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2026-QV-GDAXi-DJ-GOLD-EU RUSD-JPY

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Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VC1JQ23 , DE000VY1UQV2 , DE000VY0G6W5 , DE000VH37B36 , DE000VJ18HB7 , DE000VJ0R108 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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lo-sh:

2026-QV-GDAXi-DJ-GOLD-EURUSD-JPY

62
30.12.25 17:48
Liebes Traderkollegium,
2026 - Neues Jahr - neue Chancen inmitten einer diffusen geopolitischen Lage.  Die Frage für uns ist: wie können wir inmitten nicht vorhersehbarer, wirtschaftlicher und geopolitischen Umtriebe unsere Depots vorwärtsbringen? Antwort: indem wir wieder, wie im abgelaufenen Jahr, im Forum zusammenarbeiten und renditeträchtige Chancen gegenseitig austauschen bzw. aufmerksam machen!
In diesem Sinne - ALLEN gute Trades in 2026 und ein DANKE an unsere unterschiedlichen Trading - Spezialist/inn/en, die uns mit TopTipps und HintergrundInfos versorgen!   In diesem Sinne - guten Rutsch und erfolgreiches 2026 !
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Orientexpress.:

60000 ist gerissen

 
05.06.26 21:00
Antworten
elliottdax:

...

 
05.06.26 22:15
ABC-korrektur rollt, und die obligatorische y-bewegung (hinab zum roten C) steht noch bevor. *grins*
Antworten
pQ1a:

Marktpuls 5. Juni

10
06.06.26 03:16
Der SPY schloss den heutigen Handelstag bei 737,55 mit einem Minus von 2,58 Punkten. Dabei handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Rücksetzer, denn der Verkaufsdruck baute sich über den gesamten Tag hinweg systematisch auf und deutete auf einen klar risikoaversen Markttag hin.

Zwei Themen dominierten das Geschehen. Erstens überraschten die US-Arbeitsmarktdaten mit 172.000 neuen Stellen und einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,3% positiv – was paradoxerweise belastend wirkte, da es die Hoffnung auf baldige Fed-Zinssenkungen dämpfte und die Zinserwartungen wieder nach oben verschob. Zweitens brachen Technologie- und insbesondere Halbleiterwerte scharf ein. Der Technologiesektor verlor  -6,66%, während defensive Bereiche wie Basiskonsumgüter (+1,71%), Versorger (+0,93%) und Immobilien (+0,68%) im Plus blieben. Das zeigt deutlich: Anleger suchten Schutz, keine Renditechancen.

Im Optionsmarkt war das Bild strukturell besorgniserregend. Das Net Call Premium fiel auf -55,45 Mio. über alle Kategorien – Anleger räumten nicht nur Absicherungen ab, sondern gaben aktiv ihre Aufwärtspositionen auf. Der Gamma-Floor ist negativ, das Volatilitätsregime befindet sich im sogenannten Amplifying-Modus, was bedeutet, dass neue negative Schlagzeilen die Bewegung weiter verstärken könnten. Kritische Niveaus: Unter 735 droht eine Beschleunigung des Abwärtstrends, während 760 als starker Widerstand gilt.

Im Darkpool zeigte sich eine interessante Divergenz. Großes Nettokaufen wurde in SPY (+12,25 Mrd.) und QQQ (+9,69 Mrd.) registriert, gleichzeitig jedoch klare Nettoverkäufe in Halbleitern und Wachstumswerten wie MU, TSM und TSLA. Dies lässt sich weniger als bullisches Signal lesen, sondern eher als selektives Dip-Buying großer Marktteilnehmer bei weiterhin intakter interner Schwäche.

Der Fear & Greed Index fiel auf 41, die Marktbreite ist kollabiert, und die Nachfrage nach Hochzinsanleihen ist nahezu inexistent. Der Markt befindet sich zwar noch nicht im Panik-Modus, aber seine innere Gesundheit hat sich klar verschlechtert. Für die nächste Session sieht die Wahrscheinlichkeitsverteilung wie folgt aus: 43% für weiteren Abwärtsdruck, 34% für eine begrenzte Entlastungsrally, und 23% für eine seitwärts gerichtete Konsolidierung.

x.com/i/status/2063060546253910234
Antworten
pQ1a:

Marktstimmung

7
06.06.26 03:21
Der Fear & Greed Index liegt bei 41 und zeigt damit klar an, dass der Markt die Gier-Zone verlassen hat. Besonders auffällig ist der Premium Ratio von 0, was auf eine vollständige Entkopplung zwischen Kursentwicklung und Optionsprämienqualität hindeutet. Obwohl der Premium Trend mit 100 noch stark aussieht, zeichnen Marktbreite, Junk-Bond-Nachfrage (5,8) und Insider-Sentiment (0,1) ein deutlich trüberes Bild – der Geldfluss liefert keine gesunde Grundlage für eine Bullfortsetzung.

Der Markt befindet sich noch nicht im Panik-Modus, aber die innere Verfassung hat sich klar verschlechtert. Put-Call-Verhältnis und VIX (60) signalisieren anhaltenden Absicherungsbedarf, während die schwache Marktbreite (28–29) zeigt, dass Aufwärtsbeteiligung kaum vorhanden ist. Die Safe Haven Demand bei 45 bestätigt, dass Risikovermeidung weiterhin dominiert. Kurz gesagt: Die Marktpsychologie ist angeschlagen, aber eine vollständige Kapitulation hat noch nicht stattgefunden.

x.com/i/status/2063062013173961158
Antworten
hollewutz:

Moin Trader zum Samstag mal kurz BTC und ETH

13
06.06.26 07:31
in die Runde . Der Zeit geschuldet nur die Kurzfassung, heute geht es zur Interschutz nach Hannover.
Ein muss für den interessierten Retter oder Feuerwerker ;)

Bei BTC bin ich persönlich ja schon länger unterwegs ich hatte hier mal ein Zerti gepostet, dann aber auf ein anderes, nämlich dies hier A2T64E gewechselt. Ich bin hier damals im Schnitt zu 32K eingestiegen und habe meine Positonen in den Hochpunkten 95K/82 K und die letzten bei rund 72 K verkauft.
Nach dem Hoch im BTC im Sept 25 befinden wir uns aktuell in der Korrektur und  ja, es ist aktuell ein Bärenmarkt, klassisches 123, wie man im Chart zweifelsfrei erkennen kann. Schaut man sich die Wochenkerzen an, könnte die Korrektur sogar noch bis Ende 26 weitergehen. Aktuell habe ich noch keine neuen Käufe geplant, werde aber früher oder später wieder einsteigen. Ob direkt oder wieder Zerti habe ich da noch nicht entschieden.
Schaut man in den Chart, haben wir die erste Korrektur Zone im Bereich 63-58800 K erreicht.
Nächste Zone könnte dann der Bereich 53800 bis 49 K werden.

Alleine diese Woche haben wir 13 K abverkauft, es könnte also auch jederzeit eine knackige Gegenbewegung einsetzen. Wenn die Zone bis 49 K nicht halten sollte, könnten sogar extrme Kurse um 35 bis 28K aufleuchten. Persönlich glaube ich aber nicht daran. Wenn man in BTC investieren wollte, könnte man nach meiner Meinung die ersten Käufe jetzt tätigen, muss man aber nicht. Die 3 genannten Zonen könnte man dann das Kaufkapital entsprechend aufteilen zb aktuell 10 bis 20% in der 538 bis 49 K Zone 40 bis 60% Rest als Abstauber. Ich persönlich werde im Bereich um 50 K wieder mit größerem Geld einsteigen. Sollte BTC sogar unter 28 K fallen, würde ich ordentlich Mittel frei machen, aus meiner Sicht wäre das eine Chance die historisch ist, glaube aber selber nicht dran.
Anders bei ETH. ETH ist bekanntlich eine Blockchain, das bedeutet hier werden andere Token verwaltet bzw enstehen hier. Insofern ein ganz andere Ansatz. Ich denke hier, und da bin ich sicher nicht alleine, ETH wird der Gewinner des nächsten Bullenmarktes im Krypto Bereich sein. Hier habe ich bereits seit 1900$ angefangen über Staffelkäufe wieder dabei zu sein. Abgestaffelt in 100er Schritte und ab Kursen unter 1500$ auch in 50 er Schritten. Aber, man darf hier auch nicht verschweigen, ETH könnte sogar unter 1000$ fallen extrem low 800$ Auch hier würde ich massiv einsteigen.

