In Bodennähe? Katastrophale Jahreshälfte für Bitcoin und Strategy
Pascal Grunow
Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Der Kryptomarkt blickt auf eine enttäuschende erste Jahreshälfte zurück. Sowohl Bitcoin als auch Strategy müssen ordentlich Verluste in Kauf nehmen. Die größte Kryptowährung der Welt notierte am Donnerstagnachmittag bei rund 61.570 US-Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen war.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus bei Bitcoin auf mehr als 30 Prozent. Vom Rekordhoch bei 126.080 US-Dollar hat sich die Kryptowährung inzwischen um mehr als 50 Prozent entfernt.
Strategy fällt unter 100 US-Dollar
Besonders stark trifft die Schwächephase die Aktie von Strategy, dem weltweit größten börsennotierten Bitcoin-Halter. Das Papier schloss zuletzt mit einem Tagesverlust von 9,35 Prozent bei 94,13 US-Dollar und fiel damit erstmals seit zwei Jahren wieder unter die Marke von 100 US-Dollar.
Auch auf Jahressicht fällt die Bilanz ernüchternd aus. Seit Anfang des Jahres hat die Aktie mehr als 35 Prozent an Wert verloren. Die Bitcoin-Reserve des Unternehmens sitzt mittlerweile auf 13 Milliarden US-Dollar Verlusten.
10x Research sieht weiteres Rückschlagpotenzial
Nach Einschätzung von Markus Thielen, Gründer des Analysehauses 10x Research, könnte der Ausverkauf allerdings noch nicht beendet sein. Seiner Prognose zufolge dürfte Bitcoin zunächst auf etwa 55.000 US-Dollar fallen, bevor ein nachhaltiger Boden erreicht wird.
Als Hauptgrund nennt Thielen die anhaltende Stärke des US-Dollars. Historisch betrachtet stellt ein fester US-Dollar häufig Gegenwind für Bitcoin und andere Risikoanlagen dar. Zusätzlich belastet die restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank die Märkte.
Während Anleger zu Jahresbeginn noch überwiegend mit Zinssenkungen gerechnet hatten, wird inzwischen zunehmend darüber diskutiert, ob die Federal Reserve angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung sogar weitere Zinserhöhungen in Betracht ziehen könnte.
Tiefpunkt im Spätsommer
Trotz seines pessimistischen Ausblicks erwartet Thielen keinen langfristigen Bärenmarkt. Vielmehr deuten nach seiner Einschätzung mehrere Indikatoren, darunter die Entwicklung der globalen Liquidität, saisonale Muster und wichtige makroökonomische Termine, auf einen möglichen Wendepunkt zwischen Ende August und Oktober hin.
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