#Nihaoma:
und das trifft nur auf AT&S zu?
Nein, natürlich hatte auch Unimicron einen hohen Umsatzzuwachs, insbesondere 2021, 2022. Möglicherweise haben sie sich aber schon die Jahre vorher durch einen Kapazitätsausbau (Bau von neuen Werken) darauf vorbereitet. Vor Corona hatten sie ja auch noch sehr niedrige Margen. Auch hier müsste man sich tief in das Unternehmen einlesen, um das beurteilen zu können.
#socki:
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daher finde ich es auch wichtig, welchen Background jeder hat da sich daraus sich die Dinge leichter zuordnen lassen.Was willst du daraus ableiten/zuordnen?
Meiner Ansicht - und ich mache das schon lange - wird man mit einem Studium nicht automatisch erfolgreich investieren. Altmeister Andre Kostolany hat in seinen Büchern (diese habe ich in meiner Anfangszeit übrigens verschlungen) gesagt, dass jemand der ein Wirtschaftsstudium absolviert hat, und dann als Börsianer arbeiten wollte - alles sofort wieder vergessen soll. Das war natürlich überspitzt formuliert.
Meine Frau hat Wirtschaft studiert und "keine Ahnung von der Börse".
Börse hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten - so etwas lernt man nicht auf der Uni.
Ich habe über die letzten 25 Jahre so ziemlich alles ausprobiert an der Börse, bin zu Zeiten des neuen Marktes (98, 99) auf die Börse gestoßen und habe mir gleich mal fürchterlich die Finger verbrannt. Ich hatte keine Ahnung, was ich da tue. Als Anfang der 2000er Jahre dann alles nach unten ging, dachte ich, das wird schon wieder. Erst in dieser Zeit, habe ich verstanden, wie man Aktien bewertet und mir wurde klar, dass die allermeisten Unternehmen des Neuen Marktes hoffnungslos überbewertet waren und da gar nichts mehr wieder wird.
In den 2000er Jahren hatte ich meine Sturm und Drang-Zeit, las Bücher (Buffett, Soros etc.) und probierte alles aus. (Aktien - Long/Short; CFDs, Währungen, Rohstoffe, Optionen usw.) Ich hatte große Erfolge, aber genauso oft viel ich auf die Nase. Deshalb meine Warnung. Es hilft nichts, wenn man richtig liegt, wenn man nicht die Zeit hat, das auszusitzen, bringt es einem nichts. Alle zeitabhängigen Instrumente sind Teufelszeug.
Seit etwa 10 Jahren investiere ich fast ausschließlich (alle paar Jahre überkommt es mich und ich kaufe mir dann doch einen Optionsschein) in Aktien.
Ich suche unterbewertete Aktien, versuche das Unternehmen von Grund auf zu verstehen und halte so lange bis eine faire Bewertung eingetreten ist. Ich hatte in den letzten Jahren zwei Hauptaktien, das war ab 2016/17 die SW-Umwelttechnik und jetzt seit ein paar Jahren durchgehend AT&S. Daneben gab es eine weitere Handvoll Aktien, die ich meist aber nur als Beimischung hielt.
Und ja, ich bin über die Jahre gesehen Erfolgreich geworden, habe zwar einen Hauptberuf, kann es mir aber leisten, diesen nur nebenbei - in Teilzeit - auszuüben trotz relativ hoher finanzieller Verpflichtungen die man mit halberwachsenen studierenden Kindern eben so hat.