Letztlich muss da Jeder seinen eigenen Ansatz finden und wie immer gibt es nicht "die eine Lösung"
Was aber sicher ist, nach diesem Bärenmarkt wird es auch den nächsten Bullenrun geben und das ist zu 100% sicher, zumindest aus meiner Wahrnehmung!
Soweit meine bescheidene Meinung zum Thema.
Natürlich darf es da auch andere geben, aber auch das ist sicher an der Börse, nicht Jeder kann zu den Gewinnern gehören, denn die Gewinner werden nun einmal von den Verlieren bezahlt.......  
(Verkleinert auf 35%) vergrößern
2026-QV-GDAXi-DJ-GOLD-EURUSD-JPY 1519672
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enrg:

Die Halbwertszeit von Markttrends

3
06.06.26 10:11
wird immer kürzer und es werden immer mehr Kühe und Schweine durch das Dorf getrieben, als man erfassen kann.
Am Seltsamsten mutete an, wie früh der Abverkauf von Trends passiert, wenn dann positive Nachrichten ankommen, ist der Kurs 20% tiefer.
Habe öfters mal Dividendenaktien bei Schwäche kurz vor Zahlung gekauft, um dann wenige Tage vor Ex zu verkaufen. Da findet der Abverkauf schon Tage voher statt, weil niemand die Dividende will. weil sie meist sofort versteuert wird. Es ist schon sehr stressig geworden.
Die Übertreibungen werden immer krasser. Kostoalany sagte einmal, an der Börse ist nicht 2+2=4 sondern 5-1, heute würde man sagen 10-6=4
zB Micon Technologies stieg seit April von 300 auf über 900 nun wieder auf 700 ... einfach krank
Antworten
Mister86:

Ich...

10
06.06.26 11:34
Ich habe mich komplett von der Börse zurückgezogen. Nach 20 Jahren wo ich relativ beständig immer mit dabei war.

Der Grund ist, dass schlicht und einfach GARNICHTS mehr funktioniert. Jede Strategie, jeder Einstiegspunkt, jede Überlegung zu Fundamentals. Nichts davon verfängt mehr. Auf keiner Zeitebene. Es ist egal was man macht, nichts führt zu nem Gewinn. Und es sind vor allem immer die Aktien, die man kauft, die fallen. Die, die man nicht kauft, gehen mitunter tatsächlich durch die Decke. Aber man hat nichts davon. Und sobald man etwas kauft, ist buchstäblich Minuten später selbst der tollste mehrwöchige oder mehrmonatige Aufwärtstrend vorbei und eine Aktie stürzt ab. In einer solchen massiven und nahezu jedes Mal wieder passierenden Weise hab ich das echt in 20 Jahren nicht erlebt.

Ich habe darüber neulich mit meinem alten Bankberater gesprochen, und er hat mir bestätigt, dass es vielen seiner Kunden genauso geht. Er sieht das Problem darin, dass die Märkte heute in Wirklichkeit komplett in den Händen von KIs und Quants sind. Selbst die früheren Trading-Algorithmen, die die Märkte ohnehin schon zu Zockerbuden gemacht haben, kommen nicht an das heran was moderne KIs der Big Boys können. Die mit fast unbegrenztem Geld nahezu jede Aktie in jede Richtung schieben können die sie wollen. Und Teil des Übels sind auch die Neobroker, die den Orderflow ihrer Kunden weiterverkaufen und somit den Großanlegern durch die damit verbundenen Daten  immer genau zeigen, wieviele Anleger wann bestimmte Aktien oder Derivate kaufen. Und da rein statistisch die meisten (Klein-)Anleger sich immer wie die breite Masse verhalten werden, kommt der Effekt  zustande, dass nur noch die Aktien fallen die man hat, und nur noch die Aktien steigen die man nicht hat. Sprich, in denen zur Zeit wenig Kleinanleger unterwegs sind. Das gab es zwar früher auch, aber mit den neuen KI-Systemen ist es praktisch zum Regelfall geworden und die Streuverluste wurden minimiert. Und somit sind auch alle Charttechnik und alle Fundamentals völlig egal. Und dienen im Zweifelsfall nur dazu, Anleger in Aktien reinzulocken um dann den Sack zuzumachen und die Aktie abstürzen zu lassen.

Man kann das Spiel nicht mehr gewinnen. Egal, was man tut. Es ist völlig unmöglich, in einem solchen Umfeld als Kleinanleger zu überleben. Und mein Bankberater sagt auch, dass er und seine Kollegen inzwischen garnicht mehr zum Kauf von Einzelaktien raten, weil eben alles so volatil ist. Und da die extreme Volatilität von Einzelaktien sich natürlich an irgendnem Punkt auch auf gesamte Indizes und Fonds durchschlägt, gibt es auch immer mehr Kunden, die ihn verärgert anrufen weil selbst ihre ETFs die sie empfohlen bekommen haben nicht mehr performen.

Zusammenfassend, mein Rat nach 20 Jahren Börsenerfahrung: Lasst es. Gebt euer Hobby auf. Verkauft alles, und legt euer Geld in andere Assets an. Die Big Boys haben mit immer ausgefeilteren Computersystemen die Märkte derart kaputtgezockt, dass für den Kleinanleger nichts mehr zu holen ist.
Antworten
pQ1a:

Mister86

4
06.06.26 12:56
liegt die Untimebarkeit darin dass in kurzen Zeitfenstern gehandelt wird? Auf lange bzw sehr lange Sicht sollte die Volatilität weniger bis gar keine Rolle spielen  
Antworten
tuorT:

Mister 86

7
06.06.26 13:10
Hätte nicht gedacht....dass ich mal mit elliot auf einer Wellenlänge liege
Bankberater waren noch NIE eine gute Option....und pQ1a hat wohl recht....hin und her macht Taschen leer...btw...diese Strategie war schon immer erfolgreich....;-)))
Das Problem liegt einfach in dem Verständnis...dass man an der Börse selten schnell reich wird...und wenn, dann frisst die Gier das Hirn und alles ist wieder weg.....
Hättest du deine Aktien noch, welche du vor 20 Jahren hattest, wo würde dein Depot denn aktuell stehen?
Time in the market beats timing the market.....aber solange man davon ausgeht, schlauer als der Markt zu sein, wird das nix.....
Antworten
Mister86:

Es gibt...

5
06.06.26 14:09
Es gibt auch genug Aktien die sich in 10 oder 20 Jahren nicht bewegt haben oder  deren Unternehmen ganz in der Senke verschwunden sind. Da ist auch viel Survivor Bias dabei, wenn man so argumentiert.

Es funktioniert einfach nichts mehr von dem womit ich in der Vergangenheit mitunter sehr ansehnlich an der Börse Geld verdient hab. Wie ich oben schrieb. Die Märkte haben sich verändert, und sind zu einem Ort geworden wo Kleinanleger nix verloren haben. Deshalb habe ich es vorgezogen, alles zu verkaufen und mein Börsen-Hobby aufzugeben. Und seitdem ich das getan habe, bin ich sehr viel sorgenfreier, und möchte keine meiner Aktien zurûck haben. Echt die beste Entscheidung seit langem. Kann ich vorbehaltlos absolut jedem hier empfehlen.
Antworten
Mister86:

und...

4
06.06.26 14:24
und man muss es mal so sehen: man tritt als Kleinanleger mit einem Informationshorizont nahe null und mit jede Menge unüberwindbarem Bias an gegen Computersysteme und KIs die in einer Millisekunde mehr Daten verarbeiten können als ein normaler Mensch in einem ganzen Menschenleben. Wie soll sowas funktioneren.  Wie soll man da langfristig auch nur einen Cent Gewinn machen. Und damit meine ich nicht nur den Hochfrequenzhandel und die Algorithmen. Sondern auf jeder Zeitebene hat man es mit einem Gegner und Gegnern zu tun, die die menschliche Denkleistung millionenfach übertreffen.

Mir reicht's. Und damit bin ich nicht allein.
Antworten
frechdax1:

Jeder wie er mag

 
06.06.26 16:27
Finde deine Offenheit gut, dass du mit Aktien nichts mehr am Hut hast.
Die einen leisten sich teure Autos und gehen in Puff. Und die anderen verprassen ihr Geld.
Antworten
taube16:

@Mister

2
06.06.26 18:41
erstmal danke auch von mir für die offenen Worte.
Ich sehe es zumindest ähnlich wie du - ich bin mit (Day)Trading dauerhaft auf die Nase geflogen.
Mir fehlte dafür wohl das know-how bzw. das grundlegende Verständnis sowie vielleicht auch das "Händchen". Man kann nicht alles können ;)
Mit Aktien habe ich erst so richtig ernsthaft im Januar angefangen, habe also noch keine Langzeiterfahrung.
Die Aktien davor hatte ich teils nur Tage oder Schrotttittel wie Steinhoff damals - typische Kleinanlegerfallen.

Schau ich mir aber Titel an wie ne Allianz, Freenet, Amazon, American Express etc. also "gute" Titel, denke ich kommt man über die Jahre schon auf seinen Schnitt. Gemischt mit "konservativen" ETFs sollte ein Depot zumindest die Inflation schlagen, so meine Hoffnung ;)

Das Zocken kann ich nicht lassen - bin auch in Semis/Techs drin, wohlwissend dass hier mal fix -50% im Buch stehen können.

On the long run, sollte es aber auch für uns Kleinanleger ohne Expertise und Systeme ertragreich sein, wenn man nicht gierig wird und konservativ an die Sache ran geht.  
Antworten
Absaufklausel:

Du bist nicht allein

2
06.06.26 21:07
Ich...
Ich habe mich komplett von der Börse zurückgezogen. Nach 20 Jahren wo ich relativ beständig immer mit dabei war.

Der Grund ist, dass schlicht und einfach GARNICHTS mehr funktioniert. Jede Strategie, jeder Einstiegspunkt, jede Überlegung zu Fundamentals. Nichts davon verfängt mehr. Auf keiner Zeitebene. Es ist egal was man macht, nichts führt zu nem Gewinn. Und es sind vor allem immer die Aktien, die man kauft, die fallen. Die, die man nicht kauft, gehen mitunter tatsächlich durch die Decke. Aber man hat nichts davon. Und sobald man etwas kauft, ist buchstäblich Minuten später selbst der tollste mehrwöchige oder mehrmonatige Aufwärtstrend vorbei und eine Aktie stürzt ab. In einer solchen massiven und nahezu jedes Mal wieder passierenden Weise hab ich das echt in 20 Jahren nicht erlebt.

Ich habe darüber neulich mit meinem alten Bankberater gesprochen, und er hat mir bestätigt, dass es vielen seiner Kunden genauso geht. Er sieht das Problem darin, dass die Märkte heute in Wirklichkeit komplett in den Händen von KIs und Quants sind. Selbst die früheren Trading-Algorithmen, die die Märkte ohnehin schon zu Zockerbuden gemacht haben, kommen nicht an das heran was moderne KIs der Big Boys können. Die mit fast unbegrenztem Geld nahezu jede Aktie in jede Richtung schieben können die sie wollen. Und Teil des Übels sind auch die Neobroker, die den Orderflow ihrer Kunden weiterverkaufen und somit den Großanlegern durch die damit verbundenen Daten  immer genau zeigen, wieviele Anleger wann bestimmte Aktien oder Derivate kaufen. Und da rein statistisch die meisten (Klein-)Anleger sich immer wie die breite Masse verhalten werden, kommt der Effekt  zustande, dass nur noch die Aktien fallen die man hat, und nur noch die Aktien steigen die man nicht hat. Sprich, in denen zur Zeit wenig Kleinanleger unterwegs sind. Das gab es zwar früher auch, aber mit den neuen KI-Systemen ist es praktisch zum Regelfall geworden und die Streuverluste wurden minimiert. Und somit sind auch alle Charttechnik und alle Fundamentals völlig egal. Und dienen im Zweifelsfall nur dazu, Anleger in Aktien reinzulocken um dann den Sack zuzumachen und die Aktie abstürzen zu lassen.

Man kann das Spiel nicht mehr gewinnen. Egal, was man tut. Es ist völlig unmöglich, in einem solchen Umfeld als Kleinanleger zu überleben. Und mein Bankberater sagt auch, dass er und seine Kollegen inzwischen garnicht mehr zum Kauf von Einzelaktien raten, weil eben alles so volatil ist. Und da die extreme Volatilität von Einzelaktien sich natürlich an irgendnem Punkt auch auf gesamte Indizes und Fonds durchschlägt, gibt es auch immer mehr Kunden, die ihn verärgert anrufen weil selbst ihre ETFs die sie empfohlen bekommen haben nicht mehr performen.

Zusammenfassend, mein Rat nach 20 Jahren Börsenerfahrung: Lasst es. Gebt euer Hobby auf. Verkauft alles, und legt euer Geld in andere Assets an. Die Big Boys haben mit immer ausgefeilteren Computersystemen die Märkte derart kaputtgezockt, dass für den Kleinanleger nichts mehr zu holen ist.
Mister86, 06.06.26 11:34
Ich kann den Frust gut nachvollziehen. Gerade in den letzten Jahren fühlt es sich oft so an, als würde nichts mehr sauber funktionieren: Trends brechen abrupt, gute Setups kippen plötzlich, Einzeltitel werden extrem herumgeschoben und viele klassische Signale liefern deutlich mehr Fehlsignale als früher.

Ich würde daraus aber nicht ableiten, dass Börse gar nicht mehr funktioniert. Eher hat sich das Spiel verändert.

Einzelaktien sind heute für Privatanleger deutlich schwieriger geworden, weil Kapitalflüsse, ETF-Ströme, Optionshandel, Algo-Handel, KI-Systeme und sehr schnelle Rotation viel stärker wirken als früher. Wer versucht, einzelne Aktien nur über Bauchgefühl, Story oder alte Fundamentallogik zu kaufen, läuft schnell in genau diese Fallen.

Deshalb finde ich den Blick auf Sektorrotation spannender.
Nicht die Frage: Welche Aktie ist jetzt billig?
Sondern:
Wo fließt Kapital aus alten Gewinnern ab?
Welche Sektoren werden schwächer?
Welche Bereiche werden leise aufgebaut?
Wo entsteht relative Stärke gegen den Gesamtmarkt?
Und wo ist es nur ein kurzfristiger Hype?

Genau dafür bauen wir gerade ein kleines Source-to-Target-Modell. Es beobachtet nicht einzelne Aktien als Wette, sondern Kapitalrotation zwischen Sektoren und Asset-Bereichen. Also z. B. Technology, Semiconductors, Energy, Health Care, Financials, Real Estate, Gold, Bitcoin, Rohstoffe und später auch Themencluster wie Krypto, Space Economy oder Robotics.

Der Vorteil: Man versucht nicht, jeden Einzelwert zu erraten, sondern schaut, ob ganze Bereiche institutionell stärker oder schwächer werden. Der Bankberater wird ersetzt durch Statistik und X oder Stock3 werden ihre Geschäftsmodelle überdenken müssen.  KI ist für jedermann preiswert zugänglich!

Im aktuellen Score sieht man z. B.:
Technology und Semiconductors wirken eher reif.
Energy ist ebenfalls nicht mehr früh.
Goldminen und Bitcoin sind noch nicht bestätigt.
Health Care, Financials, Real Estate, Industrials und Small Caps stehen eher auf Watchlist.

Das heißt nicht automatisch kaufen. Es heißt nur: systematisch beobachten, wo Kapital möglicherweise hinwandert.

KI kann dabei helfen, Daten zu sortieren, Widersprüche zu erkennen und jede Woche denselben Prozess durchzuziehen. Aber die Entscheidung bleibt beim Menschen. Genau da liegt aus meiner Sicht der Unterschied: nicht „KI schlägt den Markt“, sondern KI hilft, weniger chaotisch auf einen chaotischen Markt zu schauen.

Ich würde Börse deshalb nicht komplett abschreiben. Aber ich würde heute deutlich weniger auf Einzelaktien-Glück setzen und mehr auf Struktur, Sektoren, Kapitalflüsse, Risikomanagement und Geduld.
https://www.ariva.de/forum/...lgethread-492108?page=1575#jumppos39377
Antworten
Mister86:

wie gesagt...

 
06.06.26 22:31
wie gesagt, ich bin 20 Jahre an der Börse. Und ich habe auch in der Zeit tunlichst mitbekommen, was man lieber bleiben lassen sollte. Daytrading ist überhaupt nicht mein Zeithorizont. Eben weil da logischerweise die Chancen so schlecht stehen. Mein Anlagehorizont waren immer Monate, Halbjahre, bis zu nem Jahr oder länger wenn es sein musste. Nur wenn eine Aktie wider Erwarten mal sofort durch die Decke ging, hab ich die Position dann natürlich sehr bald geschlossen.

Aber so eine geballte Ladung direkt aneinander gereihtes chronisches Pech wie im letzten halben bis dreiviertel Jahr habe ich in 20 Jahren Börse nicht einmal erlebt. Ich habe Crashs und Bärenmärkte mitgemacht, und diese auch jeweils so gut es ging überlebt. Aber sowas wie in der letzten Zeit, das ist echt beispiellos. Bei ansonsten den gleichen Strategien wie früher, die früher auch erfolgreich waren, einschließlich Vorsichtsmaßnahmen, ausgedehnte Recherchen zu Aktien, und das Beobachten von Charts, obwohl letzteres alleine ja ohnehin schon lange keine erfolgreiche Strategie mehr ist.

Aber mein Bankberater, der ein absoluter alter Hase seines Fachs ist, hat mir halt auch gesagt, das war kein Pech, sondern es ist symptomatisch für die Märkte wie sie heute sind, und wie er es auch von seinen anderen Kunden mitbekommt. Es funktioniert einfach NICHTS mehr. GARNICHTS. Keine Strategien, keine due diligence, wie gesagt keine Charttechnik, und auch alles andere nicht. Die Algos und KIs haben es perfektioniert, dass dem Kleinanleger einfach keine Chancen mehr bleiben, etwas richtig zu machen. Ich rede nicht davon, dass man vielleicht doch mal ein Geschäft mit nem Plus abschließt. Sondern davon, dass man längerfristig mehr aus dem Markt rausbekommt als man reinsteckt. Und denkt nicht, dass den Algos die Kleinanleger egal sind. Gut ein Viertel bis ein Drittel aller Anleger sind Kleinanleger, was auch heißt, bei denen ist einiges zu holen wenn man sie geschickt genug immer wieder austrickst.

Auch "buy and hold" kann man inzwischen vergessen. Ich hatte vereinzelt auch ein paar Depotleichen, wohlgemerkt Dax- und Mdax-Unternehmen, die seit Jahren notleidend waren und wo sich der Kurs seitdem keinen Deut bewegt hatte. Waren übrigens alles sehr vielversprechende Unternehmen. Gesunde Fundamentals, nicht zu teuer, unauffälliger Chart. Aber jedes von denen brach dann kurzerhand Stunden bis Tage später einfach mal so seinen langfristigen Aufwärtstrend ab und fiel teilweise ins Bodenlose.

Ich glaube nicht, dass der Kleinanleger als solcher ausstirbt. Denn für jeden Kleinanleger, der entnervt die Börse verlässt, kommt ein neuer durch die Drehtür, der felsenfest überzeugt ist, dass ihm das alles niemals passieren kann. Aber was aussterben wird, das ist die Profitabilität als Kleinanleger. Denn jeder Cent, den die KIs an Überperformance erwirtschaften, muss irgendwo herkommen. Und da sind Kleinanleger einfach das leichteste Opfer.  
Antworten
Absaufklausel:

Wie geantwortet

 
06.06.26 22:59
wie gesagt...
wie gesagt, ich bin 20 Jahre an der Börse. Und ich habe auch in der Zeit tunlichst mitbekommen, was man lieber bleiben lassen sollte. Daytrading ist überhaupt nicht mein Zeithorizont. Eben weil da logischerweise die Chancen so schlecht stehen. Mein Anlagehorizont waren immer Monate, Halbjahre, bis zu nem Jahr oder länger wenn es sein musste. Nur wenn eine Aktie wider Erwarten mal sofort durch die Decke ging, hab ich die Position dann natürlich sehr bald geschlossen.

Aber so eine geballte Ladung direkt aneinander gereihtes chronisches Pech wie im letzten halben bis dreiviertel Jahr habe ich in 20 Jahren Börse nicht einmal erlebt. Ich habe Crashs und Bärenmärkte mitgemacht, und diese auch jeweils so gut es ging überlebt. Aber sowas wie in der letzten Zeit, das ist echt beispiellos. Bei ansonsten den gleichen Strategien wie früher, die früher auch erfolgreich waren, einschließlich Vorsichtsmaßnahmen, ausgedehnte Recherchen zu Aktien, und das Beobachten von Charts, obwohl letzteres alleine ja ohnehin schon lange keine erfolgreiche Strategie mehr ist.

Aber mein Bankberater, der ein absoluter alter Hase seines Fachs ist, hat mir halt auch gesagt, das war kein Pech, sondern es ist symptomatisch für die Märkte wie sie heute sind, und wie er es auch von seinen anderen Kunden mitbekommt. Es funktioniert einfach NICHTS mehr. GARNICHTS. Keine Strategien, keine due diligence, wie gesagt keine Charttechnik, und auch alles andere nicht. Die Algos und KIs haben es perfektioniert, dass dem Kleinanleger einfach keine Chancen mehr bleiben, etwas richtig zu machen. Ich rede nicht davon, dass man vielleicht doch mal ein Geschäft mit nem Plus abschließt. Sondern davon, dass man längerfristig mehr aus dem Markt rausbekommt als man reinsteckt. Und denkt nicht, dass den Algos die Kleinanleger egal sind. Gut ein Viertel bis ein Drittel aller Anleger sind Kleinanleger, was auch heißt, bei denen ist einiges zu holen wenn man sie geschickt genug immer wieder austrickst.

Auch "buy and hold" kann man inzwischen vergessen. Ich hatte vereinzelt auch ein paar Depotleichen, wohlgemerkt Dax- und Mdax-Unternehmen, die seit Jahren notleidend waren und wo sich der Kurs seitdem keinen Deut bewegt hatte. Waren übrigens alles sehr vielversprechende Unternehmen. Gesunde Fundamentals, nicht zu teuer, unauffälliger Chart. Aber jedes von denen brach dann kurzerhand Stunden bis Tage später einfach mal so seinen langfristigen Aufwärtstrend ab und fiel teilweise ins Bodenlose.

Ich glaube nicht, dass der Kleinanleger als solcher ausstirbt. Denn für jeden Kleinanleger, der entnervt die Börse verlässt, kommt ein neuer durch die Drehtür, der felsenfest überzeugt ist, dass ihm das alles niemals passieren kann. Aber was aussterben wird, das ist die Profitabilität als Kleinanleger. Denn jeder Cent, den die KIs an Überperformance erwirtschaften, muss irgendwo herkommen. Und da sind Kleinanleger einfach das leichteste Opfer.  
Mister86, 06.06.26 22:31
Vielleicht ist nicht die Börse kaputt – vielleicht reicht der alte Werkzeugkasten nicht mehr

Ich kann den Frust absolut nachvollziehen.

Wer in den letzten Monaten mehrfach erlebt hat, dass vermeintlich solide Aktien mit guter Story, gesunden Fundamentaldaten und unauffälligem Chart plötzlich brechen, kommt irgendwann an den Punkt, an dem man sich fragt:

Funktioniert überhaupt noch irgendetwas?

Meine Sicht darauf:

Ja, Märkte sind schwieriger geworden.
Ja, Einzelaktien können heute brutaler und schneller brechen als früher.
Ja, Algos, ETFs, Optionsflüsse, Liquidität, Makro und KI verändern den Markt.
Und ja: Eine „gute Firma“ ist nicht automatisch eine „gute Aktie“.

