Aktien Europa: Leichte Verluste - Pharmawerte profitieren von Novo Nordisk
PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben am Freitag leicht nachgegeben. Damit machten sich nach dem starken Jahresauftakt erste Bremsspuren bemerkbar. "Die Marktteilnehmer gehen zum Wochenschluss zunehmend vorsichtiger vor und lehnen sich nicht zu weit aus dem Fenster", stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest. "In der aktuellen Situation scheint es ratsamer zu sein, sich auch mal an den Seitenlinien aufzuhalten und nicht zu forsch an den Aktienmärkten zu agieren."
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,25 Prozent auf 6.026,21 Punkte. Der britische Leitindex FTSE 100 tendierte unterdessen kaum verändert, während der Schweizer SMI um 0,24 Prozent auf 13.444,47 Punkte nachgab.
Dabei hielten auch anstehende US-Konjunkturdaten die Anleger zurück. Daten zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung im Dezember werden veröffentlicht. "Zum Wochenschluss legen außerdem noch vier Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Zahlen vor", hieß es von Landesbank Baden-Württemberg.
Stärkster Sektor waren die Pharmawerte. Hier ragten Novo Nordisk mit einem Aufschlag von 5,7 Prozent heraus. Die Aktie profitierte von einer Zulassung in Großbritannien für eine höhere Dosierung des Gewichtssenkers "Wegovy". Zudem werden Analysten immer zuversichtlicher. Die Experten von Berenberg und der Bank of America (Bank of America Aktie) erhöhten ihre Kursziele, während die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) von einem ihrer aussichtsreichsten Werte sprach. Der Kurs von Novo Nordisk hatte sich 2025 nahezu halbiert. Seit Jahresbeginn geht es jedoch kräftig nach oben.
Aber nicht alle Pharmawerte glänzten. Sanofi etwa gaben um 0,8 Prozent nach. Die Schweizer Großbank UBS hatte das Kursziel von 105 auf 88 Euro gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Den Franzosen fehle es an neuen Medikamenten aus der Forschungspipeline, die Mittel mit auslaufendem Patentschutz ersetzen könnten, schrieb Analyst Matthew Weston.
Rohstoffwerte schwächelten ebenfalls. Nach dem Höhenflug des Sektors in den Vormonaten setzte sich damit die Konsolidierung fort. Zu den weniger gefragten Segmenten gehörten auch die Luxuswerte.
Aktien von Richemont sanken um 3,7 Prozent und weiteten so die Verluste vom Vortag aus. Die Bank of America hatte den Schweizer Wert von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Nach der Erholungsrally seit August liege die Bewertung des europäischen Luxussektors über dem historischen Schnitt, hieß es in einem Branchenausblick auf 2026. Die "Anlagestory" von Richemont biete zunächst kaum noch Potenzial./mf/jha/
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