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Meldung des Tages: Europa rüstet auf — stößt dabei jedoch auf eine harte Grenze, die der Markt noch nicht einpreist

Ohne Cash gehts nicht(Opa Bernecker Ratschläge)


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cap blaubär:

Ohne Cash gehts nicht(Opa Bernecker Ratschläge)

 
10.09.01 10:20
Hans Bernecker: Ohne Crash geht es nicht
Mails/Nachrichten vom 10.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
heute morgen fällt mir ???'Fair Lady'??? ein. Warum? 'Die Sprache macht den
Menschen, die Herkunft macht es nicht'. Wenn Sie die Presse über das
Wochenende mit Ruhe gelesen haben, haben Sie den Eindruck, daß die Welt
untergeht, die große Rezession bevorsteht, alles natürlich von einigen
Präsidenten oder Premiers abhängt, und die Wortwahl ist derart dramatisch,
daß ich keinen Vergleich in der Vergangenheit finde. Weder in der Kuba-Krise
1961, in der ersten Ölkrise 1974 und zuvor natürlich in den verschiedenen
Berlin-Krisen etc. etc. Damit wird ein Klima aufgebaut, das in keinem
Verhältnis zur tatsächlichen Lage steht. Am meisten erstaunt bin ich
darüber, wie wenig differenziert die an sich seriöse Presse sich dieser
Themen annimmt. Nach einem Freitag wie dem letzten ist einiges richtig zu
stellen:

Die erneute Schwäche des Dow Jones hat auch mich überrascht. Sie basiert auf
einer Art Umkehreffekt zum Nasdaq, der nur 1 % verlor. Ursache ist eine
Aktie, die mir etwas auf dem Magen liegt, nämlich General Electric. Schon
unmittelbar nach Ankündigung seines Rücktritts habe ich gesagt: 'ex Welch
ist GE nicht mehr GE'. Ferner erscheint mir die undifferenzierte negative
Bewertung der Fusion HP/Compaq wie ein Menetekel. Ich habe 20 Artikel dazu
gelesen und in keinem einzigen eine betriebswirtschaftlich sinnvolle
Begründung gefunden. 95 % Polemik. Konkret:

Ohne einen Crash kommen wir aus dieser Marktlage nicht raus. Nun muß es
nicht gleich ein 1.000-Punkte-Crash werden, aber aus dieser Lage heraus ist

ein breiter Boden nicht möglich, also eine 'Spitze' nach unten, und dazu
gehört ein saftiger Durchrutscher mit hohen Umsätzen und entsprechender
Begleitmusik. Was ich dazu aus der Sicht der Hedge Funds in London erfahren
habe, bestätigt mich in dieser Ansicht. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen
Herganges taxiere ich auf 90:10.

Konsequenz für Sie: Es mag sein, daß am Freitag bei 1,435 Mrd Stück Umsatz
dies schon ein Teil davon war. Um so besser. Am schwierigsten ist auch, daß
einige andere große Titel neben GE in eine technische Schieflage geraten
sind. Vom Gewicht her macht mir weiterhin Microsoft die größte Sorge. Ich
hatte das schon mehrfach erwähnt, nachdem der Ausbruch über 70 $ nicht
gelungen war, was ich als indikativ bezeichnet hatte.

Heftig umstritten ist mein Rückzug aus Japan. Natürlich kann man daran alle
möglichen Kombinationen knüpfen und letztlich wird Japan es irgendwie
'hinkriegen'. Nur: Im Moment halte ich es für nicht mehr akzeptabel, Geld in
Tokio zu binden. Sie werden es in Kürze wo- anders nötiger und sicherer
einsetzen können.

In Deutschland geht das Tohuwabohu um die Verkäufe von Dt. Telekom in die
nächste Runde. Nach meinen Informationen bereiten zwei weitere 'Neuaktionäre
' die Plazierung vor. Ungewöhnlich kreativ betätigen sich dabei die
Rechtsberater, die eine Umgehung der Sperrfristen suchen und natürlich auch
finden. Motto: 'Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter'.

Für so manchen Neubörsianer ist es schwierig, eine solch kritische Lage zu
überstehen. Unter den eingangs erwähnten Umständen ist die Panik
verständlich. Altbörsianer kennen das Thema: In kritischen Lagen wie der
jetzigen, in der der Markt fundamentale Fakten nicht mehr wahrnimmt oder
völlig falsch beurteilt, ist es in der Regel richtiger, das Ganze
'auszusitzen' als hektisch zu verkaufen. Das gilt natürlich nur für die
fundamental einwandfreien Titel. Nicht müde werde ich aber darauf
hinzuweisen:

Aktien, die einwandfrei überbewertet sind, bleiben gefährlich. Ich erwähne
ausdrücklich keine Namen, aber alle sind in der AB genannt worden. Bevor
nicht alle diese Titel auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind, hat der
Markt kein Gleichgewicht. Daß angesichts der allgemeinen Labilität der eine
oder andere Blue Chip quasi mitgenommen wird, ist leider auch eine Tatsache.
Dabei fällt mir ein besonders interessantes Ereignis ein: 1974 (erste
Ölkrise) wollte niemand mehr VW kaufen. Die Aktie kostete damals 50 DM für
nominal 50 DM. VW galt als pleite. Ich habe sie damals wohlbegründet
empfohlen. In vier Jahren wurden daraus 350 DM.

Das Ganze klingt wie eine Einleitung für eine schwierige Woche, was es auch
ist. Doch was Sie daraus machen und wie Sie unverändert auch richtig fahren,
lesen Sie in der nächsten AB. Nachdenken ist wichtiger als schnelles
Handeln. Ich wünsche Ihnen damit einen guten Wochenstart.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
ecki:

Alle rufen den crash herbei!

 
10.09.01 10:25
Wenn das der Fall ist, geht es doch höchstens Salamimäßig weiter, wenn auch vielleciht mit etwas dickeren Scheiben.....
Einen richtigen Crash, von der Masse angekündigt, gibt es doch nicht?!
Antworten
Hiob:

Lieber ecki, eigentlich ...

 
10.09.01 10:33
wollte ich Dir zustimmen. Nun aber zögere ich, weil die Dinge doch komplizierter geworden sind. Du sagst, wenn alle den Crash erwarten, dann kommt er nicht, weil sich die Börse meist gegen die Erwartungen entwickelt. Was aber ist, wenn alle so denken wie du? Dann denken sie nämlich, daß der Crash nicht kommt, weil alle davon reden. Wir werden wohl abwarten müssen, was passiert. Das zumindest ist mein Fazit aus den letzten Monaten.
Gruß
Hiob
Antworten
sir charles:

Also bitte wie würdet Ihr die letzten 16 Monate

 
10.09.01 10:37
bezeichnen als kleine Korrektur????? Wenn das kein Crash war dann weis ich nicht
mehr???
Antworten
ecki:

Vom jetzigen Niveau ausgehend ein crash....

 
10.09.01 10:45
So war es doch gemeint. Und Tagesverluste von 10 oder 20% kommen bei uns nicht mehr.
Höchstens beim Dow. Immerhin steht der noch keine 20% unter All-time-high.

Die letzten 16 Monate waren ein Salami-crash...
Antworten
cap blaubär:

ich fürchte auch das sich was geändert hat

 
10.09.01 10:47
wenige zugekokste Idioten haben mehr Marktmacht als für uns gesund wäre,je mehr echte oder virtuelle Knete unter ihren Klauen verwaltet wird umsoweniger Chance haben traditionelle Marktmechanismen(ausser der das alles träger abläuft je mehr Masse)Ltcm Soros+Co zeigen das wir noch in recht kurzen Hosen dastehen wenn da Richtungen durchgesetzt werden+es gibt einen fundamentalen Unterschied das ganze ist für unsere Wirtschaft destruktiv im Gegensatz zum 1:1Aktienzocken
blaubärgrüsse
Antworten
cap blaubär:

AusverkaufpanikabsturzKaufzeitpunkt

 
11.09.01 10:14
Hans Bernecker: Schwachstellen Im Dow Jones
Mails/Nachrichten vom 11.09.2001, Bernecker & Cie.

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Ticker vom 11.09.01
Guten Morgen, meine Damen und Herren,

der Verlauf des gestrigen Tages weckte Hoffnungen, aber nur sehr kleine. Die Markttechnik an allen Börsen hat sich jedenfalls nicht verbessert. Die Kardinalfrage lautet:

Nach einem solchen Verlauf wie in den letzten Wochen ist entweder ein sehr sehr breiter Boden notwendig oder eine dramatische Spitze nach unten, also eine Art Crash oder Ausverkauf. Eine andere Lösung bietet sich nicht an.
Natürlich ist dies eine Erfahrung und kein Naturgesetz. Doch ich kann mich an einen anderen Verlauf nicht erinnern. Die Aktivitäten der Hedge Funds deuten auf die zweite Variante hin.

Der Verlauf eines solchen Ausverkaufes ist nicht exakt vorauszusagen. Wer ihn auslöst, ist unwesentlich. Wie weit der Absturz geht, ist ebenfalls nicht sehr relevant. In der jetzigen Situation mögen es noch 10 % im Index sein, mehr ist es nicht. Dazu gehört natürlich Panikstimmung. Genau dies ist dann der Kaufzeitpunkt. Ich meine, Sie sollten sich darauf konzentrieren.

Der einzige Index, der dies nicht vertragen würde, ist der Dow Jones. Ich halte die Markttechnik von gestern Abend vor mir in den Händen. Eine Spitze nach unten unter 9.500 ist möglich. Sie ergibt sich aber nur aus dem MACD und weniger aus dem Stochastik. Das ist natürlich eine dünne Argumentation, wie ich sehr wohl weiß. Die verschlechterte Relation der beiden bekannten Indikatoren auf 1:1,9 bzw. 1:3 wäre ein Indiz dafür. Also: Einen Unfall im Dow Jones würde ich akzeptieren, aber nicht länger als drei Tage. Die

Schwachstellen nenne ich Ihnen in der nächsten AB. Schauen Sie auf die Aktien Microsoft und General Electric, aber auch neuerdings auf IBM.

Ob die Fusion HP/Compaq doch noch zurückgerufen wird, ist im Moment offen. Entsprechende Gerüchte machten gestern die Runde. Handlungsbedarf besteht noch nicht.

Deutschland ächzt unter der Telekomkrise. Es ist schon beeindruckend, was für ein Rad hier gedreht wird. Seit nunmehr vier Wochen täglich mehr als 22 - 25 Mio Stück, die über den Ticker laufen. Ein solches Riesenrad hat es für eine deutsche Aktie noch nie gegeben. Ich überlasse es Ihrer Fantasie, sich auszumalen, wie eine Baisse-Spekulation dieses Umfanges sich am Ende auflöst. Man muß kein Prophet sein, um sich die folgende Wende vorzustellen.
Bei SAP schlug gestern Morgan Stanley zu. Die Wette wird also immer spannender: Nach einer Umfrage von Bloomberg raten 30 Analysten noch zum Kauf, 11 zum Halten und 6 zum Verkauf. Meine Meinung kennen Sie. Andererseits höchst aufschlußreich: Hält der Boden bei DaimlerChrysler, die
gestern mit 45,20 E. das bisherige Tief getestet hatten und bei VW, die das Gleiche absolvierten? Insgesamt aber:

Der VDAX, also die Meßlatte für die Volatilität, erreichte gestern erstmals 33,88. Nur in den Crashzeiten 1997 und 1998, übrigens jeweils im September, lag sie mit knapp 50 jeweils höher. Ist das ein weiteres Indiz, siehe oben?

Liquidität ist jetzt das Wichtigste. Setzen Sie sich hin und schauen Sie Ihr Depot durch. Was noch relativ hoch notiert und wo keine Verluste realisiert werden, stellen Sie zum Verkauf. Das gilt auch für die Mehrzahl der Fonds,
auch wenn Sie hier 15 oder 20 % Kursverlust hinnehmen. Die freie Liquidität ist wichtiger, denn: Nichts ist schlimmer, als am Ende einer Baisse oder gar im Crash über keine Kaufliquidität zu verfügen. Womit klar ist: Ein Crash wäre das Schönste, was uns jetzt passieren könnte. Das ist eine klare Wegleitung und ich wünsche Ihnen dazu eine glückliche Hand. Ich bemühe mich darum.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


Antworten
cap blaubär:

Fonds in die Tonne kloppen

 
12.09.01 09:56
Hans Bernecker: Liquidität schaffen
Mails/Nachrichten vom 12.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Fassungslos schauen die Welt und wir und auch ich auf New York. Dennoch geht es in diesem Bericht um die nüchterne Einschätzung der Situation, nicht um das Leid der Menschen, die davon betroffen sind, nicht um die politischen Folgen, die daraus erwachsen. Tief verneige ich mich vor den Amerikanern, in Mit- und Beileid.

An den Finanzmärkten resultiert daraus ein Crash. Als ich diesen in den letzten Tagen erwünscht oder für notwendig erachtet habe, habe ich natürlich an einen solchen Vorgang nicht gedacht. Die Folgen sind die gleichen wie in früheren Situationen, so 1987 oder 1990/1991 (Golfkrieg) und in kleinerem Umfange auch 1997 und 1998, aber auch in der Kubakrise von 1961 bzw. der ersten Golfkrise von 1973 (Oktober). Ich reihe dies aneinander, um anknüpfen zu können:

Mit diesem Crash ist eine dramatische Bereinigung wesentlicher Engagements verbunden. 90 % aller Positionen werden letztlich in diesen Stunden oder Tagen aufgelöst. Das gilt für Hedge Funds genauso wie für andere Konstrukte.
Kein vernünftiger Manager dieses Großkapitals wird mit offenen Positionen eine solche Situation überstehen wollen. Folge davon ist:

Rechnen Sie zunächst mit hektischen Kursen nach oben und unten. Sie resultieren allein aus diesem Sachverhalt heraus. Natürlich auch aus Panikhandlungen von Privatleuten oder auch solchen von Banken und anderen. Schauen Sie darüber hinweg. Ich halte von Verkäufen in dieser Lage nichts. Das war noch nie richtig und ist fast immer falsch. Umgekehrt:

Jetzt zu kaufen ist ein Lotteriespiel. Grundsätzlich richtig, aber durch diese Zufallskurse unmöglich einzuschätzen. Dafür gibt es eine Meßlatte. Am
deutschen Markt ist das der VDAX, also der Volatilitäts-Index. Im Gesamtverlauf zeige ich Ihnen das in der nächsten AB. Er ist das Fieberthermometer des Marktes. Springt er über 40 oder sogar auf 50, entspricht dies ziemlich genau den Tiefstkursen für die Trendwerte im DAX und MDAX. Gestern um 30. Bitte verfolgen Sie diesen Index jetzt genau, er kommt auch im Laufband der Kurse bei NTV und Bloomberg.

Horten Sie Liquidität so gut es geht. Wie ich gestern schon anmerkte: Ich hätte keine Bedenken, auch jetzt noch Wertpapiere zu verkaufen, die in der anschließenden Erholungsphase deutlich schlechter aussehen werden. Das
trifft vor allem die Fonds. Warum? Wenn Sie einen Blue Chip auf Tiefstniveau kaufen, verdienen Sie in den kommenden zwölf Monaten das Doppelte dessen, was ein durchschnittlicher Fonds schafft. Der Grund liegt nicht im
schlechten Management, sondern darin: Ein Fonds ist breit gestreut, während Sie in einer solchen Situation die besten Renner aussuchen können.

Ein weiterer Tip: Die berühmt-berüchtigten Aktienanleihen müßten heute absolute Tiefstkurse erreichen, wenn die dahinterstehen den Aktien im Keller sind. Sie kaufen sich in diesem Titel aber eine sichere Bar-Rendite von
vermutlich 20 % und mehr (Jahresbasis) und dazu das schon beschriebene Erholungspotential in dieser Anleihe, was wiederum das Spiegelbild der Aktienerholung ist. Im Moment liegen mir noch keine Kurse vor, so daß ich noch kein Beispiel vorrechnen kann. Gehen Sie zu Ihrer Bank und lassen sich die relevanten Aktien angeben, etwa für Telekom, Bayer, Nokia und andere. Jede einzelne Aktienanleihe muß gesondert durchgerechnet werden, weil hinter jeder andere Konditionen stehen.

Im Grundsatz gilt: Ihr Depot lassen Sie jetzt bitte unberührt. Besorgen Sie sich die Liquidität wie dargelegt. Sonst nichts. Morgen geht es weiter.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


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Kicky:

Horten Sie Liquidität! o.T.

 
12.09.01 10:35
Antworten
cap blaubär:

Zuschauer Opa B.

 
13.09.01 10:13
Hans Bernecker: Zuschauen
Mails/Nachrichten vom 13.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
so lange Wall Street geschlossen ist, ist eine einigermaßen griffige Definition über Trends oder Markttechnik nicht möglich. Man mag sich darüber streiten, ob es richtig bzw. angemessen war, daß die deutsche Börse offen blieb. Dafür gibt es gute und schlechte Gründe. Die Berichterstattung über die Folgen oder die Analysen und Meinungen, wie Sie diese jetzt umfänglich in allen Zeitungen finden, empfehle ich distanziert zur Kenntnis zu nehmen. Bitte unterscheiden Sie sehr genau, wenn dies auch ebenso kühl klingt. Das
menschliche Leid und die unmittelbaren Zerstörungen in New York berühren die Wirtschaftskraft von 9 Billionen Dollar, erzeugt von 275 Mio Amerikanern, nur begrenzt. Der Anteil des New Yorker Finanzmarktes an der Wertschöpfung des
Landes beträgt 2,6 % und der daraus errechenbare, unmittelbare Nachteil beträgt nur 0,6 - 0,7 % des amerikanischen BIP. Das ist natürlich beträchtlich, aber auch zu relativieren. Eine weitere Erscheinung, die
Wirtschaftshistoriker ebenfalls kennen: Ereignisse dieser Art stimulieren mehr als sie bremsen. Die Deutschen kennen dieses Thema besonders gut. So weit zu den aktuellen Ansichten, die in den Medien zur Zeit diskutiert werden. Fest steht:

Die Börse wird in den nächsten zwei bis vier Wochen technische Probleme haben. Dafür gibt es ein Schlüsselwort: Counterpart. Darunter versteht man den Kontrahenten im Börsengeschäft, der durch die Ereignisse teilweise nicht

mehr da ist. Infolgedessen sind viele große Engagements im Moment nicht abzurechnen. Trotz Hilfe von FED, Banken und Brokern wird es also einige Zeit dauern, bis daraus ein Marktgleichgewicht entsteht. Müssen aber große Positionen abgerechnet werden, so kann es zu sehr heftigen Kursschwankungen im betroffenen Papier kommen. Ich bitte, dies zu berücksichtigen.

In Frankfurt läuft es kaum anders. Aber vielleicht haben Sie es bemerkt: Am Unglückstag liefen in Dt. Telekom mit 34 Mio Stück Umsatz das bislang größte Transaktionsvolumen in dieser Aktie über den Markt. Sie gab aber nur sehr begrenzt nach. Das deutet darauf hin, daß ein großer Teil der Shortpositionen eingedeckt wurden. Bei Siemens waren 10,5 Mio Stück zu registrieren, mit ähnlicher Wirkung.

Insgesamt gilt auch hier: Die Kurse der nächsten Tage sind Zufallskurse. Sie schauen jetzt darauf, was ich in der morgigen AB näher kommentiere: Der VDAX gibt Ihnen wie eine Art Fieberthermometer an, was im Markt insgesamt läuft. Gestern bereits 42 nach zuvor 30. Die absolute Spitze lag bisher in Crashzeiten bei 50. Umkehrschluss: Bei 50 im VDAX ist der Ausverkauf gelaufen.

Mein Vorschlag für heute: Schauen Sie zu, denken Sie nach und erinnern Sie sich auch an andere Crashsituationen zurück. Bitte unterscheiden Sie sehr sorgfältig zwischen den eingangs zitierten Ereignissen und den Folgen in New
York und den realen Verhältnissen in den Märkten.

Bis morgen, herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

Hinweis der Redaktion: Die 'Termin-Börse' erscheint aus aktuellem Anlaß diese Woche einen Tag frühe
Antworten
cap blaubär:

hier gehts zum Vaudax

 
13.09.01 10:23
www.wallstreet-online.de/charts/...dvol=&rt=&bench=&1000369298
Antworten
cap blaubär:

Ergänzung

 
14.09.01 09:38
Hans Bernecker: Ergänzung zur Actien-Börse
Mails/Nachrichten vom 14.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
dieser Bericht ist eine Ergänzung zur heutigen Actien-Börse. Zunächst eine Berichtigung oder Neumeldung: Morgan Stanley bittet mich klarzustellen, daß diese Renommier-Adresse voll funktionsfähig ist. Das ist erfreulich. Umgekehrt erfahren wir, daß einer unserer Freunde, der im World Trade Center arbeitete, unter den Vermißten zählt. Wir werden seiner gedenken.

Die Wiedereröffnung der New Yorker Börse ist für Montag angesagt. Wie gestern berichtet, geht es jetzt vor allem um die technischen Abwicklungen der Termingeschäfte per Freitag nächster Woche. Das ist der komplizierte Sachverhalt, wie gestern geschrieben. Die Folge davon ist: Jeder hält sich zurück und ist eigentlich nicht handlungsfähig.

Eine Beurteilung amerikanischer Aktien-Kurse ist deshalb heute unmöglich.

Deutschland hat gestern einige interessante Einblicke gewährt. Bei allerdings niedrigen Umsätzen entstand so eine Art Gleichgewicht oder der Versuch eines Gleichgewichtes. Das ist natürlich ein sehr dünner Boden. Andererseits muß man objektiv feststellen: Kurse von 12 E. für Lufthansa
oder 38 E. für DaimlerChrysler etc. sind natürlich fundamentale Kaufkurse. Ob sie der Markttechnik standhalten, ist aber noch völlig offen. Denn die Lage bewegt sich in zwei Richtungen:

Die technische und ökonomische Basis habe ich erklärt. Mit Hilfe der Liquidität ist sie auch machbar. Die andere Seite ist die politische/militärische. Die Überflugrechte, die die USA in Pakistan erbitten und die totale Vollmacht für den US-Präsidenten, wie gestern im Parlament gegeben, enthält die berechtigte Angst einer Eskalation, die einfach nicht vorausgesagt werden kann. Daß die Amerikaner diesen Weg gehen, gehen müssen, ist klar. Wie die Rückwirkungen sich darstellen, ist noch völlig unklar. Jede Analyse dieser Art ist reine Theorie. Ich lasse diesbezüglich von vorschnellen Kombinationen.

Informativ: Henkel hat die Tochter Cognis für 2,6 Mrd E. verkauft. Das ist etwas weniger als erwartet, aber führt zu der schon beschriebenen entscheidenden Entschuldung, womit der Henkel-Kurs Perspektive hat. Eine Kaufempfehlung gebe ich zur Stunde nicht.

Bayer wählt die Holding-Struktur. Das läuft auf die früheren Entwürfe hinaus, die Pharmazeutik deutlicher in die Ergebnisverantwortung zu führen und das sonstige Geschäft wie Polymere und Agrar-Chemie transparenter zu
machen. Dazu gehört sicherlich auch die Möglichkeit, daß eine Bayer-Pharmatochter mit anderen kooperationsfähig wird. Damit müßte der Kurs in der Spanne 31/36 E. von der Sache her ein Kauf sein. Vorbehalt, siehe oben.

Im Grundzug für dieses Wochenende: Ich will nicht zu optimistisch sein, aber meine: Die Tiefstkurse dieses bedauerlichen Crashes dürften im Wesentlichen erreicht sein. Nur politische/militärische Eskalationen stellen dies noch in Frage. Das müßte aber in den nächsten 2 - 3 Wochen klarer werden.

Damit wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
Antworten
cap blaubär:

AAAAAACHTUNGGGGGG

 
17.09.01 09:50
Hans Bernecker: Achtung
Mails/Nachrichten vom 17.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
heute morgen herrscht Angst vor der Angst. Nämlich bezüglich der Wiedereröffnung der Wall Street. Nach den zwei Probeläufen am Wochenende steht der technischen Durchführung wohl kein Hindernis im Weg. Den einen oder anderen Haken wird es aber geben. Soweit die Meldungen reichen, ist auch
die Gefahr kleiner geworden, daß die sog. Counterparts fehlen, worauf ich letzte Woche hinwies. Erfreulich: Alle relevanten Brokeradressen sind voll handlungsfähig, wie mitgeteilt wurde.

Eine Meldung vom Wochenende gibt mir allerdings zu denken. In Japan tauchte die Vermutung und der bereits erhärtete Verdacht auf, daß es im Vorfeld der Attentate zu Leerverkäufen in bestimmten Aktien oder Teilsegmenten gekommen ist. Nun erinnere ich mich an meine kürzlichen London-Gespräche zum Thema Hedge Funds, worüber ich in der letzten AB berichten wollte, aber nicht mehr konnte. Wenn ich mir die Gespräche in Erinnerung rufe, fällt mir auf:

Meine Gesprächspartner argumentierten weitgehend wie folgt: "Wir bemerken einen anhaltenden Verkaufsdruck im Termingeschäft in den großen Titeln, übrigens auch für Versicherungen". Keiner meiner Gesprächspartner konnte aber diese Abgaben lokalisieren. Ich natürlich ebensowenig. Hedge Funds
operieren nun aber einmal in Trends. Sie gehen sofort "drauf", wenn der Markt ein Signal gibt. Das finde ich merkwürdig, denn es erhärtet die These, daß es von der Logik her sehr wahrscheinlich ist, daß auf die Ereignisse in New York vorspekuliert wurde. Ist das sehr mutig, es so zu formulieren?

Das Umfeld des arabischen Terrorismus, besser Moslem-Terrorismus, ist wesentlich größer als wir im Westen vermuten. Die Barriere ist häufig sprachlich, aber auch ethnisch und religiös, so eine Art chinesische Mauer, aber dennoch durchlässig. Ich bin sicher, daß dieses Thema demnächst eine
Rolle spielen wird. Jedenfalls wird es so manches der vorgelaufenen Börsenschwäche erklären, für die es eigentlich keinen vernünftigen Grund gab. Demnächst also mehr.

Versuchen Sie heute nicht, Hals über Kopf zu kaufen oder zu verkaufen. Rein technisch gesehen erinnert die Marktlage etwas an die vom Oktober 1987 nach dem damaligen Crash um 508 Dow Jones-Punkte innerhalb von 2 Stunden, was rund 25 % waren. Mit einem Miniaufwand von nur 5 Mio $ als Terminkäufe bzw. Optionen drehten damals drei New Yorker Banken mit Unterstützung der FED den Markt bzw. fingen ihn auf. Dies lediglich zur Erinnerung und vorab für heute nachmittag. Bitte berücksichtigen Sie auch, daß am Freitag Verfalltermin ist, also die gesamte Woche eine sehr schwierige, keineswegs zwingend negative, aber nicht aussagefähige Markttechnik zeigen wird. Ich bleibe draußen.

Frankfurt wird sich natürlich an New York orientieren. Es ist unnötig, darauf hinzuweisen, daß die Freitagskurse mit Bewertung nichts zu tun haben. Es waren Crashkurse. Fundamental rechtfertigen sie Käufe. Technisch noch nicht. Doch Sie haben sicher bemerkt: Die Umsätze lagen durchweg unter dem Level der Vortage. Unter Druck stand lediglich DaimlerChrysler mit allein 8,8 Mio Stück im Xetra-Handel und Dt. Telekom mit über 20 Mio Stück, ebenfalls im Xetra-Handel. Indes: Der VDAX erreichte im Hoch 43,35, und bitte schauen Sie dazu noch einmal auf die Grafik in der AB, Seite 2. Also: Achtung.

Mein Rat: Natürlich könnte ich heute sagen: Kaufen. Das wird vermutlich auch richtig sein. Aber die eingangs erwähnten technischen Dinge sind nicht von der Hand zu weisen, und es ist ein Gebot der Vorsicht, darauf Rücksicht zu nehmen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
redcrx:

Pfaudachs fast bei 50

 
17.09.01 10:50
(49,12 im Moment um exakt zu sein), verschärftes "AAAAAACHTUNGGGGGG" ...

Neugierige können www.warrants-gs.de/GoldmanSachs/indexd_dhtml.html?c=de target="_new" rel="nofollow">hier nachgucken.


Antworten
cap blaubär:

Tennisprofi Opa Bernecker

 
20.09.01 12:57
Hans Bernecker: Tennisball-Effekt
Mails/Nachrichten vom 20.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Tennis-Partie geht weiter. Sie kennen diesen Begriff, den ich schon mehrfach gebraucht habe. Zur Veranschaulichung: Ein Ball, der fällt, springt wieder hoch, fällt wieder zurück und das Ganze noch 10mal, bis er zur Ruhe kommt. Das gleiche Schauspiel zeigen Ihnen jetzt die Kurse. Weil das so ist, bleibe ich dabei: Schauen Sie zu und warten, bis diese Kurse ruhiger geworden sind. Das entspricht einem Marktgleichgewicht. In allen relevanten Titeln können Sie dies täglich nachvollziehen.

Für die Wall Street hatte ich Abstinenz bis Freitag angesagt, wobei es bleibt. Mehr ist dazu im Moment nicht zu sagen. Indes:

Unterscheiden Sie zwischen 2 Arten von 'Preisbildungen'. Zum einen die Kursverläufe der noch relativ teuren Aktien und zum anderen diejenigen, die nach 80 % und mehr Verlust den eingangs erwähnten Boden suchen. Konkret: General Electric und Microsoft habe ich Ihnen letzthin als die am meisten gefährdeten Trendwerte unter den blue chips beschrieben. GE inzwischen 31 $ und damit bei der Kurshalbierung, was übrigens runde 300 Mrd $ Börsenwert
ausmacht. Das untere Ziel ist offen und ich hatte Ihnen schon früher diese Aktie der Entzauberung anheim gestellt. Denn der Zauberer Jack Welch ist weg. Bodenbildung offen. Microsoft hat den nächsten Boden erst bei 40 $! Hier wird die 'Vermögensvernichtung' in der gleichen Größenordnung liegen. Ich hatte Ihnen diese ebenfalls kürzlich schon vorgerechnet. Was bedeutet: Die 3 schwersten Titel dieser Art haben allein ein Gewicht von fast 1 Billionen $ und verloren zusammen rd. eine halbe Billionen Dollar. Der

Dritte ist übrigens Cisco, und damit leite ich zu der zweiten Kategorie über:

Es war höchst umstritten, als ich in der AB versucht hatte, die sogenannten fairen Werte für die Technologielieblinge zu berechnen. Ich erhielt sogar böse Anrufe darüber, wie ich wohl dazu käme, Kurse bis zu 5 oder 6 $ für Sun Microsystems anzusagen. Inzwischen sind wir bei 8,70 $. Hier geht es also um den Tennisball-Effekt. Dazu bereiten Sie sich bitte schon jetzt darauf vor:

Die Wall Street ist massiv überverkauft. Daß eine Positivkorrektur ansteht, ist unstreitig. Wann sie kommt, ist momentan offen. Dafür gilt aber: Eine Aktie, die von 62 auf 6 $ fällt, also 90 % Kursverlust hinter sich hat, springt in diesem Moment um glatte 6 oder 8 $ nach oben. Das sind sofort 100 oder gar 140 %. Wie werden Sie diese erkennen? Das Signal kommt vom Nasdaq-Index, also vom Gesamtmarkt, und der hat zwei Ansatzpunkte, nämlich
den Stochastik und den MACD. Allein diese beiden Indikatoren zeigen eine solche Korrektur an. Unterrichten Sie sich deshalb ausschließlich über die 'Termin-Börse Daily' über diese Markttechnik.

Zusammengefaßt: Bei den Technikaktien geht es lediglich um Erholungen, noch nicht um Trends. Damit das klar ist!

In Frankfurt regiert eine Art 'Schüttelsieb'. Die Großen bleiben hängen, die Kleinen fallen durch. Vorgänge wie bei MG Technologies haben einen Sonderstatus. Bei über 1 Mio Stück Umsatz geht es hier um den Kampf zweier Männer und deren Partner um die Frage, ob und wie der Konzern auseinandergenommen werden wird oder werden soll. Meine Sympathie gilt dem jetzigen Chef Neukirchen. In diesem irrationalen Machtkampf sind Abstauberkurse für Sie drin. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen. Abstürze von Adidas um gleich 30 % wegen des 10 %-Kaufes von Bayern München sind zwar überzogen, aber auch nicht ganz falsch. Denn Adidas operiert im Zuge eines Präventivschlages, was ich für fragwürdig halte. Rechnen Sie mit weiteren solchen 'Ereignissen', wo die Nachricht und deren Qualität im umgekehrten Verhältnis zur Marktreaktion steht. Das ist der Grund, warum ich auch in Frankfurt 'Gewehr bei Fuß' stehe und keine einzige D-Mark riskiere. Insbesondere gilt dies für die Technologie-Aktien im DAX, aber mit der Vorausschau: Bei 80 E. ist SAP einigermaßen fair bewertet. Dazu fehlen noch ca. 20 E. oder 20 %. In diesem Falle wäre der Kursdruck aus allen anderen ebenfalls raus.

Euro/Dollar: Kann die Marke von 0,93 $ übersprungen werden, heißt das Ziel 0,97 $. Das wäre es für heute mit einem durchaus optimistischen mittelfristigen Ausblick, aber erheblicher kurzfristiger Skepsis. Das ist wie ein Damoklesschwert, was über den Märkten schwebt, nämlich Art und Weise des amerikanischen Gegenschlages.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


Antworten
_rain_:

Dank o.T.

 
20.09.01 13:20
Antworten
cap blaubär:

ohhjeeeee

 
21.09.01 10:08
Hans Bernecker: Erste Call-Käufe
Mails/Nachrichten vom 21.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
lesen sie jetzt keine Artikel, Kommentare und sonstige Beruhigungsberichte. Kein Chart sagt etwas aus. Medizinisch ist das ein Kollaps. Dafür gibt es für Deutschland 2 Vergleiche, die Kuba-Krise von 1962 und der berühmte Crash von 1987. Die Jahresveränderung im Index entspricht im Moment derjenigen
dieser Jahre. Im Gegensatz zu beiden ist jedoch der Absturz von der Spitze am 10. März 2000 mit fast 60 % (Spitze zur Spitze) der größte seit 1948 (Währungsreform)! Das erfordert eine völlig neue Betrachtung:

Zunächst zur USA: Heute ist Verfalltermin an den Terminmärkten und ich hatte deshalb alle Dispositionen bis heute zurückgestellt. Einzelnachrichten über Firmen interessieren jetzt nicht. Rein technisch gesehen geht das Risiko im Dow bis etwa 7500/7700, aber mir erscheint es nicht sehr wahrscheinlich, daß wir es testen. Das hängt vom heutigen Verlauf in New York ab. Mithin gilt:

Der Markt ist extrem überverkauft. Und zwar stärker als 1987. Wie die Korrekturen daraufhin verlaufen werden, habe ich gestern beschrieben. Das führt zu der Frage: Soll man jetzt in die "zerdroschenen" Aktien direkt investieren oder nur die spekulative Erholungschance nutzen?

Ich plädiere für folgenden ersten Versuch: Kauf von Calls. Welche? Bedingung ist eine Laufzeit von 3 Monaten, besser 6. Damit haben Sie genügend Zeit, auf die Erholung zu warten. Sie kann in 3 Tagen kommen oder in 3 Wochen. In den Calls steckt ein ungeheurer Hebel und Sie binden nur wenig Geld. Welche Calls Sie kaufen, erfragen Sie bei der "Termin-Börse Daily". Dafür gilt wiederum: Nur Calls der Aktien kaufen, die sehr liquide sind, die mit steigenden Umsätzen fallende Kurse hatten und bei denen mit ziemlicher Sicherheit sehr hohe Short-Positionen entstehen. Verteilen Sie die Calls auf 3 bis 6 verschiedene Aktien. Natürlich können Sie für ein paar Tage schief liegen, aber nur für ein paar Tage. Dafür binden Sie aber sehr wenig Geld in Relation zum Portfolio. Alles Nähere erfahren Sie jeweils im zitierten Daily-Brief, anders geht es nicht. An der deutschen Börse ist der eingangs zitierte Verlust der größte in der Geschichte der deutschen Börse. 80 % davon entfallen auf Stimmungs-Gründe, die man verstehen, aber kaum nachvollziehen kann. Verfahren Sie hier genauso:

Kaufen Sie Calls nach gleichem Muster wie in Wall Street. Denn etwas vereinfacht formuliert: Der extremen Schwäche folgt eine extreme technische Reaktion. Wir reden jetzt nicht über neue Trends, sondern über Reaktionen des Marktes auf einen Ausverkauf. Ich bitte ferner darum:

Beginnen Sie mit einer ersten Rate, denn es kann sein, daß wir in den nächsten 4 bis 8 Börsentagen eine zweite Ladung überlegen müssen. Die generelle Grundlage für diese weitere Perspektive lesen Sie in der heutigen AB. Fliegen Sie nicht darüber hinweg. Das, was ich heute darin schreibe, ist das Substrat dessen, was wir in ähnlichen/gleichen Situationen seit 1962 in verschiedenen Varianten, aber gleichem Grund, erlebt haben. Wer dieses Grundmuster nicht versteht, wird in den kommenden Monaten Probleme haben. Also: Das eine ist der Trend, wie er sich entwickelt, und das andere sind die ersten spekulativen Schritte zu dessen Realisierung.

Eine Anmerkung zum Schluß, die höchst aufschlußreich ist. Der amerikanische Markt wurde im Crash 1987 mit dem Miniaufwand von 5 Mio Dollar durch Call-Käufe "gedreht". Ich hatte diese Geschichte schon gelegentlich erwähnt. Über die unselige Rolle der Hedge Funds verliere ich kein Wort mehr. Darüber werden die nächsten Analysen, Berichte und möglicherweise auch kriminaltechnischen Untersuchungen Aufschluß geben.

Meine Grundthese für heute, fürs Wochenende und für die zitierte Lektüre der AB: Ein Crash wie dieser läßt im Moment nur technisches Erholungspotential zu, worum es jetzt geht.

Herzlichst Ihr

Antworten
cap blaubär:

erstmalvongestern

 
25.09.01 08:55
Hans Bernecker: Angst essen Seele auf
Mails/Nachrichten vom 24.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Angst essen Seele auf. Natürlich ist die Situation um die möglichen und sogar sicheren, aber im Umfang nicht bekannten militärischen Schritte der Amerikaner ein großes Unsicherheitsmoment. Doch die Hysterie, wie sie in den
letzten Tagen 'vorgetragen' worden ist, ist nicht nachvollziehbar. Ich schreibe dies in großem Ernst. Weder am 29. August 1939 noch zum gleichen Datum 1914 hat es derartige Reaktionen der Märkte gegeben. Nur ein einziger
Termin ist vergleichbar, nämlich den von Oktober 1929, als einen Tag vorher die Federal Reserve of New York die Margin Calls von 10 auf 20 % erhöhte und damit die Zwangsverkäufe auslöste, was der Beginn des bekannten Desasters war. Übrigens mit der bemerkenswerten Reaktion, wonach die Zinsen nicht gesenkt und kein Geld zur Verfügung gestellt wurde, um den Markt abzufangen,sondern das Gegenteil: Kreditverknappung und Zinsverteuerung. Wer sich dafür
näher interessiert, liest Band 2 der Memoiren des damaligen Präsidenten Herbert Hoover. Soweit der geschichtliche Bezug und die richtige Dimension.

Wie sieht die Markttechnik nach dem kritischen Verfalltermin des letzten Freitags aus, auf den ich alles abgestellt hatte? Der einzige, der das sauberste Signal gibt, ist der NASDAQ auf der Daily-Basis. Wird diese heute
bestätigt/unterstrichen, würde sich auch der Dow Jones bzw. der S + P 500 drehen. Ich bin deshalb auf den ersten Future von S + P 500 heute Mittag gespannt.

Noch immer gibt es Schwachstellen, trotz des Desasters und obwohl der Markt kollabierte. Wo sie liegen, erläutere ich Ihnen in der nächsten AB. Das ist wichtig zu wissen, weil ich nach wie vor den Eindruck habe, daß gern allgemein geredet wird, aber nur wenige die ungewöhnlich differenzierte Entwicklung in den Technologieaktien und deren früher haushohe Überbewertung richtig einzuschätzen wissen.

Natürlich sind die ersten Aktien in der Tat 'unten'. Erfreulich ist vor allem aus meiner Sicht, daß die zwei schwersten Aktien, vor denen ich vor dem WTC-Fall noch warnen mußte, nun auf ein vertretbares Niveau zurückgeführt worden sind. General Electric bei 30/31 und in Begleitung
einer stabilen Ertragsprognose. Ferner Microsoft, die auf dem richtigen Wege sind, inzwischen 50 $ unterschritten, aber 10 $ Risiko vor sich haben. Für Intel muß die Basis auf 14 $ zurückgenommen werden, nachdem technisch 22 $
nicht gehalten hatten und die Ergebnis- und Umsatzbewertung noch immer recht hoch ist. Siehe dazu ebenfalls die nächste AB. Umgekehrt: Boeing auf 30 $ abkippen zu lassen, ist aus fundamentaler Sicht Unsinn. Im Umfeld von Luftterror, Airline-Problemen und angenommener 'Fliegerangst' gehört das zur Begleitung zum oben zitierten Eingangssatz. Daraus folgt für Sie:

Sie verkaufen jetzt keine einzige Aktie mehr, egal ob sie noch für ein oder zwei Tage oder zwei Wochen unter Druck stehen kann. Fälle wie Notverkäufe bei Disney wegen Margin Calls der Aktionäre wird es da und dort noch geben, aber sie dürften zu 90 % mit dem Freitag-Termin abgewickelt sein. Denn, und diese Zahl behalten Sie bitte im Gedächtnis, die Barliquidität ist nach der neuesten FED-Statistik auf über 2 Bill. Dollar angezogen. Das ist die
höchste Barreserve, die es jemals gab. Siehe nächste AB Seite 1.

In Deutschland läuft es genauso. Sämtliche Berechnungen über Wert oder Unwert von Aktien wurden vom Tisch gefegt. Damit erwies sich die deutsche Börse wieder einmal als eine der nervenschwächsten in Europa. Dafür gilt pauschal und zu 100 %: Kein einziger Verkauf läßt sich jetzt rechtfertigen,
es sei denn für drei Tage.

Spannend wird es heute, ob ich mit meinem Vorschlag vom Freitag Erfolg haben werde, als ich Ihnen Call- oder Terminkontrakte im DAX empfahl. Ich glaube, ich stand als einziger im 'Ring'. Die Markttechnik vom Freitagabend
rechtfertigt dies nicht 100%ig, aber 95%ig. Es mag also sein, daß ich ein, zwei Tage warten muß. Aber sowohl die Daily- als auch die Weekly-Basis zeigen eine derart hohe überverkaufte Marktlage, daß ein solcher Rat zwingend ist.
Im übrigen hat auch der VDAX die von mir als kritische Größe bezeichnete Marke von 50 überschritten. Letzter Stand 52.

Für diese Woche: Die Stabilisierung hat Vorrang vor 'Hals über Kopf'-Käufen. Jetzt kommt es darauf an, daß die Kurse sich einigermaßen stabilisieren, wenn 95 % aller Kommentatoren die Fortsetzung der Baisse voraussagen.

Ich wünsche Ihnen nicht nur eine erfolgreiche, sondern eine Woche der kühlen Vernunft und schärfe ein: Über Verkäufe wird nicht mehr geredet.

Mit freundlichen Grüßen

Hans A. Bernecker
 


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cap blaubär:

nunvonheut

 
25.09.01 10:23
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Kruzfristig Denken und Handeln
Mails/Nachrichten vom 25.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
der Tennisball ist zum ersten Mal aufgetippt und nach oben gesprungen. Wenn Sie nachrechnen, machten Sie in zwei Börsentagen, von Freitag bis gestern, im DAX-Future etwas mehr als 100 %. Damit haben wir zunächst einmal alle gemeinsam die erste Wette gewonnen. Es war auch interessant, wie Sie anhand des VDAX dies am letzten Freitag
ebenfalls gut erkennen konnten. Natürlich folgt dem ersten Sprung des Tennisballs die erste Korrektur in den nächsten Tagen. Es wird also noch eine ganze Zeit in dieser Art 'wild hin- und her gehen'. Mit der AB, die wöchentlich erscheint, kriege ich das nicht in den Griff. Deshalb mein
dringender Rat:

Sie haben alle eine Menge verloren und müssen jede Gelegenheit nutzen, dieses Geld wieder einzuspielen. Gehen Sie an die Arbeit. Ohne die 'Die Terminbörse Daily' kriegen Sie das nicht hin.

Ich offeriere Ihnen dazu allein aus diesem Grund ein Sonderabo: Bei sofortiger Bestellung erhalten Sie 'Die Terminbörse Daily'für die ersten 2 Wochen kostenlos. Ich bin sicher: Dieser Brief ist Ihr einziges kurzfristiges
Werkzeug, um die bevorstehende Volatilität der Märkte wirklich zu nutzen. Keine Bank und kein anderer kann Ihnen dies in dieser Präzision vortragen. Wichtig ist dabei: Am besten wird es in den Index-Futures funktionieren, weil diese ohne Aufgeld und mit großer Liquidität gehandelt werden. Sie sind also hautnah am Markt und jederzeit handlungsfähig, häufig innerhalb weniger Stunden. Der zweite Rat dazu: Gehen Sie zu Ihrer Bank und machen

Sie sich terminmarktfähig. Auch dann, wenn Sie nur mit 10.000 DM Einsatz spielen. Dazu brauchen Sie nur einige Formulare auszufüllen. Ich bitte darum, noch heute. Dritter Rat: Volatilität heißt, daß Sie in den Futures und Optionen/Optionsscheinen nach oben und unten spielen können. Ihre Bestellung geht bitte an Tel. 0211 864 17 0 oder Fax 0211 3 22 77 20 oder eMail info@bern-stein.de.

Zu New York: Der gestrige Verlauf hat bis gestern Abend die Markttechnik entscheidend verändert. Trotz des Dow-Gewinns von rund 365 Punkten drehte erst in der letzten Stunde der Stochastik auf die positive Seite. Das war in der Daily-Abgrenzung. In der stündlichen Abgrenzung war dagegen der obere Grenzwert schon erreicht, so daß ich heute mit der ersten technischen Korrektur rechne, die aber unterdurchschnittlich ausfällt. In einem Kontrakt, den Sie am Freitag erworben haben, steckt also noch mehr.

