Der Goldpreis ist massiv unter Druck geraten. Seit Mitte vergangener Woche hat sich das Edelmetall um mehr als 60 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) auf zeitweise nur noch 1050 Dollar verbilligt.
So wenig hat Gold zuletzt vor drei Monaten gekostet. Experten schließen nicht aus, dass der Preis noch unter Druck bleiben könnte. Vor allem der anziehende Kurs der amerikanischen Währung belastet aktuell den Goldpreis. „Die Korrelation von Gold und Dollar wirdzurzeit am Markt sehr stark gespielt“, sagt Thorsten Proettel,
Edelmetallexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dadurch habe sich eine etwas paradoxe
Situation ergeben. Denn die derzeitige Dollar-Stärke ist eigentlich eine Schwäche des Euros, hervorgerufen durch die Sorgen um Griechenland. Die Rolle als „sicherer Hort“ in unsicheren Zeiten, die Gold immer wieder zugesprochen wird, komme dagegen nicht zum Tragen, so der LBBW-Experte. Das Edelmetall und die US-Devise entwickeln sich häufig gegenläufig, da institutionelle Investoren Gold als Absicherung gegen Verluste im Dollar-
Raum nutzen. „Spekulative Finanzinvestoren scheinen nach dem Bruch der psychologisch wichtigen Marke von
1 100 Dollar Long-Positionen geschlossen zu haben“, heißt es bei der Commerzbank. Auch die Anleger
in Exchange Traded Funds (ETF), börsennotierte Fonds, kehrten Gold derzeit den Rücken zu. Der Goldbestand des SPDR Gold Trust sei zuletzt um weitere sechs Tonnen auf den niedrigsten Stand seit Oktober gefallen. „Die physische Nachfrage sollte auf dem niedrigeren Preisniveau jedoch wieder anziehen, wodurch weitere Kursverluste gebremst werden dürften“, glauben die Commerzbank- Experten.
Test des alten Allzeithochs erwartet Über die weitere Entwicklung am Goldmarkt sind sich die Experten
allerdings nicht ganz einig. Die Stärke der amerikanischen Währung wird nach Einschätzung von
Analyst Dan Smith von Standard Chartered die Rohstoffpreise auch in den kommenden Tagen belasten.
Die nächste Marke beim Goldpreis, auf die man achten sollte, liegt seiner Ansicht nach bei 1020 Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur
Reuters.
Thorsten Proettel blickt dagegen
vor allem auf die Marke von 1030
Dollar – hier lag das Allzeithoch, bis
der Goldpreis Ende Oktober vergangenen
Jahres steil nach oben geschossen
war. Der Anstieg gipfelte
auf dem Rekordhoch von 1226,10
Dollar Anfang Dezember. Seither
kostete die Feinunze zwischen
1 100 und 1 150 Dollar. „Die Unterstützung
bei 1030 Dollar hält“,
glaubt der LBBW-Experte. Zum Jahresende
sieht er das Edelmetall sogar
wieder bei 1250 Dollar je Feinunz
we h rt sich jemand ?