- Amprion investiert bis 2030 rund 42 Milliarden Euro.
- RWE erhöht Anteil an Amprion auf etwa 55 Prozent.
- Bank of America schätzt Gewinnsteigerung über 20 Prozent.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Julian Schick Rund 42 Milliarden Euro will der Netzbetreiber Amprion bis 2030 in sein deutsches Stromnetz stecken. Für RWE könnte diese Investitionsoffensive zum unverhofften Gewinnturbo werden. Der Energiekonzern hat seinen Anteil an Amprion jüngst um 35 Prozentpunkte aufgestockt und hält nun wirtschaftlich rund 55 Prozent an dem Übertragungsnetzbetreiber. Die Bank of America hat die Transaktion nun unter die Lupe genommen und kommt zu einem überraschend optimistischen Schluss: Das Gewinnpotenzial könnte die offiziellen Angaben von RWE deutlich übertreffen.
Die Analysten der amerikanischen Großbank beziffern das Verwässerungspotenzial beim Ergebnis je Aktie auf mehr als 20 Prozent, wenn zwei Bedingungen eintreten. Zum einen müsste Amprions Eigenkapitalrendite die regulatorisch zugestandene Marke von rund 7,5 Prozent überschreiten und sich in Richtung 9,5 Prozent oder darüber bewegen.
Möglich sei das durch Sonderanreize und kapitalisierte Zinsen. Zum anderen könnte RWE ab 2029 seinen gut sieben Milliarden Euro schweren E.On-Anteil umschichten. Derzeit wird dieser Block benötigt, um Rückstellungen für den Rückbau von Kraftwerken zu decken, er rentiere sich aber mit weniger als drei Prozent Eigenkapitalrendite. Würde das Kapital stattdessen in ertragsstärkere Projekte fließen, könnte das allein den Gewinn je Aktie ab 2031 um mehr als zwölf Prozent anheben, so die Rechnung der Analysten.
RWE selbst hatte die Auswirkungen des Amprion-Deals deutlich konservativer kommuniziert: Der Konzern hob seine Gewinnprognose für 2031 um 15 Cent auf 4,55 Euro je Aktie an, was einem Plus von rund drei Prozent entspricht. Die Bank of America hält das für zu bescheiden. In ihrer Basisschätzung liegt der Gewinnbeitrag allein aus der 35-prozentigen Anteilsaufstockung bei 36 Cent, also mehr als doppelt so hoch wie die offizielle Guidance.
Besonders auffällig ist der Bewertungsvergleich: RWE zahlte für den Zukauf das 1,07-fache des regulierten Anlagevermögens (RAB) für das Jahr 2027. Der nächste börsennotierte Vergleichswert, der belgische Netzbetreiber Elia, wird aktuell mit dem 1,24-fachen seines RAB gehandelt. "Das war zu 100 Prozent opportunistisch", schreibt die Bank of America über die Transaktion, „eine seltene Gelegenheit, zu einer attraktiven Bewertung in einen bekannten und schnell wachsenden regulierten Vermögenswert einzusteigen."
Amprions RAB soll bis 2031 jährlich um 24 Prozent wachsen, angetrieben durch den gesetzlich vorgeschriebenen Netzausbau für den Stromtransport von Nord- nach Süddeutschland. Die Bank of America erhöht ihr Kursziel auf 72 Euro und bekräftigt ihre Kaufempfehlung.
Autor: Julian Schick
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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20
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