Frankfurt/Main (dpa) - Positive US-Konjunkturdaten haben dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstagnachmittag Auftrieb gegeben und dem Leitindex DAX zum Handelsschluss ein kräftiges Plus beschert. Insgesamt schlossen die Indizes uneinheitlich:
ANZEIGE
Der DAX legte den dritten Handelstag in Folge zu und übersprang wieder die 7500-Punkte- Marke. Mit plus 0,84 Prozent auf 7535,97 Zähler ging er knapp unter seinem Tageshoch aus dem Handel. Der MDAX verringerte seine Verluste und gab nur noch um 0,07 Prozent auf 10 066,11 Punkte nach. Der TecDAX verlor 0,60 Prozent auf 908,07 Zähler.
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in den USA in der abgelaufenen Woche schwächer als erwartet, was nicht nur den meisten Aktien jenseits des Atlantiks zu Kursgewinnen verhalf, sondern auch den deutschen Markt beflügelte. «In der kommenden Woche wird in den Vereinigten Staaten zudem über die Leitzinsen entschieden, und es herrscht unverändert Hoffnung auf eine Senkung», sagte ein Händler.
Mit Blick auf den europäischen Aktienmarkt schloss der EuroSTOXX 50 mit plus 0,91 Prozent auf 4249,01 Punkte. Die Aktienmärkte in Paris und London legten ebenfalls deutlich zu. In den USA tendierte der Leitindex Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa fest. Die NASDAQ-Indizes behaupteten sich gut.
Favorit im DAX war die Aktie der Deutschen Börse mit plus 3,33 Prozent auf 80,93 Euro. Im Fokus der Anleger standen zum einen erstmals offizielle Aussagen des Frankfurter Marktbetreibers, er habe kein Interesse am Londoner Börse-Anteil der NASDAQ. Zum anderen soll die von sieben europäischen Investmentbanken geplante gemeinsame Konkurrenz-Aktienhandelsplattform Turquoise erst Mitte 2008 und damit nochmals später als geplant an den Start gehen.
Gefragt waren auch die Versorger: Die RWE-Aktien verteuerten sich um 1,37 Prozent auf 81,86 Euro. E.ON gewannen 1,11 Prozent auf 124,87 Euro. Laut der «Financial Times Deutschland» (FTD) rückt die EU- Kommission von ihrem Vorhaben ab, den Stromversorgern die Zerschlagung vorzuschreiben. Sie könnten danach weiter Netzbesitzer bleiben. Positive Analystenkommentare gaben außerhalb der DAX-Familie der Porsche-Aktie Auftrieb. Sie gewann 3,22 Prozent auf 1340,00 Euro.
Auch die Banken- und Finanztitel erholten sich und legten zum Teil zu. «Das Thema US-Hypothekenkrise und ihre Auswirkungen gärt aber nach wie vor im Hintergrund und dürfte längerfristig belastend wirken», sagte ein Händler. Die Postbank-Titel verharrten in der Verlustzone und sanken um 0,47 Prozent auf 50,58 Euro. Die Aktie der Commerzbank drehte dagegen ins Plus und stieg um 0,71 Prozent auf 28,38 Euro, die der Deutsche Bank gewann 1,09 Prozent auf 91,18 Euro. Hypo Real Estate (HRE) rückten um 0,79 Prozent auf 38,23 Euro vor, während im MDAX die IKB-Titel um 0,22 Prozent auf 13,38 Euro nachgaben.
Premiere gerieten wegen des neuen Wettbewerbs im Bezahl-TV- Geschäft zu den Verlierern im MDAX und gaben 1,34 Prozent auf 14,73 Euro ab. Der Sportrechte-Vermarkter Sportfive steigt mit Handball-, Basketball- und Volleyball-Übertragungen in diesen Markt ein und will in Zukunft auch die Fußball-Bundesliga zeigen.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,14 (Vortag: 4,12) Prozent. Der Rentenindex kletterte um 0,12 Prozent auf 116,03 Punkte nach oben. Der Bund Future fiel um 0,43 Prozent auf 113,96 Punkte. Der Kurs des Euro stieg zeitweise auf einen neuen Höchststand bei 1,3927 US-Dollar: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3897 (Mittwoch: 1,3885) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,7196 (0,7202) Euro.
________
Alles was sexy ist, macht Freude