Bitcoin: Rekordabflüsse aus US-Spot-ETFs verschärfen Verkaufswelle
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Der Kryptomarkt bleibt zur Wochenmitte klar im Rückwärtsgang. Bitcoin setzt seine jüngste Schwächephase fort und notiert am Mittwochvormittag bei 58.571 US-Dollar. Das entspricht einem Minus von einem Prozent innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste inzwischen auf 6,5 Prozent. Auch der Gesamtmarkt zeigt sich schwach: Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen sinkt um 0,9 Prozent auf 2,04 Billionen US-Dollar.
Im Mittelpunkt der aktuellen Marktentwicklung stehen die US-Spot-Bitcoin-ETFs, die im Juni den größten Kapitalabfluss seit ihrer Einführung Anfang 2024 verzeichneten.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verlieren im Juni 4,5 Milliarden US-Dollar
Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs im Juni Nettoabflüsse von insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar. Damit war der Monat der mit Abstand schwächste seit dem Marktstart der Produkte im Januar 2024. Der bisherige Negativrekord lag bei 3,48 Milliarden US-Dollar im Februar 2025. Die aktuellen Abflüsse übertreffen diesen Wert um 29 Prozent.
Allein am 30. Juni flossen weitere 222,6 Millionen US-Dollar aus den ETFs ab. Damit endete der Monat mit neun aufeinanderfolgenden Handelstagen, an denen Investoren netto Kapital aus den Produkten abzogen.
Besonders stark betroffen war der größte Spot-Bitcoin-ETF des Marktes. BlackRocks IBIT verzeichnete im Juni Abflüsse von 3,55 Milliarden US-Dollar und machte damit den Großteil der gesamten ETF-Rückgänge aus. Einschließlich der jüngsten Verkäufe summieren sich die Nettoabflüsse des Fonds allein am letzten Handelstag des Monats auf weitere 212 Millionen US-Dollar.
Die gesamten verwalteten Vermögenswerte aller US-Spot-Bitcoin-ETFs schrumpften dadurch auf rund 71 Milliarden US-Dollar. Zu Monatsbeginn hatten diese noch bei etwa 83 Milliarden US-Dollar gelegen.
SpaceX-Börsengang und Fed-Ausblick sorgen für Kapitalrotation
Marktbeobachter sehen mehrere Ursachen für die außergewöhnlich hohen Mittelabflüsse. Als wesentlicher Faktor gilt eine zunehmende Umschichtung institutioneller Investoren in andere Anlageklassen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei der Börsengang von SpaceX Mitte Juni. Der Börsengang entwickelte sich zum größten seiner Art und sammelte insgesamt rund 75 Milliarden US-Dollar ein.
Zusätzlichen Gegenwind brachte die Geldpolitik der US-Notenbank. Auf der ersten Sitzung unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh verschob sich der Ausblick der Notenbank deutlich in Richtung Zinserhöhungen. Dieses restriktivere Umfeld erhöhte den Druck auf risikoreichere Anlageklassen wie Kryptowährungen.
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