VW reduziert Traton-Anteil: Warum die Lkw-Aktie profitieren könnte
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Volkswagen plant, einen Teil seiner Traton-Beteiligung zu verkaufen. Während VW neue Milliarden benötigt, könnte ein höherer Streubesitz der Lkw-Aktie für zusätzlichen Schub sorgen.
Für dich zusammengefasst:
Volkswagen plant, seinen Traton-Anteil auf 75 Prozent zu senken.
Der Wert des aktuellen Aktienpakets beträgt 16,6 Milliarden Euro.
Traton erzielte im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 957 Millionen Euro.
Volkswagen möchte mit seiner Lkw-Tochter Traton Kasse machen. Der Wolfsburger Konzern plant, seinen Anteil von derzeit 87,5 Prozent auf 75 Prozent zu reduzieren. Laut Berechnungen von Bloomberg besitzt das aktuelle Aktienpaket einen Wert von 16,6 Milliarden Euro. Trotz des Verkaufs würde Volkswagen die Kontrolle über Traton behalten.
Die Pläne passen zum strikten Sparkurs von VW-Chef Oliver Blume. Seiner Einschätzung nach liegen die allgemeinen Kosten des Konzerns etwa 20 Prozent über dem Niveau der Wettbewerber. Gleichzeitig muss Volkswagen den schwächeren Absatz in China verkraften und hohe Investitionen stemmen.
Erst im Juni hatte sich VW darauf verständigt, 51 Prozent seiner Tochter Everllence, die Schiffsmotoren herstellt, zu verkaufen. Dieser Schritt soll dem Konzern rund 7,4 Milliarden Euro einbringen. Nun könnten auch Teile der Traton-Aktien veräußert werden.
Der Spardruck des Großaktionärs ist bei dem Lkw-Hersteller bereits angekommen. Traton-Chef Christian Levin fordert einen besonders vorsichtigen Umgang mit Ausgaben, Kosten und Investitionen. Für das Unternehmen selbst muss ein geringerer VW-Anteil allerdings kein Nachteil sein.
Zusätzliche Aktien im freien Handel könnten Traton für weitere Anleger interessanter machen und die Liquidität der Aktie erhöhen. Levin hofft zudem, dass sich die operative Entwicklung dadurch deutlicher im Börsenkurs niederschlägt. Neue aktive Anteilseigner könnten darüber hinaus Know-how in Zukunftsfeldern wie Technologie und künstlicher Intelligenz beisteuern.
Operativ befindet sich Traton derzeit im Aufwind. So erzielte der Konzern im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 957 Millionen Euro und lag damit über den Erwartungen. Der Auftragseingang legte um 49 Prozent zu. In Nordamerika gingen nahezu dreimal so viele Bestellungen ein wie zuvor. Außerdem erhöhte Traton das untere Ende seiner Margenprognose.
Volkswagen könnte somit einen Teil seiner Beteiligung verkaufen, während sich das Geschäft des Lkw-Herstellers gerade beschleunigt. Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, welchen Preis VW erzielt und welche Investoren einsteigen.
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