DAX-Bewertung zum 25.09.2003


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DAX-Bewertung zum 25.09.2003

2
26.09.03 22:41
 

26.09.2003: DAX-Bewertungen

Bewertung zum 25.09.2003

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 25.09.2003. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die  Dividendenrendite (DVR) berechnet wird, das aktuelle  Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (Basis: September 2003) der Aktien und die Umlaufrendite (€) sind aus der Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream).

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS-SALOMON AG O.N. DE000500340477,381,0014,001,01 %
2ALVALLIANZ AG O.N. DE000840400575,671,5024,007,07 %
3ALT ALTANA AG O.N. DE000760080155,790,7519,001,12 %
4BASBASF AG O.N. DE000515100538,291,4015,006,25 %
5HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.O.N. DE000802200515,750,00-,--1,63 %
6BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST DE000519000332,620,5211,003,10 %
7BAYBAYER AG O.N. DE000575200018,890,9017,003,71 %
8CBKCOMMERZBANK AG O.N. DE000803200413,420,10-,--1,55 %
9CONCONTINENTAL AG O.N.DE000543900424,070,4510,000,93 %
10DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.NDE000710000030,951,5014,007,26 %
11DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. DE000514000854,131,3022,009,02 %
12DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE000581005544,020,4416,001,41 %
13DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N. DE000555200414,400,4013,001,46 %
14DTEDT.TELEKOM AG NA DE000555750812,570,00-,--8,65 %
15EOAE.ON AG O.N. DE000761440643,071,7510,008,05 %
16FMEFRESEN.MED.CARE AG O.N. DE000578580250,670,9416,000,50 %
17HEN3HENKEL KGAA VZO O.N. DE000604843259,521,1217,001,01 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N. DE000623100411,970,00-,--1,49 %
19LINLINDE AG O.N. DE000648300136,351,1318,000,84 %
20LHALUFTHANSA AG VNA O.N. DE000823212511,750,60-,--1,15 %
21MANMAN AG ST O.N. DE000593700718,250,6015,000,53 %
22MEOMETRO AG ST O.N. DE000725750331,381,0218,001,29 %
23MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE000843002687,951,2512,003,21 %
24RWERWE AG ST A O.N. DE000703712923,111,1016,002,67 %
25SAPSAP AG ST O.N. DE0007164600110,350,6032,006,51 %
26SCHSCHERING AG O.N. DE000717200938,630,9315,001,90 %
27SIESIEMENS AG NA DE000723610151,671,0022,0012,32 %
28TKATHYSSENKRUPP AG O.N. DE000750000111,590,4012,001,37 %
29TUITUI AG O.N. DE000695200514,460,77-,--0,51 %
30VOWVOLKSWAGEN AG ST O.N. DE000766400539,701,309,002,49 %

Die DAX-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe Bewertungsregeln ). D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Seit Montag ersetzt die Continental A.G. MLP im DAX. Der Sektor Automobile wird damit gestärkt und der Sektor Finanzen und Versicherungen reduziert. Es besteht jetzt die Chance, dass der DAX über ein Jahr lang in dieser Zusammenstellung bestehen bleibt. Es drohen jedoch weiterhin Fusionen im Bankensektor. Die in dieser Tabelle aufgeführten Dividenden sind immer ohne Sonderzahlungen. War das Geschäftsjahr kleiner als ein Kalenderjahr, wird die Dividende hochgerechnet. Eine besondere Problematik stellt das KGV dar. Wie soll man Firmen in eine gewichtete KGV-Bewertung einrechnen, die voraussichtlich keinen Gewinn ausweisen werden? Das Problem lösen wir durch eine zweimalige Bewertung. In der Ersten so als ob diese Firmen nicht existent wären und in der Zweiten so als ob sie ein sehr hohes KGV hätten (100). Im zweiten Durchlauf bekommen auch alle Firmen deren KGV über 100 liegt, dieses auf 100 reduziert.

Umlaufrendite

Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 0,50 und 2,7%. Die kurzfristigen Zinsen sind weiter gesunken - waren allerdings im Zeitraum seit der letzten Bewertung schon tiefer. Bedingt durch die miserable wirtschaftliche Entwicklung in Europa, bei einer immer noch geringen Inflation, droht eine weitere EZB-Zinssenkung. Dies würde die Zinsen am kurzen Ende weiter reduzieren. Der Staat bietet seine Bundesschatzbriefe zu schlechten Konditionen an. Will er seinen Schulden weiter erhöhen, wird er demnächst aufbessern müssen. Bedingt durch die sich wieder ausweitende Staatsverschuldung aller großen Industrieländer ist mit einem Steigen der mittel- und langfristigen Zinsen zu rechnen. Erste Reaktionen zeichnen sich schon ab. Es scheint, als ob das Zinstal inzwischen hinter uns liegt. Aus der Anleiheblase beginnt die Luft unüberhörbar zu entweichen und die Kursverluste steigen an. Ob die EZB diese Entwicklung mit einer weiteren potentiellen Zinssenkung wird aufhalten können? baer45 glaubt das nicht. Die mittel- und längerfristigen Zinsentwicklungen lassen sich nur geringfügig, mittels der Manipulation der Kurzfristzinsen gegenläufig zu den fundamentalen Entwicklungen, beeinflussen. Bei Anleihen ist deshalb weiterhin mit Kursverlusten zu rechnen.

Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Pfandbriefe, AAA-Anleihen - EURO-Raum) und der Stand des € im Verhältnis zum US-$ zum Stichtag an. Das weitere Sinken der Renditen (Umlaufrendite) scheint gestoppt. Liegt der Grund in der steigenden Staatsverschuldung oder in einer Umschichtung des Kapitals in den Aktienmarkt? Wahrscheinlich beides. Die Angst vor einer Deflation scheint zu schwinden. Die Anleiheblase beginnt zu schrumpfen und manch leichtsinnigem Anleger sträuben sich die Nackenhaare. Sollten wir wirklich in 2004 eine wirtschaftliche Erholung erleben, werden die Kursverluste bei Anleihen noch erheblich ansteigen. Der € hatte im Frühsommer kurz vor 1,20 gedreht und schien in einen kontinuierlichen Verfall über zu gehen. Er hat damit den weiteren Aufstieg des DAX beflügelt. Seit Anfang September hat er sich umentschlossen und den Weg nach Norden wieder aufgenommen. Dies löst inzwischen erste panikartige Reaktionen im DAX aus. Besonders betroffen ist dabei der Automobil- und der Finanzsektor. Der € hat auch jetzt ein Niveau, das einen Urlaub in den USA empfehlenswert macht. Auch ist der Kauf von US-Aktien, aus rein währungstechnischer Sicht, immer noch durchführbar. Allerdings wird das weiter steigende Handels- und Leistungsbilanzdefizit der USA den € wahrscheinlich auf dem Weg nach Norden bestärken. Das US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit hat inzwischen 5% des BIP erreicht. Tendenz steigend. Der Bedarf an ausländischem Kapital, welches dieses Defizit finanzieren muss, liegt derzeit bei 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. $ pro Tag! Um dieses Ungleichgewicht wieder zu korrigieren, kommt die USA nicht an einem tendenziell schwächeren $ vorbei.

Die Angst vor dem Irakkrieg hat viele zittrige Anleger (z.B. Lebensversicherer) aus der Aktienanlage vertrieben. Mit dem Beginn des Krieges wurde ein Impuls ausgelöst, der die Börsen seit über einem halben Jahr kontinuierlich - unter geringen Umsätzen - nach Norden treibt. Fundamentale Daten scheinen keinen Einfluss mehr zu haben. Seit Monaten gibt es Lichtblicke in den Stimmungsindikatoren der wirtschaftlichen Entwicklung. Sind die Stimmungsindikatoren ein Spiegelbild der Börse oder haben sie eine reale Grundlage? In der realen Welt erblicken erste Triebe das Licht der Welt (steigende Industrieproduktion und sich erholender Konsum). Das Wachstum in den USA ist schon erheblich - allerdings im wesentlichen durch die erhöhten Rüstungsausgaben, finanziert mit einer erheblichen Erweiterung der Staatsverschuldung (derzeit 5 bis 6% vom BIP), getrieben. Ohne die gestiegenen Militärausgaben und ohne hedonistische Berechnungsmethoden hätten wir in den USA Stagnation. In Europa könnte das wirtschaftliche Wachstum nachhaltiger werden. Trotzdem ist eine Emanzipation der europäischen Börsen von den amerikanischen Börsen immer noch unwahrscheinlich. Zieht die Wirtschaft wirklich an, ist auch mit einem Anziehen der Inflation zu rechnen. Eine weitere Zinssenkung durch die EZB ist dann ausgeschlossen. Die steigende Staatsverschuldung wird dabei noch verstärkend wirken. Zinsen und Aktienkurse werden dann weiter steigen. Die Anleiheblase wird umso schneller schrumpfen. Lebensversicherungen werden damit als schlechteste Anlageform demaskiert werden. Sie werden den Sparbüchern unterliegen.

Bleibt eine Deflation mit einhergehender Stagnation aus (das schlimmste vorstellbare Szenario für die Aktienmärkte), ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen mittelfristig anziehen werden jedoch größer als dass sie gleich bleiben oder sinken werden. Geht man von einem maximalen Risikozuschlag von 1,5 % bei Blue Chips gegenüber Anleihen aus, dürfte das KGV vom DAX (1,5 + 3,77) 18,98 nicht überschreiten. Ohne Risikozuschlag dürften 26,53 nicht überschritten werden. In der heutigen Sondersituation sollte, unter mittelfristigen Gesichtspunkten, ein Zins von 5% angenommen werden. Mit einem Risikozuschlag von 1,5% würde ein faires KGV bei 15,4 liegen.

DAX-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX seit der Januarbewertung 2002. Die DAX-Aktie gibt den Preis eines fiktiven DAX-Papiers wieder (1/30). Die Dividende wäre dabei die für diese Aktie in den verflossenen 12 Monaten gezahlte Dividende. KGV(1) gibt den aktuellen KGV an, wobei alle Aktien ohne KGV mit einem Wert von 100 eingeflossen sind. KGV(2) gibt den aktuellen KGV an, der entsteht, wenn man die Aktien ohne KGV (Commerzbank, Deutsche Telekom, HypoVereinsbank, Infineon, Lufthansa und TUI ) außen vor lässt (verbleiben 85,02 %). Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX ( siehe Bewertungsregeln ).

