9.000 Jobs weg: Beliebter Dividendenwert baut massiv Stellen ab!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) hat die Streichung Tausender Stellen angekündigt, um mithilfe von Künstlicher Intelligenz Kosten einzusparen.
Für dich zusammengefasst:
British American Tobacco plant den Abbau von 9.000 Stellen.
Bis zu 20 Prozent aller Arbeitsplätze könnten betroffen sein.
Das Unternehmen rechnet mit jährlichen Einsparungen von 600 Mio. GBP.
Zu den unter Anlegerinnen und Anlegern gefragtesten Dividendenwerten gehören aufgrund ihrer in der Regel überdurchschnittlich hohen Ausschüttungen sowie ihres defensiven und krisensicheren Geschäftsmodells Tabakkonzerne. Dazu den beliebtesten zählen Altria, Philip Morris und nicht zuletzt British American Tobacco.
Trotz einer seit Jahren anhaltenden Absatzkrise mit sinkenden Verkaufsvolumen und einem Zuwachs an staatlichen Eingriffen hat sich die Aktie in den vergangenen 2 Jahren hervorragend entwickelt – das Unternehmen hat sich deutlich besser als beispielsweise Altria geschlagen, sein Produktportfolio über klassische Zigarettenprodukte hinaus weiterzuentwickeln, und seine Ertragslage zu stabilisieren. Allein in den vergangenen 12 Monaten steht ein Plus von 30,5 Prozent zu Buche.
Bis zu 20 Prozent aller Stellen könnten gestrichen werden
Für die weitere Steigerung des Ertragsergebnisses und damit nicht zuletzt auch der Dividende will British American Tobacco jetzt neben Produktinnovationen auch auf strukturelle Maßnahmen setzen. Das bedeutet weniger diplomatisch ausgedrückt einen massiven Stellenabbau von konzernweit nicht weniger als 9.000 Positionen.
Wie der Finanznachrichtendienstleister Bloomberg berichtet hat, sollen intern rund 5.500 Stellen gestrichen werden – ihre Arbeitsleistung soll künftig nicht zuletzt durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Weitere 3.500 Arbeitsplätze sollen an "strategische Partner" ausgelagert werden. Insgesamt könnten rund 20 Prozent aller Stellen betroffen sein.
Bisher geplante Maßnahmen sollen deutlich übertroffen werden
Von den geplanten Effizienzmaßnahmen erhofft sich das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2028 jährliche Einsparungen von bis zu 600 Millionen Britischen Pfund (GBP; 696 Millionen Euro) – bislang hatte British American Tobacco bis 2027 jährliche Einsparungen in Höhe von 500 Millionen GBP (580 Millionen Euro) anvisiert.
Gegen die zu erwartende Kritik von Arbeitnehmerverbänden äußerte sich CEO Tadeu Marroco wie folgt: "Diese Veränderungen betreffen viele unserer Kollegen, und wir legen großen Wert darauf, sie bei diesem Übergang mit Sorgfalt und Respekt zu unterstützen, während wir das Unternehmen für die Zukunft aufstellen."
Investoren sehen ein Warnsignal, Aktie unter Druck
Am Aktienmarkt kommt die Unternehmensmitteilung bislang nicht gut an. Am Handelsplatz in London verliert British American Tobacco rund 2 Prozent an Wert. Offenbar fassen Investoren die Mitteilung eher als Eingeständnis struktureller Probleme auf, denn als Maßnahme zur Steigerung der operativen und finanziellen Effizienz.
Anlass zur Beunruhigung gibt es jedoch keinen. Der Aufwärtstrend ist durch die Verluste kaum gefährdet. Mit der 50-Tage-Linie sowie einer Unterstützung um 4.400 Pence (51,04 Euro) ist British American Tobacco gut abgesichert. Hier zeichnet sich nach einem Rücksetzer eher eine Einstiegsgelegenheit ab.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 13,9 zu Buche. Das liegt ein gutes Stück über dem langfristigen Durchschnitt von 11,9. Zum Vergleich: Für Altria wird aktuell das 13-Fache der erwarteten Gewinne fällig, für Philip Morris das 21,5-Fache.
Günstiger sind hingegen Scandinavian Tobacco (9,9) sowie der zweite britische Tabakriese Imperial Brands. Mit 5,2 Prozent bietet British American Tobacco jedoch eine etwas geringere Dividendenrendite als seine Konkurrenten (mit Ausnahme von Philip Morris). Die könnte jedoch deutlich ansteigen, sollte das Unternehmen mit seinen Einsparungsmaßnahmen auf Kosten der Beschäftigten Erfolg haben.
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