press.verve.com/...s-momentum-following-strong-q4-performance
Hier nochmal die Meldung der vorläufigen Q4-Zahlen:
press.verve.com/...-and-publishes-financial-guidance-for-2026
Das Problem der Q4-Zahlen waren die im VJ-Vergleich sinkende EBITDA-Marge und die stark gestiegene Nettoverschuldung bei steigenden CAPEX und schwachem Free Cashflow.
Ein schwacher FCF bei stark gestiegener Nettofinanzverschuldung ist für Aktionäre eine ganz miese Nachricht.
Ein im VJ-Vergleich stagnierendes EBITDA bei steigendem Umsatz bedeutet sinkende Gewinnmargen.
Der Kapitalmarkt reagiert extrem empfindlich auf den Versuch von Vorständen, de facto schwache Jahreszahlen als Erfolg verkaufen zu wollen.
Verve hat die Umsatzguidance trotz mehrfacher Anpassung verfehlt. 10 Mio € unterhalb des unteren Endes der Guidance sind eine Zielverfehlung. Punkt!
Die ganzen untauglichen Relativierungsversuche von wegen Insolvenz eines Kunden etc. bewirken das glatte Gegenteil der erhofften Vertrauensbildung.
Man hätte dem Aktionär des vorläufige EPS mitteilen MÜSSEN! Angesichts der Begründung der Umsatzzielverfehlung ist sonnenklar, dass das Q4-Ergebnis durch Forderungsabschreibungen belastet wurde, die das Konzernergebnis massiv negativ beeinflusst haben dürften.
Wen interessiert da noch das bereinigte EBITDA, in dem besagte Forderungsabschreibungen gerade nicht enthalten sind.
Wie so oft wollte man dem Aktionär Scheiße für Gold verkaufen und das ging mit 30% Kursverlust seit Zahlenbekanntgabe ganz gewaltig nach hinten los.
Die ganzen super aussehenden Analystenschätzungen für 2026 sind Makulatur, wenn Verve das Verschuldungsthema nicht durch gewaltige Steigerungen des Free Cashflows in den Griff bekommt.
Eine mehrfache Korrektur der Umsatzguidance ist pures Gift, wenn du eh schon extrem hoch verschuldet bist und über 60% des EBITDA für Zinszahlungen aufwenden musst, weil deine Bonität mies ist und du demnach sehr hohe Zinsen auf deine Finanzschulden zahlen musst.
Dass hier im Forum bislang kaum über die eklatante Finanzverschuldung und die ausserordentlich hohen Finanzierungskosten als ernsthafte Bedrohung des Investmentcase diskutiert wurde und der jüngste 30%-Crash viel komplett überrascht zu haben scheint, spricht leider nicht gerade für betriebswirtschaftliche Kompetenz und Realitätssinn des Forums.
Der Chart erzählt eine Geschichte, die man tunlichst verstehen sollte, bevor man hier auf einen grandiosen Turnaround spekuliert. Ich selbst bin bei Verve seit dem dramatischen Absturz Mitte letzten Jahres auch mit der Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende an Bord gegangen.
Die Q3 und Q4-Zahlen waren schlichtweg enttäuschend. Konnte man in Q3 noch die hohen Kosten der Systemvereinheitlichung verantwortlich machen, sind die in Q4 weiter gesunkene Gewinnmarge, die Verfehlung des Umsatzziels, der schwache Cashflow und die hohe Finanzverschuldung als herbe Enttäuschung zu werten.
Verve muss ab Q1 / 26 vor allem in Sachen Entschuldung endlich liefern! Ansonsten wird der von vielen erhoffte Turnaround in 2026 zum Rohrkrepierer mit Kursziel sub 1 €...
Ich bleibe dabei und habe gegen den Trend heute bei 1,35 deutlich aufgestockt.
Sollte sich das Verve Management indes nicht endlich auf Transparenz und klare, ungeschönte Kommunikation besinnen, werde ich mein Ansinnen, mich langfristig über mehrere Jahre bei Verve zu engagieren, allerdings nochmal intensiv überdenken.