Telekom-Aktie mit erstem Lebenszeichen! Startet jetzt die Erholung?
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Die Anteile der Deutschen Telekom standen in den vergangenen Tagen stark unter Druck, doch am Mittwoch leisten die Käuferinnen und Käufer ersten Widerstand.
Für dich zusammengefasst:
Die Deutsche Telekom Aktie zeigt am Mittwoch erste Erholung.
Die Aktie fiel auf ein neues Mehrjahrestief bei 26 Euro.
Schwache technische Indikatoren deuten auf weitere Verluste hin.
Kommunikationsanbieter mit zuletzt desaströser Performance
Die Anteile der Deutschen Telekom – als Dividendenwert und Value-Aktie eigentlich eine sichere Bank – befinden sich schon seit einigen Wochen in einer scharfen Korrekturbewegungen, nachdem es die Käuferinnen und Käufer im Februar verpasst hatten, das Mehrjahreshoch aus dem vergangenen Jahr zu egalisieren.
Doch in den zurückliegenden Handelstagen hat sich der Abverkauf mit dem Unterschreiten der Support-Zone zwischen 26,00 und 26,50 Euro dramatisch verschärft. Die Aktie wurde belastet von einem insgesamt schwachen Branchentrend – auch die US-amerikanischen Mitbewerber AT&T und Verizon oder die Aktie von Vodafone, das unter anderem auf dem deutschen Heimatmarkt konkurriert, wurden von Investoren aus den Depots geschmissen.
SpaceX schreckt die Branche und die Deutsche Telekom auf
Dahinter verbergen sich die Befürchtungen, SpaceX könnte ins Mobilfunkgeschäft einsteigen, den Markt aufmischen und mit Satellitenkommunikation terrestrische Übertragungsnetze obsolet machen. Diese Spekulationen sind nicht neu: 2023 wurde schon einmal spekuliert, ob nicht Amazon mit seinem Kuiper-Netzwerk ins Geschäft einsteigen könnte. Geworden ist daraus aber bis heute nichts.
Doch die Gerüchte haben für die Deutsche Telekom eine besondere Brisanz gewonnen, denn am Markt wird darüber spekuliert, ob SpaceX nicht die als gut aufgestellte Telekom-Tochter T-Mobile US kaufen könnte. Das erhöht den Druck auf die Bonner, ihre eigenen Fusions- und Übernahmepläne (etwa die Zusammenlegung in einer Holding-Gesellschaft) zu forcieren, die am Markt aufgrund der hohen Kosten aber kritisch beäugt werden.
Aktie am Mittwoch mit erster Erholung – hält diese an?
Nach einer zuletzt desaströsen Vorstellung zeigt die Aktie zur Wochenmitte ein erstes Lebenszeichen, sie legte am Mittag rund 1,5 Prozent zu und belegt damit innerhalb des deutschen Leitindex DAX einen der vorderen Plätze. Genügt das bereits für eine Erholung?
Aktie mit Mehrjahrestief = Verkaufssignal
Seit ihrem Mehrjahreshoch bei rund 36 Euro im vergangenen Jahr befindet sich die Aktie der Deutschen Telekom auf Talfahrt. Zwar gelang ihr zum Auftakt diesen Jahres eine starke Zwischenerholung, doch diese fiel bearishen Divergenzen sowie dem starken Anstieg der Anleiherenditen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg zum Opfer.
Ende März / Anfang April konnte die zwischen 26,00 und 26,50 Euro verlaufende Unterstützung zwar noch einmal verteidigt werden, doch genau diese Supportzone ist dem zuletzt hohen Verkaufsdruck zum Opfer gefallen. Der tiefste Stand der Aktie seit August 2024 bedeutet ein neues Mehrjahrestief und damit gleichzeitig ein Verkaufssignal.
Schwache technische Indikation, weitere Verluste zu befürchten
Die schwachen technischen Indikatoren bestätigen den Abwärtstrend der Aktie, das lässt eine nachhaltige Verkaufsbewegung befürchten. Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Oktober gefallen und auch im Trendstärkeindikator MACD liegt ein neues markantes Verlaufstief vor.
Bullishe Divergenzen liegen bislang keine oder nur unter der Voraussetzung, dass die Aktie nicht weiter fällt vor. Das ist mit Blick auf eine Erholung eine schwierige Ausgangslage und könnte in den kommenden Wochen zu Verlusten bis an die nächste Unterstützungszone zwischen 22,00 und 22,50 Euro führen. Auch der Bereich um 20 Euro ist eine Option.
Chancen auf Gegenbewegung noch gering
Was unmittelbare Erholungschancen betrifft, liegt ein überverkaufter RSI vor, womit eine technische Gegenreaktion immer wahrscheinlicher wird. Fairerweise ist sie mit einem Stand um 25 Punkte aber auch noch nicht zwingend, zumal der Wochen-RSI mit rund 33 Punkten noch kein überverkauftes Niveau erreicht hat.
Was helfen könnte ist der Umstand, dass die Aktie zuletzt aus ihren Bollinger Bändern herausgefallen ist. Das stellt eine statistische Extremsituation dar, die bei der Telekom-Aktie üblicherweise nur selten eintritt und recht zuverlässig zu Gegenbewegungen führt. Zuletzt war das Mitte Januar, also vor dem Start der letzten größeren Erholung der Fall.
Um Anlegerinnen und Anlegern jedoch keine falschen Hoffnungen zu machen: Das angeschlagene Chartbild spricht gegenwärtig eher für eine Fortsetzung des Abwärtstrends als für eine (nachhaltige) Erholung. Wer die vagen Erholungsindizien kauft, tut das also klar antizyklisch. Was erfolgversprechender sein könnte, ist abzuwarten, ob sich nicht im Wochenchart bis Freitag vielleicht eine Hammerkerze ergibt. Dann wäre deutlich eher mit einer Erholung innerhalb des Abwärtstrendkanals zu rechnen.
Fazit: Lieber noch etwas abwarten und erst dann zuschlagen
Bei der Aktie der Deutschen Telekom zeigen sich am Mittwoch nach einer desaströsen Vorstellung in den vergangenen Tagen die ersten Käuferinnen und Käufer. Das ist beruhigend, genügt aber noch nicht, um den Beginn einer Erholung abzuleiten, da das Chartbild äußerst angeschlagen ist und die Verkaufssignale noch dominieren.
Was die Unternehmensbewertung angeht, ist die Aktie mit einem KGVe 2026 von knapp 12 wieder attraktiv – das 10-Jahres-Mittel liegt mit 12,6 darüber. Auch die zu erwartende Dividende ist mit 4,7 Prozent ein Kaufargument. Die könnte aber zu den leidtragenden gehören, sollten die Zusammenlegungspläne mit T-Mobile US verfolgt werden.
Idealerweise warten Anlegerinnen und Anleger vor einem Einstieg ab, bis sich der jüngst aufgeworfene Staub etwas gelegt hat.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NG52T03 , DE000NG7RJ99 , DE000NG8U7G4 , DE000NB6TS80 , DE000NB619F9 , DE000NB619C6 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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