Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich Solar vor einem Boom befindet bzw. schon mittendrin ist. Sunpower z.B. war in Q3 komplett ausverkauft wie auch die norwegische REC. Die japanische Sharp hat im 1.Halbjahr 2013 900 MW an Modulen verkauft, soviel wie nie zuvor. Einige große China-Solaris produzieren auf Volllast und lassen aufgrund der hohen Nachfrage sogar bei anderen Solarunternehmen fertigen. Renesola z.B. ist für dieses Jahr nach eigenen Angaben schon komplett ausverkauft.
Der sich anzubahnende Solarboom wird wohl wesentlich nachhaltiger sein als in früheren Jahren, weil Solarstrom aufgrund der Kostensenkungen bei weitem nicht mehr so stark auf staatliche Förderungen angewiesen ist wie noch vor zwei Jahren. In vielen Ländern hat Solar bei den privaten Haushalten längst die Grid Parity erreicht und in sonnenreichen Ländern haben das auch mittlerweile die Solarkraftwerke geschafft, weil Solar vor allem in der Peak-Zeit in heißen Ländern voll zur Verfügung steht. Außerdem haben viele Banken mittlerweile erkannt, dass Solar eine gute und relativ risikolose Geldanlage ist, was bei der Finanzierung von Solarkraftwerken selbstredend enorm hilft.
Die Zeichen für Solar stehen im kommenden Jahr auf kräftiges Wachstum und es müsste schon sehr viel passieren, wenn Solar in 2014 nicht kräftig wachsen sollte. Selbst ein Zubau von 45 GW scheint aus heutiger Sicht nicht unrealistisch zu sein, was einem Wachstum zu 2013 von über 25% bedeuten würde. Es sieht alles danach aus, dass Solar 2.0 kommen wird und mit neuen, günstigen und leicht bedienbaren Speichersystemen wartet Solar 3.0 schon vor der Türe.
An Europa wird der globale Solarboom jedoch gänzlich vorbei gehen und der europäische Solarmarkt dürfte bestenfalls von einem niedrigen Niveau aus leicht wachsen (2011: 20,6 GW, 2012: 17,3 GW, 2013e: 11,0 GW; 2014e: 9 bis 12 GW). Die Solarlokomotive 2014 wird Asien sein. Nachdem in diesem Jahr der asiatische Markt schon ganz kräftig wachsen wird, wird er von einem hohen Niveau aus weiter wachsen (2011: 4,7 GW, 2012: 7,7 GW, 2013e: 18,3 GW, 2014: 20 - 25,5 GW). Da die USA im kommenden Jahr auf ihrem seit 3 Jahren stabilen Wachstumskurs bleiben wird (2011: 1,8 GW, 2012: 3,3 GW, 2013e: 4,5 GW), dürfte auch der amerikanische Kontinent in 2014 weiter mit robusten Wachstumsraten aufwarten. Zumal ja auch die lateinamerikanischen Ländern zunehmend Solar entdecken.
Hier eine zusammengestellte Solarzubauländerrangliste nach den aktuellen Prognosen für 2014. Das sind großteils Mittelwerte aus den einzelnen Prognosen von Bloomberg New Energy Finance (BNEF), ClearSky Advisors, der Deutschen Bank, Greentech Media, IHS Solar, Lazard Capital, Goldman Sachs und Solarbuzz. Nicht von allen Analystenhäuser gibt es runter gebrochene Prognosen auf den angegebenen einzelnen Länder. Darüber hinaus sollte man beachten, dass die angegebenen prognostizierten Zubauzahlen "nur" Mittlerwerte aus den einzelnen Prognosen sind. Die einzelnen Werte differieren teilweise kräftig. So erwartet die Deutsche Bank z.B. für Deutschland fürs kommende Jahr einen Zubau von 2,8 GW und Solarbuzz von 3,5 GW. Ähnliches gilt für Italien. Die Deutsche Bank schätzt 0,8 GW für Italien, während IHS Solar und Solarbuzz von 1,5 GW ausgehen. Auch bei den Indien-Prognosen gibt es eine große Diskrepanz: Während IHS Solar für 2014 von 2 GW ausgeht, erwartet Goldman Sachs 2,5 GW, Bridge to India 2,8 GW und die Deutsche Bank 3,5 GW.
Top 15 Zubauländer für 2014 nach den durchschnittlichen Zubauprognosen:
1. China 12,5 GW (2011: 2,7 GW, 2012: 4,0 GW, 2013e: 9 GW)
2. USA 6,1 GW (2011: 1,8 GW, 2012: 3,3 GW, 2013e: 4,5 GW)
3. Japan 5,5 GW (2011: 1,2 GW, 2012: 2,2 GW, 2013e.: 6,8 GW)
4. Deutschland 3,2 GW (2011: 7,5 GW, 2012: 7,6 GW, 2013e: 3,8 GW)
5. Indien 2,7 GW (2011: 0,3 GW, 2012: 1,0 GW, 2013e: 1,1 GW)
6. Großbritannien 1,8 GW (2011: 0,8 GW, 2012: 1,0 GW, 2013e: 1,5 GW)
7. Italien 1,2 GW (2011: 6,9 GW, 2012: 3,6 GW, 2013e: 1,4 GW)
8. Kanada 1,0 GW (2011: 0,3 GW, 2012: 0,4 GW, 2013e: 0,8 GW)
9. Frankreich 0,9 GW (2011: 1,7 GW, 2012: 1,1 GW, 2013e: 0,7 GW)
10. Australien 0,8 GW (2011: 0,8 GW, 2012: 1,0 GW, 2013e: 0,8 GW)
11. Thailand 0,7 GW (2011: 0,05 GW, 2012: 0,2 GW, 2013e: 0,5 GW)
12. Südafrika 0,65 GW (2011: 0,005 GW, 2012: 0,005 GW, 2013e: 0,25 GW)
13. Türkei 0,5 GW (2011: 0,005 GW, 2012: 0,01 GW, 2013e: 0,1 GW)
14. Südkorea 0,4 GW (2011: 0,08 GW, 2012: 0,15 GW, 2013e: 0,28 GW)
15. Ukraine 0,4 GW (2011: 0,2 GW, 2012: 0,2 GW, 2013e: 0,24 GW)
2014-Zubau aufgeteilt in Kontinenten nach den durchschnittlichen Zubauprognosen:
Asien: 23,3 GW (2011: 4,7 GW, 2012: 7,7 GW, 2013e: 18,3 GW)
Europa: 11,0 GW (2011: 20,6 GW, 2012: 17,3 GW, 2013e: 11,0 GW)
Amerika: 7,9 GW (2011: 2,2 GW, 2012: 3,9 GW, 2013e: 5,4 GW)
Australien + Pazifik: 0,9 GW (2011: 0,8 GW, 2012: 1,0 GW, 2013e: 0,8 GW)
Afrika: 0,8 GW (2011: ca. 0,02 GW, 2012: ca. 0,06 GW, 2013e: 0,3 GW)
GESAMT: 43,9 GW (2011: 28,3 GW, 2012: 29,9 GW, 2013e: 35,8 GW)
Die europäischen prognostizierten Zubauzahlen für 2014 differieren etwas gegenüber den Zahlenangaben bei den Einzelbetrachtungen. Der Grund ist relativ einfach, denn Solarbuzz hat eine neue Europaprognose raus gebracht. So erwartet Solarbuzz, dass Deutschland und Großbritannien in 2014 auf einen Zubau von insgesamt 5,5 GW kommen werden und Italien und Frankreich von 2,5 GW. Diese neuen Werte sind dann natürlich mit eingeflossen.