Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Intel steckt trotz milliardenschwerer Investitionen in Schwierigkeiten. Fehlende Großkunden und Produktionsengpässe gefährden die Aufholjagd gegen TSMC.
Für dich zusammengefasst:
Intel verzeichnete einen Kurssturz von 45 Prozent im Oktober.
Die Aktie fiel allein am Freitag um 29 Prozent.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Rechenzentrenbereich um 78 Prozent.
Nach einem Kurssturz von 45 Prozent im Oktober gerät Intels Chipstrategie zunehmend ins Wanken. Seit fünf Jahren versucht der Konzern, mit Investitionsausgaben von insgesamt 108 Milliarden US-Dollar zum Marktführer TSMC aufzuschließen. Doch das Geschäft mit der Auftragsfertigung kommt kaum voran.
Historischer Kurssturz erschüttert Intel
Auslöser des jüngsten Ausverkaufs war eine enttäuschende Umsatzprognose. Für das vierte Quartal erwartet Intel Erlöse, die rund ein bis zwei Milliarden US-Dollar unter den bisherigen Analystenschätzungen liegen.
Hauptgrund ist die anhaltende Schwäche des PC-Marktes. Steigende Preise für Speicherchips und andere Komponenten verteuern Computer und veranlassen Verbraucher, geplante Neuanschaffungen aufzuschieben. Das PC-Geschäft steht weiterhin für etwa die Hälfte des Konzernumsatzes.
Allein am Freitag brach die Intel-Aktie um 29 Prozent ein und verzeichnete damit ihren größten Tagesverlust seit den 1970er-Jahren. Am Montag verlor das Papier sogar weitere 8,8 Prozent und schloss bei 59,97 US-Dollar.
Dabei hatte die Aktie zuvor eine außergewöhnliche Rallye erlebt. Nach dem Einstieg der US-Regierung mit einem Anteil von zehn Prozent im August 2025 und einer Investition von fünf Milliarden US-Dollar durch Nvidia hatte sich der Kurs innerhalb von zehn Monaten versechsfacht.
Ausgerechnet das boomende Geschäft mit Rechenzentren stellt Intel nun vor neue Probleme. Im dritten Quartal stieg der Umsatz in diesem Bereich gegenüber dem Vorjahr um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden US-Dollar.
Konzernchef Lip-Bu Tan sieht enormes weiteres Potenzial. Seiner Einschätzung nach könnte sich der weltweite Markt für Serverprozessoren innerhalb der nächsten fünf Jahre auf 200 Milliarden US-Dollar verfünffachen.
Doch Intel kann die Nachfrage derzeit nicht vollständig bedienen. Engpässe bei Siliziumwafern, Chipträgern und Speicherkomponenten begrenzen die Produktion.
Deshalb verlagert der Konzern einen Teil seiner Fertigungskapazitäten im US-Bundesstaat Oregon vom hochmodernen 18A-Verfahren auf die ältere Intel-3-Technologie, die für seine Serverprozessoren benötigt wird.
Milliardenstrategie droht zum Risiko zu werden
Doch damit gefährdet Intel ausgerechnet die Technologie, mit der sich der Konzern als Alternative zu TSMC etablieren will. Potenzielle Großkunden könnten bezweifeln, dass Intel neben der eigenen Produktion genügend Kapazitäten für externe Aufträge bereitstellen kann.
Hinzu kommt, dass Chipentwickler wie Broadcom und Qualcomm ihre Produkte möglicherweise nicht bei einem direkten Konkurrenten fertigen lassen wollen.
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