Aber daraus würde ich nicht ableiten, dass gar nichts mehr funktioniert.

Was schlechter funktioniert, ist der klassische Privatanleger-Werkzeugkasten:

Gute Firma suchen.
Etwas Fundamentalanalyse machen.
Chart anschauen.
Kaufen.
Aussitzen.
Hoffen, dass der Markt es irgendwann erkennt.

Das reicht oft nicht mehr.

Der Markt fragt nicht zuerst, ob ein Unternehmen interessant klingt. Der Markt fragt:

Fließt Kapital in diesen Sektor?
Ist der Bereich relativ stark oder schwach?
Wird dort akkumuliert oder verteilt?
Ist der Sektor früh im Zyklus oder schon reif?
Ist die Aktie stärker als ihr Sektor?
Oder wird sie nur im allgemeinen Abverkauf mitgezogen?

Genau hier liegt aus meiner Sicht ein Kernproblem vieler Privatanleger.

Man kauft eine Aktie, aber handelt unbewusst den ganzen Sektor, den Faktor, die Liquiditätslage und das Marktregime mit. Wenn der gesamte Bereich gerade verkauft wird, hilft die beste Einzeltitelstory oft wenig.

Dazu kommt das Klumpenrisiko.

Einzelaktien können dauerhaft beschädigt werden. Auch bekannte Namen. Auch Unternehmen mit guter Bilanz. Auch Aktien, die jahrelang „vielversprechend“ aussahen.

Wer sein Depot nicht breit genug streut, trägt oft mehr Einzeltitelrisiko, als ihm bewusst ist. Dann reicht nicht ein großer Fehler. Dann reichen mehrere mittelgroße Treffer in ähnlichen Branchen, Faktoren oder Stories, und das Depot steht strukturell unter Druck.

Buy and Hold bei einem breit gestreuten Index ist etwas anderes als Buy and Hold bei ein paar Einzelaktien.

Einzelaktien brauchen deshalb härtere Regeln:

Warum kaufe ich?
Welche These steckt dahinter?
Welche Marke darf nicht brechen?
Wie groß darf die Position maximal sein?
Wann reduziere ich?
Wann war ich objektiv falsch?
Wie stark hängt mein Depot an einem Sektor, einer Story oder einem Makro-Szenario?

Ohne diese Fragen wird aus Analyse schnell Hoffnung.

Ich glaube deshalb nicht, dass Kleinanleger chancenlos sind. Aber sie brauchen heute mehr Struktur.

Weniger Bauchgefühl.
Weniger Story.
Weniger „die Aktie ist doch günstig“.
Mehr Marktphase.
Mehr Sektorrotation.
Mehr relative Stärke.
Mehr Risikobegrenzung.
Mehr Streuung.

Genau daran arbeite ich gerade mit einem Source-to-Target-Modell.

Die Idee ist nicht, den Markt perfekt vorherzusagen. Das kann niemand.

Die Idee ist, früher zu erkennen:

Wo wird Kapital aus alten Gewinnern abgezogen?
Welche Sektoren werden möglicherweise leise aufgebaut?
Wo ist ein Bereich nur billig, aber weiter schwach?
Wo ist ein Sektor schon überhitzt?
Wo entsteht echte Akkumulation?

Erst kommt der Kapitalstrom.
Dann der Sektor.
Dann die Aktie oder der ETF.

KI kann dabei helfen, Daten zu strukturieren, Widersprüche sichtbar zu machen, Scores zu aktualisieren und jede Woche denselben Prozess anzuwenden.

Aber KI trifft keine Investmententscheidung.

Sie ersetzt nicht Erfahrung, Risikogefühl und Marktverständnis. Sie kann nur helfen, weniger chaotisch zu entscheiden.

Vielleicht ist also nicht die Börse kaputt.

Vielleicht funktioniert nur ein alter Ansatz nicht mehr zuverlässig:

Einzeltitel suchen, Story glauben, Rückschläge aussitzen.

Der bessere Weg könnte sein:

erst Marktregime, dann Sektorrotation, dann relative Stärke, dann Risikomanagement, dann erst der konkrete Kauf.

Nicht jeder Verlust lässt sich vermeiden.

Aber man kann vermeiden, dauerhaft gegen den Kapitalstrom zu handeln.
Antworten
Absaufklausel:

Dax Mdax Problem

 
06.06.26 23:01
Warum viele DAX- und MDAX-Werte aktuell so schwierig sind

Viele Anleger schauen auf einzelne deutsche Aktien und denken:

Das Unternehmen ist doch solide.
Die Bewertung ist nicht teuer.
Der Chart sieht nach Boden aus.
Die Aktie müsste doch irgendwann drehen.

Genau hier liegt aktuell das Problem.

Bei vielen DAX- und besonders MDAX-Werten ist nicht nur die einzelne Aktie schwach, sondern der gesamte Kontext.

Deutschland steht als Börsenstandort unter Druck. Die Industrie kämpft mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten, Energiepreisen, Regulierung, Fachkräftemangel und strukturellen Standortproblemen. Dazu kommen Zinsen, Finanzierungskosten und eine sehr selektive Kapitalrotation.

Der DAX wirkt dabei oft robuster, weil dort viele große, international ausgerichtete Konzerne enthalten sind. Viele dieser Unternehmen verdienen weltweit, profitieren von globalen Trends und haben leichteren Kapitalmarktzugang.

Der MDAX ist anders.

Dort finden sich mehr klassische Industrie-, Maschinenbau-, Chemie-, Immobilien-, Konsum- und Mittelstandsnähe. Viele dieser Werte hängen stärker an Deutschland und Europa. Sie reagieren empfindlicher auf schwache Konjunktur, höhere Finanzierungskosten und sinkende Marktbreite.

Das führt zu einem wichtigen Punkt:

Eine gute Firma ist nicht automatisch eine gute Aktie.

Und eine günstige Aktie ist nicht automatisch ein Kauf.

Wenn der ganze Sektor relativ schwach ist, wenn Kapital aus dem Bereich abfließt, wenn Gewinnrevisionen fallen oder wenn institutionelle Anleger andere Themen bevorzugen, kann eine Aktie lange günstig bleiben. Dann wird aus „unterbewertet“ schnell eine Value Trap.

Viele Privatanleger unterschätzen dabei das Klumpenrisiko.

Wer mehrere deutsche Einzelwerte hält, glaubt vielleicht, breit gestreut zu sein. In Wirklichkeit hängt das Depot oft an denselben Faktoren:

Deutschland
Industrie
Zykliker
Zinsen
Energiepreise
schwache Binnenkonjunktur
Small- und Mid-Cap-Liquidität

Dann wirken es wie fünf verschiedene Aktien, aber im Stressfall ist es ein einziger großer Trade.

Genau deshalb reicht klassische Einzeltitelanalyse oft nicht mehr aus.

Nicht zuerst fragen:

Ist die Aktie billig?

Sondern zuerst fragen:

Fließt Kapital in diesen Sektor?
Ist der Bereich relativ stark oder schwach?
Ist die Aktie stärker als ihr Sektor?
Wird akkumuliert oder verteilt?
Ist der Sektor früh im Zyklus oder schon reif?
Wie groß ist das Klumpenrisiko im Depot?

Erst Marktregime.
Dann Sektorrotation.
Dann relative Stärke.
Dann Volumen und Kapitalfluss.
Dann erst Einzelaktie oder ETF.

Das ist auch der Grund, warum ich aktuell an einem Source-to-Target-Modell arbeite.

Die Idee:

Nicht die Aktie isoliert betrachten, sondern erkennen, wo Kapital aus alten Gewinnern abfließt und welche Bereiche möglicherweise neue Targets werden.

Bei DAX- und MDAX-Werten heißt das konkret:

Ein deutscher Einzeltitel kann fundamental interessant sein.
Aber wenn sein Sektor relativ schwach bleibt, wenn der MDAX weiter underperformt oder wenn Kapital international in andere Themen fließt, handelt man gegen den Kapitalstrom.

Und gegen den Kapitalstrom gewinnt man selten dauerhaft.