Informativ: JDS Uniphase gibt eine erste positive Erwartung zur Stabilität der Auftragslage. Das ist der zweite Ansatz nach Intel. Lucent einigte sich gestern für die deutsche Tochter in Sachen Entlassungen. Markttechnisch positiv: GE war gestern am Big Board der Führungswert mit plus 4 $. Sie
wissen, daß GE und Microsoft die zwei Eckwerte sind. Siehe AB. Die Stabilisierung der großen Technologieaktien läuft dagegen sehr vorsichtig, siehe Cisco, Sun und die anderen. Das werte ich wiederum positiv, weil damit die Gefahr vermieden wird, daß es zu regelrechten Eruptionen kommt,
die die Stabilisierung der Märkte unterlaufen. Also:

In der jetzigen Phase sind die Tradings wichtiger als die nachhaltigen Investments. Damit warte ich prinzipiell so lange, bis die militärischen Schritte der Amerikaner überschaubar werden.

In Frankfurt läuft es nach US-Vorbild. Sie konnten es gestern gut verfolgen und natürlich hoffe ich, daß Sie meinem Freitag-Vorschlag gefolgt sind. Wenn nicht: Es kommen noch einige dieser Art, siehe oben. Bitte beachten
Sie:

Bei Telekom liefen gestern 47 Mio Stück Aktien über den Ticker. Bei Daimler waren es 18 Mio, bei Infineon 10,3 Mio, bei der Lufthansa 11,7 Mio und bei Siemens beinahe 14 Mio Stück. Das gibt Ihnen einen Einblick in den Umfang der Leerspekulationen in diesen Aktien, die übrigens noch
keineswegs alle eingedeckt sind. Daraus erfolgt wiederum der eingangs erwähnte Tennisball-Effekt, den ich in den nächsten Wochen noch mehrfach beschreiben werde.

Es wird Ihnen ungeheuer mutig erscheinen, was ich jetzt schreibe: Wenn ein Markt kollabiert und dies vor dem Hintergrund einer Kriegserwartung, so beginnt er zu steigen, wenn die Kanonen donnern. Es muß nur passieren und
es darf keine Erwartung sein. Ich wünsche Ihnen damit eine weiterhin erfolgreiche Woche, die schon verheißungsvoll begann.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
calexa:

Ist Bernecker übergeschnappt?

 
25.09.01 16:38
Ich lese ja ganz gerne, was Bernecker in seiner täglichen Mail so von sich gibt, ganz dumm scheint er ja nicht zu sein, aber jetzt scheint er irgendwie abgedriftet zu sein. Die unverhohlene Aufforderung, doch bitte sich bei seiner Bank "terminmarktfähig" zu machen, ist schon fast kriminell. Leute, dort wird nicht mehr gespielt, sondern da geht richtig die Post ab. Das ist bestimmt nichts für seine Durchschnittsbörsianer, die den größten Teil seiner Leser ausmachen.
Ich wollte das nur mal anmerken, damit hier nicht allzuviele Leute auf dumme Ideen kommen und tatsächlich plötzlich anfangen, mit Futures runzuzocken. Dort ist das Geld nämlich schneller weg als am Neuen Markt.

So long,
Calexa

PS: Von der dümmlichen Meinung Berneckers, daß man im Moment am Markt nur bestehen kann, wenn man seinen Börsenbrief "Die Terminbörse Daily" liest, rede ich ja schon gar nicht......
Antworten
2sanibel:

nicht, dass...

 
25.09.01 17:15
...der alte cap am ende noch nen paar plastikfigürchen vom alten bernecker für die kostenlose werbung des börsenbriefs einstreicht...

aber im ernst: bernecker lag mit seinen tipps goldrichtig. ich hab mal am freitag für nen taschengeld 574 133 und 711 753 geordert - mit dem ergebnis, dass ich mir für die nächsten zehn jahre seinen "terminbörse daily" abonnieren könnte.

was die geschichte mit den futures betrifft: noch schneller als am NM, geht datt überhaupt, calexa...??? ;-)
Antworten
calexa:

Wunder über Wunder

 
25.09.01 17:19
Du würdest Dich wundern, was alles geht, 2sanibel...;-)

Ich finde das ja auch ganz nett, was Bernecker so von sich gibt, aber bei aller Bewunderung darf man nicht aus den Augen verlieren, daß er, so oft er richtig liegt, auch oft daneben lag. Ich nenne mal exemplarisch Lucent (die ich persönlich mittlerweile bedenkenlos kaufen würde, aber das ist nur meine Meinung...).

So long,
Calexa
Antworten
cap blaubär:

????

 
26.09.01 10:31
Hans Bernecker: Baustein in der Konsolidierung
Mails/Nachrichten vom 26.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Alle warten jetzt darauf, was die Amis tun. Gleichgültig, was sie tun, für Sie gilt der Spruch des alten Rothschild: Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Das ist kein leerer Spruch, sondern eine alte Erfahrung. Natürlich klingt
dies für viele Deutsche provokativ, wie ich so mancher Email entnehme. Genau so wird es aber sein.

Rein technisch lief es gestern glänzend. Ruhige Reaktion auf den Sprung vom Vortag, und ich rechne eher mit einem Rückfall für ein bis zwei Tage. Das wäre ein weiterer kleiner Baustein in der Konsolidierung. Sie sehen aber:
Laufen Sie auf keinen Fall steigenden Kursen hinterher, ohne dem heutigen 'Daily' etwas vorwegzunehmen. Wer den DAX-Call am Freitag kaufte, macht Kasse, und geht möglicherweise für ein bis zwei Tage short. Das aber
entscheide nicht ich, sondern Herr Haack vom 'Daily'. Im übrigen bedanke ich mich ganz herzlich für die große Resonanz für die gestrige Empfehlung. Mir sind das immer noch viel zu wenig, weil - wie die Technik zeigt - die
hohe Volatilität nur über solche Tradings ausgenutzt werden kann. Das gilt natürlich sowohl für New York wie auch für Frankfurt. Also bitte noch einmal: 'Termin-Börse Daily' als Sonder-Abo bestellen. Wer jetzt abonniert, erhält die ersten 2 Wochen kostenlos. Tel./Fax und e-mail stehen auf der ersten Seite der AB. Fordern Sie den Bestellcoupon unter 0211-864170 an oder bestellen Sie direkt über www.bern-stein.de/'Produkte'/'Bestellseite/Preise'.

New York konkret: Den gestern veröffentlichten Vertrauensindex der Konsumenten nehmen Sie bitte nicht ernst. Er ist in der Erstellung und in der Auswertung nach den Ereignissen in New York eigentlich unseriös, wenn
auch rechnerisch nicht falsch. Ebenso könnte ich Sie befragen, was Sie von der Feuerwehr halten, nachdem Ihr Haus abgebrannt ist. Dieser Index ist ein Umfrageergebnis und keine Mengenstatistik! Seltsam finde ich dagegen die
aktuelle Schwächeneigung des Ölpreises, der ich wiederum nicht traue. Kurzfristig ist das natürlich erfreulich, aber ich lege Ihnen nahe, diesen Preis sorgfältiger zu verfolgen. Aufschlußreich ist übrigens die Konjunkturprognose des Kieler Institutes für Weltwirtschaft zur amerikanischen Konjunkturtendenz des kommenden Jahres. Ich komme noch darauf zurück. Ferner:

Die neue Masche heißt Sicherheitstechnik. Einige Analysen dieser Art machen jetzt die Runde, obwohl niemand weiß, welche Sicherheit gemeint ist. Finger weg von solchen Spekulationen. Richtiger ist es, auf die Rüstungsaktien zu
blicken. Dazu vorab zur AB: Ich habe sehr frühzeitig diese Titel allesamt empfohlen. Die Konsolidierung ist mit den Ereignissen in New York abgeschlossen. Die drei wichtigsten Titel stehen nahe dem Ausbruch nach oben. Nur Boeing fiel ins Loch wegen der Ängste um die zivile Luftfahrt, bestätigte aber gestern die bisherige Ergebnisprognose. Das rechtfertigt neue Käufe oder Zukäufe.

In Frankfurt läuft es nach dem Vorbild von New York. Heilfroh bin ich, daß im SAP-Kurs die Luft raus ist, und bei Kursen um 100/105 E. kann ich ruhiger schlafen. Allein wegen des DAX. Die deutlich rückläufigen Umsätze in Dt.
Telekom mit gestern nur 16 Mio Stück zeigen das gleiche an. Das Urteil der UBS/Schweiz über die Ertragsqualität der Banken ist leider eine Bestätigung meiner bisherigen Skepsis, so daß ich Bankaktien vorerst nicht anfasse,
wenngleich der Deal des Branchenprimus mit Zürich FS positiv ist. Damit rückt die Dt. Bank international als Nr. 3 ganz dicht an die Nr. 1 und 2 heran und dürfte in diesem Jahr erstmals 1 Billionen Dollar im Asset Management
erreichen. Merken Sie sich diese Zahl bitte.

Negativ vermerke ich gestern: Hohe Umsätze in Daimler mit 8 Mio Stück, BMW mit 3,8 Mio Stück und 2,7 Mio Stück für VW. Eine Erklärung habe ich dazunicht, aber es riecht nach dem Versuch einer Leerspekulation!

Die Erholung von Preussag und LH ist richtig. Hier tun die Medien so, als ob demnächst niemand mehr reisen möchte. Mir kommt das vor wie ein zweiter Fall BSE. Plötzlich wollte keiner mehr Fleisch essen und inzwischen redet keiner
mehr darüber. Für strategische Investoren sind beide Titel ein Kauf. Noch ein Wort zu Infineon. Was die Mannschaft um den 'Schumi-Verschnitt' sich erlaubt, ist eine Frechheit. Beim Börsengang bedienten sich alle fünf Mann vorab mit Aktien im Wert von ungefähr 35 Mio E, verkündeten im Frühjahr noch große Dinge, um jetzt in den Geruch der Illiquidität zu geraten. In den USA/England müßten alle fünf bereits den Sessel räumen.

Meine Linie für heute: Nach den zwei guten Tagen erwarte ich eine gewisse Beruhigung, siehe oben. Also bleibt es bei meiner Politik der ruhigen Hand und wenig Hektik.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
Antworten
major:

hei cap blaubaer

 
26.09.01 11:09
habe mit suche : lufthansa diesen thread gefunden .. wie auch immer .. was denkst du : lufthansa einsammeln ?
Antworten
calexa:

Saudumm und ein Fehler

 
26.09.01 20:26
Schon wieder diese saudumme Empfehlung von Bernecker zu seinem blöden Börsenbrief. Wie ich so ein dummes Ausnutzen von Umständen hasse. Ich hoffe, er hat nicht viel Erfolg. Denn in diesem Markt kann man auch gute Gewinne mitnehmen, wenn man sein Blättchen nicht hat. Abgesehen sollte man nicht glauben, daß, nur weil man sein Blättchen gelesen hat, plötzlich mit Sicherheit Gewinne einfährt. Kein Mensch, auch nicht Bernecker, kann die Zukunft der Kurse vorausahnen. Und die Behauptung, daß wir im Moment eine hohe Volatilität haben werden, nun ja, dazu muß man kein Hellseher sein, da genügt ein bißchen Erfahrung mit Aktien.

Außerdem wollte ich noch auf einen Fehler in der obigen EMail von Bernecker hinweisen: Die Deutsche Bank rückt an die 4. STELLE, denn an 3. Stelle des verwalteten Vermögens steht die Allianz.

So long,
Calexa
Antworten
cap blaubär:

lass Opa Bernecker werbung machen

 
26.09.01 20:49
ob man nu seine mühsam verzockte Kohle zwingend in den OS-Topf aufkochen muss darüber kann man durchaus auch geteilter Meinung sein spannend ist halt seine Markteinschätzung+Connections dazu isses im Board,bitte nicht als Bibelspruch  missbrauchen Opa Bernecker kann nicht über Wasser gehen,aber dafür dasses für lau im Board iss darf halt auch Werbung laufen denkichmal
blaubärgrüsse  
Antworten
Timchen:

recht so cap

 
26.09.01 21:01
Wen es nicht interessiert, der braucht es ja nicht zu lesen.
Vielleicht steckt auch nur Neid dahinter.

Timchen
Antworten
Dr.UdoBroem.:

Ich lese Berneckers Einschätzungen immer gerne.

 
26.09.01 21:09
Im Gegensatz zu 95% der Boardteilnehmer hat er jahrzehntelange Börsenerfahrung und liegt deswegen meist ganz gut. Ich als relativer Börsenneuling habe jedenfalls festgestellt, dass Erfahrung, gerade an der Börse, durch nichts zu ersetzen ist.

Also Käptn, bitte weiter ins Board einstellen!
Über die Werbung kann man doch geflissentlich hinweglesen.

Gruß Dr. Broemme
Ohne Cash gehts nicht(Opa Bernecker Ratschläge) 423005
Antworten
cap blaubär:

Rein technisch

 
27.09.01 10:34
Hans Bernecker: Geduld zeigen
Mails/Nachrichten vom 27.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
heute wissen Sie vor allem eines: Sie laufen keinen steigenden Kursen hinterher, sondern warten geduldig auf die nächste Schwächephase. Sie begann gestern während des Tages und dürfte bis morgen anhalten. Das Ganze gehört zum beschriebenen Muster. Trading bleibt also die einzige Chance, mit der Sie so etwas nutzen können. Die Leitlinie dafür hatte ich Ihnen in meiner Daily-Empfehlung gegeben. Hier können Sie schon Schwankungen in den Indizes von 100 Punkten gut nutzen.

Die gestrige Nachrichtenwelt erscheint eher verhalten. Die Prognose des IWF machte die Runde, aber der Aussagewert ist sehr bescheiden. Danach reduziert sich das weltweite Wachstum um 0,3 %-Punkte von 3,9 auf 3,6 %. Eine tolle Erkenntnis! Die Kieler Konjunkturforscher haben sich etwas mehr Mühe gemacht. In einer gesonderten Analyse zeigen Sie auf und weisen nach, daß jede Politik-Krise, sogar die von 1973 (erste Ölkrise) eine Verzögerung für das Wirtschaftswachstum von 3 Monaten gebracht hat. Der Kommentar dazu steht in der heutigen FAZ, bitte nachlesen. Somit bleibt es dabei:

Natürlich hat New York und seine Folgen auch seine Auswirkungen auf die Konjunkturerholung. Das stellen Sie aber bitte in Relation zu rd. 60 % Kursverfall der Aktien gegenüber der Konjunkturspitze von 19 Monaten.

Wall Street konkret: Atempause! Rein technisch, wie oben erwähnt, besteht heute grundsätzlich kein Handlungsbedarf. In den nächsten 2 Wochen werden eine ganze Reihe Firmen das Ende des Quartals nutzen, die eine oder andere Gewinnkorrektur nach unten vorzunehmen. Das fällt nicht drastisch aus, hält aber die Technologieaktien unter Druck. Diese bleiben immer noch die Schwachstelle des gesamten Marktes. Für das innere Gefüge ist es für Sie wichtig, daß die großen Titel stabil bleiben. Doch auch hier gibt es eine
Schwachstelle, nämlich IBM mit gestern 91 $, die ein Risiko bis 80 $ haben. Das ist relativ viel.

In Frankfurt gibt es weitere Zufallskurse. Das muß nicht immer nur den DAX betreffen. Aber wenn AMB Generali 5 % zulegt, bei einem Umsatz von 10.000 Stück, zeigt dies das Dilemma. Die Luftsprünge von LH und Preussag in den letzten 2 Tagen hatte ich zwar richtig avisiert, aber so ganz echt ist das Ganze noch nicht. Immerhin sprang der Kurs um 8,5 % bei einem Börsenumsatz von 6,8 Mio Stück. Zuvor war es Preussag. Mithin gilt auch hier:

Dringender Handlungsbedarf besteht heute nicht. Ab ca.10:00 Uhr wird sich die Markttechnik etwas konkreter darstellen, und dann sind die Daily-Trader gefragt.

Mein Tip für heute aus anderer Sicht: Die Markterholung wird insgesamt schwierig und sehr langwierig sein. Wer heute investiert, wird seine wirklichen Gewinne erst in 2 Jahren einfahren. Dazwischen gibt es eine Menge Schwankungen und mithin Raum für immer wieder neue Weichenstellungen. Für diese Fälle benötigen diejenigen, die aus zeitlichen oder beruflichen Gründen sich nicht immer damit beschäftigen können, eine strategische Begleitung. Hier ist sie:

Ich präsentiere Ihnen das erste eMail-Beratungs-Programm, welches von uns entwickelt worden ist und Sie stunden- bzw. taggenau so Ihr Portfolio berät, wie dies alle Banken gerne machen möchten, aber nicht können oder auch wollen. Wie das funktioniert, rufen Sie bitte unter 0211 /82 89 88-0 oder
www.stockguard.de ab, zum kennenlernen. Es ist der einzige Service dieser Art, wie ich betone, und eine völlig neue Dimension in der direkten persönlichen Beratung und Betreuung bzw. Online banking/brokerage. Schauen Sie sich es jetzt wenigstens an. Ich halte es für einen sehr bedeutsamen Schlüssel für Ihre Meinungsbildung der nächsten Monate und Jahre.

Das wär's für heute bis morgen, dann sehen wir weiter.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


Antworten
cap blaubär:

Dachdecker Opa Bernecker rät zu:

 
28.09.01 10:14
Hans Bernecker: Eindeckungen
Mails/Nachrichten vom 28.09.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Börsen wollen im Grundzug nach oben, weil die Kurse im Zusammenbruch des Marktes nach unten übertrieben worden sind. Folge davon sind nun sprunghafte Veränderungen, die ich zwar angekündigt hatte, aber die auch Probleme der
Einschätzung mit sich bringen. Zwei 'Phänomene' beherrschen die Szene:

1. Die immer noch notwendigen Eindeckungen aus Leerpositionen. Das war gestern in New York gut zu beobachten, aber auch in einigen Fällen in Deutschland. Kursschwankungen von bis zu 10 % an einem Tag sind die Folge.

2. Die ersten Käufe der Großanleger haben eingesetzt. Natürlich wird nicht zu jedem Kurs gekauft, aber die Wirkung ist spürbar. Herrscht Stückmangel, ziehen die Kurse auch in diesen Fällen an, ohne daß man so recht weiß, wo
der Grund liegt.

Zusammengenommen zeigt dies folgendes technisches Bild: Die sog. Weekly-Basis für die bekannten technischen Indikatoren sieht sehr gut aus. Man kann diese mit einer Perspektive für die nächsten 6 bis 8 Wochen vergleichen. Die Daily-Basis unterstützt diese nur zeitweise und signalisiert die eingangs erwähnten hektischen Schwankungen. Darin liegt die
schon beschriebene Spekulationschance mit dem Daily.

Beispiel: Die Termin-Börse Daily ging gestern long bei 4130 in Nutzung dieser Markttechnik, aktuell heute morgen 4300 oder 30 % Gewinn im Optionsschein. Das wird es in den kommenden Wochen noch sehr häufig geben.

New York speziell: Die Gewinnwarnung von IBM eröffnet ein Risikopotential bis 80 $. Diese Grenze hatte ich schon einmal genannt. Auch bei Microsoft sehe ich ein Risiko von immer noch 9 $. Hier liegt die Kaufbasis um 40 $. Wenn Sun Microsystems nun gegen Microsoft antreten möchte, muß ich für Sun die Kaufbasis wahrscheinlich auf 5 $ reduzieren. Andererseits: Durchgefallene Aktien wie General Electric konnten sich schnell auf 35 $ verbessern, wo auch die eigentliche Unterstützung lag, die nur 2 Tage unterboten worden war. Das Ganze zeigt Ihnen, wie 'weich' die ganze
Markttechnik aussieht. Infolgedessen bleibe ich noch eher vorsichtig und ein dringender Handlungsbedarf besteht kaum. Wichtig ist lediglich, daß die bisherigen Tiefstkurse nicht mehr unterboten werden. Das ist bei einigen der
Technologieaktien sehr knapp.

In der heutigen AB schreibe ich über die amerikanischen Rüstungsaktien. Alle bis auf Boeing notierten gestern freundlich bis fest. Schauen Sie sich also die 2 Charts in der heutigen AB an. Der amerikanische Kongreß hat die
Rüstungsausgaben um 15 Mrd $ angehoben. Sie gehen vor allem in neue Technologien, also Güter. Ich weiß, daß Rüstung ein ungeliebtes Thema ist. Interessant ist es aber gleichwohl. Zu Boeing übrigens: 29/31 $ führen zu einem KGV um etwa 8. Und Sie wissen: Bei Boeing muß man immer kaufen, wenn
die anderen verkaufen und umgekehrt. Ferner: Ebenfalls in der AB habe ich auf die amerikanischen Telekomaktien hingewiesen. Vor allem Sprint und AT & T. Das erscheint zwar etwas langweilig, aber unverändert höchst interessant.
Lesen Sie dies bitte nach.

In Deutschland ist der 'Aufwärtsdruck' noch stärker als in New York. Das ist teilweise eine Folge der übertrieben negativen Entwicklung der letzten 2 bis 3 Wochen, zeigt aber auch: Es wurde sachlich übertrieben. Bestes Beispiel
ist RWE mit den gestern vorgelegten Zahlen und der Reaktion des Marktes darauf. Ganz wichtig: Der VDAX baut seinen Stand in kleinen Schritten ab. Gestern unter 40 und knapp über 39. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, daß der Markt in Schritten nach oben marschiert. Der Rhythmus heißt: 3 Schritte vorwärts, 1 zurück. Bei diesem Rückwärtsschritt sind Sie Käufer.

In der heutigen AB zeige ich Ihnen die 5 Säulen für den deutschen Markt. Jeweils mit der Langzeitgrafik. Bitte lesen Sie diesen Text dazu sorgfältig durch. Nur wenn dieses Fundament stimmt, hat die deutsche Börse auch eine
sachliche Perspektive. Es geht jetzt also lediglich um die günstigsten Einkaufskurse.

Die Midcaps und Smallcaps werden mitlaufen, aber vorerst nur
unterdurchschnittlich. Über 90 % des Börsengeschehens spielt sich in den 100 DAX-Aktien ab (DAX und MDAX).

Nachrichtlich: Das Rückkaufprogramm von SAP stützt den Kurs zusätzlich, nachdem die Redimensionierung, auf die ich solange gewartet habe, beendet ist. Zwischen 80 und 100 E. waren meine Grundlage. Mit einem Börsenwert von rd. 34 Mrd E. kann ich leben. Der FAG-Vorstand verhält sich falsch. Er lehnt das INA-Angebot ab, bietet aber keine Alternative. Entweder er begründet einen deutlich höheren Kurs, den INA zahlen muß und handelt damit im Sinne der Aktionäre, oder er präsentiert eine Alternative mit einem weißen Ritter,
aber diese sofort. Warten Sie dennoch ab, ich setze auf Kurse um 14 E. als Richtlinie.

Das Schattenboxen bei MG Technologies geht weiter, aber eine neue Erkenntnis gibt es nicht. Lassen Sie sich gleichwohl nicht beirren. Am Ende gewinnen die Fakten und hier geht es um die Unterbewertung.

