Michael Burry hat eine neue Position bei PayPal aufgebaut. Den Kursrutsch vieler Tech-Aktien hält er für überzogen.
Michael Burry greift nach dem jüngsten Ausverkauf bei Tech-Werten wieder zu. Der als "The Big Short"-Investor bekannte Fondsmanager sieht in den starken Kursverlusten vieler Software- und Zahlungsdienstleister weniger ein fundamentales Problem als vielmehr eine überzogene Marktreaktion – und damit eine Kaufchance.
In einem aktuellen Substrack-Beitrag schrieb Burry, eine "reflexive positive Rückkopplungsschleife" habe den Abverkauf verstärkt. Gemeint ist das Zusammenspiel aus fallenden Aktienkursen und Druck am Kreditmarkt, da viele Finanzierungen im Bereich privater Kredite an Softwareunternehmen hängen. Sinkende Kurse verschärften die Nervosität zusätzlich und zogen weitere Verkäufe nach sich.
Burry hält diesen Effekt jedoch für vorübergehend. "Ich glaube nicht, dass der technische Druck, der durch die Probleme bei privaten Krediten und Software-Schulden entsteht, groß genug ist, um diese Aktien noch viel länger zu belasten", schrieb er.
Ein Blick auf den Markt zeigt, wie stark die Stimmung gekippt ist. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF hat seit seinem Hoch im September rund 28 Prozent verloren und ist damit in einen Bärenmarkt gerutscht. Auslöser sind vor allem Sorgen, dass künstliche Intelligenz etablierte Geschäftsmodelle vieler Anbieter unter Druck setzen könnte.
Burry widerspricht dieser pauschalen Sicht. Zwar gebe es einzelne Unternehmen, deren Modelle durch große Sprachmodelle oder KI-Agenten ernsthaft gefährdet seien. Bei seinen Favoriten sehe er dieses Risiko jedoch nicht. Er habe diese Firmen "forensisch, wettbewerbsorientiert und fundamental" analysiert.
Konkret baute Burry nach eigenen Angaben eine neue Position von rund 3,5 Prozent bei PayPal auf – zu einem Kurs von etwa 49 US-Dollar. Zudem hält er Beteiligungen an Adobe, Autodesk, Veeva Systems und Fiserv. Neue Käufe plante er bei Salesforce sowie MSCI.
Damit setzt Burry gezielt auf Unternehmen, die nach dem Kursrutsch deutlich günstiger bewertet sind und aus seiner Sicht stärker aufgestellt bleiben, als es der Markt derzeit einpreist.
Burry widersprach zudem der These, der jüngste Rückgang sei lediglich ein weiterer politisch getriebener "TACO-Trade" gewesen – also die Erwartung, dass US-Präsident Donald Trump nach harten Drohungen später wieder zurückrudert. Für ihn liegen die Ursachen tiefer: im Kreditmarkt und in überzogenen KI-Befürchtungen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Quelle: www.wallstreet-online.de/nachricht/...pal-panik-michael-burry
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