ROUNDUP: ZEW-Konjunkturerwartungen sinken im Juli überraschend
11:30 14.07.09
MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Stimmung deutscher Finanzexperten hat sich im Juli überraschend eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 5,3 Punkte auf 39,5 Punkte gesunken, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Zuvor war der Index acht Monate in Folge gestiegen. Von dpa-AFX befragte Volkswirte hatten nun mit einer erneuten Aufhellung der Stimmung auf 45,8 Punkte gerechnet. Der Indikator liegt trotz des leichten Rückgangs aber noch immer über seinem historischen Mittelwert von 26,3 Punkten. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich im Juli minimal. Sie legte um 0,4 Punkte auf minus 89,3 Zähler zu.
"Die Stabilisierung der Lagebeurteilung und der Erwartungen bestätigt bisherige Prognosen, dass in diesem Jahr die Entwicklung der Wirtschaftsleistung in der Größenordnung von sechs Prozent zurückgeht", kommentierte ZEW-Präsident Wolfgang Franz die Daten. "Die Wachstumsraten dürften sich bis ins nächste Jahr entlang der Nulllinie entwickeln." Ein "erhebliches Risiko" für die weitere konjunkturelle Entwicklung sei die Frage, wie die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte funktionieren werde. Die überraschend gut ausgefallenen Zahlen zu den Auftragseingänge und der Industrieproduktion hätten die Erwartungen hingegen positiv beeinflusst.
KONJUNKTURZUVERSICHT GEDÄMPFT
Der überraschende Rückgang des ZEW-Index dämpft laut Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) die Konjunkturzuversicht. "Dennoch sollte das Szenario einer wirtschaftlichen Bodenbildung nicht verworfen werden", heißt es in einer Kurzstudie. Die konjunkturelle Erholung in Deutschland dürfte allerdings eine geringe Dynamik aufweisen. Am Finanzmarkt war die Reaktion eher verhalten: Der Euro geriet nach den Daten etwas unter Druck und der DAX (Profil) zeigte sich von den Daten kaum bewegt.
Für die Eurozone insgesamt ergibt sich ein ähnliches Stimmungsbild: Hier sanken die Konjunkturerwartungen im Juli um 3,2 Punkte im Vergleich zum Vormonat auf 39,5 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum blieb unterdessen unverändert bei minus 90,7 Punkten./jha/bf
Quelle: dpa-AFX
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