School-Latour: Konfrontation Russland - USA !!!


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Reila:

katjuscha???? Banane oder zuviel Wodka??? o.T.

 
15.09.01 01:34
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positiver:

ach was o.T.

 
15.09.01 01:34
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boomer:

1953

 
15.09.01 01:37
Deutsche Geschichte

Einer Säuberungswelle in der DDR folgt eine deutliche Zunahme von Westflüchtlingen (von mtl. 20´000 im Januar auf 51´000 im März). Im April werden Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel und im Mai die Erhöhung von Arbeitsnormen um 10% beschlossen. Die Bevölkerung des durch über 1´200 Betriebsdemontagen und Hunger geschwächten Landes begehrt auf.
Die SED kann eine offene Konfrontation mit der Arbeiterschaft auch durch öffentliche Selbstkritik vom 11.6. nicht mehr verhindern. Als die Normenerhöhung nicht nur nicht zurückgenommen, sondern am 16.6. im Organ des FDGB "Tribüne" gar verteidigt wird, treten die als besonders leistungsbewußt geltenden Bauarbeiter der Baustelle "Stalinallee" in den Streik und lösen damit eine Lawine aus. Am Morgen des 17.6. legen Tausende ihre Arbeit nieder, im Tagesverlauf werden es 300´000 in 272 Orten in der ganzen DDR.
Der anfangs ökonomische Charakter der Streikforderungen wandelt sich sehr bald zu einem politischen mit Forderungen nach freien Wahlen. Es kommt zu Gewaltaktionen gegen vielfache Zeichen sowjetischer Präsenz. Die ersten russischen leichten Panzer fahren am Vormittag, schwere T34 gegen Mittag in Berlin auf. Die Aufständischen befreien vielerorts politische Gefangene. Als schließlich die Rote Fahne vom Brandenburger Tor geholt wird, läßt der sowjetische Militärkommandant von Berlin den Aufstand mit Panzern niederwalzen. Nach offiziellen Angaben sterben 19 Demonstranten, lediglich 126 sollen schwer verletzt worden sein.
Der Aufstand bricht angesichts des gewaltsamen Eingreifens des russischen Militärs zusammen. Der 17.6. wird in den Folgejahren in der BRD als arbeitsfreier "Tag der Deutschen Einheit" Nationalfeiertag bis zur Wiedervereinigung am 3.10.1990.

Unter russischem Druck macht die SED Zugeständnisse an die Aufständischen, die Normenerhöhung wird zurückgenommen, viele Gefangene wieder freigelassen. Die Spitzenfunktionäre Pieck und Ulbricht können ihre Machtposition behaupten. Walter Ulbricht wird im Juli zum Ersten Sekretär des ZK Zentralkomitees der SED gewählt und bleibt damit mächtigster Mann der DDR.
Bereits im Februar wurde mit dem Londoner Schuldenabkommen ein Schlußstrich unter die aus dem 1. Weltkrieg stammenden Reparationsleistungen Deutschlands gezogen. Die BRD übernimmt die gesamte Altlast von 29,5 mrd DM den westlichen Gläubigern gegenüber. Die Ostblockstaaten nehmen am Abkommen nicht teil. In einem Separatvertrag mit der DDR wird diese im August von weiteren Reparationsleistungen an die UdSSR befreit, die sich allein am Uranbergbaubetrieb "SDAG Wismut" weiter dominierend beteiligt.
Um Splitterparteien den Einzug in das westdeutsche Parlament zu erschweren, wird die 5%-Klausel ins Wahlrecht der BRD eingeführt. Die Bundestagswahl vom 6.9. bringt der CDU/CSU unter Kanzler Konrad Adenauer beinahe die absolute Mehrheit (an der ihr lediglich ein einziges Mandat fehlt).

www.geschichte.2me.net/dcx/dcx_1954.htm
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Dr.UdoBroem.:

Westflüchtling = Vertreibung

 
15.09.01 01:41
Na gut.
Kann man natürlich so sehen - mein Vater ist damals auch in den Westen gegangen (die Grenze in Berlin war noch offen), von Verteibung hat er allerdings nie gesprochen.

Gruß Dr. Broemme
School-Latour: Konfrontation Russland - USA !!! 412847
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boomer:

Flüchten wäre vielleicht besser, aber nicht frei-

 
15.09.01 01:47
willig.

Alternative: 20 bis 30 Jahre Bautzen oder schnellstens (abenteuerlich) raus.

.. und das alles wegen einer andersartigen politischen Meinungsäußerung zur Bodenreform.
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Reila:

@Dr.UdoB.

