Renk gefangen im Abwärtssog von Rheinmetall: Jetzt droht auch hier ein Verkaufssignal!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Militärfahrzeuge
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Rheinmetall stürzt zur Wochenmitte ins Bodenlose und zieht auch Renk mit nach unten. Das könnte jetzt in ein Verkaufssignal münden und die Erholung gefährden.
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Mega-Auftrag geplatzt: Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) stürzt ab ...

Die Anteile deutscher Verteidigungskonzerne befinden sich zur Wochenmitte in Aufruhr. Im Mittelpunkt steht mit einem Minus von zeitweise über 18 Prozent die Aktie von Rheinmetall, welche damit den schlimmsten Tag seit einem Vierteljahrhundert erlebt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat das Fregattenprojekt F126, wofür die Düsseldorfer extra die Lürssen Werft übernommen hatten, nach bereits jahrelangen Verzögerungen und Planungsschwierigkeiten beerdigt. Damit entgehen Rheinmetall sicher geglaubte Aufträge im Wert von fast 13 Milliarden Euro.

Werte aus dem Artikel:
Hensoldt Aktie 64,68 € +0,94%
RENK Group Aktie 42,525 € +2,85%
Rheinmetall Aktie 945,00 € -0,03%
TKMS AG + Co Aktie 73,80 € -4,53%

... und reißt auch Hensoldt und Renk mit in die Tiefe

Freuen darf sich hingegen TKMS. Die von ThyssenKrupp abgespaltene Marine-Tochter wird ersatzweise mehr MEKO-Fregatten an die deutschen Marinestreitkräfte ausliefern – während Rheinmetall zweistellig verliert, gewinnt die TKMS-Aktie zweistellig hinzu.

Über TKMS hinaus überwiegen in der deutschen Verteidigungsbranche die Kursverluste. In den Abwärtssog der Rheinmetall-Aktie geraten auch Luftverteidigungsspezialist Hensoldt (-5 Prozent) und Panzergetriebehersteller Renk (-6 Prozent). Vor allem für die Augsburger trüben sich die zuletzt verbesserten Aussichten auf eine Erholung wieder ein.

Die Probleme halten bereits seit Monaten an

Übergeordnet handelt die Renk-Aktie in einem mehrjährigen Aufwärtstrend. Dieser ist seit dem vergangenen Jahr jedoch wachsenden Herausforderungen ausgesetzt. Nach einem technisch nicht bestätigten Allzeithoch bei 90 Euro befindet sich das Papier in einem hartnäckigen Abwärtstrend.

Dieser hat inzwischen zu einer ganzen Reihe von Verkaufssignalen geführt, wie dem Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte, was eine nachhaltige Erholung oder gar eine Wiederaufnahme des Aufwärtstrends schwierig gemacht hat.

Gegenwärtig befindet sich das Papier in einem Abwärtstrendkanal mit einer Breite von 15 Euro. Dieser folgte auf das Death Cross der gleitenden Durchschnitte Ende letzten Jahres und bestätigte dieses Verkaufssignal.

Neues Tief, neue Abwärtsrisiken

Ausgehend von einem Aufsetzen auf der Abwärtstrendunterkante konnte die Renk-Aktie zuletzt zu einer dynamischen Erholung ansetzen. Der Sprung über die 50-Tage-Linie stellte ein erstes prozyklisches Kaufsignal dar. Dem folgte rasch ein Ausbruchsversuch aus dem Abwärtstrendkanal. Anschlusskäufe blieben jedoch aus, nach dem RSI überkaufte Niveaus erreicht hatte. Seither überwiegen wieder die Verluste.

Die Abgaben zur Wochenmitte drohen folgenreich zu werden, denn Renk droht unter die Tiefs aus dem April zu stürzen, was durch eine Ausdehnung der Korrektur bis mindestens zur Unterstützung bei 40 Euro beziehungsweise der knapp darunterliegende Abwärtstrendunterkante nach sich ziehen dürfte.

Gleichzeitig würde der Abstand zu den gleitenden Durchschnitten damit weiter wachsen, was eine Trendwende erschweren und neue Kaufsignale in weite Ferne rücken ließe. Fällt Renk aus dem Trendkanal nach unten heraus, droht sogar eine Verschärfung der Verkaufsdynamik und der Test der Tiefs um 32 Euro.

Die Bären dürften vorerst am Drücker bleiben

Mit Blick auf die technischen Indikatoren sind vorerst sinkende Kurse das wahrscheinlichere Szenario. Sowohl der RSI als auch der MACD bestätigen den schwachen Trend der Aktie. Der RSI liegt mit rund 30 Punkten im Schwäche-Bereich, ist aber noch nicht überkauft. Gleichzeitig ist der MACD sowohl unter seine Null-, als auch seine Signallinie gefallen. Das deutet auf einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend hin.

Zwar liegen auf kurz- und mittelfristige Sicht erste bullishe Divergenzen vor, welche zu einer Trendwende führen könnten. Dafür fehlt es der Aktie aber noch an einem erkennbaren Boden oder an einem einschlägigen Trendwendemuster, wie einer Hammer-Kerze oder einer U-Konsolidierung. Wer einsteigen will, sollte solche abwarten.

22.06.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Einstiegschance rückt näher

Mit Blick auf die Unternehmensbewertung profitiert das Papier von den anhaltenden Verkäufen. Das KGV ist für 2026 inzwischen auf rund 32 gesunken, für 2027 sind die Augsburger mit dem 24-Fachen ihrer erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt zwar noch über dem Mittel einiger US-Rüstungskonzerne, kann jedoch durch das unter 1 liegende Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis gerechtfertigt werden.

Während sich die finanzielle Sichtbarkeit bei Rheinmetall erheblich eingetrübt hat, bietet Renk ein ordentliches Wachstumsprofil. Sobald die Aktie einen nachhaltigen Boden gefunden hat – vorzugsweise um 40 oder spätestens bei 32 Euro – ist sie reif für einen Einstieg. Alternativ ist ein prozyklischer Einstieg oberhalb von 52 Euro möglich.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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