Nicht Rheinmetall, sondern diese Aktie ist jetzt die heißeste Rüstungswette!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Während sich Anlegerinnen und Anleger fragen, ob sie den Crash bei Rheinmetall kaufen sollten, bietet Lockheed Martin das bessere Chance-Risiko-Profil.
Für dich zusammengefasst:
Rheinmetall-Aktie hatte eine schwache Handelswoche.
Lockheed Martin erhielt zwei milliardenschwere Aufträge.
Die Bewertung von Lockheed Martin ist günstiger als Rheinmetall.
Zwar konnte sich die Rheinmetall-Aktie am Freitag von ihren am Donnerstag markierten Wochentiefs etwas erholen und absetzen, nichtsdestotrotz liegt hinter dem Papier eine grauenvolle Handelswoche: Das Aus des Fregattenprojekts F126 bescherte den Düsseldorfern den schwärzesten Tag seit über einem Vierteljahrhundert.
Unter der miserablen Vorstellung von Rheinmetall litten auch die übrigen deutschen Rüstungswerte Hensoldt und Renk. Selbst TKMS, das sich jetzt über mehr Bestellungen für seine Fregatten der MEKO-200-Klasse freuen darf, beendete die Woche mit Verlusten. Investoren stellen verstärkt die überdurchschnittlich hohen Unternehmensbewertungen deutscher und europäischer Verteidigungswerte auf den Prüfstand, erst recht nach dem Ende des Iran-Krieges und verstärkten Friedenshoffnungen in der Ukraine.
Auch die Anteile von US-Verteidigungskonzernen wurden in den vergangenen Wochen mehrheitlich verkauft. Während deutsche und europäische Rüstungsaktien jedoch verhältnismäßig teuer sind, überzeugen US-Anteile mit moderaten Bewertungskennzahlen. Gleichzeitig bieten die Unternehmen die Chance auf Auftragseingänge, die jener europäischer Rüstungskonzerne winzig erscheinen lassen.
Genau diese Kombination aus attraktiver Unternehmensbewertung und starkem Auftragseingang mit zusätzlichem Umsatz- und Gewinnwachstum in den kommenden Jahren lag in der zurückliegenden Woche bei Lockheed Martin vor, was die Aktie jetzt zu einem gegenüber Rheinmetall bevorzugten Kauf macht.
Zwei gewaltige Großaufträge binnen einer Woche
Der Luft- und Raumfahrtkonzern, in den vergangenen Jahren bekannt vor allem für sein Raketenartilleriesystem HIMARS, das Luftverteidigungssystem Patriot sowie das Mehrzweckkampfflugzeug F-35, hat in den vergangenen Tagen gleich zwei milliardenschwere Aufträge des US-Verteidigungsministeriums an Land gezogen.
Zum einen stockte das Pentagon seine Bestellung über die Lieferung von Präzisionsraketen der nächsten Generation (PrSM) um 8,4 auf insgesamt 13,3 Milliarden US-Dollar auf. Die Lieferung soll in den kommenden Jahren bis einschließlich des Geschäftsjahres 2032 erfolgen. Verbunden mit dem Auftrag ist die Verpflichtung zur Kapazitätsausweitung.
35,3 Milliarden US-Dollar für Abfangraketen
In einer noch einmal ganz anderen Dimension bewegt sich mit 35,33 Milliarden US-Dollar Auftragsvolumen die Bestellung über Abfangraketen zur Abwehr ballistischer Raketen (THAAD). Damit hat Lockheed Martin einen Auftrag erhalten, der rund zweieinhalbmal so groß ist, wie er Rheinmetall jetzt verloren gegangen ist.
Die Konflikte der vergangenen Jahre (Ukraine-Krieg, Huthi-Konflikt, Nahostkrise) haben die Raketen- und Munitionsbestände der USA sowie ihrer Verbündeten aufgezehrt. Nun sollen sie nach Wunsch nicht nur des Pentagons, sondern auch von US-Präsident Donald Trump wieder aufgefüllt werden.