Der bessere Ansatz ist deshalb:

weniger Story
weniger „die Aktie ist doch günstig“
weniger Deutschland-Klumpen
mehr Sektorfilter
mehr relative Stärke
mehr Risikomanagement
mehr Streuung

Nicht jeder Verlust lässt sich vermeiden.

Aber man kann vermeiden, dauerhaft in schwachen Bereichen nach vermeintlichen Schnäppchen zu suchen, während das große Kapital längst woanders arbeitet.
Antworten
bullbaer1:

sorry wenn nichts mehr funktioniert

 
06.06.26 23:20
wie gesagt...
wie gesagt, ich bin 20 Jahre an der Börse. Und ich habe auch in der Zeit tunlichst mitbekommen, was man lieber bleiben lassen sollte. Daytrading ist überhaupt nicht mein Zeithorizont. Eben weil da logischerweise die Chancen so schlecht stehen. Mein Anlagehorizont waren immer Monate, Halbjahre, bis zu nem Jahr oder länger wenn es sein musste. Nur wenn eine Aktie wider Erwarten mal sofort durch die Decke ging, hab ich die Position dann natürlich sehr bald geschlossen.

Aber so eine geballte Ladung direkt aneinander gereihtes chronisches Pech wie im letzten halben bis dreiviertel Jahr habe ich in 20 Jahren Börse nicht einmal erlebt. Ich habe Crashs und Bärenmärkte mitgemacht, und diese auch jeweils so gut es ging überlebt. Aber sowas wie in der letzten Zeit, das ist echt beispiellos. Bei ansonsten den gleichen Strategien wie früher, die früher auch erfolgreich waren, einschließlich Vorsichtsmaßnahmen, ausgedehnte Recherchen zu Aktien, und das Beobachten von Charts, obwohl letzteres alleine ja ohnehin schon lange keine erfolgreiche Strategie mehr ist.

Aber mein Bankberater, der ein absoluter alter Hase seines Fachs ist, hat mir halt auch gesagt, das war kein Pech, sondern es ist symptomatisch für die Märkte wie sie heute sind, und wie er es auch von seinen anderen Kunden mitbekommt. Es funktioniert einfach NICHTS mehr. GARNICHTS. Keine Strategien, keine due diligence, wie gesagt keine Charttechnik, und auch alles andere nicht. Die Algos und KIs haben es perfektioniert, dass dem Kleinanleger einfach keine Chancen mehr bleiben, etwas richtig zu machen. Ich rede nicht davon, dass man vielleicht doch mal ein Geschäft mit nem Plus abschließt. Sondern davon, dass man längerfristig mehr aus dem Markt rausbekommt als man reinsteckt. Und denkt nicht, dass den Algos die Kleinanleger egal sind. Gut ein Viertel bis ein Drittel aller Anleger sind Kleinanleger, was auch heißt, bei denen ist einiges zu holen wenn man sie geschickt genug immer wieder austrickst.

Auch "buy and hold" kann man inzwischen vergessen. Ich hatte vereinzelt auch ein paar Depotleichen, wohlgemerkt Dax- und Mdax-Unternehmen, die seit Jahren notleidend waren und wo sich der Kurs seitdem keinen Deut bewegt hatte. Waren übrigens alles sehr vielversprechende Unternehmen. Gesunde Fundamentals, nicht zu teuer, unauffälliger Chart. Aber jedes von denen brach dann kurzerhand Stunden bis Tage später einfach mal so seinen langfristigen Aufwärtstrend ab und fiel teilweise ins Bodenlose.

Ich glaube nicht, dass der Kleinanleger als solcher ausstirbt. Denn für jeden Kleinanleger, der entnervt die Börse verlässt, kommt ein neuer durch die Drehtür, der felsenfest überzeugt ist, dass ihm das alles niemals passieren kann. Aber was aussterben wird, das ist die Profitabilität als Kleinanleger. Denn jeder Cent, den die KIs an Überperformance erwirtschaften, muss irgendwo herkommen. Und da sind Kleinanleger einfach das leichteste Opfer.  
Mister86, 06.06.26 22:31
da wäre ein tipp erstmal pause zu machen. und wenn einer 50 jahre an der börse ist gibt es keine garantie ständig richtig zu liegen. als erstes wird immer die schuld nicht erfolgreich zu sein, bei den anderen gesucht, jetzt hat es die ki verbockt nicht erfolgreich zu sein. wer über 50 prozent short im markt ist wird sicher nicht auf dauer gewinne generieren, sieht ja jeder dass der markt seit 100 jahren steigtnmit kurzen bruchphasen. ausdauer geduld disziplin und nie mit den namen muss handeln. müssen tut gar nichts.
das wort muss, sollte an der börse verboten werden.

pause umdenken strategiewechsel ist die frage,
deshalb meine ich haben ihre strategie in die divistrategie polarisiert, da tägliche fehltrades kaum vorkommen und cash fliesst ohme zeitaufwand...

alles gute und erfolg weiterhin...




Antworten
Orientexpress.:

Moin moin

 
06.06.26 23:33
Den markt kann man nicht schlagen ,da er keine Spielregeln hat .
Die besten Anleger kaufen und halten mit Geldern das Sie die nächsten 10 Jahre nicht brauchen wenn es mal schlechter läuft .
Das aussitzen können nur wenige .
Gewinnen kann jeder nur verlieren nur wenige .
Mit der etf Strategie auf Index wie dax s
Antworten
Orientexpress.:

Wieder nicht alles eingefügt grrrr

 
06.06.26 23:36
Antworten
Absaufklausel:

Der Markt hat sehr wohl Spielregeln

 
06.06.26 23:52
– er verrät sie nur nicht jedem beim ersten Date.
„Kaufen und 10 Jahre weglegen“ ist keine Strategie gegen Verluste, sondern ein Beruhigungstee mit Depotnummer. Kann funktionieren, klar. Aber wer glaubt, DAX-ETF kaufen sei automatisch Intelligenz, verwechselt Geduld mit Analyse. Gewinnen kann jeder mal. Entscheidend ist, wer weiß, wann er falsch liegt.
Antworten
Absaufklausel:

Die Vermögensverwaltung der Welt

 
00:08
ist extrem konzentriert.

Die 500 größten Vermögensverwalter verwalteten Ende 2024 rund 139,9 Billionen US-Dollar. Allein die größten Namen wie BlackRock, Vanguard, Fidelity, State Street, J.P. Morgan, Goldman Sachs, UBS, Capital Group, Allianz und Amundi bewegen zusammen Vermögen in einer Größenordnung von rund 50 Billionen US-Dollar. BlackRock liegt mit etwa 11,5 Billionen US-Dollar an der Spitze, Vanguard folgt mit rund 10 Billionen US-Dollar.

Wichtig ist dabei: Pensionsfonds, Versicherungen, Staatsfonds und Stiftungen besitzen das Kapital häufig selbst. BlackRock, Vanguard & Co. verwalten dieses Kapital oft nur über Fonds, ETFs oder Mandate. Trotzdem entsteht dadurch enorme Marktmacht, weil über Indexprodukte, ETF-Ströme und institutionelle Mandate sehr viel Kapital in dieselben großen Märkte und dieselben großen Aktien gelenkt wird.

Viele Anleger glauben deshalb, Diversifikation bedeutet: mehrere ETFs kaufen und zehn Jahre liegen lassen.

Das ist nur die halbe Wahrheit.

Wer einen MSCI World, einen S&P 500 ETF und vielleicht noch einen Nasdaq-ETF hält, hat oft nicht drei verschiedene Strategien, sondern dreimal dieselben Schwergewichte im Depot:

Microsoft, Apple, Nvidia, Amazon, Alphabet, Meta.

Dazu kommt: Viele dieser Produkte werden von denselben großen Vermögensverwaltern verwaltet. Der Name des ETFs ändert sich, die Marktmacht dahinter und die großen Positionen im Index bleiben häufig sehr ähnlich.

Eine sinnvolle Verteilung sollte deshalb nicht nur nach ETF-Namen gebaut werden, sondern nach echten Anlageklassen, Regionen und Risikofaktoren.

