dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 847

AKTIEN IM FOKUS: US-Zölle treffen Europas Automobilsektor hart

FRANKFURT (dpa-AFX) - Strafzölle der USA auf Waren aus Mexiko, Kanada und China haben Europas Automobilsektor am Dienstag schwer zugesetzt. Der Sektorindex der Autohersteller und Zulieferer sackte am Vormittag um 3,6 Prozent ab und damit etwa doppelt so stark wie der deutsche Leitindex Dax oder der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 .

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
BMW AG St 96,14 € BMW AG St Chart +0,67%
Zugehörige Wertpapiere:
Continental AG 66,56 € Continental AG Chart +0,54%
Zugehörige Wertpapiere:
Mercedes-Benz Group AG 61,69 € Mercedes-Benz Group AG Chart +0,88%
Zugehörige Wertpapiere:
STOXX EU 600 Auto & Parts 533,37 STOXX EU 600 Auto & Parts Chart +0,56%
Zugehörige Wertpapiere:
Volkswagen AG Vz 108,60 € Volkswagen AG Vz Chart +1,35%
Zugehörige Wertpapiere:

Am deutschen Markt reichten die Verluste von 2,4 Prozent bei Porsche AG bis zu 8,5 Prozent für den Zulieferer Continental (Continental Aktie) . Auch die Papiere der beiden deutschen Nutzfahrzeughersteller Daimler (Daimler Aktie) Truck und Traton gerieten unter Druck. In Paris erlitten Renault und noch stärker der Zulieferer Valeo Kursverluste. In Mailand sackten die Aktien des Autoriesen Stellantis um 5,5 Prozent ab.

US-Präsident Donald Trump beharrt auf den angekündigten Zöllen für Waren aus Mexiko, Kanada und China. Die Strafmaßnahmen auf Waren aus Kanada und Mexiko in Höhe von 25 Prozent treten am heutigen Dienstag in Kraft. Es droht ein nordamerikanischer Handelskrieg mit ungewissen Folgen für die Weltwirtschaft. Der Republikaner ordnete außerdem an, die im Februar angeordneten Importzölle auf Waren aus China auf 20 Prozent zu verdoppeln.

Fast alle Hersteller und auch viele Zulieferer nutzen Mexiko als billigen Produktionsstandort - und bedienen von dort aus auch den US-Markt. Die Zölle gegen Kanada könnten zum Problem etwa für Volkswagen (VW Aktie) werden. In der mexikanischen Stadt Puebla besitzen die Wolfsburger eines der größten ihrer Fahrzeugwerke. Im kanadischen Ontario planen sie eine Batteriezellfabrik, die die E-Auto-Werke des Konzerns in den USA beliefern soll.

"Trumps Abrissbirne namens Zölle schlägt nicht nur in Kanada, Mexiko und China ein, sondern trifft nun auch direkt Europa", schrieb Marktanalyst Stephen Innes von SPI Asset Management. Die Investoren seien ohnehin bereits nervös gewesen, nun drohe neuer Gegenwind.

In puncto Nervosität der Anleger verwies Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank auf den starken Anstieg des VIX-Index an der Terminbörse von Chicago. Der Index gilt als Gradmesser für die "Angst" von Anlegern und ist laut Reid am Montag mit dem größten Tagesanstieg in diesem Jahr auf ein Jahreshoch gesprungen. In Marktphasen stark fallender Risikoneigung meiden Investoren zumeist konjunkturzyklische Sektoren - und mithin auch den Automobilsektor.

Mit Blick auf die hohen Kursverluste der Continental-Aktien merkte Analyst David Lesne von der Bank UBS an, Investoren könnten von den Zielvorgaben der Hannoveraner für das laufende Jahr enttäuscht sein. Denn im ungünstigen Fall würde dies beim operativen Ergebnis nahezu auf Stagnation hindeuten. Der Experte hält es allerdings für klug, so früh im Jahr besser tief zu stapeln - um später möglicherweise dann doch besser dazustehen./bek/tih/stk

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend