Einhelliger Tenor: Der Goldpreis steige weiter, weil sich der Kurs in einem perfekten Aufwärtstrend präsentiert. Gemäß dem simpelsten Motto der technischen Analyse, „the trend is your friend“ (frei: folge dem Trend), sollten Anleger Gold solange die Treue halten, bis der Trend kippt.
Beim Goldchart sehen Experten den Trend erst in Gefahr, wenn das Edelmetall unter Werte zwischen 1050 und 1020 Dollar je Feinunze rutschen sollte. Lange Zeit schien dies unwahrscheinlich. Doch nach der jüngsten Schwäche an den Finanzmärkten, die auch Gold nicht verschonte, ist die Gefahrenzone erreicht. Am Freitag fiel der Preis zeitweise auf 1044,50 Dollar. Bei gut 250 Dollar startete 2001 der Aufwärtstrend. Nachdem Gold Anfang Dezember 2009 bis auf 1221,70 Dollar gestiegen war, korrigiert das Edelmetall seit mehreren Wochen rasant. Schon lange hat Gold seinen Nimbus als „sicheren Hafen“ verloren. Im Gegenteil: Fliehen Anleger aus riskanten Anlagen wie Aktien, dann auch aus Gold. Grund dafür ist, dass immer mehr spekulative Investoren Gold als Anlage entdecken. Die Charttechniker beurteilen die jüngste Korrektur von mehr als 100 Dollar als längst überfällig. Bei zuvor steigenden Kursen, ohne jegliche Zwischenkorrektur, sei der Markt vollkommen überhitzt gewesen. „Anlegern bieten sich in diesem Jahr kaum Anlagealternativen“, begründet Klaus Deppermann seinen Optimismus. „Die Übertreibungsphase beim Gold nach oben steht erst noch an.“ Im zweiten Halbjahr sieht er den Preis kräftig steigen und rechnet mit Kursen von bis zu 1800 Dollar im kommenden Frühjahr. Wieland Staud erwartet imMinimum 1400 Dollar, imMittel 1750 Dollar. Christian Henke nennt als Kursziel 1500 Dollar