Ich wünsche Ihnen damit ein schönes Wochenende mit einer zuversichtlichen Perspektive und verbleibe bis Montag

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


Antworten
cap blaubär:

nur kaufen was auch steigt

 
01.10.01 10:41
Hans Bernecker: Solides kaufen, riskantes nicht
Mails/Nachrichten vom 01.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
es wird schon etwas länger dauern, bis wir wieder in der Normalität stehen. Ich bin zwar darin sehr zuversichtlich, aber Sie können es an dem Gesamtgeschäft schon ablesen: Bei wieder normaleren Umsätzen von z. B. 1,5 - 1,6 Mrd Stück in New York und damit weniger als nach der Wiedereröffnung,
aber deutlich mehr als im Schnitt vorher, sucht die Wall Street ihr Gleichgewicht. Das zeigt sich auch in den bekannten zwei Indikatoren, wie A/D und new highs zu new lows. Erstere sind eindeutig positiv, aber letztere
noch ebenso eindeutig negativ. Das ist wiederum vor allem auf die Technologieaktien zurückzuführen, die mir weiterhin sehr mißfallen. Diese Achillesferse bleibt das Problem der nächsten Wochen. Jede Gewinnwarnung, und sei sie noch so bescheiden, bringt markante Abschläge. Positiv dagegen: Wenn
Aktien wie Dupont 3,8 % zulegen, American Express 5,8 %, Walt Disney 6,1 % und sogar General Motors 4,2 % zeigt Ihnen dies, dass der Basistrend positivist. Ergebnis aus allem:

Solides darf gekauft werden, riskantes noch nicht. Für die Freunde der Technologieaktien sind die nächsten Wochen noch eine gewisse Warteperiode. Dennoch gilt auch hier: Die Differenz zu den möglichen Tiefstkursen bzw. fairen Werten liegt nur noch bei wenigen Dollars.

Kreativität ist gefragt: Motorola prüft die Zusammenlegung ihres Handygeschäftes mit dem von Siemens. Ich halte dies für einen richtigen Weg, und zwar für beide. Für Motorola ist dies ein Kauf bei 14 - 15 $, nach erstem Einstieg zwischen 10 und 12 $, vorübergehend 19/20 $. Erneut weise

ich auf die Telekom-Aktien hin. AT+T steht vor dem Verkauf des Cable-TV-Geschäftes. Gleichzeitig gibt es Gerüchte über eine Fusion mit Bell South, wenn auch noch nicht bestätigt. Schauen Sie sich vor diesem Hintergrund den Chart an. Auf die Sprint-Aktie wies ich in der letzten AB hin. Dieser Chart ist praktisch identisch mit dem von AT+T. Heilfroh bin
ich, daß General Electric wieder über 35 $ notiert. Sie wurde nur an zwei Tagen in der Hektik unterboten, aber inzwischen wieder geheilt. Dagegen hat IBM unverändert ein Risiko bis 80 $ und Microsoft bis 40 $, nach 48,50 $ im
Tief der letzten Woche. Sie wissen: Diese drei allein repräsentieren über 700 Mrd $ Börsenwert. Das hat Gewicht.

Damit habe ich keine Eile, jede Aktie zu kaufen, die vorher schon viel verloren hat. Aber: Sollten die Amerikaner in dieser Woche ihre militärischen Operationen beginnen, gibt es sicherlich noch eine Schrecksekunde und das dürfte wohl der Kauftag werden. Lesen Sie dazu die nächsten Ticker.

Nachrichtlich: Die neuen Konjunkturdaten bestätigen lediglich die alten, bleiben aber nach wie vor nicht sehr aussagefähig. Das Konsumentenvertrauen steht unter dem Eindruck des New York-Schocks, der Einkäuferindex widerspricht dem erneut. Ich hatte dazu in der AB schon die Kriterien angemerkt.

Frankfurt hat die Chance einer gewissen Abkoppelung von New York. Der VDAX signalisiert es mit inzwischen 36 und damit deutlich unter der Spitze von 50, so daß er langsam in die Richtung von 30 marschieren dürfte. Er zeigt damit an, daß die Spannung nachläßt und die Volatilität abnimmt. Im Grunde
sind vor diesem Hintergrund 28 Aktien im DAX ein Kauf. Nur zwei nehme ich noch aus, nämlich MLP und Infineon aus bekanntem Grund. Denn: Natürlich kann in der oben erwähnten Schrecksekunde jede Aktie noch einmal 5 % verlieren.
Daran ist nichts zu ändern. Fundamental ist die Situation weitgehend sauber und die eine oder andere Gewinnwarnung im wesentlichen 'eingepreist'. Zweifellos hilfreich wäre für Siemens die oben erwähnte Kooperation mit Motorola. Das müßte den Kurs wenigstens deutlich stützen. Da ich annehme,
daß bis zum Wochenende neue Zahlen dazu verliegen, wird diese Aktie eine besondere Beachtung wert. Dagegen ist die Gewinnwarnung von Pro Sieben längst bekannt gewesen. MG Technologies rückt heute mit einigen Zahlen die Verhältnisse wieder zurecht. Schon am Freitag + 12,5 % und natürlich bleibt es bei meiner Einschätzung wie überhaupt:

Im MDAX gibt es gut 10 - 12 Aktien, wo man wortwörtlich noch abstauben kann. Kein Mensch kann erklären, warum die Kurse abgesackt waren, aber es genügten schon Angstverkäufe über 10.000 Stück, um dies zu bewirken. In allen diesen Fällen sind Käufe richtig, und ich werde dies in der nächsten AB noch begründen.

Die Erholung der Märkte nach einem Schock wie nach dem New York-Attentat ist eine neue Dimension, wie ich schon in der AB schrieb. Sie stellt aber einige Dinge auch in Frage, die zum Standard der letzten Jahre zählten. Das ergibt eine völlig neue Perspektive in den Denkansätzen in der Bewertung von Aktien. Eine ganze Generation von Analysten mit weniger als 10 Jahren Erfahrung müssen sich auf die Schulbank setzen. Als ich im 'Wegweiser' für das Jahr 2001 die ersten Aktien dafür gesetzt hatte, mag Ihnen das noch
seltsam vorgekommen sein. Lesen Sie bitte nach. Der nächste Wegweiser ist gerade in Vorbereitung und ich habe die Themen dafür festgelegt. Wie immer erhalten Sie hierzu als Leser der AB einen verbilligten Subskriptionspreis. Nehmen Sie diesen wahr. Der nächsten AB lege ich ein Angebot bei.

Auf dem Terminkalender gibt es diese Woche nichts Wesentliches, bis auf weitere Details von Siemens/Motorola, was ich heute erwarte. Damit verbleibe ich bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Boris Berneckers 2ter Aufschlag

 
02.10.01 10:06
Hans Bernecker: Tennis-Match im 2. Satz
Mails/Nachrichten vom 02.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
das Spiel mit dem Tennisball geht weiter. Den ersten Auftipper erlebten Sie am Freitag der vorvergangenen Woche, der zweite läuft gerade. Dieses Spiel werden Sie noch einige Male erleben, bevor es einen wirklich brauchbaren Boden für die wichtigsten Märkte gibt. Nur eines ist mit einiger Sicherheit vorauszusagen: Neue Tiefstkurse gibt es nicht, von einigen Technologietiteln abgesehen. Bei diesen lief es gestern schon einigermaßen zufriedenstellend, aber längst nicht so, daß man unbedingt auf der Käuferseite sein muß. Ich werde nicht müde, auf dieses Thema permanent hinzuweisen.

Die Konjunkturdaten legen Sie bitte beiseite. Daß der Einkäuferindex der Amerikaner von 47,9 auf 47 nachgibt, war nach den Ereignissen wohl klar. 0,9 %-Punkte sind aber sehr wenig. Der ähnlich gestaltete deutsche Index, wie er neuerdings berechnet wird, zeigt ein ähnliches Bild. Die Forschungsgruppe NTC ermittelt ihn und er sank von 46,4 auf 45,1 Punkte, was schon deutlicher war. Dieser Index wird künftig ebenfalls zu beobachten sein. Insgesamt jedoch: Frühestens die Nov.-Zahlen werden wieder eine Normalität anzeigen.

Wall Street konkret: Die Markttechnik hat sich gestern leicht verschlechtert und die bekannten zwei Relationen sind beide im Minusfeld. Ein Trost ist lediglich, daß es keine massiven Rückschläge gab, die auf irgendwelchen
besonderen Gewinnwarnungen beruhten. Dabei nahmen die Börsenumsätze deutlich ab, so daß sie gestern erstmals wieder auf dem Normalniveau um 1,1 bis 1,2 Mrd Stück zurückfielen. Das bestärkt mich in meiner Annahme des eingangs erwähnten Verlaufes.

Eine Analyse von Goldman Sachs hat gestern wohl überrascht: Der Ölmarkt. Es durfte Sie zuvor überrascht haben, als ich im vorletzten Brief (Nr. 38) auf den Ölmarkt hingewiesen hatte, was bei sinkendem Ölpreis etwas seltsam erschien. Ich mißtraue dieser Entwicklung zutiefst. Kurzfristig kann der Ölpreis fallen, aber langfristig sehe ich diesen Markt ganz ähnlich wie Goldman Sachs. Ich rege daher an, die Ölaktien, wie bereits empfohlen, auf die Watch-List zu setzen, ohne gleich Hals über Kopf zu investieren.

Meine These für heute: Der Dow hat ein Risiko von vielleicht 100 - 120 Punkten, mehr nicht. Das gilt jeweils für die Schlußbasis. Deshalb verzichte ich heute auf jeden konkreten Hinweis.

In Frankfurt lief das Tennisspiel ähnlich. Die Marke 4500 im DAX wurde als Spitze nicht erreicht, es fehlten 183 Punkte. Immerhin: Von 3539 bis 4317 waren es auch 778 Punkte und fast 22 %. Das ist natürlich erst einmal zu verkraften. Aber: Schauen Sie sich in der nächsten AB den DAX auf Seite 2 etwas näher an, auf den ich im Moment ebenfalls schaue, wenn ich dies diktiere. Kurzfristige Schwankungen gehören dazu, auch minus 2,5 % an einem
Tag. Eben wie ein Tennisball. Dazu beachten Sie aber den VDAX als eine Art Fieberthermometer. Er ist ernst zu nehmen, wenn er gestern bis 37,4 anzog. Wir sind also aus der Gefahrenzone der Anfälligkeiten noch nicht heraus. Die
spannendste Frage für Sie heißt jetzt:

Welche der 30 DAX-Aktien haben jetzt ein echtes technisches
Erholungspotential bis zu dem Zeitpunkt 'vor New York', also bevor die echte Schwäche begann? Ich konkretisiere diese wirkliche Spekulationschance in der nächsten AB. Denn sie gilt für weniger als die Hälfte der DAX-Aktien, doch
sie erreicht im Schnitt fast 40 %. Das ist ungeheuer viel, wie ich finde. Bitte die nächste AB, Seite 3, abwarten. Ergänzend dazu: In diesen Titeln müßte meines Erachtens auch die ebenfalls interessanteste Trading-Chance stehen. Darauf kommt Herr Haack im 'Daily' zurück, worauf ich ebenfalls hinweise. Hierfür gibt es sowohl Calls als auch Optionsscheine.

Meine Vermutung in der letzten Actienbörse wird inzwischen bestätigt. Tatsächlich haben einige Lebensversicherungen massiv deutsche Aktien verkauft. Man mag es nicht glauben, aber der Chef der Abteilung LV des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat es gestern
bestätigt. Grund: 'Wir wollten unnötige Abschreibungen verhindern.' Urteilen Sie über diese engstirnige Praxis selbst.

Nachrichtlich: Siemens verhandelt mit Motorola über Joint-Venture bei Handys, aber einen Abschluß gibt es noch nicht. Der Buderus-Kurs nähert sich der Marke 28/30 E., und ich hatte schon früher Kurse knapp über 30 als Ziel bezeichnet. Dann würden sogar Gewinnmitnahmen zu erwägen sein. Die erneute Schwäche von Preussag und LH ist so zu sehen, wie schon kommentiert: Preussag sind ein Kauf bei 20/22 E. und LH knapp unter 10, nachdem gestern bei Swissair die Lichter ausgingen, 20 % aller europäischen
Nordatlantikflüge gestrichen werden und alle so tun, als ob demnächst niemand mehr fliegen möchte. Lassen Sie hier die Tassen im Schrank. Tiefstkurse sind Kaufkurse, wenn auch die Volatilität hoch ist.

Am erfreulichsten finde ich, daß die Umsätze bei Dt. Telekom deutlich nachlassen. Gestern nur 1,9 Mio Stück im Xetra-Handel nach 13,7 Mio Stück insgesamt am letzten Freitag. Damit läuft die massive Verkaufswelle wohl
aus. Relativ hoch ist dagegen der Umsatz noch immer bei Daimler, aber auch Siemens mit jeweils über 9 Mio Stück am Freitag und gestern 4,2 bzw. 3,4 Mio Stück im Xetra-Handel. In der letzten AB hatte ich Ihnen dazu schon geschrieben, daß der langfristige Daimler-Chart noch nicht ganz komplett
ist. Vergleichen Sie AB Nr. 39, Seite 3.

Die Meinung anderer: Schering wird heute von Consors empfohlen. Die Hypo-Vereinsbank gibt eine Kaufempfehlung für D.Logistics. Beide Ansichten unterstreiche ich. Skeptisch sehe ich dagegen die Abstufung von Lambda Physik durch die Helaba, was ich zu spät finde. Interessant ist die höhere Bewertung von Metro durch ABN Amro. So ganz kann ich das zwar nicht nachvollziehen, aber dennoch: Beachten! Im übrigen gilt jedoch: Niemand schaut auf Karstadt Quelle, und ich machte vor zwei Wochen darauf aufmerksam: Kaum eine Aktie, die sich bislang so gut hielt. Sie sehen also: Hinter der großen Aufregung um USA, Taliban und Konjunktur gibt es mehr zu beachten, als nur die Tagesnachrichten im TV. Bis morgen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

75Gründe fürnachoben

 
04.10.01 11:11
Hans Bernecker: Signal aus New York
Mails/Nachrichten vom 04.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
das gestrige Signal aus New York ist schon deutlicher. 1. Eine Antwort auf die Zinssenkung und 2. eine Antwort auf das wahrscheinlich erhöhte Konjunkturprogramm der Amerikaner im Umfang von ca. 75 Mrd $, wie gestern angekündigt, aber noch nicht verabschiedet. Das wäre der zweite Ansatz fürden Tennis-Ball nach dem kurzen Rückfall in den Vortagen. Jetzt geht es darum:

Schafft der Dow Jones es kürzerfristig, in die alte Bandbreite zwischen 9500 und 11 300 zurückzukehren, die bekanntlich für die ganze Zeit der Zinsverteuerungen oder des sog. Zinszyklus gültig war? Schluß gestern immerhin 9123. Da der Nasdaq deutlich mehr zulegte, ist das die beste Stütze für den Gesamtmarkt. Dahinter steht eigentlich eine sensationelle Zahl: Die Short-Interests liegen bei knapp 6 Mrd Stück. Das ist die höchste Short-Position, die es jemals gegeben hat, und alle diese Shorts müssen über

kurz oder lang eingedeckt werden. Das Volumen liegt um etwa 50 % höher als vor einem Jahr. Markttechnisch ist dies wie Hochdruck-Dampf in der Pipeline. Deshalb verbesserten sich die bekannten technischen Indikatoren gestern massiv. Lediglich die Relation new high/new low liegt im Nasdaq noch im Minus. Der Spitzenumsatz wurde gestern für Cisco mit 161 Mio Stück erreicht, was 2,2 Mrd $ ausmacht. Intel brachte es auf knapp 60 Mio Stück und Oracle auf 58 Mio Stück. EMC auf knapp 38 Mio Stück und am wichtigsten: General Electric bleibt oberhalb von 38 $, also der Gefahrenzone, die bei 34 $ beginnt. Es sieht auch nicht mehr danach aus, daß Microsoft auf 40 $ zurückfällt, wie ich befürchtet habe. Im Tief waren es nur 48 $, aber inzwischen bereits wieder knapp 57 $. Sie wissen, daß diese
Marktschwergewichte für die Tendenz verantwortlich sind. Was tun?

Die Stärke der Technologie-Aktien ist beeindruckend. Sie steht aber auch im Zusammenhang mit den zitierten Short-Positionen. Damit bin ich wieder beim Wort 'Erholungspotential'. Das ist jetzt beträchtlich und hat mit fundamentalen Gründen nichts zu tun. Wer eindecken muß, muß kaufen, egal wie. Macht die militärische Situation jetzt keinen eindeutigen Strich durch die Rechnung, ist das Erreichen der o. g. Range sehr wahrscheinlich.

Die Deutschen werden heute nachziehen. Die Kurse vom Dienstag sind nicht aussagefähig. Ich hatte aber schon avisiert und wiederhole es: Ich nenne Ihnen in der nächsten AB für die großen Werte die wichtigsten Erholungspotentiale. Auch das hat mit fundamentalen Gründen wenig gemein. Mindestens 8 oder 10 Aktien im DAX werden die Kurse wieder erreichen, die Anfang September galten, also etwa 10 Tage vor dem New York-Attentat. Das ist wichtig zu beachten. Rechnen Sie selbst aus, wie sich dieses Potential
in Prozent darstellt.

Der VDAX dürfte heute nachgeben. Ich würde mit 32 kalkulieren. Und das bedeutet, daß der gesamte Markt deutlich zulegen muß. Nachrichtlich stützt: Der Bayer-Deal in der Agrartechnik ist gelaufen. Die Zwischenfinanzierung
über Kredit gefällt mir zwar weniger, wird aber im nächsten Jahr über eine Kapitalerhöhung ganz oder teilweise abgelöst. Schering ist der Hauptgewinner. Netto fließen 1,5 Mrd E. in die Kasse und das bedeutet, daß Schering einen außerordentlichen Gewinn von 1 Mrd E. macht, weil der Buchwert bei 0,5 Mrd E. lag. Das sind rd. 9 % der gesamten
Marktkapitalisierung von Schering. Ich hatte die Begründung dafür schon in der AB skizziert. In der nächsten ergänze ich sie. Die Auto-Propheten haben sich wieder einmal geirrt. Obwohl alle Welt mit einem Einbruch des amerikanischen Automarktes rechnet, liegen die Verkaufszahlen erneut deutlich darüber. Das war im II. Quartal ebenfalls so. Mithin sind alle 4 Auto-Aktien für ein Trading immer gut.

Die Pleite-Welle bei den Airlines weitet sich aus. Nach Swissair ist nun die Sabena dran. Gerät LH noch einmal unter Druck, ist dies für mich eine Kaufgelegenheit. Die Konzentrationswelle oder auch echte Sanierungswelle in
diesem Markt ist längst überfällig. Achten Sie in diesem Zusammenhang auch auf die Amerikaner, aber hier nur auf jene, die entweder pleite gehen oder übernommen werden. Nicht dagegen auf die, die Käufer werden. Das wird ein
Thema der nächsten Wochen.

Ich habe den Eindruck, daß wir ein gutes Wochenende erleben und verbleibe bis morgen

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Deckung

 
05.10.01 10:56
Hans Bernecker: Eindeckungen
Mails/Nachrichten vom 05.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
gestern erlebten Sie zum zweiten Mal eine Börse, die wesentlich von der Eindeckung der Leer-Verkäufe lebte. Es genügten Entwarnungen von Cisco und Dell, um den Markt zu entspannen, und sodann mußten die ersten Leerverkäufe eingedeckt werden. Bei der gigantischen Zahl von 6 Mrd Stück führt dies natürlich zu unkontrollierten Bewegungen. Das werden Sie noch häufig erleben. Bis zu 30 % 'knallten' einige Kurse nach oben, z. B. Nextel Comm., aber auch Juniper mit 19 %. Das Ganze geht nach dem Muster wie beschrieben: 3 Schritte vorwärts, einen zurück. Die Tiefstkurse vom 21.09. wird es also nicht mehr geben. Es sieht auch so aus, daß es gravierende Gewinnwarnungen
auch nicht mehr gibt. Ergänzend zur heutigen AB:

Das Wort Erholungspotential rücke ich in den Vordergrund. Wie das funktioniert, habe ich in den letzten 4 Briefen beschrieben. Eine ganze Generation von Analysten, die in den letzten 10 Jahren am Markt tätig waren, müssen dies noch lernen. Das ist nicht süffisant gemeint, sondern:

Nach einem Crash sieht die Markttechnik völlig anders aus. Je größer der Crash, um so spektakulärer sind die anschließenden Bewegungen. Mit fundamentalen Begründungen kommen Sie deshalb im Moment nicht sehr weit. Jetzt geht es ausschließlich darum: Um wieviel sind die Kurse gefallen und
mit welchem Hintergrund? Wo liegt der faire Preis, der vielfach unterboten wurde? Dieser wird in der ersten Erholungsphase weitgehend erreicht.

Eine Kaufempfehlung gebe ich in keinem amerikanischen Titel. Denn mehr oder minder werden alle relevanten Titel zulegen. Ich schrieb es gestern: Ein Titel, der von 70 $ auf 7 $ gefallen ist, kann locker 7 $ zulegen und das
sind 100 %. Dieses Schauspiel erleben Sie jetzt.

Frankfurt gewann bis gestern ziemlich genau 1000 Punkte im DAX. Gemessen an dem von mir damals empfohlenen Future auf den DAX wurden 50 000 DM Gewinn aus einem Einsatz von 25 000 DM, für den, der 2 Wochen durchhielt. Auch nicht schlecht. Lesen Sie die heutige AB.

Auch hier geht es nur um das Erholungspotenial. Konkret: Wie weit kann eine Aktie wie Bayer oder Allianz oder Daimler etc. steigen, nachdem sie am 21.09. ins Loch gefallen war? Die Zielkurse nenne ich Ihnen heute in der AB.
Die Differenz bis dahin rechnen Sie bitte vom Kurs heute morgen selbst aus. Das ist das aktuelle Erholungspotential. Anschließend sehen wir weiter.

Auch hier spielen Leerverkäufe eine Rolle, aber keine so große, wie in den Technik-Aktien der Amerikaner. Gespannt schaue ich dennoch auf Aktien wie Telekom, bei der dieser Sachverhalt bekanntlich auch eine Rolle gespielt hat. In der heutigen AB habe ich die 4 Technik-Aktien nicht erwähnt, also Epcos, Infineon und Siemens sowie SAP. Das war mir schlicht zu unsicher. Im Prinzip gilt aber auch hier das gleiche wie für die amerikanischen Titel.

Wie sieht die Zeitachse aus? Ich rechne vorsichtshalber bis Ende Nov. oder Jahresende. Denn auch hier wird es so gehen, wie oben beschrieben: 3 Schritte vorwärts, einen zurück. Anders läßt sich die Situation nicht beschreiben. Jedenfalls: Wer dieses Erholungspotential nutzen möchte,
handelt.

Meine Empfehlung insgesamt: Ihre gesamte Liquidität setzen Sie noch nicht ein. Eine Reserve muß sein, weil mögliche militärische Schritte auch Schrecksekunden oder Schreckstunden bewirken können. Auch solche wie der Flugzeugabsturz im Schwarzen Meer, wenn sich herausstellen sollte, daß dahinter ebenfalls ein Attentat steht. Immerhin kam die Maschine aus Tel Aviv und hatte von 65 Passagieren 61 Israelis an Bord! Solche Fälle bestimmen die Psychologie des Marktes.

Eingangs hatte ich erwähnt, daß viele Analysten mit der gegenwärtigen Lage Probleme haben. In der Tat gibt es grundsätzliches zu berücksichtigen: Ganze Reihen von Begriffen werden neu definiert. Der Wegweiser 2002 hat darin ein Schwergewicht. Ich gehe nicht fehl in der Annahme, daß ich damit Themen berühre, die bisher noch niemand aufgegriffen hat. Der heutigen AB liegt deshalb ein Angebot zur Subskription bei. Ich würde mich freuen, wenn Sie dies beachten.

Ich wünsche Ihnen damit ein schönes Wochenende und verbleibe bis Montag

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Steptanz

 
08.10.01 10:15
Hans Bernecker: Erholung Step by Step
Mails/Nachrichten vom 08.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die Amerikaner haben mit ihren militärischen Aktionen begonnen, damit wird aus der Erwartung bzw. Befürchtung die bekannte Realität. Wenn heute morgen die Indikation für den DAX um 8.15 Uhr mit minus 100 Punkten begann, so ist das eher gefühlsbetont und wenig realistisch. Entscheidend wird die Einschätzung der Amerikaner ab heute nachmittag sein. Grundsätzlich gilt, wie schon angemerkt:

Die angemessenen militärischen Schritte entlasten die Szene mehr als sie diese belasten. Dennoch wird es so manche Überraschung geben, insbesondere aus dem Bereich des Terrorismus. Daraus folgt eigentlich ganz zwingend: Die Erholung der Märkte wird keine Einbahnstraße und kein Hochgeschwindigkeitszug, sondern eine sehr vorsichtige Step by step-Tendenz, worauf ich immer wieder hinweisen möchte.

Die zwei Wirtschaftszahlen sind keine Überraschung. Der amerikanische Arbeitsmarkt wird 5 % Arbeitslosenrate (inkl. der Entlassungen nach New York) gut verkraften. Wichtiger ist das neue Konjunkturprogramm im Volumen von insgesamt 75 Mrd $, dem allseits zugestimmt wird. Die Gewinnwarnungen von AMD und Sun Microsystems einerseits sowie Cisco mit positivem Ausblick andererseits sind insgesamt typische Zeichen der Konsolidierung im Technologiesektor. Lesen Sie dazu aber unbedingt die nächste AB.

Die letzte Börsenwoche schloß insgesamt positiv. Die bekannten technischen Indikatoren haben sich ebenfalls Schritt für Schritt verbessert und liegen leicht im Positiven für die vergangenen fünf Börsentage. Andererseits kann man nicht übersehen: Im Dow Jones stellt sich das aktuelle KGV auf 33,13 und im S&P 500 auf 29,12. Das sind gegenüber dem Vorjahr 3,5 Punkte mehr bzw. 2,0 Punkte. Immerhin bedeutet dies: Die Gewinne sind rückläufig, die Kurse abgestürzt, und dennoch hat sich das KGV erhöht. Man kann also nicht sagen, daß der Markt sehr billig sei.

Die Rüstungsspekulation hatte ich sehr früh begonnen und führe sie fort. Teilweise neue Topkurse am Freitag (Lockheed). Ich lege Ihnen nahe, sich mit diesem Thema nochmals zu beschäftigen. Betrachtet man die über 123 in New York statistisch erfaßten Branchen/Teilsegmente, so gibt es weniger als 10 %, die eine eindeutige Tendenzwende nach oben anzeigen. Das ist verdammt wenig. Allerdings zeigen 50 % eine Art Null-Strich-Position an, sind also auf dem Sprung in eine mögliche Wende nach oben, die aber noch nicht bestätigt ist. Das hat zur Folge, daß es keine Branche gibt, die einen eindeutigen Trend zeigt.

In Frankfurt wird heute das Thema Afghanistan natürlich im Mittelpunkt stehen. Wie immer ist die Angst an der deutschen Börse am größten. Dennoch hat die letzte Woche auch hier besser geschlossen als zu vermuten war. Sie erkennen jedoch am VDAX, wie schwierig das Ganze verläuft: Er baut nur sehr vorsichtig und in kleinen Schritten seine "Krisenszene" ab und das signalisiert Ihnen, daß es noch viele Wochen braucht, bis wir zur Normalität zurückkehren. Bitte als Erinnerung:

Es geht zur Zeit nur um das Erholungspotential. Dazu habe ich Ihnen in der letzten AB die einzigen Möglichkeiten aufgezeigt. Das wiederhole ich. Mehr ist im Moment nicht drin. Es gibt keine einzige Aktie im DAX, für die man jetzt eine eindeutige 12- oder 18-Monateprognose geben kann, die rechnerisch begründet ist. Mit dem grundsätzlichen Wert der Unternehmen hat dies wenig zu tun.

Im gesamten MDAX stören mich die sehr niedrigen Umsätze. Teilweise weniger als 10.000 Stück pro Tag. Mithin sind die Kurse eher Zufall als Realität. So manche Kursbewegung hat also keine wirklichen seriösen Hintergründe. Teilweise gibt es Börsenumsätze von weniger als 100.000 E. bei Werten, die eine Börsenkapitalisierung von 300 Mio E. und mehr aufweisen. Das ist grotesk. Andererseits zeigt die Situation auch, wie schwer sich Analysten mit der neuen Situation abfinden können. Die Dresdner Bank hat die Prognose für den Gewinn pro Aktie für RWE um 8 % nach unten korrigiert. Grund: Die Risiken, die mit den geplanten Akquisitionen verbunden sind. Hier war der Analyst offenbar mit konzernstrategischen Überlegungen bei RWE überfordert. Ich möchte mal wissen, wie dies berechnet werden soll, wenn die jüngste Akquisition erst in ca. 1 ½ Jahren rechtlich wirksam wird und dann im Konzernabschluß eingeht, während umgekehrt RWE schon vorab wesentliche Devestitionen inkl. erheblicher Buchgewinne realisiert, aber der Vorstand selbst noch nicht einmal weiß, zu welchem Datum dies erfolgt. Auch damit müssen Sie demnächst leben. Immerhin: Eine solche Meinung drückte den
RWE-Kurs am Freitag um 2,6 %.

In toto: Mit den erwähnten militärischen Schritten gehen die Märkte einen weiteren Schritt in die Normalisierung. Damit bin ich zufrieden. Aktuelle Käufe am heutigen Tag stelle ich jedoch aus eben diesem Grunde noch zurück.

Das wär's für heute mit dem Wunsch für eine gute Woche.

Herzlichst Ihr
Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

kanonenschlagentspannungsrüstungsaktie

 
09.10.01 10:37
Hans Bernecker: Entspannte Märkte bei donnernden Kanonen
Mails/Nachrichten vom 09.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
die verhaltene Reaktion der Amerikaner ist ein Vorbild für alle anderen. Natürlich klingt es zynisch, wenn ich das Gleiche wiederhole wie vor zwei Wochen: Wenn die Kanonen donnern, entspannen sich die Märkte. Es ist auch unschwer vorauszusagen, was demnächst folgt: Natürlich neue Anschläge, Terrorakte im Kleinen wie im Großen, was nicht zu ändern ist. Das gehört zu dieser merkwürdigen Art des neuen Krieges. Darauf folgen schwache oder sehr schwache Tage, und das sind die nächsten Kauftage. Ob eine Aktie im Moment 30 E. oder $ wert ist oder nur 25 oder aber 36 E. bzw. $ ist weniger wichtig als die angemessene Bewertung als Durchschnitt zum einen und die Reaktion der Marktteilnehmer aus obigem Grund zum anderen. Ich rufe ferner in Erinnerung, was in den letzten drei Wochen geschah: Zufallskurse! Deshalb ist die Markttechnik jetzt wichtiger als die Berechnung des Gewinns je Aktie auf zwei Zahlen genau hinter dem Komma.

Die Wall Street konkret: Leicht verschlechterte Relationen am gestrigen Tag, aber nicht so gravierend, wie von einer Reihe von Analysten erwartet. Darin liegen diese Damen und Herren deshalb erneut schief, weil sie mit einer Jahrhundertbaisse nicht umgehen können.

Die Technologieaktien der bekannten Klasse bestätigen diesen Eindruck von gestern. Es wird eifrig gerechnet, aber auch zunehmend gehandelt. Das durchschnittliche Umsatzvolumen liegt noch immer auf hohem Niveau, aber bei kleinsten Kursvarianten. Bei Cisco waren es gestern nur 9 Cents, bei Sun Microsystems 26 Cents, bei Intel 7 Cents und bei Microsoft 72 Cents. Also minimale Kursausschläge am ganzen Tag bzw. gegenüber dem Vortag. Am Big Board war es übrigens ganz ähnlich. Beides belegt: Mit dieser Markttechnik kann ich mittelfristig gut leben.

Meine Rüstungsspekulation gewinnt vom Thema her inzwischen die Schlagzeilen. Ich hoffe, daß Sie dabei sind. Das ist keine Riesensache, aber nach immerhin plus 40 - 50 % Kursgewinn gegenüber meinem Start sind weitere 20 - 25 % durchaus möglich. Dazu gibt es auch einige weniger bekannte Kombinationen, die ich in der nächsten AB beschreibe. Ich bitte um Beachtung. Ansonsten schauen Sie zu.

Frankfurt zittert wie stets etwas mehr. Der VDAX sprang sofort auf 37 und sogar 39 im Tageshoch, was ich nicht so lustig finde. Er zeigt Ihnen als Fieberbarometer der Gefühle, wie unsicher die Akteure operieren. Dazu gilt: Mit Angst macht man keine Geschäfte, siehe oben. Allerdings beobachte ich mit Sorge die Entwicklung der Kurse für die Banken und andere Finanztitel. Gott sei Dank habe ich mich schon im Juli/August weitgehend zurückgezogen. Ich muß das Thema in der nächsten AB noch einmal aufgreifen. Ich hatte alle Titel dieser Art bis auf HypoVereinsbank aus meinen Empfehlungen herausgehalten. Nun geraten aber die Münchener in den Fokus der Prüfungen der Kirch-Finanzen. Diesbezüglich habe ich Bauchweh. Weitere Details ebenfalls in der AB. Insgesamt aber: Bitte halten Sie sich an das, was ich in der letzten AB schrieb. Immer unter dem Wort, das ich noch häufig verwenden werde: Es geht jetzt nur um das Erholungspotential. Dafür sind die Aktien, die liquide sind, natürlich die bessere Alternative. Über die Spezialitäten berichte ich später. Den Anfang mache ich aber immerhin schon in der nächsten AB.

Schauen Sie mit einem Seitenblick auf das Gold. Ich hatte das Thema kürzlich in der AB berührt. Es gibt keinen unmittelbaren Anlaß, wie ich zugebe. Dafür sieht aber die Markttechnik der relevanten Titel ungewöhnlich gut aus und sogar besser als alle anderen Branchen, die ich kenne. Das muß man einfach beachten. Was sagt hier der Markt? Verfolgen Sie also diese Titel täglich.

Kürzlich wies ich an dieser Stelle auf die neue Computer-Beratung via Stockguard hin. Herzlichen Dank für die große Resonanz. Ich rege sie dennoch noch einmal an und werde dies wiederholt tun. Schon die Art und Weise, wie man das Erholungspotential aussucht und "ausbeutet", zeigt Ihnen, daß Strategie und Taktik demnächst anders aussehen als seit 1996. Begonnen wird damit jetzt und nicht später. Deshalb sollten Sie sich Stockguard anschauen und mit den zuständigen Damen und Herren darüber diskutieren. Es ist eine zusätzliche Unterstützung für Sie, jederzeit handlungsfähig zu sein, gleichgültig, wo Sie sich befinden. Das ist der Punkt! Also bitte Telefon 0211 / 828988-0 oder info@stockguard.de

Das wär's für heute mit dem Wunsch für einen erfolgreichen Börsentag.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

keine neuen Stöße

 
10.10.01 10:14
Hans Bernecker: Ohne Neuigkeiten keine neuen Anstöße
Mails/Nachrichten vom 10.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
wenn es keine Neuigkeiten gibt, verfügt die Börse auch über keine neuen Anstöße. Das war gestern in New York recht deutlich zu spüren. Die einzige Nachricht, die die Gemüter bewegte, war die mögliche Gewinnwarnung von Motorola. Ein Berliner würde sagen: "Olle Kamellen". Darin steckt nunmehr wirklich nichts Neues. Gleichwohl: Bis nicht sämtliche Zahlen der bekannten Unternehmen für 9 Monate vorliegen, traut sich niemand, etwas Entscheidendes zu tun. Das gilt auch für Sie.

Kleine Anmerkung am Rande: Zum Jahresende wird der Nasdaq 100 umgebaut. Interessant ist, daß (vorbehaltlich der Bestätigung) Titel wie Broadvision und sogar CMGI Aufnahmen finden und ferner über 9 Bio-/Gen-Titel als Kandidaten gelten. Ich werde darüber in der AB noch berichten, aber lesen Sie dazu auch, was ich in der nächsten AB dazu schreibe.

In Deutschland gibt es ebenfalls nicht viel Neues. Bis auf eines: Die Investorengruppe, die als weißer Ritter bei FAG Kugelfischer gegolten hat, zog sich gestern zurück. Ich meine aber, daß Sie noch nicht Kasse machen sollten. Die Logik spricht dafür, daß INA noch einen "Schnaps" drauflegen muß. Negativ: Der Entscheid des Verwaltungsgerichtes Münster in Sachen "letzte Meile" beeinträchtigt die Marktposition von Deutsche Telekom im Ortsnetz. Gravierend ist das nicht, da dies nicht unentgeltlich erfolgen darf, also Wettbewerber eine Gebühr zahlen müssen. Auf die Erträge schlägt das insgesamt nur gering durch. Positiv dagegen: Die Deutsche Post bestätigt ihre bisherige Gewinnerwartung. Das läuft auf die Zahlen hinaus, die ich anläßlich meiner Empfehlung vor einigen Wochen schon gegeben hatte. Käufe eilen gleichwohl nicht.

Bitte übersehen Sie nicht: Wenn sich im DAX und MDAX nicht viel tut, ist der intelligente und etwas weiter denkende Investor dennoch gefragt. Die zum Teil extrem niedrigen Kurse einiger Spezialitäten mit hervorragendem Hintergrund sind für diejenigen ein Investment wert, die bis 2003 oder 2004 denken und damit eine 100 %-Chance nutzen wollen.

Für beide Märkte gilt: Gibt es den einen oder anderen kleinen Crash-Tag, der von einer Nachricht in Nahost entsteht, so ist das die nächste Kaufgelegenheit. Denn Sie haben es inzwischen schon gelernt: Bleiben Sie gelassen, suchen Sie die Chance, wie nervöse Märkte sie produzieren, aber lassen Sie sich nicht von Stimmungen hinreißen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Served by sonne02.bern-stein.de on 10.10.2001 10:10:13 for 194.8.218.132
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cap blaubär:

afterc(r)ashparty

 
11.10.01 10:27
Hans Bernecker: Die After Crash Rally rollt!
Mails/Nachrichten vom 11.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
gestern war ich etwas zu vorsichtig, weil ich den Ticker auf dem Flughafen diktiert habe, ohne die Charts in der Hand zu haben. Das war ein schönes Beispiel dafür, wie man ohne die Beachtung der wichtigsten technischen Indikatoren im Moment nicht weiterkommt. Heute morgen habe ich diese Charts nachgesehen, und ich hätte es genau so eingeschätzt, wie es gestern gelaufen ist: Verhaltener Anfang in Europa, ebenfalls verhaltener Anfang in New York, aber deutlich zunehmende Dynamik im Tagesverlauf. Daraus wurden im DAX + 3 %, im Dow Jones + 2,1 % und im Nasdaq 3,6 bzw. 4,9 %. Es geht also in Schüben weiter, wofür ich schon einmal das Wort Tennisball-Effekt benutzt habe, was aber gelegentlich auch mißverstanden worden ist. Ich bleibe also zunächst bei dem Begriff "Schüben", und vor 8 Tagen wählte ich noch ein anderes Wort: "After crash-Rally". Genau das ist es.

Die Rückkehr zur Normalität habe ich vielfach beschrieben. Da aber jeden Tag und ohne ersichtlichen Grund weitere Eindeckungen von Leerpositionen nötig sind, die man nicht voraussehen kann, umgekehrt aber auch Long-Positionen aufgebaut werden, werden Sie in den nächsten Wochen erleben, daß die eine oder andere Aktie plötzlich um 2 oder 3 % oder gar 10 % (Nasdaq) zulegt, ohne daß es einen wirklich neuen Aspekt gibt. Es reicht zudem schon, daß es keine Negativ-Nachrichten gibt. Ergo bleibt es dabei:

An starken Tagen kaufe ich ungern, aber an schwachen sofort. Das gilt insbesondere für die Technik-Titel, wo bekanntlich ein Dollar auch schon einmal 10 % ausmachen können. Im Hintergrund steht nach wie vor die Frage der sog. fairen Werte. In der morgigen AB zeige ich Ihnen dies am Beispiel von Sun Microsystems. Typisch: Ich hatte die ersten Kaufüberlegungen bei 14 $ diskutiert. Daraufhin hat das Management vor 14 Tagen die Prognosen erneut nach unten reduziert. Der Kurs fiel daraufhin auf ein Tief von 7,91, inzwischen über 9 $. Der faire Wert liegt irgendwo zwischen 5,50 und 7,50 $, aber er muß nicht auf den letzten Punkt erreicht werden. Es bedarf also immer noch der "Adjustierung" der Kurse an den Stand, den das Management für die firmeneigenen Zahlen vorgibt. Das wird sich in den nächsten Wochen mit den 9-Monats-Zahlen noch häufig so abspielen. Indes:

Die After crash-Rally rollt. Ich verweise deshalb auf alle meine letzten Empfehlungen, die mehr oder minder im gleichen Trend liegen. Nämlich einen Erholungstrend, aber noch keinen fundamentalen neuen Trend. Darüber wird im Frühjahr zu diskutieren sein.

In Frankfurt läuft es nach gleichem Muster. Bei + 3 % im DAX, aber nur mageren + 0,3 % im MDAX gab der VDAX um 6 % nach. Er ist das berüchtigte Fieberthermometer, und dies zeigt an, daß das Fieber fällt. Schauen Sie gleichwohl jeden Abend ins Fernsehen und lassen sich den militärischen Stand von Afghanistan erläutern. Mich interessiert dies nicht, wenn es um Börse geht. Medienberichte spektakulärer Art gibt es demnächst noch jede Menge. Das war im Falle Vietnam nicht anders. Hier gilt ebenfalls, was ich im letzten Brief beschrieben habe, den Sie bitte noch einmal zur Hand nehmen.

Mit einem Wort: Nutzen Sie das Erholungspotential, und zwar konsequent. Interessieren Sie sich nicht dafür, welcher Analyst die eine oder andere Aktie abstuft oder hochstuft. Die jüngsten Beispiele sind RWE oder Daimler vor 3 Tagen, und was daraus wird, sahen Sie schon gestern. Ich halte das für stilistische Stil-Übungen oder fast eine Art Arbeitsbeschaffungstätigkeit in den Analyse-Büros der Banken. Doch kreativ oder gar weitsichtig ist dies gewiß nicht. Ergo: Nehmen Sie die AB 40 zur Hand, vergleichen Sie die heutigen Aktienkurse der relevanten Werte mit den Zielkursen, die ich genannt habe und Sie wissen damit, was Sie zu tun haben.

Für Trader: Ich habe es oben schon erwähnt und Sie können es heute nachvollziehen. In dieser beschriebenen Erholungsphase möchte ich nochmals auf den Daily-Brief hinweisen. Wenn überhaupt, dann jetzt! Bitte anrufen unter 0211 - 864 17 - 0 oder Fax 0211 - 322 77 20 oder aber info@bern-stein.de.

Das wär's für heute mit der Bitte: An die Arbeit. Es ist eine Menge zu tun, um die Verluste von gestern morgen wieder auszugleichen. Ich rechne damit, daß wir bis Weihnachten einen guten Teil davon erledigen können.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


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Karlchen_I:

@Cap: Der Bernecker übertreibt es aber nun...

 
11.10.01 10:50
langsam mit seiner Altersweisheit. Drei Schritte vor und einer zurück? Soltte sich mal ansehen, was bei der Asienkrise Ende 1998 passierte. Beim Nasdag war es damals:
ein Schritt vor nach dem Crash und dann zwei Schritee zurück.

Ohne Cash gehts nicht(Opa Bernecker Ratschläge) 436497chart.yahoo.com/c/5y/_/_ixic.gif" style="max-width:560px" >
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cap blaubär:

Hoffnung?????

 
12.10.01 10:17
Hans Bernecker: Strategie oder Taktik?
Mails/Nachrichten vom 12.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
war das alles nötig, so werden Sie heute fragen. Der DAX ist wieder da, wo er vor dem Anschlag war, und ganz knapp gilt dies auch für den Dow Jones. Die Schlagzeilen klingen wieder anders, immerhin noch spannend, aber weniger dramatisch. Natürlich ist damit das ganze Thema nicht erledigt, aber ich rufe das in Erinnerung zurück, was ich Ihnen in den Tagen danach auf dieser Seite geschrieben habe. Sie behalten bitte im Gedächtnis: Den einen oder anderen schwarzen Tag werden wir auch noch erleben. Also war es nötig?

Ja, absolut, denn es war der gewünschte und ideale Schlußpunkt einer Baisse, die am 10. März 2000 begann und am 21.09.2001 beendet wurde. Weiter gedacht: Hätte es den Tag von New York nicht gegeben und seine Folgetage, wäre die Bodenbildung sehr viel mühsamer verlaufen, und es ist keineswegs Theorie zu unterstellen, daß wir dann weitere 2 oder 3 Monate eine indifferente Börse gehabt hätten, in der sich alle Kommentatoren und Berater sehr schwer getan hätten, ich eingeschlossen. Andererseits: Nach 60 % DAX-Rückgang in dieser genannten Zeit steckt eine Menge mehr Power in den Märkten als Sie ahnen. Deshalb bleibe ich beim Wort, welches ich als Überschrift gewählt hatte: After-Crash-Rally oder Erholungspotential. Ich hoffe jedenfalls, daß Sie mir darin wenigstens ein Stück gefolgt sind. Denn:

Die heutige Markttechnik an der Wall Street zeigt auf der Daily-Basis sogar einen Sprung über 9500 für den Dow und auf der Weekly-Basis sogar eine bis 10 000. Ob das erreicht wird, wird sich in den nächsten 8 Tagen entscheiden. Wir sind dann wieder in der alten Range, die Sie kennen und aus der wir durch das Attentat herausgefallen waren. Das bedeutet:

Jetzt geht es um Technik und um die Frage, wohin die auf 2 Bill $ (!) angeschwollene Fonds-Liquidität marschiert? Andererseits auch, was die Shorter nun tun werden. Das sind zwei Kräfte, die niemand genau kalkulieren kann. Mit Gewinn je Aktie, Gewinnwarnungen etc. hat das nichts zu tun. In dieser Phase zählt auch nicht die Frage um den fairen Wert eines Titels, die ich Ihnen zum Beispiel in der heutigen AB für Sun Microsystems darstelle. Dieser Sachverhalt bleibt gültig, wird aber jetzt von der Technik zeitweilig überspielt. Damit Sie klar sehen:

Diese Aktie war auf 7,50 $ abgestürzt, inzwischen schon 9,60 $ und sie kann jederzeit bis 15/16 $ steigen. Das sind die mehrfach beschriebenen 100 % von unten, aber ebenso klar ist: Dann ist diese Aktie bereits wieder teuer. Es geht also zunächst immer nur um das Erholungspotential. Über den Rest reden wir später. Ich erwähne dies deshalb immer wieder, um Ihnen die Besonderheit der Situation zu erklären. Eine Kaufempfehlung gebe ich deshalb heute nicht. Schauen Sie sich die Kriterien an, die ich in den letzten 4 Wochen in der AB ausführlich erläutert habe, auf die Sie vermutlich auch gar nicht richtig geachtet haben, weil Ihnen die Psychologie oder Angst näher saß als der Rock.

Die deutsche Szene sieht exakt genauso aus. Auf der Daily-Basis hat der DAX noch den genannten Spielraum, der allerdings kleiner ist als auf der Weekly-Basis. Allerdings reicht er noch bis etwa 5500/5700 für die nächsten Wochen. Da die Daily-Basis aber nahe an der Spitze ist, passiert das nicht in den nächsten 8 Börsentagen. Dafür hatte ich Ihnen im Brief Nr. 40 die Zielkurse genannt. Dabei bleibt es. Davon sind übrigens fast die Hälfte schon wieder "im Sack". Da jedoch der VDAX sehr vorsichtig zurückkommt und gestern bei 32 landete, besteht insgesamt der auf der Weekly-Basis dargestellte Spielraum nach oben. Ich nehme an, daß 70 % aller DAX- und MDAX-Werte davon betroffen sein werden.

Für das Wochenende gebe ich Ihnen eine Preisfrage auf: Kriege gewinnt man mit richtiger Strategie, Schlachten mit richtiger Taktik. Den Unterschied zwischen beiden lesen Sie bei Clausewitz. Strategie betrifft also Ihr Portfolio auf die Sicht 2003/2004. Die Taktik Ihrer aktuellen Schritte für die eine oder andere Disposition. Wie dies in modernster Form realisiert wird, zeigt Ihnen Stockguard, worauf ich schon hingewiesen habe. Entscheiden Sie sich zu dieser Prüfung jetzt und nicht in 8 Wochen, wenn der DAX weit über 6000 steht. Die Weichen werden jetzt gestellt und dies bitte zügig. Nehmen Sie dazu mit meinem Büro Kontakt auf.

Gehen Sie bitte in das kommende Wochenende nicht mit euphorischen Gedanken, aber mit durchaus realistischer Hoffnung.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 
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cap blaubär:

inderruheliegtdieKraft

 
15.10.01 10:39
Hans Bernecker: Schwierige Woche steht bevor
Mails/Nachrichten vom 15.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
eine schwierige Woche steht bevor. Markttechnisch ist die Korrektur vom Freitag noch nicht beendet. Die Märkte haben aus dieser Sicht Luft nach unten. Das ist nicht ausgeprägt, aber doch deutlich zu beachten bzw. unverkennbar. Fundamental:

Über 30 Gewinnberichte großer Unternehmen stehen in dieser Woche allein in New York bevor. Unter anderem Intel, General Motors, Texas Instruments, Microsoft, Boeing, Ford, Gillette, Coca-Cola, IBM etc. Es läßt sich leicht denken, daß dies für einige Überraschungen in beide Richtungen sorgen wird. Allerdings bin ich nicht der Meinung, daß dies lediglich im negativen Sinne zu sehen ist. Denn wie positive Aussichten wirken, zeigte die vergleichsweise kleine Juniper Networks am letzten Freitag mit einem Riesensprung um rd. 26 %, als nach den vielen Gewinnwarnungen auch einmal ein Pluszeichen vorausgesagt wurde.

Umrahmt wird das Ganze durch die Konsumentenpreise für September und den Konjunkturindex der FED/Philadelphia für das produzierende Gewerbe.

Auf der europäischen Seite werden SAP, Philips und Nokia die Akzente setzen. Letztere erst am Freitag. Heute, am Montag, tagt der Aufsichtsrat der Commerzbank, worüber es schon eine Menge Meinungen in der heutigen FAZ gibt. Lesenswert!

Wall Street konkret: Die Rückkehr in die alte Range oberhalb von 9.400 ist im ersten Anlauf nicht geglückt. Die eingangs erwähnten Fakten/Zahlen müssen es also bringen. Das wird mühsam. Sollte es nicht gelingen, verzögert sich die gesamte Markterholung um einige Zeit. Ich schaue darauf mit einem

gewissen Unbehagen. Bessere Zahlen der Unternehmen müssen her! Anders geht es nicht. Und zwar insbesondere die der großen Firmen. Positiv: Der Rückblick auf die vergangene Woche ist aus meiner Sicht positiv, aber nicht euphorisch. Bei gutem Umsatz um durchschnittlich 1,25 Mrd Stück überwiegen
die Positivkorrekturen in den bekannten Relationen, aber nicht so eindeutig, wie dies wünschenswert ist. Mein Eindruck:

Der Nasdaq müßte in den kommenden 5 Börsentagen doppelt so viel zulegen, um den Dow Jones bzw. S&P 500 aus der undurchsichtigen Lage herauszuführen, die ich oben bezeichnet habe. Man kann es auch anders formulieren: Der Nasdaq ist der notwendige Turbo für die schweren Indizes. Darauf ist in dieser Woche zu achten. Mithin ist eine Kaufempfehlung vor dem genannten Hintergrund heute undiskutabel.

Der deutsche Markt steckt in einer ähnlichen Situation. Ich bin zwar nicht der Meinung, daß das Erholungspotential voll erschöpft ist. Ganz kurzfristig stimmt das, gilt aber nur in der Daily-Abgrenzung, also für ein paar Tage. Das sollte für Sie nicht ausschlaggebend sein. Es sei denn, Sie nutzen den
Daily-Trading-Brief als Unterlage. Für den mittleren Zeitabschnitt (weekly) reicht dagegen das Erholungspotential weiter. Das ergibt sich auch aus der Analyse des VDAX. Meiner Meinung nach ist das ganze Erholungspotential erst dann ausgeschöpft, wenn die Kurse von Ende August/September wieder erreicht sind. Wenigstens für 2/3 aller relevanten Titel. Dafür besteht noch guter Raum.

Die Bankaktien geraten unter immer mehr Kritik. Ergänzend zum erwähnten Commerzbank-Termin stuft nun auch Merrill Lynch die Deutsche Bank herab, obwohl die Gewinnprognosen nicht geändert werden. Die Begründung liegt darin: Von 46 E. bis 63 E. ging alles zu schnell, also muß der Titel nochmals auf ca. 55 E. (meine Ansicht) zurückfallen. Unter ganz kurzen Gesichtspunkten mag das stimmen, daß aber eine Adresse wie ML sich zu derart kurzatmigen Einstufungen entschließt, ist schon merkwürdig. Morgan Stanley senkt übrigens die Prognose für Aixtron, was meine Meinung zum Börsenwert dieser Aktie unterstreicht, siehe letzte AB. Wenn die WestLB heute bei Epcos zu "Gewinnmitnahmen" rät, ist dies genauso merkwürdig wie das Urteil von ML in Sachen Dt. Bank. Hier meine ich schon vorab: Sollte diese Aktie nochmals auf 42 E. zurückkommen, ist sie ein Kauf. Dazu mehr in der nächsten AB. Übrigens: Zu SAP (Donnerstag) gehen die Schätzungen für den Gewinnanstieg bis zu 73 % (!). Das wäre ein Hammer. Bitte dazu die letzte AB auf Seite 4 nachlesen und das Tradingpotential in diesem Zusammenhang nachrechnen.

Auf der Europa-Ebene gibt es heute ersten Aufschluß darüber, ob Marconi überleben wird oder nicht bzw. unter welchen Vorzeichen. Ich komme darauf zurück. Nur zur Erinnerung: Diese Aktie des größten englischen Telekomausrüsters sackte von 1.276 Pence auf 13 Pence (!) und sprang inzwischen wieder auf 28 Pence. Also lustiges Jo-Jo-Spiel und eine Sache für hartgesottene Spekulanten, aber auch für Leute, die ein bisschen weiter denken als nur vier Wochen. Natürlich keine Sache für solide Investoren, die Sicherheit suchen.

Resümee für Sie: "Ruhige Hände" und keine Hektik. Es bleibt der simple Rat: Wirkliche Schwächephasen sind Kauftage im längerfristigen Aufwärtstrend. In solchen Fällen bringt es auch nicht viel, mit Limits zu arbeiten. Orientieren Sie sich an der Markttechnik des DAX bzw. der anderen Indizes.

Herzlichst, Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Lungenfacharzt Opa Bernecker

 
16.10.01 10:30
Hans Bernecker: Ausatmen
Mails/Nachrichten vom 16.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
nichts ist besser als ein paar ruhige Tage, damit die aufgeregten Gemüter sich beruhigen. Die Verrücktheiten um Milzbrand erscheinen mir wie die um BSE. Erinnern Sie sich noch? Eine ganze Nation spielte verrückt und heute redet kein Mensch mehr darüber. Das Schönste gab es gestern in Chemnitz: Ein alter Herr erhielt einen Brief mit dem Aufdruck 'Gift', eilte zur Polizei und was stellte sich heraus? Es war eine Werbeschrift einer amerikanischen Firma für Sexheftchen. Ob das Ganze nun stimmt oder nicht, ist egal, bezeichnend ist es gleichwohl.

Die Liste der prominenten Unternehmen, die in dieser Woche ihre Gewinne vorlegen, ist sehr lang. Auf Anfrage ergänze ich deshalb: Heute kommen IBM, Intel, Johnson & Johnson sowie Kraft. Am Mittwoch folgen AMD, AOL, Time Warner, Apple, Citigroup, Ford, Morgan, Pfizer, Philip Morris und Texas Instruments. Am Donnerstag sind Merrill Lynch, Bellsouth, Boeing, Ebay, Eli Lilly, Gateway, General Motors, McDonald's, Microsoft, Nortel Networks, Sprint, Coca-Cola, Sun Microsystems und Merck fällig. Also alles, was Rang und Namen hat und für Stimmung sorgt. Was sagen die Analysten?

Sie rechnen nach der letzten Umfrage von gestern mit einem Rückgang der Gewinne um 22 % im gesamten S&P 500. Im Schlußquartal dieses Jahres sollen es noch einmal minus 11,6 % werden. Für die ersten drei Monate 2002 sind es dann nur noch 0,4 % Rückgang. Das wäre laut gleicher Umfrage (First Call/Thomson Financial) die längste Schwächephase für die Gewinne seit 1969/1970. Erst für das 2. Quartal 2002 wird dann ein Gewinnplus von 16,2 % vorausgesagt. Dennoch ist es eine Übertreibung. Ich fahre in der Statistik fort. Die Prognosen der Analytiker sind zu negativ. Von den 53 Unternehmen im S&P 500, die bereits ihre Zahlen offengelegt haben, haben 28 die Schätzungen positiv übertroffen und 21 haben sie immerhin erfüllt. Lediglich 4 Gesellschaften schnitten schlechter ab. Die letzten Zahlen schließlich, die ich schon erwähnt hatte und nun ergänze: 2 Bill $ sind geparkt in Geldmarktfonds und 1 Bill $ in Bondfonds, wobei dieses Geld aus Aktien stammt. Bitte merken Sie sich diese Zahlen allesamt.

Folge für Sie: Warten wir die Ergebnisse ab und schauen wir anschließend, wo der Markt hin will.

In Frankfurt sind die Banken dran. Das gab es in der deutschen Geschichte noch nie: Entlassungen. Die Cobank fängt an und die anderen werden Schritt für Schritt folgen. Meine Abstinenz gegenüber allen Banken halte ich aufrecht. Sie gilt seit dem Frühsommer. Andererseits: Wenn der wirkliche Ausverkauf einsetzt, gehe ich auf die Käuferseite. Wann, bleibt noch offen. Aber so ganz schließe ich nicht aus, daß die bisherigen Tiefstkurse bei den Banken zwar nicht exakt, aber annähernd getestet werden können.

Siemens macht es in der Industrie vor. Das wäre eigentlich schon längst überfällig gewesen. Hier gilt jedoch: Je früher, umso besser und pro 10.000 Arbeitsplätze, die bei Siemens abgebaut werden, steigt der Gewinn je Aktie um durchschnittlich 20-25 %, wie gestern in München inoffiziell vorgerechnet wurde, aber natürlich nicht publiziert werden kann. Sie wissen: Siemens arbeitet nach wie vor mit einem unverhältnismäßig großen Mitarbeiterüberhang und liegt mit 31,1 % Lohnquote weit über dem Durchschnitt der internationalen Konkurrenz. Es müßten 26-27 % sein.

Aufschlußreich ist, was einige Kapitalmarktexperten zum DAX sagen. Sie lesen es in der heutigen FAZ. Alle diese Prognosen möchte ich allerdings hinterfragen. Erwähnenswert sind sie dennoch, weil dabei Elliott-Wave und andere Theorien zum Tragen kommen. Die schlechteste Prognose kommt von Wieland Staud mit möglichem Risiko bis 3.300. Die anderen liegen etwa auf der Basis des Tief nach dem Crash, also 3539 am 21.09. Ich teile diese Ansicht nicht.

Meine Empfehlung für heute: Aus der kurzfristig überkauften Daily-Marktlage resultiert das unverändert leichte Risikopotential, das für heute und morgen gültig bleibt. Es würde nur dann ausgehebelt, wenn es zu riesigen positiven Überraschungen in New York käme, etwa aus den oben bezeichneten Gewinnen. Aber weglaufen tut Ihnen keine Aktie. Simpel ausgedrückt: Der Markt hat eingeatmet, er muß jetzt ausatmen und wieder Atem holen. Frühestens in der
nächsten Woche. Beim Erholungspotential wie beschrieben bleibt es dennoch.

Bis dahin

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


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n1608:

@cap, @alle - Daily-Trading-Brief

 
16.10.01 10:36
hat einer von euch die möglichkeit, diesen brief ins board zu stellen? würde mich schon interessieren, was opa bernecker & consorten hier so zum besten geben.

danke im vorraus n1608
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cap blaubär:

nööööö aber lass Ihn Dir doch 2Wo für lau kommen o.T.

 
16.10.01 10:46
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cap blaubär:

da isse

 
17.10.01 11:24
Hans Bernecker: Erholungsrally läuft, aber sehr differenziert
Mails/Nachrichten vom 17.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
viele Briefe, aber keine Erreger, das gilt für die politisch-psychologische Szene, an deren Lächerlichkeiten Sie sich gestern wieder einmal ergötzen konnten. Alle Medien sind natürlich eifrig dabei. Viele Berichte, aber wenig Bewegung, das galt gestern für New York und mithin auch die Europäer. Ich hatte gestern ausführlich über die anstehenden Firmenresultate berichtet. Das Ergebnis bis gestern abend: Sehr gemischt, aber prinzipiell besser als befürchtet. 16 % Gewinnanstieg bei Johnson & Johnson und immer noch 14 % für United Tech und überraschend gute Resultate einiger Großbanken (Wells Fargo und Bank One) sind wenigstens ein Lichtblick. Daß demgegenüber Charles Schwab den Gewinn halbierte, ist die typische Reaktion auf das Börsengeschäft. Wie ferner die Amis zur Sache gehen: Massive Entlassungen, um möglichst schnell wieder in die Gewinne hineinzuwachsen. Ganz typisch:

Commerce One kündigt der Hälfte seiner Belegschaft und der Kurs zieht daraufhin natürlich an. Broad Vision legte in drei Tagen gleich um 100 % zu. Wie dies vor dem Hintergrund einer an sich sehr vorsichtigen Tendenz für die Indizes läuft, zeigen Ihnen einige Daten, die schon beeindrucken. Ich nenne Ihnen die aktuellen Kurse gegenüber den Tiefstkursen: Siebel bereits 21,54 nach 12,24 $, Sun M. immerhin 9,61 nach 7,52 $. Microchip Tech schon 32,58 nach 19,38 $ und Juniper Networks bereits 22,95 nach 8,90 $ bzw. I2 Tech 5,69 nach 2,98 $ und selbst CMGI schon 1,66 nach 0,60 $ im Tief. Palm verdoppelte sich von 1,35 auf 2,71 $. Ich könnte Ihnen noch eine ganze Latte davon aufzählen. Ergo:

Die Erholungsrally läuft, aber sehr differenziert. Mit Limits kann man da nicht arbeiten. Hier ist einfach Marktgefühl notwendig und selbst ein Chart hilft nicht weiter. Diese 100 %-Potentiale gegenüber den Tiefstkursen habe ich mehrfach beschrieben. In der AB kann ich sie kaum nennen, weil zwischen Redaktionsschluß und Briefankunft bei Ihnen ca. 18 Stunden liegen, die dafür manchmal zu viel sind.

Bei den großen Titeln sieht es nicht anders aus: United Tech (siehe oben) entläßt 5.000 Leute, aber das wurde gestern mit Anstieg bis 55 $ honoriert. In der nächsten AB nenne ich Ihnen einige ebenfalls sehr solide Industrieaktien, die vielleicht nicht die ganz großen Renner sind, auf die Sie aber kaum verzichten können.

Die Meinungen über die amerikanische Tendenz gehen dennoch weit auseinander. Einige Analysten rechnen mit einem Test des Septembertiefs, was ich weiß Gott als mutig empfinde, möchte es Ihnen aber melden. Richtiger ist, was gestern bestätigt wurde und worauf ich schon hinwies: Der Nasdaq ist der Turbo für den Dow Jones. Er legt deutlich mehr zu und treibt damit den Big Board in die sehr wichtige Range oberhalb von 9.400 zurück. Bitte beachten Sie dazu die nächste AB. Wenn Sie diesen Zusammenhang nicht verstehen, wird es schwierig zu erahnen, was in den kommenden 6 Monaten bevorsteht.

Meine Linie sieht so aus: Es gibt immer wieder schwache Tage und dann erhalten Sie Aktien wie die oben genannten einige Prozent billiger und müssen kaufen. An festen Tagen laufen alle gemeinsam und Sie hinterher. Das wäre falsch. Orientieren Sie sich also am Verhalten des Nasdaq-Index und seiner Markttechnik.

In Frankfurt zeigte sich gestern das ganz ähnliche Bild: Leicht rückläufiger VDAX, aber deutlich festerer DAX, obwohl das im Endergebnis eigentlich gar nicht richtig sichtbar wurde, weil nur 6 Titel im DAX minimal nachgaben, aber 24 gut zulegten, in der Spitze Infineon mit +7,4 % und Preussag mit +7 % sowie HypoVereinsbank mit +5,7 %. Erfreulich: Bei Dt. Telekom fallen die Börsenumsätze langsam, aber nachhaltig und gestern erstmals um 10 Mio Stück. In der Krise waren es über 25 Mio Stück. Gleiches gilt für Daimler und Dt. Bank. Unglaublich niedrig ist dagegen der Börsenumsatz von Allianz mit nur noch 666.000 Stück im Xetra-Handel. Das bitte ich sehr zu beachten. Ferner registrieren Sie bitte:

Positivnachrichten der Firmen werden wieder honoriert. Gestern erhielt Dürr einen großen Auftrag aus China (110 Mio E.). Das ergab sofort +9 % im Kurs, allerdings bei einem Miniumsatz von nur 9.000 Stück. Tendenz für Sie:

95 % aller Geschäfte laufen im DAX und MDAX. Konzentrieren Sie sich weiterhin ausschließlich auf das Erholungspotential und auf sonst nichts. Wie sich dies im MDAX ergibt, lesen Sie in der nächsten AB.

Kurzer Blick auf die Europa-Szene: Philips legte gestern Katastrophenzahlen vor, aber es wird auch gehandelt. Damit ist die Kröte geschluckt, inzwischen 24,55 E. Das Tief lag bei 16,40 E. Ein weiterer Kauf. Alcatel zog mit, obwohl ich für diese Aktie ein Potential bis 21 E. sehe, aber damit noch warte, bis in den nächsten Tagen die Zahlen vorliegen. Nokia ist am Donnerstag dran, aber gestern schon 21,50 E. im Hoch nach 13,55 E. im Tief, was ziemlich genau meinem fairen Wert entsprach. Siehe dazu auch die letzte AB.

Werfen Sie in den nächsten Tagen einen Blick auf den Euro. Er läßt Luft ab. Damit ist sein Potential, das bis "vor New York" noch in Richtung 97 Cents für den Euro galt, nicht mehr realistisch. Inzwischen nur noch 90/91 Cents. Der Dollar gewinnt also wieder im gleichen Umfange wie die Portfolio-Investments in Dollar zunehmen. Mindestens ist dies indikativ.

Das wär's für heute, bis morgen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

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Kicky:

sollte man jedenfalls lesen,danke capt.blaubär o.T.

 
17.10.01 11:53
Antworten
cap blaubär:

Börsenschluckauf mit Nemaxpower/Nasdaqpower

 
18.10.01 10:34
Hans Bernecker: Morgen geht es weiter
Mails/Nachrichten vom 18.10.2001, Bernecker & Cie.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte behalten Sie im Auge, daß es unverändert um die Erholungsphase, aber nicht um neue Trends mit Langfristcharakter geht. Wie weit reicht nun das Erholungspotential?

Der Dow Jones muß mindestens in die alte Range zurückkehren, die zwischen 9.500 und 10.800 liegt. Das ist bisher noch nicht geschafft. Der DAX hat einen Spielraum bis 5.000 und im günstigsten Fall auch 5.500. Im Hintergrund beider Indizes steht die Power, die aus Nasdaq bzw. Nemax kommt. Ob die Ziele schon im 1. Durchgang erreicht werden, ist unsicher, aber jederzeit möglich. Der Grund:

Wie nach jedem Kollaps gibt es eine komplizierte "Gemengelage" aus Short-Positionen und neuen Long-Positionen. Daraus resultiert ein echtes Wirrwarr an Zufälligkeiten in der Kursbildung. Gestern konnten Sie dies am Nasdaq gut verfolgen: Die bekannten Technologieaktien verloren satte 10 % und mehr, nachdem sie allerdings vorher auch 25 % und mehr zulegten. Das ist ein kleiner Teil der umstrittenen Tennisball-Effekte. Dafür gilt mein Rat: An festen Tagen bleiben Sie abstinent, an extrem schwachen Tagen sind Sie Käufer. Anders funktioniert das Ganze nicht. Beispiel Rambus: Von 4,90 Dollar ging es bis 11,70 Dollar, aber gestern auch wieder 8,90 Dollar. Das macht schon mal 22 % Tagesschwankung aus.

Die bis gestern vorgelegten Gewinnberichte gefallen mir. IBM - 20 %, Pfizer + 28 %, Philip Morris + 5,3 %, und AOL hält wenigstens die allerdings zuvor reduzierte Prognose. Damit kann ich insgesamt leben. Im Vorgriff auf die nächste AB:

Wie im Wildwestfilm kreisen die Geier über den amerikanischen Airlines. Gestern drohte United Airlines mit möglicher Insolvenz im nächsten Jahr, wenn man die Kosten nicht in den Griff bekommt. Auch das ist Wildwest, aber richtig. Wagen Sie darauf eine Spekulation in den Airlines? Die Kriterien dafür lesen Sie in der nächsten AB.

Mein Vorschlag: Fällt der Dow um 200 bis 300 Punkte zurück, gehen Sie auf die Käuferseite, vorher nicht.

Frankfurt sieht technisch stärker aus, weil das Erholungspotential, dessen Zielkurse ich im Brief Nr. 40 skizziert hatte, einheitlicher gestaltet ist. Fast 2/3 alle DAX-Aktien zeigen nämlich das gleiche Bild. Das ist der große Unterschied zum Dow. Bleiben Sie also stur und setzen Sie nur auf deren Werte und deren Erholungspotential, nichts anderes zählt. Ziel sind mithin die Kurse, die "vor New York" gegolten haben. Ich würde vorher keine Zwischengewinne realisieren. Womit die Linie klar ist:

Reizen Sie dieses mehrfach beschriebene Erholungspotential aus. Morgen geht es weiter.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Kartenzocker Opa B.

