr sich die europäischen Staaten offenbar immer noch von ihren Banken auf der Nase herumtanzen lassen. Das belegt der Fall Irland eindrucksvoll. Erst im Frühsommer hatten die europäischen Bankenaufseher in einem sogenannten Stresstest 91 Institute auf deren Krisenresistenz überprüfen lassen. Dabei verließen sie sich auf die Daten, die die Banken selbst lieferten. Am Ende bestanden 84 Banken den Test. Das Signal: alles in Ordnung. Die Rettungsaktion für Irland zeigt nun, dass gar nichts in Ordnung ist. Die irischen Banken stecken so tief im Hypothekensumpf, dass der eigene Staat sie nicht mehr allein rausziehen kann. Und in ganz Europa zittern die Großbanken, weil sie den irischen Instituten viel zu viel Geld geliehen haben. Allein die deutschen Banken haben auf der Insel rund 114 Mrd. Euro im Feuer.
Deshalb muss endlich Schluss sein mit den nebulösen Andeutungen und Fehlinformationen der Banken. Wer den Schutz der Steuerzahler implizit in Anspruch nimmt, der sollte verpflichtet sein, seine Risiken gegenüber den Aufsichtsbehörden aufzudecken. Nur so können diese die wirklichen Gefahren einer Irland-, Portugal- oder sonstigen Krise annähernd richtig einschätzen.
Spätestens zum nächsten Stresstest, der für das Frühjahr 2011 angekündigt ist, muss die Politik die Banken zwingen, alle benötigten Daten offenzulegen......
www.ftd.de/politik/europa/...elbomben-der-banken/50197445.html
Antworten
Kicky:

DB bezichtigt Seibert des Rufmordes

3
23.11.10 10:55
www.welt.de/wirtschaft/article11165876/...-Rufschaedigung.html
tja da schiessen sie dann gleich schrf zurück
Antworten
WielandSchmi.:

@Malko: Euro Ausstieg - einfach gemacht.

4
23.11.10 11:00
Wie Du schreibst kann es sich kein Kleiner leisten, wie z.b. Griechenland, aus dem Euro aussteigen. Wie soll das auch gehen? Die Leute würden die neue Währung, wie z.b. die Drachmen erst gar nicht annehmen und weiter mit Euro zahlen. Erst recht kein Großer. Aber auch ein Kleiner, kann den Euro gegen die Wand fahren. Ich nehme mal an, wenn sich z.B. Irland bestimmte Banken fallen lässt, dann wackelt ganz Europa. Bailout hin oder her. Auch die Griechen haben gewisse Möglichkeiten und erst recht die Spanier oder Italiener.  Von den Möglichkeiten der Franzosen oder Deutschen will ich gar nicht sprechen.
Antworten
Ischariot MD:

mit "süßen Träumen" hat das alles nichts zu tun

4
23.11.10 11:13

auch auf die Gefahr hin, als willfähriges Sprachrohr der Angelsachsen hingestellt zu werden, zitiere ich mal wieder unseren Freund Ambrose.
www.telegraph.co.uk/finance/comment/...rnal-keeps-ticking.html

Er stellt darin fest, daß Portugal praktisch Toast ist, und stellt zwei alternative Szenarien in den Raum (nicht ganz neu für uns, aber pointiert):

"Can Mrs Merkel go back to the Bundestag and request fresh money to boost the collateral of the EFSF in order to cope with the next casualty?


A reader asked me this week whether there is any graceful way to avoid this coming chain of disasters.


Yes, there are two options, neither entirely graceful. The European Central Bank can print money like a drunken sailor, flood the bond markets with €2 trillion, and tank the euro against China’s yuan for good measure.
If the Germans refuse to accept this, they should abandon EMU at once, leaving France and southern Europe with the residual euro (...) France could revive the Latin Union of the late 19th Century ...

Any better ideas out there?
__________
Die Frage geht an alle.

 

Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
Malko07:

Ischariot MD, und nun?

