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Oracle: Warum der Markt den Turnaround des Software-Giganten noch immer unterschätzt

Oracle wird an der Börse noch immer so bewertet, als sei die Aktie „dead money“, obwohl sich das operative Profil des Konzerns deutlich verändert hat. Ein jüngst auf Seeking Alpha veröffentlichter Analysebeitrag argumentiert, dass der Markt die Wachstumsperspektiven im Cloud-Geschäft, die Margenqualität und die verbesserten Fundamentaldaten nicht adäquat in der Bewertung widerspiegelt. Für langfristig orientierte Investoren entsteht damit ein Bewertungsbild, das nicht mehr zum operativen Momentum passt.

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Ein Firmenschild von Oracle bei der Oracle Open World Konferenz.
Quelle: - © drserg / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images:
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Struktureller Wandel des Geschäftsmodells

Oracle befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Transformationsprozess: weg vom klassischen Lizenz- und Wartungsmodell hin zu wiederkehrenden, Cloud-basierten Umsätzen. Im Zentrum stehen dabei Infrastruktur-Services (OCI), Plattform-Angebote sowie die Fusion-Applications-Suite. Die Analyse auf Seeking Alpha betont, dass diese neue Aufstellung zunehmend in den Zahlen sichtbar wird und das Profil des Konzerns von einem reifen, stagnierenden Softwareanbieter hin zu einem Wachstumswert mit hoher Cash-Generierung verschiebt.

Cloud-Wachstum als wesentlicher Werttreiber

Die Cloud-Sparte von Oracle (Oracle Aktie) gilt in der Analyse als zentraler Kurstreiber. Insbesondere das IaaS-Geschäft mit Oracle Cloud Infrastructure wächst deutlich dynamischer als das traditionelle Lizenzsegment. Hinzu kommen SaaS-Angebote wie Fusion ERP und Fusion HCM, die laut Beitrag im Enterprise-Segment an Traktion gewinnen. Die Kombination aus mehrjährigen Verträgen, hohen Wechselkosten und vertikaler Integration von Datenbank, Middleware und Anwendungen schafft aus Sicht des Autors ein robustes, skalierbares Einnahmenprofil.

Profitabilität und Margenresilienz

Die operative Marge von Oracle bleibt trotz Transformationsaufwand auf hohem Niveau. Der Beitrag hebt hervor, dass der Konzern durch konsequentes Kostenmanagement, hohe Automatisierung und Skaleneffekte in der Cloud seine Profitabilität stabil halten kann. Gleichzeitig liefert das Geschäftsmodell starken Free Cashflow, der für Dividenden, Aktienrückkäufe und gezielte Akquisitionen genutzt wird. Diese Cashflow-Qualität steht im Kontrast zur Börsenbewertung, die weiterhin eine eher stagnierende Ertragsbasis unterstellt.

Bewertung: Diskrepanz zwischen Marktpreis und Fundamentaldaten

Im Fokus der Analyse steht die Frage, warum Oracle an der Börse immer noch so gehandelt wird, als würde der Konzern kaum wachsen. Die Kennzahlen spiegeln nach Einschätzung des Beitrags eher die Vergangenheit als die aktuelle Dynamik wider. Der Verfasser sieht eine Bewertungsdiskrepanz zwischen dem anhaltenden Cloud-Wachstum, der hohen Profitabilität und der noch vergleichsweise moderaten Multiplikatorbewertung. Die Marktteilnehmer scheinen Oracle weiterhin in die Kategorie reifer, ex-wachsender Softwarewerte einzuordnen, obwohl das Cloud-Segment inzwischen einen relevanten Wachstums- und Ergebnistreiber darstellt.

Risiken und Marktvorbehalte

Der Beitrag verweist implizit auf mehrere Gründe, warum der Markt weiterhin skeptisch bleibt. Dazu gehören der historische Ruf Oracles als zyklischer Lizenzvermarkter, der intensive Wettbewerb im Cloud-Segment mit Hyperscalern wie AWS, Microsoft und Google (Alphabet A Aktie) sowie Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Konzerns, dauerhaft hohe Wachstumsraten im Infrastruktur- und SaaS-Geschäft zu halten. Darüber hinaus bestehen typische Risiken eines großen Technologiekonzerns, darunter Integrationsrisiken bei Akquisitionen, technologische Disruption und mögliche regulatorische oder makroökonomische Belastungen.

Kapitalallokation und Aktionärsrendite

Die Analyse auf Seeking Alpha würdigt die Kapitalallokation als wesentlichen Bestandteil der Investmentthese. Oracle nutzt seinen Free Cashflow für eine Kombination aus Dividendenzahlungen und umfangreichen Aktienrückkäufen, was die pro Aktie verfügbaren Ertrags- und Cashflow-Größen stützt. Dieses Shareholder-Return-Modell ist in Verbindung mit dem Cloud-Wachstum ein zentrales Argument dafür, dass die Aktie nicht länger als „dead money“ betrachtet werden sollte, sondern als Vehikel für eine Mischung aus moderatem Wachstum und laufender Ausschüttung.

Langfristige Perspektive und Marktpositionierung

In der Analyse wird betont, dass Oracle mit seiner starken Stellung im Bereich Enterprise-Datenbanken, seinen integrierten Business-Applikationen und dem Ausbau von OCI eine strukturell solide Ausgangsbasis besitzt. Die installierte Basis, hohe Migrationsbarrieren und der Fokus auf geschäftskritische Workloads sichern dem Konzern eine verteidigungsfähige Marktposition. Die Cloud-Angebote bauen auf dieser Basis auf und erlauben es Oracle, Bestandskunden in das eigene Cloud-Ökosystem zu ziehen und zusätzliche, wiederkehrende Umsätze zu generieren.

Schlussfolgerung für konservative Anleger

Aus der auf Seeking Alpha dargestellten Analyse ergibt sich das Bild eines Konzerns, der operativ deutlich dynamischer ist, als es die aktuelle Marktperzeption und Bewertung vermuten lassen. Konservative Anleger, die auf stabile Cashflows, Dividenden und eine defensive Marktstellung achten, könnten die Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Bewertung als Chance interpretieren. Anstatt die Aktie als „dead money“ abzutun, bietet sich für vorsichtige Investoren – abhängig von individueller Risikotragfähigkeit und Portfoliostruktur – ein schrittweiser Aufbau oder Erhalt einer Position an, um an der Kombination aus strukturellem Cloud-Wachstum und solider Ausschüttungspolitik teilzuhaben.

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