Bitcoin fällt nach Yen-Absturz und Strategys Verkaufsplänen
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Bitcoin notiert am Dienstagvormittag weiterhin unter 60.000 US-Dollar und gibt etwa 1 Prozent auf 59.500 US-Dollar nach. Auslöser der jüngsten Schwäche war eine deutliche Bewegung an den Devisenmärkten: Der japanische Yen fiel gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahrzehnten und sorgte damit für neue Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten.
Japanischer Yen fällt auf tiefsten Stand seit 1986
Der japanische Yen fiel auf 162,40 Yen je US-Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Oktober 1986. Mit dem schwachen Yen gewann der US-Dollar gegenüber zahlreichen wichtigen Währungen an Stärke. Der Dollar-Index stieg wieder auf 101,32 Punkte.
Während die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins zwischenzeitlich auf über fünf Prozent anhob und aktuell bei rund 3,5 Prozent liegt, hielt die Bank of Japan ihre Zinsen über viele Jahre nahezu bei null. Erst vor Kurzem erhöhte die japanische Zentralbank ihren Leitzins auf etwa ein Prozent und bleibt damit deutlich hinter dem US-Zinsniveau zurück.
Seit 2021 hat der Yen gegenüber dem US-Dollar dadurch rund 57 Prozent an Wert verloren.
Ein stärkerer Dollar (Dollarkurs) gilt traditionell als Belastungsfaktor für risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien und Kryptowährungen, da Investoren verstärkt in die US-Währung umschichten.
Japans hohe Staatsverschuldung erhöht den Druck auf die Notenbank
Marktbeobachter sehen hinter der Schwäche des Yen jedoch nicht nur geldpolitische Unterschiede, sondern auch strukturelle Probleme der japanischen Staatsfinanzen.
Mit einer Staatsverschuldung von mehr als 220 Prozent des Bruttoinlandsprodukts befindet sich Japan in einer schwierigen Lage. Eine schnelle und deutliche Zinserhöhung könnte die Finanzierungskosten des Staates erheblich erhöhen und eine fiskalische Krise auslösen. Gleichzeitig führt ein Festhalten an niedrigen Zinsen zu einer weiteren Abwertung der Landeswährung.
Strategy überrascht mit möglichem Bitcoin-Verkauf
Zusätzlichen Gegenwind erhielt der Kryptomarkt durch neue Pläne von Strategy, dem weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Halter. Das Unternehmen genehmigte am Montag ein Programm zum Rückkauf eigener Vorzugs- und Stammaktien im Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar. Gleichzeitig kündigte Strategy ein Kapitalprogramm im Umfang von 1,25 Milliarden US-Dollar an, das unter anderem durch Bitcoin-Verkäufe finanziert werden könnte.
Damit steht erstmals ein Szenario im Raum, in dem Strategy Kryptowährungen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar auf den Markt bringen könnte.
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