Datum DAX-Stand DAX-Aktie Dividende Rendite KGV(1) KGV(2)
25.09.03 3326,27 110,88 € 2,42 € 2,18 % 30,28 17,99
12.06.03 3219,47 107,32 € 2,48 € 2,37 % 28,42 22,93
10.04.03 2697,10 89,90 € 3,26 € 3,46 % 24,34 13,89
27.12.02 2840,00 94,67 € 2,94 € 3,11 % 20,09 11,24
27.09.02 2918,90 97,30 € 2,89 € 3,06 % 20,71 13,39
26.07.02 3579,00 119,30 € 2,38 € 2,04 % 23,82 14,31
26.06.02 4099,05 136,30 € 2,08 € 1,55 % 21,77 17,66
25.01.02 5156,33 171,89 € 2,04 € 1,20 % 31,50 23,57

Die Dividendenrendite ist weiter zurückgegangen und entspricht inzwischen der Rendite von Tagesgelder. Deutsche Telekom, HypoVereinsbank und Infineon zahlten keine Dividenden (Gewicht: 11,77%). Bei vielen Unternehmen wurden die Dividendenzahlungen reduziert. Die Rendite ist trotzdem immer noch stark und trägt unter längerfristigen Gesichtspunkten erheblich zur Gesamtperformance bei. Auf Dividenden sollte man nie verzichten! Bleibt der Aufschwung aus, ist mit einer weiteren Reduzierung der Dividendenrendite zu rechnen.

Der DAX hat sich inzwischen sehr stark von der Marke der fairen Bewertung entfernt. Nimmt man an, dass die heutigen Zinsbedingungen uns nachhaltig erhalten bleiben und verzichtet auf den Risikozuschlag wäre der DAX mit einem KGV von 30,3 gegenüber einem Soll-KGV von 26,5 auch nicht mehr "fair" bewertet. Die DAX-Unternehmen müssten ihren Gewinn verdoppeln um den DAX in den Bereich einer echten fairen Bewertung zu bringen. Der DAX ist heute so teuer wie Anfang 2001 bei einem Stand von 5000. Trotzdem ist der DAX immer noch günstiger als der S&P500. Die sauber bilanzierte Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teinehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Unter mittelfristigen Gesichtspunkten (ca. 4 Jahre) und der Annahme, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Zeitraum deutlich verbessern wird, bleibt deshalb der Kauf von Indexpapieren ein günstiger Kauf. Die Wahrscheinlichkeit, dabei besser als mit Anleihen abzuschneiden, ist recht groß. Wesentlich preiswerter konnten Mutige kurz vor Kriegsbeginn einkaufen. Sie haben das obige Ergebnis schon längst erreicht. Einige, in Erwartung einer starken Konsolidierung, realisieren schon ihre Gewinne.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1TUITUI AG O.N. 5,33 %
2LHALUFTHANSA AG VNA O.N. 5,11 %
3DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N4,85 %
4BAYBAYER AG O.N. 4,76 %
5RWERWE AG ST A O.N. 4,76 %
6EOAE.ON AG O.N. 4,06 %
7BASBASF AG O.N. 3,66 %
8TKATHYSSENKRUPP AG O.N. 3,45 %
9MANMAN AG ST O.N. 3,29 %
10VOWVOLKSWAGEN AG ST O.N. 3,27 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11MEOMETRO AG ST O.N. 3,25 %
12LINLINDE AG O.N. 3,11 %
13DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N. 2,78 %
14SCHSCHERING AG O.N. 2,41 %
15DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. 2,40 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1TKATHYSSENKRUPP AG O.N. 11,59
2LHALUFTHANSA AG VNA O.N. 11,75
3TUITUI AG O.N. 14,46
4MANMAN AG ST O.N. 18,25
5BAYBAYER AG O.N. 18,89

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6RWERWE AG ST A O.N. 23,11
7DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N30,95
8BASBASF AG O.N. 38,29

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA 12,32 %
2DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. 9,02 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA 8,65 %
4EOAE.ON AG O.N. 8,05 %
5DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N7,26 %
6ALVALLIANZ AG O.N. 7,07 %
7SAPSAP AG ST O.N. 6,51 %
8BASBASF AG O.N. 6,25 %
9BAYBAYER AG O.N. 3,71 %
10MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.3,21 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein Gewicht von ca. 72% im DAX (2003: im Juni 73%, im April 74%; 2002: im Dezember 73%, im September 73%, im Juli 74%, im Juni 67%, im Januar 70%). Der Weg vom DAX30 zum DAX10 bleibt ausgebremst. Die Lage normalisiert sich weiter. Der Technologiesektor erreicht inzwischen 29%. Er war an der Kurserholung stärker beteiligt. Der größte Titan ist, unter der Berücksichtigung der gesamten Marktkapitalisierung, immer noch die Deutsche Telekom. Wehe ihren Aktionären, wenn der Bund demnächst weitere Anteile zwecks Budgetsanierung auf den Markt wirft. Diese Aktie ist wirklich nur für kurzfristige Spekulationen geeignet.

Kurzer Blick auf den Chart

Chart

Der Abwärtstrend (der Längste und Größte seit der DAX-Gründung) ist weiterhin intakt. Der aktuelle mittelfristige Aufwärtstrend hatte sich kurz bis an die untere Grenze des Abwärtstrends hingearbeitet, hat dann aber schnellstens den Rückwärtsgang betätigt. Es ist also immer noch nicht entschieden ob wir uns in einer Bärenmarktrally befinden oder ob wir demnächst die Baisse beenden werden (Bruch des Abwärtstrends). Viele chartorientierte Spekulanten erwarten, dass jetzt der Test des 200-Tage Durchschnitt ansteht (liegt aktuell bei ca. 3000). Wie schon weiter oben erwähnt, sind wir unter geringen Umsätzen hochgelaufen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Neueinsteiger einen großen Verfall verhindern werden. Ob der Kampf um die Beendigung der Baisse noch in 2003 entschieden wird? Der DAX wird in der näheren Zukunft wahrscheinlich weiterhin besser abschneiden als vergleichbare Indizes. Der Ausverkauf und damit der Absturz war radikaler und damit ist der Anteil der "Zittrigen" stärker geschrumpft (siehe Das Ei des A. Kostolany).

