Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Der Marktstratege Tom Lee von Fundstrat Global Advisors hat sein Jahresendziel für den S&P 500 angehoben und reiht sich damit in die Riege der größten Bullen am US-Aktienmarkt ein. Künftig erwartet Lee, dass der US-Leitindex bis zum Jahresende die Marke von 8.000 Punkten erreicht. Zuvor hatte Fundstrat ein Kursziel von 7.700 Punkten ausgegeben.
Auch Goldman Sachs und Citigroup rechnen inzwischen mit einem Anstieg des S&P 500 auf 8.000 beziehungsweise 8.100 Punkte bis zum Jahresende.
Gewinne statt Bewertungen stehen im Mittelpunkt
Nach Angaben von Fundstrat basiert die höhere Prognose vor allem auf verbesserten Gewinnerwartungen der Unternehmen und nicht auf einer höheren Bewertung des Aktienmarktes. Während viele Marktbeobachter steigende Kursziele häufig mit einer Ausweitung der Bewertungsmultiplikatoren begründen, verfolgt Fundstrat einen anderen Ansatz.
In seiner aktuellen Analyse erklärte Tom Lee, dass das neue Jahresendziel hauptsächlich auf höheren Gewinnprognosen je Aktie (EPS) für das Jahr 2027 zurückzuführen sei. Gleichzeitig setzt das Analysehaus sogar ein vorsichtigeres Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als bislang an.
Damit signalisiert Fundstrat, dass die erwarteten Kurssteigerungen vor allem durch ein solides Gewinnwachstum getragen werden sollen und weniger durch eine zunehmende Risikobereitschaft der Investoren.
Blick auf diese drei Entwicklungen
Trotz seiner optimistischeren Prognose rechnet Tom Lee nicht mit einem geradlinigen Anstieg der Aktienmärkte. Nach Einschätzung von Fundstrat könnten die Börsen in der zweiten Jahreshälfte gleich von mehreren entscheidenden Faktoren beeinflusst werden.
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die künftige Führung der US-Notenbank. Veränderungen an der Spitze der Federal Reserve könnten die Erwartungen der Märkte an den geldpolitischen Kurs neu ausrichten und zeitweise für erhöhte Volatilität sorgen.
Zudem könnte sich der Markt daran messen müssen, ob der zuletzt durch SpaceX wieder belebte IPO-Markt nachhaltig an Dynamik gewinnt.
Auch die weitere Entwicklung im Nahen Osten dürfte für die Märkte entscheidend sein. Eine erneute Eskalation des Konflikts mit dem Iran könnte die Energieversorgung erneut belasten und den Inflationsdruck erhöhen, während das geplante Friedensabkommen das Risiko deutlich verringern würde.
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