Tech-Werte unter Druck: Erst Ausverkauf in Asien, dann auch an der Wall Street?
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Der Tech-Ausverkauf verschärft sich: Asiens Börsen brechen ein, US-Futures rutschen ab. Anleger fragen sich, ob die KI-Rallye nur korrigiert – oder kippt.
Für dich zusammengefasst:
Der Druck auf Technologieaktien nimmt weiter zu.
Am Freitag fielen asiatische Indizes, insbesondere in Südkorea.
US-Futures deuten auf einen schwächeren Start an der Wall Street hin.
Der Druck auf Technologieaktien nimmt weiter zu. Am Freitag gerieten vor allem die asiatischen Börsen massiv unter Verkaufsdruck. Besonders stark trifft es Südkorea: Der Kospi brach zeitweise um mehr als acht Prozent ein, der technologielastige Kosdaq verlor über fünf Prozent. Wegen der heftigen Kursbewegungen wurde der Handel im Leitindex für rund 20 Minuten ausgesetzt, wie CNBC berichtet.
Auch in Japan ziehen sich Anleger aus Aktien zurück. Der Nikkei 225 gab zeitweise rund fünf Prozent nach und fiel unter die Marke von 69.000 Punkten. In Hongkong rutschte der Hang Seng um fast zwei Prozent ab, während Chinas CSI 300 um 2,82 Prozent nachgab. Vergleichsweise stabil zeigt sich nur der australische S&P/ASX 200, der nahezu unverändert notierte.
Die Nervosität beschränkt sich nicht auf Asien. Auch die US-Futures deuten auf einen schwächeren Start an der Wall Street hin. So verlieren die Terminkontrakte auf den S&P 500 0,35 Prozent und Nasdaq-100-Futures geben um 0,84 Prozent nach. Dow-Futures hingegen liegen nahezu unverändert (09:33 Uhr MESZ).
Hinter dem Ausverkauf steht vor allem die Sorge, dass die Kosten für KI-Infrastruktur deutlich stärker steigen könnten, als bislang erwartet. Was monatelang als Treiber der Tech-Rallye galt, wird nun zunehmend kritisch hinterfragt.
Bereits am Donnerstag hatten Anleger an der Wall Street Technologieaktien verkauft. Der Nasdaq Composite verlor 0,46 Prozent und verbuchte damit die erste viertägige Verlustserie seit Februar. Besonders Apple stand unter Druck. Die Aktie fiel um sechs Prozent, nachdem der Konzern Preiserhöhungen für iPads und MacBooks angekündigt und auf höhere Speicherpreise verwiesen hatte. Microsoft gab mehr als drei Prozent nach, nachdem auch dort Preiserhöhungen für Xbox-Konsolen bekannt wurden. Alphabet und Meta beendeten den Handelstag ebenfalls im Minus.
Julia Hermann von New York Life Investment Management sagte gegenüber CNBC, der Markt prüfe derzeit, wie belastbar die Zuversicht der Anleger wirklich sei. Die Marktführung liege stärker bei Halbleitern und Speicherchip-Aktien, die deutlich schwankungsanfälliger seien als die großen Technologiewerte der "Magnificent Seven". Gleichzeitig hätten sich die Erwartungen an die US-Notenbank Fed überraschend verschoben. Diese Kombination könne für zusätzliche Volatilität sorgen.
Auch auf Wochensicht zeigt sich die Schwäche deutlich. Der Nasdaq liegt 4,4 Prozent im Minus, der S&P 500 verliert 1,9 Prozent. Nur der Dow Jones hält sich mit einem Plus von 0,7 Prozent gegen den Trend. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob die KI-Rallye lediglich eine scharfe Korrektur erlebt – oder ob der bisherige Börsentrend ernsthaft ins Wanken gerät.
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