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Aktien Frankfurt: Neue Unsicherheiten in Nahost belasten nach Freitagsrally

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erneute Schließung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus hat am Montag den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax gab einen Teil seiner kräftigen Freitagsgewinne wieder ab. Die Situation im Nahen Osten bleibt unverändert brenzlig. Nachdem der Iran vor dem Wochenende die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, wurde dies nach nur einem Tag wieder zurückgenommen.

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Zudem hat die iranische Führung bislang noch keine Entscheidung über weitere Verhandlungen mit den USA getroffen, wie Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte. Eine nächste Verhandlungsrunde sei aktuell nicht geplant. Die Ölpreise stiegen wieder deutlich, und die Anleger am Aktienmarkt meiden Risiken.

Für den deutschen Leitindex ging es am Nachmittag um 1,3 Prozent auf 24.375 Punkte abwärts. Damit hielt er sich dennoch weiter über der viel beachteten 200-Tage-Durchschnittslinie, die derzeit bei 24.113 Punkten verläuft. Diese gleitende Linie ist für charttechnisch interessierte Anleger ein wichtiger Indikator für den längerfristigen Trend. Der MDax mit den mittelgroßen Werten verlor 1,6 Prozent auf 31.455 Zähler.

Zwar werde die erneute Schließung der Straße von Hormus als Teil von Machtdemonstrationen mit Blick auf weitere Verhandlungen gesehen, sodass Rückschläge einkalkuliert würden, hieß es am Markt. Die wiederholten Störungen auf einer der wichtigsten Energiehandelsrouten unterstreiche jedoch die fragile Lage und dämpfe Hoffnungen auf ein zeitnahes, tragfähiges Friedensabkommen, erklärte Marktexperte Timo Emden. Zudem weckt der neuerliche Ölpreisanstieg auch wieder Inflationssorgen, die an den Börsen mit steigenden Zinsen assoziiert werden.

Größte Verlierer waren wegen der Nahost-Krise wieder einmal Aktien der Reise- und Freizeitbranche, gefolgt von Papieren aus der Autobranche. Tui , Lufthansa und Fraport (Fraport Aktie) sanken im MDax um jeweils etwas mehr als 3 Prozent.

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Deutsche Autoaktien gaben angesichts des Ölpreisanstiegs allesamt nach, wobei die Anteilsscheine des Autobauers VW mit minus 2,8 Prozent am deutlichsten verloren. Zum allgemeinen Druck kamen noch negative Nachrichten und Erwartungen für VW selbst hinzu. So sprach sich Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies dafür aus, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen, da der Wolfsburger Autohersteller weiterhin mit Entlassungen und Überkapazitäten an seinen Standorten zu kämpfen hat. Was den anstehenden Quartalsbericht angeht, ist zudem die Investmentbank Goldman Sachs etwas vorsichtiger geworden. Das operative Quartalsergebnis dürfte laut Analyst Christian Frenes etwas unter den Erwartungen liegen.

Aktien aus der Energiebranche legten unterdessen europaweit wieder zu. Hierzulande gewannen RWE als Dax-Favorit 2,1 Prozent und Eon legten um 0,7 Prozent zu.

SAP (SAP Aktie) als Schlusslicht im Dax büßten 3,7 Prozent ein und weiteten ihren Jahresverlust auf rund 28 Prozent aus. Die Softwarebranche leidet besonders unter den Sorgen vor einer Verdrängung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). SAP-Chef Christian Klein werde zur Zahlenvorlage in dieser Woche wohl insbesondere noch einmal genau erklären müssen, was er mit "kurzfristigen Schmerzen" hinsichtlich der weiteren Aussichten des Unternehmens gemeint habe, erwartet JPMorgan-Analyst Toby Ogg.

Wacker Chemie stiegen nach angehobenen Jahresumsatzzielen im MDax um 1,7 Prozent. Infolge des Iran-Kriegs verdiente der Chemiekonzern im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge operativ mehr als erwartet./ck/nas

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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