5
23.11.10 11:56
Selbstmord aus Angst vor dem Tod?

Ich habe hier vor kurzem meine Meinung zu Portugal (zu geringe Sparanstrengungen) kund getan. Aber das ändert alles nichts an der Problematik der Auflösung einer derartigen Gemeinschaft und Portugal wird auch nicht so einfach abhauen. Man muss sie eben auch zum notwendigen Sparen zwingen. Und das ist nicht so schwierig. Portugal den Ausstieg mit finanzieller Unterstützung - ein Prozess der Jahre dauern würde - zu ermöglichen, käme wesentlich teurer. Zu Ambrose muss ich nichts sagen. Der langweilt nur. Wenn man auf ihn hört sollte man sich schnellstens Raviolikonserven zulegen.
Antworten
Stöffen:

zu #71690, Ursächlichkeiten

17
23.11.10 12:12
und es ist richtig, wie auch in dem FT-Artikel vermerkt, das ursächliche Problem hier nicht aus den Augen zu verlieren

Denn das eigentliche Problem, welches die Malaise hier eingebrockt hat, das ist die Überwucherung der westlichen Ökonomien seit den 1980er Jahren durch die Metastasen der Finanzwirtschaft. Innerhalb von nur einer Generation haben die Finanzinstitute sich enorme Macht über unsere Wirtschaft verschafft. Wenn selbst mittlerweile ebenfalls ein Mainstream-Presse-Organ wie die FAZ zu der Einsicht bzw. Erkenntnis gelangt, dass die Finanzwelt nunmehr die Politik fest im Griff hat, dass jene Banker, die in erster Linie für die Finanzkrise verantwortlich waren und die mit Geldern des gemeinen Steuerzahlers vor dem Bankrott gerettet wurden, sich heute wieder in Rekordprofiten und enormen Boni suhlen können, so sticht dies erfreulich positiv aus der Solidaritätssemantik vieler anderer Klatschblätter hervor.

Offensichtlich ist also unzweifelhaft, dass sich eine Regierungspolitik der allermeisten westlichen Länder fast peinlich genau an den Interessen der Finanzwelt orientiert, dass auch die deutsche Politik nur eine Art Wurmfortsatz für die Wünsche der Finanzwirtschaft darstellt.

Noam Chomsky analysiert daher folgerichtig in seinem aktuellen Statement zur "Fehlgeleiteten Empörung":

"Der Politökonom Thomas Ferguson hat eine Theorie über Politik und Investment verfasst. Sie ist eine moderne, verfeinerte Version der Maxime von Adam Smith. Für Ferguson sind Wahlen eine gute Gelegenheit für Investorengruppen, zu kungeln, um den Staat zu kontrollieren, indem sie sich die Architekten (sprich: Politiker) aus-wählen, die ihren Interessen dienlich sind.

Fergusons Theorie ist sehr nützlich, wenn es um langfristige politische Prognosen geht.


Das kann kaum überraschen. Schließlich ist es ganz natürlich, dass die Zentren, in denen sich die ökonomische Macht konzentriert, alle politischen Prozesse kontrollieren wollen. Das Erstaunliche an den USA ist allerdings die extreme Geschwindigkeit, mit der dies geschieht.

Doch die Top-Dogs der Konzerne haben eine gute Schutzbehauptung, wenn ihnen vorgeworfen wird, "gierig" zu sein oder sich nicht darum zu scheren, ob die Gesellschaft kaputt geht: Ihre Aufgabe sei es, maximale Profite zu erwirtschaften und möglichst große Marktanteile zu sichern. Das sei - rechtlich gesehen - ihre Aufgabe. Würden sie dieses Mandat nicht erfüllen, so würden sie durch andere ersetzt, die es dann machen.

Hinzu kommt, dass diese Leute die Systemrisiken ignorieren, das heißt, sie ignorieren die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihre Transaktionen der allgemeinen Wirtschaft schaden. "Externe Angelegenheiten" dieser Art interessieren sie nicht - nicht etwa, weil sie schlechte Menschen sind, sondern weil es in der Natur der Sache - sprich, der Institution - liegt.