Eine robuste Struktur könnte so aussehen:

50 % Aktien Welt / USA
15 % Emerging Markets, mit Fokus auf Asien und Indien

10 % Mid Caps oder Small Caps
10 % Gold
10 % Cash / Tagesgeld
5 % Bitcoin

Der Gedanke dahinter ist einfach:

Aktien bleiben langfristig der wichtigste Renditetreiber.
Emerging Markets bringen zusätzliche Wachstumschancen außerhalb der USA.
Mid Caps reduzieren die Abhängigkeit von den großen Mega-Caps.
Gold schützt gegen Währungs-, Schulden- und Krisenrisiken.
Cash gibt Handlungsfähigkeit bei Rücksetzern.
Bitcoin bleibt eine kleine, aber asymmetrische Beimischung.

Noch spannender wird es, wenn man nicht starr nach Index investiert, sondern Kapitalströme beobachtet: Welche Sektoren werden institutionell akkumuliert? Wo entsteht neue relative Stärke? Wo rotiert Kapital aus alten Gewinnern in neue Zielsektoren?

Dann sieht eine moderne Kapitalstruktur nicht mehr aus wie „MSCI World kaufen und hoffen“, sondern eher wie ein Rotationsmodell:

45 % Aktien / Sektoren
15 % Emerging Markets
10 % Gold
10 % Rohstoffe wie Kupfer, Uran oder Energie
10 % Cash
5 % Bitcoin
5 % Opportunitäten

Der entscheidende Punkt:

Diversifikation entsteht nicht dadurch, dass man fünf ETFs im Depot hat.
Diversifikation entsteht dadurch, dass man nicht überall dasselbe Risiko kauft.

Wer nur Index kauft, kauft oft auch Konzentration.
Wer Kapitalströme, Sektoren und Anlageklassen kombiniert, baut ein Depot, das nicht nur dabei ist, sondern mitdenkt.
Antworten
bullbaer1:

es gibt nur 2 Spieregeln klausel

 
00:15
Der Markt hat sehr wohl Spielregeln
– er verrät sie nur nicht jedem beim ersten Date.
„Kaufen und 10 Jahre weglegen“ ist keine Strategie gegen Verluste, sondern ein Beruhigungstee mit Depotnummer. Kann funktionieren, klar. Aber wer glaubt, DAX-ETF kaufen sei automatisch Intelligenz, verwechselt Geduld mit Analyse. Gewinnen kann jeder mal. Entscheidend ist, wer weiß, wann er falsch liegt.
Absaufklausel, 06.06.26 23:52
da sagt das hirn sofort, nicht kompliziert, 2 von 1, erraten kann ja nicht schwer sein, haha,

beim daten gibt es auch nur 2 möglichkeiten ist aber viel einfacher, sie sagt ja oder nein, bei nein, nächstes date, bei ja, wieder nächstes date, du verlierst nie,

aber eine feste bindung ist meist dauergewinn, ...
Antworten
Absaufklausel:

Einfache Spielregeln

 
00:39
Wann kaufen die Institutionellen – und wann verkaufen sie?

Die großen Anleger kaufen selten dann, wenn es sich gut anfühlt.

Sie kaufen nicht, weil die Schlagzeilen freundlich sind.
Sie kaufen nicht, weil der Chart schon schön aussieht.
Sie kaufen nicht, weil alle plötzlich optimistisch sind.

Sie kaufen meistens dann, wenn genug Verkäufer im Markt sind.

Das sieht man gut am Beispiel Nasdaq seit Eskalation des Iran-Kriegs bis zum gestrigen NFP-Abverkauf.

Als der Iran-Konflikt eskalierte, war die erste Reaktion klassisch: Risiko raus, Tech runter, Dollar und sichere Häfen gesucht. Der Nasdaq kam damals deutlich unter Druck; Ende März wurde der Nasdaq 100 in mehreren Marktkommentaren bereits als Korrekturmarkt beschrieben, mit mehr als 10 % Abstand zum vorherigen Hoch.

Genau dort beginnt Phase 1:

Phase 1: Panik und Liquidität

Die Nachrichten sind schlecht.
Viele Anleger reduzieren Risiko.
Stops werden ausgelöst.
Fonds senken Tech-Gewichtung.
Der Markt sieht gefährlich aus.

Für Privatanleger fühlt sich das nach „bloß raus“ an.

Für institutionelle Anleger ist das interessant, weil endlich Liquidität da ist. Große Positionen kann man nicht kaufen, wenn alle schon bullish sind. Man braucht Verkäufer. Krieg, Angst, Zinsstress und schlechte Schlagzeilen liefern genau diese Verkäufer.

Phase 2: Absorption

Danach kommt die wichtigste Beobachtung:

Fällt der Nasdaq trotz schlechter Nachrichten weiter dynamisch?
Oder werden Rücksetzer aufgenommen?

Wenn schlechte Nachrichten nicht mehr zu neuen Tiefs führen, beginnt oft Akkumulation.

Das Bild ist meist unschön:

hohes Volumen
zähe Seitwärtsphasen
Rücksetzer werden gekauft
Ausbrüche scheitern noch

aber neue Tiefs bleiben aus

Institutionelle kaufen in dieser Phase nicht aggressiv nach oben. Sie nehmen Angebot auf. Stück für Stück. Über Algorithmen, Rücksetzer, Blocktrades und passive Limits.

Phase 3: Entspannung und Re-Rating

Im Mai drehte die Stimmung sichtbar. Meldungen über mögliche Fortschritte oder Waffenruhe-Hoffnungen im US-Iran-Konflikt stützten die Märkte, während der AI-Trade weiter stark blieb. Der Nasdaq 100 lief Anfang Juni sogar über die Marke von 30.000 Punkten; laut IG wurde der Anstieg stark durch AI-Hardware und Halbleiter getrieben.

Das ist die Markup-Phase.

Jetzt sieht der Markt plötzlich wieder gut aus.
Aber die Positionen wurden nicht erst dort aufgebaut.

Der Anstieg entsteht, weil vorher Angebot absorbiert wurde. Wenn dann neue Käufer kommen, treffen sie auf weniger freie Stücke. Trendfolger kaufen. Shorts decken ein. Fondsmanager, die untergewichtet waren, müssen hinterher.

Phase 4: Euphorie und Überdehnung

Wenn ein Index nach Kriegspanik, Zinssorgen und Korrektur plötzlich wieder Rekordmarken testet, entsteht ein anderes Risiko:

Nicht mehr Panik ist das Problem, sondern Überzeugung.

Alle reden wieder von AI.
Halbleiter laufen heiß.
Nasdaq steht auf Rekordniveau.
Gute Nachrichten werden eingepreist.
Die Erwartungshürde steigt.

Das ist oft der Bereich, in dem Institutionelle nicht mehr aggressiv kaufen, sondern selektiv reduzieren oder absichern.

Nicht weil der Trend sofort endet.
Sondern weil das Chance-Risiko schlechter wird.

Phase 5: Distributionstest beim NFP

Der gestrige NFP-Tag war dafür ein gutes Beispiel.

Die US-Arbeitsmarktdaten kamen stärker als erwartet. Reuters meldete, dass Aktien deutlich fielen, weil der starke Jobbericht neue Zinserhöhungserwartungen auslöste; zugleich belasteten Tech-Werte und die Unsicherheit vor dem Wochenende wegen neuer Nahost-Risiken.

Der Nasdaq wurde besonders hart getroffen. Barron’s berichtete für den 5. Juni von einem Rückgang des Nasdaq Composite um 4,2 %, dem schlechtesten Tag seit über einem Jahr. Gleichzeitig wurde der Abverkauf durch enttäuschende Broadcom-Zahlen, Druck auf AI- und Chipwerte und steigende Renditesorgen verstärkt.

Das ist der entscheidende Punkt:

Wenn der Markt sehr weit gelaufen ist, reicht eine Kombination aus starkem NFP, höheren Zinsen, schwachen Chip-Reaktionen und geopolitischem Risiko, um aus einem Aufwärtstrend einen Distributionstest zu machen.

Institutionelle verkaufen dabei nicht zwingend alles. Aber sie prüfen:

Kommen Käufer sofort zurück?
Hält der Nasdaq alte Ausbruchsbereiche?
Bleibt relative Stärke bestehen?
Oder werden gute/solide Daten plötzlich als Belastung verkauft?

