Europas Verteidigungsausgaben erreichen Rekordniveaus und die deutschen Rüstungsunternehmen spüren das unmittelbar in ihren Auftragsbüchern. Hensoldt und Renk, zwei Spezialisten für Militärtechnologie mit komplementären Produktportfolios, haben am Mittwoch ihre Quartalszahlen Q1 2026 vorgelegt. Beide Konzerne melden Rekordauftragsbestände, solides Umsatzwachstum und bestätigen ihre Jahresprognosen. Ein klares Signal, dass die politisch beschlossene Aufrüstung Europas industriell Fahrt aufnimmt.

Hensoldt Q1 2026: Umsatz steigt 25 Prozent, Auftragsbuch auf Rekordhoch
Der Radar- und Sensorspezialist Hensoldt verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 25 Prozent auf 496 Millionen Euro, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Treiber waren vor allem neue Bundeswehr-Bestellungen für die Schützenpanzer Puma (Puma Aktie) und Schakal sowie Vertragsverlängerungen rund um Radarsysteme für den Eurofighter Mk1. Auch die Sparte Optronics entwickelte sich dynamisch.
Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich um knapp 47 Prozent auf 44 Millionen Euro, die operative Marge stieg von 7,6 auf 8,9 Prozent. Beide Kennzahlen lagen leicht unter den Markterwartungen, was angesichts des insgesamt starken Wachstums jedoch kaum ins Gewicht fällt.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Hensoldt-Auftragsbestands. Die Hensoldt-Quartalszahlen zeigen zum Ende des ersten Quartals einen Rekordwert von 9,8 Milliarden Euro gegenüber 6,93 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum ein Anstieg von gut 41 Prozent. Der Hensoldt-Auftragseingang allein im ersten Quartal lag bei knapp 1,5 Milliarden Euro, mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

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CEO Oliver Dörre kommentierte die Zahlen: „Mit der neuen deutschen Militärstrategie wird schwarz auf weiß sichtbar, dass Verteidigungsfähigkeit heute neu gedacht wird: vernetzter, softwarebasierter und zugleich mit deutlich höherem Anspruch an industrielle Verfügbarkeit. Für uns ist das nicht nur ein strategisches Signal, sondern zunehmend konkrete Nachfrage."
Strategisch treibt Hensoldt die Expansion weiter voran. Mit der geplanten Übernahme des niederländischen Unternehmens Nedinsco will der Konzern Lieferketten stabilisieren und Produktionskapazitäten im Bereich Optronics ausbauen – ein Schritt, der die geopolitisch motivierte Diversifizierungsstrategie europäischer Rüstungskonzerne exemplarisch widerspiegelt.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Hensoldt an seiner Prognose fest: Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro, eine bereinigte operative Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent sowie ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5x bis 2,0x.
Renk Quartalszahlen Q1 2026: Auftragseingang über Konsens, Margen verbessert
Der Augsburger Antriebsspezialist Renk, bekannt als Getriebe- und Antriebslieferant für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie für Marinepropulsionssysteme, legte ebenfalls starke Quartalszahlen vor. Der Renk-Auftragseingang Q1 2026 stieg um 6,1 Prozent auf 582,3 Millionen Euro und übertraf damit den Analystenkonsens von 557,4 Millionen Euro.
Wachstumsmotor war die Division Vehicle Mobility Solutions, die direkt getrieben durch die europäische Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen und Kampfpanzern einen Auftragsanstieg von 20,5 Prozent verzeichnete. Der Renk-Auftragsbestand erreichte zum Ende des ersten Quartals mit 6,9 Milliarden Euro ebenfalls einen Rekordwert, nach 5,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.
Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 283,6 Millionen Euro, in Linie mit den Erwartungen. Renk wies darauf hin, dass einzelne Lieferungen und Umsätze aufgrund externer Lieferkettenprobleme in spätere Quartale verschoben wurden. Dieser Effekt verzerre das Bild leicht. Das bereinigte Renk-EBIT Q1 2026 kletterte um 10,4 Prozent auf 42,4 Millionen Euro und übertraf den Konsens von 40,9 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,1 auf 15,0 Prozent.
Einen Dämpfer gab es in der Division Marine & Industry, wo der Auftragseingang um 42,8 Prozent zurückging. Renk führt dies auf einen anspruchsvollen Vorjahresvergleich zurück, der durch große Marineaufträge geprägt war.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Renk die Jahresprognose: Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.

Europäischer Rüstungsboom: Struktureller Rückenwind für deutsche Verteidigungskonzerne
Die Quartalszahlen von Hensoldt und Renk sind kein Einzelphänomen, sondern Teil eines breiten strukturellen Trends. Die NATO-Mitgliedsstaaten erhöhen ihre Verteidigungsbudgets, Deutschland hat die Schuldenbremse für Rüstungsausgaben faktisch ausgesetzt, und die Bundeswehr modernisiert ihr Gerät in einem Tempo, das den deutschen Rüstungsunternehmen volle Auftragsbücher beschert.
Hensoldt beliefert dabei Schlüsselplattformen wie den Eurofighter Typhoon und den Schützenpanzer Puma mit Sensor- und Aufklärungstechnologie. Renk liefert die Antriebsstränge für gepanzerte Fahrzeuge und Marineschiffe – zwei Bereiche, die im Zuge der Wiederbewaffnung Europas besonders stark nachgefragt werden.
Die Rekordauftragsbestände beider Konzerne – 9,8 Milliarden Euro bei Hensoldt, 6,9 Milliarden Euro bei Renk – signalisieren, dass die politisch beschlossenen Rüstungsinvestitionen nun auch operativ ankommen. Für Anleger, die die Entwicklung der europäischen Verteidigungsindustrie und deutsche Rüstungsaktien 2026 verfolgen, liefern beide Quartalsberichte ein konsistentes Bild: Die Nachfrage ist real, die Auftragsbücher sind gefüllt, und die Unternehmen bestätigen ihre Jahresprognosen.