Nachdem sich die Volatilität (VDAX) in der aktuellen Aufwärtsphase beruhigt hatte, steigt sie aktuell wieder an. Viele, die einen guten Einstieg mit dem Irakkrieg erwischt hatten, werden nervöser und beginnen ihre zum Teil beachtlichen Gewinne zu realisieren. Die Auslösung liegt sicherlich im Bewusstsein, dass die Märkte inzwischen sehr stark überbewertet sind und die wirtschaftliche Entwicklung noch im Nebel liegt. Wenn man bedenkt, dass das verfügbare Einkommen (inflationsbereinigt) der bundesdeutschen Haushalte inzwischen auf das Niveau von 1991 gesunken ist und die Abgaben und die Verunsicherung im Sozialversicherungsbereich weiter steigen werden, sind keine nachhaltige Impulse vom Konsumsektor zu erwarten. Auch droht der Exportindustrie Gefahr durch einen weiter steigenden €. Die USA werden aus heutiger Sicht kaum die Konjunkturlokomotive spielen können. Die steigenden Lasten im Irak, die explodierende Staatsverschuldung, die hohe Verschuldung der Konsumenten, das steigende Leistungsbilanzdefizit - alles keine Tatsachen, die einer nachhaltigen Konjunkturentwicklung förderlich wären. Je nach dem Verhalten der Anleger an der Seitenauslinie ist es möglich, dass der längerfristige Abwärtstrend noch nicht gebrochen wird und die Kurse bis zum Jahresende kaum weiter steigen werden.

Wieder kann baer45 keine präzisen Aussagen über die Zukunft treffen. Kurz gesagt: "die Aktienkurse werden steigen oder fallen". Jede Betrachtung der Zukunft ist Spekulation und deshalb sollte man Entscheidungen, welche die Zukunft betreffen, immer selbst tätigen. Eventuell kann einem dabei der Zufall helfen. Morgen Abend wird das DAX-Lotto-Depot umgeschichtet. Dessen Zusammenstellung könnte Hinweise liefern. Die alleinige Betrachtung der Vergangenheit ist selten eine Hilfe. So war ein Langfristanleger, der die letzten Jahre den DAX gemieden hat und sein Geld nur in erstklassische Anleihen investiert hat ( siehe REX ), erfolgreich - ein heutiger Einsteiger in diese Anlageform wird wahrscheinlich in 5 Jahren nicht so glücklich sein. Man sollte eben zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Anlageform sein. Michael O'Higgins hat dazu brauchbare Entscheidungshilfen erstellt (siehe Einfache mechanische Anlagestrategien).

Quelle: eigene Home Page: www.baer45.de.vu

DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1194116

Antworten
54reab:

Aussicht aud die nächsten 12 Monate

 
27.09.03 22:24

Der DAX-Lotto hat heute sein Depot umgeschichtet. Kann die Zusammenstellung uns eine Sicht auf die nächsten 12 Monate geben? Lotto schlägt üblicherweise den DAX! DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1194469

Hier die Ergebnisse der letzten Anlageperiode und die neue Zusammenstellung:

Zwischenbilanz mit Umschichtung am 26./27.09.03

Bedingt durch den Rauswurf von MLP war diese Anlageperiode sehr kurz. Trotzdem war sie sehr abwechslungsreich. Beim Start enteilte Lotto sofort um anschließend umso kläglicher einzubrechen. In der Schlussphase wurde Lotto immer stärker und hatte zeitweise ein doppelt so hohes Ergebnis als der DAX. Die Umschichtung hätte am Beginn der Woche stattfinden sollen. Es wäre ein fulminantes Ergebnis gewesen. Im Verlauf der Woche schmolzen die Gewinne dahin. Bei Lotto schneller als beim DAX. Trotzdem geht Lotto als klarer Sieger durch das Ziel.

Linde war während der gesamten Periode der Renner. Als Depotstütze gesellten sich dann noch Commerzbank und TUI hinzu. DaimlerChrysler konnte dem Markt fast folgen. Deutsche Bank und BMW waren enttäuschend. Für die kommende Anlageperiode scheint eine vorzeitige Umstellung ausgeschlossen.

Rang Code Name Kauf-Kurs Aktienanzahl Verkaufs-Kurs Dividende je Aktie Ergebnis (%)
6 BMW BAY.MOTOREN WERKE AG 33,39 1959,11 33,15 0,00 -00,72 %
8 CBK COMMERZBANK AG 12,27 5331,26 13,24 0,00 +07,91 %
10 DCX DAIMLERCHRYSLER AG 30,00 2180,49 30,70 0,00 +02,33 %
11 DBK DEUTSCHE BANK AG 56,09 1166,24 53,90 0,00 -03,90 %
19 LIN LINDE AG 31,32 2088,59 37,00 0,00 +18,14 %
29 TUI TUI AG 13,09 4997,29 14,50 0,00 +10,77 %

Lotto hat in dieser Anlageperiode mit +05,75 % und der DAX mit +03,11 % rentiert. Das ergibt einen neuen Gesamtstand von:

Name Kauf-Kurs Aktienanzahl Aktueller-Kurs Startvermögen Aktuelles Vermögen Ergebnis (%)
Lotto she. oben she. oben she. oben 600000 415070,19 -30,82 %
DAXP 3224,66 116,36 3324,85 600000 386863,13 -35,52 %

Das Depot hat sich ein weiteres Mal seit dem Start erholt und erlaubt uns damit ein weiteres fröhliches Zocken. Und so sieht die neue Lottoziehung aus:

Z1 Z2 Z3 Z4 Z5 Z6 ZZ SZ
7 17 35 39 40 44 14 5

Daraus ergibt sich eine KZAHL von +0,14 und ein Anlagezeitraum von 12 Monaten. Die späteste Umschichtung findet also am 25.09.2003 auf Basis der Schlusskurse des vorangegangenen letzten Börsentages statt. Eine eventuelle DAX-Umstellung würde eine frühere Umschichtung erzwingen.

Lotto schichtet damit unser Depot, entsprechend der hochheiligen Formel, auf nachfolgende Zusammenstellung um:

Rang Code Name Kurs Aktienanzahl Dividendenzeitpunkt
4 BAS BASF AG 38,56 1794,04 April 2004
11 DBK DEUTSCHE BANK AG 53,90 1283,46 Juni 2004
22 MEO METRO AG 31,60 2189,19 Mai 2004
24 RWE RWE AG 23,32 2966,48 Mai 2004
25 SAP SAP AG 108,62 636,88 Mai 2004
27 SIE SIEMENS AG 51,95 1331,63 Januar 2004

Wäre der Technologieanteil geringer, wäre dies ein ausgeglichenes Depot. Im DAX ist die Technologie allerdings auch stark vertreten. Will Lotto diesmal nur den DAX nachbilden? Oder lauert in einem von diesen Werten die große Überraschung? Allerdings fehlen die stark exportorientierten Automobile. Bedeutet dies ein weiteres Ansteigen vom €? Ein zwischenzeitlicher starker Abschwung würde das Lotto-Depot wahrscheinlich heftiger als den DAX treffen. Die Erholung wäre dann auch zügiger und dieses Depot besteht angeblich 12 Monate. Viel Zeit um auf den wirtschaftlichen Aufschwung zu warten.

In den letzten 12 Monaten haben sich SAP, Metro und Siemens wesentlich besser als der DAX entwickelt. BASF und Deutsche Bank haben sich leicht schlechter und RWE stark schlechter als der der DAX entwickelt. Auch aus dieser Sicht ein eher ausgeglichenes Verhältnis mit leichter Bevorzugung der Gewinner.

Auf Basis unserer letzten DAX-Bewertung (25.09.2003) hat das Depot ein KGV von 21,17 (DAX: 30,28) und eine Dividendenrendite von 2,74% (DAX: 2,18%). Lotto bevorzugt diesmal die Dividendenrendite und das KGV. Ein konservativer Ansatz! Das Gewicht beträgt 38,06% (zustehen würden 20%). Im Depot steuert die Technologie 33% zu - 29% im DAX. Diesmal ein Depot der DAX-Titanen mit einem erheblichen Technologieanteil. Ein konservatives Depot mit stark spekulativen Ansätzen. Die Aufstellung ist widersprüchlich. Aber wer kann Lotto schon verstehen?

DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1194469 

Einen schönen Abend wünscht 54reab (baer45)

Antworten
54reab:

Konsumlaune zieht an

 
29.09.03 09:29
ftd.de, Mo, 29.9.2003, 8:41
Konsumlaune der Deutschen zieht nur langsam an

Die Kauflaune der deutschen Verbraucher bessert sich weiter nur zögerlich. Das geht aus dem Indikator der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor.

Der auf Basis der September-Umfrage berechnete GfK-Konsumklima-Indikator sei für Oktober auf 5,3 von revidiert 5,0 Punkten für September gestiegen, teilte die Gesellschaft am Montag in Nürnberg mit. Damit tendiere die Stimmung zwar grundsätzlich nach oben, aber die Menschen seien noch zu verunsichert, um die Konsumbremse zu lösen.

Höhere Einkommenserwartung

Die monatliche GfK-Umfrage unter rund 2000 Personen im Auftrag der EU-Kommission signalisierte im September, dass die Menschen ganz langsam wieder Vertrauen in die Zukunft finden. Die Furcht der Bürger vor sinkenden Einkommen ging deutlich zurück. Der Indikator für die Einkommenserwartung kletterte um über fünf Punkte auf den höchsten Stand seit einem Jahr und näherte sich mit minus 0,8 Zählern seinem langjährigen Durchschnitt von null Zählern. "Die Verbraucher setzen bei der zu erwartenden Einkommensentwicklung auf das kommende Jahr, wenn die nächsten Stufen der Steuerreform wirksam werden sollen", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Erstmals seit Mai dieses Jahres blickten die Verbraucher aber wieder etwas skeptischer auf die wirtschaftliche Entwicklung als im Vormonat: Der Indikator für die Konjunkturerwartungen sank geringfügig auf minus 10,6 von minus 9,2 Punkten. "Dennoch bleibt der insgesamt deutlich nach oben gerichtete Trend auch zu Herbstbeginn erhalten", sagte Bürkl.

Kaum Auswirkung auf Kaufentscheidung

Noch spielt die wachsende Zuversicht bei den Kaufentscheidungen der Bürger aber kaum eine Rolle. "Die Konsumbremse wird noch nicht gelöst. Der Trend deutet augenblicklich eher auf eine auf niedrigem Niveau stagnierende Entwicklung hin", sagte Bürkl. Die Neigung der Menschen, Produkte wie Autos oder Kühlschränke zu kaufen, blieb sehr schwach, der entsprechende GfK-Indikator stieg nur um 1,6 Punkte auf minus 31,6 Punkte.

