BERLIN (dpa-AFX) - Der Online-Händler Zalando (Zalando Aktie) ist im dritten Quartal weiter gewachsen. So stieg der Umsatz um 5,1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Berlin mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 10,6 Prozent auf 107 Millionen Euro. Dabei profitierte Zalando von niedrigeren Kosten für die Auftragsabwicklung, Synergien durch die Übernahme von About You sowie vom starken Wachstum im Geschäft mit Unternehmenskunden. Gebremst wurde die Entwicklung hingegen von höheren Investitionen und Marketingkosten. Die Zahlen lagen in etwa im Rahmen der Erwartungen.
Für dich zusammengefasst:
Zalando erzielte im Q3 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro.
Die Aktie zeigte Volatilität und gewann zuletzt über zwei Prozent.
Zalando plant die Einführung eines KI-Agenten für 2024.
Die im Dax notierte Aktie zeigte sich volatil und verlor zum Auftakt zunächst deutlich, bevor sie den Abwärtstrend stoppte. So war die Aktie im Vorfeld gut gelaufen, sodass zunächst offenbar Gewinne mitgenommen wurden. Am Vormittag drehte das Papier dann ins Plus und gewann zuletzt mehr als zwei Prozent.
Analysten monierten zunächst eine unter den Erwartungen liegende Bruttomarge. Das Endkundengeschäft, das weiterhin den Löwenanteil von Umsatz und Ergebnis bei Zalando ausmacht, wuchs außerdem schwächer als der Firmenkunden-Bereich (B2B). Zudem ging dort das bereinigte Ebit zurück. Dies wurde durch eine Ergebnisverdopplung im B2B-Geschäft mehr als ausgeglichen. Es gebe Bedenken, dass eine schwächere Profitabilität im Endkundengeschäft den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres belasten könnte, bemerkte Adam Cochrane, Analyst der Deutschen Bank. Laut Georgina Johanan von JPMorgan bestehen weiterhin strukturelle Risiken durch die Entwicklung von KI-gestützten Einkaufsagenten (Agentic Commerce).
Zalando setzt in seinem Geschäft künftig verstärkt auf KI. So kündigte das Unternehmen die Einführung seines Agenten "Extended" an. Dadurch soll die eigene Plattform um Produkte aus anderen Onlineshops erweitert werden, die Zalando selbst nicht im Sortiment hat. Konsumenten müssen den Angaben zufolge dabei nicht mehr die Zalando-App verlassen, da der KI-Agent diese Produkte in ihrem Namen kauft. Auch Partnershops sollen profitieren: Da der KI-Agent die Arbeit übernehme, erreichten sie Zalando-Kunden und generierten neue Umsätze, ganz ohne komplexe technische Integrationen oder Anpassungen in ihrer Logistik, wie Zalando verspricht. Der Start ist für das kommende Jahr geplant.
Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte das Management. So rechnet die Konzernführung weiter mit einem Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Value, GMV) und Umsatz in der unteren Hälfte der prognostizierten Spanne von 12 bis 17 Prozent. Beim bereinigten Ebit sollen es 680 bis 720 Millionen Euro werden./nas/lew/stk
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