Freitag, 7. Juni 2002
Neuer Pharma-Skandal?
Merck warnt vor Zocor

Auf die Pharmabranche könnte ein neuer Skandal zurollen: Der US-Pharmakonzern hat nun vor der gleichzeitigen Einnahme seines Cholesterin-Senkers Zocor mit dem Herzmedikament Cordarone gewarnt. Bei gleichzeitiger Einnahme beider Medikamente könne es zu Herzrhytmus-Störungen kommen, erklärte Merck.
Patienten, die Cordarone einnähmen, sollten deshalb die Einnahme von Zocor auf höchsten 20 Milligramm beschränken. Patienten, die eine höhere Dosierung von Zocor mit Cordarone einnähmen, seien einem höheren Risiko für Muskelschwäche und für eine tödliche Form des Muskelschwundes ausgesetzt, erklärte ein Merck-Sprecher. Die Warnung sei nun in den Beipackzettel aufgenommen worden. Man habe jedoch bereits zuvor vor möglichen Nebenwirkungen von Zocor bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten gewarnt, hieß es.
Zocor gilt als Verkaufsrenner von Merck. Das Mittel steht im Wettbewerb mit dem Medikament Lipitor von Pfizer und Pravachol von Bristol-Myers Squibb. Im letztem Jahr machte Merck einen Umsatz von nahezu sieben Mrd. Dollar mit dem Cholesterinsenker.
Die neue Warnung am Beipackzettel könnte einige Ärzte veranlassen, bei der Verschreibung von Zocor vorsichtiger zu sein, meinten Analysten. Bei den Patienten sei aber keine große Verhaltensänderung zu erwarten. Daher müssten die Umsatzprognosen nicht gesenkt werden.
Im vergangenen Jahr war Bayer wegen Wechselwirkungen bei der Einnahme des Cholesterinsenkers Lipobay mit anderen Medikamenten in die Schlagzeilen geraten. Bayer hatte seit der Marktzulassung 1997 davor gewarnt, das Mittel nicht zusammen mit anderen Cholesterin-Senkern wie Gemfibrozil einzunehmen. Als sich im Sommer 2001 Meldungen über an Muskelschwäche verstorbene Patienten sich häuften, war Bayer gezwungen, das Medikament vom Markt zu nehmen. Weltweit wurden rund 100 Todesfälle mit Lipobay in Verbindung gebracht. Der Umsatzausfall bei Lipobay ließ die Gewinne von Bayer schmelzen.
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bye peet
Neuer Pharma-Skandal?
Merck warnt vor Zocor

Auf die Pharmabranche könnte ein neuer Skandal zurollen: Der US-Pharmakonzern hat nun vor der gleichzeitigen Einnahme seines Cholesterin-Senkers Zocor mit dem Herzmedikament Cordarone gewarnt. Bei gleichzeitiger Einnahme beider Medikamente könne es zu Herzrhytmus-Störungen kommen, erklärte Merck.
Patienten, die Cordarone einnähmen, sollten deshalb die Einnahme von Zocor auf höchsten 20 Milligramm beschränken. Patienten, die eine höhere Dosierung von Zocor mit Cordarone einnähmen, seien einem höheren Risiko für Muskelschwäche und für eine tödliche Form des Muskelschwundes ausgesetzt, erklärte ein Merck-Sprecher. Die Warnung sei nun in den Beipackzettel aufgenommen worden. Man habe jedoch bereits zuvor vor möglichen Nebenwirkungen von Zocor bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten gewarnt, hieß es.
Zocor gilt als Verkaufsrenner von Merck. Das Mittel steht im Wettbewerb mit dem Medikament Lipitor von Pfizer und Pravachol von Bristol-Myers Squibb. Im letztem Jahr machte Merck einen Umsatz von nahezu sieben Mrd. Dollar mit dem Cholesterinsenker.
Die neue Warnung am Beipackzettel könnte einige Ärzte veranlassen, bei der Verschreibung von Zocor vorsichtiger zu sein, meinten Analysten. Bei den Patienten sei aber keine große Verhaltensänderung zu erwarten. Daher müssten die Umsatzprognosen nicht gesenkt werden.
Im vergangenen Jahr war Bayer wegen Wechselwirkungen bei der Einnahme des Cholesterinsenkers Lipobay mit anderen Medikamenten in die Schlagzeilen geraten. Bayer hatte seit der Marktzulassung 1997 davor gewarnt, das Mittel nicht zusammen mit anderen Cholesterin-Senkern wie Gemfibrozil einzunehmen. Als sich im Sommer 2001 Meldungen über an Muskelschwäche verstorbene Patienten sich häuften, war Bayer gezwungen, das Medikament vom Markt zu nehmen. Weltweit wurden rund 100 Todesfälle mit Lipobay in Verbindung gebracht. Der Umsatzausfall bei Lipobay ließ die Gewinne von Bayer schmelzen.
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bye peet