Lufthansa-Aktie weit unter Substanzwert: Analysten sehen 150 Prozent Kurspotenzial

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Lufthansa-Maschine im Landeanflug.
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Europas größte Airline-Gruppe notiert tiefer als ihr Liquidationswert. Ein neuer Analystenreport rechnet vor, warum der Markt Lufthansa massiv unterschätzt.
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Die Deutsche Lufthansa wird an der Börse zu einem Kurs gehandelt, der nach Einschätzung des Hamburger Analysehauses MWB Research nicht einmal den Zeitwert der eigenen Flugzeuge widerspiegelt. Zum Kurs von rund 8,32 Euro je Aktie liege die Marktkapitalisierung so weit unter dem fairen Wert des Konzerns, dass Anleger die gesamte Airline-Aktivität, das Frachtgeschäft und die ITA-Beteiligung rechnerisch zum Nulltarif dazubekämen. Das Kursziel der Analysten lautet 21 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von gut 150 Prozent entspricht.

Kern des Arguments: Der Marktwert der selbst gehaltenen Flotte von rund 635 Flugzeugen deckt nach mittlerer Schätzung knapp 76 Prozent des Unternehmenswerts ab. Bei optimistischer Bewertung steigt dieser Anteil auf rund 90 Prozent. Lufthansa Technik, der weltgrößte unabhängige Wartungs- und Überholungsdienstleister mit einem Jahresumsatz von 8 Milliarden Euro, käme damit praktisch zum Nullpreis hinzu. Die Analysten schätzen den isolierten Unternehmenswert von Lufthansa Technik auf bis zu 12 Milliarden Euro, was rund 45 Prozent des gesamten Konzernwerts entspräche.

Für die nächsten Jahre sehen die Analysten mehrere Hebel, die das Ergebnis deutlich verbessern könnten. Bis 2030 soll der Anteil moderner Flugzeuge der neuesten Generation von derzeit rund 27 Prozent auf 58 Prozent steigen. Allein dieser Flottenwechsel könnte die Marge mechanisch um etwa drei Prozentpunkte anheben, ohne dass das Management zusätzliche Maßnahmen ergreifen müsste. Hinzu kommen die noch nicht vollständig eingepreisten Synergien aus der ITA-Airways-Übernahme, die nach Einschätzung der Analysten erst 2026 und 2027 vollständig greifen. Konzernweit streben die Analysten eine operative Marge von 7 Prozent bis 2030 an, verglichen mit rund 4,5 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die Analysten betonen, dass der Markt die Häufung von Krisen seit 2019 inzwischen als Dauerzustand einpreist. Konzern-Chef Carsten Spohr bringt es auf den Punkt: "Wir haben zu viele Fluggesellschaften in Europa. Ich bin überzeugt, dass die Konsolidierung weitergehen wird." Genau diese Konsolidierung könnte Lufthansa als stärkstem Spieler nützen, denn schwächere Wettbewerber könnten Kapazitäten abbauen und damit die Ticketpreise stützen.

Werte aus dem Artikel:
Lufthansa Aktie 8,346 € -0,17%

Autor: Julian Schick



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