Ähnlich wie die Verbraucher setzen auch die deutschen Unternehmen auf die Zukunft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex hatte in der vergangenen Woche gezeigt, dass der Optimismus der Firmen wächst, sich die gegenwärtige Lage jedoch noch nicht verbessert. Die Stimmung der Verbraucher wird sich nach Einschätzung der GfK erst dann grundlegend ändern, wenn die Arbeitslosigkeit deutlich sinkt. Ein Ende der Diskussionen mit klaren Ergebnissen bei der Reform der Sozialsysteme und der Steuerreform könnte zudem die Konsumstimmung verbessern, sagte Bürkl.

© 2003 Reuters Limited.

Haben wir das mentale Tief erreicht?  Es scheint, dass die Bevölkerung inzwischen gegenüber dem Ankündigungstheater aus Berlin eine Hornhaut zugelegt hat und es müde ist im Trübsinn zu verharren. Jetzt muß nur noch die reale Wirtschaft anziehen. Wenn nicht, wird die Enttäuschung in 2004 umso größer werden. Dann könnte in 2004 eine erhebliche Konsolidierung im DAX anstehen. Zieht die reale Wirtschaft wirklich an, ist in 2004 auch ein Stand von 4500 möglich.

DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1194989

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54reab:

DAX-Stimmungskurve

 
29.09.03 12:02
DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1195257

Sentimentindikator der Deutschen Börse

Zu seiner Berechnung werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit der Anzahl der neutralen Stimmen gewichtet. Die blauen Balken in den Grafiken stellen also das Maß an Optimismus im jeweiligen Marktsegment dar.

Aus diesen Daten lassen sich Aussagen über Positionierung und Einstiegspreise der Investoren treffen und somit mögliche stimmungsbedingte Marktschieflagen erkennen. Jedoch ist die absolute Größe der Werte für die Analyse nicht relevant, sondern die Veränderung im  Betrachtungszeitraum.


 DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1195257">www.baer45.de.vu">


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patznjeschniki:

Danke Bear!

 
29.09.03 13:49
Ich reg mich ja auch auf, wenn bei mir immer keiner schreibt! Deshalb heute eine danke an dich und deine gute Arbeit. Ich werde spätestens am ersten des nächsten Monats meine Analyse KGV Dax im ... aktualisieren. Da wird sich dann ungefähr das Selbe wiederfinden, wie man es hier lesen kann. Gute Arbeit, weiter so!


patzi
Antworten
54reab:

@patzi

 
29.09.03 15:56

danke für den dank DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1195780

ich reg mich selten auf - schon gar nicht, wenn aufbereitete informationen kommentarlos gelesen werden. wollte ich unbedingt kommentare, bräuchte ich nur einige provozierende aussagen im text zu platzieren.

positiv finde ich, dass so viele den recht langen text gelesen haben. auch einen dank an die recht oft gescholtenen moderatoren. 3 grüne für 2 beiträge - ist doch ganz ordentlich.

ansonsten sollte man das ganze nicht zu ernst nehmen. die  vielen, oft lustigen beiträge oder klopferreien im talk-forum, bringen entspannung und lösen den blick von der börse. sollte, meiner meinung nach, dem breiteren überblick bekömmlich sein.

bin neugierig auf deine auswertung. prosit 45reab (baer45)

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54reab:

Der Schaum der Aktienbullen wird sauer!

 
29.09.03 17:44
Kolumne Roland Leuschel vom 23.9.2003
DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1196058

Der Schaum der Aktienbullen wird sauer!

In meinem letzten Kommentar kündigte ich das bevorstehende Ende der dritten Rallye nach dem Crash vom März 2000 an, und wies darauf hin, dass es nach dem Börsencrash vom Oktober 1929 in der Periode von April 1930 bis Juli 1932 zu insgesamt 7 satten Erholungen kam, die eine Durchschnittsdauer von 40 Tagen und einen durchschnittlichen Anstieg von 24% verzeichneten. Dies hinderte jedoch den Dow Jones damals nicht daran, in diesem Zeitraum 86% an Wert zu verlieren.

Die meisten Anleger interessiert das nicht und schon gar nicht die Bankanalysten. « Die Baisse an den Aktienmärkten ist vorüber, die aktuelle Rallye ist mehr als nur eine Zwischenerholung », so war der Aufmacher des Handelsblattes vom 9.9. dieses Jahres. Der Dax hatte gerade sein neues Jahreshoch von 3.670,30 erreicht und 15 Aktienexperten von Banken wurden vom Handelsblatt befragt und ihre Antwort war nahezu einhellig « bullish ». Ein paar Tage vorher hatte die FAZ in einem Leitartikel unter dem Titel « Die Gier ist wieder da » festgestellt, dass die Anleger die Konsequenzen aus dem letzten und grössten Börsencrash aller Zeiten einfach ignorieren. Aber in Amerika ist es genauso. In dem US-Magazin Barron’s, das auch die Bibel des Kapitalanlegers genannt wird, hieß es zur selben Zeit : « Die 10 von uns letzte Woche befragten Strategen sind sich praktisch einig. Alle erwarten in den nächsten Monaten weitere Kurssteigerungen von 5 bis 10%. »Besonders dramatisch sind die Zahlen zum Volumen der Wertpapierkredite (margin debt) in Amerika. Sie zeigen, dass der Schaum bei den Bullen so gross geworden ist, dass er ihnen die Sicht für die Realität versperrt. Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde NASD warnte vor den Konsequenzen der explosionsartig ansteigenden kreditfinanzierten Aktienkäufe, die in der Tat das Niveau vom Februar 2000 (über 25 Milliarden Dollar) erreichten. Ausserdem befragt Merrill Lynch regelmässig die Fondsmanager und ihr Anteil an Aktien in ihren Portefeuilles war noch nie so hoch wie jetzt (im Vergleich zu ihren Benchmarks natürlich). Der amerikanische Börsenbrief Crosscurrents kommt in seiner letzten Ausgabe vom September zu dem Schluss : « There can be no doubt that the greatest stock market mania of all time is still very much in progress. » Übrigens auch das Verhältnis der Verkäufer zu den Käufern bei Insidern erreicht nie geahnte Höhen, fünf mal so hoch wie das letzte Hoch im Juni 2002, als der Dow Jones bei 9.645 stand. Vier Monate später war er um über 25% gefallen…

Was Sie als Anleger von den Prognosen der deutschen Bankenexperten zu halten haben, mögen Sie den Statistiken der vergangenen drei Jahre entnehmen, die sie im Jahrbuch Börse vom Börsenverlag nachlesen können : Die 34 zum jeweiligen Jahreswechsel befragten deutschen Banken gaben für Ende 2001 eine durchschnittliche Prognose für den Dax von 7.722,00 ab, tatsächlicher Stand 5.160,10. Für Ende 2002 prognostizierten dieselben Banken einen durchschnittlichen Stand von 5.827,65 - tatsächlicher Stand war 2.892,63. Diese Prognosen sind für den Anleger allemal lesenswert, denn er kann mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Wirklichkeit anders sein wird und seine Anlagepolitik darauf einstellen.

Fazit : Ich wiederhole meine Anlageempfehlung aus den letzten Monaten, kaufen Sie Gold und akkumulieren Sie Triple A Anleihen. Auch empfehle ich nach wir vor die 1%ige Goldanleihe von HSBC Trinkaus, die in 5 Jahren mindestens zu 100% in Euro zurückgezahlt wird. Der Anleger kann aber an einer eventuellen Goldpreishausse in Dollar ausgedrückt zu 45% partizipieren. Ausserdem kann ich Ihnen einen in Euro aufgelegten Rentenfonds empfehlen, der nur in Staatsanleihen der USA (Tips), Englands und Frankreichs investiert wird, deren Wert an den jeweiligen Lebenshaltungsindex gekoppelt ist, « Inflation @ Work », aufgelegt von einer kleinen Investmentbank Capital @ Work in Luxemburg. Bei einer Inflationsrate von 10% p.a. würde eine 10-jährige Staatsanleihe im Jahre 2013 zu 134,3% zurückgezahlt. Der Markt für inflationsgeschützte Anleihen ist seit 1997 stark angestiegen und umfasst schon heute mehr als 400 Milliarden Euro. Bei dem augenblicklichen rapiden Anwachsen der Staatsschulden auf der einen Seite und der Vollbeschäftigung der Geldpressen der Notenbanken auf der anderen Seite ist in den kommenden Jahren ein Anstieg der Inflationsraten zu erwarten. Solange bei den Notenbanken, unter Führung Alan Greenspans, eine Mentalität besteht, die es erlaubt, dass die US-Geldpolitik nicht mit festgelegten Regeln sondern aus dem Bauch ihres Präsidenten geleitet wird, solange streben wir mit grossen Schritten der Weltwirtschafts- und Währungskrise II entgegen. Wie hat ein ehemaliger US-Finanzminister zum damaligen deutschen Finanzminister gesagt : « Der Dollar ist unsere Währung und Euer Problem. » Daran hat sich bis heute nichts geändert.

hat der crashguru recht? soll ich mir wirklich gold zulegen? ist sooo schwer! soll ich jetzt wirklich in anleihen und erhebliche kursverluste realisieren? aaa-anleihen bei steigenden inflationsraten .... wer kann mir helfen DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1196058 ?

DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1196058

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54reab:

Inflation oder Deflation ? Die Stagflation winkt !

 
19.10.03 19:17
Kolumne
DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1223428  
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Roland Leuschel

Inflation oder Deflation ? Die Stagflation winkt !

Sie kennen den bekannten Spruch : « Wer die Wahl hat, hat die Qual ! » Zur Zeit beherrscht die Frage : « Bekommen wir jetzt Deflation oder Inflation » das Börsengeschehen. Die Antwort könnte lauten, weder das eine noch das andere, dafür kriegen wir die Stagflation, und die haben wir in den 70er Jahren ausgiebig kennengelernt.

