RedHat verklagt SCO w. Lizenzforderungen für Linux


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RedHat verklagt SCO w. Lizenzforderungen für Linux

 
12.08.03 14:02

Red Hat verklagt SCO wegen Lizenzforderungen für Linux

LinuxWorld: Unix-Unternehmen SCO im Kreuzfeuer der Kritik – Microsoft als Drahtzieher vermutet

VDI nachrichten, 8.8.2003
Müssen Linux-Nutzer Lizenzgebühren an SCO zahlen? Diese Frage stellt sich in der Open-Source-Szene, seit Unix-Inhaber SCO seine Klage gegen IBM ausgeweitet hat. Doch viele halten das Ganze nur für eine PR-Aktion.

Linux hat für viele Anwender den entscheidenden Vorteil, dass es Open-Source-Software ist, also keine Lizenzgebühren anfallen. Seit Frühjahr diesen Jahres schwebt jedoch ein Damoklesschwert über der Linux-Szene: Das Unternehmen SCO, Inhaber der Rechte an Unix, hat eine Milliardenklage gegen IBM eingereicht. Angeblich habe Big-Blue geschützten Unix-Code aus seiner eigenen Unix-Variante AIX an die Open-Source-Szene weitergegeben, womit Patentrechte von SCO verletzt seien.
Nun zog SCO nach und bietet seit Ende Juli Linux-Nutzern die Lizenzierung der angeblich SCO gehörenden Softwareteile in Linux an. Genug Diskussionsstoff für Internetforen und die diese Woche in San Francisco laufende LinuxWorld. Am ersten Tag dieser Kongressmesse reagierte Linux-Distributor Red Hat als erstes Unternehmen der Linux-Szene mit harten Bandagen und reichte seinerseits Klage gegen SCO ein: „Um klarzustellen, dass unsere Software keine Rechte von SCO verletzt und das Unternehmen für seine unfairen und irreführenden Praktiken verantwortlich zu machen“, wie es in einer Pressemeldung heißt. Gleichzeitig wurde ein Fond aufgelegt, aus dem Rechtsstreitigkeiten bezahlt werden sollen.
IBM äußerst sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verfahren – und der Streit mit SCO kann sich nach Expertenansicht noch Jahre hinziehen. SCO, das früher unter dem Namen Caldera pikanterweise selbst Linux-Distributionen vertrieben hat, ist nach Ansicht der Linux-Anbieter bisher jeden konkreten Beweis für seine Behauptungen schuldig geblieben. Laut Berichten des Internet-News-Dienstes de.internet.com hat allerdings ein IBM-Manager mittlerweile den Verdacht geäußert, Microsoft stecke als Drahtzieher hinter der Aktion, um umsteigewillige Kunden von Linux abzubringen. Immerhin haben auch die Marktforscher von Gartner geraten, Migrationspläne in Richtung Linux angesichts der unsicheren Lage zurückzustellen.
Für die deutsche Suse Linux AG gibt es für Zurückhaltung seitens der Kunden keinen Grund. In einer Stellungnahme des Nürnberger Unternehmens heißt es: „Wir erfüllen alle UnitedLinux-Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden und Partnern, ungeachtet jeglicher Aktionen, die SCO unternimmt oder Behauptungen, die sie äußern. Wir haben SCO darum gebeten, die in SCOs öffentlichen Statements angedeuteten Verstöße zu spezifizieren. SCO hat sich jedoch geweigert, dazu Stellung zu nehmen. Weder ist uns bekannt, noch hat SCO uns in irgendeiner Weise direkt darauf aufmerksam gemacht, dass in Suse-Linux-Produkten unautorisierter Code enthalten sei. Wir verfügen über routinemäßige Prozesse, mit denen wir sorgfältig überprüfen, dass wir lizenzrechtliche Bestimmungen für den in unseren Produkten verwendeten Code einhalten, sowohl für Open-Source- als auch proprietäre Komponenten.“
Die in den letzten Tagen von SCO angekündigte Forderung von Lizenzgebühren entbehrt nach Auffassung des LIVE-Linux-Verbandes jeder Grundlage. „Bei diesem neuen Vorstoß handelt es sich offensichtlich um ein reines PR-Manöver“, so LIVE-Vorstandsmitglied Daniel Riek. „SCO kann offensichtlich keine Beweise für seine Behauptungen vorlegen. Wie wir aber auch bereits früher dargelegt haben, hat SCO den Linux-Kernel ohnehin selbst jahrelang als freie Software vertrieben. Daher kann das Unternehmen heute wohl kaum noch irgendwelche Ansprüche geltend machen“, so Riek weiter. jdb
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