Ein fallender Candlestick-Chart (Symbolbild).
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SAP: Die Zahlen stürzen die Aktie noch tiefer in die Krise!

Die Kurskrise des deutschen Software- und Clouddienstleisters SAP verschärft sich nach den am Donnerstagmorgen vorgelegten Quartalszahlen. Die Hintergründe.
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SAP: Gute Zahlen bringen keine Wende

Während der deutsche Aktienmarkt auf eine in den vergangenen 12 Monaten starke Performance zurückblickt, ist SAP aus Anlegerperspektive eine Enttäuschung. Mit einem Minus von 26,6 Prozent verpassten es die Walldorfer, sowohl von der Gesamtmarktrallye als auch vom Hype um künstliche Intelligenz zu profitieren.

Im Gegenteil: KI ist für das Unternehmen vom potenziellen Wachstumstreiber zur Belastung geworden. Am Markt wird befürchtet, agentische KI könnten die Geschäftsmodelle von Software-Anbietern disruptieren. Der Trend ist ein branchenweiter und belastet auch die Anteile von Mitbewerbern wie Oracle und ServiceNow.

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Umsatz knapp unter den Markterwartungen

Viele Anlegerinnen und Anleger hatten angesichts der anhaltend schwachen Performance der Aktie auf einen Befreiungsschlag durch die Quartalszahlen gehofft. Dieser ist mit Blick auf die Kursreaktion am Donnerstagvormittag allerdings ausgeblieben.

Gegenüber dem Vorjahresquartal kletterten die Erlöse von 9,38 um 3 Prozent auf 9,68 Milliarden Euro, verfehlten damit aber die Konsensprognose von 9,7 Milliarden Euro knapp. Umso besser schlug sich SAP (SAP Aktie) dagegen beim operativen Ertrag, der auf 2,83 Milliarden Euro kletterte und die Schätzungen damit um 90 Millionen Euro übertreffen konnte.

Nettogewinn steigt dank Margenverbesserung deutlich

Die Verbesserung ist einer deutlich gestiegenen EBIT-Marge zu verdanken, welche von 26,0 im Vorjahreszeitraum auf 29,2 Prozent geklettert ist. Am Markt war mit einer um 100 Basispunkte niedrigeren Ertragsspanne gerechnet worden.

Dementsprechend konnten auch die Gewinnerwartungen von 1,47 Euro je Aktie übertroffen und ein Ergebnis von 1,58 Euro erzielt werden. Insgesamt wurde ein Nachsteuergewinn von knapp 1,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent.

Cloud liefert, finanzielle Sichtbarkeit nimmt zu

Wachstumstreiber war mit einem Umsatzplus von 19 Prozent auf 5,61 Milliarden Euro die Cloud-Sparte, wo die Geschäftsentwicklung an Fahrt aufgenommen hat. Da es sich hierbei größtenteils um jährlich wiederkehrende Erlöse (ARR) handelt, ist der Anteil "vorhersehbarer" Erlöse von 81 auf 84 Prozent gestiegen, was die finanzielle Visibilität des Konzerns erhöht.

Das Wachstum ist nach Aussage von Finanzchef Dominik Asam auch auf KI zurückzuführen: "Zwei Drittel unserer Kunden haben im vierten Quartal KI-Komponenten gebucht". Das ist ein Indiz dafür, dass die Sorgen gegenüber den Aussichten von SAP und damit auch der seit Monaten anhaltende Ausverkauf übertrieben sein könnte.

Wachstumsbeschleunigung erwartet, 10 Milliarden für Anleger

Für 2026 hat das Unternehmen einen ordentlichen Ausblick geliefert. Das Wachstum im Cloud-Geschäft soll weiter steigen und eine Rate von bis zu 25 Prozent erreichen. Die Produktumsätze sollen zwischen 12 und 13 Prozent zulegen, womit SAP optimistischer in die Zukunft blickt als die Analystenschar.

Auch beim freien Cashflow überraschte SAP positiv. Hier sollen bis zu 10 Milliarden Euro erreicht werden, während am Markt mit lediglich 9,4 Milliarden Euro gerechnet wurde. Das zeigt außerdem, dass der Konzern mit Blick auf mögliche Investitionen in die Ausweitung seiner Cloud- und KI-Kapazitäten einen defensiven, finanziell nachhaltigen Kurs fährt.

Die hohen Mittelzuflüsse sollen nicht zuletzt den Anlegerinnen und Anlegern zugutekommen. SAP hat ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis 10 Milliarden Euro bekanntgegeben, das über die kommenden zwei Jahre laufen soll.

Aktie stürzt auf ein neues Mehrjahrestief ab

Marktteilnehmende zeigen sich am Donnerstag unversöhnlich mit der Aktie und schicken sie nach einer bereits äußerst schwachen Eröffnung noch tiefer in den Keller. Ein Minus von mehr als 10 Prozent sorgt am frühen Vormittag nicht nur für ein neues 52-Wochen-Tief, sondern auch den niedrigsten Stand seit August 2024. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale.

In den vergangenen Monaten war der Abwärtstrend durch fallende technische Indikatoren bestätigt, der Relative-Stärke-Index läuft nach den zweistelligen Kursverlusten aber in den überverkauften Bereich, sodass nach einer Bodenbildung in den kommenden Tagen eine Gegenbewegung anlaufen dürfte.

Fazit: Marktreaktion in der Höhe kaum nachvollziehbar

Mit Ausnahme der Erlöse hat SAP ein Quartalsergebnis durchweg über den Erwartungen des Marktes geliefert. Auch der Ausblick für 2026 überzeugt, während das neue Buyback-Programm ein Zuckerl für die in den vergangenen Monaten verlustgeplagten Investoren ist.

Trotzdem scheint der Markt die Zahlen nicht zu schätzen zu wissen, sonst wäre die Aktie nicht noch in der Vorbörse auf ein neues Mehrjahrestief gefallen, was die Krise der Aktie trotz der zunehmend attraktiven Bewertung (KGVe 2026: 28; EV/EBITDA: ~16) verschärft. Sobald hier ein Boden gefunden ist, sollte mit dem Aufbau von Positionen begonnen werden.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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