SAP-Firmenlogo auf dem Hauptgebäude in Walldorf, Deutschland.
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SAP: 34 Milliarden Euro futsch – Anleger fliehen, Analysten sehen Potenzial

Der stärkste Kurssturz seit Oktober 2020 schockt die Börse: SAP verliert an einem Tag zweistellig, rutscht auf den tiefsten Stand seit Mitte 2024 und vernichtet Milliarden Euro an Börsenwert. Während Anleger panisch reagieren, bleiben viele Analysten erstaunlich gelassen. Ist das der Tiefpunkt – oder erst der Anfang?
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Die Aktien des größten europäischen Softwareherstellers SAP (SAP Aktie) erlebten am Donnerstag einen historischen Einbruch. Zeitweise verlor das Dax-Schwergewicht bis zu 15 Prozent und markierte mit rund 167 Euro den niedrigsten Kurs seit Mitte 2024. Damit büßte der DAX-Konzern rund 34 Milliarden Euro an Börsenwert ein. Der Tagesverlust war der größte seit Oktober 2020, als SAP in der Corona-Krise seine Geschäftsziele drastisch senken musste.

Auslöser waren die Zahlen für das vierte Quartal und der Ausblick. Zwar entsprachen die Umsätze den Markterwartungen, doch sowohl der Cloud-Auftragsbestand als auch die Prognose für die Cloud-Umsätze 2026 blieben hinter den Hoffnungen zurück. Genau hier hatten Investoren auf ein starkes Signal gehofft, um den seit dem Hoch 2025 laufenden Abwärtstrend zu stoppen. Seitdem sind rund 125,5 Milliarden Euro an Börsenwert verloren gegangen.

Dabei ist die operative Entwicklung keineswegs schwach. SAP steigerte den Gesamtumsatz 2025 zu konstanten Wechselkursen um 11 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss für die Aktionäre sprang auf 7,33 Milliarden Euro, nach 3,12 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich deutlich von 2,65 auf 6,24 Euro.

Treiber blieb das Cloud-Geschäft. Der Cloud-Umsatz legte um 26 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro zu, die Cloud-ERP-Suite wuchs sogar um 32 Prozent auf 18,12 Milliarden Euro. Gleichzeitig brachen die Erlöse aus klassischen Softwarelizenzen um 27 Prozent ein – ein schmerzhafter, aber erwarteter Effekt der strategischen Transformation.

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Was die Börse jedoch nervös macht: SAP konnte zum Jahresende weniger neue Cloud-Verträge abschließen als erhofft. Auch für die kommenden zwölf Monate rechnet der Konzern mit einer geringeren Wachstumsrate beim Cloud-Auftragsbestand. Selbst das angekündigte Aktienrückkaufprogramm von bis zu zehn Milliarden Euro über zwei Jahre konnte den Abverkauf nicht stoppen.

Hinzu kommt die generell angespannte Stimmung im Softwaresektor. Investoren fürchten, dass künstliche Intelligenz bestehende Geschäftsmodelle schneller unter Druck setzt als bisher angenommen. SAP ist damit nicht allein: Salesforce liegt rund 40 Prozent unter dem Hoch von Ende 2024, Oracle (Oracle Aktie) hat sich seit dem Rekordhoch nahezu halbiert.

Analysten gehen nicht so streng mit der Aktie um

Jefferies bleibt trotz der Enttäuschung optimistisch. Analyst Charles Brennan bestätigt die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 290 Euro. Zwar werde sich die Debatte vor allem um den Cloud-Auftragsbestand drehen, doch der insgesamt robuste Ausblick, erste Hinweise auf die Ziele für 2027 und das neue Aktienrückkaufprogramm sprächen für das Vertrauen des Managements in die eigene Strategie.

Goldman Sachs hält ebenfalls an "Buy" fest und sieht das Kursziel bei 320 Euro. Analyst Mohammed Moawalla rechnet nur mit moderat sinkenden Umsatzerwartungen für 2026. Am Ergebniskonsens dürfte sich seiner Einschätzung nach kaum etwas ändern.

JPMorgan stuft SAP weiterhin mit "Overweight" und einem Kursziel von 290 Euro ein. Besonders positiv hebt Analyst Toby Ogg den Ausblick für den Barmittelzufluss 2026 hervor, der über den Markterwartungen liege. Der Cloud-Auftragsbestand sei jedoch klar enttäuschend.

Fazit

Der Kurseinbruch bei SAP wirkt dramatisch – und er ist es auch. Doch operativ steht der Konzern deutlich stabiler da, als es der Kurs suggeriert. Die Transformation hin zur Cloud schreitet voran, die Profitabilität steigt, und die Bewertung hat sich spürbar entspannt. Wenn sich der Rauch gelegt hat und die Sektor-Stimmung dreht, könnte SAP für langfristig orientierte Anleger wieder eine ernsthafte Überlegung wert sein.

Redaktion Ariva/MW


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