Letzte Woche veröffentlichte die grösste Bank der Welt HSBC ihre neueste Prognose für die globale Wirtschaft. Ich darf daran erinnern, dass es HSBC war, die im August 1999 in einer Studie « Bubble Trouble » auf die Aktienblase hinwies, als noch fast alle anderen Marktanalysen der Banken und Broker den Anlegern wundersame Aktienrenditen vorgaukelten - HSBC behielt recht. In ihrer neuesten Analyse kommt sie zu dem Schluss, dass uns im nächsten Jahr eher die Deflation erwartet, das heisst die 10-jährigen Staatsanleihen auf 3,4% sinken werden (z.Zt. 4,2%) und der Euro auf 1,30 Dollar steigt bei einem Dollar/Yen Verhältnis von 103. Die EZB kommt in ihrem jüngsten Monatsbericht vom Oktober zu einem ähnlichen Schluss : « In der Wirtschaft des Euro-Raums ist zwar deutlich mehr Liquidität vorhanden, als zur Finanzierung eines inflationsfreien Wachstums erforderlich ist, dennoch sind die Aussichten für die Preisstabilität im Euro-Raum auf mittlere Sicht weiterhin günstig. »

Der Markt sieht dies allerdings anders. Am Tag der Veröffentlichung beider Studien (10.10.) war die YIELD CURVE in den USA so tief wie zuletzt am Beginn der 90er Jahre, als die amerikanische Wirtschaft sich in der Rezession befand: 342 Basispunkte ist sie tief, bzw. fast dreimal so tief wie der historische Durchschnitt von 120. Dies deutet daraufhin, dass die Anleger an die aufkommende Inflation glauben und sich entsprechend am Markt verhalten. Es könnte sogar noch schlimmer kommen, da auf der einen Seite die Fed die kurzfristigen Zinsen auf dem jetzigen tiefen Niveau (1% Fed Funds Rate) zu halten gedenkt und auf der anderen Seite der Dollar gegenüber Euro und Yen fällt, das Haushaltsdefizit des Staates steigt, und die privaten Haushalte und Unternehmen in Amerika von Rekord- zu Rekordverschuldung eilen. Im Hintergrund winkt der Kollaps des Pensionssystems. Diese Quadratur des Kreises kann meines Erachtens nur mit Hilfe der Inflation gelöst werden. An eine Wende in der Wirtschaft glaube ich nicht. Die Aktienbörsen reagierten euphorisch auf die 57.000 neuen Jobs, die im September in Amerika geschaffen wurden. In einem gesunden, normalen Aufschwung würden 100 bis 150.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Ausserdem haben im September weniger Amerikaner einen Job gesucht, und der Anteil der Teilzeitjobs ist erheblich gestiegen. Von den 3 Millionen Arbeitsplätzen, die die US-Wirtschaft seit dem Gipfel des Tech-Booms eingebüsst hat, ist ungefähr 1 Million ins Ausland gewandert (China). Die restlichen 2 Millionen sind wegen schwacher Nachfrage und starker Steigerung der Produktivität verloren gegangen.

« Die Lage ist so schlimm wie nie seit der GROSSEN DEPRESSION », urteilt Mark M. Zandi, der Chefvolkswirt der Economy.com aus Philadelphia.

Die sogenannte Überschussliquidität, auch « reale Geldlücke » genannt, beträgt in Europa rund 5%, das heisst sie ist höher als das von der EZB selbst angestrebte, mit einer Preisstabilität vereinbarte, absolute Geldmengenwachstum von 4,5% (Referenzwert). Zur Information : Die Geldmenge wächst über 8% p.a. Die Finanzmärkte werden von allen Seiten mit Liquidität bombardiert, und da ist es normal, dass es auch an den Aktienbörsen Erholungen, sogenannte Rallyes, gibt. Als ich in meinem letzten Kommentar bei einem Dax-Stand von 3.650 das Ende der Rallye, die im März begonnen hatte, ankündigte, fiel der Dax, jetzt steigt er wieder, und ich bleibe dennoch bei meiner Meinung und halte es für wahrscheinlich, dass der Dax sein März-Tief (2.200) noch einmal testen wird.

« Reich werden können Sie in Zukunft nur mit Rohstoffen und nicht mit Aktien », erklärt der weltbekannte Finanzguru Jim Rogers in der September Ausgabe des ausgezeichneten Magazins « Smart Investor ». Das 19. Jahrhundert wurde von Grossbritannien, das 20. Jahrhundert von den USA und das 21. Jahrhundert wird von den Chinesen bestimmt werden. Sie werden in den nächsten 10 Jahren zur grössten Wirtschaftsmacht der Welt aufsteigen. Und sie werden dazu Rohstoffe benötigen, Kupfer, Stahl, Öl etc. Ihre Fernseher und Autos bauen sie sich selber. Fast alle Rohstoffvorräte der Welt sind mehr oder weniger aufgebraucht, und die Preise werden zwangsläufig steigen. Das könnte auch für Gold wahr sein, besonders wenn Gold bei den Asiaten und in der islamischen Welt eine monetäre Rolle spielen sollte, im Gegensatz zu Europa, wo systematisch das Gold der Notenbanken abgebaut wird.

Ich bleibe bei meiner Anlageempfehlung Aktien mit höchstens 30% zu gewichten und Anleihen und Gold einen entsprechend grossen Raum zu geben. Ich wiederhole meine letzte Empfehlung des Investment-Hauses Capital @ Work, das mit grossem Erfolg einen neuen Fonds aufgelegt hat « Inflation @ Work », der besonders in inflationsindexierte Staatsanleihen (in Amerika die sogenannten Tips etc.) anlegt.

Roland Leuschel

Die Gefahr der Inflation schein gebannt! DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1223428  Jetzt droht jedoch Stagflation - wo uns doch nur noch die Inflation aus der Pensionsfalle rausführen könnte DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1223428. Auf jeden Fall ist sicher: es droht eine riesige Depression .... oder gar der Weltuntergang?  Und wozu dann Rohstoffe kaufen? Wer braucht in einer riesigen Depression Rohstoffe?????

DAX-Bewertung zum 25.09.2003 1223428

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