Ein Retest würde am Ausbruchslevel, also der oberen Dreiecksbegrenzung wieder drehen. Der Kurs ist aber wieder ins Dreieck zurück gekommen. Und da ist er inzwischen sogar bis auf die untere Begrenzung durchgegangen (wobei das Dreieck schon sehr eng ist). Kurzfristig hat der Kurs sogar die untere Begrenzung unterschritten (sich dann aber wieder gefangen).
Rein von der Charttechnik müsste man aber mal hinterfragen, ob die untere Dreiecksbegrenzung richtig gewählt wurde. Hier wurde sie durch die Dochtspitzen gelegt. Andere legen sie durch die Kerzen. Hier würde sich ein meiner Ansicht nach fundierteres Bild ergeben. Mehr Kerzenunterseiten würden auf der Linie liegen und sie somit deutlicher unterstützen. Und dann wäre auch die aktuelle Kursentwicklung nicht unter die untere Grenze durchgefallen.
Ein einzelnes Charttechnik-Signal würde ich grade bei Kontron aber auch nicht überbewerten. Die Charttechnik sagt keine Kursbewegungen voraus! Sie zeigt nur, wie der Markt die Aktie bisher bewertet hat. Aus diesem Verhalten versucht die Charttechnik einen tendenziell wahrscheinlicheren Kursverlauf für die Zukunft abzuleiten. Wenn genügend Marktteilnehmer sich an einem bestimmten Chartsignal orientieren, dann kann das durchaus zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung werden.
Der Charttechnik gegenüber stehen aber die fundamentalen Daten. Hier verlasse ich mich auch auf die relativ vielen guten Foristen, die mit viel Wissen und guter Recherche zu einer positiven Einschätzung der Kontron-Aktie gekommen sind. Mittel- bis langfristig werden die fundamentalen Daten den Kurs bestimmen. Kurzfristig mag die Charttechnik die Kontrolle übernehmen. Aber solche Verwerfungen kann man dann auch zu seinen Gunsten nutzen.
Meiner Einschätzung nach hat die Charttechnik bei der Kontron Aktie durchaus einen gewissen Einfluss. Es sind also genug Zocker an Bord, die teilweise gar nicht wissen, was Kontron denn eigentlich macht. Und die bewegen den Kurs dann auf der kurzfristigen Zeitebene.
Nicht zu unterschätzen sind die Leerverkäufer. Shorties sind nicht per se üble Gesellen und manipulative Betrüger. Vermutlich ist die Mehrheit sogar eher neutral zu sehen. Aber man muss sich mal anschauen, welche Gesellen hier bei der guten alten S&T auf den Plan getreten sind und mit welchen Methoden hier die Kurse gedrückt wurden. Ich erinnere nur an das letzte Schmuddel-"Research", welches für den großen Kurssturz vor einem Jahr geführt hat. Von den vagen Vorwürfen waren so gut wie keine haltbar und wurden von der S&T widerlegt.
Wir haben es hier meiner Einschätzung nach mit der übleren Sorte der Shorties zu tun. Und daher gehe ich auch davon aus, dass diese Gesellen die Kurse gezielt manipulieren, um die Zocker zum Verkaufen zu bewegen, was dann die gewünschte Kursbewegung noch mal verstärkt. Die aktuelle Negierung des Ausbruchs würde ich genau darauf zurückführen. Man muss sich mal klar machen, dass wir aktuell kurz vor den Feiertagen am Jahresende stehen. Viele Marktteilnehmer sind schon im Urlaub. Andere überlegen noch, ob sie ihre Buchverluste für die Steuer sichern sollen. Eine fragile Situation mit insgesamt weniger Umsatz, in der plötzlich so eine starke Kursbewegung in einem eigentlich sehr positiven Szenario auftaucht. ... Nachtigall ...