Wenn eine Blase platzt, können sich die Leute, die hoch gepokert haben, in den schützenden Schoß des Ammen-Staates flüchten. Bailouts (Freikäufe) - diese Politik, ist zu einer Art staatlichem Versicherungsschutz geworden. Dies ist nur einer von vielen perversen Anreizen, die dazu führen, dass die Märkte immer ineffizienter werden.

Wann immer es (das Finanzsystem) scheitert, verlassen wir uns auf Geldgeschenke und eine Fiskalpolitik, die es freikaufen wird. Diese Reaktion lehrt den Finanzsektor: Gehe ein hohes Zockerrisiko ein, damit du satte Gewinne erwirtschaftest. Mach' dir über die Kosten keine Gedanken", denn die müssen die Steuerzahler berappen -  über Bailouts und andere Tricks. Auf diese Weise werde das Finanzsystem "in die Lage versetzt, weiter zu pokern - um erneut zu scheitern"….

….Die Menschen warten – zu Recht - auf Antworten. Sie erhalten keine Antworten - das heißt, sie erhalten sie nur von den Märchenerzählern. Deren Geschichten scheinen in sich stimmig - vorausgesetzt man überwindet die eigene Skepsis und lässt sich auf deren irrationale, manipulative Gedankenwelt ein.

Alle, die heute nach Alternativen suchen, um (fehlgeleitete) Wut und Empörung in andere Bahnen zu lenken, allen, die den zahllosen in Apathie Verfallenen helfen wollen, sich zu organisieren, alle, die sich maßgeblich für eine bessere Zukunft einsetzen wollen, stehen sehr, sehr viele Aufgaben bevor…."

Noam Chomsky zur politischen Situation Amerikas
zmag.de/artikel/wahlen-in-den-usa-fehlgeleitete-empoerung

Längst hat die Finanzwelt die Politik fest im Griff.
www.faz.net/s/...D08B8B8E3219EC84B7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Malko07:

#71695: Bei uns befand sich

6
23.11.10 12:28
der Großteil der Schädiger aus der Finanzbranche in Staats- und Sparkassenbesitz. Die wilden Spekulanten, denen alles egal war und die alle Risiken eingehen, waren also die Sparer. Wie sich die Sparer zusammensetzten ist nachprüfbar. Die riesige Summe an Sparvermögen bei uns kommt nicht von den bösen Großkapitalisten. Dieses Geld wurde weltweit "angelegt" und damit die Ineffektivität von Sparkassen und Landesbanken zugedeckt wurde in hoch risikoreiche Anlagen. Man musste ja den nicht zu kleinen Apparat finanzieren und trotzdem konkurrenzfähige Zinsen zahlen. Man erinnere sich nur wie viele komischen Konstrukte unsere Landesbanken in Irland verwaltet haben.

Ja ich wäre dafür, dass die Gläubiger am Schaden beteiligt werden. Unter den Gläubiger sind nämlich nicht so wenige, die überhaupt keine Steuern zahlen. Man hätte die Sparkassen und Landesbanken abwickeln müssen  und die Sparer konsequenterweise leer ausgehen lassen müssen. Denn der ach so schöne Institutssschutz hätte nicht mehr getragen.
Antworten
fkuebler:

Verblüffung: ein qualifizierter SPIEGEL-Artikel:-o

6
23.11.10 12:53

Dürfte unseren Hardcore-Bärchen aber nicht so gut gefallen, weil man vom Lesen keinen Geisterbahn-Kick kriegt... ;-)

Europas Superstar trotzt dem Krisendomino

PS: Anscheinend kann man SPIEGEL-Artikel nicht mehr über den "Link"-Mechanismus des Editor verlinken. Vielleicht wegen Copyright-Schutz?

Antworten
Pichel:

GFK

 
23.11.10 13:02
dpa-AFX: *DEUTSCHLAND: GFK-KONSUMKLIMA FÜR DEZEMBER 5,5 PKT GG REV 5,1 (PROG 5,1)
-
Bankraub ist ein Unternehmen für Dilettanten.
Wahre Profis gründen ein Bank.
Antworten
Malko07:

Es geht doch

3
23.11.10 13:04
Der USA Bären-Thread 9155984
Erst Griechenland, jetzt Irland - und bald Portugal? Für Pessimisten ist die Sache klar: Der Euro ist angeschlagen, dem Vorzeigeprojekt der Europäer droht das Aus. Realistisch? Unsinn. In Wirklichkeit spricht wenig für den Tod der Gemeinschaftswährung.
Antworten
Ischariot MD:

Also Malko,

7
23.11.10 13:38
Deine Ansicht zu einem möglichen Euro-Ausstieg Dtlds

>>>Weshalb sollte Deutschland sich das antun? Weshalb sollte Deutschland sich einen großen Schaden antun nur um einen kleinen potentiellen Schaden zu vermeiden? <<<

kann so nicht unkommentiert bleiben.

Wie groß ist denn der "große Schaden" durch einen Euro-Austritt Deutschlands? Der wird kaum seriös zu beziffern sein. Sicher werden das einige durchgerechnet haben und diese Rechnungen vorzugsweise tief in der untersten Schublade versteckt halten. Einige Zahlen mögen kursieren, aber jede Berechnung wäre von so dermaßen vielen Annahmen abhängig, daß man mit Fug und Recht auch eine beliebige Gegenrechnung begründen könnte, beide wären mithin nicht seriös. Das gilt dann natürlich auch für Deine Behauptung eines "großen Schadens". Der sicher miteintretende politische Schaden mal außen vor, der ist überhaupt nicht quantifizierbar und beunruhigt mich durchaus.

Hingegen ist der "kleine potentielle Schaden" durch die andauernden Bailout-Aktionen besser quantifizierbar. Bislang "nur" Garantien, aber die werden fällig, wenn die Gesellschaft in den "geretteten" Staaten nach einiger Zeit der Austeriät schließlich kippt.  Davon gehe ich aus. Und Portugal kann man m.E. bereits jetzt als sicher gescheitert ansehen, würde niemanden wundern, wenn dort noch dieses Jahr der next bailout anstehen würde.

Und die simple Saldierung der beiden Kostenblöcke funktioniert auch nicht. Den "kleinen potentiellen Schaden" des Serien-bailouts trägt der Steuerzahler, also i.W. der an der Quelle skalpierbare abhängig Beschäftigte, der sicher nicht in gleichem Maße von der Erhaltung des Euro profitiert (also wenig vom alternativ behaupteten "großen Schaden" des EUR-failures schultern müßte, selbst als Anleger+Pensionär/Versicherter).
Also verursacht auch der Serien-bailout einen gravierenden politischen Schaden. Das läßt sich das Volk nämlich unter Garantie nicht lange bieten, was Merkel und ihre Vollpfosten gerade dilettieren. Schau Dir die Sonntagsfrage an, da siehst Du, wieviel Frust über "das Establishment" jetzt schon im Volk kursiert, wo noch kein bailout-Euro real geflossen ist.

Das alles hat mit "Selbstmord aus Angst vor dem Tod" nichts zu tun (auch wenn das die süße Allegorie des "Schierlingsbechers für Banker" in mir weckt  ;o)

Merke: Es ist nie zu spät, einen Fehler (hier: EMU über Kerneuropa hinaus) zu korrigieren. Man muß es nur nüchtern durchrechnen, es zumindest ergebnisoffen versuchen, statt es rundheraus als Alternative auszuschließen. Sonst tut es das Volk. Kohl wird es vielleicht noch erleben.

Ach ja, die Meinung der SZ und des Spiegels (auch des HB, solange Steingart da wirkt) dazu ist unmaßgeblich  ;o)
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
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