Akkumulation erkennt man daran, dass schlechte Nachrichten den Markt nicht mehr brechen.

Distribution erkennt man daran, dass gute oder eigentlich robuste Nachrichten den Markt nicht mehr tragen.

Am Nasdaq sah man seit Iran-Eskalation bis NFP genau diese Marktmechanik:

Erst Panik und Risikoabbau.
Dann Absorption in Schwäche.
Dann Erholung durch Entspannung und AI-Momentum.
Dann Überdehnung über 30.000 im Nasdaq 100.
Dann NFP-Schock als Test, ob das noch gesunde Korrektur oder beginnende Distribution ist.

Die einfache Logik bleibt:

Institutionelle kaufen, wenn genug Verkäufer da sind.
Sie halten, wenn aus Akkumulation Trend wird.
Sie verkaufen oder sichern ab, wenn die Mehrheit endlich überzeugt ist und die Bewertung kaum noch Fehler erlaubt.

Oder direkter:

Die großen Hände kaufen nicht, wenn der Chart schön aussieht.
Sie kaufen, wenn der Markt hässlich aussieht, aber nicht mehr fällt.

Und sie verkaufen nicht, wenn die Schlagzeilen schlecht sind.
Sie verkaufen, wenn die Schlagzeilen gut sind, aber der Markt nicht mehr steigt.
Antworten
bullbaer1:

nicht ganz

 
01:02
Einfache Spielregeln
Wann kaufen die Institutionellen – und wann verkaufen sie?

Die großen Anleger kaufen selten dann, wenn es sich gut anfühlt.

Sie kaufen nicht, weil die Schlagzeilen freundlich sind.
Sie kaufen nicht, weil der Chart schon schön aussieht.
Sie kaufen nicht, weil alle plötzlich optimistisch sind.

Sie kaufen meistens dann, wenn genug Verkäufer im Markt sind.

Das sieht man gut am Beispiel Nasdaq seit Eskalation des Iran-Kriegs bis zum gestrigen NFP-Abverkauf.

Als der Iran-Konflikt eskalierte, war die erste Reaktion klassisch: Risiko raus, Tech runter, Dollar und sichere Häfen gesucht. Der Nasdaq kam damals deutlich unter Druck; Ende März wurde der Nasdaq 100 in mehreren Marktkommentaren bereits als Korrekturmarkt beschrieben, mit mehr als 10 % Abstand zum vorherigen Hoch.

Genau dort beginnt Phase 1:

Phase 1: Panik und Liquidität

Die Nachrichten sind schlecht.
Viele Anleger reduzieren Risiko.
Stops werden ausgelöst.
Fonds senken Tech-Gewichtung.
Der Markt sieht gefährlich aus.

Für Privatanleger fühlt sich das nach „bloß raus“ an.

Für institutionelle Anleger ist das interessant, weil endlich Liquidität da ist. Große Positionen kann man nicht kaufen, wenn alle schon bullish sind. Man braucht Verkäufer. Krieg, Angst, Zinsstress und schlechte Schlagzeilen liefern genau diese Verkäufer.

Phase 2: Absorption

Danach kommt die wichtigste Beobachtung:

Fällt der Nasdaq trotz schlechter Nachrichten weiter dynamisch?
Oder werden Rücksetzer aufgenommen?

Wenn schlechte Nachrichten nicht mehr zu neuen Tiefs führen, beginnt oft Akkumulation.

Das Bild ist meist unschön:

hohes Volumen
zähe Seitwärtsphasen
Rücksetzer werden gekauft
Ausbrüche scheitern noch
aber neue Tiefs bleiben aus

Institutionelle kaufen in dieser Phase nicht aggressiv nach oben. Sie nehmen Angebot auf. Stück für Stück. Über Algorithmen, Rücksetzer, Blocktrades und passive Limits.

Phase 3: Entspannung und Re-Rating

Im Mai drehte die Stimmung sichtbar. Meldungen über mögliche Fortschritte oder Waffenruhe-Hoffnungen im US-Iran-Konflikt stützten die Märkte, während der AI-Trade weiter stark blieb. Der Nasdaq 100 lief Anfang Juni sogar über die Marke von 30.000 Punkten; laut IG wurde der Anstieg stark durch AI-Hardware und Halbleiter getrieben.

Das ist die Markup-Phase.

Jetzt sieht der Markt plötzlich wieder gut aus.
Aber die Positionen wurden nicht erst dort aufgebaut.

Der Anstieg entsteht, weil vorher Angebot absorbiert wurde. Wenn dann neue Käufer kommen, treffen sie auf weniger freie Stücke. Trendfolger kaufen. Shorts decken ein. Fondsmanager, die untergewichtet waren, müssen hinterher.

Phase 4: Euphorie und Überdehnung

Wenn ein Index nach Kriegspanik, Zinssorgen und Korrektur plötzlich wieder Rekordmarken testet, entsteht ein anderes Risiko:

Nicht mehr Panik ist das Problem, sondern Überzeugung.

Alle reden wieder von AI.
Halbleiter laufen heiß.
Nasdaq steht auf Rekordniveau.
Gute Nachrichten werden eingepreist.
Die Erwartungshürde steigt.

Das ist oft der Bereich, in dem Institutionelle nicht mehr aggressiv kaufen, sondern selektiv reduzieren oder absichern.

Nicht weil der Trend sofort endet.
Sondern weil das Chance-Risiko schlechter wird.

Phase 5: Distributionstest beim NFP

Der gestrige NFP-Tag war dafür ein gutes Beispiel.

Die US-Arbeitsmarktdaten kamen stärker als erwartet. Reuters meldete, dass Aktien deutlich fielen, weil der starke Jobbericht neue Zinserhöhungserwartungen auslöste; zugleich belasteten Tech-Werte und die Unsicherheit vor dem Wochenende wegen neuer Nahost-Risiken.

Der Nasdaq wurde besonders hart getroffen. Barron’s berichtete für den 5. Juni von einem Rückgang des Nasdaq Composite um 4,2 %, dem schlechtesten Tag seit über einem Jahr. Gleichzeitig wurde der Abverkauf durch enttäuschende Broadcom-Zahlen, Druck auf AI- und Chipwerte und steigende Renditesorgen verstärkt.

Das ist der entscheidende Punkt:

Wenn der Markt sehr weit gelaufen ist, reicht eine Kombination aus starkem NFP, höheren Zinsen, schwachen Chip-Reaktionen und geopolitischem Risiko, um aus einem Aufwärtstrend einen Distributionstest zu machen.

Institutionelle verkaufen dabei nicht zwingend alles. Aber sie prüfen:

Kommen Käufer sofort zurück?
Hält der Nasdaq alte Ausbruchsbereiche?
Bleibt relative Stärke bestehen?
Oder werden gute/solide Daten plötzlich als Belastung verkauft?

Akkumulation erkennt man daran, dass schlechte Nachrichten den Markt nicht mehr brechen.

Distribution erkennt man daran, dass gute oder eigentlich robuste Nachrichten den Markt nicht mehr tragen.

Am Nasdaq sah man seit Iran-Eskalation bis NFP genau diese Marktmechanik:

Erst Panik und Risikoabbau.
Dann Absorption in Schwäche.
Dann Erholung durch Entspannung und AI-Momentum.
Dann Überdehnung über 30.000 im Nasdaq 100.
Dann NFP-Schock als Test, ob das noch gesunde Korrektur oder beginnende Distribution ist.

Die einfache Logik bleibt:

Institutionelle kaufen, wenn genug Verkäufer da sind.
Sie halten, wenn aus Akkumulation Trend wird.
Sie verkaufen oder sichern ab, wenn die Mehrheit endlich überzeugt ist und die Bewertung kaum noch Fehler erlaubt.

Oder direkter:

Die großen Hände kaufen nicht, wenn der Chart schön aussieht.
Sie kaufen, wenn der Markt hässlich aussieht, aber nicht mehr fällt.

Und sie verkaufen nicht, wenn die Schlagzeilen schlecht sind.
Sie verkaufen, wenn die Schlagzeilen gut sind, aber der Markt nicht mehr steigt.
Absaufklausel, heute 00:39
chart ist richtig
privat und profi verdreht, sagt drueben das depot
Antworten
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