dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 128

ROUNDUP: Hochschulaustausch DAAD muss Arbeit in Russland einstellen

BONN/MOSKAU (dpa-AFX) - Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) stellt wegen der Einstufung als unerwünschte Organisation seine Arbeit in Russland ein. Das DAAD-Büro in Moskau sowie das vom DAAD verantwortete Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) Moskau würden geschlossen, teilte die Organisation in Bonn mit.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte das russische Vorgehen einen Schlag gegen die Wissenschaftsfreiheit. Er forderte eine Rücknahme der Einstufung, die einem Verbot gleichkommt. "Russland schafft so bewusst eine Atmosphäre der Angst und der Isolation. Kontakte mit dem Ausland werden zunehmend kriminalisiert", sagte der CDU-Politiker am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).

Für russische Staatsbürger bedeutet der Kontakt zu einer unerwünschten ausländischen Organisation, dass sie Gefahr laufen, sich strafbar zu machen. Der DAAD ist nach eigenen Angaben die weltgrößte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Mit der Einstufung kommen akademische Kontakte mit Russland fast zum Erliegen. Wadephul sagte, Russland behindere immer mehr unabhängige Wissenschaftsorganisationen systematisch an ihrer Arbeit.

Noch 200 russische DAAD-Stipendiaten in Deutschland

"Wir bedauern diese Entscheidung der russischen Regierung. In den vergangenen Jahren gab es vor Ort weiterhin Interesse an DAAD-Stipendien für Studien- oder Forschungsaufenthalte in Deutschland", sagte der DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. Seinen Angaben nach studieren derzeit noch etwa 200 russische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger mit einem DAAD-Stipendium in Deutschland. Insgesamt seien an deutschen Hochschulen 10.500 Russen eingeschrieben.

Der Austauschdienst hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 Kontakte mit Russland eingeschränkt und keine Stipendiaten mehr dorthin entsandt. Der umgekehrte Weg aus Russland an deutsche Hochschulen sollte jedoch erhalten bleiben. Die Auswahlverfahren für Stipendien in Moskau würden gestoppt, sagte Mukherjee. Russinnen und Russen könnten sich aber aus Drittländern weiter bewerben. Dies richtet sich an die vielen Russen, die wegen des Kriegs in andere Länder geflüchtet sind.

Das russische Justizministerium hatte am Dienstag auf seiner Webseite die Einstufung des DAAD als unerwünscht öffentlich gemacht./fko/DP/stw

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend