Wächst die Stablecoin-Infrastruktur weiter, könnten Verbraucher ihr Kapital zunehmend vom klassischen Girokonto abziehen und in Stablecoin Wallets transferieren. Für Coinbase CEO Brian Armstrong ist dieser Passus daher von zentraler Bedeutung, würde er Krypto-Unternehmen doch den Zugang zur gesamten Bankenbranche öffnen.
Entsprechend alarmiert sind die Banken. Anscheinend haben sie sogar Donald Trump davon überzeugt, Druck auf Armstrong auszuüben, von dieser Forderung abzurücken. Wenig überraschend werden nun Szenarien wie ein Austrocknen der Kreditvergabe infolge sinkender Sichteinlagen bemüht.
Dabei sind Stablecoins strukturell – nicht regulatorisch – sicherer als unser Bankguthaben. Giroguthaben sind letztlich ungedeckte Forderungen gegen eine Bank. Stablecoins wie Tether oder Circle hingegen sind durch Vermögenswerte höchster Bonität, vor allem US-Staatsanleihen, gedeckt. Dass Bankeinlagen als sicherer gelten, liegt vor allem an Einlagensicherungssystemen und der impliziten Erwartung staatlicher Rettung, die bei Krypto-Unternehmen bislang fehlt.
Dass sich die Krypto-Industrie kurzfristig gegen die Bankenlobby durchsetzt, erscheint dennoch unwahrscheinlich. Die Machtverhältnisse sprechen für TradFi. Wahrscheinlicher ist ein Stablecoin-Zinsverbot im Clarity Act – nicht zuletzt, um Banken Zeit zu verschaffen, eigene Stablecoin-Angebote und Infrastruktur aufzubauen.
Aufgeschoben ist diese Entwicklung jedoch nicht aufgehoben. Stablecoins mit Zinsausschüttung werden kommen. Die Frage ist nur wann. Und dann wird man zu Recht von einer neuen Phase der Krypto-Mainstream-Adoption sprechen können.

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