- IBM warnte vor schwachem Gewinn im zweiten Quartal.
- Die IBM-Aktie fiel am Dienstag um knapp 30 Prozent.
- IBM senkt Umsatzprognose auf 17,2 Milliarden US-Dollar.
- Energiekrise als Kurstreiber:
Diese 5 Aktien könnten durchstarten (hier klicken)
Nicolas Ebert International Business Machines (IBM) steht nach einer Gewinnwarnung massiv unter Druck. Der Konzern räumte ein, dass er die Verlagerung von Unternehmensausgaben weg von Software und hin zu Rechenzentrumsinfrastruktur unterschätzt habe. Im zweiten Quartal dürfte der Gewinn deshalb deutlich schwächer ausfallen als erwartet.
Die IBM-Aktie brach am Dienstag um knapp 30 Prozent ein. Auch andere Softwarewerte gerieten unter Druck. Microsoft, ServiceNow und Salesforce verloren an Börsenwert.
Die Warnung zeigt, wie stark der Boom rund um künstliche Intelligenz die Budgets in der Technologiebranche verschiebt. Viele Unternehmen sichern sich derzeit knappe Server, Speicher, Chips und Netzwerkausrüstung. Dafür fließt weniger Geld in andere Technologiebereiche.
Vorstandschef Arvind Krishna erklärte in einem Brief an Investoren, Kunden hätten ihre Quartalsausgaben in den letzten Juni-Wochen auf Server, Speichersysteme und Arbeitsspeicher verlagert. Sie wollten sich vor erwarteten Preiserhöhungen mit knapper Infrastruktur eindecken.
IBM habe zwar Lieferketteneffekte berücksichtigt, aber nicht das Ausmaß dieser Budgetverschiebung. Deshalb seien zahlreiche Großaufträge nicht wie erwartet abgeschlossen worden.
Besonders schwach lief das Mainframe-Geschäft. Dort verkauft IBM Großrechner und Software für große Kunden aus Branchen wie Banken und Luftfahrt. Zugleich setzen Unternehmen laut IBM mehr Geld für Cybersicherheit ein. Neue Modelle künstlicher Intelligenz können Schwachstellen in Software und Verschlüsselungssystemen schneller aufdecken.
Für das zweite Quartal erwartet IBM nun nur noch ein Umsatzplus von einem Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG im Schnitt mit 17,86 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 2,93 US-Dollar liegen. Die Schätzungen lagen laut FactSet bei 3,01 US-Dollar.
IBM versucht seit Jahren, die Abhängigkeit vom zyklischen Großrechnergeschäft zu verringern. Wichtiger werden soll der Softwarebereich mit Red Hat. Doch die aktuelle Schwäche stellt diese Strategie infrage.
IBM kaufte Red Hat im Jahr 2019 für 34 Milliarden US-Dollar. Damit wollte der Konzern seine Stellung im Markt für hybride Cloud-Lösungen stärken.
Red Hat arbeitet weiter als eigenständiger Geschäftsbereich. Mit Angeboten wie Red Hat Enterprise Linux und OpenShift liefert das Unternehmen wichtige Open-Source-Technologien für Firmenkunden.
Chris Beauchamp, Chefmarktanalyst der IG Group, sprach von einem unangenehmen Moment für IBM und Softwareaktien. Entscheidend sei nun, wie lange die Verlagerung hin zu Infrastruktur und Cybersicherheit anhalte. Einige Monate seien noch verkraftbar. Bei einer längeren Dauer würden Softwareaktien wieder ernsthaft hinterfragt.
Auch Oppenheimer wurde vorsichtiger. Die Investmentfirma stufte IBM von "Outperform" auf "Perform" herab. Analyst Param Singh schrieb, die bullische These werde länger brauchen. Kurzfristig dürfte die Aktie in einer engen Handelsspanne bleiben.
Zwar gebe es Lichtblicke bei Red Hat, HashiCorp, Confluent sowie im Server- und Speichergeschäft. Dennoch dürfte es für IBM schwer werden, die Jahresziele zu erreichen. Auch ein zweistelliges währungsbereinigtes Softwarewachstum in den Jahren 2026 und 2027 wirkt aus Sicht von Oppenheimer nun weniger sicher.
IBM verweist zur Beruhigung der Anleger auf Zukunftsthemen. Der Konzern investiert mehr als zehn Milliarden US-Dollar in Quantencomputer und baut Partnerschaften im Bereich künstliche Intelligenz aus, unter anderem mit OpenAI. Diese Projekte stehen aber noch am Anfang. Sie reichen bislang nicht aus, um die Schwäche im Kerngeschäft auszugleichen.
Der vollständige Bericht für das zweite Quartal soll am 22. Juli veröffentlicht werden.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
20
|
| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
|
20
|
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.