 
15.09.01 01:53
Es gab eine ganze Menge Leute, denen man in der DDR mehr oder weniger nahegelegt hatte, das Land zu verlassen. Schlimm waren die Zeiten ab Mitte der 50er Jahre vor allem für viele noch private Bauern. Mein Großvater mußte nachts Getreidesäcke zum Nachbarn schaffen, weil der sonst sein Abgabesoll nicht erbringen konnte und im Knast gelandet wäre. Ganze Dörfer in der Magdeburger Börde siedelten bei Nacht in den Westen über, weil die Menschen dem Druck nicht mehr standhielten. Die Enteignungen der mittelständischen Wirtschaft '72 waren töricht und auch nicht geeignet, Menschen an das Land zu binden. Und wie es kritischen Intellektuellen und Künstlern ging, wirst Du ja wissen.
Andererseits wird das DDR-Bild viel zu oft auf den Unterdrückungsapparat verkürzt. Das ist natürlich auch eine einseitige Betrachtungsweise. Aber zu einer differenzierteren Sicht der Dinge gehören Intellekt und die Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand blicken zu können. Beides gehört nicht zu den weit verbreiteten deutschen Sekundärtugenden.

R.
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Katjuscha:

@Reila, Idch wollte boomer und Udo nur ablenken

 
15.09.01 01:59
Haben sich ja Gott sei Dank wieder eingekriegt!

Ich wußte doch, das ist ein ordentliches deutsches Board!
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boomer:

Zur Klärung: 1953, das war mein Vater, der

 
15.09.01 02:00
verfolgt wurde und seine Verwandten.

Ich bin über Berlin, Frankfurt, München, Hamburg, Paris, London, New York schließlich in Zürich gelandet.

MfG
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Dr.UdoBroem.:

Auch meine Großeltern waren Bauern,

 
15.09.01 02:02
betrieben nebenher noch eine Bäckerei und eine Gastwirtschaft.
Davon ist nichts übriggeblieben.

Meine Mutter durfte übrigens im Zuge einer "weichen Welle" später mit meinen beiden älteren Geschwistern auch ausreisen. Ich bin allerdings schon im Westen zur Welt gekommen.

Gruß Dr. Broemme
School-Latour: Konfrontation Russland - USA !!! 412867
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Reila:

@boomer,

 
15.09.01 02:05
na herzlichen Glückwunsch. Da wohnt eine Ex-Klassenkameradin von mir. War die absolut härteste rote Socke, aber auf ihre Art auch wieder nett. Die hat einen schweizer Millionär geheíratet. Bist du das?

@katjuscha, dann besteht ja noch Hoffnung. Bist Du blond? Lädst du mich mal in Deine kommunistische Zelle ein?

R.
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Katjuscha:

Wollt Ihr nicht noch Euren Stammbaum diskutieren ?

 
15.09.01 02:07
Möglichst bis ins 15.Jahrhundert!

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Reila:

Hi Udo,

 
15.09.01 02:07
dann wissen wir ja, wovon wir reden. Ist doch interessant, was man hier für Leute trifft.

R.
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Reila:

katjuscha, das müssen wir nicht.

 
15.09.01 02:10
Ähnlicher Stallgeruch verbindet. Das ist einerseits ein Vorurteil, andererseits eine praktische Erfahrung - na gut, mit Ausnahmen.

R.
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boomer:

Lieber Reila,

 
15.09.01 02:17
ich habe immer noch die deutsche Staatsangehörigkeit und fühle mich auch als Deutscher.
Meine Frau habe ich schon weit vor der Wende geheiratet. Sie ist auch keine ehemalige "rote Socke".
ecki liest sicher noch mit: Auch, wenn ich als Student aktiv (ohne Gewaltanwendung wie Fischer) zur
Protestszene gehört habe, so wird man im Laufe der Zeit durch berufliche Aufgaben und kosmopolitische Sichtweisen bedeutend konservativer: Man besinnt sich halt wie alle meine ehemaligen "Genossen", die in hohen Ämtern sind, auf die "ewigen Werte".
Typischen Beispiel ist die Kindererziehung: Von der autoritären zur antiautoritären Erziehung hin zur partnerschaftlichen und jetzt zur grenzen-aufzeichnenden Erziehung, d.h. im Prinzip zu alten Bildungsidealen. Und alles geschieht auf dem Rücken der armen Kinder.
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boomer:

Jetzt muß ich aber ins Bett; ich will heute früh

 
15.09.01 02:19
um 7 Uhr ca. 20 km joggen.

Gute Nacht
b.
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Reila:

@boomer, kann Dich gut verstehen.

 
15.09.01 02:23
... und mit ein wenig Sarkasmus läßt sich alles noch leichter ertragen.

Wünsche auch eine gute Nacht.

(katjuscha, das Kapital schläft. Gute Zeit für einen Angriff.)

R.  
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