 
19.10.01 10:45
Hans Bernecker: Pokern Sie ruhig ein wenig
Mails/Nachrichten vom 19.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen meine Damen und Herren,
gestern erlebten Sie den Unterschied zwischen kurzfristiger Markttechnik und mittelfristigem Trend. In der heutigen AB, die Sie sicherlich vorliegen haben, habe ich dies erläutert. Seite 1 enthält den DAX auf der Weekly-Basis und auf Seite 2 die Daily-"Konfiguration". Dazu gehört die Erkenntnis: Der mittelfristige Trend geht zunächst bis an die Kurse "vor New York". Dazu gehören aber die technischen Korrekturen, die auch schnell einmal 10 % und mehr erreichen können. Ich rufe in Erinnerung: Der DAX kommt von 3650 (intraday) und erreichte inzwischen über 1000 Punkte Plus. Das bedarf nun einmal der Korrektur. Für alle anderen Indizes gilt das gleiche.

Die Wall Street muß die Gewinnberichte verkraften. Auf die Ergebnisse von gestern gehe ich nicht gesondert ein. Sie stehen in allen Zeitungen. Wichtig ist für Sie: Die Zahlen für das III. Quartal sind Geschichte. Die für das IV. Quartal sind die Gegenwart. Da und dort ist dies noch einzupreisen. Aber bedeutsam ist auch dies nicht. Interessanter ist der Ausblick für 2002. 76 % aller Unternehmen rechnen mit positiven Gewinntrends im kommenden Jahr. Und dies gilt sogar für die Chip-Produzenten. Deren hyperzyklisches Geschäft habe ich mehrfach kommentiert. Damit heißt die Konsequenz sehr kurz formuliert: Wenn die kürzliche Erholung bei einigen Titeln nicht schon 100 % überschritten hat, warten Sie lediglich darauf, daß sie noch einmal deutlicher zurückkommen. Am Beispiel einer so umstrittenen Aktie wie Broadvision: Ein erster Einkauf lag bei 3 $. Daraus wurden im Kollaps 0,71 $ und inzwischen 1,95 $ und gestern 1,75 $ mit der Möglichkeit 1,20 - 1,30 $. In Prozent gerechnet sind das wahnsinnige Differenzen. Im Markt gerechnet ist das wenig. Schließlich kommt diese Aktie von über 80 $ in 1999/2000. Mir ist es also völlig egal, ob Sie bei 1 $ oder 1,50 $ kaufen. Wichtig ist, daß Sie es tun, wenn auch hochspekulativ, aber dann per 2005/2007 denken und dafür aber 15 $ als durchaus seriöse Möglichkeit einkalkulieren können. Ähnliches gilt für andere Internet-Unternehmen oder solche der peripheren Industrie.

Damit möchte ich Sie nicht einseitig auf die Internet- oder High Tech-Seite locken, gebe Ihnen aber zu bedenken, wie weit man in solchen Titeln heute schon denken muß.

In Frankfurt war gestern SAP-Tag. Die Diskussion über den fairen Wert dieser Aktie nimmt nun endlich konkrete Formen an. Zwischen 80 und 100 E. lag meine Schätzung. Dem kommen nun die Analysten schon ziemlich nahe. Diese Aktie kann weiterhin "gespielt" werden, aber ein Investment ist es eben noch nicht. Schauen Sie in die Nr. 41 S. 4. Sie zeigt die Situation der Aktie im Markt und dies setzen Sie in Relation zu den Marktmeinungen. Meine ist die, die ich ebenfalls klar formuliert hatte: Der deutsche Markt ist dann sauber, wenn auch die teuerste Aktie auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist. Das ist jetzt weitgehend der Fall. Fortsetzung davon in den nächsten Tagen.

Die Einschätzung aller anderen Technik-Aktien hängt damit ebenfalls zusammen, und ich verweise auch diesbezüglich auf die letzten AB's. Pokern Sie ruhig ein wenig um die niedrigsten Einkaufskurse. Infineon hat m. E. eine Chance bei 14,50 - 15,40 E. oder Epcos bei 45 E. Aber: Heute ist Wochenend-Börse und deshalb bin ich nicht scharf darauf, über die Anmerkungen in der AB hinaus neue Positionen einzugehen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker

Antworten
cap blaubär:

IFO-Index und Rezessionsängste legen Sie bittebeis

 
22.10.01 10:23
Hans Bernecker: Positiver Grundtrend
Mails/Nachrichten vom 22.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
eine hochinteressante Börsenwoche liegt hinter uns; die kommende ist gewissermaßen der Qualitätstest für die Zahlen und Daten, die bis zum Freitag vorgelegt wurden. Der Eindruck trügt nicht: Ein sehr gemischtes Bild, aber im Ansatz wird erkennbar, mit welcher Konsequenz und Härte
die amerikanischen Firmen daran gehen, entweder Fehler der Vergangenheit oder aber auch die Einflüsse der jüngsten Ereignisse zu beseitigen bzw. zu überwinden. Dazu gehört natürlich eine gute Portion Mogelei, wie jeder erfahrene Analyst leicht erkennt, wenn Vorstände das eine oder andere
auf das Attentat von New York zurückführen, wofür es überhaupt keinen Grund gibt. So werden locker Ereignisse vom Juli oder August 'verbraten', lange bevor es den Fall in New York gab. Wie auch immer: Ich hatte Ihnen kürzlich
die Veränderungsraten für die Gewinnschätzungen an dieser Stelle zitiert. Ich möchte nicht leichtsinnig sein, bin aber darin mutig: Ich halte alle Schätzungen für zu vorsichtig. Es wurde ganz offensichtlich 'vorgebaut'.

Wall Street schloß bei 9204 und damit fehlen noch gut 200-300 Punkte für den Dow Jones, um in die alte Range zurückzukommen. Dafür stimmt allerdings der technische Rhythmus gerade noch, so daß ich nun darauf warte, daß dies
in nächsten 8 - 10 Börsentagen geschieht. Darauf deuten die bekannten zwei technischen Indikatoren auch hin, wenngleich es etwas wackelig aussieht.

Interessant ist am Nasdaq die Tatsache, daß die Relation New High/New Low sich auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau von 6 zu 11 bewegt. Das ist ein typisches Zeichen einer sehr ausgewogenen Bodenbildung. Umgekehrt: Wenn Titel wie Peoplesoft oder Parametric plötzlich davonspringen, zeigt Ihnen dies auch, wie positive Nachrichten auch richtig bewertet werden. Der Chef von Peoplesoft gab dazu übrigens ein interessantes Interview in einer europäischen Finanzzeitung. Beide Titel führe ich in der Dispoliste.

Meine Linie für diese Woche: Positiv im Grundtrend, aber noch nicht eilig, die Liquidität zu binden.

Frankfurt hat die SAP-Kröte letzte Woche geschluckt. Inzwischen mehren sich die Zurückstufungen. Lehman Brothers hat das Kursziel von 210 auf 150 E. gesenkt. Julius Bär war schon vorher dran und Merrill Lynch kommt heute morgen. Dazu kann man nur sagen: Auf welchem Stern haben die wohl
gelebt? Ich sehe das positiv. Der faire Wert für SAP liegt zwischen 80 und 100 E.,also bei rund 90 E. als Mittelwert. Das ergibt eine Börsenkapitalisierung von ca. 28 Mrd. E. und dies ist in Relation zu stellen zu etwa 7 Mrd. E. als
Umsatzschätzung für dieses Jahr. Eigentlich ist das die Obergrenze für einen Titel dieser Art, wobei ich darauf hinweise, daß nun auch Oracle und Siebel sehr viel vorsichtiger geworden sind. Die weiteren Details dazu in der
nächsten AB. Warum positiv? Mit SAP ist der letzte überbewertete Techniktitel im DAX auf dem Boden gelandet, wo er hingehört. Wie oft habe ich dies begründet? Damit ist aber auch der DAX relativ sauber.

IFO-Index und Rezessionsängste legen Sie bitte beiseite. Ob die EZB daraufhin die Zinsen senkt oder nicht, hat bestenfalls psychologische, aber keine sachliche Wirkung. Die beste Konjunkturstütze liegt immer noch in einem nachgebenden Euro, der bereits 0,89 $ erreicht hat. Ich hatte dies bereits angemerkt. Die europäische Konjunktur kann zyklisch lediglich der amerikanischen folgen und das bedeutet, daß vor dem 3. Quartal 2002 eine nachhaltig verbesserte Eurokonjunktur nicht möglich ist. Indes: Zyklische Gewinnschwankungen bei den Firmen sind weniger tragisch als Gewinneinbrüche struktureller Art.

Sie haben es jetzt leicht. Konzentrieren Sie sich nur auf das mehrfach beschriebene Erholungspotential und auf nichts anderes. Ein Trendpotential ist praktisch noch nicht sichtbar. Ich erwarte eine solche Möglichkeit erst im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres. Daß aber im
Erholungspotential Power steckt, zeigten Ihnen schon die letzten drei Wochen. Einen interessanten Ausblick gibt dazu auch die Allianz mit dem Hinweis auf massive Beteiligungsdispositionen großer Konzerne im nächsten Jahr. Der Schlüssel ist die Steuerreform. Sie scheint fast in Vergessenheit geraten zu sein.

Die wichtigsten Termine heute: Aktionäre von FAG Kugelfischer müssen sich heute entscheiden. Verkaufen Sie über den Markt, um schnell an die Liquidität zu kommen. Peugeot berichtet heute über das dritte Quartal und ich hatte
in
der AB auf diese Aktie schon aufmerksam gemacht, wobei ich Renault noch vorziehe. In New York kommen drei Zahlen heraus: American Express, MMM (siehe letzte AB) und SBC Communications als beste Telekom-Aktie der USA.

Bitte vormerken: Morgen bringt Daimler die Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres.

Das war's für heute ....

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 


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cap blaubär:

Ruhe bewahren Fenster schließen

 
23.10.01 10:27
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Business as usual
Mails/Nachrichten vom 23.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Business as usual! Gelassenheit ist nicht Gleichgültigkeit und Ruhe bewahren hat nichts mit lahm zu tun. Die Nachrichten aus Afghanistan tröpfeln so dahin und die Hektik um Milzbrand wird genauso enden wie die von BSE und anderen. Wenn sie dann in Deutschland auftritt, ist Frau Künast dran. Das gibt wieder Schlagzeilen, aber substantiell wird auch daraus nichts. Warum schreibe ich das? Es war richtig, die Dinge mindestens auch richtig einzuordnen und keiner Panikmache zu folgen. Wer es dennoch tat, verlor Geld. Denn die Karawane zieht weiter.

Wall Street konkret: Die Gewinnberichte werden abgehakt. Selbst negative Ausblicke oder vorsichtige Prognosen wurden gestern mit Kursgewinnen belohnt. MMM hatte ich in der letzten AB empfohlen, gestern plus 5 %, obwohl im dritten Quartal der Gewinn um 21 % gesunken war. American Express meldeten einen Gewinneinbruch um 16 % und gewannen 3,4 %. Auf diese Aktie hatte ich kürzlich ebenfalls aufmerksam gemacht. Achten Sie nun sehr darauf, wie sich die Chiphersteller verhalten. Dazu gebe ich Ihnen in der nächsten AB eine geradezu sensationelle Grafik an die Hand und in diesem Falle sind die Könner gefragt: 'Was passiert in einem Weltmarkt nach einer Preisreduzierung um durchschnittlich 84 %?' Diese Frage beantwortet kein Börsianer, sondern können nur Marktkenner richtig einschätzen. Mit allen Konsequenzen für Kapazitäten, Lagerhaltung und Preisbildung, und erst dann geht es um die Frage der Aktienperspektive. Also bitte die nächste AB beachten.

Nasdaq-Gewinn gestern plus 2,63 % und damit erneut deutlich besser als der Dow Jones mit 1,88 %. Ich rufe den schon beschriebenen Turboeffekt des Nasdaq in Erinnerung. Der ist zwar kaum zu kalkulieren, aber effektiv da. Microsoft kratzte gestern an der 60-$-Marke. Wenn Sie dazu den jüngsten Spiegel lesen, wird einem 'ganz anders'. Eine hochinteressante Konstellation. Denn es wäre schon sensationell, wenn Microsoft der Einbruch ins Internet gelingt und dann eine Marktkapitalisierung von 330 Mrd $ (!) in den richtigen Rahmen gestellt werden muß. Wie man andererseits aus der Not Vorteile zieht, beschrieb gestern Applied Materials, die Sie kennen: Der weltgrößte Hersteller von Maschinen für die Chipindustrie will nach Angaben von Firmenpräsident Dan Maydan seine Umsätze in den nächsten vier Jahren auf 20 Mrd $ verdoppeln. Was besagt dies für diese Branche, wenn alle anderen nur über katastrophale Zahlen berichten? Die letzte Empfehlung für diese Aktie lag bei 40 $ und damit zu hoch, ich rate zu neuen Käufen. Details in Kürze. Auch Intel dürfte gestern den Boden verlassen haben. Inzwischen 25 $ nach dem Tief bei 18,96 $. Indes: Richten Sie Ihr Augenmerk weniger auf die ganz großen und mehr auf die mittleren Titel dieses Segments. Darüber schreibe ich in der nächsten AB.

Frankfurt läßt weiter in der Volatilität nach und legt vorsichtig zu. Wahrscheinlich etwas weniger dynamisch, aber nachhaltiger. Ich hatte das Korrekturpotential als Risiko bis 4300 bezeichnet bzw. 300 Punkte gegenüber der letzten Spitze. Alles zusammen ist immer nur eine 'Korrektur im Aufwärtstrend', was ich unterstreiche. Sie orientieren sich also nicht an einzelnen Limits, sondern nur an der Schwankung des DAX. Erfreulich dabei:

Die Titel, die wirklich ungerechtfertigt unter Druck geraten waren, sehen am besten aus. Die wichtigste Rolle spielen dabei die vier Technikaktien. Die BASF sollte im übrigen beim Gebot für Rhodia beim bisherigen Preis bleiben.
So gut ist diese französische Adresse nicht, die übrigens vor der Fusion von Rhone-Poulenc mit Hoechst zur Aventis seinerzeit ausgegliedert werden mußte, weil sie nicht ins Konzept paßte. Also ein Unternehmen mit schwieriger Struktur. Es wäre besser, wenn die BASF die Finger davon läßt. Ich selbst kenne den Laden ganz gut.

Heute wird es spannend: Daimler legt die Zahlen für das dritte Quartal und für neun Monate vor. Das gibt Diskussionen und ich nehme dazu in der nächsten AB Stellung.

Noch folgende Termine bitte beachten: Ciba bringt die Quartalszahlen, Dassault Systems in Paris, die ich für sehr wichtig halte, ferner GlaxoSmithKline, Amazon, Bristol-Myers Squibb und Exxon Mobil (alle für die gleiche Zeitabgrenzung).

Zu den Währungen: Der Euro bleibt weich und reicht bis 87 Cents nach unten. Mehr ist noch nicht zu sagen. Also bitte keine voreiligen Termindispositionen. Sogar ein Test des alten Tief bei rund 83 Cents würde ich nicht ausschließen, wenn die New Yorker Aktientendenz weiter stabil bleibt.

Ich wünsche Ihnen damit einen erfolgreichen Börsentag.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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cap blaubär:

Sinneswandler

 
24.10.01 11:24
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Hohe Leerverkaufspositionen
Mails/Nachrichten vom 24.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
Das Erholungspotential eines Marktes drückt sich stets in Zufälligkeiten aus. Plötzlich sind die Akteure anderer Meinung und dann geht's rund. Sie können das jeden Tag verfolgen. Sogar Kurssprünge von 10 % und mehr in großen Titeln sind möglich allein deshalb, weil die eine oder andere Adresseplötzlich anderen Sinnes geworden ist. Noch problematischer sind die noch bestehenden Leerverkäufe. Welche Größenordnungen darin stecken, zeigen folgende Zahlen:

Die größte Leerposition besteht in Sprint. Die sogenannte
Short-Interest-Ratio mißt die Anzahl der Tage, um mit dem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen alle Leerpositionen zu decken. Im Falle Sprint sind es 1427 Tage. Bei Motorola 649, bei Nortel 510, bei Lucent 486, bei Wal-Mart 459, bei AT&T 442 und bei Hewlett Packard 387 Tage. Ich überlasse es Ihrer Phantasie, auszurechnen, was mit diesen Kursen passiert, wenn die Leerpositionen letztlich eingedeckt werden müssen. Diese Sanduhr läuft.
Übrigens: Die Bilanz für die Quartalsabschlüsse per gestern: 54 % liegen über den Prognosen der Analysten, 32 % trafen die Erwartungen. Bitte mit den letzten Zahlen vergleichen, die ich genannt hatte.

Am deutschen Markt bestehen derartige Positionen in diesem Umfang nicht. Es gibt aber keine genaue Statistik darüber. Ich hatte aber schon gelegentlich darauf aufmerksam gemacht, daß die hohen Umsätze bei einigen DAX-Aktien

darauf schließen ließen. Vor 14 Tagen war noch Daimler dran und zuvor Bayer, aber auch die Dt. Bank bzw. Siemens, Infineon und natürlich Dt. Telekom.Ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, daß in diesen Titeln noch einiges im Rohr steckt, was mit fundamentalen Daten nur wenig zu tun hat.

Zurück zur Wall Street: Der Dow tut sich schwer damit, die Hürde 9400 zu packen. Gestern war Konsolidierungstag, mit allerdings niedrigem Umsatz von rund 1,1 Mrd Stück Umsatz und positiven Relationen in den bekannten technischen Indikatoren, die allerdings gegenüber dem Vortag schlecht
ausfielen. Zwei Ergebnisse waren für mich bedeutsam: Lucent und Xerox präsentierten die neuen Monatsergebnisse. Lucent meldet 8,8 Mrd $ Verlust bei allerdings nur 909 Mio $ operativen Minus. Der Rest entfällt auf Goodwill-Abschreibungen und Kosten der Umstrukturierung. Insbesondere gilt dies den Entlassungen. Der Quartalsumsatz fiel um 28 % und damit kommt für das ganze Jahr ein Resultat um 21,3 Mrd $ heraus, weil das Geschäftsjahr
nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt. 46.000 Stellen wurden abgebaut. Das Ganze zeigt also den typischen Verlauf einer Sanierung. Damit bleibt es bei der bisherigen Einschätzung, aber ich warte mit neuen Käufen, bis der
Markt selbst ein Signal setzt. Beachten Sie bitte die oben genannten Leerverkäufe in Lucent. Xerox meldet 29 Cents Verlust je Aktie, was rund 211 Mio $ bedeutet. Bei einem Quartalsumsatz von 3,9 Mrd $ werden für das ganze Jahr 16 Mrd $ erwartet, aber das Sparpotential von 1 Mrd $ ist
bereits ausgeschöpft. Das müßte schwarze Zahlen im ersten Quartal 2002 ergeben, nachdem 11.000 Mitarbeiter entlassen sind. Also das gleiche 'in grün': Laufende Sanierung, wie üblich. Vielleicht erinnern Sie sich aber:

Beide Unternehmen wurden vor 6 Monaten und teilweise vor 3 Monaten noch als Pleitekandidaten eingestuft. Diesem Urteil bin ich nicht gefolgt.

Deutschland kann mit den Daimler-Zahlen leben und das massive Sanierungsprogramm der HypoVereinsbank nach Commerzbank zeigt, wohin es geht. Restrukturierung heißt schlanker und effizienter werden, um anschließend um so erfolgreicher im Markt bestehen zu können. Für manche
Analysten scheint dies schwer verständlich, mir allerdings verständlich für die Situation der Analyse-Teams, die mit solchen Fakten schwer umgehen können. Die HypoVereinsbank wird morgen die 9-Monats-Zahlen vorlegen. Die heutige Kommentierung der Daimler-Zahlen ist exemplarisch. Die Details dazu lesen Sie in der nächsten AB. Im übrigen aber: Thyssen widerspricht meiner zitierten Ansicht von Londoner Analysten, die ich in der letzten AB zum Anlaß genommen hatte, diese Aktie neu zu betrachten. Die Verwaltung teilt
mir mit, daß entgegen anderer Ansichten sämtliche Pensionsverpflichtungen in der Bilanz voll passiviert sind. Ich werde dies in der AB auch richtig stellen. Was an der Eigenkapitalquote jedoch nichts ändert.

Die Termine von heute: Dürr kommt mit 9-Monats-Zahlen. Ferner Software. In Zürich melden sich ABB und Adecco zu Wort. Im Falle ABB ist das allerdings eine schwierige Berechnung, weil dieser Elektrokonzern inzwischen im
Finanzergebnis das verdienen muß, was die Produktion in den Sand setzt. Überzeugend ist dagegen die erneut positive Bilanz von Adecco, dem weltgrößten 'Zeitarbeiter'.

Auf der Europaebene melden heute Akzo Nobel, Michelin und AstraZeneca sowie Volvo und in den USA wird es Eastman Kodak sein.

Resümee für Sie: Wir befinden uns im Aufwärtstrend, der nur kurzfristige technische Korrekturen zeigt. Der deutsche VDAX fiel bereits auf 33,5 und isi dafür das 'Fieberthermometer'. Das wär's für heute, bis morgen.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Dixie:

Ja nicht wahr?

 
24.10.01 11:43
Die ganze Zeit war es "Erholungspotenzial aber keine Trendwende" jetzt ist es plötzlich ein "Aufwärtstrend".
Der dreht sein Fähnchen auch nach dem Wind, wie alle Analysten..... ;-)
Antworten
cap blaubär:

tuternicht

 
25.10.01 10:37
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Erholungsphase
Mails/Nachrichten vom 25.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
nichts ist so heiß, als das es nicht etwas kühler werden kann. Die Amerikaner sorgen sich bereits darüber, daß die Börse zu früh startet und mithin einem Kollaps entgegengeht, wenn die Konjunktur nicht schnellstens mitzieht. Ist diese Diskussion richtig? Nur zur Hälfte, denn:

Die amerikanische Konjunktur, das habe ich oft begründet, hätte vor Nov./Dez. 2001 nie anspringen können. Das ergibt sich aus dem Timelag von mind. 6 - 8 Monaten gegenüber dem entscheidenden Zinssignal, nämlich der Beseitigung der inversen Zinskurve. Das war im April der Fall. Durch die New
Yorker Ereignisse verlängert sich das Ganze um vielleicht 1 oder 2 Quartale. Dem entspricht wiederum die Kette der Gewinnschätzungen, die ich in der nächsten AB noch einmal skizziere. Das Ganze ist wirklich bündig. Aber:

Wir stecken jetzt in einer Erholungsphase. Dabei bleibt es. Von einem Konjunkturtrend zu sprechen, der den Aktien unterlegt werden kann, sind wir noch weit entfernt. Die beginnt nicht vor dem 1. oder 2. Quartal nächsten Jahres. Bitte achten Sie nach wie vor lediglich auf das Erholungspotential. Das gilt beiderseits des Atlantiks.

Die Wall Street lieferte gestern einen weiteren Beweis dafür. Die Analysten versuchen sich an den neuen Zahlen zu orientieren, obwohl ich gestehen muß, daß sie mich überhaupt nicht interessieren. Es stecken darin zu viele Einmaligkeiten wie Goodwill-Abschreibungen, Kosten der Restrukturierung, Abfindungen und auch kurzfristige Umsatzeinbrüche, die allesamt mit der Ertragsqualität der Unternehmen nicht viel zu tun haben. Nehmen Sie diese Zahlen zur Kenntnis und legen Sie sie beiseite. Das Erholungspotential hängt davon nicht ab.

