--- geben zuviel Rabatte --
Los Angeles (Reuters) - Trotz der regen Nachfrage nach Elektronikgeräten zu Weihnachten hat sich der Gewinn bei Amazon Ende 2006 halbiert.
Während der Internet-Händler seinen Umsatz um etwa ein Drittel auf vier Milliarden Dollar steigerte, drückten Sonderangebote und hohe Investitionen den Nettogewinn im abgelaufenen Quartal auf 98 Millionen Dollar. Die Wall Street hatte jedoch einen noch drastischeren Rückgang befürchtet. Deshalb legte die Aktie nach Vorlage der Ergebnisse am Donnerstagabend zunächst um fast sechs Prozent zu, bevor sie diese Gewinne zum Teil wieder abgab.
Amazon hat sich im harten Wettbewerb vor allem mit dem Branchenprimus Ebay zuletzt mit Rabatten auf Umsatzsteigerungen konzentriert, die allerdings auf Kosten des Gewinns gingen. Der Internet-Händler investierte zugleich vor allem in den Ausbau seiner Technik. Langfristig sollen dadurch bei Amazon die Gewinne sprudeln, aber einige Experten bleiben skeptisch. "Man muss als Amazon-Aktionär viel Geduld mitbringen", sagte Branchenexperte Scott Devitt von Stifel Nicolaus. "Das ist ein sehr, sehr langfristiges Geschäft." Der relativ hohe Aktienkurs von Amazon belegt die Überzeugung der Investoren, dass Amazon in Zukunft viel rentabler wird. Traditionelle Einzelhändler mit einem vergleichbaren Gewinn sind an der Börse im Schnitt etwa nur ein Drittel wert.
Amazon sieht sich jedoch weiter auf dem richtigen Weg. "Von dem Geld in den Portemonnaies unserer Kunden fließt ein immer größerer Anteil in unsere Kassen", sagte Amazon-Finanzchef Tom Szkutak. Amazon nahm allein mit Elektronik-Geräten 55 Prozent mehr ein als vor einem Jahr - allerdings wirft diese Sparte kaum Gewinn ab. Amazon erkaufte sich den Umsatzanstieg mit Preissenkungen und einem billigeren Versand. Internet-Nutzer lockte Amazon mit Sonderaktionen und höheren Werbeausgaban auf seine Seite.
In diesem Jahr dürfte auch der letzte Harry-Potter-Band den Umsatz bei Amazon beflügeln. Mehr als fünf Monate vor seiner Veröffentlichung bricht das Buch schon jetzt alle Rekorde: Kunden können das Buch seit Donnerstag vorbestellen, und Amazon verbuchte am ersten Tag so viele Orders wie für den Vorgängerband in den ersten zwei Wochen.
Insgesamt will der Internethändler in diesem Jahr mit einem Umsatz zwischen 13 und 13,7 Milliarden Dollar einen Betriebsgewinn zwischen 355 und 505 Millionen Dollar erwirtschaften. Bislang rechnen Analysten mit deutlich geringeren Einnahmen.
- Von Alexandria Sage -
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Angst frisst Gier