FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Ringen um die Zukunft der Commerzbank (Commerzbank Aktie) spitzt sich zu: Während sich die italienische Unicredit bei einer außerordentlichen Hauptversammlung die Zustimmung ihrer Aktionäre für ein offizielles Übernahmeangebot holen will und für den 5. Mai ein offizielles Übernahmeangebot angekündigt hat, kontert die Commerzbank die jüngsten Vorstöße aus Mailand.
Für dich zusammengefasst:
Unicredit plant ein Übernahmeangebot für die Commerzbank.
Commerzbank bezeichnete den Unicredit-Plan als feindlich.
Unicredit ist der größte Anteilseigner der Commerzbank.
"Was die Unicredit nach 18 Monaten und zahlreichen Treffen nun auf den Tisch gelegt hat, ist ein Plan, der die Bank, wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Michael Kotzbauer, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
"Lehnen keine Gespräche mit der Unicredit ab"
Kotzbauer betonte, die Commerzbank lehne "keine Gespräche mit der Unicredit ab". Es habe in den vergangenen Monaten viele Treffen gegeben. "In keinem dieser Treffen war Unicredit aber je daran interessiert, über unser Geschäftsmodell oder ihre Pläne bei der Commerzbank zu reden." Das habe die Unicredit erst getan, nachdem sie am 16. März unabgestimmt ein Angebot für die Commerzbank-Aktionäre angekündigt hatte. Dieses will Unicredit-Chef Andrea Orcel an diesem Dienstag konkretisieren.
Die Unicredit, die im September 2024 bei der Commerzbank eingestiegen war, ist inzwischen mit Abstand größter Anteilseigner der Commerzbank vor dem deutschen Staat. Erst kürzlich präsentierte Unicredit-Chef Orcel einen Umbauplan für den Fall einer Übernahme. Dabei kritisierte er unter anderem, das Auslandsnetz der Commerzbank sei "überdimensioniert" und "ineffizient".
Commerzbank-Manager Kotzbauer, der das Firmenkundengeschäft verantwortet, bezeichnet die Präsentation als "feindliches Vorgehen mit irreführenden Darstellungen". Mit Standorten in mehr 40 Ländern betreibe die Commerzbank "ein globales und effizientes Netzwerk aus Niederlassungen und Repräsentanzen", sagt Kotzbauer. "Rund 58 Prozent der Erträge mit unseren Firmenkunden haben einen klaren Bezug zu unserem internationalen Netzwerk. Ohne diese Auslandsbrückenfunktion wäre die Commerzbank nicht mehr die Commerzbank. Wir wurden 1870 genau aus diesem Grund als Außenhandelsbank gegründet."/ben/DP/stw
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