Meine Empfehlungsliste deckt sich mit den Werten der Dispoliste. Konzentrieren Sie sich darauf, dort zuzukaufen, wo Sie eine Schieflage haben. Das gilt praktisch für alle Technologie-Titel. Dehnen Sie also Ihre Dispositionsliste nicht aus, sondern konzentrieren Sie sich auf eben diese Verbilligungen. Damit verdienen Sie das meiste Geld. Lesen Sie bitte nach, um wieviel gegenüber den Tiefstkursen von vor 4 Wochen die wichtigsten Titel schon zugelegt haben. Den größten Sprung schaffte Juniper Networks von 9 auf 26 $, aber diese Aktie kommt auch von 230 $. PMC Sierra sprang von 9,80 auf inzwischen 17 $, kommt aber auch von 210 $. Einer meiner Spekulationswerte und, wie ich meine, auch interessanten Zukunftsspekulation, Broadvision kommt von über 60 $, fiel auf 0,71 $ und notiert jetzt knapp bei 2 $. Lesen Sie diese Zahlen noch einmal. Ich komme auf diesen Titel demnächst noch zurück. So könnte ich Ihnen eine ganze Latte dieser Art vortragen. Verbilligen Sie Schritt für Schritt mit Augenmaß und denken Sie an den eingangs erwähnten Satz. Das gilt auch nach den gestrigen Zahlen für Compaq, Lucent und Xerox.

In Deutschland dominiert die Technologie ebenfalls. Wer gerade angeschoben wird, der steigt. Die absolut wichtigste Aktie ist für mich Dt. Telekom. Altes Thema? Ich bleibe hartnäckig dabei und avisiere dies schon für die AB der nächsten Woche, was Ihnen einige Augen öffnen dürfte. Alle Rechnungen zu dieser Aktie kennen Sie. Deshalb hat sie das unverändert größte Erholungspotential unter allen DAX-Aktien. Wann und wie Sie kaufen, ist mir egal. Irgendwo zwischen 16 und 20 E. ist alles akzeptabel. Zunächst geht es in Richtung 25 E. und inkl. hoher Volatilität notiert dieser Titel in 15 - 18 Monaten dort, wo er hingehört, nämlich beim fairen Wert über 45 E. France Telecom folgt wie ein Schatten oder ist sogar die Zugmaschine dafür. Beide Titel sind also fast deckungsgleich im Erholungspotential. Und Sie werden ferner beobachtet haben: Es gibt eine erstaunliche Parallelität zwischen Siemens, Alcatel, Nokia und Philips. Das hängt teilweise auch mit der
Erholung der Telekom-Titel zusammen. Für Sie gilt insgesamt:

Schauen Sie ausschließlich auf die Markttechnik jeder einzelnen Aktie. Sie ist entscheidend. Wird die eine oder andere von Analysten heruntergestuft, so warten Sie ein paar Tage, um dann zu kaufen. So geschehen bei Epcos und Infineon in der vergangenen Woche und nun sind diese Aktien die Marktfavoriten. Machen Sie sich über diese seltsame Logik Ihre eigenen Gedanken.

Am Neuen Markt verweise ich ausdrücklich auf meine bisherigen Empfehlungen. Ich fasse sie in der morgigen AB nochmals zusammen. Wichtig sind auch die Direkt-Banken/Discount-Broker, speziell Comdirect, die ich vor 8 Tagen empfohlen hatte. Inzwischen schon knapp 12 E. Das ist natürlich eine Spekulation, aber eine mit Grund.

Das wär's für heute, morgen geht es weiter, und Sie achten darauf: Gekauft wird immer, wenn es einen Tick leichter ist.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
Karlchen_I:

Der Bernecker....

 
25.10.01 12:21
Erst im April hatte er zum Einstieg in die DT Telekom geblasen, da stand der Kurs noch bei 30. Damals sah er einen fairen Wert von 60, heute sind es nur noch 45.
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cap blaubär:

Opa Bernecker noch nicht erschöpft

 
26.10.01 10:14
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Erholungspotential noch nicht erschöpft
Mails/Nachrichten vom 26.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
das Erholungspotential ist zwar begrenzt, aber weiterhin ausreichend für interessante Gewinne. Gestern zeigte sich jedoch erneut, wie das Ganze funktioniert: Es gibt einerseits permanente Neigungen zu Gewinnmitnahmen der
kurzfristigen Spekulationen, aber andererseits wächst der Druck der Langfrist-Investoren, ihre Bestände aufzustocken. Das ist gewissermaßen eine Art Interessenkonflikt und kennzeichnend für die Lage der nächsten Wochen. Die Markttechnik, die ich Ihnen in der letzten AB (Nr. 42) gezeigt habe, ist sowohl in New York als auch in Frankfurt und übrigens auch Zürich marktbestimmend. Zum besseren Verständnis des Ganzen: Der Nasdaq wächst im Schnitt um 100 % mehr pro Tag als der Dow Jones oder der S&P. Gestern plus
3,80 % bzw. 2,52 %, aber der Dow Jones + 1,25 %. Bitte beachten Sie weiterhin diesen Turbo-Effekt, wie ich ihn genannt habe. Das gleiche können Sie übrigens auch in der Relation DAX gegen Nemax beobachten, wenn auch weniger zuverlässig.

Der Nachrichtenhintergrund hat sich in New York weiter verbessert. Gestern war Boeing derjenige, der die Schlagzeilen machte. Meine Rüstungsspekulation geht damit weiter, aber ich neige in der heutigen AB dazu, Teilgewinne
mitzunehmen. Ausnahme ist Boeing, wie bereits beschrieben. Käufe zwischen 33 und 35 $ akzeptiere ich weiterhin, während bei den anderen nach rd. 50 % Kursgewinn eine Konsolidierung ansteht. Denken Sie hier daran: Sell on good
news. Bitte aber nicht die gesamte Position auflösen.

Die amerikanischen Konjunkturdaten von gestern sollten Sie weiterhin ignorieren. Die Bilanz der 9-Monats-Daten zeigt weiterhin, was ich schon beschrieben habe: Einmal-Einflüsse überwiegen, so daß die innere Ertragsqualität der Unternehmen kaum erkennbar wird. Zu beachten ist jedoch:
Bis zur gestrigen Zählung liegen 58 % aller Ergebnisse über den Erwartungen der Analysten. Das drückt sich in der Markttechnik aus: Die bekannten Relationen liegen im Plus, teilweise allerdings nur knapp.

Die hohe Volatilität der Notierungen führt unweigerlich zu dem bekannten Rat: Kaufen Sie nicht an einem festen Tag. Haben Sie aber den Mut, an schwachen Tagen konsequent zuzugreifen. Ich werde Ihnen dies noch mehrfach schreiben. Die Differenzen sind so erheblich, daß Sie darauf unbedingt
Rücksicht nehmen müssen. Denn es macht schon einen Unterschied, ob ich eine Aktie wie Cisco bei 17 oder auch bei 15 $ kaufen kann. Ich bin deshalb nicht in der Lage, konkrete Limits zu nennen. Das würde an dieser Stelle zu weit gehen.

In Frankfurt ist die Situation ähnlich. Gestern leicht versteifter VDAX, aber damit erneut stark schwankende Kurse für gewöhnlich schwerfälligere Titel. Beispiel Bayer: - 7,7 % Rückgang auf die Nachricht eines Vergleiches in der Preisfrage für Ciprobay in den USA sind natürlich Unsinn. Aber damit haben Sie eben die Chance, diese Aktie noch einmal bei 29 - 32 $ zu erwischen. Hier liegt meine vermutete und schon genannte Kaufbasis. Wenn die
Hypovereinsbank massiv restrukturieren muß, so ist dies positiv und nicht negativ. Also gilt auch hier: 31/33 E. sind eine Chance. Allerdings muß ich einräumen: Meine sehr skeptische Einschätzung in Brief Nr. 42 bzgl. aller Banken werde ich möglicherweise revidieren müssen. Ich hatte bekanntlich die möglichen Risiko-Kurse deutlich tiefer angesetzt. Ob das noch zutreffen wird, stelle ich heute in Frage. Ich werde mich dazu in der nächsten oder
übernächsten Woche äußern. Was mir aber weiterhin sehr mißfällt: Die Ertragsqualität der deutschen Banken ist beängstigend verschlechtert worden. Die alte klassische Gewinnqualität wird sich auf absehbare Zeit nicht
wiederherstellen lassen. Das bedingt grundsätzlich ein tieferes KGV für alle. Ich hatte auf dieses Problem schon hingewiesen.

Die Technik-Aktien sind die Seele des Börsengeschäftes. Bitte die heutige AB, Seite 2, beachten. Auch hier gilt: Rückschläge um 10 % oder einen Tick mehr sind Kaufgelegenheiten, denn Sie müssen berücksichtigen: Epcos gewann von 30 auf 51 E., Infineon von 11,50 E. auf knapp 19 E., Siemens von 34 E. auf sogar 57 E. und SAP von 90,50 E. auf 126 E. Alle müssen also einen Teil dieser kurzen Gewinne wieder abgeben. Das ist dann die neue Kauf-Ebene. Ich vermute sie in der gleichen Reihenfolge bei 42/43 E., bzw. um 14/15 E. bzw. 46 E. und schließlich knapp unter 90 E. Hierbei behalte ich mir Korrekturen in den nächsten Tagen noch vor.

Was Merck gestern vorlegte, ist schon beeindruckend. Das ist Ertragsqualität im Pharmageschäft. Damit eigentlich eine neue Kaufmöglichkeit um 39/40 E. Der Krieg bei MG Technologies wird über die Börse ausgetragen. Inzwischen
9,50 E. bei relativ hohen Tagesumsätzen von bis zu 400 000 Stück. Das ist für diese Aktie viel. Natürlich ist das Ganze eine Spekulation im Krieg von zwei Männern, aber vor dem Hintergrund, den ich Ihnen immer wieder beschrieben habe: Spekulieren Sie mit und nehmen Sie dies wörtlich. Die
Sneakers-Spekulation in Adidas und Puma geht weiter. Beide hatten sich die ganze Zeit über von der allgemeinen Stimmung abgekoppelt. Dabei sieht Puma im Moment besser aus, aber das ist nur relativ. Wie beim Sport: Einmal ist
der vorne, das andere mal der andere. Aber am Ende werden beide deutlich besser abschneiden. Puma gestern mit neuem Top-Kurs, aber ich halte auch 30/32 E. für möglich. Ab heute würde ich jedoch Adidas vorziehen und verweise auf die älteren AB's. Die Gründe für den gestrigen Puma-Sprung
lesen Sie heute in der Presse.

Insgesamt gehen Sie mit folgender Richtlinie in das Wochenende: Sowohl der DAX als auch der Dow Jones haben ihr Erholungspotential noch nicht ausgeschöpft, siehe oben. Bitte keine voreiligen Gewinnmitnahmen. Es ist einfach noch zu viel Liquidität in der Pipeline. Ich erinnere auch an die
offenen Leerpositionen in den USA, auf die ich vor 2 Tagen eingegangen bin. Bitte noch einmal nachblättern.

Zum Euro: Er verhält sich wie avisiert. Inzwischen unter 89 und ich hatte das Ziel in der AB mit zunächst 87 Cents angesagt. Ob das die letzte Unterstützung ist, bleibt im Moment noch offen. Dazu in der nächsten Woche mehr, wobei übrigens gilt: Eine EZB-Zinsentscheidung hat materiell ein
Null-Gewicht. Sie hat bestenfalls psychologische Bedeutung. Das hört man in Frankfurt ungern, ist aber eine Tatsache.

Das wär's für diese Woche. Ich wünsche Ihnen eine gute Laune, schönes Wetter und einen guten Sprung in die nächste Woche.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Served by sonne02.bern-stein.de on 26.10.2001 10:10:17 for 194.8.218.132
WebText © 2000 by Bernecker & Cie + 1STEIN GmbH + + + eMail: info@bern-stein.de  
Antworten
cap blaubär:

Farbfotos von Ron Sommer

 
29.10.01 10:02
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Positive Woche
Mails/Nachrichten vom 29.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
je vorsichtiger der Trend läuft, desto stabiler bleibt er. Hochzufrieden schließe ich im Nachhinein mit der letzten Woche und stehe am Beginn der neuen. Es bleibt dabei: Wir befinden uns in der ersten Phase des Aufwärtstrends, der lediglich das Erholungspotential definiert, aber noch nicht das eigentliche Trendpotential, und damit sind die meisten Werte noch nicht 'fertig'. Passen Sie auf, was in den nächsten Tagen mit den Telekomaktien passieren wird. Das gilt vor allem in Europa. Dann können Sie vergleichen, was Sie in den vergangenen vier oder sechs Monaten so alles über diese Titel lasen und hörten, bis zu der Forderung 'Sommer muß weg' und was Sie darüber demnächst lesen werden. Es beginnt schon heute Morgen mit Farbfotos von Ron Sommer etc. Bei den Technologieaktien war es nicht
anders. Nachdem Epcos und Infineon und sogar SAP allseitig oder vielseitig 'heruntergestuft' worden waren, konnten Sie gelassen auf die Käuferseite gehen. Bei den Autotiteln kündigt sich Ähnliches an, nachdem diese bis vor zwei Wochen 'runtergemacht' worden sind. Kommentar überflüssig.

Aus New York: Die wichtige Linie 9.500 im Dow Jones wurde am Freitag überwunden. Zwar extrem knapp, aber immerhin. Die bekannten technischen Indikatoren wie A/D und new high/new low unterstützten das Ganze, während der Nasdaq einen Tick verlor. Jetzt heißt die neue Zielmarke 10.100 und ich schätze, daß wir diese kürzerfristig erreichen und überschreiten werden, falls nicht eine Horrornachricht aus dem militärischen Umfeld einen früheren Rückschlag bringt. Das läßt sich im Moment nicht anders sagen. Sicher ist aber schon: Eine echte Horrorzahl eines großen amerikanischen Unternehmens hinsichtlich Gewinnwarnung etc. steht nicht mehr bevor. Schon die jüngsten Nachrichten dieser Art wurden ignoriert. Ganz wichtig für Sie:

Achten Sie auf die Chipaktien, die Softwaretitel und demnächst auf die Hardware-Spezialisten. Anschließend sind die Netzwerkausrüster dran. In diesen Titeln liegt das größte Erholungspotential, nachdem alle reihenweise heruntergestuft worden sind, vielfach zu Recht, weil sie zu teuer waren, wie Sie wissen, aber nun eine extrem überverkaufte Marktlage aufweisen. Diese Besonderheit ist der Grund für die Erholung. Keineswegs die Frage, ob diese
Aktien schon billig seien. Dazu die Hintergründe in der nächsten AB. Ich lege Wert darauf, daß Sie diese 'Börsenmathematik' zumindest im Ansatz verstehen.

Deutschland hat immer noch eine Chance bis 5.200 und im günstigsten Falle 5.500 im DAX. Bitte nicht in drei Tagen, aber in zwei oder drei Wochen. Ich verändere deshalb die Zielkurse für die DAX-Aktien leicht oder passe sie an. An Verkäufe denke ich noch nicht. Hier gilt der eingangs erwähnte Satz: Der grundsätzliche Aufwärtstrend stimmt. Die technischen Korrekturen sind nur ein Bestandteil davon. Ich warne aber davor, in einem solchen Aufwärtstrend mit Puts zu bearbeiten, wenn Sie dabei nur diese kleinen technischen
Korrekturen ausloten wollen. Das ist gefährlich. Oberhalb von 5.200 ließe sich eher darüber diskutieren. Denn dann entsteht ein Rückfallrisiko bis zu 500/700 Punkten. Soweit zum Termingeschäft.

Die Termine von heute: Phoenix und Vossloh bringen die Zahlen für 9 Monate. Letztere warnte schon vor und nimmt die Prognose etwas zurück. In Zürich gilt Entsprechendes für ABB, auf die ich schon mehrfach hingewiesen habe. Das ordnen Sie ein in die Gruppe Alcatel, Ericsson, teilweise Marconi und auch Siemens sowie Nokia. Eine Besonderheit: Qiagen berichtet für 9 Monate. Jetzt können Sie selbst rechnen: Die Zahlen werden sehr gut ausfallen, rechtfertigt dies aber einen Börsenwert von 2,94 Mrd E.?

Die Analysten sehen vieles anders: Adecco, der weltgrößte Zeitarbeitsvermittler, wird trotz schlechter Zahlen hochgestuft. Die Deutsche Börse wird als Outperformer ebenfalls hochgestuft. Dagegen wird Renault nach dem Superergebnis der Tochter Nissan zurückgenommen. Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Siehe aber oben. Für Volvo werden die bisherigen Verkaufsempfehlungen zurückgenommen und Vodafone gilt als neuer Topfavorit. Das paßt in das oben skizzierte Telekombild. Bei Daimler warnen die Amerikaner vor Euphorie, während sie Toyota hochstufen. Interessant ist die verbesserte Meinung zu Karstadt-Quelle. Ich hatte dazu kürzlich schon Stellung genommen.

Insgesamt müßte dies also für eine positive Woche reichen. Damit verbleibe ich bis Morgen und wünsche Ihnen eine glückliche Hand.

Herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
cap blaubär:

watt kaufen??

 
30.10.01 09:35
Bernecker Textarchiv  

Hans Bernecker: Wo liegen die nächsten Käufe?
Mails/Nachrichten vom 30.10.2001, Bernecker & Cie.

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Guten Morgen, meine Damen und Herren,
was zu schnell steigt, fällt auch rasch. Diesbezüglich habe ich mich gestern gründlich geirrt. Die magische Linie um 9.500 im Dow Jones wurde zwar überschritten, aber im Laufe des Tages deutlich unterboten. Damit ist mein gestern geäußertes Kursziel von 10.000 zunächst einmal unmöglich bzw.
zeitlich verschoben. Der Dow fiel um 2,9 % und der Nasdaq (100) um 3,9 % (5,5 %). Das zeigt, daß Korrekturen im Aufwärtstrend stets plötzlich und scharf ausfallen. Normalerweise ist dies auch eine Trendbestätigung. Aber ich leugne nicht, daß mir das Ganze im Moment nicht so gut gefällt. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß zwei Nachrichten besonders negativ wirkten, nämlich die Auftragsvergabe für 200 Mrd $ für den Kampfflieger, wobei Boeing gegen Lockheed Martin unterlag, und ferner der Verkauf von Hughes Electronic, was zu einem Abschlag für GM führte. Beides ist nicht so recht nachvollziehbar. Im Übrigen verteilten sich Gewinne und Verluste relativ gleich, so daß die Indexverluste ähnlich zu sehen sind wie auch im deutschen Markt, wo gestern 27 von 30 DAX-Aktien die gleichen Korrekturen aufwiesen. Auch das ist eine Bestätigung für den grundsätzlichen Aufwärtstrend, zeigt Ihnen aber ebenfalls, was ich wiederhole: An schwachen Tagen wird gekauft und nicht an festen. Dazu haben Sie jetzt Gelegenheit. Denn einige Tage wird diese Korrektur noch anhalten. Wo liegen dann die neuen Kaufkurse? Ich nenne sie in der nächsten AB.

Wall Street konkret: Wenn Sie sich das Kursblatt anschauen, so können Sie das eingangs Gesagte für fast jeden Titel nachvollziehen. Das kann man fast wahllos herausgreifen. Speziell gilt dies für die Technologieaktien, aber auch für große Unternehmen wie IBM. Schwankungsbreite bei IBM gestern rd.
3,50 $ während des Tages oder etwa 3 %. Es bleibt also bei einer hohen Volatilität. Mein Vorschlag ist daher der gleiche wie bisher:

Limitieren Sie alle Käufe 1 - 2 oder auch 3 $ niedriger, je nach Kurshöhe. Ich schätze, daß Sie im Schnitt 10 % billiger gegenüber den Kursen vom Freitag letzter Woche hereinkommen.

Frankfurt zeigt das gleiche Bild, siehe oben. Erfreulich ist, daß sich einige Titel davon absondern können. So Fresenius Medical Care, die heute ihre sehr guten Zahlen herausbringen. Diese Aktie ist zusammen mit der Mutter (Fresenius) eine der technisch stärksten Aktien im gesamten Markt. Lesen Sie dazu bitte die letzte AB. Gleiches gilt auch für Degussa, Henkel und bedingt für Schering. Völlig abgekoppelt von dem Verhalten aller anderen verhalten sich auch E.ON und RWE.

Im MDAX achten Sie bitte auf die täglichen Börsenumsätze. Diese sagen teilweise mehr als die Kurse. So gibt es einige Titel, die erstaunlich hohe Umsätze zeigen, aber sich kaum richtig bewegen. Zu einigen habe ich schon Stellung genommen. Auf die Besonderheiten hinter dem Kurs von Rheinmetall wies ich in der letzten AB hin. Gestern plus 7 % mit fast 100.000 Stück Umsatz, was für diese Aktie viel ist. Die zurückgenommene Prognose für Software ändert meine Einschätzung nicht. Doch auch hier geht es wie im Jo-Jo zu: Schwankung des Kurses in 4 Tagen um 20 % zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Kurs. Die Puma-Hochstufung durch einige Analysten ist im Grundsatz richtig, aber schon leicht überzogen. Kursgewinn in diesem Jahr 109 %, und ich ziehe deshalb Adidas Salomon mit KGV 10 der Puma-Aktie vor, was insbesondere für Neukäufe gilt. Ich hatte beide Aktien mehrfach empfohlen und favorisiere jetzt erneut Adidas.

Heute ist VW-Tag. Die Zahlen zum 30.9. sind eine Art Dreifachtest. a) Für die Konjunktur, b) für die internationale Auto-Tendenz und c) für die Art und Weise, wie man ohne spektakuläre Deals auf seriöse Weise ein sehr gutes betriebswirtschaftliches Ergebnis erreicht. So etwas ist in der letzten Zeit häufig in Vergessenheit geraten. Was die Piech-Mannschaft in den letzten drei Jahren erreicht hat, ist beeindruckend. Es folgen Celanese und Continental sowie die beiden Fresenius-Gesellschaften, siehe oben. Der Quartalsbericht von Hannover Rück wird natürlich durch New York geprägt sein. Er ist deshalb nur bedingt aussagefähig.

Auf der internationalen Ebene bin ich gespannt auf die Zahlen von Procter & Gamble, meiner alten Blue-Chip-Empfehlung in New York. Was L'Air Liquide in Paris bietet, ist für uns weniger wichtig. Allerdings steckt darin ein Fingerzeig für die Linde-Geschäfte.

Der Dollar mußte gestern wieder nachgeben. Der Euro überwand kurzfristig 90 Cents, und damit ist die Korrektur, die bis 87 Cents hätte gehen können, vorerst abgeblasen. Ich bin ohnehin nicht der Meinung, daß in diesem Verhältnis im Moment sehr viel steckt.

Das wär's für heute,

herzlichst Ihr

Hans A. Bernecker
 




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Antworten
major:

@cap blaubär

 
19.11.01 14:15
schade dass du mir am 26.09 nicht ein einfaches ja/nein gepostet hast :-( .. ein ja  .. waere mittlerweile 60% , nix fuer unguad .. gruss tom ..  
Antworten
cap blaubär:

Asche auf mein Haupt o.T.

 
19.11.01 15:24
Antworten
major:

wer nix macht, macht nix verkehrt

 
19.11.01 15:28
.. habe meine nokia's gluecklich fuer 21 verklopft und jetzt 29 :-( .. stell dir vor es ist herbstrally und keiner merkt's, gruss tom
Antworten
Trendscout:

aha ...

 
02.05.12 22:57
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