Medigene kauft Trianta
27.01.2014 - Das erst vor wenigen Wochen gegründete Start-up Trianta Immunotherapies GmbH wird übernommen. Die Münchner Medigene AG zahlt rund 4 Mio. Euro in eigenen Aktien für die Neugründung, die auf T-Zell-Therapien spezialisiert ist.
Am 27. Januar gab Medigene die Akquisition in einer Ad-hoc-Meldung bekannt. Trianta verfügt über drei klinische Immunotherapie-Plattformen, die für die Behandlung unterschiedlicher Krebsformen entwickelt werden. „ Dies ist eine wirklich transformierende Akquisition für Medigene“, sagte Firmenchef Frank Mathias. „. In diesem zukunftsweisenden Therapiefeld sichern wir uns mit Trianta den Zugang zu wissenschaftlich exzellenten und neuartigen Plattformen mit Programmen, die bereits in Patienten evaluiert werden.“
Die bisherigen Gesellschafter von Trianta erhalten rund 1 Million neue Medigene-Aktien im Wert von ca. 4 Mio. Euro. Beim Erreichen künftiger Meilensteine könnten noch einmal bis zu knapp 5,9 Mio. Euro in Aktien oder bar hinzukommen. Die neuen Aktien schafft Medigene aus bereits genehmigtem Kapital und reicht sie dann an die Trianta-Gesellschafter weiter. Die haben sich verpflichtet, die Wertpapiere in den kommenden zwölf Monaten nicht zu veräußern.
Trianta wurde erst Ende 2013 vom Helmholtz-Zentrum München ausgegründet. Dolores Schendel, die bisherige Geschäftsführerin von Trianta und Leiterin des Instituts für Molekulare Immunologie am Helmholtz-Zentrum München, soll bei Medigene nun die Rolle des Vorstands für Forschung und Entwicklung übernehmen und wird das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Team von 15 Immuntherapie-Spezialisten des Helmholtz-Zentrums München verstärken.
Triantas Team arbeitet an drei sich ergänzenden immuntherapeutischen Strategien zur Behandlung unterschiedlicher Krebsformen und -stadien. Der Fokus liegt immer auf T-Zellen. Bereits klinisch erprobt werden antigen-spezifische Dendritische Zell (DC)-Vakzine der nächsten Generation. In zwei laufenden klinischen Prüfarzt-initiierten und extern finanzierten Studien wird in München beziehungsweise Oslo der Einsatz bei akuter myeloischer Leukämie oder Prostatakrebs getestet. Triantas zweiter Therapieansatz nutzt sogenannte T-Zell-Rezeptor (TCR)-veränderte T-Zellen. Die präklinisch entwickelte Technik solle eines Tages zur Behandlung fortgeschrittener Tumorstadien genutzt werden. In einem dritten Technologieansatz versucht Trianta Anti-TCR monoklonale Antikörper (TABs) herzustellen, die unterschiedliche T-Zellen anhand ihrer T-Zell-Rezeptoren erkennen. TABs sollen unerwünschte T-Zellen entfernen, um T-Zell-vermittelten Autoimmunerkrankungen zu behandeln.
Quelle : www.transkript.de/nachrichten