US-Regierung will Bestände schneller auffüllen
Am Freitag ließ die Trump-Administration verlauten, nachdem sie sich zuvor mit Unternehmensvertretern unter anderem von Lockheed Martin, Northrop Grumman und L3Harris getroffen hatte, die US-Verteidigungsindustrie möge den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten beschleunigen, wie Reuters berichtete.
Verteidigungssekretär Steven Feinberg soll den Branchenvertretern vorgeworfen haben, sie würden ihre Kapazitäten nicht schnell genug hochfahren. Ein Vorwurf, den zuvor auch Trump erhoben hatte. Vor allem Verzögerung bei der Herstellung von Raketen und Lenkwaffen sollen der Regierung ein Dorn im Auge sein.
Für den 35-Milliarden-Dollar-Auftrag an Lockheed Martin wurde eine Laufzeit bis Juni 2032 vereinbart. Begonnen hat die Auslieferungsperiode nach Vorabvereinbarungen bereits im Januar im März und ist damit bereits ergebniswirksam.
Langfristig starker und zuverlässiger Aufwärtstrend
Der Auftragserhalt am Dienstag und Mittwoch sorgte am Markt zunächst für ein nur geringes Echo. Spürbar angezogen hat die Lockheed-Martin-Aktie erst am Donnerstagnachmittag. Bis zum Handelsschluss am Freitag legte sie insgesamt rund 4 Prozent zu. Damit baute sie ihre zwischenzeitlich vollständig abgegebenen Gewinne gegenüber dem Jahresauftakt wieder auf über 6 Prozent aus.
Insgesamt befindet sich Lockheed Martin in einem langfristigen Aufwärtstrend, auch wenn dieser in den vergangenen 2 Jahren erheblichen Schwankungen unterworfen war.
Aktie nach Korrektur mit Einstiegschance
Im Bereich von 430 bis 450 US-Dollar liegt jedoch ein zuverlässiger Boden, der auch die Ausgangsbasis für den aktuellen Aufwärtstrend ist, der nach der Korrektur der vergangenen Wochen nun wieder aufgenommen werden dürfte, da sich die technischen Indikatoren RSI und MACD ausgehend von überverkauften Niveaus zuletzt gut erholt haben.
Klare prozyklische Kaufsignale lägen oberhalb von 550 US-Dollar wieder vor. Um die gegenwärtig solide Ausgangslage nicht zu gefährden, sollte Lockheed Martin seinen Boden zwischen 430 und 450 US-Dollar jedoch nicht nachhaltig aufgeben.
Bewertung deutlich günstiger als bei Rheinmetall und Co.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 16,5 zu Buche. Das liegt um rund 4 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel und vor allem deutlich unter dem Gewinnvielfachen von Rheinmetall, das für 2026 selbst nach dem Crash bei 26,7 liegt.
Gleichzeitig bietet Lockheed Martin mit 0,92 ein attraktives Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis und auch die Cashflow-Rendite von 7,5 Prozent sowie die Dividendenrendite von 2,7 Prozent wissen zu überzeugen.
Fazit: US-Verteidigungswerte sind jetzt die bessere Wahl!
Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich nach dem Crash der Rheinmetall-Aktie, ob sie an ihren Anteilen festhalten oder diese neu kaufen sollen. Das ist berechtigt. Die deutlich besseren Zukunfts- und Ertragsaussichten bieten aktuell jedoch US-Verteidigungskonzerne. Vor allem Lockheed Martin überzeugt gegenwärtig mit starken Auftragseingängen einerseits und einer attraktiven Unternehmensbewertung andererseits.
Wer vom globalen Rüstungsboom profitieren möchte und keine moralischen Bedenken hat, sollte das angesichts des besseren Chance-Risiko-Profils bevorzugt bei US-Werten tun, bis sich die finanzielle Visibilität deutscher Rüstungskonzerne wieder verbessert hat.
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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