BYD-Aktie: Ein kleines Absatzplus wird gefeiert – nur ein dünner Strohhalm oder mehr?

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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BYD mit Mini-Absatzplus im Mai
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Ein Mini-Plus bei den Verkäufen reicht für ein kleines Kursfeuerwerk: BYD hat im Mai erstmals seit 8 Monaten wieder mehr Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum. Die Hoffnung auf die Trendwende ist wieder da, aber schafft BYD wirklich den Spagat zwischen anziehenden Auslandsmärkten und einem schwachem China-Geschäft?
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Hinweis

Die Aktie des chinesischen Elektroauto-Riesen BYD ist am Dienstag an der Börse in Hongkong angesprungen. Die H-Aktie notierte rund 6 Prozent höher bei 96,75 Hongkong-Dollar. Auslöser für die neue Kauflaune sind die jüngsten Absatzzahlen für Mai, die Anlegern erstmals seit Monaten wieder Hoffnung auf eine operative Trendwende machen.

Denn BYD hat im Mai weltweit 383.453 Fahrzeuge verkauft. Das entspricht einem kleinen Plus von 0,26 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auf den ersten Blick ist das kaum mehr als Stagnation. Für die Börse zählt jedoch die Richtung: Nach 8 Monaten mit rückläufigen Verkäufen ist schon ein Mini-Wachstum ein positives Signal.

Ausland rettet den Mai

Der eigentliche Treiber der Erholung liegt nicht im chinesischen Heimatmarkt, sondern außerhalb Chinas. Die internationalen Verkäufe kletterten im Mai um 80,4 Prozent auf 160.644 Fahrzeuge. Damit entfielen bereits rund 42 Prozent der gesamten NEV-Verkäufe des Monats auf die Auslandsmärkte.

Werte aus dem Artikel:
BYD Aktie 10,248 € -2,95%

Das ist für BYD strategisch entscheidend. Der Konzern hat seine internationale Präsenz in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut, unter anderem in Europa, Südostasien, Australien und Lateinamerika. Neue Produktionskapazitäten außerhalb Chinas sollen helfen, Lieferketten zu verkürzen, Handelsbarrieren zu umgehen und die Abhängigkeit vom chinesischen Heimatmarkt zu verringern.

Gerade der Heimatmarkt bleibt aber die Schwachstelle. In China verkaufte BYD im Mai nur 222.809 Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von 24,07 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit schrumpfte der Inlandsabsatz bereits den 13. Monat in Folge.

China bleibt das Problem

Der chinesische Automarkt ist derzeit von einem brutalen Preiswettbewerb geprägt. Viele Hersteller kämpfen mit Rabatten um Marktanteile, während die Nachfrage in wichtigen Segmenten schwächelt. Für BYD ist das besonders heikel, weil das Unternehmen lange stark über hohe Stückzahlen und erschwingliche Modelle gewachsen ist.

Die Folgen sind bereits in den Zahlen sichtbar. Im ersten Quartal brach der Gewinn deutlich ein, während auch der Umsatz zurückging. Damit zeigt sich: BYD verkauft zwar weiterhin enorme Mengen an Fahrzeugen, doch die Margen stehen unter Druck.

Zugleich wird die Konkurrenz im Heimatmarkt aggressiver. Hersteller wie Geely und Leapmotor greifen BYD im Massensegment an. Für BYD wird es deshalb wichtiger, sich technologisch stärker abzuheben, höherpreisige Modelle zu verkaufen und das internationale Geschäft weiter auszubauen.

Warum Anleger trotzdem zugreifen

Die Reaktion der Börse zeigt, wie stark Investoren derzeit einen möglichen Wendepunkt entgegenfiebern. Nach Monaten negativer Meldungen reicht ein kleiner Zuwachs, um Hoffnungen auf eine Stabilisierung auszulösen. Besonders positiv wird gewertet, dass BYD nicht nur beim Absatz, sondern auch bei der Produktion wieder zulegen konnte.

Allerdings sollten Anleger den Mai nicht überbewerten. Ein Plus von 0,26 Prozent ist noch keine echte Wachstumsbeschleunigung. Es zeigt nur, dass der Abwärtstrend im Mai gestoppt werden konnte. Ob daraus eine nachhaltige Erholung wird, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.

Entscheidend wird sein, ob BYD das starke Auslandsgeschäft weiter ausbauen kann und gleichzeitig die Schwäche in China zumindest stabilisiert. Gelingt das, könnte die Aktie nach der langen Durststrecke neues Vertrauen gewinnen. Bleibt China dagegen unter Druck, droht die jüngste Erholung schnell wieder zum Strohfeuer zu werden.

Dünner Strohhalm nach dem die Anleger greifen

BYD liefert Anlegern erstmals seit Monaten wieder einen Hoffnungsschimmer. Das Absatzplus im Mai ist zwar hauchdünn, aber symbolisch wichtig. Die eigentliche Story liegt jedoch im Ausland: Dort wächst BYD rasant, während der Heimatmarkt weiter schwächelt. Für die Aktie ist das eine Chance, aber noch keine Entwarnung. Anleger sollten jetzt vor allem darauf achten, ob der Konzern die Erholung im Juni und Juli bestätigen kann. Erst dann wird der Strohhalm, an dem sich die Anleger gerade klammern, wieder dicker. 

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Redaktion Ariva/MW



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